Charisma
Heiliger Geist Serie • Sermon • Submitted • Presented
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· 13 views"Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch kommt", war eines der letzten Worte von Jesus. Der Heilige Geist, wer er ist und wie wir an dieser göttlichen Kraft teilhaben, darum geht es in dieser Predigtserie. 9. März 2025 - FEG LuzernSüd. www.fegluzernsued.ch/predigt
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Handout
Ich bin nicht oft an Konzerten. Das ist gar nicht schlecht: so bleiben mir die einzelnen Erlebnisse eindrücklicher in Erinnerung. Einmal fuhr ich mit einem Freund extra ins ferne Schaffhausen, um Phil Keaggy zu hören. Ein extrem begnadeter Gitarrist, ein Virtuose. Mit ein paar technischen Hilfsmitteln produzierte er mit seiner Gitarre und seiner Stimme den Soundtrack einer ganzen Band in den Saal - und dann sang und spielte er dazu seine Lieder. Das war einfach - wow! So ein Charisma!
So - oder noch viel tiefgehender - ging es damals den Menschen, wenn sie Jesus zuhörten. Nach seiner meisterhaften Bergpredigt fühlten sich die Menschen vom Charisma Jesus’ beeindruckt und angezogen:
Als Jesus seine Rede beendet hatte, waren die Menschen überwältigt von seiner Lehre, denn er sprach mit Vollmacht – anders als die Schriftgelehrten.
Charisma hat eine Person mit starker Begabung und besonderer Ausstrahlung. Beim Flirten hat Rizz, wer mit Charme und Witz beim anderen Geschlecht erfolgreich ist. Charisma ist aber mehr als Ausstrahlung. Die Grundbedeutung dieses Wortes bedeutet: Gnadengeschenk. Das griechische Wort für Gnade ist “Charis”, verwandt mit “Chara” - Freude. Charisma ist eine Gabe, die unverdient ist - und die voller Gunst und Freude einem anvertraut wird.
Also ist Charisma bei Phil Keaggy eine von Gott geschenkte Begabung der Musikalität, verbunden mit der Gabe, fleissig zu üben. Und bei Jesus war es nicht einfach seine Ausstrahlung und Redebegabung, was die Leute in ihren Bann zog, sondern die Erfüllung mit dem Heiligen Geist und der Tatsache, dass Jesus Gottes Sohn ist.
Wir haben in unserer Heilig-Geist-Serie auch schon über Gaben nachgedacht und erkannt: all diese Gaben, all die Kreativität, das ist ein Wirken des Heiligen Geistes. Einerseits in der Natur - natürliche Gaben wären ohne Heiligen Geist nicht denkbar. Andererseits in der Beziehung zu Gott - denn Gott schenkt durch seinen Geist auch besondere Charismen. Und darum geht es heute in dieser Predigt.
Unser Predigttext dazu ist 1 Korinther 12,1-11
Und nun, liebe Freunde, komme ich auf die besonderen Fähigkeiten zu sprechen, die der Geist jedem von uns schenkt, denn offenbar ist es in dieser Sache zu Missverständnissen unter euch gekommen.
Ihr wisst ja, ihr habt euch früher, als ihr noch nicht zu Christus gehörtet, dazu verleiten und mitreißen lassen, stumme Götzen anzubeten.
Deshalb möchte ich euch dabei helfen zu unterscheiden, was wirklich von Gott kommt: Niemand, der den Geist Gottes hat, kann Jesus verfluchen, und niemand kann sagen: »Jesus ist der Herr«, wenn es ihm nicht der Heilige Geist eingibt.
Nun gibt es verschiedene geistliche Gaben (charisma), aber es ist ein und derselbe Heilige Geist, der sie zuteilt. In der Gemeinde gibt es verschiedene Aufgaben, aber es ist ein und derselbe Herr, dem wir dienen. Gott wirkt auf verschiedene Weise in unserem Leben, aber es ist immer derselbe Gott, der in uns allen wirkt.
Jedem von uns wird eine geistliche Gabe (= Manifestation des Geistes) zum Nutzen der ganzen Gemeinde gegeben.
Dem einen gibt der Geist also die Fähigkeit, guten Rat zu erteilen (Weisheit), einem anderen verleiht er die Gabe besonderer Erkenntnis. Dem einen schenkt er einen besonders großen Glauben, dem anderen die Gabe, Kranke zu heilen – das alles bewirkt der eine Geist.
Dem einen Menschen verleiht er Kräfte, dass er Wunder tun kann, einem anderen die Fähigkeit zur Prophetie. Wieder ein anderer wird durch den Geist befähigt zu unterscheiden, ob wirklich der Geist Gottes oder aber ein anderer Geist spricht. Und dem einen gibt der Geist die Gabe, in anderen Sprachen zu sprechen, während er einen anderen befähigt, das Gesagte auszulegen.
Dies alles bewirkt aber ein und derselbe Heilige Geist, indem er diese Gaben zuteilt und allein entscheidet, welche Gabe jeder Einzelne erhält.
Die dreifache Berufung
Die dreifache Berufung
Ich teile unseren Predigttext in drei Teile. Und diese drei Teile entsprechen der dreifachen Berufung, die wir als Christen haben:
Zu Jesus kommen (Ankommen & Annahme)
Von Jesus lernen und werden wie er (Befähigung)
Mit Jesus dienen wie er (Beauftragung)
Flipchart “Mensch + Gott”
Diese Illustration zeigt die dreifache Berufung sehr anschaulich. Von meiner Prägung her neige ich dazu, vor allem das dritte zu wollen: mit Jesus dienen. Aber von meiner Persönlichkeit her könnte ich mich mit dem zweiten tagelang beschäftigen: von Jesus lernen. Ich merke das manchmal auch in Gesprächen, dass man denkt: Christsein ist vor allem dienen, evangelisieren, etwas für Gott tun. Aber wie gut ist es, zu wissen, dass die ERSTE BERUFUNG weder dienen noch lernen ist. Sie ist einfach SEIN.
Gott ist treu. Er hat euch berufen zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn.
1.Charisma: ewiges Leben von Jesus
1.Charisma: ewiges Leben von Jesus
Und wenn wir nun 1 Korinther 12 - unseren Predigttext anschauen, dann stellen wir fest:
Die erste Wirkung, die hier vom Heiligen Geist beschrieben ist, sind nicht besondere Fähigkeiten, sondern, dass er uns zu Jesus Christus, dem Herrn hinführt (1 Kor 12,3).
Deshalb möchte ich euch dabei helfen zu unterscheiden, was wirklich von Gott kommt: Niemand, der den Geist Gottes hat, kann Jesus verfluchen, und niemand kann sagen: »Jesus ist der Herr«, wenn es ihm nicht der Heilige Geist eingibt.
“Jesus ist Herr” - “Herr Jesus”… Du denkst. Ist doch kein Problem, das kann jeder sagen - egal ober er’s glaubt oder nicht. Klar. Aber so ist das nicht gemeint. Gemeint ist: es sagen und auch glauben. Sagen bedeutet hier also “bekennen”, “dazu stehen”. Für die Christen im 1. Jahrhundert war das eine extreme Herausforderung, denn auch der Römische Kaiser wurde in diesem Sinn “Herr” genannt: der Kaiser ist Herr, hiess es. Und jetzt: Jesus ist Herr!
Der Heilige Geist bewirkt, dass wir Jesus nicht bannen, sondern ausbrechen aus dem Lifestyle der Heiden und Jesus als Herrn anerkennen.
Dieser Kontrast von vorher und nachher wird auch deutlich in Römer 6,23 “Denn der Lohn der Sünde ist der Tod; das unverdiente Geschenk (charisma) Gottes dagegen ist das ewige Leben durch Christus Jesus, unseren Herrn.”
Denn der Lohn der Sünde ist der Tod; das unverdiente Geschenk Gottes dagegen ist das ewige Leben durch Christus Jesus, unseren Herrn.
Im Abendmahl, das wir feiern, wird so deutlich, was dieses Gnadengeschenk, dieses Charisma des ewigen Lebens ist. Bei Jesus im Glauben ankommen und seine Annahme erleben. Nimm bewusst am Abendmahl teil, um zu bezeugen: Jesus ist Herr. Jesus ist mein Herr! Nicht mein Körper, nicht meine Wünsche, nicht andere Menschen, nicht das Geld, nein: Jesus ist mein Herr!
Abendmahl: Einsetzungstext Matthäus 26,26ff
2.Charisma: werden wie Jesus
2.Charisma: werden wie Jesus
Das Bessere auswählen: Biblestory Lukas 10,38-42
Das Bessere auswählen: Biblestory Lukas 10,38-42
Als Jesus auf dem Weg nach Jerusalem war, kam er mit seinen Jüngern in ein Dorf. Eine Frau namens Marta lud sie in ihr Haus ein. Nun hatte sie eine Schwester, Maria. Diese setzte sich bei Jesus zu seinen Füssen hin und hörte ihm aufmerksam zu. Marta dagegen als Gastgeberin gab alles für ihre Gäste. Sie ärgerte sich: Jesus, sagte sie, es ist doch ungerecht, dass meine Schwester nur hier sitzt und mich die ganze Arbeit alleine machen lässt. Sag ihr, sie soll mir helfen!
Aber Jesus entgegnet: Liebe Marta, du kümmerst dich um viele Details. Aber etwas ist doch wichtig. Maria hat das erkannt und ausgewählt. Das nehmen wir ihr jetzt nicht weg.
Das verstehen wir nicht, wenn wir von der Leistung her denken. Wie kann es das bessere Teil sein, einfach faul rumzusitzen und die Gastgeberin krampfen zu lassen. Aber darum geht es nicht. Alles hat seine Zeit - und Maria erkannte: Jesus hat Charisma - und ich möchte von ihm lernen, bei ihm sein, ihm zu Füssen sitzen. Dazu kommt: sie war eine Frau! Es war gesellschaftlich nicht normal: aber sie hat das Bessere ausgewählt, nämlich von Jesus zu lernen, um ihm ähnlich zu werden.
Das führt uns zum zweiten Teil unseres Predigttextes: 1 Korinther 12,4-6
Nun gibt es verschiedene geistliche Gaben, aber es ist ein und derselbe Heilige Geist, der sie zuteilt. In der Gemeinde gibt es verschiedene Aufgaben, aber es ist ein und derselbe Herr, dem wir dienen. Gott wirkt auf verschiedene Weise in unserem Leben, aber es ist immer derselbe Gott, der in uns allen wirkt.
Bei Jesus sein und werden wie er. Die Dreieinigkeit in der Jüngerschaft: der Geist gibt Gnadengaben (er ist Überbringer des Lebens und der Erlösung). Jesus, ist der Herr des Dienstes (wir dürfen in seinen Dienst hineinwachsen). Der Vater bewirkt alles in allen (er ist der Ursprung der Schöpfung, zu dem alles am Ende zurückkommt).
Das aufzusaugen, das zu verstehen - und so Anteil an der Gottheit zu bekomme (2 Petrus 1,4), darum geht es hier.
3.Charisma: charismatisch dienen
3.Charisma: charismatisch dienen
Mit Jesus dienen. Das Dienen geschieht in den Charismen und Gaben, welche der Geist in uns zum Vorteil (aller) bewirkt und uns unterschiedlich zuteilt.
Schauen wir uns diese Gaben, die hier aufgezählt werden, einmal an.
Das ist eine Aufzählung von Gnadengaben, die einfach zeigen, wie unterschiedlich der Heilige Geist wirkt und zuteilt. Die Aufzählung ist überhaupt nicht vollständig und wird ergänzt durch Texte in Römer 12; Epheser 4 und 1 Petrus 4.
Jedem von uns wird eine geistliche Gabe zum Nutzen der ganzen Gemeinde gegeben.
Dem einen gibt der Geist also die Fähigkeit, guten Rat zu erteilen, einem anderen verleiht er die Gabe besonderer Erkenntnis. Dem einen schenkt er einen besonders großen Glauben, dem anderen die Gabe, Kranke zu heilen – das alles bewirkt der eine Geist.
Dem einen Menschen verleiht er Kräfte, dass er Wunder tun kann, einem anderen die Fähigkeit zur Prophetie. Wieder ein anderer wird durch den Geist befähigt zu unterscheiden, ob wirklich der Geist Gottes oder aber ein anderer Geist spricht. Und dem einen gibt der Geist die Gabe, in anderen Sprachen zu sprechen, während er einen anderen befähigt, das Gesagte auszulegen.
Dies alles bewirkt aber ein und derselbe Heilige Geist, indem er diese Gaben zuteilt und allein entscheidet, welche Gabe jeder Einzelne erhält.
Schon der erste Satz ist beachtlich: jede und jeder von uns hat Charisma bekommen! Manchmal denkt jemand: oh, die anderen sind so begabt - ich dagegen nicht. Nein, hier sagt Gottes Wort: auch du bist mit Charisma begabt. Mit ewigem Leben, wenn du Jesus Christus als deinen Herrn und Erlöser angenommen hast. Mit der Befähigung und Kraft durch den Heiligen Geist. Und mit Gaben, Fähigkeiten und Talenten, die Gottes Geist dir extra gibt. Weisst du darum? Nutzt du es? Verstecken wir es nicht, sondern… Ja, das steht auch hier: es soll zum Nutzen aller eingesetzt werden. Geistesgaben sind kein Gradmesser, wie nah jemand zu Gott steht. Spektakuläre Gaben sind nicht geistlicher oder besser, als praktische oder unauffällige Gaben. Alle dienen zum Nutzen der anderen! Auch die Wirksamkeit, die jemand für Gottes Reich an den Tag legt, ist nicht automatisch ein Gradmesser, wie besonders geistlich er oder sie ist. Es gab schon extrem wirksame Evangelisten, welche gleichzeitig ihre Ehe gebrochen haben. So traurig das ist. Aber es zeigt: widerstehe der Versuchung, jemanden aufgrund seiner Gaben oder seiner Position in der Gemeinde als “besser” oder “schlechter” einzustufen. Vielmehr soll alles dazu dienen, der Gemeinde von Jesus zu nützen - und durch die Gemeinden den Mitmenschen, welche durch eine solche heilende Gemeinschaft gesegnet werden.
Dann bringt der Apostel Paulus eine ganze Auflistung von verschiedenen Charismen, von Gnadengeschenken des Heiligen Geistes.
Weisheit - als Worte der Weisheit, welche auch Angelegenheiten der Weisheit sind. Hier geht es um Rat, nicht um das Wissen, was… sondern um das Wissen, wie… Wie gelingt Leben? Es gibt das Weisheit des Alters und der Lebenserfahrung, was sehr wertvoll ist und beachtet werden soll. Ehren wir das Alter! Es gibt aber auch Weisheit, welche bereits jüngere Leute ohne viel Lebenserfahrung haben können: die Weisheit Gottes. Und von der ist hier die Rede als Charisma. Im Buch Hiob besuchen drei ältere Freunde den schicksalsgeplagten Hiob und raten ihm, doch seine verborgenen Sünden aufzudecken. Diese gab es aber so nicht, wie sie meinten. Nach einiger Zeit kam ein vierter Freund dazu, ein jüngerer, der sagte: Ich habe mich zurückgehalten, weil ich der Weisheit des Alters Vorrang geben wollte. Aber nun rede ich auch, denn Gott drängt mich dazu. Ijob 32,7–8 “Ich dachte: ›Die Älteren sollen sprechen, denn das Alter bringt Weisheit.‹ Es ist jedoch der Geist im Menschen, der Atem des Allmächtigen, der ihn verständig macht.” Das ist das Charisma der Weisheitsrede.
Die Gabe der Erkenntnis-Rede - wir alle dürfen Jesus erkennen, Glaubenszusammenhänge erkennen, Aha-Erlebnisse haben. Aber einigen gibt Gottes Geist eine besondere Gabe, ein besonderes Charisma, in die Tiefe vorzudringen - sowohl in Gottes Wort, der Bibel, wie auch in Dingen aus dem Leben.
Glauben, Heilung - wir alle glauben, wenn wir Christen sind. Und wir alle beten für einander, wenn jemand krank ist; insbesondere auch für Menschen, welche Gott noch nicht wirklich kennen. Aber einigen gibt der Heilige Geist diese Gnadengeschenke: Glauben und festhalten an Verheissungen, wo andere schon lange wanken. Beten und Zusprechen von Heilung, und Gott greift in die Gesundheit ein. Merken wir, wie genial das ist, dass Gottes Geist solche Charismen zuteilt, zum Nutzen, nicht zum Bluffen?! So genial hat das Gott in der Gemeinde eingerichtet. So ist “heilende Gemeinschaft in der Kraft Gottes” möglich!
Taten, welche Gottes Kraft freisetzen, manchmal übersetzt mit Wunderwerken. Hier wird nochmals deutlich: Gottes Geist ist selber Gott und verleiht diese Energie, in Gottes Kraft Dinge zu tun, die nicht aus menschlicher Kraft getan werden können. Im Leben von Jesus tauchen da Wunder auf, wie die Verwandlung von Wasser in Wein, das Riesenpicknick für über 5000 Leute mit nur 5 Broten und 2 Fischen, das Gehen auf dem Wasser… Auch Petrus ging ein paar Schritte auf dem Wasser, solange sein Blick auf Jesus gerichtet blieb.
Ähnlich ist es mit der Gabe der Prophetie: etwas zu wissen, was man sich nicht selbst ausdenken kann, und dies zur Ermutigung, Ermahnung oder zum Trost im richtigen Moment, im passenden Umfeld weiterzugeben. Wie das in einer Gemeinde umgesetzt werden kann, steht dann einige Sätze später im 1. Korinther 14.
Die Gabe der Unterscheidung der Geister. Wir alle können unterscheiden, wenn wir unsere Gedanken und Sinne durch die Wahrheit von Gottes Wort tränken. Wenn wir durch die Gewöhnung und das Dranbleiben geübte Sinne bekommen, wie es in Hebräer 5,14 heisst. Aber einigen schenkt Gottes Heiliger Geist eine besondere Fähigkeit dafür, dies noch genauer zu unterscheiden. Ich erinnere mich an unsere Zeit im Luzerner Seetal. Ich bin in solchen Sachen nicht sehr empfindsam, aber wir bekamen mal Besuch, der erzählte: Als sie aus dem Aargauer Seetal über die Kantonsgrenze ins Luzerner Seetal gefahren sind, spürten sie eine Veränderung. Hier sei es irgendwie düsterer, geistlich gesehen dunkler… Die Gabe der Unterscheidung der Geister.
Die Gabe, in fremden Sprachen zu sprechen und die andere Gabe, diese auszulegen, zu interpretieren, werden am Schluss aufgezählt. Dabei kann es um eine ungelernte Sprache gehen, die irgendwo auf dieser Welt gesprochen wird. Das geschieht immer wieder: jemand betet mit dieser Sprachengabe, ohne es selbst zu verstehen - und eine andere Person versteht es und sagt: “Jetzt hast du gerade in meiner Sprache gesprochen.” Gott braucht das, um andere aufzubauen. Es gibt aber auch die sogenannten “Engelssprachen” (1 Kor 13,1), was eine himmlische Sprache sein könnte. Eine Gebetssprache, um, wenn die Worte fehlen oder der Heilige Geist so führt, Gott anzubeten. Wer das versteht, kann mit der Gabe der Auslegung diese Sprachengabe für andere nützlich machen. Der Gebrauch dieser beiden Gaben wird ebenfalls im 1. Korinther 14 genauer ausgeführt. Wenn niemand auslegt, heisst es dort, soll der, der in fremden Sprachen spricht, dies im privaten, kleinen Rahmen machen - es wird ihn oder sie selbst erbauen. Wenn jemand auslegt, dann - ähnlich wie bei der Gabe der Prophetie - kann es auch im grossen der Gemeinde angewendet werden. Paulus sagt dazu aber: genial, wenn alle in Sprachen reden könnten, aber viel lieber hätte ich, wenn wir alle prophetisch reden könnten. Denn das versteht man - und es kann auch Menschen ansprechen, welche nicht glauben oder unsicher sind.
Hinweis: 2023 haben Hans Wüst und ich eine Predigtserie übers “Prophetisch Reden” gehalten, die auf www.fegluzernsued.ch/predigt (Archiv) und über YouTube (www.fegluzernsued.ch/prophetie) gefunden werden kann.
Der Geist auf ALLE: Biblestory 4 Mose 11
Der Geist auf ALLE: Biblestory 4 Mose 11
Es war schon immer eine Sehnsucht der Menschen, Gott derart erleben zu dürfen. Bei den Charisma-Gaben geht es aber immer darum, zu sehen: woher kommen diese? Wer gibt sie? Wozu gibt er sie? Eine wahre Geschichte aus der alten Zeit ums Jahr 1446 vor Christus macht uns das deutlich:
Mose war es, der die Herrlichkeit Gottes sehen wollte - und auch konnte. Immer, wenn er Gott begegnete, leuchtete sein Gesicht auf besondere Weise. Das Volk der Israeliten sah es - und sie sahen noch viele andere aussergewöhnlichen Dinge. So brachen sie vom Berg Sinai auf und durchwanderten trockene Landschaften auf dem Weg ins verheissene Land Kanaan.
Immer wieder beklagten sie sich beim HERRN über die Schwierigkeiten auf dem Weg. Oder sie jammerten, dass sie den ganzen Tag nur Manna zu essen bekamen. Das war auch ein Wunder: jeden Morgen legte sich mit dem Tau dieses Himmelsbrot auf die Erde, wurde eingesammelt, verarbeitet, verbacken - es schmeckte süss, wie Honigkuchen. Aber es wurde langweilig. Lieber hätten die Israeliten mal wieder Fleisch gegessen. Oder Gurken, Melonen, Lauch, Zwiebeln und Koblauch…
Mose hielt das Gejammer nicht mehr aus. Er sprach mit dem HERRN ungehalten darüber: “Bin ich etwa das Mami dieses Volkes? Woher soll ich denn Fleisch nehmen? Ich kann die Sorge für dieses Volk nicht alleine tragen. Hilf mir oder lass mich sterben.”
Der HERR gab Antwort: “Sammle 70 führende Männer Israels. Nimm die Ältesten hier hinaus zum Zelt der Begegnung. Ich werde herabkommen und einen Teil von dem Geist, der auf dir ruht, nehmen und auf sie legen. Sie helfen dir, die Sorge für das Volk mit dir zu tragen. Und für Fleisch werde ich auch sorgen - soviel, dass es ihnen zum Hals raushängt.”
Mose konnte es kaum glauben, aber tat, was Gott gesagt hatte. Als die 70 Männer beim Zelt der Begegnung ankamen, kam der HERR in der Herrlichkeitswolke herab, nahm vom Geist, der auf Mose lag und legte ihn auf die Ältesten. Sofort begannen sie sich wie Propheten zu verhalten, gerieten in Verzückung, weissagten. Auch zwei der 70 Männer, die nicht zum Zelt gekommen waren: Eldad und Medad. Es fiel dort im Zeltlager so auf, dass jemand dem Mose Bescheid sagte. Mose aber sagte:
“Ich wünschte mir, dass alle aus dem Volk des HERRN Propheten wären und dass der HERR seinen Geist auf alle legte!” (4 Mose 11,29)
Danach begann es zu winden, zu blasen - und es kamen 1000e von Wachteln. Diese Vögel liessen sich im und ums Lager herum nieder, wurden eingesammelt, getrocknet. Statt dankbar zu sein, bissen einige gierig ins Wachtelfleisch - und erzürnten Gott erneut, sodass es eine Plage gab und einige starben.
Geisteswirken ist das eine. Charakter das andere. Eine wertvolle Geschichte, welche vieles, von dem, was wir oben aus 1. Korinther 12 gesehen haben, illustriert. Denken wir darüber nach!
Was wäre, wenn...
Was wäre, wenn...
… wir in diesem Sinn eine charismatische Gemeinde sind? Nah bei Jesus, verändert durch Jüngerschaft, mit ihm durch seine Liebe und Gnade die Welt verändern… Charismen sind zum Weitergeben da!
Vertiefung
Vertiefung
Mach dir bewusst, dass das ewige Leben ein Charisma ist (unverdientes Geschenk)!
Setz dich zu den Füssen von Jesus, wie Maria: er möchte von seinem Geist auf dich legen!
Trachte nach den Geistesgaben (Charismen), um damit anderen zu nützen. Welches Charisma möchte dir der Heilige Geist zuteilen?
