Joh 15 Bleiben lässt wachsen - Christen sind Anhänger
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Notes
Transcript
Einleitung
Einleitung
Es war Herbst im Jahr 1775. Hoch über dem Rhein, im malerischen Rheingau, lagen die sonnenverwöhnten Weinberge von Schloss Johannisberg. Die Reben standen schwer voller Trauben – bereit zur Lese.
Alles war vorbereitet, die Winzer - Mönche - warteten nur noch auf das Signal des Fürstbischofs von Fulda. Damals durfte nämlich niemand mit der Ernte beginnen, bevor der offizielle Bote mit der Erlaubnis eingetroffen war.
Doch der Bote kam nicht.
Ein Tag verging. Dann zwei. Dann eine Woche. Die Sonne schien weiter, der Morgentau wurde kühler, und die Trauben begannen, überreif zu werden. Einige Beeren fingen an zu schrumpfen, andere wurden von einem seltsamen, edlen Pilz überzogen.
Ein Alptraum. Die Arbeit eines ganzen Jahres stand auf dem Spiel. Sie konnten nur zusehen, wie die Trauben scheinbar verdarben. Nach drei Wochen kam der Bote endlich an – verspätet, verwundert, nichtsahnend.
Die Lese begann, und die Reben gaben Trauben her, wie man sie noch nie gesehen hatte: goldgelb, süß, konzentriert – aber auch eigenartig. Der Kellermeister stand vor einer schweren Entscheidung. Viele rieten ihm, alles wegzuwerfen.
Doch er vertraute seinem Instinkt – und der jahrzehntelangen Erfahrung mit dem Wein. Er presste die edelfaulen Trauben und ließ sie vergären.
Das Ergebnis war überwältigend: ein Wein von ungeahnter Tiefe, Süße, und Komplexität. So wurde – aus einem scheinbaren Missgeschick – der erste Spätlese-Wein geboren. Und Schloss Johannisberg ging als Geburtsort dieser Weinsorte in die Geschichte ein.
Überleitung zur Predigt:
Überleitung zur Predigt:
Ich finde diese Geschichte erstaunlich – weil sie so viel mit unserem geistlichen Leben zu tun hat.
Manchmal verpasst Gott scheinbar den „richtigen Moment“.
Er greift nicht ein, obwohl wir meinen, es sei höchste Zeit.
Statt Ernte erleben wir Stillstand – oder sogar Verlust.
Dinge, die wir aufgebaut haben, brechen weg. Träume, Pläne, Beziehungen – alles scheint zu verderben.
Aber genau dann erinnert uns Jesus in Johannes 15 daran: „Ich bin der Weinstock, mein Vater ist der Weingärtner.“
Und dieser Weingärtner weiß, was er tut.
Er beschneidet.
Er wartet.
Er lässt manchmal Dinge reifen – sogar durch Krankheit, Umwege oder Enttäuschung.
Aber nicht, um uns zu zerstören, sondern um aus unserem Leben eine Spätlese zu machen: tief, echt, gehaltvoll, gereift. Mit Frucht, die bleibt.
Was ist das Geheimnis für Wachstum? Bleiben lässt wachsen. So der Titel meiner Predigt heute. Willst du im Glauben wachsen? Dann musst du bleiben! Jetzt hier, um zuzuhören, aber auch an Jesus.
Joh 15,1-7 lesen
Setting:
Setting:
Als der Herr Jesus mit seinen Jüngern den Obersaal verlassen hat und mit ihnen unterwegs zum Ölberg ist, belehrt Er sie weiter. In diesem Kapitel spricht Er mit Ihnen über das, was sie sein werden, wenn Er sie verlassen haben wird und was Gottes Rolle als Regisseur ist.
Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner.
Das ist meine Gliederung für heute: Es gibt zwei wesentliche Treiber für mein Leben. Jesus, hier im Bild des Weinstocks und den Vater hier der Weingärtner.
1. Jesus, der wahre Weinstock
1. Jesus, der wahre Weinstock
a) Wachsen am wahren Weinstock
a) Wachsen am wahren Weinstock
Ich bin der wahre Weinstock …
Christus ist die Quelle aller Frucht für Gott auf der Erde.
Er ist nicht nur eine Rebe, die Frucht bringt, während die anderen Reben keine Frucht bringen, sondern Er ist der wahre Weinstock, an dem jede Rebe Frucht bringen kann.
Wenn Jesus der wahre Weinstock ist, wer ist denn dann der falsche?
Das Bild vom Weinstock kommt im AT sehr häufig vor (Jes 5+7). Immer spricht es von Israel und seinem Versagen, Frucht zu bringen.
Der wahre Weinstock ist Christus.
Die Botschaft: Gott ersetzt nicht Israel durch die Gemeinde (wie wir vielleicht oft denken mögen), sondern Israel durch Christus.
Er ist der, der für wahre Frucht sorgt. Er hat Gott die Frucht dargebracht, die Gott von Israel erwarten konnte. Alles hängt - im Wortsinne - an ihm.
In Psalm 80 wird sehr eindrücklich über den Weinberg gesprochen. Der Weingärtner hat sich so viel Arbeit mit ihm gemacht, aber plötzlich reißt er die Mauer ein und die Tiere zertreten ihn. Dann fleht der Psalmist:
Kehr doch zurück, allmächtiger Gott! Blick vom Himmel herab und sieh, und nimm dich dieses Weinstocks an!
Gott hat darauf geantwortet. Er hat den Weinstock ausgetauscht. Israel - unfähig. Genauso unfähig wie wir, Gott eine brauchbare Frucht zu bringen. Jetzt Christus!
Deshalb hatte Ian Thomas, der Gründer der Fackelträger recht, wenn er sagte:
"Christ sein ist nicht leicht, Christ sein ist nicht schwer, Christ sein ist unmöglich!"
Wir nichts - Christus alles.
Die wichtigste Grundlage für gute Frucht ist der bestmögliche Weinstock - fragt einen Weinbauern!
Konsequenterweise ist das beste Wachstumsmittel: An ihm bleiben! Wachsen am wahren Weinstock.
b) Wachsen durch Verbundenheit: Bleibet! Joh 15,4f
b) Wachsen durch Verbundenheit: Bleibet! Joh 15,4f
Was stärkt mein Wachstum?
Was stärkt mein Wachstum?
Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt.
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.
Bleiben in ihm!
Was heißt, in ihm bleiben?
Was heißt, in ihm bleiben?
Ständig von ihm abhängig sein, ständig sein Leben aufsaugen, ständig ihm vertrauen für den nächsten Tag.
Dein Wochenplan für Wachstum:
Montag: An ihm bleiben
Dienstag: An ihm bleiben.
Mittwoch, Donnerstag… Sonntag: An ihm bleiben!
Bleiben beinhaltet, dass da eine Verbindung zu Christus ist, die erhalten bleiben muss, weil er die Quelle allen Wachstums ist..
Ein berühmter französischer Komponist sagte einmal zu einem jungen Künstler: ‘Du wirst durch zunehmender Erfahrung und Geschick die alten Meister der Musik immer mehr schätzen lernen.
Als ich so alt war wie du, war meine Sprache “Ich”.
Als ich 25 Jahre alt war, hieß es bei mir: “Ich und Mozart”.
Mit 40 Jahren sagte ich: “Mozart und ich”.
Aber heute sage ich nur noch: “Mozart”
Je mehr wir uns an Jesus hängen, um so größer wird Er uns werden, um so geringer denken wir von uns selbst.
Was ist das Gegenteil von bleiben?
Was ist das Gegenteil von bleiben?
Sich losreißen und selber machen, Gesetzlichkeit. Dazu Jesu vernichtendes Urteil:
… denn ohne mich könnt ihr nichts tun.
Aber der gleiche Vers verheißt uns
… Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; …
Was ist Frucht in deinem Leben?
Was ist Frucht in deinem Leben?
Dein Charakter wird geprägt durch ihn Gal 5 - Früchte des Geistes
Deine Anbetung, Lob Gottes Hebr 13,15
Dein Geben Phil 4,17
Deine Reinheit Kol 1,10
Deine Frucht auf zwei Beinen: Gläubige/Bekehrungen 1Kor 16,15
Deine Freude in Christus Joh 15,11
Frucht ist etwas, was sich in deinem Leben weiter entwickelt. Das ist eben Wachstum.
In der Verbindung mit Christus lässt sich Wachstum eigentlich fast nicht verhindern. Deshalb: Bleibe in ihm!
Von (Achtung Wortspiel) Anhängern erwartet der Weingärtnern überreichlich Frucht. Jesus selbst sagte: „... einige dreißigfach und einige sechzigfach und einige hundertfach" (Markus 4,20).
Während Jesus ganz deutlich lehrt, was wir aus Erfahrung wissen -
dass nicht alle Christen in geistlicher Hinsicht gleich fruchtbar sind -,
weist er gleichzeitig darauf hin, dass mehr oder weniger Frucht immer das zu erwartende Resultat des Glaubens ist.
Die geistliche Frucht in unserem Leben sollte reichhaltig und offensichtlich sein - nicht so dürftig, dass man sie kaum bemerkt.
Denn wir sind sein (Meister-)Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.
Das “Meisterwerk” spricht davon, dass Christus den geistlichen Anfang in unserem Leben gemacht hat. Wir wachsen nur am wahren Weinstock. Aber das Ziel sind Früchte, Werke, die seinerseits von ihm kommen und die wir fördern, in dem wir “bleiben”.
Das drückt Ian Thomas noch mal sehr schön aus, in dem er vergleicht, wie im Kolosserbrief immer wieder gegenüber gestellt wird.
„In Christus sein" bedeutet Erlösung -
aber „Christus in dir" bedeutet Heiligung.
„In Christus sein" bedeutet zubereitet sein für den Himmel
aber „Christus in dir" bedeutet zubereitet sein für die Erde.
„In Christus sein" bedeutet eine neue Zukunft
aber „Christus in dir" bedeutet eine neue Gegenwart.
„In Christus sein" macht den Himmel zu deiner Heimat
„Christus in dir" macht die Erde zur Werkstatt Gottes.
Ist es eigentlich dein Wunsch zu wachsen?
Willst du weiter kommen im Glauben?
Gibt es Bereiche in deinem Leben, in dem du sagen würdest: Da bist du seit - sagen wir mal - einem Jahr weiter gekommen?
Hat sich deine Beziehung zu Jesus im letzten Jahr verändert? Verbessert? Verschlechtert?
Warum? oder warum nicht?
Die Aufforderung des Herrn, „bleibt in mir“, ist ein Auftrag, den nur die erfüllen können, die Leben haben.
Wir bleiben in Ihm, wenn wir eine lebendige Beziehung zu Ihm pflegen. Dann bleibt Er in uns. Und dann kommt Frucht - unausweichlich.
In Joh 15,3 sagt Jesus ganz klar, dass die „Anhänger” schon rein sind - und trotzdem gereinigt werden. Da kommen wir gleich zu.
Du bist schon in Christus. Bleibe dort! Das Wort „bleiben” kommt in den ersten 10 Versen von Joh 15 10x vor!
Bleiben ist so “konservativ”.
Und lass Christus in dir wirken. Er ist der wahre Weinstock. Nicht du selbst.
Wenn deine geistliche Aufgabe größer ist als deine geistliche Gründung in Christus, dann wirst du daran zerbrechen. Du wirst vielleicht versuchen, es aus dem Fleisch, aus dir selbst zu tun, und das endet meistens im geistlichen Burnout.
Wenn dein theologisches Wissen oder deine persönlichen Erlebnisse oder deine gut gemeinte Hingabe größer ist als deine geistliche Gründung in Christus, wirst du versagen.
Unsere geistliche Gründung ist wie sehr wir verbunden und abhängig sind von Jesus Christus.
Bevor ein Baum eine Zeit des Wachstums erreicht, in der er blüht und Früchte trägt, schickt er zunächst seine Wurzeln tief in die Erde.
Bleibe an Jesus, deinem wahren Weinstock. Das war der erste Punkt. Aufatmen. Heute gibt es nur zwei.
2. Der Vater als Weingärtner
2. Der Vater als Weingärtner
… mein Vater (ist) der Weingärtner.
Der Vater – und nicht JAHWE, nicht Gott, nicht der Allmächtige – ist der Weingärtner.
Das setzt eine Beziehung voraus, die weiter geht als das, was Israel kannte.
Gott stand mit Israel als Volk in einer Bundesbeziehung. Das ist eine ganz andere Beziehung als die, in der wir Gläubigen zu Ihm stehen. Wir dürfen Ihn als Vater kennen, weil der Herr Jesus unser Leben ist und wird dadurch Kinder Gottes sind.
Diese Beziehung zum Vater ist unauflöslich.
Meine Kinder können tun, was sie wollen, sie werden immer meine Kinder bleiben.
Ob sie wachsen oder nicht. Ob sie mich lieb haben oder nicht. Ob sie das tun, was ich gutheiße oder nicht.
Mein Erziehungsauftrag endet irgendwann. Ich kann - gefragt oder ungefragt - einen Ratschlag geben, aber meine Werte in ihrem Leben nicht mehr durchsetzen.
Aber unser Gott und Vater schaut nicht tatenlos zu, wie wir vor uns hin wachsen oder eben nicht wachsen. Er packt das Winzermesser aus. Davon spricht
Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe.
a) Reben ohne Frucht werden ab-geschnitten:
a) Reben ohne Frucht werden ab-geschnitten:
Welche Reben werden abgeschnitten?
Welche Reben werden abgeschnitten?
Die Juristen sagen “Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung”:
Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; …
Nicht die, die wenig Frucht, sondern gar keine Frucht bringen. Den geneigten Bibelleser wird diese Aussage nicht überraschen. Sie passt auch sehr gut zu
So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber.
Die Botschaft lautet: Dein Wachstum zeigt, ob du geistlich lebst und wirklich mit dem Weinstock verbunden bist.
Warum tragen diese Reben keine Frucht?
Warum tragen diese Reben keine Frucht?
Weil ihnen die echte Verbindung zum Weinstock fehlt.
Paulus beschreibt das sehr treffend:
Sie geben sich zwar einen frommen Anschein, aber von der Kraft Gottes, die sie so verändern könnte, dass sie wirklich ein frommes Leben führen würden, wollen sie nichts wissen. …
Wer sind diese Reben, die abgeschnitten werden? Es sind Scheinchristen, die keine Verbindung zu Christus halten und deshalb keine Frucht bringen. Jedenfalls keine, die bleibt.
Mitlaufen alleine reicht nicht. Denken wir an Judas! Er war drei Jahre lang mit Jesus unterwegs. Jesus hat ihn genauso behandelt wie alle anderen auch, aber er ist nicht geblieben.
Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns. Denn wenn sie von uns gewesen wären, so wären sie ja bei uns geblieben; aber es sollte offenbar werden, dass sie nicht alle von uns sind.
Offenbar werden heißt: Da war vorher eine Decke drüber und die ist jetzt - durch das Abschneiden, wegnehmen, wegbleiben - weggetan.
Warum werden die Reben weggenommen, die keine Frucht bringen?
Warum werden die Reben weggenommen, die keine Frucht bringen?
Weil sie den fruchttragenden Reben die Kraft rauben. Es wäre verantwortungslos, wenn ein Winzer fruchtlose Reben am Stock ließe, obwohl sie den Stock Kraft kosten und aussaugen.
Gemeinde Jesu wächst auch durch Abschneiden von Menschen, die nicht wachsen wollen, weil ihnen die Verbindung zu Jesus fehlt.
Aber zum Glück gibt es eine zweite Sorte und ich hoffe du gehörst dazu:
b) Reben mit Frucht
b) Reben mit Frucht
…eine jede (Rebe), die Frucht bringt,…
Was für eine Rebe bist du, wenn niemand hinschaut?
wenn Du nicht "on" bist?
wenn niemand Dich sieht?
Wie ehrlich bist du wirklich?
Wie fröhlich bist du?
Wie rein bist du?
Wiedergeboren zu sein bedeutet, dass Dein Herz entwurzelt und in einen neuen Stamm eingepflanzt wurde. An den Weinstock eben. An Jesus.
Glaube kann nicht ein bisschen richtig sein. Es ist absoluter Irrsinn, es ist absolut verrückt oder es ist alles. Es kann nicht nur ein bisschen richtig sein.
Jesus sagt in seinem Wort nicht, dass er deinen Natur beeinflußen möchte, sondern dass er deine Natur sein will. Und dann bringt sie Frucht.
Was macht Gott mit dieser Rebe, die Frucht bringt? Loben natürlich!?
… eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe.
Reben mit Frucht wachsen durch Be-schneiden
Reben mit Frucht wachsen durch Be-schneiden
Hier steht das Wort “reinigen”. Das ist eine etwas beschönigende Formulierung bei Luther.
Interessanterweise stehen bei die beiden Rebensorten zwei verwandte Verben. Im Deutschen würden wir am besten übersetzen: Ab- und Be-Schneiden (statt reinigen).
Beides hat mit Schneiden zu tun.
Diskussion über unseren Apfelbaum. Ich habe dazu vor einigen Jahren einen Kurs gemacht: Nicht zu viele Blüten dran lassen, sonst werden die Äpfel zu klein. Daniela: Nein nichts wegnehmen.
Darum geht es hier: Der Vater (!) nimmt weg, was unser Wachstum behindert.
Wer in diesem Thema weiterkommen will, dem sei Heb 12 anbefohlen. Da wird dieser Gedanke des erziehenden Vaters sehr deutlich aufgenommen.
Dieses Abschneiden oder Reinigen ist schmerzlich.
Im Weinbau schneidet man junge Reben nach dem ersten Jahr bis auf zwei »Augen« zurück.
Und es ist der väterliche Weingärtner, der entscheidet, was überflüssig ist, nicht unsere Wünsche! Und der macht keine Fehler!
Tiefe, schwere Verluste sind das, mit menschlichem Maßstab gemessen. Und doch hat Gott das Ziel: “damit sie noch mehr Frucht bringt”.
Ohne Reinigen, ohne Abschneiden, würde die Frucht weniger oder am Schluss ganz aufhören. Aus dem Verlust wird also Gewinn.
Und doch bleibt es ein Wachstumsgesetz im Reiche Gottes: Zur Frucht kommt nur, wer sich reinigen läßt.
“Abschneiden” (V. 2a) ist Gericht. “Be-schneiden” ist Gnade und Segen.
Was ist in deinem Leben “im Weg”?
Was ist in deinem Leben “im Weg”?
Was zieht dir die Kraft weg, um Ihm Frucht zu bringen?
Dein Beruf?
Deine Familie?
Deine Hobbys?
Dein Geld?
Dein Fernseher oder die Playstation?
Deine Sexualität?
Dein Ego, dem du auf die Schulter klopfst für jeden Dienst, den du tust?
Dein Neid, über die Frucht der Nachbarrebe?
Was muss der väterliche Winzer in deinem Leben beschneiden?
Warum werde ich “gereinigt” und der andere neben mir nicht?
Warum werde ich “gereinigt” und der andere neben mir nicht?
Die Chinesen haben ein doppeltes Symbol für den Begriff Krise. Das eine Symbol bedeutet eine Katastrophe, das andere eine Gelegenheit. Wir denken in einer Krise meist nur an den Aspekt der Katastrophe, doch jede Prüfung bietet auch eine Gelegenheit für das persönliche Wachstum.
Gott kennt dich so gründlich, dass er genau weiß, welche Krise dich dazu motivieren kann, näher an ihn heranzurücken.
Geistliches Wachstum und Reife sind fast immer das Ergebnis, wenn wir Gottes Hilfe in einer Krisensituation annehmen. Denken wir an die Predigt von “Gottes Dunkelkammer”:
Wir hatten am Beispiel Jesu gesehen: Unser Glaube entwickelt sich wie ein Film: Im Dunkeln.
Wenn Christus in Joh 15,5 sagt: „Ohne mich könnt ihr nichts tun“, dann meint er nicht, daß wir ohne ihn lahm oder untätig wären.
Natürlich können wir ohne ihn sehr viel tun. Und dieses “ohne ihn sehr viel” - das ist das, was der göttliche, väterliche Weingärtner abschneidet.
wir können sündigen,
wir können im Unglauben handeln,
wir können möglicherweise richtig reich werden oder
großen Erfolg haben
Vor allem Sogar Scheinfrüchte bringen, wo die Geschwister andächtig aufschauen, die aber in der Ewigkeit verbrennen, weil sie aus der falschen Motivation geschehen. Wahrscheinlich tut es besonders weh, wenn Gott gerade diese Früchte abschneidet.
Aber ohne ihn können wir keine Frucht bringen, die vor Gott wohlgefällig ist.
Wachsen durch Frucht: Reinigen heißt mehr Frucht
Wachsen durch Frucht: Reinigen heißt mehr Frucht
Jesus gebraucht das Bild von einem Weinstock. Nicht von Feige, Oliven oder Apfelbaum. Der Weinstock ist ausschließlich nur für seine Frucht - den Wein - zu gebrauchen.
Es ist die Zweckbestimmung des Gläubigen, Frucht zu bringen.
Damit es mehr Frucht wird, braucht es das väterliche Winzermesser:
Er reinigt, Er schneidet und nimmt weg, was die Säfte des Weinstocks auf Kosten guter Frucht missbraucht.
Es kann Dinge in deinem Leben geben, die verhindern, dass du die volle Frucht für den Vater hervorbringst.
Es muss nicht immer eindeutig Sünde sein, es können Dinge sein, die die Qualität der Frucht in unserem Leben mindern.
Dann nimmt der Vater alles weg, was hindert, dass die volle Frucht entsteht. Was unsere Lebenskraft verbraucht und keine Frucht bringt, muss weggetan werden.
Der väterliche Winzer tut alles, um die Frucht zu steigern und zu verbessern.
Manchmal heißt reinigen auch warten. Jesus verwendet das Wort bleiben. Dranbleiben an Jesus. So wie bei der Spätlese am Anfang.
Dann setzt er dich zurück, weil deinem Leben noch die Gründung, der Tiefgang fehlt, um die nächste Aufgabe im Reich Gottes anzunehmen.
Zusammenfassung
Zusammenfassung
Wir haben zunächst auf Jesus geschaut: Den wahren Weinstock.
Jesus ist die Grundlage - nicht wir (oder Israel). An ihm hängen wir. Nicht an der Gemeinde.
Wir wachsen, wenn wir an ihm bleiben.
Denk daran, Er gibt dir keine Kraft – Er ist deine Kraft! Er gibt dir keinen Sieg – Er ist dein Sieg! Deshalb: Bleibe an IHM!
Dann hatten wir den väterlichen Weingärtner betrachtet:
Er schneidet die Reben ab, die keine Frucht bringen. Es sind nur Scheinchristen.
Er be-schneidet die, die Frucht bringen.
Die alles entscheidende Frage:
Möchtest du überhaupt wachsen? Oder bist du zufrieden mit dem sonntäglichen Gottesdienstbesuch?
Trocken oder Spätlese? Bleibe an ihm!
Amen.
