Wie zeigst du Jesus deine Dankbarkeit? (Lukas 17,11-19)
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Wie zeigst du Jesus deine Dankbarkeit? (Lukas 17,11-19)
- Was ist Aussatz/Lepra? (wissen wir schon ganz gut, oder?)
o Beginnt mit Gefühlslosigkeit in Gliedmaßen (Finger, Zehen...) --> können dann abfallen
o Schwellungen, Verformung v. Händen u. Füßen, Geschwüre an Füßen, die fast lähmen
o Ansteckend
o Fieber, das zum Tod führt
- Das ist Lepra/Aussatz heute (Hansen-Krankheit) - ABER: heilbar, nicht sehr ansteckend (Ben Hur)
- Zu Zeiten der Bibel war ‚Aussatz' o. ‚Lepra' ein mehr allgemeiner Begriff für eine Hautkrankheit:
o Schneeweiße Hand als Zeichen bei Mose (2. Mo. 4,6)
o Weißer oder rötlicher Punkt, der sich vergrößert oder verschwindet (3. Mo. 13)
o "Unrein" nur bis das Weiße überall auf der Haut verbreitet war (3. Mo. 13,12-13)
o Auch im Haus oder an Kleidern (Schimmel)
o Verformt Gliedmaßen, aber keine körperliche Behinderung: siehe Naaman
* konnte als Aussätziger als General der syrischen Armee dienen (kämpfen!)
* konnte in die Gegenwart des Königs treten (2. Kö. 5,4-7)
- Das funktioniert jetzt aber nicht so gut für die Botschaft meiner Predigt ... oder doch??
- Etwas Schlimmeres als den körperlichen Aspekt von Lepra: sozial/emotional/psychologisch
o Aus der Gesellschaft verbannt - ausgestoßen (Verlust v. Familie, Freunde, Zuhause)
o Ein Stigma (Schandmal): "Unrein!" rufen
--> Wer war schon mal in Jerusalem? Was habt ihr vom Tempel gesehen?
o Das nächste zum Tempel, was noch existiert: Warninschrift
"Kein Andersbürtiger [darf] eintreten in das um das Heiligtum gehende Gitter und Gehege! Wer dabei ergriffen wird, wird sich selbst die Folge zuschreiben müssen, den Tod."
o Warum? Zeremoniell unrein (galt auch für Aussätzige - unrein wie die Heiden!)
o Lepra als Strafe Gottes für Sünde:
* Miriam: redet gegen Mose (4. Mo. 12)
* König Usija: Versuch, auf Räucheraltar im Tempel zu räuchern (2. Chr. 26)
* Gehasi (Diener von Elisa): Habgier (2. Kö. 5)
o Andere denken: "Das ist das Resultat der Sünde dieser Person. Gott richtet sie dafür."
o Lepra-Kranke selbst denken: "Warum ist Gott gegen mich? Warum bestraft Er mich?"
o Wie können wir uns das vorstellen, heutzutage "unrein" zu sein?
* Dalit - niedrigste Kaste in Indien (die "Unberührbaren")
* Frau: Usha Chaumar http://edition.cnn.com/2008/WORLD/asiapcf/07/14/untouchable.models/index.html
* Arbeit: "Müllfrau" (Toiletten der höheren Klasse putzen (BJU), keine Rohre, Eimer per Hand aussäubern), Verdienst: $7 - $10 pro Monat
* Andere Frau:
"Für die letzten 20 Jahre war mein Leben kein Leben. Die Welt behandelt uns wie Insekten. Ich möchte aufrecht gehen, eine gute Arbeit bekommen und diese dreckige Arbeit loswerden, damit die Welt uns nicht ablehnt."
* Tarahumara in der Stadt
Niedrige o. keine Arbeit (Betteln), Sprachbarriere, verachtet, ausgenutzt... --> kórima
- Der Weg nach Jerusalem (zum Kreuz): durch Samarien und Galiläa (11)
- Ein verzweifelter Ruf (12-13):
o "Jesus, Meister, erbarm dich über uns!" (13)
o Vermutlich nicht nur eine Bitte um eine milde Gabe, sondern um Heilung
o Hat Jesus nicht an viel wichtigere Sachen zu denken? (Jerusalem)
- A merkwürdige Antwort (14a): Gott antwortet nicht immer so, wie wir es erwarten
- Gehorsamer Glaube (14b): Gott vertrauen und Ihm folgen/gehorchen
- Aufrichtige Dankbarkeit (15-18):
o Kaum rein geworden, scheinen sie Jesus vergessen zu haben (denken an neues Leben)
o Einer dreht um u. kommt zu Jesus: "Der Priester kann warten!" (Familie, Freunde, Arbeit...)
I. Warum du dankbar sein kannst (solltest!)
A. Dein Leben ist nicht annähernd vergleichbar zu Aussätzigen (oder anderen, die arm dran sind)
Wir betrachten so viele Dinge für selbstverständlich!
1) Du bist gesund! (und wenn nicht: Ärzte, Medizin, Krankenhaus, Versicherung)
2) Du bist reich!
a. Wenn du in Deutschland lebst und €2000 im Monat verdienst...
1. ... dann bist du reicher als 96,4% der Weltbevölkerung!
2. ... dann ist dein Einkommen 22x so groß wie der weltweite Durchschnitt!
b. Mehr als 3 Milliarden Menschen verdienen weniger als $2,50 pro Tag.
c. Aufgrund von Armut sterben jeden Tag ca. 22,000 Kinder in der Welt
(Tarahumara Kinder ohne Namen geboren...)
d. 780 Millionen Menschen ohne sauberes Wasser (Wasserfilter)
e. Reich an Bildung (vielleicht kein Dr.-Titel oder Uni-Abschluss, aber...)
Fast 1 Milliarde Menschen können weder lesen noch schreiben (Tarahumara)
B. Jesus ist gnädig und barmherzig!
1) Deine Sünde ist vergleichbar zu Lepra/Aussatz (zur Zeit der Bibel oder heute...)
a. Du denkst vielleicht, deine Sünde ist nicht so schlimm, aber:
b. Die Sünde macht dich unrein!
c. Von Gottes Gegenwart ausgestoßen
d. Ansteckend
e. Unheilbar
f. Nimmt Gefühle weg (je mehr du sündigst, desto weniger empfindlich wirst du zur Sünde)
g. Zerstört und tötet dich (ohne dass du es merkst!)
2) Die Gnade und Barmherzigkeit von Jesus ist für alle Menschen!
a. Selbst für Aussätzige
i. Ausgestoßene
ii. Praktisch tote Menschen (keine Hoffnung, aber Jesus gibt Hoffnung!)
b. Selbst für die "Heiden" (Samariter, Ausländer, andere Nationen und Religionen)
i. Diejenigen, die nicht Seine Werte teilen
ii. Diejenigen, die Seine Feinde sind
c. Selbst auf dem Weg zum Kreuz! (gerade dann/deswegen!)
i. Jesus ging ans Kreuz, um deine Sünde (Krankheit, Strafe, Tod) auf sich zu nehmen!
ii. Der große, wunderbare Austausch! (Fluch --> Segen)
"Christus hat uns erlöst vom Fluch des Gesetzes, indem er für uns zum Fluch geworden ist, denn es steht geschrieben: Verflucht ist jeder, der am Holz hängt!, damit der Segen Abrahams unter die Völker käme in Christus Jesus und wir durch den Glauben die Verheißung des Geistes empfingen." (Gal. 3,13-14)
iii. Durch den Glauben! (nur wenn du glaubst ... dein Vertrauen auf Jesus setzt)
iv. So unvorstellbar schrecklich wie Lepra/Unreinheit/Sünde ist, so unvorstellbar wunderbar ist der Segen Gottes!
"Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns mit allem geistlichen Segen in der himmlischen Welt durch Christus gesegnet hat..." (Eph. 1,3)
v. Geschichte von Usha Chaumar
1. Bindeswar Pathak aus der höchsten Kaste:
"Als ich ein 13-jähriges Kind war, habe ich einen Unberührbaren angefasst. Dafür hat meine Großmutter mich gezwungen, Kuhmist zu essen und Urin von einer Kuh und Wasser vom Ganges zu trinken, um mich davon zu reinigen."
2. Später wollte er den Dalits helfen
3. Beschaffung anderer Arbeiten für die Dalits (Herstellung von Kleidern)
4. Besondere Ehre für Usha:
* Einladung, ihre Saris bei einer Modenschau in New York zu präsentieren
* Eine Krone als Anerkennung ihrer Errungenschaften:
"Ich bin überglücklich diese Ehre in New York zu bekommen und diese Krone zu tragen. Es gab eine Zeit, in der nur Dreck auf meinem Kopf war, und jetzt ist es eine goldene Krone."
3) Transformation durch Jesus Christus! (Eph. 2,4-7)
"Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat um seiner großen Liebe willen, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir durch die Sünden tot waren, mit Christus lebendig gemacht - aus Gnade seid ihr gerettet worden - und hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt in die himmlischen Welten in Christus Jesus, damit er in den kommenden Zeiten den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade durch seine Güte gegen uns erweise in Jesus Christus."
4) Kronen! (Siegeskranz): 7 versch. Kronen für diejenigen die Jesus lieben und Ihm treu sind
II. Wie sollen wir Jesus unsere Dankbarkeit zeigen?
- Tarahumara:
* Sagen oft nicht "danke", obwohl es ein Wort dafür gibt (natétarabá)
* kórima: Reiche müssen mit Armen teilen (Schuld, nicht Barmherzigkeit)
- Zur Zeit Jesu (Jesus und die Evangelien, Craig Blomberg)
"Demnach wurde von einem Bauern mit einer unverhofft guten Ernte erwartet, dass er den Gewinn mit den Armen teilte und nicht für sich selbst ansammelte wie der "reiche Narr" aus dem Gleichnis in Lukas 12,13-21."
--> Das klingt doch sehr wie das Tarahumara-Konzept kórima! Auch das hier:
"Des Weiteren, wenn Freunde oder Menschen aus dem eigenen Dorf einer Person Geld oder andere materielle Hilfe gaben, hatte man die Ehrenpflicht, es diesen Menschen zurückzuzahlen. In der Antike sagte man eigentlich nicht "danke"; man hat sich später einfach revanchiert. Sich bei Personen zu bedanken könnte sogar implizieren, dass man nichts weiter tun und so die Beziehung des gegenseitigen Gebens und Nehmens beenden würde. Daher war der samaritanische Aussätzige in Lukas 17,11-19 vielleicht nicht unbedingt die Person, von der ein Lob von Jesu Lippen erwartet worden wäre. Christus wollte aber zeigen, dass Gottes Gnade ohne Möglichkeit der Zurückzahlung gegeben wird."
natétarabá ("danke") und natétima ("zahlen")
==> Versuche nicht, Jesus "zurückzuzahlen"
1) Die anderen 9 geheilten Aussätzigen waren bestimmt auch überglücklich und dankbar!
2) Wir denken: 9 "undankbare" Menschen (sie tun zu wenig!)
Aber vielleicht anders! Vielleicht wollten die 9 mehr tun als nur danke sagen...
3) Wenn Jesus dich von deiner Sünde gereinigt hat, hast du noch viel mehr Grund dankbar zu sein!
4) Du kannst aber unmöglich dafür zahlen! (zurückzahlen)
Beleidigung (€9,95 für Buch) Unangemessen (€2 für jemanden, der dein Leben rettet)
5) Aber: Du kannst dein Leben nicht weiter so wie vorher leben
6) Unser Problem ist das Gegenteil:
i. nicht in der Gefahr etwas (zu viel) für unsere Errettung zu tun (zu wollen)
ii. Eher: wir zeigen unsere Dankbarkeit zu wenig
A. Sage Jesus einfach "danke"! (wie der Samaritaner in V. 16) --> Gott freut sich über deine Freude!
1) Tarahumara: Natétaraba! --> Wir freuen uns über ihre Freude!
"Sagt Dank in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch." (1. Thess. 5,18)
2) Samaritaner: "dankte ihm" (16) = eucharisteo (37 andere Male in NT, zu Gott)
"Du hast mir meine Klage in einen Reigen verwandelt; du hast mir mein Trauergewand ausgezogen und mich mit Freude umgürtet, damit dir meine Seele lobsinge und nicht schweige. HERR, mein Gott, ich will dir in Ewigkeit danken." (David in Ps. 30,12-13)
B. Mache Gebrauch von Gottes Geschenk an dich! (wie alle 10 geheilten Aussätzigen)
o Manchmal freuen wir uns über ein Geschenk, bedanken uns aber nicht...
o Manchmal bedanken wir uns höflich, aber freuen uns nicht darüber...
o Es ehrt eine Person, wenn wir beides tun! --> Wertschätze die Gabe und den Geber!
1) Die 10 Aussätzigen
a. Gingen nicht zurück zu ihrem alten Leben ("Unrein!")
b. Sie machten Gebrauch von ihrem neuen Leben (Familie, Arbeit, Freunde...)
2) Welche Gaben hast du von Gott bekommen?
a. Gesundheit, Familie, Arbeit, Freunde, Gemeinde, Haus, Auto, Reichtum, Begabungen...
==> Wie machst du davon Gebrauch? (zu Gottes Ehre)
b. Neues Leben durch Christus! (befreit, vergeben, erleuchtet, geheiligt...)
==> Wie machst du davon Gebrauch? (zu Gottes Ehre)
C. Erzähle anderen von Jesus! (wie der Samaritaner in V. 15-16) (Mission)
Die von Jesus geheilt wurden erzählen anderen davon!
1) Der Samariter "pries Gott mit lauter Stimme" (15)
2) Ein anderer Aussätziger (Mk. 1,40-45) und zwei Blinde (Matt. 9,27-31)
a. Jesus sagt, sie sollen niemanden davon erzählen...
b. Was machen sie?
"Der aber begann, nachdem er weggegangen war, viel davon zu erzählen und machte die Geschichte bekannt, sodass Jesus nicht mehr unerkannt in eine Stadt gehen konnte; sondern er blieb draußen an einsamen Orten, und sie kamen zu ihm von allen Seiten." (45)
"Aber sie gingen hinaus und erzählten von ihm in der ganzen Gegend." (31)
3) Der besessene Gadarener (Mk. 5,1-20) - Jesus treibt die Dämonen aus (Schweineherde)
a. Er bittet darum, bei Jesus bleiben zu dürfen
"Aber Jesus erlaubte es ihm nicht, sondern sagte zu ihm: ‚Geh nach Hause zu deiner Familie und erzähle ihnen, was dir der Herr Großes getan und wie er sich deiner erbarmt hat.' Da ging er hin und begann, im Zehnstädtegebiet zu berichten, was ihm Jesus Großes getan hatte; und alle wunderten sich." (19-20)
b. Heute möchte Jesus das auch von uns (wir sollen nicht schweigen)!
* Graf Nikolaus Ludwig von Zinzendorf (1700-1760)
o Adelige Familie aus Schlesien - wollte Rechtswissenschaften studieren
o Reise durch Europa (1719): Kunstgalerie
o Ecce Homo (Domenico Feti): "Das habe ich für dich erlitten. Was wirst du jetzt für mich tun?"
o 1722: Zinzendorf nimmt protestantische Flüchtlinge auf (Herrnhut --> wächst!)
o Missionsbewegung: erste Missionare zu den Jungfern Inseln
o Nächste 20 Jahre: Herrnhut sendet mehr Missionare als gesamte prot. Welt in 200 Jahren davor!
o Zinzendorf leidenschaftlicher Wegbereiter der Mission, traute sich aber nicht, selbst zu gehen!
o Er sagte, dass das Leben in der Wildnis und die Mühen des Missionsalltags nichts für ihn seien! (Hat Gott ihn gebraucht? Ja!!)
Der eine und die neun:
Bist du der eine? Oder einer von den neun?
- 9 standen entfernt von Jesus - 1 kam nah zu Jesus
- 9 versuchten vielleicht Jesus zu bezahlen - 1 merkte, dass er es nicht konnte
- 9 brauchten Jesus nur solange es ihnen schlecht ging - 1 brauchte Jesus immer noch
- 9 sahen nur ihre physischen Bedürfnisse - 1 sah auch seine geistliche Not
- 9 lebten ihr neues Leben für sich - 1 wollte mit seinem neuen Leben Gott die Ehre geben
- 9 erlebten nur die Heilung ihres Körpers - 1 erlebte auch die Errettung seiner Seele
- Bist du der eine, der errettet und wirklich dankbar ist?
- Wenn nicht, dann komm zu Jesus - finde Errettung in Ihm und zeige Ihm deine Dankbarkeit!
==> Gib Jesus mit deinen Worten Dank!
==> Gib Jesus mit deinem Leben Dank!
==> Erzähle anderen von Jesus! (Gebet)

