Predigt Jesus ist JHWH Jesus – JHWH: Er beweist, wer er ist“
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Max Bredemeier Predigt 22.04.25
Max Bredemeier Predigt 22.04.25
1. Einleitung
Es gibt viele Meinungen darüber, wer Jesus Christus ist. Die Antworten variieren je nach Weltanschauung, religiösem Hintergrund oder persönlicher Erfahrung. Für manche ist Jesus ein Prophet – einer von vielen, der Gottes Wort verkündete. Für andere ist er ein großartiger Lehrer, dessen ethische Lehren bis heute prägend sind. Wieder andere sehen in ihm ein Vorbild an Demut, Liebe und Barmherzigkeit – einen moralischen Menschenfreund. Und viele anerkennen ihn als Wundertäter, der Heilungen und übernatürliche Zeichen vollbrachte.
Doch all diese Sichtweisen, so ehrenvoll sie klingen mögen, greifen zu kurz. Denn das Neue Testament stellt Jesus nicht einfach als einen weiteren von Gott gesandten Menschen vor – sondern als Gott selbst in Menschengestalt. Und an keiner Stelle wird diese Erkenntnis so klar und so persönlich ausgesprochen wie in Johannes 20,28, als der Jünger Thomas dem auferstandenen Jesus gegenübersteht und voller Ehrfurcht bekennt:
„Mein Herr und mein Gott!“
Dieser Moment ist mehr als ein emotionaler Ausruf. Es ist ein theologisches Bekenntnis. Thomas erkennt: Der, der vor ihm steht, ist nicht nur der Gekreuzigte, nicht nur der Auferstandene – sondern der ewige, lebendige Gott selbst. Das ist eine Offenbarung, die jede menschliche Vorstellungskraft übersteigt und das Zentrum unseres christlichen Glaubens berührt.
Diese Predigt will dieser Aussage auf den Grund gehen:
Wer ist Jesus wirklich?
Und noch konkreter:
Was bedeutet es, wenn ein Jünger – ein frommer Jude – Jesus mit den Worten anredet, die sonst allein dem Gott Israels gebühren: „Mein Herr und mein Gott“?
Was bedeutet es, wenn Jesus selbst Worte gebraucht wie „Ich bin“, die im Alten Testament ausschließlich dem Gott JHWH vorbehalten sind?
Diese Fragen führen uns mitten hinein in das Geheimnis der Gottheit Christi – und sie fordern uns ganz persönlich heraus. Denn wenn Jesus wirklich JHWH ist, dann kann niemand ihm neutral begegnen.
Denn diese Erkenntnis fordert eine Antwort. Sie stellt unser Gottesbild in Frage und rüttelt an unserer Vorstellung von Mensch und Gott. Jesus ist nicht einfach eine Option unter vielen religiösen Figuren – er ist die Wahrheit in Person. Er ist nicht ein Weg, er ist der Weg. Und wer das erkennt, steht wie Thomas vor einer Entscheidung: entweder Ablehnung oder Anbetung. Dazwischen gibt es nichts.
Die Worte „Mein Herr und mein Gott“ sind keine Floskel – sie sind ein tiefes persönliches Glaubensbekenntnis. Thomas, geprägt vom jüdischen Monotheismus, spricht hier nicht leichtfertig. Er weiß genau, was er sagt. Er bekennt: Jesus ist der Gott Israels – derselbe, der sich Mose im brennenden Dornbusch offenbarte. Derselbe, der Himmel und Erde geschaffen hat. Derselbe, dessen Name „Ich bin“ lautet. Und genau das sagt Jesus von sich: „Ich bin“.
Wer Jesus so erkennt, der wird verändert. Denn Jesus begegnet uns nicht als Idee, sondern als lebendige Person. Er ruft uns – wie Thomas – in eine Beziehung hinein, in die Nachfolge, in die Anbetung. Und diese Beziehung ist nicht abstrakt oder theoretisch, sondern real und lebensverändernd.
2. Thomas’ Bekenntnis: „Mein Herr und mein Gott“ (Johannes 20,28)
Nach der Auferstehung erscheint Jesus seinen Jüngern. Thomas war bei der ersten Erscheinung nicht dabei und zweifelte an der Auferstehung. Als Jesus ihm acht Tage später erscheint und ihn auffordert, seine Wunden zu berühren, bricht Thomas nicht nur in Staunen aus – er fällt in Anbetung und sagt:
„Mein Herr und mein Gott!“
(Griechisch: ho kyrios mou kai ho theos mou)
Diese Aussage ist einzigartig: Thomas nennt Jesus nicht nur Herr, sondern Gott. Und Jesus weist ihn nicht zurecht. Er sagt nicht: „Thomas, übertreib nicht.“ Nein – Jesus bestätigt ihn:
„Weil du mich gesehen hast, glaubst du.“
Hier zeigt sich: Wer Jesus erkennt, erkennt Gott selbst. Jesus ist nicht nur der Weg zu Gott – Jesus ist Gott.
Dieses Bekenntnis ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass Thomas als Jude streng monotheistisch glaubte. Für einen Juden des ersten Jahrhunderts war es undenkbar, einen Menschen „mein Gott“ zu nennen – außer, dieser Mensch wäre wirklich göttlich. Genau das geschieht hier: Thomas spricht eine Anrede aus, die im jüdischen Denken allein dem Gott Israels gebührt. Er gebraucht dieselben Worte, mit denen die Psalmen und alttestamentlichen Texte JHWH ansprechen – und richtet sie direkt an Jesus. Das ist kein metaphorisches oder symbolisches Sprechen. Es ist ein klares, persönliches Bekenntnis: Der Gekreuzigte, der vor ihm steht, ist der lebendige Gott.
Die griechische Formulierung „ho kyrios mou kai ho theos mou“ ist grammatikalisch eindeutig. Beide Artikel „ho“ (der) betonen, dass Thomas nicht über zwei unterschiedliche Wesen spricht, sondern beide Titel – Herr und Gott – auf dieselbe Person bezieht: Jesus Christus. Er ist der Herr und der Gott – für Thomas und damit exemplarisch für alle, die an ihn glauben.
Jesus nimmt dieses Bekenntnis nicht nur an, sondern antwortet mit einem Satz, der alle kommenden Generationen im Blick hat:
„Glücklich sind alle, die mich nicht sehen und trotzdem glauben.“
(Johannes 20,29)
Damit verbindet er die persönliche Offenbarung gegenüber Thomas mit einer Einladung an alle Gläubigen: Der Glaube an Jesus als den lebendigen Gott ist nicht nur denen vorbehalten, die ihn körperlich gesehen haben. Sondern er wird denen geschenkt, die im Vertrauen auf sein Wort erkennen, wer er ist.
Thomas’ Ausruf ist deshalb nicht nur ein emotionaler Moment – es ist ein theologischer Wendepunkt. Hier wird deutlich: Jesus beansprucht nicht nur, von Gott gesandt zu sein. Er nimmt den höchsten göttlichen Titel an. Und genau daran entscheidet sich auch unser eigener Glaube: Erkennen wir in Jesus den lebendigen Gott – oder sehen wir in ihm nur einen besonderen Menschen?
Denn am Ende ist dieser Moment mehr als ein Zeugnis der Auferstehung. Es ist ein Bekenntnis zur Gottheit Jesu – ausgesprochen von einem Juden, der in seiner tiefsten Überzeugung erkennt: Der auferstandene Jesus ist mein Herr – und mein Gott.
Hauptteil:
3. Die wachsende Erkenntnis der Jünger
Die Aussage von Thomas ist der Höhepunkt einer geistlichen Reise. Denn die Jünger haben Jesus nicht von Anfang an als Gott erkannt. Sie haben ihn Stück für Stück besser verstanden. Man kann eine klare Staffelung der Erkenntnis beobachten:
Rabbi – Lehrer:
Am Anfang sprechen sie Jesus mit „Rabbi“ an – das heißt Lehrer. Sie erkennen seine Weisheit, seine Vollmacht, seine Lehre.
Johannes 1,38: „Rabbi, wo wohnst du?“
Jesus war für sie zunächst ein außergewöhnlicher Lehrer, der sie zur Umkehr rief.
Die Anrede „Rabbi“ zeigt den hohen Respekt, den sie ihm als einem, der die Schrift kennt und auslegt, entgegenbrachten. Doch in dieser frühen Phase bleibt Jesus für sie vor allem ein Lehrer mit Autorität – einer, der sie zum Nachdenken bringt, herausfordert, inspiriert. Die geistliche Tiefe seines Wesens bleibt ihnen noch verborgen. Sie folgen ihm aus Neugier, aus Hoffnung, vielleicht auch aus innerer Unruhe – aber noch nicht aus Offenbarung.
Kyrios – Herr:
Mit der Zeit erleben sie Jesu Macht über Naturgewalten, über Krankheiten, über Dämonen. Sie beginnen ihn „Herr“ zu nennen – Kyrios, ein Titel der Autorität.
Lukas 5,8 “Als aber Simon Petrus es sah, fiel er zu den Knieen Jesu nieder und sprach: Geh von mir hinaus, denn ich bin ein sündiger Mensch, Herr.” : Petrus fällt Jesus zu Füßen und sagt: „Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch.“
Die Ehrfurcht wächst.
Hier ändert sich der Blick der Jünger. Jesus wird mehr als ein Rabbi. Er handelt mit einer göttlichen Vollmacht. Seine Worte wirken Wunder, seine Gegenwart verändert Realitäten. Kyrios ist nicht nur eine höfliche Anrede – sie ist Ausdruck wachsender Erkenntnis. In der griechischen Übersetzung des Alten Testaments (der Septuaginta) ist Kyrios die Übersetzung für den Gottesnamen JHWH. Auch wenn die Jünger das in diesem Moment noch nicht vollständig begreifen, spüren sie, dass dieser Mann eine andere Dimension in sich trägt. Petrus’ Reaktion ist tief: Er erkennt in Jesu Heiligkeit seine eigene Sündhaftigkeit.
Theos – Gott:
Dann erkennen sie, dass dieser Herr mehr ist als ein Prophet, mehr als ein von Gott bevollmächtigter Mann.
Matthäus 14,33 – nach dem Wunder auf dem Wasser bekennen sie:
„Du bist wahrhaftig Gottes Sohn.“
Ein Titel, der schon deutlich in Richtung göttlicher Identität weist.
„Gottes Sohn“ war im Judentum nicht zwangsläufig ein Ausdruck für Gott selbst, konnte auch für Könige oder Engel verwendet werden – aber im Zusammenhang mit Jesu Handlungen bekommt dieser Titel eine tiefere Bedeutung. Die Jünger sehen, dass Jesus nicht nur in Gottes Auftrag handelt – sondern aus einer Einheit mit Gott heraus. Besonders im Kontext der Naturgewalten – dem Wind, den Wellen, der Unmöglichkeit, auf Wasser zu gehen – erkennen sie: Hier steht einer, der nicht nur mit Gott spricht, sondern der selbst göttliche Macht besitzt. Der Bogen spannt sich weiter – vom Lehrer, zum Herrn, zum Sohn Gottes.
„Mein Herr und mein Gott“ – persönliche Offenbarung:
Und schließlich kommt es zur individuellen, persönlichen Erkenntnis, wie bei Thomas:
Nicht nur „Du bist der Herr“, sondern: „Mein Herr und mein Gott.“
Es ist nicht mehr nur ein Titel – es ist Anbetung. Es ist Beziehung. Es ist Hingabe.
Die Worte des Thomas sind nicht das Ergebnis theologischer Überlegung, sondern einer direkten Konfrontation mit der Wirklichkeit der Auferstehung. Hier endet jede distanzierte Beobachtung – Thomas kniet innerlich nieder. Der Glaube wird persönlich, voller Ehrfurcht und Hingabe. Er erkennt in Jesus nicht nur den Messias, sondern den lebendigen Gott selbst. Und damit ist er nicht allein: Diese Erkenntnis ist das Ziel jedes Jüngers, der mit Jesus geht.
Diese Staffelung zeigt: Wer mit Jesus geht, wird ihn Schritt für Schritt immer tiefer erkennen – bis hin zur Offenbarung seiner wahren göttlichen Identität.
Diese geistliche Entwicklung ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein Weg. Ein Weg, der auch heute noch gilt. Auch heute nennen viele Menschen Jesus zunächst Lehrer. Dann erleben sie ihn als den Herrn, der in ihr Leben eingreift. Doch der Glaube wird erst dann vollkommen, wenn das Bekenntnis laut wird: „Du bist mein Herr und mein Gott.“
Nicht distanziert. Nicht theoretisch. Sondern persönlich. Im Herzen. In Anbetung.
4. Kyrios – der Name JHWH in der Septuaginta
Im Alten Testament begegnet uns immer wieder der Name JHWH, der unaussprechliche Gottesname. Dieser Name, bestehend aus den vier hebräischen Buchstaben Jod–He–Waw–He (יהוה), wurde von den Juden aus Ehrfurcht nicht ausgesprochen. Stattdessen sagte man Adonai – „Herr“ – wenn man ihn beim Lesen begegnete.
des wegen ist es auch so das wenn man im Alten Testament das Wort HERR so sieht dann steht da im hebräischen eigentlich der eigendnamen Gottes JHWH oder Jahwe und
In der griechischen Übersetzung des Alten Testaments – der Septuaginta (LXX) – wurde dieser Gottesname fast durchgehend mit Kyrios übersetzt, also „Herr“. Dies geschah nicht zufällig, sondern bewusst: Kyrios wurde zum feststehenden Titel für den Gott Israels in griechischer Sprache.
Wenn im Neuen Testament Jesus als Kyrios bezeichnet wird, ist das mehr als eine Höflichkeitsformel. Es ist ein göttlicher Titel.
Beispiel:
Philipper 2,10-11:
„Vor dem Namen von Jesus sollen sich alle Knie beugen – im Himmel, auf der Erde und unter der Erde – und jeder Mund soll bekennen: Jesus Christus ist der Herr!“
Diese Aussage ist nicht einfach eine poetische Überhöhung. Paulus greift hier ein alttestamentliches Motiv auf – und überträgt es auf Jesus.
Jesaja 45,23:
„Jedes Knie wird sich vor mir beugen, und jede Zunge wird mir die Treue schwören.“
Hier spricht JHWH – der Gott Israels – in der Ich-Form. Er allein ist es, vor dem sich jedes Knie beugt. Und doch zitiert Paulus diese Worte auf Jesus bezogen. Es ist keine zufällige Parallele – es ist eine bewusste theologische Aussage:
Was im Alten Testament auf JHWH bezogen ist, wird im Neuen Testament auf Jesus angewendet.
Das bedeutet: Jesus ist Kyrios im höchsten Sinn. Nicht nur Herr über Menschen, nicht nur geistlicher Meister, sondern der ewige Gott selbst, der sich in Menschengestalt offenbart hat.
Wenn die ersten Christen also „Jesus ist der Herr“ bekannten, bekannten sie nicht nur, dass er Autorität hatte. Sie bekannten: Jesus ist der eine wahre Gott – der, der sich einst Mose im brennenden Dornbusch als JHWH offenbarte.
Diese Erkenntnis war für Juden revolutionär – und für Heidenwelt zugleich eine Herausforderung und eine Einladung. Der Kyrios, der über allem steht, ist der gekreuzigte und auferstandene Jesus.
Darum ist Kyrios kein Nebentitel. Er ist eine Offenbarung. Er ist das Bekenntnis: Jesus ist Gott.
5. „Ich bin“ – Jesus gebraucht den Namen Gottes
Jesus verwendet im Johannesevangelium immer wieder die Worte „Ich bin“ (griechisch: ego eimi), was im Griechischen die Übersetzung dessen ist, was Gott Mose am brennenden Dornbusch sagte:
„Ich bin, der ich bin.“ (2. Mose 3,14)
Diese Aussage in der Septuaginta lautet: ego eimi ho ōn – „Ich bin der Seiende“. Der Ausdruck „ego eimi“ allein steht für das ewige, sich selbst genügende Dasein Gottes. In der hebräischen Bibel ist diese Selbstoffenbarung JHWHs der zentrale Gottesname: Er ist der Ich-bin-da, der Ewige, der Unveränderliche.
Jesus sagt:
„Ehe Abraham war, bin ich.“ (Johannes 8,58)
Nicht: „Ich war“, als Ausdruck einer zeitlichen Vergangenheit – sondern: „Ich bin.“
Diese Formulierung ist grammatikalisch auffällig und theologisch aufgeladen. Sie sprengt jede normale Zeitlogik und verweist auf ewige Gegenwart.
Die Reaktion der Juden ist eindeutig:
Sie wollen ihn steinigen, weil sie sehr wohl verstehen, was Jesus da sagt:
Er beansprucht den Namen Gottes für sich selbst.
In der jüdischen Tradition war es streng verboten, den Gottesnamen auszusprechen. Wer sich selbst als Gott darstellte, machte sich nach dem Gesetz schuldig – Gotteslästerung war ein todeswürdiges Vergehen.
Jesus nimmt den Namen Gottes in den Mund.
Er sagt nicht nur, dass er von Gott gesandt ist. Er sagt nicht nur, dass er Gottes Sohn ist. Er stellt sich als der „Ich bin“ vor – der, der immer war und immer ist.
Das ist mehr als ein Anspruch auf Nähe zu Gott – es ist ein Anspruch auf Gleichheit mit Gott. Er stellt sich nicht nur an die Seite Gottes – er stellt sich in das Zentrum göttlichen Seins.
Und das nicht nur an einer Stelle. Die „Ich-bin“-Worte Jesu durchziehen das ganze Johannesevangelium:
„Ich bin das Licht der Welt“ (Joh 8,12)
„Ich bin die Tür“ (Joh 10,9)
„Ich bin der gute Hirte“ (Joh 10,11)
„Ich bin die Auferstehung und das Leben“ (Joh 11,25)
„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6)
„Ich bin der wahre Weinstock“ (Joh 15,1)
Jede dieser Aussagen ist mehr als ein schönes Bild – sie ist eine Selbstoffenbarung.
Und doch ist es Johannes 8,58, das den Gipfel darstellt:
„Ehe Abraham war, bin ich.“
Hier fallen alle Masken. Hier steht der Mensch Jesus – und beansprucht die ewige Gegenwart Gottes.
Das ist der Grund, warum sie ihn steinigen wollen. Nicht wegen eines Missverständnisses. Sondern weil sie sehr genau wissen, was er gesagt hat.
Jesus ist nicht nur der Sohn Gottes. Er ist der „Ich bin“ – Gott selbst, der sich offenbart.
Schlüssteil:
6. Das Zeugnis der Schrift ist eindeutig
Die Bibel bezeugt an mehreren Stellen klar und unmissverständlich: Jesus ist Gott.
Schon das Alte Testament kündigt nicht nur einen gesandten Retter an – sondern einen göttlichen Retter.
Jesaja 9,5:
„Und man nennt seinen Namen: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens.“
Diese Titel sind keine bloßen Ehrentitel – sie beschreiben göttliche Eigenschaften.
Wunderbarer Ratgeber – ein Ausdruck für übernatürliche Weisheit.
Starker Gott (El Gibbor) – das hebräische Wort „El“ steht eindeutig für Gott selbst.
Vater der Ewigkeit – nur einer ist ewig: Gott.
Fürst des Friedens – er bringt den Shalom, den göttlichen Frieden, den nur Gott selbst schenken kann.
Kolosser 2,9:
„Denn in Christus lebt die ganze Fülle Gottes in menschlicher Gestalt.“
Nicht ein Teil von Gott. Nicht eine göttliche Abstrahlung. Sondern die ganze Fülle. Das griechische Wort plērōma meint hier: die vollständige, uneingeschränkte Fülle göttlichen Wesens.
Und das – „leibhaftig“. In Christus ist Gott selbst sichtbar und greifbar geworden.
Hebräer 1,8:
„Von dem Sohn aber spricht er: Dein Thron, o Gott, bleibt in alle Ewigkeit.“
Hier spricht Gott – und nennt den Sohn „Gott“.
Es ist ein direktes Zitat aus Psalm 45,7–8, das ursprünglich über den messianischen König gesprochen wurde – und im Neuen Testament eindeutig auf Jesus angewendet wird.
Der Sohn hat einen Thron, der ewig besteht – und wird selbst „Gott“ genannt.
Diese Stellen – und viele andere – machen unmissverständlich deutlich:
Jesus ist nicht einfach nur ein Gesandter Gottes. Er ist nicht nur ein Prophet oder ein außergewöhnlicher Mensch.
Jesus ist Gott selbst.
Der Schöpfer in menschlicher Gestalt.
Der Ewige, der sich offenbart.
Der Unsichtbare, der sichtbar wurde.
Wer Jesus sieht, sieht den Vater (Johannes 14,9).
Wer an Jesus glaubt, glaubt an Gott selbst (Johannes 12,44).
Wer Jesus anbetet, betet nicht einen Mittler an – sondern den lebendigen Gott.
7.Anwendung: Was bedeutet das für uns?
Wenn Jesus wirklich JHWH ist – der ewige Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde – dann ist jede Begegnung mit ihm eine Begegnung mit dem Heiligen. Er ist nicht einfach ein historischer Lehrer oder ein charismatischer Mensch. Wer Jesus begegnet, begegnet dem lebendigen Gott, dem Schöpfer, dem Erlöser, dem Richter.
Das bedeutet, dass wir ihm nicht neutral begegnen können. Es gibt keine neutrale Haltung gegenüber ihm – entweder erkennen wir ihn als Herrn und Gott oder wir verwerfen ihn. Die Jünger, die ihn sahen und von ihm lernten, mussten diese Entscheidung treffen – und die gleiche Entscheidung müssen auch wir heute treffen.
Thomas hat es richtig erkannt: Wer Jesus erkennt, erkennt den Herrn und den Gott. Für Thomas war die Begegnung mit dem auferstandenen Jesus nicht einfach ein Moment der Freude oder Staunen, sondern eine tiefe geistliche Offenbarung. Er sieht in Jesus nicht nur einen Lehrer oder Heiler, sondern Gott selbst, der in menschlicher Gestalt vor ihm steht.
Deshalb stellt sich uns heute dieselbe Frage, die Jesus seinen Jüngern stellte:
„Für wen haltet ihr mich?“ (Matthäus 16,15).
Die einzige angemessene Antwort ist die von Thomas:
„Mein Herr und mein Gott!“
8. Fazit und Zusammenfassung der gesamten Erkenntnis:
Jesus ist nicht nur ein außergewöhnlicher Mensch oder ein Prophet – er ist der lebendige Gott. Alle Titel, die ihm zugeschrieben werden – sei es „Kyrios“, „Ich bin“ oder „Herr und Gott“ – bezeugen seine göttliche Identität. Die Bibel belegt diese Wahrheit auf Schritt und Tritt: Wer Jesus sieht, sieht Gott. Wer Jesus anbetet, betet den ewigen Schöpfer an. Wer an Jesus glaubt, glaubt an Gott selbst.
Wenn wir die Frage „Für wen haltet ihr mich?“ heute beantworten, können wir nicht einfach eine vage oder unentschlossene Antwort geben. Wer Jesus begegnet, muss sich entscheiden: Entweder er ist mein Herr und mein Gott oder wir verwerfen ihn. Es gibt keine Mittelstraße.
Unser Glaube an Jesus sollte nicht nur intellektuell sein – er muss zu einer persönlichen Hingabe führen, wie es Thomas tat. Denn Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Wer ihn erkennt, der hat das ewige Leben. Wer ihn ablehnt, der bleibt in der Dunkelheit.
Die richtige Antwort auf Jesus’ Frage ist deshalb mehr als nur ein Lippenbekenntnis – sie ist eine Einladung, in Hingabe und Glaube zu leben. „Mein Herr und mein Gott“ – das ist die Antwort, die unser Leben prägt und in die Gegenwart Gottes führt.
