Konfi-Lauf

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Lukas 24,13–35 ELB 1985
Und siehe, zwei von ihnen gingen an diesem Tag nach einem Dorf mit Namen Emmaus, sechzig Stadien von Jerusalem entfernt.Und sie unterhielten sich miteinander über dies alles, was sich zugetragen hatte.Und es geschah, während sie sich unterhielten und miteinander überlegten, daß sich Jesus selbst nahte und mit ihnen ging;aber ihre Augen wurden gehalten, so daß sie ihn nicht erkannten.Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr im Gehen miteinander wechselt? Und sie blieben niedergeschlagen stehen.Einer aber, mit Namen Kleopas, antwortete und sprach zu ihm: Bist du der einzige, der in Jerusalem weilt und nicht weiß, was dort geschehen ist in diesen Tagen?Und er sprach zu ihnen: Was denn? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesus, dem Nazarener, der ein Prophet war, mächtig im Werk und Wort vor Gott und dem ganzen Volk; und wie ihn die Hohenpriester und unsere Obersten zum Todesurteil überlieferten und ihn kreuzigten.Wir aber hofften, daß er der sei, der Israel erlösen solle. Doch auch bei alledem ist es heute der dritte Tag, seitdem dies geschehen ist.Aber auch einige Frauen von uns haben uns aus der Fassung gebracht, die am frühen Morgen bei der Gruft gewesen sind und, als sie seinen Leib nicht fanden, kamen und sagten, daß sie auch eine Erscheinung von Engeln gesehen hätten, die sagen, daß er lebe.Und einige von denen, die mit uns sind, gingen zu der Gruft und fanden es so, wie auch die Frauen gesagt hatten; ihn aber sahen sie nicht.Und er sprach zu ihnen: O ihr Unverständigen und im Herzen <zu> träge, an alles zu glauben, was die Propheten geredet haben! Mußte nicht der Christus dies leiden und in seine Herrlichkeit hineingehen?Und von Mose und von allen Propheten anfangend, erklärte er ihnen in allen Schriften das, was ihn betraf.Und sie näherten sich dem Dorf, wohin sie gingen; und er stellte sich, als wollte er weitergehen.Und sie nötigten ihn und sagten: Bleibe bei uns! Denn es ist gegen Abend, und der Tag hat sich schon geneigt. Und er ging hinein, um bei ihnen zu bleiben.Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch lag, nahm er das Brot und segnete es; und als er es gebrochen hatte, reichte er es ihnen.Ihre Augen aber wurden aufgetan, und sie erkannten ihn; und er wurde vor ihnen unsichtbar.Und sie sprachen zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, wie er auf dem Weg zu uns redete und wie er uns die Schriften öffnete?Und sie standen zur gleichen Stunde auf und kehrten nach Jerusalem zurück. Und sie fanden die Elf und die, die mit ihnen waren, versammelt,die sagten: Der Herr ist wirklich auferweckt worden und dem Simon erschienen.Und sie erzählten, was auf dem Weg <geschehen war> und wie er von ihnen erkannt worden war am Brechen des Brotes.
Ihr Lieben,
ich hatte den Konfirmanden gesagt, dass sie für heute jeder einen Schuh mitbringen sollen – nicht irgendeinen, sondern einen, den sie zu einer Wanderung von etwa 10km anziehen würden. – An die Konfis: Habt ihr aufgepasst, wer noch etwa 10km unterwegs war? … Die beiden Jünger, die in das kleine Dorf Emmaus gelaufen sind.
Ähnlich wie sie habt ihr euch vor knapp zwei Jahren gemeinsam auf den Weg gemacht. Und ähnlich wie sie durftet ihr erleben, wie Jesus sich zu euch gesellt und eure Herzen zum Brennen gebracht hat.
Diese beiden Jünger sind am Anfang sehr verwirrt gestartet, ähnlich wie manch 12-Jähriger, der gerade dabei ist, sich allmählich von der Kindheit zu verabschieden. Bis jetzt war vieles im Leben leicht, aber so langsam wird es anstrengender, ernster, herausfordernder.
Und noch eines ist euch mit diesen beiden Jüngern gemein gewesen. Die Frage: Was hat es mit diesem Jesus auf sich? Die Jünger damals hatten schon viel mit ihm erlebt, durften Wunder erleben, durften hören, was Er sagt und sehen, wie Er die Menschen liebt. Nur war das mit Seinem Tod am Kreuz anscheinend alles zusammengebrochen. Die Jünger verstanden nicht, was das alles soll. Und noch unverständlicher wurde es für sie, als andere an jenem Ostermorgen berichteten, dass das Grab von Jesus leer sei und Engel berichtet hätten, Jesus wäre von den Toten auferstanden. „Was hat es mit diesem Jesus auf sich?“, fragten auch sie sich.
Vielleicht ging es auch euch vor eurer Konfi-Zeit so, dass ihr etwas von Jesus gehört hattet – vielleicht von euren Eltern oder Großeltern, oder von euren Paten –, aber dass ihr damit noch nicht so richtig etwas anfangen konntet.
Es gibt den schönen Spruch „Gott hat keine Enkelkinder“. Das heißt, entweder glaubst du selbst an Ihn und genießt so das Privileg, Sein Kind zu sein oder du hast mit Gott nichts zu tun. Dass deine Eltern, deine Freunde, deine Paten an Gott glauben, bringt dir nichts, wenn du dich nicht selbst auf den Weg machst und Gott in dein Leben lässt.
Jeder von uns muss sich selbst auf den Weg machen, auf die Suche nach Gott. Viele merken gar nicht, was sie verpassen, weil sie sich mit etwas zufrieden geben, das ihnen vorgaukelt, Gott zu sein oder weil sie sich mit dem zufrieden geben, was sie über Gott hören, anstatt selbst von Ihm zu hören und mit Ihm zu leben. Was wir über Gott hören, kann schon toll sein, wenn andere uns von ihrem Glauben erzählen, berührt uns das vielleicht, aber unser Herz wird erst anfangen zu brennen, wenn Gott uns selbst begegnet!
Ihr, liebe Konfis, habt euch auf den Weg gemacht und seid losgelaufen – ob nun aus eigenem Antrieb oder weil Mutti es so wollte, lasse ich an dieser Stelle einmal offen…
Als die beiden Jünger auf dem Weg nach Emmaus sind, kommt Jesus plötzlich hinzu – aber sie erkennen Ihn nicht. Uns wird nicht erklärt warum. Vielleicht sah der Körper des auferstandenen Jesus tatsächlich etwas anders aus als der vorherige. Vielleicht hatte es aber auch andere Gründe, die uns nicht bekannt sind.
Jesus redet mit den beiden. Er erklärt Ihnen, dass das, was mit Ihm passiert war, der qualvolle Tod am Kreuz, genau das war, was Gott längst angekündigt hatte: der große Rettungsplan Gottes, der Weg zur Erlösung für uns Menschen! Jesus nimmt sich Zeit, ihnen die ganze Heilige Schrift auszulegen – also das, was wir heute als Altes Testament in unserer Bibel haben. Später werden sie sagen: „Brannte nicht unser Herz, als Er mit uns redete und uns die Heilige Schrift erklärte?!“ (V.32)
Auch für uns gilt heute noch: Jesus begegnet uns in der Heiligen Schrift! Die Bibel besteht nicht aus toten Buchstaben, die nur längst vergangene Geschichten erzählen, sondern Gott redet auch heute noch durch Sein Wort in unsere Herzen. Deswegen ist es gut und wichtig, dass wir darin lesen. Manchmal spricht Gott plötzlich durch einen Vers – oder durch ein einzigen Wort – mitten hinein in unser Herz; ein Wort der Freude, ein Wort des Trostes, ein Wort des Friedens, ein Wort der Heilung. Deswegen haben wir in jeder Konfi-Stunde miteinander in der Bibel gelesen, um Gottes Wort in unser Leben zu lassen, um Jesus kennenzulernen, um dem Heiligen Geist Raum in unserem Herzen zu geben. Vieles mag vorbeigeflogen sein, manches hat eure Herzen berührt. Lest weiter in der Bibel! Gott begegnet uns zwar nicht nur dort, aber doch in Seinem Wort besonders gern.
An die Gemeinde: Auch an euch die Ermutigung und Aufforderung: Lest in der Bibel! Dann wird auch euer Herz wieder anfangen zu brennen und Jesus wird in euer Leben hineinsprechen!
Für die beiden Jünger damals vor 2.000 Jahren ging es noch einen Schritt weiter: Als sie an ihrem Ziel in dem Dorf Emmaus ankamen, drängten sie Jesus, dass Er doch bleiben und mit ihnen Essen soll. Und da – endlich erkannten sie, wen sie da vor sich hatten! Als er das Brot brach und Gott für das Essen dankte, fiel es ihnen wie Schuppen von den Augen. Auch hier wird uns nicht gesagt, warum das geschieht. Vielleicht war es die Art, wie Jesus das Brot brach. Vielleicht waren es aber auch Seine Hände, die sie sehen konnten, als Jesus das Brot nahm; Hände, die durchbohrt waren von den Nägeln des Kreuzes. Sie erkennen Jesus. Sie begreifen, wer da vor ihnen sitzt. Sie verstehen plötzlich, was an diesem Ostertag passiert ist. Sie sehen mit ihren eigenen Augen, dass Jesus lebt, dass Er den Tod besiegt hat! – Und das verändert alles – für sie damals wie für uns heute!
Wir Menschen brauchen diese Begegnung mit Jesus! Wir können noch so viel von Ihm hören, wir können noch so viel über Ihn hören – wenn Er uns nicht selbst begegnet, bleibt es beim Hörensagen. Deswegen: Wenn Jesus euch noch nicht begegnet ist, wenn ihr Ihn noch nicht erkannt habt, dann macht euch auf die Suche! Diese Begegnung ist für uns Menschen nicht verfügbar, wir können Gott nichts befehlen, aber wir können Ihn bitten, dass Er uns begegnet! Das Schöne ist: Er hat uns versprochen, dass wir Ihn finden werden. Am Anfang der Konfi-Zeit gebe ich den Konfirmanden immer einen Vers vom Propheten Jeremia mit auf den Weg – auch bei euch habe ich das gemacht. Da sagt Gott: „Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, dann will ich mich von euch finden lassen!“ (Jer 29,13b-14a)
Wer wissen möchte, wie sich das anfühlt, wenn Gott sich finden lässt, wenn Jesus uns begegnet, der kann diese jungen Menschen fragen. Spätestens zu unserer Rüstzeit im Januar durftet ihr diese Erfahrung machen! Jesus ist euch begegnet und hat in eure Herzen gesprochen! Es gibt auf dieser Welt nichts Großartigeres, als das zu erleben. Es gibt nichts Schöneres als zu verstehen, dass die ganzen Zusagen, die Gott uns in der Bibel zuspricht, tatsächlich wahr sind. Dass wir tatsächlich unendlich von Ihm geliebt sind, dass Er so gute Gedanken über uns hat, dass Er uns echten Frieden schenken und unsere Herzen heilen will, dass Er in jeder Sekunde unseres Lebens bei uns ist!
Die Begegnung mit dem allmächtigen Gott, mit unserem liebevollen Vater im Himmel, verändert alles!
Die beiden Jünger waren damals so überwältigt, dass sie sofort vom Tisch aufgesprungen und zurück nach Jerusalem gerannt sind. Ich stelle mir vor, wie sie vor Freude einen neuen Streckenrekord aufgestellt und die Zeit, die sie für den Hinweg gebraucht hatten, deutlich unterboten haben. Sie mussten anderen erzählen, was sie erlebt hatten, sie mussten anderen von Jesus erzählen, dass Er tatsächlich lebt! Dass tatsächlich alles gewonnen ist, wenn man an Ihn glaubt, Ihn in sein Leben lässt und Ihm alles anvertraut! Zuerst erzählten sie es ihren Freunden, die auch an Jesus glaubten, sozusagen in der Gemeinde, später sollten sie es allen Menschen in Jerusalem, in Israel und bis an die Enden der Erde erzählen!
Wer Jesus in sein Leben gelassen hat, der wird von Ihm erzählen, weil er gar nicht anders kann. Wenn Jesus in uns lebt, werden andere das merken.
Die Geschichte der Emmaus-Jünger ist eine Geschichte voller Hoffnung. – Ja, unsere menschliche Hoffnung versiegt manchmal und wird immer wieder enttäuscht, aber durch Jesus dürfen wir erleben, dass Gott so viel größer ist, dass Er uns neue Hoffnung schenkt, dass Er durch Sein Wort zu uns spricht und dass Er uns selbst begegnen möchte – immer und immer wieder.
Liebe Konfis, für euch endet heute ein intensiver Weg, den wir gemeinsam gegangen sind. Ich wünsche euch, dass ihr den Weg mit Jesus weitergeht, gemeinsam mit anderen, die ihn auch gehen.
An die Gemeinde: Und jedem, dem Jesus noch nicht begegnet ist, wünsche ich die Sehnsucht nach Ihm. Macht euch auf die Suche und ihr werdet ihn finden! – So wie Ihn diese jungen Menschen gefunden haben!
Amen.
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