Von Römer 7 zu Römer 8

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Einleitung

1. Johannes 2,15–16 ELB CSV
15 Liebt nicht die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt liebt, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm; 16 denn alles, was in der Welt ist, die Lust des Fleisches und die Lust der Augen und der Hochmut des Lebens, ist nicht von dem Vater, sondern ist von der Welt.
Habt nicht lieb die Welt! Liebt nicht die Welt! Ok, aber wie funktioniert das? Kann man Gefühle und Neigungen willentlich steuern?
Was, wenn wir uns zur Sünde hingezogen fühlen, wenn unsere Liebe zu Gott nicht groß genug ist, um die Versuchung der Sünde zu überwinden?
In vielen Fällen müssen wir den Weg durch Römer 7 zu Römer 8 nehmen.
Römer 7,14–25 (ELB CSV)
14 Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist, ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft; 15 denn was ich vollbringe, erkenne ich nicht; denn nicht das, was ich will, tue ich, sondern was ich hasse, das übe ich aus. 16 Wenn ich aber das, was ich nicht will, ausübe, so stimme ich dem Gesetz bei, dass es recht ist. 17 Nun aber vollbringe nicht mehr ich es, sondern die in mir wohnende Sünde. 18 Denn ich weiß, dass in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; denn das Wollen ist bei mir vorhanden, aber das Vollbringen dessen, was recht ist, finde ich nicht. 19 Denn nicht das Gute, das ich will, übe ich aus, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. 20 Wenn ich aber das, was ich nicht will, ausübe, so vollbringe nicht mehr ich es, sondern die in mir wohnende Sünde. 21 Also finde ich das Gesetz für mich, der ich das Rechte ausüben will, dass das Böse bei mir vorhanden ist. 22 Denn ich habe Wohlgefallen an dem Gesetz Gottes nach dem inneren Menschen; 23 ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das dem Gesetz meines Sinnes widerstreitet und mich in Gefangenschaft bringt unter das Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist. 24 Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leib des Todes? – 25 Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn! Also nun diene ich selbst mit dem Sinn dem Gesetz Gottes, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde.
Angelehnt an Andrew Murray’s Absolute Surrender wollen wir den Text von folgenden 4 Aspekten her betrachten:
Dies ist die Sprache eines wiedergeborenen Menschen.
Es ist die Aussage eines unfähigen Menschen.
Die Worte drücken aus, dass der Betroffene unglücklich ist.
Der Betroffene steht an der Grenze zur Freiheit.

1. Wiedergeboren

Römer 7,17 (ELB CSV)
17 Nun aber vollbringe nicht mehr ich es, sondern die in mir wohnende Sünde.
Römer 7,21–22 (ELB CSV)
21 Also finde ich das Gesetz für mich, der ich das Rechte ausüben will, dass das Böse bei mir vorhanden ist. 22 Denn ich habe Wohlgefallen an dem Gesetz Gottes nach dem inneren Menschen;
Der von oben Geborene hat einen erneuerten Willen. Dies ist ein notwendiges Anzeichen des neuen Lebens und eines der klarsten Anzeichen.

2. Unfähig, das geliebte Gesetz Gottes zu befolgen

Doch dieser erneurte Wille reicht nicht aus, um Gottes Gesetz bzw. die Gebote Christi (damit wir es nicht mit dem AT-Gesetz verwechseln) zu tun. Der menschliche Wille ist notwendig für die Neugeburt und für die Nachfolge, denn Gott setzt sich bei dem Werk, das er in uns tut, nicht über unseren Willen hinweg. Aber wie schwach ist unser Wille, wie wenig kann er doch bewegen und verändern! “Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.”
Matthäus 26,41 (ELB CSV)
41 Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt; der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber schwach.
Wachen und beten sind geistliche Mittel, unseren erneuerten Willen zu stärken, damit er effektiv sein kann. Warum? Weil das Gebet im Glauben den Blick auf Gott und auf die unsichtbare Wirklichkeit legt. Der Betende tritt in Kommunikation mit dem lebendigen Gott, dem Urheber und Erhalter seines geistlichen Lebens. Auf diese Weise wird der neue, der geistliche Mensch gestärkt - er wird mit dem “gefüttert”, was er zum Leben und zum Wachstum braucht.

3. Unglücklich

Paulus Aussagen über die Sünde, welche die Oberhand hat, darf uns nicht dazu führen zu denken: “Wenn es sogar Paulus so ging, wie viel mehr mir! Es ist normal, dass ich ständig tue, was ich nicht will.” Zu diesem Zweck hat Paulus das nicht geschrieben, sondern, um uns das Elend dieser Situation zu zeigen und schließlich auch den Ausweg.
Aber bleiben wir noch kurz hier stehen, bevor wir zum Ausweg kommen.
Was sollen wir machen, wenn wir in einer Situation versucht werden? Wir wissen genau, was richtig und was falsch ist, wir möchten auch gerne das Richtige tun, aber unser Fleisch zieht uns zur Sünde hin? Wir können sagen, das ist eh normal. Gott hat uns in Christus alles vergeben. Gott kennt meine Schwachheit, ich bekenne nachher meine Sünde.
So zu denken und zu handeln, heißt, sich mit der Herrschaft der Sünde abzufinden, anstatt sich gegen sie aufzulehnen.
Der erste Ansatz der Auflehnung ist, dass wir versuchen, mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln Gott zu gehorchen - und damit will ich nicht sagen, mit menschlichen, fleischlichen Mitteln, obwohl sich diese oft hineinmischen.
Nicht zu gehorchen, ist keine gute Alternative. Jemand wird versucht, sich mit einer fremden Frau einzulassen. Das Wort Gottes (besonders die Sprüche) warnt ihn mit aller Deutlichkeit vor den fatalen Folgen. Er wird sich also schon allein aus Angst vor den Folgen hüten.
Welche Mittel stehen uns zur Verfügung? Wir können unseren (schwachen) Willen einsetzen, um uns Widerstandskraft zu holen:
indem wir zum Herrn um Hilfe schreien,
indem wir uns das Wort Gottes in Erinnerung rufen (daher ist es so wichtig, Bibelverse auswendig zu lernen - siehe Jesus in der Versuchung),
indem wir uns Geschwistern anvertrauen.
Am besten ist es aber, vorzubeugen:
Matthäus 26,41 ELB CSV
41 Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt; der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber schwach.
Und dennoch werden wir manchmal zu Fall kommen. Vielleicht nicht mit der fremden Frau, aber mit der Sünde des Begehrens, so wie Paulus in Römer 7.
Und nun? Ich darf keine Ausreden suchen, sondern muss das Elend dieser Situation spüren und zum Herrn schreien. Es ist wie die Situation der Israeliten im verheißenen Land in der Richterzeit. Sie hatten das Land eingenommen und ihr Erbe empfangen. Nun sollten sie es besitzen. Aber weil sie sich dem Götzendienst zuwandten, herrschten immer wieder Feinde über sie. Irgendwann schrieen sie dann zum Herrn und er sandte ihnen Retter - die Richter.
Wenn wir unter der Knechtschaft der Sünde stöhnen und zum Herrn um Rettung schreien - und hoffentlich nicht nur um Rettung von den Folgen der Sünde - von unangehemen Umständen, von Scham und von schlechtem Gewissen, sondern von der Sünde selbst ...
Römer 7,24 (ELB CSV)
24 Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leib des Todes? –
… dann stehen wir an der Grenze zur Freiheit, denn Gott sendet uns einen Retter, der besser ist als die Richter:
Römer 7,25 (ELB CSV)
25 Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn! Also nun diene ich selbst mit dem Sinn dem Gesetz Gottes, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde.

4. An der Grenze zur Freiheit

Der Geist ist in ihnen, aber das Fleisch beherrscht ihr Leben. Sie müssen sich vom Geist Gottes leiten lassen. Ich wünschte, ich könnte jedem seiner Kinder klarmachen, was es bedeutet, dass der ewige Gott seinen geliebten Sohn, Jesus Christus, gegeben hat, um jeden Tag über dich zu wachen, und dass alles, was du zu tun hast, darin besteht, zu vertrauen; und dass das Werk des Heiligen Geistes darin besteht, dich jeden Augenblick zu befähigen, dich an Jesus zu erinnern und ihm zu vertrauen! Der Geist ist gekommen, um die Verbindung mit Ihm in jedem Augenblick aufrechtzuerhalten. Gelobt sei Gott für den Heiligen Geist! Wir sind so daran gewöhnt, den Heiligen Geist als Luxus zu betrachten, als etwas für besondere Zeiten oder für besondere Diener und Menschen. Aber der Heilige Geist ist für jeden Gläubigen notwendig, jeden Augenblick des Tages. Lobe Gott, dass du ihn hast und dass er dir die volle Erfahrung der Befreiung in Christus schenkt, wenn er dich von der Macht der Sünde frei macht.
Andrew Murray, Absolute Surrender
Veranschaulichung: Wer kontrolliert die Stadt?

Zusammenfassung

Ein wiedergeborener Mensch verzweifelt (fast) an seiner Unfähigkeit, Gottes Gebote einzuhalten und genau hier - am Ende seiner selbst - beginnt die Freiheit des Geistes.
Scheue nicht die Erfahrungen von Römer 7, du kannst sie nicht vermeiden, denn auf dem Weg der Heiligung muss uns der Herr von falschen Motiven und von falschem Selbstvertrauen läutern. Das ist schmerzhaft, aber notwendig. Und ist mit einer einzigen schmerzhaften Erfahrung nicht getan.
Verharre aber nie in diesem Zustand, sondern tritt über die Schwelle in die Freiheit, indem du dich ganz von der Leitung und Kraft des Heiligen Geistes abhängig zu sein
Römer 8,2 SLT
2 Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.
Römer 8,11–14 SLT
11 Wenn aber der Geist dessen, der Jesus aus den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird derselbe, der Christus aus den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt. 12 So sind wir also, ihr Brüder, dem Fleisch nicht verpflichtet, gemäß dem Fleisch zu leben! 13 Denn wenn ihr gemäß dem Fleisch lebt, so müsst ihr sterben; wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Leibes tötet, so werdet ihr leben. 14 Denn alle, die durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes.

Anwendung

Kannst du schon sagen, dass du Lust hast am Gesetz des Herrn, an den Geboten unseres Herrn Jesus Christus?
(1) Wenn nicht, dann hast du keine Chance, der Herrschaft der Sünde zu entfliehen, und du wirst an ihr zugrunde gehen, wenn du in diesem Zustand bleibst - zeitlich und ewig.
(2) Wenn doch, dann frage dich, ob du Tag und Nacht darüber nachsinnst, denn gemeinsam mit dem Beten (siehe oben) ist das die Nahrung, durch die der innere Mensch gestärkt wird.
Psalm 1,2–3 (ELB CSV)
2 sondern seine Lust hat am Gesetz des Herrn und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht! 3 Und er ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit und dessen Blatt nicht verwelkt; und alles, was er tut, gelingt.
Nütze alle Gnadenmittel, die der Herr zur Verfügung stellt:
Sinne nach über sein Wort und lass es dich verändern, indem du es mit Sanftmut aufnimmst.
Rufe zum Herrn “Ich elender Mensch ...” und beharre im Gebet darauf, dass er in deinem Leben seine Zusagen über ein Leben unter der Leitung des Heiligen Geistes erfüllt.
Kämpfe nicht alleine und halte die Sünde nicht verborgen. Suche den Austausch von Gleichgesinnten, damit ihr euch gegenseitig stärken könnt.
Komm in die Gemeinde, in die Gemeinschaft der Heiligen, nimm mit der rechten Haltung am Brotbrechen teil. Auch dadurch stärkst du den neuen Menschen in dir.
Und danke Gott allezeit für alles. Fange mit dem an, wo es leichter fällt - es gibt sehr viel davon, wenn du ein bisschen nachdenkst.
(3) Und wenn du zu den Glücklichen gehörst, die in der Regel in der Fülle von Römer 8 leben, d.h. du lässt dich vom Geist Gottes leiten, du bist nicht verpflichtet, gemäß dem Fleisch zu leben, sondern du tötest in der Kraft des Geistes die alten, fleischlichen Denk- und Verhaltensmuster - wenn du das in der Regel erlebst, dann
danke Gott täglich für seine Gnade und
passe auf, dass du nicht stolz wirst und zu Fall kommst.
Nütze deine Freiheit, um Gott und deinen Geschwistern zu dienen, besonders indem du sie auf dem Weg in die Freiheit begleitest.
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