Was, wenn Gott alles gehört?

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Manchmal sind die stärksten Vorbilder ganz unscheinbare Menschen. Die arme Witwe, welche vor den Augen Jesus' zwei kleine Münzen in die Tempel-Kollekte wirft, zeigt uns auch heute das Potenzial der Hingabe, auch mit unseren Finanzen. 1. Juni 2025 - FEG LuzernSüd. www.fegluzernsued.ch/predigt

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Ich habe euch eine Behauptung mitgebracht. Was haltet ihr davon?
Psalm 24,1 NLB
Die Erde und alles, was darauf ist, gehört dem HERRN. Die Welt und die Menschen sind sein.
Das steht in der Bibel noch ein paar Mal mehr: 2Mose 9,29; 19,5; 5Mose 10,14; 1Chronik 29,11; Psalm 82,8; 89,12; 1Kor 10,26
Was bedeutet das für uns, wenn alles Gott gehört? Das interessiert uns heute. Und stelle ich 3 Fragen: was ist mit “alles” gemeint? Und was macht Gott damit, wenn ihm alles gehört? Und schliesslich: was machen wir damit, wenn das wirklich so ist, dass alles Gott gehört?

Was ist “alles”?

Brainstorming: die Welt, die Natur, wir selbst, unsere Zeit, unser Besitz, unser Geld…
Flipchart: Notiere grün in die Weltkugel einige Begriffe.

Was macht Gott damit?

Er hätte es einfach für sich selbst brauchen können. Oder hätte alles verlottern lassen können. Aber er hat sich entschieden, es uns zur Verfügung zu stellen.
Jakobus 1,17 NLB
Alles, was gut und vollkommen ist, wird uns von oben geschenkt, von Gott, der alle Lichter des Himmels erschuf.
Gott ist der Versorger. Er kümmert sich um seine Welt und um uns. Er gibt uns “unser tägliches Brot” - und viel mehr!
Flipchart: roter Pfeil und Begriff “Versorger”.

Was machen wir damit?

1. Korinther 4,1 ELB CSV
Dafür halte man uns: für Diener Christi und Verwalter der Geheimnisse Gottes.
Flipchart: notiere blau “Verwalter” unter die Figuren
Wenn du von mir meinen Kugelschreiber ausleihst, dann machst du ein paar Dinge eigentlich nicht: du packst ihn nicht ein zu deinen Sachen, du zerbrichst ihn nicht, du schraubst ihn nicht auseinander, du verschenkst ihn nicht weiter… Du gebrauchst ihn stattdessen und gibst ihn wieder zurück an mich.
Wenn ich dir aber sage: hier ist mein Kugelschreiber, du darfst ihn gebrauchen, ich schenke ihn dir. Dann wechselt der Kugelschreiber den Besitzer. Du könntest ihn auch abkaufen, dann wäre es noch klarer, wem er gehört.
Ausleihen und zurückgeben? Oder: geschenkt bekommen und behalten? Es gibt noch eine dritte Möglichkeit. Ich gebe dir einen Kugelschreiber und sage: der gehört mir und ich stelle ihn dir und allen zur Verfügung, die ihn brauchen. Was machst du dann damit? Ihn brauchen, aber auch Sorge tragen. Und je nachdem gibst du ihn an jemanden weiter, der ihn ebenfalls brauchen wird. Das heisst “ein Verwalter sein”. Was machen wir also damit? Empfangen und Geben!
Flipchart: “Empfangen & Geben” bei rotem Pfeil schreiben
Was, wenn alles Gott gehört? Dann gehören wir selbst ihm - und alles, was wir empfangen, das verwalten wir möglichst gut. Empfangen, brauchen, einsetzen, weitergeben…
Das sehen nicht alle genau gleich. Statt dankbar zu empfangen, haben wir manchmal in uns, dass wir gierig nehmen. Haben, haben, haben… Gehst du in einen Laden, schreien dich die Aktionen an: “Du brauchst mich, du muss mich haben! Kauf mich!” Aber was ist, wenn man gar nicht so viel Geld zur Verfügung hat? Jesus hat das einmal eindrücklich beobachet:

Geben aus Überfluss oder vom Notwendigen? Biblestory Markus 12,38-44

Lumo-Projekt Film Markus: https://youtu.be/zQNQn30PMPs?t=5310
Jesus hielt sich mit seinen Jüngern im Tempel auf. Die Menschen, die ihm zuhörten, warnte er vor den Schriftgelehrten, die sich schön anziehen und sich gerne an den besten Plätzen zeigen. Aber gleichzeitig betrügen sie arme Witwen, sagte Jesus.
Dann setzte er sich so, dass er im Tempel den Opferkasten beobachten konnte. Da waren sie, diese wohlhabenden Leute - und man sah, wie riesig ihre Spenden waren. Eine arme Witwe kam zum Opferkasten. Sie legte nur zwei kleine Münzen hinein.
Jetzt rief Jesus seine Jünger zu sich: “Die Wahrheit ist: diese Witwe hat mehr gegeben als die anderen! Die andern haben von ihrem Überfluss nur ein bisschen gegeben. Sie aber hat aus ihrem Mangel ihren ganzen Lebensunterhalt gegeben.”
***
Was haben die Leute gesehen, was der Unterschied zwischen den wohlhabenden Schriftgelehrten und der armen Witwe ist? Die Geldmenge, die sie spendeten. Das war damals gar nicht so geheim. Wenn du in den Tempel kamst, um ein Opfer zu bringen oder eine freiwillige Spende zu machen, dann hast du beim Eingang zu dieser Halle mit den Opferstöcken genau erklären müssen, was du vorhast. Wenn du sagtest: “Ich möchte eine freiwillige Spende machen”, dann hat der Priester gefragt: “Wieviel möchtest du spenden?” Und du hättest gesagt: “5 Franken”. Der Priester sagte dann: “Zeig mir deine fünf Franken.” Das musste also stimmen, was du sagst. Erst danach konntest du zum Oferstock gehen, der so eine trichterförmige Öffnung hatte, und deine Spende hineintun. Das Gespräch zwischen Priester und dir fand öffentlich statt. Wer in der Nähe stand, bekam mit, wieviel du spenden wolltest.
Flipchart: Opferstock zeichnen mit trichterförmiger Öffnung
Stell dir vor, das haben die wohlhabenden Leute richtig ausgenützt. “Ich spende 1000 Franken!” haben sie laut gesagt. Und die Leute haben anerkennend gemurmelt. Dann kam die Witwe und sie hat gesagt: “Ich möchte 2 Fünfräppler spenden.” “Zeig’s mir!” sagte der Priester mit herablassender Miene. “Oh, du hast wirklich 10 Rappen dabei. Naja, wer den Rappen nicht ehrt, ist des Frankens nicht wert. Dann wirf deine mikrige Spende in unseren Opfertopf, wo schon ganze 1000er Noten drinliegen...”
Flipchart: blaue Münzen zeichnen - beim Reichen mit Pfeil ausserhalb von ihm, bei der armen Witwe mit Pfeil aus ihr heraus.
Die Leute sehen die Menge der Spende. Da kommt dir arme Witwe schlecht weg. Aber Jesus sieht etwas anderes. Er sagt: Diese Frau hat mehr gegeben alles alle anderen. Warum? Die anderen haben vom Überfluss gegeben. Diese Frau hat vom Lebensnotwendigen gegeben.
Warum macht sie sowas? Diese Frage werden wir in dieser Predigtserie “Empfangen und Geben” noch genauer anschauen. Heute frage ich nur: was bedeutet: “vom Überfluss” und was bedeutet “vom Lebensnotwendigen”?
Schaut: Gott ist der Versorger von uns allen. Aber einige bekommen davon mehr ab - und sie nehmen es manchmal auch noch anderen weg. Andere haben weniger. Aber alle brauchen ja auch Essen, Trinken, einen Ort zum Wohnen. Beim Reichen ist das alles erfüllt. Er hat mehr als er braucht. Das, was mehr ist, ist der Überfluss. Und er nimmt von diesem Überfluss und spendet davon. Die arme Witwe hat gerade genug für die nötigsten Sachen im Leben. Aber sie möchte auch etwas weitergeben. Empfangen und geben - aus Dankbarkeit; und weil sie glaubt, dass Gott sie schon versorgt. Sie hat aber keinen Überfluss, von dem sie nehmen kann. Also nimmt sie vom Lebensnotwendigen. Und gibt.
Flipchart: mit grüner Schraffierung in Figur hinein zeichnen. Beim Reichen bis zum Kopf gefüllt - und weitere Schraffur um ihn herum. Bei der armen Witwe halbvoll gefüllt.

Was brauchen wir von “allem”?

Welche Figur passt eher zu dir? Der, der Überfluss hat oder die, welche Mangel hat? Was ist besser? Darf man den ersten verurteilen? Er sollte mehr abgeben? Darf man die zweite verachten? Die hat ja nichts - ist darum auch nichts wert...
Egal, wieviel wir haben… wenn Gott alles gehört, dann ist er der Versorger und wir sind die Verwalter. Darum ist es gut, mal zu überlegen: was brauchen wir wirklich von allem?
Ich habe hier drei Buchstaben: P, B und W.
Illustration: Vase mit den drei Buchstaben
B steht für Bedürfnisse: diese Sachen brauche ich zum Leben. (Essen, Trinken, Wohnen, Kleider, Kommunizieren, Transport, Pausen...)
P steht für Pflicht: diese Sachen muss ich bezahlen. (Krankenkasse Grundversicherung, Steuern, Miete, den ID-Ausweis, Zoll, meine Schulden zurückzahlen..., auch den Zehnten - also meinen Anteil, den ich Gott für sein Reich zurückgebe)
W steht für Wünsche: diese Sachen gönne ich mir. (Süssigkeiten, Ferien, grosser Fernseher, Haustiere, aber auch Geschenke für andere...)
Nun kann man natürlich bei den Bedürfnissen mehr oder weniger bescheiden sein. Essen brauchen wir. Aber es macht einen Unterschied, ob ich jeden Tag im Restaurant esse oder ob ich das Essen im Lidl einkaufe. Gute Verwalter entscheiden, wieviel sie brauchen! Es macht einen Unterschied, ob ich ein 100-fränkiges Abo plus monatlicher Rückzahlung fürs 1000-fränkige Handy anschaffe oder ob ich ein 150-Fanken Handy mit Prepaid Abo habe. Ein guter Verwalter entscheidet, wieviel genug ist. Denn: es gibt ja auch Pflichten, die wir erfüllen müssen. Und es gibt Wünsche, auf die wir sparen wollen. Und es wäre gut, auch Überfluss zu haben, um davon weitergeben zu können.
Mach den Deckel drauf, schliesse den Kreis. Heisst: mache ein Budget, wenn du ein guter Verwalter von all dem sein willst, das Gott dir gibt.
Und was dann Überfluss ist, ist “mehr als genug”. Das vertraut dir Gott an, um grosszügig damit zu sein.

Gott versorgt dich über viele Kanäle

Unser Blick ist oft auf den Mangel gerichtet: ich muss haben, haben, haben. Aber was Jesus uns zeigen will ist, dass wir kein ängstliches Herz haben müssen. Wenn Gott unser Versorger ist, dann kann auch eine arme Witwe etwas geben.
Gott hat verschiedene Versorgungskanäle.
Illustration: Säckchen Reis beschriftet in Vase einwerfen bis es Überfluss gibt.
Angehörige (Eltern, Kinder...)
Ernte (Garten...)
Lohn
Geschenke
Erlös (Verkauf...)
Ertrag (Zins...)
Unterstützung (Stipendien, Prämienvergünstigung...)
Leistungen (Versicherung...)
Zu all diesen Versorgungskanälen - und es gibt noch viele mehr - könnten wir alle Geschichten erzählen. Und wenn wir uns das so anschauen, dann sehen wir, wie gut Gott ist.

Was, wenn...

… Gott alles gehört?!

Denk darüber nach:

Was habe ich alles? (Empfangen)
Wofür brauche ich es?
Wovon gebe ich weiter? (Geben aus Überfluss oder Lebensunterhalt?)

To Do

Sei dankbar, für das, was du empfangen hast.
Mach den Deckel drauf als guter Verwalter, gute Verwalterin. Entscheide, wieviel du brauchst. Wieviel ist genug?
Klammere dich nicht an das, was du hast. Angst ist kein guter Ratgeber.
Unsere Haltung darf Psalm 73,25 sein: “Wen habe ich im Himmel außer dir? Du bist mir wichtiger als alles andere auf der Erde.”
Römer 8,32 NLB
Gott hat nicht einmal seinen eigenen Sohn verschont, sondern hat ihn für uns alle gegeben. Und wenn Gott uns Christus gab, wird er uns mit ihm dann nicht auch alles andere schenken?
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