Predigt zur Beerdigung (Drei Blicke, die unser Leben verändern können) (Überarbeitet 27.05.25)
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· 128 viewsAndacht in der Kapelle zur Beerdigung von Waldemar Pedde. Angelehnt an dem Predigtbeispiel von: Knorr, Hartmut. Für den besonderen Anlass: Kasualien in der Freikirche. Herausgegeben von Daniel Aderhold. 5., ergänzte Auflage. Material zum geistlichen Dienst. Erzhausen: Forum Theologie & Gemeinde (FThG), 2020.
Notes
Transcript
1. Wir schauen auf diesen Sarg
1. Wir schauen auf diesen Sarg
Vergänglichkeit des Lebens
Die Vergänglichkeit des Lebens: Nichts ist sicherer als der Tod!
Wir gehen oft unbefangen durchs Leben und verscheuchen jeden Gedanken an Leid und Sterben.
Wir leben im Hier und Heute, so als würde es immer so weitergehen.
Es ist sicher ein Geschenk wenn man Unbefangen durchs Leben geht, aber etwas mehr Ernsthaftigkeit und Realitätsbezug würden uns vielleicht helfen, dem Leben mehr Sinn abzugewinnen.
„Im Angesicht des nahen Todes werden die Sekunden kostbar!“ – „Das Wissen um den Tod gibt dem Leben Tiefgang!“
man will nichts vom Tod hören
Der moderne Mensch will das nicht hören.
Es ist ein unbequemes Thema. Auch ich empfand es oft schon als unbequem.
Laut einer Umfrage der Zeitschrift FOCUS haben 83 Prozent aller Bundesbürger über 50 Jahre eine starke innere Blockade, sich mit dem Thema Sterben auseinanderzusetzen.
Bei Jüngeren ist die Zahl noch höher.
was die Bibel dazu sagt:
Dabei sagt die Bibel in Hebr 9,27 ganz eindeutig: „Jedem Menschen ist es einmal gesetzt zu sterben …“
Jemand hat einmal die rhetorische Frage gestellt: „Ist nicht das ganze Leben eine Vorbereitung auf den Tod?“
Nicht ganz.
Aber es ist in jedem Falle eine Vorbereitung auf das, was nach dem Tod kommt.
Der Vers aus dem Hebräerbrief geht ja noch weiter: „…danach aber das Gericht.“
Hier geht es um ein Urteil von höchster Instanz – wer kann darin bestehen? Mit welchen Argumenten oder Taten wollen wir den Allerhöchsten beeindrucken?
Veranschaulichung
Um das besser zu verstehen, was bei dieser letzten Gerichtsverhandlung wirklich zählt will ich beschreiben, wie ein mittelalterliches Kaiserbegräbnis vonstattenging:
Wenn im Mittelalter ein deutscher Kaiser gestorben war, wurde der schwere Sarg durch die Straßen der Stadt bis vor das verschlossene Portal des Domes getragen. Dann schlugen die Fürsten, die den Sarg begleiteten, an das Tor und riefen: „Hier kommt der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.“ Aus dem Inneren des Domes kam die Antwort der Priester: „Den kennen wir nicht.“ Dann riefen die Fürsten alle fürstlichen Titel des Kaisers. Aber immer tönte die Stimme aus dem Inneren: „Den kennen wir nicht.“ Schließlich riefen die Fürsten: „Es kommt ein Sünder, der durch die Gnade Jesus Christi selig werden will.“ Da öffnete sich das Portal: „Nur der Sünder kann hereingelassen und begnadigt werden.“
Jesus Christus stellt alles auf den Kopf. Selbst ein Kaiser muss anklopfen und um Einlass bitten.
Bedeutung
Vor Gott zählen weder Titel noch gute Werke.
Vor Gott sind alle Menschen gleich:
„Nur als Sünder, der durch die Gnade Jesu Christi gerecht gemacht ist, kann ich bei Gott hereingelassen und begnadigt werden.“
Die Frage ist: Wie kann denn ein Sünder gerecht werden?
2. Wir schauen auf das Kreuz
2. Wir schauen auf das Kreuz
Das Kreuz ist das Symbol der christlichen Religion:
in der Kirche toleriert – in der Öffentlichkeit umstritten.
Das Wort vom Kreuz
Der Apostel Paulus schreibt an die Korinther: Das Wort vom Kreuz kann eine Dummheit sein …oder eine Gotteskraft!
Für die einen ist es einfach nur Unsinn, für die anderen aber Kraft zum Leben.
Das Evangelium lässt sich in einem Satz zusammenfassen:
Durch seinen stellvertretenden Opfertod am Kreuz hat Jesus Christus eine Befreiung erwirkt, an der jeder, der sie für sich in Anspruch nimmt, Anteil bekommt.
Die eherne Schlange
Im Gespräch mit dem Schriftgelehrten Nikodemus sagt Jesus über sich selber:
„Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ (Joh 3,14-16)
Die Israeliten hatten während ihrer Wüstenwanderung ein Problem mit Giftschlangen. Der einzige rettende Ausweg war, den Blick auf eine Schlange aus Bronze zu richten, die Mose angefertigt hatte.
Bedeutung für den Verstorbenen oder wenn nicht, die mögliche Bedeutung für den Zuhörer
Diesen rettenden Blick kannst du tun: Du kannst Jesus Christus annehmen und dem Erlösungswerk am Kreuz vertrauen – eine Kapitulation, eine Einsicht, “ich kann es nicht aus eigener Kraft.”
Bis zu den letzten Metern eines langen Lebensweges hat dann die Gnade in dir triumphiert!
Der schnelle Tod
Viele andere schieben ihr „Ja“ zu Jesus immer wieder auf. „Dafür ist später auch noch Zeit.“ Und dann kommt der Tod oft so schnell, dass sie ihr Leben nicht mehr in die Hand Gottes legen können.
Deshalb sind wir in Psalm 90,12 aufgefordert: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“
3. Wir werfen einen Blick in den Himmel
3. Wir werfen einen Blick in den Himmel
Wie es im Himmel aussieht
„Und siehe, eine große Volksmenge, die niemand zählen konnte, aus jeder Nation und aus Stämmen und Völkern und Sprachen, stand vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Gewändern und Palmen in ihren Händen. Und sie rufen mit lauter Stimme und sagen: Das Heil unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm!“ (Offb 7,9-10)
Eine unzählbare Schar von Menschen … sie jubeln ihrem Erlöser zu! Sie sind frei von den Lasten dieser Welt: keine Not, kein Schmerz, keine Tränen …
Einer von ihnen kannst du sein - Gott lässt dir die Wahl.
Der Grund dafür
Du kannst die Ewigkeit gewinnen:
nicht, weil du als Kind irgendwann mit Wasser besprengt wurdest,
nicht wegen der christlichen Kultur, in der du aufgewachsen bist,
nicht weil du anscheinend ein so anständiger Mensch warst
und nicht wegen des gesellschaftlichen Ranges, den du erreicht hast,
sondern einzig und allein, weil du dein Vertrauen auf Jesus Christus gesetzt hast, den Sohn Gottes, das Lamm, das die Schuld der ganzen Welt getragen hat.
Das sagt das Wort Gottes, die Heilige Schrift, und nicht ich - Ich bin nur ein Botschafter Gottes.
Viele Christen haben eben dieses Vertrauen auf die Gnade in Christus bekundet, indem sie zu Ihm gebetet haben, ihm ihre Sünden bekannt haben und Gott inbrünstig, auf Grundlage des Blutes Jesu Christi, um vergeung der Schuld gebeten haben.
Dieses Vertrauen hat ihnen die Liebe des Vaters zugänglich gemacht, Gerecht vor seinem Gericht gemacht und die Herrlichkeit des Himmels zugänglich gemacht!
Das ist der einzige biblische Weg.
Und es gibt einen Weg.
Deshalb Hoffnung
So kann diese Stunde des Abschieds bei aller Trauer auch eine Zeit der Hoffnung und des Triumphs für dich werden.
Der Tod hat hier auf Erden augenscheinlich das letzte Wort.
Aber es gibt noch einen, der dazu noch mehr zu sagen hat: Jesus Christus.
Und er vermag uns gerade jetzt in dieser schweren Zeit Trost zu geben und Hoffnung zu schenken für unsere eigenen Seelen.
Anwendung für Zuhörerschaft:
Hast du auch diese lebendige Hoffnung?
Ich lade dich ein und fordere dich auch heraus, das Gesagte zu Prüfen und gegebenenfalls danach zu handeln.
Amen!
