Gottes Haus: Evangelisation
Gottes Haus • Sermon • Submitted • Presented
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· 7 viewsBei der Evangelisation geht es nicht darum, dass wir den Menschen ein gutes Gefühl verkündigen, denn das können sie auch woanders finden, sondern ein neues Leben, das mit Jesus ist, von ihm lernt und so wird wie er.
Notes
Transcript
Evangelisation - Was ist Evangelisation und warum?
Evangelisation - Was ist Evangelisation und warum?
Wir sind mitten in der Themenreihe Gottes Haus. Wir gucken darauf, wovon das Gemeindeleben der ersten Gemeinde geprägt war, was das für unsere Gemeinde und auch uns persönlich bedeutet. Dazu sind eigentlich 2 Verse aus der Apostelgeschichte ausschlaggebend.
Viele nahmen die Botschaft an,
die Petrus verkündet hatte, und ließen sich taufen.
An diesem Tag gewann die Gemeinde
ungefähr 3000 Menschen hinzu.
Die Menschen, die zum Glauben gekommen waren,
trafen sich regelmäßig
und ließen sich von den Aposteln unterweisen.
Sie lebten in enger Gemeinschaft,
brachen das Brot miteinander und beteten.
Sie evangelisieren, taufen, feiern Abe2,41-42nmahl und beten an. Wir haben schon über die Taufe, den Beginn des Neuen Lebens mit Jesus und über Anbetung gesprochen. Heute wollen wir über uns das Thema Evangelisation angucken. Das Verkündigen des Evangeliums. Das Verkündigen der guten Botschaft des christlichen Glaubens. Bevor ich euch aber etwas dazu erzähle, würde ich gerne einmal von euch hören: Was ist das Evangelium? Was ist die gute Botschaft?
Zum einen ist das Evangelium etwas sehr persönliches. Jeder Christ hat seine Geschichte mit dem Evangelium. Jeder Christ hat seine Erfahrung mit dem Glauben und seinem essentiellen Inhalt gemacht: Jesus Christus. Jeder, der hier sitzt und gläubig ist, kann seine Geschichte erzählen, wie der Glaube ihn persönlich bewegt hat und zu einer guten Nachricht für ihn wurde. Eine Begegnung mit Jesus, die ihn geprägt und seine Perspektive auf das Leben und sich selbst verändert hat. Jeder hat sein Zeugnis, seine Begegnung mit Jesus. Sein Zeugnis zu erzählen ist aber noch nicht evangelisieren. Jesus ruft uns nicht dazu auf, dass wir unser Zeugnis verkündigen sollen. Er ruft uns dazu auf, dass wir das Evangelium verkündigen sollen. Unser Zeugnis, unsere persönliche Begegnung kann das Evangelium verkündigen, muss es aber nicht, denn das Evangelium ist zum einen etwas sehr persönliches, wenn es uns trifft.
Zum anderen ist es aber eine universelle Wahrheit, die jeden etwas angeht. Das Evangelium berührt uns persönlich, aber es ist nicht für uns allein, deswegen ist es wichtig, dass wir nicht nur davon reden, wie das Evangelium uns bewegt, sondern was das Evangelium im Großen bedeutet. Das Evangelium ist nicht nur unsere persönliche Geschichte, sondern es betrifft alle Menschen, deshalb sollen und wollen wir es weitererzählen, weil wenn es wirklich stimmt - dann wäre es nicht in Ordnung, sondern egoistisch es für sich zu behalten. Dann geht es nicht nur um uns. Aber was ist das Evangelium nun? Was sollen wir verkündigen? Eine kurze Zusammenfassung, die ich schon öfter gehört habe, ist folgende:
Du bist so schuldig, wie du es nie gedacht hast. Du bist so geliebt, wie du es nie für möglich gehalten hast.
Du bist schuldig. Was soll das bedeuten? Es bedeutet, dass du Fehler machst. Du machst Fehler in deinem Leben, die dich trennen. Die dich trennen von deinen Mitmenschen. Die dich trennen von dir selbst. Die dich trennen von Gott. Diese Schuld lastet auf dir und prägt dich und deine Beziehungen. Das gilt für jeden Menschen. Jeder Mensch ist erst einmal durch seine Schuld getrennt von Gott und hat keinen Zugang zu ihm. Dabei bleibt es aber nicht stehen, sondern du bist geliebt. Diese Trennung muss nicht so bleiben. Es gibt etwas, jemanden, der diese Distanz überbrückt. Es gibt jemanden, der die Distanz, die du zu deinen Mitmenschen, zu dir selbst, zu Gott hast, überwindet, indem er dir bewusst macht: Allein kannst du es nicht. Ich kann es aber für dich. Ich kann alle Distanz zwischen dir und deinen Mitmenschen, zu dir selbst und zu Gott aufheben. Ich mache dir den Weg frei. Dieser jemand ist Jesus. Deine Fehler definieren dich nicht. Wenn du dir eingestehst, dass du es nicht selber kannst, deine Schwäche erkennst, dann ist Jesus da, um dir aufzuhelfen und überwindet die Gräben mit dir. Er hat sich für dich gegeben. Er starb am Kreuz für deine Schuld, die Trennung verursacht. Er ist das Opfer, dem wir unsere Schuld abgegeben können, weil wir selbst nicht dazu in der Lage sind, all unsere Beziehungen wiederherzustellen und Trennungen zu überwinden, er aber schon. Wir sind befreit! Jesus macht jedem Menschen den Weg frei, dass sie wieder gesunde Beziehungen zu ihren Mitmenschen, sich selbst und Gott leben können. Und nicht nur das, der Glaube an ihn ermöglicht es, in Ewigkeit bei ihm zu sein. Wir kommen in den Himmel und müssen nicht in die Hölle, die absolute Trennung von Gott. Das Evangelium sieht nicht nur die Gegenwart, sondern die Ewigkeit. Das Evangelium weiterzugeben hat eine ewige Konsequenz für unsere Mitmenschen, die es von uns hören. Es ist ein Ausdruck unserer Liebe zu ihnen, dass wir ihnen das Evangelium weitergeben, damit sie im Dies- und Jenseits keine Trennung erleben müssen.
Du bist ein Sünder, der in die Hölle kommt. Gott liebt dich. Jesus ist am Kreuz für deine Sünden gestorben. Wenn du an ihn glaubst, kannst du in den Himmel kommen, wenn du stirbst.
Gefühle - Wieso geht es nicht um Gefühle?
Gefühle - Wieso geht es nicht um Gefühle?
Das ist das Evangelium, die gute Botschaft, die wir verkündigen. Das ist etwas total Schönes. Es gibt einem ein gutes Gefühl: Es zählt nicht mehr, was ich auf dieser Welt tue. Ich muss nicht perfekt sein, um wertvoll zu sein. Es hängt nicht von mir ab. Ich darf Fehler zugeben – und neu anfangen. Ich bin geliebt und befreit. Ich habe den Himmel vor mir. Ich bin Teil von etwas Größerem – einer Hoffnung, die über den Tod hinausgeht. Das Problem ist, dass eine Sache fehlt. Ja, wir sind schuldig. Ja, die Folge ist die Trennung von Gott. Ja, wir sind geliebt. Ja, Jesus ist für uns am Kreuz gestorben, um diese Trennung zu überwinden. Ja, die Tore des Himmels stehen für uns offen, wenn wir das annehmen. Das Evangelium ruft uns zur Buße auf, dass bedeutet, dass wir uns eingestehen fehlerhaft zu sein und es bereuen. Das Evangelium ruft uns zum Glauben auf. Es gibt uns ein gute Gefühl. Ja, die Schuld ist nicht angenehm, aber mir ist vergeben und ich bin geliebt. Ich glaube, dass es auch wichtig ist, dass das Evangelium uns ein gutes Gefühl gibt, aber wir trennen zwei Dinge voneinander, die nicht voneinander getrennt sein sollten: Glaube und Gehorsam. Wir rufen zum Glauben an Jesus auf, aber nicht dazu ihm zu gehorchen und unsere Leben nach ihm auszurichten. Ich kenne es bei vielen Menschen, dass irgendwann später nach der Entscheidung für den Glauben noch eine Entscheidung zur Nachfolge kommt. Eine Entscheidung dazu, zu sagen: Ich lebe nach den Vorgaben des Glaubens und mache es zur Grundlage meines Lebens. Wir machen die Nachfolge zu einer Option. Wir machen es zu einer Option Jesus zu gehorchen, weil wir das Evangelium verkürzen. Das erklärt auch, warum wir desöfteren nicht evangelisieren, weil es auch ein Auftrag Jesu ist und wir es auch zu einer Option machen. Ich mein, ich bin ja kein Evangelist. Ich kann ja nicht so gut reden. Ich bin nicht so mutig. Meine Taten sprechen mehr als Worte. Jesus sagt: Geht hin und verkündigt der ganzen Welt die gute Botschaft. Und nicht nur die Botschaft: Du bist geliebt und dir ist vergeben, sondern dazu kommt: kehre um. Und das ist etwas, dass sehr unangenehm sein kann. Das kann irgendwie einen faden Beigeschmack hinterlassen. Ja, also Liebe und Vergebung nehme ich gerne, aber jetzt auch noch gehorsam? Mein Leben ändern? Mein Leben neu ausrichten? Das ist mir zu viel. Jesus selbst definiert das Evangelium wie folgt:
»Die von Gott bestimmte Zeit ist da.
Sein Reich kommt jetzt den Menschen nahe.
Ändert euer Leben und glaubt dieser Guten Nachricht!«
Gottes Zeit ist jetzt. Sein Reich kommt. Ändert euer Leben und glaubt dieser guten Nachricht. Jesus spricht hier zu einem unterdrückten Volk. Ein Volk, was lange darauf gewartet hat Befreiung zu erfahren. Sie wollen sich von ihren Unterdrückern befreien. Sie wollen sich freikämpfen von der Macht, die sie gefangen hält. Jesus sagt hier zu ihnen: Himmel und Erde werden wieder vereint sein. Es wird eine Gesellschaft entstehen, die von dem Frieden, der Liebe und der Gerechtigkeit Gottes geprägt ist. Ihr könnt Teil dieses Gottesreiches sein, wenn ihr mir vertraut. Ihr könnt glücklich und selig sein, wenn ihr mir euer Leben lang vertraut. Es ist also nicht nur ein Annehmen der guten Botschaft. Es ist nicht nur die Annahme des Friedens, der Liebe und der Gerechtigkeit. Es ist ein Leben aus dem Frieden. Es ist ein Leben aus der Liebe. Es ist ein Leben aus der Gerechtigkeit. Es ist ein Vertrauen darauf, dass das was Jesus sagt stimmt und wir danach leben sollten. Glaube heißt nicht nur fühlen. Es ist nicht nur ein Erfahren, sondern es ist eine Richtung in die unser Leben verläuft. Es ist eine bewusste Entscheidung das Alte hinter sich zu lassen und neue Werte im Alltag zu leben. Und das nicht aus Zwang, sondern aus Vertrauen darauf, dass das Reich Gottes das Beste ist. Es ist eine Folge des Glaubens, dass sich unser Leben verändert und wir Jesus gehorchen. Wenn wir Menschen die gute Nachricht des christlichen Glaubens weitergeben wollen, geht es also nicht darum, dass wir den Menschen einfach nur ein gutes Gefühl vermitteln, sondern ihnen auch die Konsequenz dieser Entscheidung bewusst machen. Es geht nicht nur darum zu glauben, sondern sein Leben darauf auszurichten.
Neues Leben - Wie können wir ein neues Leben verkünden?
Neues Leben - Wie können wir ein neues Leben verkünden?
Wir stehen offenbar in einer großen Verantwortung. Wir haben eine Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen, deren Ewigkeit anscheinend in unseren Händen liegt und gegenüber Gott, dass wir den Menschen nicht einfach nur ein gutes Gefühl predigen, sondern ihnen bewusst machen: Gefühle und Gehorsam gehören zusammen. Aber ist das wirklich unsere Verantwortung?
Wer ist denn Apollos? Oder wer ist Paulus?
Sie sind Diener des Herrn,
durch die ihr zum Glauben gekommen seid.
Und jeder dient dem Herrn mit den Gaben,
die er bekommen hat.
Ich habe gepflanzt, Apollos hat gegossen.
Aber Gott hat es wachsen lassen.
Es zählt nicht, wer pflanzt oder wer gießt.
Es kommt auf Gott an, der alles wachsen lässt.
Wer ist Apollos? Wer ist Paulus? Paulus war ein Evangelist und hat die Gemeinde in Korinth gegründet. Er zog von einer Stadt zur nächsten, redete über den christlichen Glauben und brachte dann die Menschen zusammen, die eine Entscheidung für Jesus getroffen haben, um Gemeinschaft miteinander zu haben. Apollos war derjenige, der in der Gemeinde in Korinth blieb. Er vertiefte den Glauben der Menschen, indem er sie lehrte und verhalf durch seine Arbeit noch weiteren Menschen zum Glauben. Diese beiden haben ihre Verantwortung wahrgenommen. Sie haben Menschen zum Glauben und Gehorsam geführt. Wie soll uns das jetzt aber helfen? Wir sind nicht Paulus und auch nicht Apollos. Das sind Glaubensvorbilder, die uns vielleicht eher dazu führen zu sagen: Ich kann das nicht wie sie. Und das mag stimmen. Wir können es nicht wie sie. Wir haben nicht die gleichen Gaben. Wir haben nicht die gleichen Voraussetzungen, aber wir haben den gleichen Gott. Paulus hat gepflanzt. Apollos hat gegossen. Gott hat es wachsen lassen. Unsere Verantwortung liegt nicht darin, dass wir den Glauben in den Menschen wachsen lassen. Ihre Ewigkeit liegt nicht in unserer Hand. Wir können nicht kontrollieren, was das Evangelium in den Menschen verursacht. Der ein oder andere wird denken, dass wir verrückt sind und in die Klapse gehören. Der ein oder andere wird sich interessieren, aber es wird schnell wieder vergehen. Der ein oder andere wird sich für den Glauben entscheiden. Es wird sich uns nie erschließen, wieso der eine ja und der andere nein zum Glauben sagt. Das einzige, was in unserer Hand liegt, ist es den Menschen das Evangelium zu erzählen.
Leben leben - Wie können wir bei Jesus sein, von ihm lernen und werden wie er?
Leben leben - Wie können wir bei Jesus sein, von ihm lernen und werden wie er?
Aber wie kann man jemanden anrufen,
an den man nicht glaubt?
Oder wie kann man an jemandem glauben,
von dem man nichts gehört hat?
Und wie kann man von jemandem hören,
wenn es keine Verkündigung von ihm gibt?
Wie aber kann es eine Verkündigung geben,
wenn niemand dazu ausgesandt wurde? –
Gerade darüber steht ja in der Heiligen Schrift:
»Willkommen sind die Boten, die Gutes verkünden!«
Das ist unsere Aufgabe. Wir sind ausgesandt, damit die Menschen hören und anfangen Jesus anzurufen, zu ihm zu beten. Ich glaube, dass unser Problem, wenn wir das Evangelium nicht weitergeben, meistens gar nicht darin liegt, dass wir Angst haben. Wir leben in einer Welt, in der man fast alles glauben und sagen darf. Ich glaube auch nicht, dass es darin liegt, dass wir uns nicht für fähig halten. Ich glaube auch nicht, dass wir uns unserer Verantwortung nicht bewusst ist. Ich glaube auch nicht, dass wir die Nachricht für unseren erleuchteten Kreis behalten wollen und wir Egoisten sind. Ich glaube, dass wir nicht das Evangelium weitergeben, weil es für uns selbst oft nur Glaube und nicht Gehorsam ist. Wir glauben an Jesus. Wir glauben an das, was er getan hat, aber diese Lebensveränderung zum Ebenbild Jesu, dass Menschen uns wiedersehen und sagen: Du hast dich aber verändert. Du bist liebevoller, freundlicher, friedvoller, geduldiger, gütiger, treuer, sanftmütiger, beherrschter. Ich glaube, dass uns dieses Erleben oft fehlt. Ich glaube, dass uns der Gehorsam gegenüber Gott und seinen Geboten fehlt und wir deswegen in die Lage kommen sagen zu müssen: Ja, ich bin ja genau wie du. Ich mache die selben Sachen wie du. Ich lebe so wie du, aber ich habe noch den Glauben als Add-On. Wenn der Glaube uns packen, uns inspirieren, uns verändern würde, wenn er nicht einschläfernd und nur ein nettes Beiwerk ist, wenn er unser Leben wirklich prägt und wir deshalb anders sind, dann wird es uns leichter fallen vom Glauben zu reden. Dann wird es uns leichter fallen vom Evangelium zu reden, weil wir in unserem Leben merken: Es verändert sich etwas. Ich bin nicht mehr der selbe wie vor einem Jahr. Jesus hat mein Leben verändert. Jesus ist in meinem Leben präsenter. Ich lerne von ihm. Ich werde wie er. Vielleicht ist das die letztendlich Verantwortung, die wir haben. Mit Jesus zu sein, von ihm zu lernen, zu werden wie er und dann werden wir ganz automatisch von ihm erzählen, weil wir von ihm gefüllt werden, weil Menschen das auch haben wollen, weil es eine gute Nachricht ist. Es braucht keine besonderen Begabungen, um Menschen vom Evangelium zu erzählen. Es braucht kein besonderes Wissen. Es braucht nicht einmal den perfekten Moment. Es braucht nur dich.
