Teenkreis-Input: Christi Himmelfahrt (Apg 1,1-12)

Sermon  •  Submitted   •  Presented
0 ratings
· 6 views
Notes
Transcript
Was kommen euch für Gedanken, wenn ihr Christi Himmelfahrt hört? 
Für mich war Himmelfahrt immer irgendwie ein bisschen “komisch”. Karfreitag und Ostern: ja, kennt man – Jesus ist gestorben und auferstanden. Pfingsten danach: kennt man auch – die Jünger Jesu erhalten den Heiligen Geist, Start der Gemeinde. Dazwischen war für mich Himmelfahrt iwie einfach “da”. Ja, klar, Jesus geht wieder in den Himmel, aber ich wusste nicht so wirklich was damit anzufangen. Vlt geht es dir auch so, vlt bist du auch viel besser dabei als ich und hast schon voll den Plan über Himmelfahrt. Heute wollen wir uns auf jeden Fall diese Himmelfahrt Jesu mal genauer anschauen und sehen, warum sie nicht nur eine Randnotiz ist und was sie für uns heute bedeutet außer, dass wir einen weiteren freien Tag im Jahr haben. 
Dazu schauen wir mit drei verschiedenen Perspektiven auf die Himmelfahrt, um zu sehen, was sie vor dem Hintergrund des Alten Testaments bedeutet, was sie für uns als Christen und Gemeinde heute bedeutet und was sie für die ganze Welt in der Zukunft bedeutet. Und danach auch noch kurz, wie die Himmelfahrt uns zeigt, wer Jesus ist
Zunächst schauen wir aber in die Bibel. Es gibt zwei Texte, die von der Himmelfahrt Jesu berichten – wer weiß, wo diese stehen? Lk 24,50-53; Apg 1,1-12 
Wir lesen den etwas ausführlicheren Bericht in Apg 1,1-12 
Wow, da steckt viel drin – wir können uns jetzt aber nur mit der eigentlichen Himmelfahrt beschäftigen und fragen uns, wie gesagt, was sie vor dem Hintergrund des AT bedeutet, was sie für uns heute als Gemeinde bedeutet und was sie in Zukunft für die ganze Welt bedeutet
Aber was passiert eigentlich. Jesus geht wieder “nach Hause”. Er geht wieder in den Himmel zu Gott dem Vater; er kommt in die Gegenwart Gottes. 
Wer weiß, was für die Israeliten im Alten Testament der Ort der Gegenwart Gottes war? Das Allerheiligste. Einmal im Jahr gab es in Israel den “großen Versöhnungstag”, an dem ein Opfer für das ganze Volk gebracht wurde, damit dem ganzen Volk Israel vergeben werde. Und dieses Opfer sollte der Hohepriester vor Gott, in Gottes Gegenwart, ins Allerheiligste bringen. Wir lesen dazu mal 3Mose 16,15-17. Wie also damals das Opfer des Hohepriesters für das Volk Israel wirksam wurde, dadurch dass der Priester es ins Allerheiligste vor Gott gebracht hat, so wird auch das viel größere Opfer Jesu für alle Völker der Welt wirksam dadurch, dass er es in die himmlische Gegenwart Gottes gebracht hat. Vor dem Hintergrund des AT sehen wir also, dass nicht am Kreuz und nicht durch das leere Grab, sondern durch die Himmelfahrt Jesu Opferdienst endgültig erfüllt wurde. 
Aber Jesu Himmelfahrt ist nicht nur vor dem Hintergrund des AT relevant, sondern hat auch eine Bedeutung für uns als Gemeinde heute – sogar eine doppelte. Die eine haben wir schonmal kurz angesprochen. Himmelfahrt liegt vor Pfingsten und ist quasi die Bedingung für Pfingsten. Ohne Himmelfahrt kein Pfingsten. An anderer Stelle hat Jesus schon zu seinen Jüngern gesagt, dass es besser für sie ist, dass er geht, weil dann der Heilige Geist kommt und in ihnen und durch sie wirkt (Joh 16,7). Und auch hier redet Jesus ja davon, dass die Jünger mit Heiligen Geist getauft werden – wozu? Damit sie Zeugnis von Jesus geben können bis an die Enden der Erde. Das ermöglicht der Geist. Durch den Heiligen Geist konnte die immer noch z.T. verunsicherte kleine Gruppe von Jüngern damals mutig und offen Zeugnis über die frohe Botschaft von Jesus geben. Durch den Geist und durch dieses Zeugnis ist aus dieser kleinen Gruppe von Jüngern eine weltweite, zeitlose Gemeinschaft geworden, die das Römische Reich, die das Mittelalter, die alle möglichen Kriege und Verfolgungen durchlebt und überwunden hat. Eine Gemeinschaft, die mittlerweile seit 2000 Jahren besteht zu der heute über 2 Milliarden Menschen gehören und die es in jedem Land der Welt gibt. Eine Gemeinschaft für die Ewigkeit. Und das alles durch den Heiligen Geist, den Jesus uns vom Himmel gesandt hat und für dessen Kommen die Himmelfahrt daher notwendig war. 
Und während der Geist hier auf der Erde in uns und durch uns wirkt und Christus bezeugt, während wir als seine Gemeinde hier die gute Nachricht von ihm bezeugen und weitererzählen, tritt Jesus im Himmel vor Gott für uns ein. So heißt es im Hebräerbrief: Jesus tritt vor Gott für uns ein, damit wir ohne Angst vor Gott treten können. Wir lesen dazu mal Hebr 7,25. Bei alledem, was wir hier tun und lassen und was wir, zumindest ich, auch allzu oft verkacken, steht Jesus vor Gott und tritt für uns ein. Wenn wir mal wieder den Karren vor die Wand fahren, wenn wir mit unseren Mitmenschen, Gottes Geschöpfen nicht so umgehen wie wir sollten, wenn wir statt zu lieben hassen, wenn wir uns versündigen, steht Jesus vor Gott und sagt: “Ja, der Silas, die Elisabeth, der Salomo, die Daria, ... hat es mal wieder versemmelt, aber schau mich an: Ich bin das Opfer, ich habe für die Sünde bezahlt, ich trage ihre Schuld und nehme sie von ihnen. Ihnen ist vergeben. Und ich bin der erste von ihnen der auferstanden ist. Eines Tages werden sie hier alle wie ich als neue Menschen vor dir stehen.” Denn Jesus hat in der Himmelfahrt das Menschsein nicht abgelegt. Auch im Himmel ist er ganz Gott und ganz Mensch und somit der erste Mensch, der im neuen Körper im Himmel vor Gott steht. In der Geburt Jesu im Stall in Bethlehem kam Gott zu den Menschen und durch die Himmelfahrt Jesu kam der Mensch zu Gott; damit auch alle anderen Menschen zu Gott kommen können. Auch dieses Versprechen steckt in der Himmelfahrt. Für uns heute bedeutet die Himmelfahrt Jesu also, dass wir dadurch den Heiligen Geist haben dürfen und durch diesen die gute Nachricht von Jesus überall in der Welt bezeugen dürfen, wie Christen es überall und zu aller Zeit getan haben und tun werden, bis wir eines Tages wie Jesus bei ihm sein und die Ewigkeit mit ihm verbringen werden. Und bis dahin tritt Jesus vor Gott für uns und all den Mist, den wir immer noch bauen, ein. 
Und dieser Aspekt der ewigen Gemeinschaft mit Jesus bringt uns zur letzten Bedeutung der Himmelfahrt – einer Bedeutung für die ganze Welt. In dem Text, den wir gelesen haben, fragen die Jünger Jesus, ob er jetzt seine Herrschaft aufrichten werde. Und am Ende sagen die Engel den Jüngern, dass Jesus wie er gegangen ist auch wiederkommen wird. (Das hat Jesus auch bei seinem Verhör vor seiner Kreuzigung dem Hohen Rat gesagt. Wir können mal lesen, was er in Mt 26,64 auf die Frage antwortet, ob er Gottes Sohn sei.) Jesus kommt wieder! Wie er gegangen ist, so wird er wiederkommen – auf den Wolken des Himmels. Und dann nicht als kleines Kind oder als leidender Knecht, sondern als siegreicher Herrscher. Und diese Perspektive steckt auch in der Himmelfahrt: eines Tages kommt Jesus wieder, als König und Herrscher. Dann wird er seine Herrschaft, die jetzt schon im Himmel begonnen hat, auch hier antreten. Dann wird er sein Königreich vollenden, über das im letzten Buch der Bibel gesagt wird:  
»Sieh her: Gottes Wohnung ist bei den Menschen! Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein. Gott selbst wird als ihr Gott bei ihnen sein. 4  Er wird jede Träne abwischen von ihren Augen. Es wird keinen Tod und keine Trauer mehr geben, kein Klagegeschrei und keinen Schmerz. Denn was früher war, ist vergangen.« (Offb 21,3b-4) 
Dieses Reich kommt – auch das dürfen wir durch die Himmelfahrt Jesu wissen. Und jeder Mensch darf zu diesem Königreich dazugehören, wenn er an Jesus glaubt. Und bis Jesus wiederkommt, haben wir die Möglichkeit, uns dafür oder dagegen zu entscheiden. Hast du dich schon entschieden? 
Wir haben jetzt also durch drei Perspektiven gesehen, was die Himmelfahrt Jesu vor dem Hintergrund des AT bedeutet - nämlich, dass dadurch das Opfer das er gebracht hat wirksam geworden ist -, was es für uns als Gemeinde heute bedeutet - nämlich, dass er uns vom Himmel aus den Heiligen Geist gegeben hat, durch den wir ihn in der ganzen Welt bezeugen können und dass bis wir eines Tages bei ihm sein werden, er vor Gott für uns eintritt – und was es für die Zukunft der Welt bedeutet - nämlich, dass Jesus wie er gegangen ist auch wiederkommen und sein Königreich ohne Leid, Tod und Trauer vollenden wird. 
Zum Schluss will ich euch noch eine weitere Perspektive weitergeben - nämlich die, wie die Himmelfahrt uns nochmal zeigt, wer Jesus ist. Jesus werden ja oft drei Rollen zugeschrieben – wer weiß, welche das sind? König, Priester und Prophet. Jesus ist unser König, Priester und Prophet. Und alle drei Aspekte können wir in der Himmelfahrt sehen und werden durch die Himmelfahrt deutlich. Jesus ist König; der König, der jetzt schon im Himmel seine Herrschaft angetreten hat und der sein Königreich eines Tages vollenden wird. Er ist der, der “Macht hat über alles im Himmel und auf Erden”. Jesus ist Priester, im Hebräerbrief wird er oft als Hohepriester bezeichnet; er hat das Opfer gebracht und durch die Himmelfahrt vor Gott gebracht und er tritt, wie die Priester im AT, vor Gott für uns ein, auch wenn wir mal versagen. Und Jesus ist Prophet; er hat die frohe Botschaft in die Welt gebracht und auch wenn er jetzt im Himmel ist, so ist diese frohe Botschaft von ihm in der Welt und uns anvertraut, damit wir sie weitergeben. Und dazu hat uns Jesus den Heiligen Geist vom Himmel gesandt, der uns dazu befähigt. 
Also ist die Himmelfahrt, anders als es mir oft schien, nichts Nebensächliches, sondern hat krasse Bedeutung damals vor dem Hintergrund des AT, heute für uns als Gemeinde und für die Zukunft der Welt und zeigt uns sehr anschaulich, dass Jesus unser guter König, Priester und Prophet ist, der alle Macht hat, der uns gerettet hat, der für uns eintritt und der uns die frohe Botschaft und den Heiligen Geist gegeben hat, damit alle Menschen davon hören und mit dem wir die Ewigkeit verbringen dürfen, wenn wir an ihn glauben. Und das alles sehen wir in Christi Himmelfahrt. 
Related Media
See more
Related Sermons
See more
Earn an accredited degree from Redemption Seminary with Logos.