Der Geist der Wunder wirkt - Pfingsten heute erleben

Unterwegssein mit dem Heiligen Geist  •  Sermon  •  Submitted   •  Presented
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Input 2 Pfingstcamp: "Der Geist, der Wunder wirkt" - Pfingsten Fokus: Kraftwirkungen, Heilung, Umgang mit Leiden und Hoffnung Ziel: Wir entdecken das anhaltende Wirken des Geistes, differenzierter Umgang mit Wunder und Schmerz

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Rückblick & Einstieg

Gestern: Das Pfingstereignis. Der HG der die Apostel erfüllte. Damals erfahrbar mit einem Brausen und etwas wie Flammenzungen, die auf den Köpfen sichtbar wurden und begleitet davon, dass die Apostel in fremden Sprachen zu reden begannen.
Dann hat Beni auch aufgezeigt wie es weiterging - nämlich spektakulär unspektakulär, aber teilweise auch echt spektakulär.
Spektatkulär unspektaluräen z.B. das Miteinander der ersten Christen.
Lehre, Gemeinschaft, gegenseitige Unterstützung, Gebet und Essen (das Abendmahl war dazumal höchstwahrscheinlich mit einer gemeinsamen Mahlzeit verbunden). Dann lesen wir auch vom grossem Zusammenhalt, dass sie ihren Besitz miteinander teilten oder sogar verkauften um einander zu helfen.
Acts 2:46 NGÜ NT+PS
Einmütig und mit großer Treue kamen sie Tag für Tag im Tempel zusammen. Außerdem trafen sie sich täglich in ihren Häusern, um miteinander zu essen und das Mahl des Herrn zu feiern, und ihre Zusammenkünfte waren von überschwänglicher Freude und aufrichtiger Herzlichkeit geprägt.
Was wir da lesen ist das, was wir in Galater 5 als Frucht des Geistes kennengelernt haben. Freude, Herzlichkeit, Liebe, Güte, usw… Spektakulär unspektakulär - Alltag - aber eben mit dem Heiligen Geist.

Spektakulär

Und lesen wir auch, dass immer wieder Dinge passierten die wir als “spektakulär” bezeichnen.
Wie etwa als Petrus und Johannes eines Tages zum Tempel unterwegs waren und dabei an einem Gelähmten vorbeigingen der für seinen Lebensunterhalt betteln musste. Als er Petrus und Johannes bat ihm etwas zu geben passierte folgendes:
Acts 3:6–8 NGÜ NT+PS
Da sagte Petrus zu ihm: »Silber habe ich nicht, und Gold habe ich nicht; doch was ich habe, das gebe ich dir: Im Namen von Jesus Christus aus Nazaret – steh auf und geh umher!« Mit diesen Worten fasste er ihn bei der rechten Hand und half ihm, sich aufzurichten. Im selben Augenblick kam Kraft in die Füße des Gelähmten, und seine Gelenke wurden fest. Er sprang auf, und tatsächlich: Seine Beine trugen ihn; er konnte gehen! Der Mann folgte Petrus und Johannes in den inneren Tempelvorhof, und immerfort lief er hin und her, hüpfte vor Freude und pries Gott.
Und wenn wir dann weiterhören, dann wird daraus schlussendlich eine Gelegenheit das Evangelium zu verkünden.

Menschen finden Jesus

Wir gehen gleich weiter darauf ein, aber es ist mir wichtig festzuhalten, dass die “spektakulären” Ereignisse eigentlich immer dazu dienten, dass Menschen zu Jesus finden.
Jesus hat den Jüngern schon gesagt, dass die Erfüllung mit dem Heiligen Geist sie dazu befähigen würde Zeugen fürh ihn zu sein und das Evangelium in der ganzen Welt zu verbreiten.
Auch schon bei der Ausgiessung des HG war die Auswirkung davon, dass viele Menschen zum Glauben fanden.
Acts 2:41 NGÜ NT+PS
Viele nahmen die Botschaft an, die Petrus ihnen verkündete, und ließen sich taufen. Durch Gottes Wirken wuchs die Gemeinde an diesem Tag um etwa dreitausend Personen.
3000 sind sicher keine kleine Gemeinde, “Megachurches” gab es anscheinend schon damals, nicht nur kleine Hausgemeinden.

Der Geist wirkt machtvoll

Das “spektakuläre” Ereignis, als dieser Gelähmte geheilt wurde, war bei weitem kein Einzelfall. Es heisst in der Apostelgeschichte “… durch die Apostel geschahen zahlreiche Wunder und viele außergewöhnliche Dinge.”
Auch das ist eine Seite des HG. Er ist ein Geist der machtvoll wirkt und übernatürliches bewirkt, wie Jesus es den Jüngern versprochen hatte. Was hat es damit auf sich?

Kraftwirkungen als Zeichen des kommenden Reiches

Die übernatürlichen Kraftwirkungen des Heiligen Geistes ein “hereinbrechen des Königreiches Gottes”. Es sind Momente wo wir bereits im JETZT erfahren wie das Reich Gottes ist.
Man redet in dem Zusammenhang vom “schon jetzt und noch nicht” des Reich Gottes. Das Reich Gottes (od. die Königsherrschaft Gottes) ist schon jetzt durch Jesus Christus hereingebrochen (inaugriert), aber seine vollständige Erfüllung steht noch aus. Deshalb z.B. im Vater Unser Matthäus 6,9–10 “... dein Reich komme, dein Wille geschehe auf der Erde, wie er im Himmel geschieht.”
Als Christen sind wir Menschen die wie in zwei Realitäten zuhause sind. Mit einem Fuss noch in der unerlösten Welt zuhause, mit dem anderen Fuss, durch den Heiligen Geist), auch schon im Reich Gottes zuhause. Und durch den Heiligen Geist erleben wir immer wieder einen Vorgeschmack (ein “Probiererli”) von dem, was uns einst in Vollkommenheit erwartet.
Ein Geschenk aus Gnade - Gott lässt uns bereits hier und jetzt immer wieder erfahren und eine Vorgeschmack bekommen wie es eines Tages sein wird. Nicht etwas was wir uns verdient hätten, sondern, dass er uns in seiner Güte und Gnade schenkt. Aber auch nicht etwas was worauf wir “ein Recht darauf” hätten. —> Probiererli

Heilung

Eines dieser “Probiererli”, Bibel redet von Gaben die HG gibt, das wir heute schon erleben ist Heilung. Heilung ist ein “schon jetzt” Vorgeschmack des “noch nicht”. Der Heilige Geist gibt uns die Möglichkeit für Heilung zu beten. Jesus beauftragte seine Jünger explizit die gute Nachricht zu verkünden und Kranke zu heilen (Mt 10,1).
Möchte heute besonders beim Thema Heilung bleiben (weitere Gaben dann am nächsten Sonntag). Warum der Fokus auf Heilung?
Heilung ist auf die eine Seite etwas was wir sehen dass für die Apostel und die erste Kirche einfach dazugehört hat. Heilung ist ein Dienst der Kirche - so wie Predigt, Weisheit, Gebet, Ermutigung oder Prophetie. Es ist nicht etwas so ausordentliches dass wir dafür spezielles Training oder Handauflegung, Salbung oder ein spezifischer Auftrag Gottes dafür bräuchten. Es gehört zu den Gnadengeschenken Gottes dazu, die Teil des christlichen Lebens sind.
Du bist krank? Bete mutig für Heilung. Jemand in deinem Umfeld geht es nicht gut? Wird beten für Heilung. Und ich habs schon erlebt wie Menschen sofort Heilung erfahren haben. Manchmal aber auch nicht. Und manchmal kann man es auch nicht zu 100% sagen ob es der HG, war der geheilt hat oder ob Heilung durch sonst kam - eigentlich können wir es sogar nie zu 100% wissen.
Heilung ist aber auch speziell.
«Heilung ist kompliziert, weil Leiden real ist und Leiden schmerzt. Heilung wird meistens mitten im Leiden gesucht, und wenn wir um Heilung bitten, bitten wir Gott, etwas zu berühren, das unser Leben wahrscheinlich bereits geprägt hat – und es neu zu prägen. Ob Gott Heilung schenkt oder nicht: Unsere Geschichten von Krankheit und dem Suchen nach Heilung verändern uns in jedem Fall für immer.» - Tyler Staton
Genau das macht Heilung manchmal auch sehr kompliziert. Bei anderen geistlichen Gaben ist es viel einfacher damit umzugehen, wenn Gott nicht so handelt wie wir es uns wünschen. Wenn wir um Heilung bitten, dann ist das meistens im Zusammenhang mit etwas, das unser lebens bereits entscheidend beeinflusst hat - und bitten Gott unser leben gleich nochmals entscheidend zu beeinflussen.

Was wenn Gott nicht heilt

Es ist wichtig, dass wenn wir eine Theologie des Heilens haben, wir gleichzeitig auch eine Theologie des Leidens haben. Beides ist real und als Christen sind wir nicht vor Leiden und Krankheit bewahrt.
Romans 5:3–5 HfA
Doch nicht nur dafür sind wir dankbar. Wir danken Gott auch für die Leiden, die wir wegen unseres Glaubens auf uns nehmen müssen. Denn Leid macht geduldig, Geduld aber vertieft und festigt unseren Glauben, und das wiederum stärkt unsere Hoffnung. Diese Hoffnung aber geht nicht ins Leere. Denn uns ist der Heilige Geist geschenkt, und durch ihn hat Gott unsere Herzen mit seiner Liebe erfüllt.
Aus dieser Aussage kann man mehrere Schlüsse ziehen. (wegen Zeit teilw. keine näheren Erläuterungen mit anderen Bibelstellen)
Leid ist anscheinend etwas was zum Leben eines Christen gehört und für das wir Gott auf eine Weise sogar dankbar sein können. Warum?
Weil Leid auch etwas in uns bewirkt. Wir werden verändert, und zwar auf eine Art und Weise, wie uns eben etwas anderes vielleicht nicht verändern könnte.
Wir wachsen in Barmherzigkeit / Mitgefühl.
Wie anders kann ich mitfühlen was einem wichtig wird wenn man einen geliebten Menschen verliert, seit ich es selber erlebt habe? Wie anders kann ich verstehen was eine schwere Diagnose bei jemandem bedeutet, wenn ich es nicht bei jemandem im nächsten Umfeld miterlebt hätte? (und auch das noch nicht gleich) Verlust von Kind, nie schmerzen gelitten, usw...
Autorität. Aus meinem eigenen Leid erwächst Autorität. Was könnte ich euch über Leid erzählen, wenn ich selbst nie leid in meinem Leben erfahren habe?
Würdet ihr mir wirklich zuhören? Aus den Wunden deines Leids wächst Autorität, Glaubwürdigkeit und Stärke.
Liebe empfangen - wer alles unter Kontrolle hat kann nie gleich Liebe selbst empfangen, wie jemand der auch mal schwach ist und der keine Kontrolle mehr über das Leben hat.
Wenn man plötzlich erlebt wie Menschen sich um dich kümmern und für dich da sind, die das nicht müssten oder auch nicht tun weil es dafür eine Gegenleistung gibt. Das ist eine völlig neue Erfahrung von Liebe und Barmherzigkeit.
Dankbarkeit und neues Bewusstsein dafür was wirklich zählt im Leben. Leid ordnet unsere Prioritäten neu, Dinge die wichtig schienen erweisen sich plötzlich als leer und völlig nebensächlich.
Es gäbe noch mehr. Was ich damit nicht sagen will, dass Gott Freude an unserem Leid hat. Nein, Leid schmerzt ihn genauso. Es ist auch trotzdem ganz normal wenn wir wünschen dass das Leid schnell vorübergeht. Aber der Heilige Geist kam eben nicht nur als der, der uns von allem Leid befreit, sondern derjenige der in uns ist und mit uns durch leiden durchgeht. Der, der uns Kraft gibt im Leid es durchzustehen. Der sowohl mit dem Guten als auch dem Schlechten in unserem Leben arbeitet und es zu einem Teil seines erlösenden Werks an uns werden lässt.

Wie für Heilung beten

Folgende Gedanken können uns helfen, wie wir im Leid um das Wirken des Heiligen Geistes beten.
Gottes Wille
Gott ist ein Gott der Leid kennt und auch selbst vor Leid nicht zurückschreckt. Jesus Christus hat selbst gelitten und Leid auf sich genommen. Für Gott ist Leid nichts fremdes. Gottes Wille für uns ist nicht - du darfst kein Leid erleben. Er lässt Leid zu.
Zu einem sehr grossen Teil ist Leid das Produkt davon, dass Gott sich entschieden hatte uns Menschen einen freien Willen zu geben. Und durch unsere Entscheidungen verursachen wir Leid und Schmerz bei uns, aber auch bei anderen.
Ein Gebetsansätz ist also zu beten: Dein Wille geschehe, auch wenn er bedeutet dass Leid und Krankheit Teil unseres Leben ist.
Gottes Welt
Wir sind Teil von Gottes Welt und seit dem Sündenfall ist es eine gebrochene Welt. Als Teil dieser Welt sind wir Teil dieses Systems und leiden darin mit.
Gott kommt aber in der Erlösungsgeschichte in dieses Welt und lebt mit uns darin. Er kommt uns zur Seite und leidet mit. Er lässt uns im Leid nicht allein.
Ein Gebetsansätze ist: Heiliger Geist, du bist Gott bei mir und in mir. Ich brauche deine Begleitung in dieser schweren Zeit ganz besonders.
Gottes Kampf
Ein dritter Aspekt ist die Realität, dass das Böse auf dieser Welt ebenfalls Einfluss hat und Leid und Krankheit verursacht. Wir leben mit einem Fuss auf dieser Welt wo dieser Kampf noch tobt und mit dem anderen Fuss bereits im “noch nicht” des Reiches Gottes. Als Christen kämpfen wir mit Christus für sein Reich und wollen es demonstrativ auf dieser Erde manifest werden lassen.
Darum dürfen wir auch mutig beten: Heiliger Geist wirke wundersam und lass das Reich Gottes sichtbar werden. Heile du was Krank ist.
Der Heilige Geist hat eine Doppelfunktion. Ja er wirkt machtvoll und kann uns heilen, aber er ist auch derjenige der uns tröstet und die Kraft gibt Leid und Krankheit des “noch nicht” von Gottes Reichs zu tragen.
Es gibt zwei andere extremere Ansichten zu Kraftwirkungen des Heiligen Geistes.
Die einen Glauben, dass Kraftwirkungen nur zur Zeit der Apostel stattgefunden haben und dass es heute keine echten Kraftwirkungen des Heiligen Geistes mehr gibt (Cessationismus)
Andere Glauben dass Zeichen und Wunder das normalste sein sollte und uns als Christen so quasi “zustehen” und man es nur im Glauben ergreifen muss. Das kann dann z.B. Kranke unter hohen Druck setzen, wenn es nicht passiert weil es ja bedeuten würde dass sie etwas falsch gemacht haben wenn Gott nicht heilt.
Und dann gibt es noch eine dritte Position dazu, die wir auch bei uns in der GvC so sehen. Wie angedeutet ein “hereinbrechen des Königreiches Gottes”, das aber noch nicht in seiner ganzen Fülle da ist.
In der heutigen Zeit ist es eines der obersten Gebote Leid zu vermeiden oder verhindern. Ja, leid ist hart und wenn wir in einer Situation sind wo wir leiden ist es ganz normal das wir uns wünschen schnellstmöglich einen Weg aus dem Leid zu finden. V.a. wenn wir ja wissen, dass Gott uns eigentlich heilen könnte.
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