Sacharia 11

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Vers für Vers Auslegung

Sacharja 11,1–3 ELB CSV
Öffne deine Tore, Libanon, und Feuer verzehre deine Zedern! Heule, Zypresse! Denn die Zeder ist gefallen, denn die Herrlichen sind verwüstet. Heult, Eichen Basans! Denn der unzugängliche Wald ist niedergestreckt. Lautes Heulen der Hirten, denn ihre Herrlichkeit ist verwüstet; lautes Gebrüll der jungen Löwen, denn die Pracht des Jordan ist verwüstet!
In diesem ersten Teil, welches im Urtext als Gedicht formuliert und dargestellt ist, geht es um den Untergang des zweiten Tempels. Der erste Tempel wurde von Salomo gebaut und unter König Nebukadnezar dem Zweiten von den Babyloniern zerstört. Das geschah als die Israeliten aufgrund ihres Ungehorsams Gottes gegenüber nach Babylonien deportiert wurden. In den Jahren des Exils von Israel verloren die Babylonier an Macht und wurden vom persischen Reich als Weltmacht abgelöst. Der persische König Kyrus erlaubte den Juden die Rückkehr nach Jerusalem und auch den Wiederaufbau des Tempels. Sofort nach der Rückkehr begannen die Juden mit dem Wiederaufbau des zweiten Tempels. Hochmotiviert gingen sie ans Werk - doch das gefiel nicht allen umliegenden Völkern. Zu gross war die Angst von einem mächtigen Judenstaat. Die Samariter boten den Juden in Esra 4 ihre Hilfe für den Bau des Tempels - wir helfen euch, wir beten doch auch den selben Gott an wie ihr. Was jedoch nur zum Teil korrekt war - den die Samariter praktizierten einen Mischglauben. Dies lesen wir in 2.Könige 17 - und da waren die Israeliten wachsam und bewundernswert Konsequent. Götzendienst war einer der Hauptgründe, warum die Israeliten überhaupt erst nach Babylon deportiert wurden. Und nun wollten sie Konsequent nichts mehr mit diesem Götzendienst zu tun haben. Sie wiesen die Hilfe der Smariter ab und sagten Ihnen das sie alleine Bauen wollen.
Ich erachte das als unglaublich Konsequent und Bewundernswert. Die Israeliten schützten einerseits den Tempel Gottes vor Verunreinigung durch Götzendienst und andererseits auch sich selber vor einem Rückfall in die persönliche Sündhaftigkeit indem sie die Verführungen aus ihrem Umfeld entfernten. Hätten Sie die Hilfe der Samariter zugelassen, wäre dies wie ein trockener Alkoholiker welcher täglich in eine Bar geht um ein Eistee zu trinken. Da wäre nicht sinnvoll und würde wohl irgendwann zu einem Rückfall in die alte Sündhaftigkeit führen.
Doch diese Konsequenz der Juden hattte folgen - die Samariter klagten die Juden beim persischen König an indem sie ihm Angst vor den Juden machte und so erwirkten sie einen vom König verordneten Baustopp. Eingeschütert und ängstlich verflog der Mut der Juden und der Tempel wurde nicht weitergebaut. Doch Gott sandte dei Proheten Sacharia und Haggai und diese zwei Prophteten ermutigten die Israeliten witerzubauen - ja, sie ermutigten sie Gott mehr zu gehorchen als dem Gesetzt. So ging es weiter mit dem Bau des Tempels. König Darius lenkte später auch wieder ein und der Temple konnte fertiggestellt und eingeweiht im Jahr 516 vor Christus.
Und nun zurück zu den Versen von Sacharja 11,1-3 Es wird allgemein davon ausgegangen, dass diese Verse nach der Templeinweihung geschrieben wurden. Eine genaue Datierung ist schwierig - die Mehrheit der Ausleger datieren die Kapitel 9-14 auf maximal 40 Jahre nach der Tempeleinweihung.
Sacharja 11,1 ELB CSV
Öffne deine Tore, Libanon, und Feuer verzehre deine Zedern!
Ganz ehrlich, als ich diesen Text das erste mal las, kam ich nicht auf die Idee das es hier um die Zerstörung des zweiten Tempels geht. Aber wenn wir das im Detail anschauen - wird es klar. Öffne deine Tore, Libanon. Schon dieser Satz ist unglaublich spannend. Zuerst müssen wir festhalten, dass der Begriff Libanon in der Prophetie immer Tempel meint. Zwei Gründe warum warum dies so ist: Erstens ist der Tempel zu einem grossen Teil mit Zedern aus dem Libanon (1. Könige 5,20 “Und nun gebiete, dass man mir Zedern vom Libanon haue,) und zweitens ist der Eigenname Libanon im hebräischen auf den Wortstamm “weiss” zurückzuführen. Und was lesen wir in Jesaja 1,18 zum Thema weiss:
Jesaja 1,18 ELB CSV
Kommt denn und lasst uns miteinander rechten, spricht der Herr. Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, wie Schnee sollen sie weiß werden; wenn sie rot sind wie Karmesin, wie Wolle sollen sie werden.
Und wo konnten die Juden Ihre Sünden weiss waschen? Im Tempel. Und wo können wir unsere Sünden weiss waschen - bei Jesus Chrisus!
Mit dieser Erklärung ist nun einmal klar, das hier der Tempel angesprochen ist. Und er wird sehr direkt angeprochen. Es wird ihm befohlen, seine Tore zu öffnen. Der Wortstamm der hier für öffnen benutzt wurde im Urtext ist in aktiver Imperativfrom geschrieben. Auf deutsch heisst das dann das in dieser Aussage der Tempel direkt angesprochen wird er solle seine Tore “selbst” öffnen und sich somit dem Feuer der Vernichtung dahingeben. Wir sprechen hier von Prophetie - nun meine Frage, hat sich diese Prophetie bereits erfüllt? Ja, der zweite Temple wurde zerstört, da komme ich später noch darauf zurück. Aber hat sich das Tor des Tempels wir hier prophezeit selber geöffnet? Ich sage ja, diese Prophetie wurde eins zu eins so erfüllt. Das lesen wir aber nicht in der Bibel sondern in der Kirchengeschichte. Im Buch “Der jüdische Krieg” von Josephus Flavius lesen wir einen ganz interessanten Tatsachenbericht über die selbstständige Öffnung des sogenanten Nikanor-Tores des Tempels. Das Nikanor-Tor war ein sehr spezielles Tor im Tempel. Es gibt eine jüdische Geschichte zu diesem Tor welche spannend, aber historisch nicht klar belegt ist. Die Geschicht sagt folgendes: Der wohlhabende Jude Nikanor ließ in Alexandria zwei große Bronzetore für den Tempel anfertigen und brachte sie per Schiff nach Israel. Während eines schweren Sturms wurde eines der Tore über Bord geworfen, das zweite wollte Nikanor um keinen Preis preisgeben – daraufhin beruhigte sich das Meer, und das erste Tor tauchte auf wundersame Weise wieder auf. Beide Tore erreichten unversehrt das Heilige Land und wurden im Tempel eingebaut; sie blieben unverändert, um an das Wunder zu erinnern. Alle anderen Tor am Tempel wurden mit Gold oder Silber überzogen - das Nikanor Tor jedoch nicht. Das Nikanor Tor war trotzdem das schöneste Tor am ganzen Tempel. Im erwähnten Buch von Jospehus Flavius lesen wir nun folgende Geschichte, und diese Geschichte ist nun klar auch historisch belegt. Ich lese euch die Geschichte aus dem Buch vor:
Geschichte des Jüdischen Krieges Fünftes Kapitel: Unmittelbare Folgen des Tempelbrandes. Von den Vorzeichen der Zerstörung

Sodann sah man das östliche Thor des inneren Vorhofes, das doch von Erz und ungeheuer schwer war, sodass zwanzig Mann es nur mit Mühe abends schliessen konnten, und das von eisenbeschlagenen Querbalken gehalten ward und Riegel hatte, welche tief in die aus einem einzigen Steinblock gearbeitete Schwelle eingelassen wurden, um Mitternacht sich plötzlich von selbst öffnen. Die Tempelwächter meldeten es eiligst ihrem Hauptmann, der sich unverzüglich hinauf begab, aber kaum imstande war, das Thor schliessen zu lassen. Abermals legten die Laien diesem Vorfall eine günstige Bedeutung bei: Gott, meinten sie, öffne ihnen die Thür des Heils. Die Schriftgelehrten aber ersahen daraus, dass es mit der Sicherheit des Tempels zu Ende gehe und dass das Thor den Feinden zulieb sich öffnen werde; man habe es also mit einem Vorzeichen der Verwüstung zu thun.

Diese Prophezeiung hat sich somit kurz vor der Zerstörung des Tempels erfüllt. Die Schriftgelehrten erkannte dieses Zeichen, das jüdische Volk grösstenteils nicht. Und so war dieses Tor des Temples symbolisch geöffnet worden und wenig später durch Feuer verbrannt. Und noch etwas spannendes - wisst ihr wann sich dieses Ereignis ereignet hat? Gmäss jüdischen Quelle “vierzig Jahre vor der Zerstörung des Tempels” und wisst ihr wann der Tempel zerstört wurde? 70 Jahre nach Christus. 70 minus 40 gibt 30. Was hatten wir ungefähr 30 nach Christus für ein anderes Ereignis? Genau - der Tod Jeus am Kreuz. Der Beginn einer neuen Zeit. Der Zeit der Gnade. Ist das nicht wunderbar!
Jetzt wollen wir aber noch über das Feuer sprechen. denn es steht: Feuer verzehre deine Zedern. Die Zedern haben wir ja bereits geklärt, das sind die Zedern des Libanons oder anders ausgedrückt einfach der Tempel. Das heisst Sacharja prophezeit hier, das zuerst die Tore sich öffnen und dann der Tempel mit Feuer verbrannt wird. Doch wie kam es zu dieser Zerstörung des Tempels und vorn Jerusalem im Jahr 70 nach Christus durch das römische Reich? Da müssen wir etwas weiter vorne beginnen. Zur Zeit der Bibel gab es nämlich vier grosse Weltreiche - diese sind auch in Daniel 2 so beschrieben. Zuerst das Babylnoische Reiche, dieses Reich hat die Juden deportiert und den Tempel und die Stadt Jerusalem zerstört. Dies war ein Gerichtsurteil Gottes hauptsächlich betreffend dem anhaltenden Götzendienst im Volk Israel. Danach übernahm das Medo-Perische Reich die Macht - unter diesem Einfluss konnten die Juden wieder zrückkehren und wie wir in Esra lesen könenn und heute auch schon gehört haben die Stadt und den Tempel wieder aufbauen. Und dann übernahm Alexander der Grosse aus Griechenland die Macht - dieser Alexander hat in einer unglaublichen Geschwindigkeit eine enorm grossen Weltreich aufgebaut. Alles was ihm begegnete hat er eingenommen - ausser, man Staune, Jerusalem nicht. Alexander marschierte zwei mal an Jerusalem vorbei - und beide male nahm er Jerusalem nicht ein. Warum nicht - ganz einfach. Eine Einnahme Jerusalms durch Alexander dem Grossen war nicht Bestandteil des Heilsplanes Gottes - den durch die Tore Jerusalems sollte nicht Alexander der Grosse einmarschieren, nein, noch jemand viel grösseres, nämlich der Messias. Wenn Alexander der Grosse Jerusalem damals eingenommen hätte - wäre der Einzug des Messias so nicht möglich gewesen. Das es ganz anders hätte kommen können sehen wir an den Städten Tyrus und Gaza. Diese Städte habe sich gegen die Eroberung gewehrt und wurden belagert und zerstört. Nicht so Jerusalem - gemäss geschichtlichen Überllieferungen suchten die religiösen Führer das Gespräch mit Alexander und konnten ihn so milde stimmen. Menschlich gesehen ist das ein riesen Wunder wie Gott hier sein Volk bewahrte - wenn wir aber Sacharja lesen, war auch diese Tatsache exakt so prophezeit. In Sacharja 9 wird genau dieser Feldug von Alexander dem grossen Prophezeit. Und in Sacharja 9,8 lesen wir Folgendes:
Sacharja 9,8 ELB CSV
Und ich werde für mein Haus ein Lager aufschlagen vor dem Kriegsheer, vor den Hin- und Herziehenden, und kein Bedränger wird sie mehr überziehen; denn jetzt habe ich es mit meinen Augen gesehen.
Gut wir können die ersten drei Reiche Zusammenfassen: Die Bybylonier haben die Juden verschleppt, dier Perser haben sie wieder zurückgeschickt und die Griechen haben sie verschont - und dann kamen die Römer. Die Juden haben inzwischen ihren eigenen König abgelehnt und an das Kreuz genagelt. Warum es zu diesem Gericht durch die Römer kam, lesen wir in Sacharja 11 in den Versen 4 bis 14. Besonders der Vers 6 ist besonders traurig. Sacharja 11,6
Sacharja 11,6 ELB CSV
Denn ich werde die Bewohner des Landes nicht mehr verschonen, spricht der Herr; und siehe, ich überliefere die Menschen, jeden in die Hand seines Nächsten und in die Hand seines Königs; und sie werden das Land zertrümmern, und ich werde nicht aus ihrer Hand befreien.
Das ist eine harte Gerichtsankündigung Gottes gegen sen Volk die genau so eingetroffen ist in den Jahren 70 nach Christus. Es ist brutal - aber doch interessant wie unglaublich genau sich auch diese Protphetie erfüllt hatte. Nach der Machtübernahme durch die Römer lehnten sich die Juden immer wie stärker gegen die Römer auf. Die Juden wurde durch die Römer unterdrückt, diesen Unmut der Juden gegenüber den Römern lesen wir ja auch bereits in den Evanglien sehr genau. Es kam zu einem Aufstand und die Jüdischen-Zeloten erklärten den Römern den Krieg. Vespasian kam im Auftrag von Kaiser Nero und beginnt Galiläa zu erobern. Doch dann stirbt Kaiser Nero und Vespasian pausiert den Krieg. Jetzt wäre doch aufschnaufen angesagt: Doch was haben wir im Vers 6 gelesen: ich überliefere die Menden, jeden in dei Hand seines Nächsten. Und genau so kam es - die Juden bekämpften sich in einem erbiterlichen Bürgerkrieg gegenseitig. Das ging sogar soweit, so lesen wir in den Geschichtsbüchern, das während der Belagerung von Jerusalem durch die Römer - die Juden in der überfollen Stadt Jerusalem - in welcher durch die Belagerung eine fürchterliche Hungersnot wütete - sich die Juden immer noch gegenseitig bekämpften und die eine Gruppe sogar noch Getreidevorräte der anderen Grupper verbrannten. Unglaublich - und nur zu erklären weil Gott den Römern erlaubte sein Gericht an den Juden zu vollstrecken. Und so durchbrachen die Römer im Jahr 70 nach Christus die Mauern Jerusalems und die Stadt und der Tempel wurden vollständig zerstört und die Juden schlussendlich in die ganze Welt zerstreut.
Das ist das traurige Ende dieser Geschichte - und ehrlich gesagt für einen Sonntagmorgen war das jetzt etwa viel Geschichte und Gerichte. Aber Gott sei dank ist die Geschichte hier nicht zu Ende. Für mich hat das was ich euch jetzt erzählt habe etwas ausgelöst. Ich habe einfach einmal mehr gestaut, wie exakt Gott ist. Wie er sein Wort ausführt - wortgenau. Wenn wir heute auf das Volk Israel schauen - müssen wir wenn wir den westlichen Mainstreammedien glauben schenken manchamal etwas den Kopf schütteln. Wenn wir aber hinschauen was effektiv in Israel passiert - wenn wir sehen welcher Hass diesem Volk Gottes entegengebracht wird, müssen wir nicht mehr den Kopf hin und her schütteln nein, dass haben viele Völker und Menschen getan. Zu viele - viel zu viele. Nein, wenn wir an Gottes Volk denken, müssen wir unseren Kopf von unten nach oben bewegen. Was will ich damit sagen - nach unten müssen wir schauen und in der Bibel lesen was zukünftig mit Israel passieren wird. Da lesen wir es - ich gebe euch ein Beispiel:
Sacharja 12,10 ELB CSV
Und ich werde über das Haus David und über die Bewohner von Jerusalem den Geist der Gnade und des Flehens ausgießen; und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen gleich der Wehklage über den einzigen Sohn und bitterlich über ihn Leid tragen, wie man bitterlich über den Erstgeborenen Leid trägt.
Wir haben viele Prophetien gelesen die bereits in Erfüllung geganen sind. Und so dürfen auch wir fest daran glauben das auch diese Prophetie/Verheissung in erfüllung gehen wird. Wenn wir dies gelesen haben dürfen wir unseren Kopf erheben zu unserem Gott und ihn bitten das diese Zeit der Gnade und des Flehens für sein Volk doch bald kommen möge. Amen
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