Runter ins Wasser – raus ins Leben
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· 7 viewsDie Predigt soll den Hörenden deutlich machen, dass die Taufe ein Zeichen ihrer tiefgreifenden Einheit mit Christus ist: Mit ihm gestorben, begraben und zu einem neuen Leben auferweckt – eine geistliche Realität, die in der Taufe sichtbar wird und zu einem Leben in der Nachfolge motiviert.
Notes
Transcript
Ich war sechzehn, als ich mich taufen ließ.
Damals war das ein großer Moment für mich – aber ehrlich gesagt: Ich hatte nicht alles verstanden.
Zwei Jahre vorher hatte ich mich bewusst für Jesus entschieden.
Ich war vierzehn, innerlich auf der Suche, äußerlich still.
Aufgewachsen in einer Gemeinde, ja – das volle Programm: Kindergottesdienst, Jungschar, Jugendgruppe.
Aber Gott? Jesus? Das war für mich lange wie Möbel im Wohnzimmer meiner Eltern – irgendwie da, aber nicht meins.
Dann kam dieser Moment – still, aber klar.
Ich konnte nicht mehr nur „dabei“ sein. Ich wollte dazugehören. Wirklich.
Und ich wusste: Jesus ruft mich. Und ich sagte Ja.
Nicht laut. Aber ganz.
Das veränderte mein Inneres – langsam, aber tief.
Zwei Jahre später ließ ich mich taufen.
Ich wollte zeigen: Das ist mein Glaube. Mein Weg. Meine Entscheidung.
Nicht die meiner Eltern. Nicht die der Gemeinde. Meine.
Und trotzdem – ich geb’s zu – es gab später Phasen in meinem Leben, da habe ich gedacht:
War das vielleicht zu früh? Hätte ich nicht besser gewartet, bis ich reifer bin, mehr verstanden habe, weniger zweifle?
Aber heute, mit Abstand, sage ich: Nein.
Nicht weil ich damals alles kapiert habe – sondern weil ich damals ehrlich war.
Weil ich wusste, was ich wusste: Jesus gehört mein Leben.
Und das reichte.
Taufe heißt nicht: Ich weiß alles.
Taufe heißt: Ich vertraue Jesus – jetzt.
Und ich lasse los, was war. Und ich trete in etwas Neues.
Übergang zur Bibelstelle (Römer 6,3–5)
Abernoch mal tiefer gefragt: was ist das eigentlich – Taufe?
Ist sie nur ein öffentliches Zeichen? Ein religiöses Ritual? Eine schöne Tradition?
Oder steckt da mehr dahinter?
In der Bibel wird die Taufe nicht als nette Geste beschrieben. Sie ist auch kein symbolischer Akt mit ein bisschen Wasser.
Für Paulus ist sie radikal. Tief. Lebensverändernd.
Er schreibt im Römerbrief nicht über fromme Gefühle, sondern über eine Realität, die alles auf den Kopf stellt.
Hör mal hin, was er sagt – Römer 6, Verse 3 bis 5:
3 Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft?
4 So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf dass, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in einem neuen Leben wandeln.
5 Denn wenn wir mit ihm zusammengewachsen sind, ihm gleich geworden in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein.
Das klingt nicht nach „nass werden und weitermachen“.
Das klingt nach: Altes stirbt. Neues beginnt.
Die Taufe ist wie ein Schnitt in der Lebenslinie.
Ein Vorher. Ein Nachher.
Nicht sichtbar in der Kleidung, aber sichtbar im Herzen.
I. Mit Christus gestorben – Was in dir endet
I. Mit Christus gestorben – Was in dir endet
3 Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft?
Paulus schreibt das nicht als Info. Er klingt fast ungläubig: „Wisst ihr das nicht?“
Fast so, als hätte er erwartet: Das müsste doch jedem klar sein, der getauft wurde.
Aber manchmal ist genau das der Punkt – wir vergessen, was da wirklich passiert.
Taufe heißt: Da stirbt etwas in mir.
Nicht mein Körper – aber mein alter Mensch. Mein Ego. Mein „Ich zuerst“. Mein „Ich schaff das schon allein“.
All das, was sich gegen Gott stellt, was sich selbst genug ist, was meint, keinen Retter zu brauchen – das geht unter. Wortwörtlich.
In der Taufe sterbe ich mit Christus.
Das ist unsere geistliche Realität als Christen.
Vielleicht denkst du: Klingt hart.
Und das ist es auch.
Aber genau darin liegt die Kraft.
Denn solange ich selbst regiere, hat Gott keinen Raum.
Solange ich mich selbst retten will, kann Jesus mich nicht heilen.
Die Taufe ist die Antwort auf ein Leben, das sagt: Ich lasse los. Ich gebe ab. Ich sterbe – um neu zu leben.
Es ist ein bisschen so, als würdest du einen alten, völlig kaputten Rucksack ablegen.
Du hast ihn jahrelang getragen. Vollgestopft mit Schuld, Stolz, Selbstzweifeln.
Du hast dich an sein Gewicht gewöhnt. Aber er hat dich gebeugt, zurückgehalten.
Und jetzt – in der Taufe – lässt du ihn los.
Du legst ihn ab. Nicht, weil er repariert wurde. Sondern weil du ihn nicht mehr brauchst.
Du brauchst ihn nicht mehr.
Denn du gehörst jetzt zu Christus. Und er trägt dich.
II. Mit Christus begraben – Was du hinter dir lässt
II. Mit Christus begraben – Was du hinter dir lässt
Aber etwas muss noch passieren – denn ein Tod ohne Beerdigung bleibt offen. Paulus schreibt weiter:
4 So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, ...
Begraben.
Das ist endgültig.
Da kommt nichts mehr zurück.
Was beerdigt wird, bleibt unter der Erde.
Paulus sagt: Genau das passiert in der Taufe.
Nicht nur sterben – sondern begraben.
Dein altes Ich, deine Schuld, dein Stolz, deine Schatten – sie haben keinen Platz mehr im neuen Leben.
Sie gehören zur Vergangenheit. Und die wird nicht mitgeschleppt. Die wird beerdigt.
Wer sich taufen lässt, zieht eine klare Linie.
Keine halben Sachen. Kein doppeltes Spiel.
Die Taufe ist ein Bruch mit dem Alten.
Ein Abschied vom „früher“.
Und ja, das ist herausfordernd.
Aber es ist auch befreiend.
Denn was begraben ist, muss dich nicht mehr belasten.
Unser altes Leben ist wie ein Auto mit Totalschaden.
Es fährt nicht mehr, es lässt sich nicht mehr reparieren – egal, wie viel Mühe du dir gibst.
Neue Reifen bringen nichts, ein bisschen Lack auch nicht.
Es gehört nicht in die Werkstatt, sondern auf den Schrottplatz.
Genau das sagt Paulus: Es wird begraben. Nicht renoviert, sondern verabschiedet.
III. Mit Christus auferstanden – Was jetzt beginnt
III. Mit Christus auferstanden – Was jetzt beginnt
Denn wenn es nur ums Untertauchen ginge – ums Sterben und Begrabenwerden – dann wäre das eine düstere Geschichte.
Aber genau hier kommt das Entscheidende:
Dieses Untergehen verbindet uns mit Christus – und deshalb führt es nicht ins Ende, sondern in ein neues Leben.
Paulus schreibt daher weiter:
4 ..., auf dass, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in einem neuen Leben wandeln.
5 Denn wenn wir mit ihm zusammengewachsen sind, ihm gleich geworden in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein.
Hier liegt die ganze Schönheit der Taufe.
Sie endet nicht im Tod. Sie mündet ins Leben.
Paulus sagt: Gott hat Jesus auferweckt – und in dieser Kraft darfst auch du leben.
Das ist kein „zurück auf null“, kein Neustart mit alten Problemen.
Das ist ein neues Leben, das aus Gott kommt.
Du bist nicht mehr allein.
Du gehörst zu Christus.
Du bist verbunden – mit seinem Tod, ja. Aber auch mit seiner Auferstehung.
Das ist wie eine neue Identität.
Du musst nicht mehr definieren, wer du bist – du darfst entdecken, wer du bist in ihm.
Du musst nicht mehr alles im Griff haben – du darfst wissen: Christus lebt in dir.
IV. Anwendung – Für die Täuflinge. Für uns alle.
IV. Anwendung – Für die Täuflinge. Für uns alle.
An die Täuflinge:
Heute macht ihr sichtbar, was in euch längst begonnen hat.
Heute bekennt ihr: Ich bin gestorben – mit Jesus. Ich lebe – durch Jesus.
Ihr habt euch entschieden. Mutig. Klar.
Und auch wenn ihr noch nicht alles versteht – so wie ich damals mit sechzehn – ihr habt genug verstanden.
Ihr vertraut Jesus.
Und das reicht.
An die Gemeinde:
Erinnert euch an eure Taufe.
Nicht als Datum. Sondern als Wendepunkt.
Lebt nicht so, als wäre das alte Ich noch euer Chef.
Es ist begraben.
Und was beerdigt ist, darf nicht mehr bestimmen, wie ihr denkt, fühlt oder lebt.
An unsere Gäste:
Vielleicht seid ihr heute hier und fragt euch: Was ist das alles?
Was soll das mit dem Wasser, dem Sterben und dem Leben?
Dann hört diesen einen Satz:
Jesus ist nicht gekommen, um dein Leben zu verschönern.
Er ist gekommen, um es zu retten.
Wenn du heute merkst: Das spricht mich an – dann sprich jemanden an. Wir reden gern mit dir.
Du musst nicht alles wissen – aber du darfst dich auf den Weg machen.
V. Taufe verändert – nicht nur heute
V. Taufe verändert – nicht nur heute
Vielleicht war das heute für dich viel.
Große Worte: Tod. Leben. Taufe. Christus.
Aber am Ende geht es um eine ganz einfache Wahrheit:
Wenn Jesus dein Leben bestimmt, bleibt nichts wie es war.
Nicht über Nacht. Nicht perfekt. Aber echt.
So echt wie Wasser, das den ganzen Körper berührt.
So echt wie ein Grab – und ein neuer Anfang.
Ich habe meine Taufe nie bereut.
Auch wenn ich damals noch nicht alles verstanden habe – ich wusste genug.
Und heute, Jahre später, staune ich, was Gott aus diesem einen Schritt gemacht hat.
Taufe ist kein Schlusspunkt.
Taufe ist ein Startschuss.
Ein Leben mit Jesus beginnt nicht erst im Himmel – es beginnt hier, heute, mitten in deinem Alltag.
Und genau deshalb feiern wir Taufe.
Weil wir glauben, dass Menschen sich verändern.
Weil wir wissen, dass Jesus lebt.
Weil wir erleben, dass Hoffnung wächst, wenn jemand sich ihm anvertraut.
Und jetzt feiern wir das – mit euch, liebe Täuflinge.
Und mit dir – wenn du innerlich mitgehst, vielleicht leise, vielleicht zum ersten Mal.
Willkommen im neuen Leben.
