Johannes 2,1-11
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Guten Morgen liebe Gemeinde,
es ist wunderschön, nach längerer Zeit wieder zuhause zu sein. Ich freue mich von Herzen, euch alle zu sehen. Ja wir durften in den letzten Monaten vieles in der Bibelschule lernen und wollen an dieser Stelle Danke sagen, dass ihr uns im Gebet tragt. Wir dürfen immer wieder Gottes Fürsorge erfahren und das ist ein sehr großer Segen.
Ja der Anlass, warum wir unsere Heimat besuchen, ist ein wunderschöner. Gestern war die Hochzeit von Derek und Melissa. Welch ein Tag voller Freude, Liebe und natürlich auch Tränen in den vielen rührenden Momenten. Wer selbst einmal geheiratet hat, weiß: So ein Tag ist nicht nur ein großes Fest, sondern auch ein logistisches Meisterwerk. Wochen, sogar Monate der Planung, viele Gespräche, Entscheidungen, To-do-Listen. Und selbst am Tag selbst bleibt die Spannung: Wird alles gut gehen? Wird das Wetter mitspielen? Funktioniert die Technik? Kommt die Torte pünktlich? Und vor allem: Wird es ein Tag, an den man sich ein Leben lang gerne erinnert?
Gott sei Dank, es war ein gesegneter Tag. Es war ein Fest der Liebe und der Gegenwart Gottes. Und dennoch wissen wir: Auch wenn nach außen alles perfekt scheint, gibt es fast immer Dinge, die hinter den Kulissen nicht ganz so reibungslos laufen.
Ich erinnere mich an eine Hochzeit vor ein paar Jahren. Alles schien nach außen hin gut zu laufen doch als die Zeit für die Hochzeitstorte war, musste der Moderator irgendwie Zeit hinauszögern. Die Mitarbeiter vom Catering waren nämlich dabei, die Hochzeitstorte zu retten, da sie bei der Anlieferung umgekippt ist. Ein Albtraum für jedes Brautpaar! Aber das Catering-Team legte Hand an und richteten die Torte so her, dass sie wieder festlich aussah.
Solche Momente machen deutlich: Wir geben unser Bestes – und trotzdem geraten wir an Grenzen. Manches liegt außerhalb unserer Kontrolle. Und genau da – inmitten von menschlichem Versagen, Chaos oder Mangel – tritt Jesus auf den Plan. Denn unser Mangel ist oft der Raum, in dem seine Gnade sichtbar wird.
Ich möchte euch heute mitnehmen in eine bekannte Geschichte: Die Hochzeit zu Kana. Eine Feier, wie sie damals typisch war – ein mehrtägiges Fest mit Familie, Freunden und Nachbarn. Und auch hier scheint alles gut zu laufen – bis der Wein ausgeht.
Ich lese die ersten drei Verse aus Johannes 2:
1 Und am dritten Tag war eine Hochzeit in Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war dort.
2 Aber auch Jesus wurde samt seinen Jüngern zur Hochzeit eingeladen.
3 Und als es an Wein mangelte, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein!
Zwei interessante Dinge die hier auffallen:
1. In der damaligen Kultur war Wein nicht einfach ein Getränk – er stand für Freude, Segen, Gemeinschaft. Dass der Wein ausging, war fast schon eine Schande für das Brautpaar. In der damaligen Kultur konnte dies sogar die Ehre einer ganzen Familie beschmutzen. Es war ein Drama im Verborgenen. Man könnte sagen: Der sichtbare Glanz der Feier wurde durch einen verborgenen Mangel bedroht.
2. Jesus wurde mit seinen Jüngern zu dieser Hochzeit eingeladen. Bis zu diesem Zeitpunkt, hatte er noch keine Wunder getan. Seine Nachfolger glaubten nur durch seine Lehren schon an ihn. Das Hochzeitspaar hat hier eine gute Entscheidung getroffen, Jesus samt den Jüngern einzuladen, wie wir gleich sehen werden.
Ich lese weiter ab Vers 4:
4 Jesus spricht zu ihr: Frau, was habe ich mit dir zu tun? Meine Stunde ist noch nicht gekommen!
5 Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut!
6 Es waren aber dort sechs steinerne Wasserkrüge, nach der Reinigungssitte der Juden, von denen jeder zwei oder drei Eimer fasste.
7 Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenhin.
8 Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt es dem Speisemeister! Und sie brachten es hin.
Ich habe mich gefragt, ob Jesus seiner Mutter gegenüber keinen Respekt erweist, indem er sagt: „Frau, was habe ich mit dir zu tun?“. Tatsächlich ist dieser Ausdruck das Gegenteil von respektlos, denn Jesus weist Maria darauf hin, dass er als Gottes Sohn und sie als Mensch nicht auf gleicher Ebene stehen und er keine Anweisung von einem Menschen durchführen wird, sondern den Auftrag des Herrn durchführt.
Offensichtlich hat Maria diese Aussage auch genau so verstanden, denn sie sagte den Dienern, dass sie das tun sollen, was Jesus sagt. Ihr wurde wieder bewusst, dass Jesus der Messias ist und er die Befehle des Herrn ausführt. Er weiß am besten, was zu tun ist, damit das Problem beseitigt werden kann. Wie oft machen wir uns eigentlich das Leben schwer, die wir im Alltag so viele Aufgaben meistern und versuchen mit unserer ganzen Kraft die Schwierigkeiten zu lösen, die aufkommen.
Wir werden zu schnell blind dafür, dass es gar nicht in unserer Hand liegt. Dabei könnten die Dinge so viel einfacher laufen, wenn wir diese Dinge Jesus überlassen. Jesus ist der Schlüssel zu wahrem Leben und er ist derjenige, dem wir nicht egal sind. Er möchte uns seine Gnade so viel mehr erweisen, als wir verstehen können. Genauso, wie er es auf der Hochzeit in Kana tat. Jesus befahl den Dienern, dass sie die sechs Wasserkrüge mit Wasser füllen sollten, die je 2-3 Eimer mit ungefähr 40l fassten, da taten sie es einfach.
Ich muss schon sagen, ich wüsste nicht, ob ich das gemacht hätte. Ich meine da kommt so ein angeblich verheißener Messias dahergelaufen, der ca. 30 Jahre seines Lebens noch kein sichtbares Zeichen von sich gegeben hat, dass er wirklich der Sohn Gottes ist und jetzt sagt er mir, ich soll mit meinen Kollegen 600 Liter Wasser holen, um damit Wasserkrüge aufzufüllen. Nein danke. Aber sie machten es. Es könnte ja schon sein, dass sie innerlich genervt waren und in dem Moment gar keinen Sinn darin gesehen haben. Ich denke aber sie haben gewusst, wer Jesus ist, sie haben ohne ein vorher sichtbares Zeichen geglaubt, dass Jesus mit dem Auftrag einen Plan verfolgt. Also führten sie diesen Auftrag durch. Als sie fertig waren, sagte Jesus sofort, sie können dem Speisemeister zum Probieren bringen. Es lag also nicht viel Zeit dazwischen, sondern das Wunder geschah direkt.
Ein erstes sichtbares Wunder von Jesus, was seine Allmacht bestätigt. In dieser Situation auch wichtig, dass Jesus sofort Wein macht, sonst wären die Gäste irgendwann durchgedreht.
Bei Frank Jenner, auch bekannt als der George Street Evangelist, war es etwas anders:
Frank Jenner war ein Seemann aus Sydney, Australien, der sich in den 1930er-Jahren bekehrte. Nach seiner Bekehrung machte er es sich zur Lebensaufgabe, täglich mindestens zehn Menschen auf der George Street in Sydney mit der Frage anzusprechen:
„Wenn Sie heute Nacht sterben würden, wüssten Sie dann, ob Sie in den Himmel kommen?“
Manchmal übergab er ein Traktat, manchmal stellte er nur diese Frage.
Über Jahrzehnte hinweg wusste er nicht, ob seine Bemühungen jemals Frucht getragen hatten. Erst Jahre später – durch verschiedene Prediger und Missionare, die seine Geschichte hörten und zurückverfolgten, wer sie ursprünglich beeinflusst hatte – wurde ihm am Ende seines Lebens berichtet, dass Hunderte oder sogar Tausende durch diese Frage und Begegnung zum Glauben gekommen waren.
Ein bekannter Prediger hörte während Missionsreisen in mehreren Ländern von verschiedenen Menschen, dass ihre Bekehrung auf ein Gespräch mit einem Mann auf der George Street in Sydney zurückging. Er verfolgte die Spur, fand schließlich Frank Jenner und erzählte ihm von der enormen Wirkung seiner scheinbar unsichtbaren Arbeit. Ich weiß nicht, wie Frank Jenner all die Jahre motiviert wurde, diesen Auftrag durchzuziehen. Meine Geduld würde das nicht mal zulassen. Ich würde mir wahrscheinlich ständig neue Lebensaufgaben machen. Aber Frank Jenner hat sich geduldig gebrauchen lassen, sodass Gott ein großes Wunder bewirkt hat. Es sind Tausende zum Glauben gekommen durch diese Tat.
Ja es kann mühsam werden in unserem Leben. Vor allem dann, wenn sich über eine lang andauernde Zeit nichts verändern mag, wenn wir uns ständig fragen, warum Gott uns gerade jetzt so sehr herausfordert. Aber das Wunder auf der Hochzeit in Kana zeigt, dass genau dann ein guter Zeitpunkt ist, wenn du nicht mehr weiterweißt. Weil dann kann Jesus sich verherrlichen indem er einwirkt und unser Glaube wird gestärkt.
In den letzten Versen des Abschnitts wird das auch nochmal deutlich:
9 Als aber der Speisemeister das Wasser, das zu Wein geworden war, gekostet hatte (und er wusste nicht, woher es war; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es), da rief der Speisemeister den Bräutigam
10 und sprach zu ihm: Jedermann setzt zuerst den guten Wein vor, und dann, wenn sie trunken geworden sind, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt behalten!
11 Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus in Kana in Galiläa und ließ seine Herrlichkeit offenbar werden, und seine Jünger glaubten an ihn.
Jesus schenkt nicht nur vergleichbar guten, sondern den besten Wein. Die Welt hingegen versucht uns das ausschweifende Leben schmackhaft zu machen, doch am Ende würden wir vergehen in der Verdammnis. Jesus lässt uns oft den schlechteren Wein schmecken. Er lässt zu, dass uns der Wein leer geht, dass wir in schwierigen Situationen keinen Ausweg sehen, damit wir erkennen, dass wir Jesus in unserem Leben brauchen und er regieren soll über jede Situation. Er möchte uns neu füllen mit dem ewigen guten Wein. Er möchte das einfach, weil er uns liebt. Weil er nicht auf unsere Werke schaut, sondern darauf, ob wir ihm unser Leben anvertrauen, ob wir sein Gnadengeschenk annehmen wollen. Ja er ist aus einer unerklärbar großen, tiefen, bedingungslosen Liebe zu jedem Menschen ans Kreuz gegangen. Obwohl er das perfekte Leben geführt hat, ging er den Weg an das Kreuz, um dir einen Ausweg zu geben. Er bietet dir an, dass du so, wie du bist, zu ihm kommen kannst und er verspricht dir ewige Treue und Zugang zum besseren Wein, zur Herrlichkeit, dem ewigen Leben.
