Wohin steuert die Welt? | Haggai 2,20-23 - Warum Gott uns die Zukunft zeigt
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Einleitung
Einleitung
Einladung zu Haggai
Einladung zu Haggai
Wenn du deine Bibel mit hast, in digitaler oder analoger Form, dann lade ich dich ein jetzt mit mir darin aufzuschlagen zum 12 Prophetenbuch, und da zu dem Prophetenbuch von Haggai.
Wir sind zur letzten seiner vier propehtischen Reden angelangt und damit auch zur letzen Predigt aus der Haggai Predigtreihe.
Die 4. Rede finden wir im Kapitel 2 von Vers 20-23.
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Dort lesen wir:
20 Und das Wort des HERRN geschah zum zweiten Mal zu Haggai, am 24. des Monats: 21a Sage zu Serubbabel, dem Statthalter von Juda:
Erstmal bis hierhin.
Hauptteil
Hauptteil
Hier sehen wir den Hintergrund der letzen Botschaft, welches auch der erste der 3 Predigtpunkte für heute ist:
1. Der armselige Führer (21a)
1. Der armselige Führer (21a)
Erklärung
Erklärung
Was wir hier beobachten:
Wer spricht?
Es ist der HERR, der einzig wahre und lebendige Gott, der spricht.
Wer redet?
Es ist Haggai der die Botschaft empfängt und als Sprachrohr weiterleitet.
Haggais wirken war kurz.
Er sprach in einem Zeitraum von etwa 4 Monaten.
Alles geschah 520 v.Chr.
Wir haben eine bis auf den Tag genaue Datierungen von jeder Botschaft.
Und jetzt die 4.Botschaft: Am selben Tag wie die 3.Botschaft, 18.Dezember.
Wer ist der Empfänger der Botschaft Gottes?
Serubbabel, der Stadthalter von Juda.
Das ist alles fast 1505 Jahre her.
Ist Haggais Botschaft überhaupt noch relevant für uns heute?
Lasst uns das nochmal kurz revue passieren:
Wir erinnern uns:
Das Südreich Juda wurde überwunden durch die Babylonier, viele wurden getötet, viele wurden zwangsumgesiedelt nach Babylon.
Abe dann 70 Jahre später:
Etwa 43.000 Juden kamen damals aus dem Exil zurück nach Jerusalem, das war 538 v.Chr.
Das wurde möglich durch den Erlass von Kyrus II., einem Perserkönig (2Chr 36,23)
Sie fingen freudig an die Stadmauer wiederherzustellen und den Gottesdienst zu verrichten und begannen mit der wiederherstellung des Tempels.
Der Sohn Kambyses II. kam an die Macht.
Das nutzten die Feinde Israels aus um politisch gegen den Tempelbau vorzugehen.
Die Feinde wussten nämlich:
Wenn Jerusalem wieder befestigt ist und wenn der Tempel wieder aufgebaut ist, dann fehlt nur noch die Krönung eines Mannes aus dem Stammbaum Davids um eine Revolution loszulösen.
Die Feinde waren zuerst erfolgriech.
Das Volk Juda bekam Druck von außen, Verfolgung und Wiederstand von fremden Völkern um sie herum.
Das führte zur Entmutigung, Untätigkeit und Prioritätsverschiebung.
Der Tempelbau wurde nicht angegangen - stattdessen bauten sie sich eigene Häuser und vergruben sich vor ihrer Berufung ein Königreich von Priestern zu sein.
Der Bau des Tempels wurde gestoppt.
Viele Jahre lang lag das Haus Gottes brach.
Und dann kam Darius I. an die Macht.
Unter Ihm beruhigt sich das innerpolitische Leben des Persischen Reiches allmälich.
Und dann, 520 v.Chr. fängt Gott an, durch Haggai und Sacharja zu sprechen.
14 Jahre nach stillegung der Tempelarbeiten.
Und genau in diese Situation spricht Haggai und Ermutigt das Volk zur wiederaufnahme des Tempelbaus.
Von da an ist das Volk motiviert, sie beginnen mit dem Tempelaufbau.
Das war Kapitel 1 - Die erste Botschaft.
Etwa 2 Monate später, brauchte das Volk neuen mut, weil sie sahen wie mikrig der Serubbabel Tempel aussehen wird im gegensatz zum Salomonischen.
Sie bekamen die Ermutigung von Gott durch Haggai und machten weiter.
Am 18.Dezember ist das Volk schon soweit, dass der Grundstein des Tempels wieder restauriert wurde. (2:18)
Die 3. Botschaft:
Die ersten beiden Botschaften waren an das ganze Volk gerichtet.
Und jetzt wird die Priesterschaft unter Jeschua angesprochen.
Und hier, in der Einleitung der 4. Botschaft ist es eine andere Person: Serubbabel.
Gott will am selben Tag noch ein ganz persönliches Wort an Serubbabel richten.
Wieso ausgerechnet mit Serubbabel?
Damals in der ersten Predigt hatte ich euch erklärt, dass die Bundesbeziehung mit Gott in dieser Zeit brüchig war.
Damit dieser Bund mit Gott wieder hergestellt werden kann, mussten 3 Bedingungen erfüllt sein:
-Es braucht einen Priester aus dem Stamm Levi (vergl. 5Mo 10,8) - Jeschua - Passt
-Der Tempel muss gebaut sein (vergl. 2. Mo 15,13.17) - Grundstein - Passt fast
-Es braucht einen Nachkommen Davids auf dem Thron (vergl. 2Sam 7) - und genau darum geht es hier:
Serubbabel ist der Sohn Sehaltiels. Sein Opa ist Jojachin, Spitzname Konja.
- der war noch König von Juda bei der Deportation
- damit ist Serubbabel ein Nachkomme von König David.
ABER hier wird er nur als Stadthalter bezeichnet.
Er war eine Marionette vom persischen Reich.
Was geht Serubbabel wohl alles durch den Kopf in dieser Zeit?
Serubbabels Situation
Serubbabels Situation
Komm ich nehme dich mal mit hinein in das Leben Serubbabels um die Nebel zu lüften:
Der Abend dämmerte bleiern über Jerusalem. Nebelschwaden krochen durch die Trümmer der einst heiligen Stadt, als wollten sie das Elend verbergen, das der Krieg hinterlassen hatte. Serubbabel stand auf der Mauer und schaut dahin, wo einst der Tempel Salomos geglänzt hatte. Jetzt war da nur Schutt, von Dornen überwuchert, und ein Wind, der Geschichten von einst flüsterte. Nur der Grundstein steht.
Haggai sprach ein paar Stunden zuvor zu den Priestern bei der Feier der Grundsteinlegung. Was hatte diese Botschaft zu bedeuten?
Er stand da, alleine, am grübeln.
Er schaute sich an.
Er trug kein Diadem, trug nur ein einfaches Gewand, das der persische Hof ihm zugestanden hatte.
Hinter ihm lag ein Lager aus notdürftig errichteten Hütten.
Männer, Frauen, Kinder – Rückkehrer aus dem Exil.
Ihre Gesichter waren gezeichnet von Entbehrung, ihre Hände schroff vom Wiederaufbau.
In ihren Blicken viele Fragezeichen.
Eine Frage liegt in der Luft:
Warum sollten sie einem Mann folgen, der kein König ist? Warum Steine schleppen für einen Tempel, der mikriger wird als der vorige?
Serubbabel wusste es sich selbst nicht. In den Nächten rang er mit dem Himmel, fragte nach Sinn, nach Kraft, nach Zeichen.
Wie armselig hat er sich gefühlt als Führer?
Wo soll das alles hinführen? Wohin geht die Reise? Wohin steuert das Schiff? Was hat das alles für eine Bedeutung?
Brücke zu heute
Brücke zu heute
Stellst du dir nicht auch manchmal diese Fragen?
Wir leben in Zeiten zunehmender internationaler Spannungen, der Klimakrise und vieler weiterer globaler Herausforderungen.
Wir leben in einem Land, das seine Werte verwirft, dessen Herrscher korrupt sind.
Du liest die Nachrichten, und dich lässt der Verdacht nicht los, dass böse Menschen und verdeckte Organisationen böse Machenschaften durchführen, wogegen der kleine Mann sich nie wehren kann und es scheint, sie haben die Fäden in der Hand.
Du siehst den Niedergang der Kirchen im Westen, Kirchen, die einst Taktgeber für gute Ethik und Wissenschaft waren sind jetzt die ersten, die ethische Lockerungen billigen und sie auch noch fördern.
Menschen verlassen deshalb natürlich in Massen die Gotteshäuser. Überall Ruinen und Schwachheit.
Wohin geht die Reise?
Künstliche Intelligenz scheint zu eine Art allwissende, allgegenwärte Gottheit erhoben worden sein, die sogar zu Lügen und zu täuschen bereit ist und sie klaut evtl. tausende Arbeitsplätze.
Keiner weiß, was für Auswirkungen das noch auf uns haben wird.
Politisch scheint die Welt sich von einer westlich dominierten Ordnung zu einer multipolaren Welt zu entwickeln – mit neuen Machtzentren, aber auch neuen Unsicherheiten.
Wer „steuert“, ist zunehmend unklar.
Wer steuert die Welt und wohin steuert sie?
Ist die Welt ziellos, planlos, ratlos in einem ewig rotierendem Kreis gefangen?
Die Geschichte der Welt zeigt tausende Jahre von Herrschern die andere Herrscher ablösen und nichts scheint sich zu ändern...
Und du stellst dir die Frage: Wer und wohin steuert diese Welt und was kann ich überhaupt daran ausrichten?
Wenn du diese Fragen manchmal hast:
Willkommen im Club von Serubbabel.
Aber genau dann will Gott reden.
Damals zu Serubbabel.
Heute zu uns.
Übergang
Übergang
Und was Gott zu sagen hat ist gewaltig:
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Wir lesen weiter:
21b Ich werde den Himmel und die Erde erschüttern. 22 Und ich werde den Thron der Königreiche umstürzen und die Macht der Königreiche der Nationen vernichten; und ich werde die Streitwagen und ihre Fahrer umstürzen, und die Pferde und ihre Reiter sollen zu Boden sinken. Jeder fällt durch das Schwert des anderen.
Hier bekommt Serubbabel einen exklusiven Blick über die Ruinenlandschaft hinweg.
Zuerst lenkt Gott den Blick auf einen Krieg:
2. Der heilige Krieg (21b-22)
2. Der heilige Krieg (21b-22)
Erklärung
Erklärung
Was und Wie?
Was und Wie?
Was bekommen wir und Serubbabel hier zu sehen?
Erschütterte, zitternde Himmel und Erde (21b)
Das hat Haggai schonmal erwähnt in Haggai 2,7.
Das bedeutet: Irdische und Kosmische Ereignisse werden eintreten, die die Welt aus den Fugen lösen wird.
Gestürzte Throne und vernichtete Königreiche (22a)
Die Betonung liegt auf “Nationen”
Alle heidnischen Weltreiche, ob groß, ob klein, werden vernichtet
Niedergestreckte Armeen
Die Kriegswagen werden beschrieben
Die Perser setzten Sichelwagen ein. Höchster militärischer Standard.
An den Radspeichen waren sichelförmige Messer befestigt, die alles zerstückelten, was ihnen in den Weg kam
Haggai listet die Militäreinheiten in strategischer Reihenfolge auf: So zog man in den Krieg:
Militärwagen voran
Dann die Kavallerie (Pferde)
Dann die Infanterie (Fußsoldaten)
Wir sehen auch, wie sie vernichtet werden: (22b)
Durch Selbstvernichtung.
Sie werden sich alle gegenseitg an den Kragen gehen, bis niemand mehr übrig bleibt.
Jetzt sagt du mir als Skeptiker vielleicht:
“Henry, solche Weltunergangsfilme kenne ich genung, wo alle drauf gehen, auch die Nachrichten sind voll von solchen Szenarien, dafür braucht man keinen Propheten.”
Dann sag ich dir:
Das hier ist kein Film, sondern Gottes Reden. Der allwissende, allmächtige, allgegenwertige Gott spircht.
Du hast das wesentliche in dieser Prophetie noch nicht ganz verstanden:
Wer?
Wer?
Schau auf das erste Personalpronomen im Singular:
Das erste Wort:
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“Ich werde … und ich … und ich ...”
Der heilige Krieg, wo alles in einem einzigen Weltreich mündet, wird nicht von Menschen geführt, schon gar nicht von Serubbabel.
Gott selbst wird es tun!
Siebenmal in diesem kurzen Abschnitt ist Gott das handelnde Subjekt.
Er ist der Akteur.
Es ist das königliche, souveräne »Ich« Gottes.
Es ist das »Ich« Gottes als er auß dem brennenden Dornenbusch Mose berief:
»Ich bin, der ich bin.«
Es ist das »Ich« Gottes als er David und seine Nachkommenschaft als Königslinie erwählte:
Und ich werde den Thron seines Königtums festigen für ewig.
Es ist das »Ich« Gottes in der Apokalypse des Johannes, wo Er sagt:
Siehe, ich mache alles neu.
Wieso?
Wieso?
Wieso sagt Gott das zu Serubbabel?
Serubbabel ist besorgt wegen der Nachbarvölker und ihrer Regierungen.
Er sorgt sich darüber, was aus diesen wenigen schwachen Juden werden und wie ein so armseliger Herrscher wie er standhalten wird.
Und Gott sagt:
“Nicht du, Haggai! ICH!”
“Nicht du, Henry/mein Kind! ICH werde… und ich… und ich!”
Brücke zu heute
Brücke zu heute
Knut der Große, Sohn von Gabelbart, wurde König von England und war im 11.Jhd einer der mächtigsten Herrscher.
Eine der bekanntesten Geschichten über Knut erzählt, wie er seinen Thron an den Strand bringen ließ.
Er wandte sich an die steigende Flut: „Ihr befindet euch in meiner Gerichtsbarkeit. Niemand hat sich jemals meinem Befehl ungestraft widersetzt. Ich befehle euch daher, nicht über mein Land zu steigen und es nicht zu wagen, die Kleider oder Gliedmaßen eures Herrn zu benetzen.“
Aber das Meer stieg wie gewohnt an und benetzte die Füße und Beine des Königs ohne Respekt."
Das war natürlich vorherzusehen, aber König Knut wollte allen Menschen eine Moral dadurch mitgeben:
Zurück auf trockenem Land sagte er:
„Es sei allen Bewohnern der Welt bekannt, dass die Macht der Könige leer und oberflächlich ist und dass niemand des Namens König würdig ist außer dem, dessen Willen Himmel, Erde und Meer gemäß ewigen Gesetzen gehorchen.“
Und damit nahm er seine goldene Krone ab und setzte sie nie wieder auf sein Haupt.
Verstehen wir, dass Gott souverän ist?
Dass Er eine unumstößliche Macht hat, mit der Er absolute Freiheit hat,
und so alle Dinge lenkt und regiert, ohne Einschränkung und Widerspruch.
Ist aber dein Herz auch schon damit befruchtet, was du in der Theorie weißt?
Folie
Max Warren: „Wir müssen unseren Glauben daran wiederentdecken, dass Gott die Geschichte lenkt… “
Wenn das Weltgeschehen ein Schachspiel wäre, dann wäre es egal wie viel gute Züge die Gegner Gottes machen. Gott ist immer einen Schritt voraus. Er kennt das gesamte Spiel und alle Möglichkeiten, und hat Er letztendlich die Kontrolle über das Ergebnis.
Wenn wir denken, das böse Menschen und verdeckte Organisationen die Fäden in der Hand haben um die Welt zu steuern, dann glauben wir nicht an die jetzige Souveränität Gottes.
Dann ist es immer noch nur ein Lippenbekenntnis und nicht mit Glauben verbunden.
In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden.
Ja, es sieht so aus, als ob der Feind überhand hat.
Ja, Juda ist in Gefangenschaft.
Ja, wir sind noch in dieser Welt!
Aber das ist nicht das Ende!
Übergang
Übergang
Gott zeigt Serubbabel seine souveräne Kiregsführung.
Die große Frage ist: Wann wird das alles geschehen und was bedeutet das?
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Dazu kommt der letzte Vers:
23 An jenem Tag, spricht der HERR der Heerscharen, werde ich dich nehmen, Serubbabel, Sohn des Schealtiël, mein Knecht, spricht der HERR, und werde dich einem Siegelring gleichmachen; denn ich habe dich erwählt, spricht der HERR der Heerscharen.
3. Der kostbare Siegelring (23)
3. Der kostbare Siegelring (23)
Erlärung
Erlärung
Was für ein Kontrast!
Während Gott Vernichtung und Untergang über die ganze Welt prophezeit, verspricht er Serubbabel eine großartige Zukunft:
Der Siegelring
Der Siegelring
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Das Wort, das sofort ins Auge sticht ist: Der Siegelring
Der Siegelring an der rechten Hand verkörperte die ganze Autorität des Besitzers.
Mit dem Ring, führte er seine Herrschaft aus.
Der Besitzer ist hier Gott selbst.
Bei dem Wort, klingelten damals sofort die Glocken, es ging sofort ein Licht an!
Wieso?
Weil dieses Wort auch in einer Prophezeiung über seinen Opa, Konja, vorkommt:
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Jeremia sprach damals als Prophet:
24 So wahr ich lebe, spricht der HERR, wenn auch Konja, der Sohn Jojakims, der König von Juda, ein Siegelring an meiner rechten Hand wäre, würde ich dich doch von dort wegreißen.
Was wir verstehen müssen:
Etwa 1000 v.Chr. machte Gott einen Bund mit David.
Dieser Bund war Bedinungslos. Nur Gott verpflichtete sich seinerseits.
Das einzige was Gott verprach war Züchtigung, wenn sie sich von Ihm abwenden - niemals Verwerfung.
Dieser Bund besagt: Der Thron und die Herrschaft durch die Gott herrschen wird, wird für ALLE EWIGKEIT aus dem Hause Davids kommen. (2.Sam 7)
Damals versündigte sich das Volk und der König Konja, der Nachfahre Davids am Götzendienst.
Gott musste züchtigen.
Konja wurde ins Exil geführt.
Gott sagte: Keiner aus seiner Familie würde wieder König werden. (Jer 22,30)
Mit anderen Worten: Gott nahm die Königsherrschaft von Konja weg.
Er riss ihn als Siegelring von seinem Finger.
Das war der tiefste Tiefpunkt der Bundebeziehung Israels zu Gott.
Und hier bei Serubbabel, dem Enkel?
Warum erwähnt Gott den Ring?
Wird Gott den Siegelring hier wieder anziehen?
Wird Gott hier seinen Fluch wieder Rückgängig machen?
Steht das dann nicht mit Jeremia im Wiederspruch?
Der Messias
Der Messias
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Schaut mal genau in den Text: Ist Serubbabel der wortwörtliche Adressat?
Hier ist von “jenem Tag” die rede - worauf bezieht sich das?
Hier ist auf einmal von “einem Knecht” die Rede, und nicht von dem “Stadthalter”.
Hier ist von einem Auserwählten die Rede - wer ist das?
In der Rücksicht wird alles klar:
Serubbabel ist nicht der, den Gott hier meint.
Denn er wird nie zum König gekrönt.
500 Jahre nach Serubbabel schreibt Matthäus einen Bericht und beginnt mit folgenden Worten:
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1 Buch des Ursprungs Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams.
Ein Paar Generationen weiter lesen wir:
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12 Nach der Wegführung nach Babylon aber zeugte Jojachin Schealtiël, Schealtiël aber zeugte Serubbabel,
Und noch ein Paar Generationen weiter:
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16 Jakob aber zeugte Josef, den Mann Marias, von welcher Jesus geboren wurde, der Christus genannt wird.
Wir sehen, dass Jesus durch Joseph aus der Davidslinie kommt. Das ist die rechtliche Linie.
Im Stammbaum Jesu von Lukas sehen wir, wie Jesus auch durch Maria leiblich von David abstammt. Das ist die Blutslinie.
Was bedeutet das?
Jesus ist der Siegelring Gottes.
Er ist der Messias, der hier in der Voraussicht von Gott angezeigt wird.
Jesus ist auch der Knecht Gottes, der die Sünde der Welt auf sich nahm, indem er sich selbst hingab.
Er ist der Knecht-König - gekrönt mit einer Dornenkrone.
Danach aber ist er erhöt worden, über jeden Thron und jede Herrschaft und er hat sich zur Rechten Gottes gesetzt, für immer.
Und Er wird wiederkommen: “An jenem Tag” und dann werden alle Feinde für ihn “hingelegt als Schemel für seine Füße.” (Ps 110)
Wir haben festgahalten, dass Gott die Welt steuert.
Und wohin steuert die Welt?
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20 Denn so viele Verheißungen Gottes es gibt – in ihm (Jesus) ist das Ja, und in ihm auch das Amen, Gott zum Lob durch uns!
Die ganze Weltgeschichte beginnt, besteht und mündet im Triumph Jesu Christi!
Somit reiht sich Serubbabel als Familienangehöriger ein, als Mitträger der Verheißungen Gottes.
Wir sind, wenn wir wahre Christen geworden sind, auch Mitträger dieser Verheißungen.
Uns gilt die Verheissung auch, die Serubbabel gilt: Wir werden mitherrschen!
Der Blick durch das Fernrohr
Der Blick durch das Fernrohr
Ein großes Fragezeichen bleibt.
Warum zeigt Gott Serubbabel das überhaupt?
Und warum sagt er ihm “an jenem Tag”?
Warum nennt Gott kein Datum, wenn er von der Zukunft spricht?
Stell dir vor, wir hätten von Gott keine Prophetie bekommen. Keine Vorschau auf die Zukunft...
Stell dir vor du pilgerst und wanderst ohne auch nur einmal das Kreuz auf der Bergspitze, wo du hinwillst, sehen zu können...
Wie schnell würdest du entmutigt werden?
Stell dir aber andererseits mal vor jemand würde dir die Bergspitze zeigen und dir sagen, wie viele Schritte du noch machen müsstest.
Wie schnell würdest du durch die große Zahl entmutigt werden?
Deswegen gibt Gott beides:
Er gibt einen Blick durch das Fernrohr, damit wir nicht entmutigt werden.
Er gibt keine Zahl, damit wir nicht entmutigt werden.
Er gibt uns das, was wir brauchen, nicht mehr und nicht weniger - Er ist ein guter Gott, denen, die ihn Fürchten!
Die Verheißung gilt aber nur denen die Frieden mit ihm haben durch das Kreuz.
Mach jetzt eine friedliche Revolution mit Gott damit es später nicht eine gewaltsame Revolution seinerseits gibt.
Serubbabel verschwand unerwähnt aus der Geschichte, ohne die Weltbühne wirklich betreten zu haben.
Seine Nachfolger verloren sich in Bedeutungslosigkeit.
Juda konnte politische Unabhängigkeitso gut wie nicht mehr erreichen.
Und trotzdem gilt das Wort des Propheten.
Gott will, dass wir ihm Nachfolgen. Um uns dazu zu ermutigen sagt er durch Haggai:
“Ich bin mit euch” (1:13)
“Ich werde ...”
“Ich rede ...”
“Ich kämpfe”
“Mein Geist”
Also folge du mir nach!
Schluss
Schluss
Wir schauen uns um und sehen Ruinen, Baustellen, Riesen
Wir schauen in uns und sehen Mutlosigkeit, Armseligkeit und Elend.
Wir schauen auf Gott uns seine Verheißungen und sehen: Wenn wir auf seiner Seite sind, laufen wir nicht vergeblich!
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Zum Schluss ein paar Worte von Graf von Zinzendorf:
1. Wir wolln uns gerne wagen, in unsern Tagen
der Ruhe abzusagen, die’s Tun vergisst.
Wir wolln nach Arbeit fragen, wo welche ist,
nicht an dem Amt verzagen, uns fröhlich plagen
und unsre Steine tragen aufs Baugerüst.
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2. Die Liebe wird uns leiten, den Weg bereiten
und mit den Augen deuten auf mancherlei,
ob’s etwa Zeit zu streiten, ob’s Rasttag sei.
Wir sehen schon von Weitem die Grad und Zeiten
verheißner Seligkeiten: nur treu, nur treu!
(Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf)
Auf, treu dem Lamm nach!
Mit dem Blick auf die Zukunft läuft es sich besser!
Amen.
