Vortrag - MdkB
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Transcript
Begrüßung
Begrüßung
Losung:
Psalm 127,1
Wenn der Herr nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst.
Lehrtext:
1 Timotheus 2,2
Betet für die Regierenden und für alle, die Gewalt haben, damit wir in Ruhe und Frieden leben können, in Ehrfurcht vor Gott und in Rechtschaffenheit.
Schön, dass ihr heute da seid. Ich möchte vorweg nochmal sagen, dass es heute eine etwas andere Gebetsstunde wird. Ich werde zunächst einen Vortrag halten über das Thema “Warum das Bibelverständnis nicht beliebig ist”. Im Anschluss wollen wir eine Gebetsgemeinschaft haben und unsere Anliegen vor Gott zu bringen. Danach möchte ich euch noch die Gelegenheit bieten mir Rückfragen zu stellen und darüber zu diskutieren. Die Reihenfolge habe ich bewusst gewählt, weil ich nicht die Diskussion über das Gebet stellen möchte.
Daher wollen wir gemeinsam auch in diese Gebetsstunde starten mit einem Gebet:
“Vater, Schöpfer des Himmels und der Erde, wir können nur staunen über deine wunderbare Schöpfung. Du hast keine Grenzen und dir ist nichts unmöglich! Wir sind total abhängig von dir und deiner Gnade. Deshalb bitte ich dich, dass du auf uns Acht gibst und uns bewahrst. Ich bitte dich für die Regierenden und alle die Macht haben, dass wir gerade in Deutschland weiter deine Gute Botschaft verkündigen können und in Ehrfurcht und Rechtschaffenheit vor dir leben können. Statte uns mit Weisheit aus, um dich besser zu verstehen und um deine Botschaft weiterzugeben.
Ich bitte dich jetzt ganz konkret, dass du uns aufzeigst, was es mit der Bibel auf sich hat und wie wir mit ihr umgehen können.
Danke Herr Jesus, dass du da bist.”
Amen
Warum das Bibelverständnis nicht beliebig ist
Warum das Bibelverständnis nicht beliebig ist
Ein Einstieg:
Ein Einstieg:
Ich bitte euch mir eine Antwort zu geben:
Ich war letzte Woche Joggen und habe meinen Distanzrekord aufgestellt.
Wie weit bin ich gelaufen?
Wo ist Jesus geboren worden?
in Bethlehem
das Kind in einer Krippe liegend
von Stall keine Rede!
Wer war dabei?
Hirten fanden das Kind
Könige? Waise? - fanden ein Haus!
Mt 2
Wie kann man sich das überhaupt mit dem Stern vorstellen?
Noch ein drittes Beispiel:
1 Timotheus 2,2
Betet für die Regierenden und für alle, die Gewalt haben, damit wir in Ruhe und Frieden leben können, in Ehrfurcht vor Gott und in Rechtschaffenheit.
Wie beten wir für die Regierenden?
Ich habe euch diese Beispiele rausgesucht, um ein paar Dinge zu verdeutlichen
Wir hören und lesen nicht alle gleich
Wir verstehen durch unsere Prägung heraus
Wir füllen gelesene oder gehörte Leerstellen aus
Wenn wir also einen Bibeltext lesen, den wir vielleicht sogar schon gelesen haben, vielleicht sogar schon 100 mal gelesen haben, dann haben wir schon Bilder bzw eine Interpretation im Kopf.
Spannenderweise geht das übrigens auch andersherum. Welche Geschichte ist hier zu sehen? (Bild von einem Boot im Sturm und 12 Männern. https://chatgpt.com/s/m_6875fc417fc081919ede858c39fee870)
Selbst KI versteht die Aufgabe “” so, dass es eine Überschrift für das Bild gibt: “Sturm auf dem See mit Christus”
Warum hat Jesus eigentlich als einziger ein weißes Gewandt an?
Doch die Frage die sich nun aufdrängt ist: Welche Auswirkung hat das eigentlich auf die Auslegung eines Textes, wenn ich Dinge in einen Text hineininterpretiere?
Deshalb lade ich euch einmal ein diesen Text aus Matthäus 14 aufzuschlagen und wir lesen ihn einmal gemeinsam.
22 Und sogleich nötigte er die Jünger, in das Boot zu steigen und ihm an das jenseitige Ufer vorauszufahren, bis er die Volksmengen entlassen habe. 23 Und als er die Volksmengen entlassen hatte, stieg er für sich allein auf den Berg, um zu beten. Als es aber Abend geworden, war er dort allein. 24 Das Boot aber war schon mitten auf dem See und litt Not von den Wellen, denn der Wind war ihnen entgegen. 25 Aber in der vierten Nachtwache kam er zu ihnen, indem er auf dem See einherging. 26 Und als die Jünger ihn auf dem See einhergehen sahen, wurden sie bestürzt und sprachen: Es ist ein Gespenst! Und sie schrien vor Furcht. 27 Sogleich aber redete Jesus zu ihnen und sprach: Seid guten Mutes! Ich bin es. Fürchtet euch nicht! 28 Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, wenn du es bist, so befiehl mir, auf dem Wasser zu dir zu kommen! 29 Er aber sprach: Komm! Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser und kam auf Jesus zu. 30 Als er aber den starken Wind sah, fürchtete er sich; und als er anfing zu sinken, schrie er und sprach: Herr, rette mich! 31 Sogleich aber streckte Jesus die Hand aus, ergriff ihn und spricht zu ihm: Kleingläubiger, warum zweifeltest du? 32 Und als sie in das Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. 33 Die aber in dem Boot waren, warfen sich vor ihm nieder und sprachen: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn!
Wie können wir denn jetzt sicher sein, dass wir Gottes Wort, die heilige Schrift auch richtig verstehen und Leerstellen nicht falsch füllen?
Ich schlage vor, wir schauen uns den Text mal genau an und stellen Fragen an den Text:
Wer hat diesen Text geschrieben?
Er steht im Matthäusevangelium, doch ein Verfasser ist gar nicht darin enthalten. Nagut, er kennt diese exakte Geschichte, es könnte also einer der Jünger sein oder jemand dem diese Geschichte erzählt wurde. Schauen wir erstmal weiter
an wen hat er den Text geschrieben?
steht so nicht drin, aber möglicherweise:
Juden, aufgrund der ganzen Feste, Begriffe und Reinheitsregeln
was war seine Intention?
steht erstmal auch nicht so drin. Möglichkeiten wären:
Ein Bezug zum AT herstellen
Prophetien über den Messias, die sich erfüllten
Jesus als König - Die Waisen mit den Geschenken
Gibt es Parallelstellen?
Ja! Mk 6,45-53 ; Joh 6,17 Das heißt, die Geschichte ist bekannt. Schauen wir uns mal an, was die Unterschiede sind:
von Petrus wird gar nicht gesprochen
unklare Angaben wohin es geht
zweimal eine Uhrzeit, einmal eine Distanz?
Joh schreibt “Johannes 6,21 “21 Sie wollten ihn nun in das Boot nehmen, und sogleich war das Boot am Land, wohin sie fuhren.”
Gemeinsamkeiten:
Jesus schickt die Jünger weg
Die Jünger befinden sich in einem Sturm
Jesus geht auf dem Wasser & die Jünger fürchten sich
der Sturm bricht ab und sie kommen an.
Ich weiß nicht genau, wie es euch geht, aber jetzt können wir immer noch nicht mehr wissen. Viele Dinge stehen nicht in der Bibel drin und vieles können wir uns erschließen.
Noch ein Vorschlag: Wir prüfen mal, wie der Text so zusammenpasst.
Matthäus 14,22–23 “22 Und sogleich nötigte er die Jünger, in das Boot zu steigen und ihm an das jenseitige Ufer vorauszufahren, bis er die Volksmengen entlassen habe. 23 Und als er die Volksmengen entlassen hatte, stieg er für sich allein auf den Berg, um zu beten. Als es aber Abend geworden, war er dort allein.
Moment. Wenn ein Jünger das geschrieben hat, woher sollte er wissen, dass Jesus noch allein auf dem Berg war um zu beten?
24 Das Boot aber war schon mitten auf dem See und litt Not von den Wellen, denn der Wind war ihnen entgegen. 25 Aber in der vierten Nachtwache kam er zu ihnen, indem er auf dem See einherging.”
Woher ist eigentlich die Uhrzeit bekannt? In einem Sturm ist das vermutlich gar nicht so einfach!
Möglicherweise war es auch spät in der vierten Nachtwache und es war schon Licht zu sehen, doch wäre das nicht auch eine Leerstelle dich ich interpretiere?
und Petrus? vielleicht ist er vorsichtig aus dem Boot raus und konnte spüren, dass das Wasser ihn trägt, aber wenn er doch spürt, das das Wasser trägt, wieso bekommt er plötzlich Angst?
Mal abgesehen davon, ist es doch wissenschaftlich völlig unmöglich, dass ein Mensch auf dem Wasser geht und wie soll das ausgesehen haben? War er immer oben auf der Welle oder immer auf einem Niveau?
Ich weiß nicht genau, ob es euch aufgefallen ist, aber es hat eben ein Wandel stattgefunden in den Fragen die ich gestellt habe.
zunächst ging es um das Verständnis des Textes und fragen die das Wissen des Autors anzweifeln. Danach geht es um Emotionen von Petrus und deren logischer zusammenhang und zum Schluss das wissenschaftlich logische.
Bin ich falsch abgebogen? Darf man diese Fragen überhaupt stellen?
Zum einen denke ich, dass wir generell keine Fragen kategorisch ausschließen sollten. Warum sollten wir nicht hinterfragen, warum es Unterschiede in Erzählungen einer Geschichte gibt? Denn worauf es eigentlich ankommt, ist doch wie wir auf diese Fragen antworten. Wie gehen wir mit diesen Fragen um und welche Schlüsse ziehen wir daraus?
Abhängig von unserem Verständnis im Umgang mit der Bibel kommt man zu unterschiedlichen Schlüssen, daher hier ein paar Beispiele:
Es gibt unterschiedliche Erzählungen dieser Geschichte und aufgrund dem Inhalte gehen wir davon aus, dass es eine mündliche Überlieferung der Geschichte gibt, die sich unterschiedlich erweitert hat. Im Matthäusevangelium hat der Autor die Geschichte um den, auf dem Wasser laufenden, Petrus erweitert. Der Autor wollte damit symbolisch zeigen, wie wichtig es ist, sich auf Jesus zu verlassen.
Für Johannes und Markus war es einfach nicht wichtig, für die Leser, was Petrus dort passiert ist. Matthäus, der aber die Königsherrschaft Jesu mitbetont, war es wichtig dieses Erlebnis von Petrus mitaufzunehmen, weil es zeigt, das Jesus nicht nur etwas besonderes ist, sondern das er Macht über die Natur hat und auch andere über Wasser gehen lassen kann.
In dem einen kann ich nur einen symbolisch Wert entnehmen, der mein Verhalten in eine Richtung führt.
In dem anderen schreibe ich Jesus Eigenschaften zu. Er hat Macht! Aber das kann ich nicht, wenn ich überhaupt in Frage stelle, ob das überhaupt eine historische Tatsache ist.
Wir kommen an einen Punkt, der sehr entscheidend ist, aber gleichzeitig unfassbar schwer zu greifen ist. Gibt es Dinge in der Bibel, die wir vernachlässigen können?
Muss Petrus auf dem Wasser gegangen sein? Muss Jesus überhaupt auf dem Wasser gegangen sein? Muss das Volk Israel durch das Rote Meer gezogen sein? Ist das, was Paulus schreibt allgemeingültig?
Offensichtlich ist, dass Paulus zumindest von uns nicht wörtlich genommen wird.
1. Korinther 11,5 “5 Jede Frau aber, die mit unverhülltem Haupt betet oder weissagt, entehrt ihr Haupt; denn sie ist ein und dasselbe wie die Geschorene.”
1. Korinther 11,13 “13 Urteilt bei euch selbst: Gehört es sich, dass eine Frau unverhüllt zu Gott betet?”
Abhängig von unserem Bibelverständnis, ändert sich unsere Hermeneutik, also die Auslegung eines Bibeltextes. Und wann legen wir einen Text aus?
Jedes mal, wenn wir …
Bibellesen
eine Predigt hören
einen Podcast hören
ein YouTube-Video schauen
im Hauskreis zusammen sitzen
jedes Mal, wenn wir uns irgendwie mit der Bibel befassen!
Deshalb ist es wichtig, dass wir uns selber prüfen und verstehen, wie lesen wir eigentlich die Bibel? Wie sind wir denn geprägt und was erachten wir als selbstverständlich? Nicht in erster Linie um uns zu verändern, aber um mögliche problematische Denkmuster zu erkennen.
Denn erst wenn wir uns selber verstehen, können wir überhaupt verstehen, was derjenige der mit oder zu uns spricht denkt.
Ich habe bewusst in den Beispielen keine als “richtig” oder “falsch” bezeichnet, un abhängig von meinen eigenen Ansichten. Doch wir müssen das im Hinterkopf haben, dass die Auslegung eines Textes immer auch abhängig vom Bibelverständnis der Person ist. So lobenswert z.B. die Ansätze einer historisch kritischen Methode auch gewesen sind, so hat sich damit ein bestimmtes Bibelverständnis it verbunden, dass man die Bibel nicht mehr ernst nehmen kann. Ganz besonders schwierig wird es, wenn dann auch Begriffe, die wir kennen benutzt werden, aber anders gefüllt werden.
Heilige Schrift
In ihr steckt irgendwo Gottes Wort
Gott ist Liebe
Die Liebe ist Macht die alles bewirkt und wir müssen lieben
Ich möchte euch aber auch nicht verwirren, indem ich jetzt verschiedene Methoden anspreche. Ich möchte euch Eckpunkte meines Bibelverständnisses geben, und die Möglichkeit darüber zu diskutieren.
Die Bibel ist Gottes Wort. Die Bibel beschreibt einen Allmächtigen Gott, der in die Geschichte eingreift, wieso sollte er ein sein Wort nicht auch genauso gewollt haben?
Das heißt für mich nicht, dass es keine Entwicklung gegeben haben kann, aber das heißt sehr wohl, dass alle Schrift von Gott eingegeben ist.
Die Bibel ist historisch glaubwürdig.
Wenn Gott allmächtig ist, dann sind Prophetie und Wunder möglich. Wo wunder draufsteht, steckt auch Wunder drin.
Die Bibel ist eine Einheit und will auch als solche verstanden werden.
Bevor wir in eine Diskussion übergehen, wollen wir Gemeinsam beten. Ich habe bewusst aktuelle Gebetsanliegen aufgeschrieben, gerne könnt ihr eigene Gebetsanliegen ergänzen.
Betet für die Ferien, für gute Familienzeit udn gemeinsames Wachstum im Glauben
betet für die Jugendfreizeit
betet für Gesundheit für Jonas und Kraft für die Familie
Erweckung in Kredenbach
Frieden in der Ukraine
Frieden im Nahen Osten
