Kohelet (4)

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Einleitung

Wir widmen uns heute den Kapiteln 4 und 5. Vielleicht fragt ihr euch ja: Was? Da braucht er zwei Predigten für das Kapitel 3 und jetzt packt er zwei Kapitel in eine Predigt - was soll das? Hat er es pressant?
Nein, natürlich nicht. Ich will mir Zeit lassen. Aber ihr habt recht, es gibt einen Grund. Wenn wir das ganze Buch Kohelet durchschauen, finden wir in bestimmten Abständen immer wieder die gleiche Aussage - wir kennen sie: Es bleibt dem Menschen nichts übrig ausser den Lohn seiner Mühen zu geniessen und sich daran zu freuen, das sei eine Gabe Gottes - so oder so ähnlich wiederholt sich diese Aussage. Ich habe nun die Predigtreihe bis anhin an diesen Stellen orientiert und werde, wenn alles stimmt und mir der Geist nicht was anderes sagt, das so beibehalten. Die Stellen bis anhin waren für die erste Predigt 2,24f; für die zweite Predigt 3,12f, für die dritte 3,22. Heute sind wir bei der vierten Predigt: Kp 5,17ff
Also fassen wir heute diese beiden Kapitel mal zusammen. Und bei dem Versuch, ist mir etwas aufgefallen: Die Themen der Abschnitte in diesen Kapiteln wiederholen sich, aber mit Unterschieden in der Betrachtung. Das ist etwas, das es in der Bibel oft gibt, die Wiederholung von Aussagen mit anderen Worten, oder überspitzt, oder quasi ironisch. Das ist in der altertümlichen Kultur begründet: Die Autoren wollen den zentralen Punkt einer Aussage auf diese Art genau treffen, klar machen. Er soll verstanden werden. Die doppelte Schöpfungsgeschichte in 1. Mose ist so ein Beispiel, oder die Verse in den Sprüchen oder den Psalmen. Auch Jesus hat diese Art der Lehre benutzt.
Wir hangeln uns heute also diesen Themenpaaren entlang: 1. Ungerechtes Leid und Ausbeutung 4,1-3 und 5,7-8 2. Geschäftigkeit und falsche Sicherheit 4,4-6 und 5,9-16 3. Furcht vor Königen und Furcht vor Gott 4,13-16 und 4,17-5,6 4. Was gibt denn Sicherheit? 4,7-12 und 5,17-19

1. Ungerechtes Leid und Ausbeutung

4,1-3 Nach seinem Urteil, dass der Mensch Freude an seinen Werken finden kann (3,22) dreht sich der Kohelet um, und sein Blick fällt auf Leid und Unterdrückung. Damit verstärkt er seinen Kommentar aus Kp 3,16 - nach der Beugung des Rechts sieht er gewaltsame Unterdrückung. Und als sei das nicht genug, sieht er keinen Trost für die Leidenden und Bedrückten. In dieser Welt gibt es keinen Trost. Seid ihr nicht auch schon mit absoluter Hilflosigkeit der grausamen Wirklichkeit begegnet? Es gibt manchmal keine Antwort auf die Tränen und all das Leid, das passiert. Und diejenigen, die so grausam leiden, wünschen sich doch oft den Tod. Das fällt dem Prediger genauso auf, wenn er diese gottlose Welt unter der Sonne betrachtet.
5,7-8 Später im fünften Kapitel greift er das auf, was heute unter „soziale Gerechtigkeit” gehandelt wird - bzw. sieht er eher soziale Ungerechtigkeit. Die eingesetzten Beamten können tun und lassen, was sie wollen. Der Prediger ruft dich nicht umsonst auf, dich nicht zu wundern. Dass die Beamten sich untereinander decken und in die Hände spielen, dieser Filz, diese Korruption scheint etwas ganz normales zu sein unter der Sonne. Hier in der Schweiz mag Korruption eher weniger ein Problem zu sein - aber es gibt sie auch hier. Aber was ist mit all den vielen Ländern in aller Welt, wo die Korruption die Menschen daran hindert, zu Wohlfahrt zu kommen? Der Kohelet hat Recht. Unterdrückung, Ausb eutung, gewaltsames Leid überall.
Was können wir darauf antworten? Wie können wir Hoffnung teilen ohne billige Vertröstung? Es gab da einen, der erlitt all das, er hat diese grausame Wirklichkeit durchlitten bis zum Tod: Christus. Auf ihn können wir hinweisen. Paulus schrieb dazu: Römer 8,20.24f.28f „Die Schöpfung ist nämlich der Vergänglichkeit unterworfen, nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin … Denn auf Hoffnung hin sind wir errettet worden. Eine Hoffnung aber, die man sieht, ist keine Hoffnung; denn warum hofft auch jemand auf das, was er sieht? Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so erwarten wir es mit standhaftem Ausharren….Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.“ Paulus kommt zum Schluss: Keine Hoffnung, kein Trost ohne Glauben.
2. Geschäftigkeit und falsche Sicherheit
4,4-6
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