Vom Anbeter zum Mörder

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Frechen, 27.07.2025
1.     Der Sohn – Der Verheißene? (V1). 3
2.     Der Arbeiter – tätig, aber innerlich leer (v2). 5
3.     Der religiöse Anbeter – bringt ein Opfer, aber ohne Glauben (V3-5). 5
4.     Der Rebell – trotzt Gottes Warnung (V6-8). 9
5.     Der Flüchtling – verliert alles, lebt aber nicht ohne Hoffnung (9-16). 10
6.     Eine Lebenlinie ohne Gott (17-24). 13
7.     Eine neue Lebenslinie mit geistlichem Aufbruch (25-26). 15

Einleitung

Stell dir Folgendes vor: Zwei Brüder. Gleiche Wurzeln. Gleiche Hoffnungen.
Und doch: Sie wählen gegensätzliche Wege – einer führt ins Leben, der andere ins Verderben.
Genau solche kraftvollen Kontraste liebt die Bibel. Wir kennen Jakob und Esau, den breiten und den schmalen Weg, den verlorenen Sohn und den hartherzigen Bruder:
Jakob vs. Esau – Kampf um das Erstgeburtsrecht.
Breiter vs. schmaler Weg (Mt 7) – welcher ist einfacher zu finden?
Pharisäer vs. Zöllner – Fromme Selbstgerechtigkeit oder demütiges Herz?
Und heute steigen wir ein in den radikalsten Gegensatz überhaupt: Kain und Abel – zwei „Worshipper“ mit identischen Chancen, aber mit unterschiedlichem Ausgang.

Wiederholung

Heute kommen nun in das 4. Kapitel in Genesis. Heute sehen wir uns die Auswirkungen an, was im 3. Kapitel losgetreten wurde:
Genesis 3 (Ursache)
Genesis 4 (Wirkung)
Sünde kommt in die Welt
Mord, Hass, Selbstmitleid
Bruch mit Gott
Entfernung von Gott, Gottlosigkeit
Fluch über die Menschheit
Mühsal, Konflikte, Schmerz
Scham & Verstecken
Schuldverdrängung & Prahlerei (Lamech)
Paulus fasst dieses Geschehen zusammen in Röm 5:
5,19 … Durch Adams Ungehorsam wurden alle Menschen vor Gott schuldig; aber weil Jesus Christus gehorsam war, werden sie von Gott freigesprochen.
Wegen Adam kommt Sünde und Tod in die Welt. Durch Jesus Christus, den zweiten Adam –Gnade und Gehorsam. Er bringt Leben und Gerechtigkeit für uns alle.
In Kap 4 gibt es viele Premieren:
· die erste Schwangerschaft,
· die erste Geburt,
· die erste Familie,
· die erste Dysfunktionale Familie,
· der erste Kriminelle
· der erste Tod.

THEMA

Der Brudermord: vom Worshipper zum Mörder
Wir werden Kains Leben anschauen:
1. Sohn 1
2. Arbeiter 2
3. Religiöse Anbeter 3-5
4. Rebell 6-8
5. Flüchtling 9-16
6. Eine Lebenslinie ohne Gott 17-24
7. Eine neue Lebenslinie mit geistlichem Aufbruch 25-26
Gebet!!

1. Der Sohn (V1)

1 Und Adam erkannte seine Frau Eva; und sie wurde schwanger und gebar den Kain. Und sie sprach: Ich habe einen Mann erworben mit der Hilfe des HERRN! 
Wir lesen, dass Adam seine Frau erkannte;
Dieses „erkannte“ heißt so viel wie Adam war intim mit seiner Frau – sexuell intim.
Und ja, Gott hat sich Sexualität ausgedacht. Mit zwei primären Zielen:
· Das erste Ziel: Um die innigste Intimität des Eins-werden zu erleben. Die Bibel sieht diese Intimität als Teil vom „Ein-Fleisch-werden“.
o David Guzik schreibt: "Erkennung" bezieht sich auf eine Handlung. Diese Handlung trägt dazu bei, das Band der Einheit zu knüpfen. So entsteht eine Ein-Fleisch-Beziehung.“
Und das hat im Garten Eden begonnen. Die Idee von Sex ist nicht erst nach dem Sündenfall entstanden.
· Und stellt euch vor: diese intime Beziehung:
o ohne Schuldgefühle, ohne Neid, ohne Druck, ohne schmutzige Gedanken, ohne Gewalt, ohne Manipulation…
o sondern in vollkommener Reinheit, Einheit, Geborgenheit und Freude.
Das war das erste Ziel: Innigste Intimität – und Gott freut sich, wenn wir nach seinen Spielregeln spielen 
· Das zweite Ziel: Um die Welt zu bevölkern und sich zu vermehren.
‚Also… wir haben einen Auftrag. Und keinen Zeitplan.‘
„Gott sagte: ‚Seid fruchtbar und mehret euch!‘ Adam: ‚Okay – wie viele sind denn geplant?‘ Gott: ‚Alle.‘ Eva: ‚Also… richtig viele Windeln?!‘“
„Gott sagt: ‚Bevölkert die Erde!‘ Eva: ‚Und wie lange haben wir dafür Zeit?‘ Gott: ‚Bis sie voll ist.‘ Adam: ‚Also kein Sabbat mehr?‘ Gott: ‚Doch – aber mit Kindern.‘“ 😅
Scherz bei Seite. Aber die erste Schwangerschaft ohne Schwangerschaftskurs muss schon witzig gewesen sein?
Adam freute sich am heranwachsenden Bauch, Eva an Essiggurken mit Vanille Eiscreme; Adam stellt fest, dass nicht nur ihr Bauch größer wird. Eva hat das aber nicht gestört. Sie hatte je niemanden zum Vergleichen!
So, zurück zum Thema.
Der erste Sohn wurde geboren: „Ich habe einen Mann erworben mit der Hilfe des HERRN!“
Ein Freudenruf! Mit Gottes Hilfe hat sie die Schwere der Schwangerschaft durchgestanden. Wir erinnern uns an Gottes Fluch: die Schwangerschaft wird schwierig sein und mit Scherzen verbunden sein.
Aber mit Gott, hat sie das geschafft und durchgehalten.
Ja, sein Name war Kain. Der erste Mann! Kain bedeutet „Ruhm“ oder „Anerkennung“;
man kann auch sagen: „hier ist nun das Pachtstück!“
Und man muss sich das so vorstellen:
Unter normalen Umständen wollen Mütter und Väter das Beste für ihre Kinder; Sie denken über die Schule nach, die Hobbies, Ausbildung. So, wie das Leben halt verläuft.
Und Adam und Eva denken an die Verheißung, die Gott in Kapitel 3 gegeben hat:
Kain war der erste Sohn, nachdem sie aus dem Garten Eden vertrieben worden sind.
Wir lesen von der Verheißung: 3,15 Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen: Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.
Adam und Eva hatten nicht normale Erwartung: sie hatten hohe Erwartungen!
sie dachten
· Kain ist der versprochene Messias
· der Held der Geschichte
· Kain ist der verheißene Same, der Rettung bringen wird
· der die Menschheit erlösen wird von Sünde und Tod
· der Hoffnungsträger, der die Schlage den Kopf zerbrechen wird
· und dann mit Gott wieder in perfekter und harmonischer Gemeinschaft leben können…
Tja, wir kennen die Geschichte, weil wir das ganze Wort Gottes nun in unseren Händen halten dürfen… wir wissen, wer wirklich der Erlöser sein wird.
Eva dachte sie hält den Helden in den Armen,  aber in Wirklichkeit hält sie einen Mörder.  
Das war der erste Punkt: Der Sohn.

2. Der Arbeiter (v2)

2 Und weiter gebar sie seinen Bruder Abel. Und Abel wurde ein Schafhirte, Kain aber ein Ackerbauer. 
Abel bedeutet „Hauch / Nichtigkeit / Vergänglichkeit“ … bei Kain
warum und wozu sie ihm diesen Namen gegeben hat, wissen wir nicht. Wir können nur spekulieren, aber dieses Hobby überlassen wir jemand anderen. Wir sind Bibelforscher 
Weiters lesen wir, welchen Beruf sie hatten: Schafhirte und Ackerbauer.
Die ersten Menschen waren keine Jäger und Sammler. Nein, Gott hat den Menschen von Anfang Jobs gegeben: mit Intelligenz, mit Fähigkeiten und Kompetenzen.
Viele denken ja, dass Arbeit eine Folge vom Sündenfall war. Nein, das stimmt leider nicht so. Arbeit hat Gott sich ausgedacht. Wir werden in der Ewigkeit wieder Arbeiten.  
Nur ist die Arbeit mühselig geworden. Im Schweiße unseres Angesichts müssen wir nun aber Arbeiten. Die Arbeit an sich ist göttlich, wir werden auch in der Ewigkeit arbeiten.
Aber was wir jetzt noch sehen werden, ist, dass Kains Beruf, oder seine Werke mit seiner Anbetung zusammenhängen.
Schauen wir uns jetzt an, wie die Anbetung ausgesehen hat:

3. Der religiöse Anbeter (V3-5)

3 Und es geschah nach geraumer Zeit, dass Kain dem HERRN ein Opfer darbrachte von den Früchten des Erdbodens. 
4 Und auch Abel brachte [ein Opfer] dar von den Erstlingen seiner Schafe und von ihrem Fett. Und der HERR sah Abel und sein Opfer an; 
5 aber Kain und sein Opfer sah er nicht an. Da wurde Kain sehr wütend, und sein Angesicht senkte sich.
Vielleicht können wir hier schon mal festhalten, dass Gott doch keine Vegetarier mag? Oder wäre das nur eine Spekulation? Achja, wir wollten nicht spekulieren… nun ja, wir gehen wieder zurück zum Text. ;-)
Die Frage stellt sich ja, warum nimmt Gott das eine Opfer an, und das andere nicht, oder? Warum war das eine in Ordnung, und das andere nicht? Die Brüder haben es gewusst. Vielleicht ist Feuer vom Himmel gekommen und hat es verzehrt? So lesen wir es an einer anderen Stelle in der Bibel.
Also manche Bibelleser würden darauf schließen, dass Gott keinen Ertrag vom Boden akzeptieren würde. Das würde Leviticus 2 nicht bestätigen. Gott erfreut sich genauso über Getreide. ( Predigtreihe von Heinrich Derksen)
Heinrich prägt den Satz: „Gib Gott das Beste, nicht deine Reste!“ HD
Hier in dem Text geht es aber um ein allgemeines Verständnis von Opfer. Im Gegensatz zum 3. Buch Mose hat Gott ganze klare Vorstellungen.
Es gab 2 offensichtliche Unterschiede:
1. die Qualität des Opfers
2. der Charakter des Opfergebers
Wisst ihr, Gott sieht die Anbetung nicht getrennt von dem Anbeter (2x)
1. Die Qualität des Opfers
Abels Opfer wird beschrieben, dass es die „Erstlinge“ seines Ertrags waren und die Erstlinge werden noch mit dem besten Fett ergänzt.
Abel hat das Beste vom Besten gegeben.
Also war es schon etwas Besonderes, man kann auch sagen, Abel hat sich Gedanken gemacht:
· Das Fett stand für das „Wertvolle“ oder „Teure“ … es war luxuriös.
· In Leviticus wurde angeordnet: das Fett Gott zu geben + zu verbrennen.
· Für Gott war das ein „schöner Duft“, ein „Wohlgeruch“[1]
Abel hat seine ersten Erfolge dargebracht; Lämmer oder so…
Kains Opfer? Hier lesen nichts. Nur gewöhnliche Früchte vom Erdboden.
Daher, ein Unterschied in der Qualität des Opfers.
1. Der Charakter des Opfergebers
Im Heb 11,4 aber finden wir einen Hinweis, eine Bewertung.  Aufschlagen.
In Kains Gottesdienst fehlte der Glaube. Es war nur Anstrengung von Werken:
· Kain hatte nicht den Lebendigen Glauben in seinen Leben
· Kain hatte nicht den Lebensveränderten Glauben
· Er hatte nicht den retten Glauben,
der ihn motivieren würde, Gott-gefällig Leben zu wollen.
Dieser Gottesdienst ist für ihn zu einer Pflichterfüllung geworden. Eine reine tote Religiosität.
Was uns der Text sagen will, ist: dass du nicht erwarten kannst, dass Gott dich segnet! Du kannst nicht von montags bis samstags so leben, wie es die Welt tut, ohne an Gott zu denken, und alles tun, was in deinen Augen recht ist;
und dann am Sonntag mit den schönsten Klamotten in den Gottesdienst für eine Stunde zu kommen; und mit einer Selbstverständlichkeit dein Opfer in vor Gott hin klatschst und erwartest, (und stehst mit offenen Händen da) dass Gott dich segnet?
Was für eine fromme Religiosität!
Geht es nicht um dein Opfer! Nicht um deine Leistung!
Gott will Glaubensgehorsam! Gott will dein Herz neu machen – komplett von oben her transformieren!
Oder wollen wir den geistlichen Kampf nicht kämpfen? Oder sind die Kosten mir einfach zu viel? Kostet die Nachfolge zu viel?
Leute, wir haben hier ein Anbetungsproblem. (2x)
Abel hatte den Wunsch, Gott anzubeten. Deshalb schreibt der Hebr.Schreiber: „Durch den Glauben, sah Gott das Opfer an“
Ihm ging es um Gott. Und deshalb hat er das Beste von seinem Ertrag gegeben und das Erste von seinem Ertrag.
Wie sieht das bei uns aus? Haben wir ein Anbetungsproblem? Bist du wie Kain, der sein Leben nicht „durch den Glauben“ lebt? Wenn du das erkannt hast, dann kehr um und starte heute deinen Glaubensweg mit Gott!
Oder andere Frage: Ist unser Leben an Gott ausgerichtet? Was hättest du an Abels Stelle gegeben?
Ehren wir Gott, indem wir unsere „Erstlinge“ und das Beste ihm geben?
Gott hat uns mit 3 Arten von Ressourcen ausgestattet: Zeit, Lebenskraft und Geld.
1. Wie sieht es mit deiner Zeit aus?
a. Widmen wir Gott die erste Zeit unseres Tages? Suchen wir Gott in Gebet am Morgen und suchen wir in seinem Wort? Oder suchen wir das Handy als erstes?!
b. Nützen wir unsere Zeit für einen Dienst? Diene ich in meiner Ortsgemeinde? Sind wir für andere da? Setzen wir uns für Gottes Mission ein, anstatt für unsere Mission? Welche Mission verfolgst du? —> mein Reich vs Gottes reich; jahres motto;
2. Wie sieht es mit meiner Lebenskraft aus?
a. Stelle ich mich in eine Verantwortung und kann andere anleiten?
b. Vermeide ich, oder zögere ich Klärungsgespräche, die eigentlich dran wären?
c. Sitze ich noch abends mit meine Kids zusammen und wollen den vergangenen Tag gemeinsam reflektieren und den nächsten Tag in Gottes Hände legen?
3.  Wie sieht es mit dem Geld aus?
a. Betest du Gott mit deinem Geld an? Gibst du ihm die Erstlingsfrucht? Und das Beste?
b. Der Zehnte, den ich monatlich abgebe
i. Zeigt, dass ich Gott vertraue
ii. Schafft Raum in meinem Leben, den Gott füllen kann
iii. Erinnert mich daran, dass ich nicht meine Quelle bin
iv. Verbindet mein Geld mit einem königlichen Zweck
v. Der Zehnte gibt meiner Arbeit eine ewige Bedeutung
vi. Der Zehnte bricht die Gier und die Selbstbezogenheit in meinem Herzen
vii. Der Zehnte lässt alles andere in meinem Leben wissen, dass Gott an erster Stelle steht

Den Zehnten zu geben ist kein Zeichen meiner Großzügigkeit, sondern meiner Anbetung und meines Gehorsams. Gottes radikale Großzügigkeit verpflichtet mich – deshalb gebe ich mindestens den Zehnten.

Kommen wir zu unserem …. Zurück:
 „Kain wurde sehr wütend. Und sein Gesicht senkte sich“.
Kain war voll Wut; und wie wir alle wissen, Wut hat seine Wurzel im Stolz. In der Rebellion.
Das hat auch Jesus gesagt und adressiert unser Herz: ist Zorn in unserem Herzen, dass ist das wie morden! Mt5,21
Kain konnte es nicht ertragen, dass sein Bruder vor Gott mehr akzeptiert wurde und er nicht.  Wut gegen Gott (vertikal) und Wut gegen seinen Bruder (horizontal)
Und die Epidemie der Sünde nimmt ihren Lauf auf. In Kains Herzen fängt es zu brodeln an.

4. Der Rebell – trotzt Gottes Warnung (V6-8)

6 Und der HERR sprach zu Kain: Warum bist du so wütend, und warum senkt sich dein Angesicht?
7 Ist es nicht so: Wenn du Gutes tust, so darfst du dein Haupt erheben? Wenn du aber nicht Gutes tust, so lauert die Sünde vor der Tür, und ihr Verlangen ist auf dich gerichtet; du aber sollst über sie herrschen!
So Gott, der „Kenner aller Herzen“ weiß natürlich was los ist.
Gott tritt in den Dialog geht mit Kain:
1. Gott stellt eine Frage: „Warum bist du so wütend? Warum senkt sich dein Angesicht?“
o Gott verurteilt ihn nicht sofort!
o Gott lässt seinen Zorn über ihn nicht ausbrechen.
o Das ist eine liebevolle Konfrontation!
o Er will aufzeigen: Achtung, da ist was im Busch, was nicht in Ordnung ist.
o Und er will Kain wissen lassen, worum es ihm geht. Er will Kain nicht im Dunkel herumtappen lassen. Er will, dass er es auch weiß.
2. Gott warnte Kain:
o Er warnt vor der zerstörerischen Kraft der Sünde.
o Entscheidung: Kain hat die Macht und Kraft dazu, der Sünde zu widerstehen
o ODER er kann der Sünde nachgehen und verschlungen werden.
3. Gott will, dass wir das Gute ergreifen:
o Er will, dass wir Herr der Sünde werden, indem wir richtige Anbeter werden, und Gott als herrschende Macht in unser Leben lassen.
o Er will, dass wir das Gute ergreifen, uns zu Gott wenden und ihn in unserem Leben herrschen lassen.
o Ansonsten können wir die Sünde vor der Haustüre nicht beherrschen.
So jetzt sehen wir, wie von es von der inneren Sünde zur Tat-Sünde wird:
8 Und Kain redete mit seinem Bruder Abel; und es geschah, als sie auf dem Feld waren, da erhob sich Kain gegen seinen Bruder Abel und schlug ihn tot.
Man hat fast den Eindruck, dass Kain mit Abel einfach ein nettes Pläuschchen führen wollte, ihn in etwas Sicherheit zu wiegen. Um ihn dann zu überraschen.
Wir würden dann sagen, dass Kain vorsätzlichen Mord begeben möchte. Kain bleibt auf dem Weg der Sünde und geht willentlich zu Ende. Kain bleibt am Fluch-Weg.
Kein Mensch zu dieser Zeit war jemals zuvor gestorben oder getötet worden. Wir stellen uns die Frage, woher kann er das? Klar: er hat es bei seinem Bruder gesehen, wie das geht. Und in derselben Art und Weise löschte er das Leben von Abel aus.
Seht mal. Der Abwärtskurs der Sünde schreiten in der jungen Geschichte der Menschheit schnell voran. Zuerst war er der Erlöser, der Hoffnungsträger, der Messias, jetzt ist er ein Mörder geworden. Der zweite Sohn zum Mordopfer.
Das Problem: Die Sünde wurde nicht bei der Wurzel gepackt. Sünde wurde nicht bereinigt. Der Konflikt wurde nicht besprochen. Das Ergebnis: Tod! Endstation.
--- Veranschaulichung ---
… Sünde ist wie Satan: 1Petr 5,8 „Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann;“
„Manche sagen ja: ‚Ich hab kein Problem mit Wut – ich explodiere einfach, und dann ist wieder Ruhe.‘  …. Ja… genauso wie bei einer Handgranate.“
Geschichte: Jeder kennt Bruce Banner – ein ruhiger, kluger Wissenschaftler. Aber sobald ihn jemand richtig reizt, dann passiert’s:
Er verwandelt sich in ein riesiges, grünes Wutmonster. Unkontrollierbar. Zerstörerisch.
Und so ist mit Sünde: Er beginnt leise – mit einem Gedanken, einem gekränkten Ego, einer geknickten Erwartung. Aber wenn wir nicht die Sünde im Griff haben, hat sie uns im Griff.
John Owen, der Puritaner aus England sagte einmal: „Töte die Sünde, bevor sie dich tötet“
---Anwendung---
In Kolosser 3 steht, dass wir die Laster ablegen sollen (aktiv) weil wir Christus angezogen haben. Mit Christi Kraft können wir die Sünde ablegen.
Was sollen wir tun?
1. den Weg der Sünde verlassen; Sünde Sünde nennen, um Vergebung bitten und in der Gemeinschaft in der Gemeinde in Heiligung wachsen.
2. Sicherheitssoftware installieren am Handy; Rechenschaftspartner;
3. Aus dem Weg gehen. Nicht mit einem Ungläubigen in eine Beziehung gehen.
4. Fährt nicht gemeinsam in den Urlaub, wenn ihr nicht verheiratet, sein.
5. …

5. Der Flüchtling – verliert alles, lebt aber nicht ohne Hoffnung (9-16)

9 Da sprach der HERR zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er antwortete: Ich weiß es nicht! Soll ich meines Bruders Hüter sein?
Spannend zu Beginn: Gott fragt wieder Kain, wo sein Bruder ist. Nicht dass er es nicht wüsste, aber er will wieder einmal Kain die Chance geben zu Antworten. Sünde zu bekennen und das Richtige zu tun. „Mensch Kain, mach doch das Richtige!“
Aber wie sinnlos war es für Kain, Gott anzulügen? Und wahnwitzig Kain doch ist zu glauben, dass man seine Sünde verstecken kann?
„Bin ich das Aufpass-Wau-Wauchen?“ „Bin ich der Wachhund für meinen Brüder?“  eigentlich ja, als älterer Bruder und vermeintlichen Hoffnungsträger sollte er ja diese Verantwortung haben?
Spurgeon war schockiert über die Anwort Kains:
"Die kühle Unverfrorenheit Kains ist ein Hinweis auf den Zustand des Herzens, der zum Mord an seinem Bruder führte; und sie war auch ein Teil der Folge davon, dass er dieses schreckliche Verbrechen begangen hatte. Er hätte sich nicht zu der grausamen Bluttat hinreißen lassen, wenn er nicht zuvor die Furcht vor Gott abgelegt hätte und bereit gewesen wäre, sich seinem Schöpfer zu widersetzen."
Judas 11 warnt vor dem Weg Kains, der Unglaube ist, leere Religion,
10 Er aber sprach: Was hast du getan? Horch! Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von dem Erdboden!
11 Und nun sollst du verflucht sein von dem Erdboden hinweg, der seinen Mund aufgetan hat, um das Blut deines Bruders von deiner Hand zu empfangen!
12 Wenn du den Erdboden bebaust, soll er dir künftig seinen Ertrag nicht mehr geben; ruhelos und flüchtig sollst du sein auf der Erde!
Das Blut von Abel schreit nach Gerechtigkeit.
Wir wissen aber: Das Blut Jesus ist die Antwort auf diesen Gerechtigkeitsruf.  Sein Blut spricht über bessere Taten, als was Menschen tun können:
Heb12,24 Ihr seid zu Jesus gekommen, dem Vermittler des neuen Bundes zwischen Gott und Menschen, und seid durch sein Blut von Schuld gereinigt worden. Und sein Blut verkündet etwas viel Besseres als das Blut Abels.
Für Kain? kommt der Fluch. Er wird von Gott auferlegt. Aber es ist nicht anderes als der Adams Fluch, nur verstärkter.
Wenn es für Adam schon schwer war, Nahrung aus der Erde zu holen, so wird es für Kain nahezu unmöglich sein. UND wenn auch Adam vertrieben wurde aus dem Garten, so wird es für Kain nahezu unmöglich sein eine neue Heimat zu finden.
Er ist ein Flüchtling geworden!
Aber schauen wir uns Kains Antwort an:
13 Und Kain sprach zum HERRN: Meine Strafe ist zu groß, als dass ich sie tragen könnte!
14 Siehe, du vertreibst mich heute vom Erdboden, und ich muss mich vor deinem Angesicht verbergen und ruhelos und flüchtig sein auf der Erde. Und es wird geschehen, dass mich totschlägt, wer mich findet!
15 Da sprach der HERR zu ihm: Fürwahr, wer Kain totschlägt, der zieht sich siebenfache Rache zu! Und der HERR gab dem Kain ein Zeichen, damit ihn niemand erschlage, wenn er ihn fände.
Kain fühlt sich gar nicht schlecht für die Sünde. Sondern fühlt sich schlecht über seine Strafe.
Diese Einstellung finden wir bei uns und bei allen in dieser Welt ebenso: wir fühlen uns wegen der Konsequenz schlecht, nicht aber wegen der Sünde.
Sünde will immer von sich ablenken:
- sich selbst entschuldigen
- und über Urteil jammern.
- Sie fallen in Selbstmitleid, statt zu Gott umzukehren.
Adam, sein Vorbild war auch nicht besser!
Aber der gläubige Mensch gesteht er die Schuld ein. Er trägt auch die Konsequenzen. Aber er will umkehren, Buße tun. Sünde Sünde nennen und Gottes Vergebung annehmen.
 1. Johannes 1:8-10 SCH2000
1. „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit. Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns.“
2. „denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten,“ Römerbrief 3:23 SCH2000
Aber seht mal: was macht Kain?
16 Und Kain ging hinweg von dem Angesicht des HERRN und wohnte im Land Nod, östlich von Eden.
Können wir über Kain sagen, dass er Gott kannte? Ich denke nicht. Weil auch die Schrift davon spricht, dass Kain kein wahrer Anbeter war.
Aber wir lesen das auch im Text: im Vers 14: „ich muss mich vor deinem Angesicht verbergen“ – hat das Gott je gesagt? Das ist eine Lüge der Sünde, die er glaubt.
— Glauben wir die Lügen von der Sünde?
Auf die Frage, warum niemand ihn töten hat dürfen? Womöglich, weil noch nicht so groß war. Und was das Mahl auch wirklich war, wissen wir auch nicht.
---Veranschaulichung---
Der kleine Larry hat einen Brief an einem Pastor geschrieben. In dem Brief erklärt der kleine Larry, warum es ja klar war, dass der eine Bruder ihn getötet hat und wie man das ganze hätte lösen können: die beiden hätten einfach zwei getrennte Zimmer haben müssen. Weil das funktioniert bei seinem Bruder und ihm auch!
So nett die Geschichte auch klingt: es geht hier nicht um einen Raum in einem Haus, sondern um den Raum in unseren Herzen.
So, das Anbetungsproblem hat die Weltgeschichte komplett neu geschrieben. Menschheit wurde um ¼ reduziert. Satan wird sich gefreut haben. Was für ein jämmerliche Rettungsgeschichte. Die Verheißung wurde durch den Erstgebornen ausgelöscht.

6. Eine Lebenslinie ohne Gott (17-24)

17 Und Kain erkannte seine Frau; die wurde schwanger und gebar den Henoch. Und er baute eine Stadt und nannte sie nach dem Namen seines Sohnes Henoch.
18 Dem Henoch aber wurde Irad geboren, und Irad zeugte Mehujael; Mehujael zeugte Methusael, und Methusael zeugte Lamech.
19 Lamech aber nahm sich zwei Frauen: die eine hieß Ada, die andere Zilla.
20 Und Ada gebar den Jabal; der wurde der Vater der Zeltbewohner und Herdenbesitzer.
21 Und sein Bruder hieß Jubal; der wurde der Vater aller Harfen- und Flötenspieler.
22 Und auch Zilla gebar, und zwar den Tubal-Kain, den Meister aller Handwerker in Erz und Eisen. Und die Schwester Tubal-Kains war Naama.
Jeder stellt sich die Frage: Wen hat Kain geheiratet? Tja, die Schlussrechnung ist ganz einfach: seine Schwester. Andere Menschen hat es eben nicht gegeben.
Diese Form wurde später ja von Mose verboten. Aber in der frühen Phase der Menschheitsgeschichte war es notwendig. Der Genpool war damals noch rein genug, sodass keine Genschäden auftreten hätten können.
So wie ein Bach: am Ursprung ist er noch rein, aber je er sich davon entfernt verunreinigt er sich. Es dann der Zeitpunkt gekommen, dass Gott dies dann verboten hat.
Kain baute nun eine Stadt. Aber auch da kann man schon sehen, dass auf dem Menschen ausgerichtet war. Sogar die Stadt hat man nach einem Menschen benannt, und nicht Gott.
Der moralische Verfall der Menschheit setzte sich fort.
Aber die Zeit der Urbanisierung hat angefangen. Auch der Industrialisierung.
· Städtebau
· Musik und Kunst,
· Metallverarbeitung. usw.
Lamech war dann auch der erste Polygamist. Er wandelte auch nicht in Gottes Wegen. Sein Plan für die Menschheitsgeschichte war und ist es, dass der Mann nur eine Frau hat. Und noch würden wir heute über diese Aussage zustimmen. Sehen wir mal, wann unsere Gesellschaft hier nachgibt.
Die Namensbedeutung seiner Frauen und Tochter offenbart seine Ausrichtung:
Ada = „Schmuck, Schönheit, Vergnügen“
Zilla = „Schatten“ (vermutlich wegen ihres dichten Haarschmucks)
Naama = „Lieblichkeit“
Lamechs Kultur legte Wert auf äußere, körperliche Schönheit.
Und jetzt kommen wir zu Lamechs Prahlerei:
23 „Und Lamech sprach zu seinen Frauen: »Ada und Zilla, hört meine Stimme! Ihr Frauen Lamechs, vernehmt meinen Spruch! Einen Mann erschlug ich, weil er mich verwundet, einen jungen Mann, weil er mich geschlagen hat!
24 Denn Kain wird siebenfach gerächt, Lamech aber siebenundsiebzigfach!«“
1. Mose 4:23-24 SCH2000
Lamech prahlte offen mit einem Mord. Er stellt sich über Gottes Gerechtigkeit. Er glaubt sogar, mehr Schutz und mehr Rache zu verdienen als Kain.
Das ist ein Zeichen für den moralischen Verfall. Ein Zeichen für die wachsende Gottlosigkeit.

7. Eine neue Lebenslinie mit geistlichem Aufbruch (25-26)

25 Und Adam erkannte seine Frau nochmals; die gebar einen Sohn und nannte ihn Seth: »Denn Gott hat mir für Abel einen anderen Samen gesetzt, weil Kain ihn umgebracht hat«.
26 Und auch dem Seth wurde ein Sohn geboren, den nannte er Enosch. Damals fing man an, den Namen des HERRN anzurufen.
Adam und Eva hatten viele Kinder, die nicht namentlich genannt wurden.
Seth wird erwähnt, weil er Abel in gewisser Weise ersetzte und die Verheißung von 1. Mose 3,15 (Nachkomme der Frau) durch ihn weitergegeben wird.
Aber trotz verbreiteter Gottlosigkeit war die Anbetung Gottes nicht ausgestorben. Manche sehen in 1. Mose 4,26 den ersten geistlichen Aufbruch (Erweckung) – ein erstes Zeichen von geistlicher Rückbesinnung nach einer Phase des Verfalls.

Abschluss

Die 3 Fragen, die wir uns heute stellen müssen:
- Gibt es ein Anbetungsproblem in meinem Leben? Wie sieht es mit der Zeit, Lebenskraft oder mit meinem Geld aus?
- Pack ich die Sünde bei der Wurzel an?
- Laufe ich am selben Weg wie Kain, der Gott nicht kennt und nicht umkehren will?
[1] Leviticus 3:16-17 / 7:23-25; Leviticus 17:6
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