Gesehen und geliebt

Urlaub fürs Herz – Begegnungen mit Jesus, die verändern   •  Sermon  •  Submitted   •  Presented
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I. Sommer, Durst, Sehnsucht

Vorne steht ein Glas Wasser. Ich fülle es langsam ein – und nehme einen Schluck.
Wasser. Ohne Wasser kann kein Mensch leben.
Der Mensch besteht zu 70 Prozent aus Wasser. Zwei Liter am Tag braucht der Körper, damit er funktioniert. Drei, wenn’s heiß ist. In den letzten Wochen hatten wir immer wieder Tage, die sehr heiß gewesen sind – Tage, an denen wir gemerkt haben, wie wichtig es ist, genug zu trinken. An Sommertagen wie diesen spüren wir das besonders.
Unser Körper hat Durst – und auch unser Innerstes. Nicht nach Wasser. Sondern nach Anerkennung. Nach Bedeutung. Nach einem Blick, der uns wirklich sieht. Es ist ein bisschen wie dieses ziellose Suchen, wenn du abends alle Küchenschränke aufreißt – nicht, weil du wirklich Hunger hast, sondern weil dir eigentlich etwas anderes fehlt. Etwas, das dein Hunger und Durst im Inneren stillt. Und obwohl wir uns im Alltag so sehr bemühen, alles gut zu machen – vieles bleibt an der Oberfläche.
Es gibt so viele Orte, wo wir zwar wahrgenommen werden – aber nicht wirklich gesehen. Wir sind registriert, kategorisiert, bewertet. Aber nicht erkannt. Nicht durchschaut – sondern oft einfach eingeordnet und abgehakt: im Supermarkt an der Kasse, wo der Blick nicht über die Ware hinausgeht. Beim Arzt, wo wir durch den vollen Terminplan hastig abgefertigt werden. In der Schule, wo man als der gilt, der halt Mathe nicht kann. Oder im Büro, wo zählt, was du leistest – nicht, wie es dir geht.
Ich glaube, jeder hat die Sehnsucht in sich: Nicht bloß „okay“ zu sein, nicht einfach nur zu funktionieren – sondern wirklich verstanden zu werden. Jemanden zu treffen, der sagt: Ich sehe dich. Ich kenne dich. Ich liebe dich. Punkt.
Eine Frau vor 2000 Jahren begegnet diesem Blick. Sie ist müde, verletzt, voller Geschichte – und trifft auf Jesus. Heute nehmen wir diese erste Begegnung in den Blick – und in den kommenden Wochen werden wir noch weitere anschauen. Jede erzählt auf ihre Weise davon, wie Menschen Jesus begegnen – und was das mit ihnen macht.
Diese Begegnung  der Frau mit Jesus steht im Johannesevangelium.

Johannes 4,3-26

Johannes 4,3–26 NeÜ
3 Da verließ er Judäa und ging wieder nach Galiläa. 4 Dabei fühlte er sich gedrängt, den Weg durch Samarien zu nehmen. 5 So kam er zu einem samaritanischen Ort namens Sychar. Er lag in der Nähe des Grundstücks, das Jakob einst seinem Sohn Josef vererbt hatte. 6 Dort ist auch der Jakobsbrunnen. Ermüdet von der langen Wanderung setzte Jesus sich an den Brunnen. Es war um die Mittagszeit. 7 Da kam eine samaritanische Frau, um Wasser zu holen. Jesus bat sie: „Gib mir etwas zu trinken!“ 8 Seine Jünger waren nämlich in den Ort gegangen, um etwas zu essen zu kaufen. 9 Überrascht fragte die Frau: „Wie kannst du mich um etwas zu trinken bitten? Du bist doch ein Jude und ich eine Samaritanerin.“ – Die Juden vermeiden nämlich jeden Umgang mit Samaritanern. 10 Jesus antwortete: „Wenn du wüsstest, welche Gabe Gott für dich bereithält und wer es ist, der zu dir sagt: ‚Gib mir zu trinken‘, dann hättest du ihn gebeten und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.“ 11 „Herr“, sagte die Frau, „du hast doch nichts, womit du Wasser schöpfen kannst; und der Brunnen ist tief. Woher willst du denn dieses lebendige Wasser haben? 12 Bist du etwa größer als unser Stammvater Jakob, der uns diesen Brunnen hinterließ? Kannst du uns besseres Wasser geben als das, was er mit seinen Söhnen und seinen Herden trank?“ 13 Jesus erwiderte: „Jeder, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder durstig werden. 14 Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst bekommen. Das Wasser, das ich ihm gebe, wird in ihm eine Quelle werden, aus der Wasser sprudelt – bis ins ewige Leben hinein.“ 15 „Herr, gib mir dieses Wasser“, bat die Frau. „Dann werde ich keinen Durst mehr haben und muss nicht mehr zum Schöpfen herkommen.“ 16 „Geh und hole deinen Mann hierher!“, sagte Jesus. 17 „Ich habe keinen Mann“, entgegnete die Frau. „Das ist richtig“, erwiderte Jesus. „Du hast keinen Mann. 18 Fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Da hast du etwas Wahres gesagt.“ 19 „Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist“, sagte die Frau darauf. 20 „Unsere Vorfahren haben Gott auf diesem Berg hier angebetet. Ihr Juden aber sagt, dass nur in Jerusalem der Ort ist, wo man Gott anbeten darf.“ 21 „Glaube mir, Frau“, gab Jesus zur Antwort, „es kommt die Zeit, wo ihr den Vater weder auf diesem Berg noch in Jerusalem anbeten werdet. 22 Ihr ‹Samaritaner› betet zu Gott, ohne ihn zu kennen. Wir jedoch wissen, wen wir anbeten, denn das Heil ‹für die Menschen› kommt von den Juden. 23 Doch es wird die Zeit kommen – sie hat sogar schon angefangen –, wo die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrhaftigkeit anbeten. Von solchen Menschen will der Vater angebetet werden. 24 Gott ist Geist, und die, die ihn anbeten wollen, müssen dabei von seinem Geist bestimmt und von Wahrheit erfüllt sein.“ 25 „Ich weiß, dass der Messias kommt, der auch Christus genannt wird“, sagte die Frau darauf. „Und wenn er kommt, wird er uns all diese Dinge erklären.“ 26 Da sagte Jesus zu ihr: „Du sprichst mit ihm. Ich bin’s.“
Johannes 4,28–29 NeÜ
28 Die Frau nun ließ ihren Wasserkrug neben dem Brunnen stehen, ging in den Ort und verkündete den Leuten: 29 „Da ist einer, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe. Los, kommt mit und seht ihn euch an! Vielleicht ist er der Messias.“

II. Die Frau am Brunnen – gesehen und überrascht

Die Geschichte beginnt ganz unscheinbar. Mittagshitze. Ein Brunnen. Eine Frau kommt, um Wasser zu holen – und zwar alleine, mitten am Tag. Nicht wie die anderen Frauen morgens oder abends, wenn es kühler ist. Wahrscheinlich, weil sie gemieden oder verachtet wird. Jesus sitzt dort, müde von der Reise. Und er spricht sie an: „Gib mir zu trinken.“
Ein einfacher Satz. Aber für damalige Verhältnisse ein echter Tabubruch. Denn Jesus ist Jude – und sie ist Samariterin. Und: ein Mann spricht eine fremde Frau an. In der Öffentlichkeit. Das macht man nicht. Schon gar nicht als jüdischer Rabbi.
Vielleicht wäre das heute so, als würde ein bekannter Pastor sich mitten in ein Straßencafé setzen und offen das Gespräch mit einer Prostituierten oder einem Obdachlosen suchen – nicht heimlich, sondern sichtbar für alle. Ein Moment, der irritiert. Und der deutlich macht: Hier überschreitet jemand bewusst eine Grenze, um einem Menschen auf Augenhöhe zu begegnen.
Die Frau reagiert genauso, wie man es erwarten würde: nicht höflich, sondern eher schroff, abwehrend. „Wie kannst du mich um etwas zu trinken bitten? Du bist doch ein Jude, und ich bin eine Samaritanerin!“
Diese Frau hat Mauern aufgebaut. Nicht ohne Grund. Sie kennt die Spannungen zwischen Juden und Samaritern. Es könnte sein, dass sie auch mit Männern keine guten Erfahrungen gemacht hat. Oder sie ist es leid, beurteilt und beäugt zu werden.
Was hier passiert, ist keine typische Alltagssituation - aber sie geschieht im Alltag der Frau. Und deswegen ist diese Situation so besonders. Nur ein kurzer Satz von Jesus – und doch ein Türöffner. Jesus sieht sie. Wirklich. Nicht nur als Samariterin. Nicht nur als Frau. Sondern als Mensch.
Die Frau hat sich zurückgezogen, vielleicht auch innerlich eingemauert – verletzt, vorsichtig, skeptisch. Und genau da setzt Jesus an: nicht mit einem Urteil, nicht mit Druck – sondern mit einem einfachen Gespräch.
Was Jesus hier tut, zeigt echten Respekt. Er bricht nicht nur ein Tabu – er durchbricht ihre Schutzmauern. Nicht mit Vorwürfen, sondern mit echtem Interesse.
Wie oft erleben wir das Gegenteil? Wir werden in Schubladen gesteckt – weil wir zu einer Gruppe gehören, weil jemand unsere Geschichte kennt oder auch nicht kennt; weil jemand einen Namen liest, ein Foto sieht oder nur einen kurzen Moment wahrnimmt.
Es gibt Studien, die das ganz nüchtern belegen: Wenn sich zwei Frauen mit exakt gleichem Lebenslauf bewerben – die eine heißt Anna Fischer, die andere Meryem Sahin – dann bekommt Anna deutlich öfter eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Noch klarer wird es, wenn Meryem auf ihrem Foto ein Kopftuch trägt. Dann bekommt sie im Schnitt nur etwa jede zwanzigste Einladung, während Anna fast jede fünfte erhält.
Und dabei haben sie genau das Gleiche gelernt. Genau so viel Erfahrung. Genau die gleiche Motivation.
So schnell stecken wir Menschen in Kategorien – oft, ohne es zu merken.
Aber Jesus macht das nicht. Er bleibt nicht an der Oberfläche. Er fragt nicht: „Was hast du gemacht?“ – sondern: „Wirst du gesehen? Wirst du verstanden?“
Diese Szene ist keine trockene Lehre über den Glauben – sie trifft mitten ins Leben. Da ist jemand, der von sich aus das Gespräch sucht. Der nichts fordert, sondern bittet: „Gib mir zu trinken.“
Damit beginnt eine Begegnung, die diese Frau nie wieder vergessen wird.

III. Ehrlich – und liebevoll entlarvt

Die Frau beginnt, sich zu öffnen. Sie bleibt im Gespräch, sie fragt nach. Sie spürt: Da ist jemand, der mich wirklich meint. Der nicht bloß Smalltalk macht. Und dann kommt dieser Moment, der alles verändert. Jesus sagt: „Geh, ruf deinen Mann.“ Sie antwortet: „Ich habe keinen Mann.“ Und Jesus entgegnet: „Du hast recht. Fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann.“
Das klingt auf den ersten Blick wie ein bloßstellender Satz. Aber wer genauer hinhört, merkt: Jesus sagt das nicht verurteilend. Er sagt es ruhig. Wahr. Und voller Würde.
Er führt ihr Leben nicht vor – er hält es ihr hin. Er deckt etwas auf, aber ohne sie bloßzustellen. Er kennt ihre Geschichte – und er bleibt.
Ich bin ja vor ein paar Jahren nach Wiesbaden gezogen. Und ich weiß nicht, wie das bei euch ist – aber ich habe immer noch ein, zwei Umzugskartons im Keller stehen. Die hab ich einfach nie ganz ausgepackt. Manche Sachen braucht man halt nicht sofort. Und irgendwann gewöhnt man sich daran, dass sie da unten stehen. Aber manchmal denke ich: Was da wohl noch drin ist? Alte Dinge. Dinge, die ich nicht wegwerfen wollte – aber auch nicht so richtig ins neue Leben mitnehmen konnte.
Und genau so geht es doch vielen innerlich. Wir tragen Geschichten mit uns rum, die wir lieber unten im Keller lassen. Erfahrungen, Verletzungen, vielleicht auch Dinge, für die wir uns schämen.
Jesus aber sagt: Ich will da nicht mit der Taschenlampe rein, um dich vorzuführen. Ich komm nicht, um dich bloßzustellen. Ich komm, um bei dir zu bleiben – auch dann, wenn du mir zeigst, was du sonst niemandem zeigst. Manchmal ist es, als hätte man eine alte Wunde. Man hat sie abgedeckt, damit sie niemand sieht – vielleicht sogar selbst verdrängt. Und dann kommt jemand, der guckt nicht weg. Der fragt nicht neugierig, sondern mitfühlend: ‚Tut das noch weh?‘ Und du merkst: Der will nicht bloß sehen – der will sich um mich kümmern.
Das ist etwas, das viele Menschen kaum kennen: Dass jemand sie wirklich kennt – und trotzdem nicht geht.
Jesus verpackt seine Liebe nicht in Harmonie. Sondern in Wahrheit. Aber eine Wahrheit, die heilt. Denn wahre Annahme bedeutet nicht: „Alles ist egal.“ Sondern: „Ich kenne dich. Und ich will dich trotzdem.“
Für diese Frau beginnt genau da etwas Neues. In dem Moment, wo nichts mehr versteckt ist – und sie trotzdem nicht weggeschickt wird. Kein Schamurteil. Kein „Du musst dich erst ändern.“ Sondern: Du darfst bleiben. Du darfst leben. Du darfst aufatmen.

IV. Tief gesehen – und wirklich angenommen

Manche Begegnungen sind wie ein Spiegel. Du merkst: Der andere sieht dich – nicht nur, wie du dich gibst, sondern wie du wirklich bist. Und genau da beginnt es zu kippen: Scham, Unsicherheit, Fluchtreflex.
Aber bei Jesus läuft es anders. Er sieht die Frau – und er bleibt bei ihr. Er kennt ihre Geschichte – und sagt trotzdem nicht: „Du musst erst mal dein Leben aufräumen.“ Sondern: Ich rede mit dir. Ich schenke dir etwas. Ich nehme dich ernst.
Die Frau versucht noch, das Thema zu wechseln – redet über Religion, über den „richtigen“ Ort der Anbetung. Aber Jesus geht nicht auf eine Debatte ein. Er spricht von einem Gott, der nicht an Orte gebunden ist – sondern an Menschen. Er sagt: „Gott sucht Menschen, die ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“ Das bedeutet: Gott sucht Herzen, nicht Fassaden.
Und dann kommt dieser eine Satz – ganz schlicht, aber gewaltig: „Ich bin es – der mit dir spricht.“
Er sagt nicht: Ich richte dich. Er sagt: Ich bin es – ich spreche mit dir.
Das ist mehr als Information. Das ist Annahme. Das ist Nähe. Das ist Liebe, die nicht wegsieht und nicht wegläuft.
Was in dieser Frau passiert, ist nicht spektakulär. Da sind keine Pauken und Trompeten. Aber es trifft sie im Kern. Sie stellt sich nicht nur dem Gespräch – sie stellt sich dem Blick. Und sie merkt: Ich bin gemeint. Ich bin gesehen. Ich bin gewollt.

V. Verwandelt – und nicht mehr dieselbe

Die Geschichte endet nicht am Brunnen. Denn die Frau lässt den Krug stehen – und läuft in die Stadt. Ein Detail, das fast untergeht. Aber es ist stark. Sie kam, um Wasser zu holen. Jetzt lässt sie ihren Krug zurück. Das, was sie vorher gesucht hat, ist nicht mehr das, was sie jetzt bewegt.
Sie läuft los – nicht mehr versteckt, nicht mehr isoliert, nicht mehr beschämt. Sie sucht die Menschen, vor denen sie sich offenbar ein Leben lang versteckt hat.
Und sie sagt: „Kommt, seht einen Mann, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe. Ob er wohl der Messias ist?“
Das ist der Satz eines Menschen, der erlebt hat: Ich bin nicht zerbrochen an der Wahrheit. Sondern ich bin aufgerichtet worden – mitten in ihr.
Und genau das macht Begegnung mit Jesus: Er deckt auf – aber um zu heilen. Er sieht tief – aber er hält liebevoll fest. Er spricht die Wahrheit – aber ohne sie wie eine Waffe zu benutzen.
Und das verändert Menschen. Es passiert nicht sofort. Nicht alles ist gleich anders. Aber es fängt etwas an, das bleibt. Wie ein Ton, der noch lange nachklingt. So wie bei dieser Frau.
Sie wird zur Zeugin – obwohl sie vorher lieber geschwiegen hat. Sie wird zur Einladenden – obwohl sie wahrscheinlich selbst kaum irgendwo eingeladen war. Sie wird mutig – nicht weil sie alles verstanden hat, sondern weil sie erfahren hat: Ich bin gesehen. Ich bin gemeint. Ich bin geliebt.

Schluss

Diese Geschichte ist nur eine von vielen. Aber sie ist der Anfang unserer kleinen Sommerreihe: Begegnungen mit Jesus, die verändern.
Und eventuell spürst du schon jetzt, wie wahr das ist. Jesus begegnet dieser Frau nicht distanziert, sondern ganz nah. Er verurteilt sie nicht – er begegnet ihr mit Respekt und Blickkontakt. Er hält sich nicht zurück. Was er gibt, geht direkt ins Herz.
Vielleicht hast du auch so eine Sehnsucht. Nach echtem Leben. Nach mehr. Nach etwas, das deinen Durst stillt – nicht nur für den Moment, sondern bis in das Innerste deiner Seele. Wir alle kennen diesen Durst. Manchmal merken wir es nur erst, wenn es heiß wird. Wenn das Leben anstrengend wird. Wenn wir innerlich leer laufen.
Jesus spricht von lebendigem Wasser – etwas, das mitten ins Herz trifft. Für jetzt. Für dich. Komm zu mir. Ich will dir geben, was du wirklich brauchst.
Die Frau lässt ihren Wasserkrug stehen. Möglicherweise, weil sie spürt: Das, was ich eben gefunden habe, ist kostbarer als alles, was ich tragen kann.
Vielleicht ist das auch deine Einladung heute: Einen Moment zu bleiben. Dich von Jesus anschauen zu lassen. Ihm zu sagen, was du brauchst. Und gegebenenfalls auch: etwas stehen zu lassen, was du nicht mehr tragen musst.
Denn wenn Jesus dir begegnet, bleibst du nicht zurück. Du wirst hineingenommen in ein neues Leben, das schon jetzt beginnen kann. Amen.

Fragen zur persönlichen Reflexion und für den Hauskreis / die Kleingruppe

1. Einstiegsfrage – Urlaub fürs Herz

Was bedeutet für dich echter „Urlaub fürs Herz“?
Wann hast du zuletzt gespürt, dass du innerlich auftankst – und was hat dir dabei geholfen?
Gibt es einen Ort, ein Ritual oder eine Begegnung, die dich in den letzten Monaten besonders erfrischt hat?

2. Fragen zur Predigt / zum Bibeltext

Was hat dich an der Geschichte der Frau am Jakobsbrunnen besonders berührt oder überrascht?
In welcher Szene der Begegnung mit Jesus hast du dich selbst (vielleicht unerwartet) wiedererkannt?
Welche Tabus, Mauern oder Vorurteile werden in der Geschichte sichtbar – und wie geht Jesus damit um?

3. Tiefergehende Fragen – persönlich & ehrlich

Wo hast du in deinem Leben „Durst“, den du schwer in Worte fassen kannst?
Gibt es Dinge, die du – wie die Frau – lieber „im Keller“ lässt oder ungern ans Licht holst?
Was macht es dir schwer, dich mit deiner eigenen Geschichte von Jesus „anschauen“ zu lassen?
Welche Erfahrungen hast du gemacht, wenn Menschen dich vorschnell beurteilt oder in Schubladen gesteckt haben? Und wo hast du vielleicht selbst andere vorschnell beurteilt?

4. Anwendungsfragen / Schritte für den Alltag

Wie könnte es im Alltag konkret aussehen, Jesus deine innere Sehnsucht zu zeigen?
Welche „Wasserkrüge“ (Gewohnheiten, Sicherheiten, Belastungen) könntest du diese Woche symbolisch stehen lassen?
Was hilft dir, dich im Alltag neu daran zu erinnern, dass du von Jesus wirklich gesehen und geliebt bist?

Impuls für die Woche

Lies Johannes 4,1–30 in der kommenden Woche noch einmal ganz in Ruhe. Überlege: Was sagt Jesus zu dieser Frau? Und was sagt er heute – zu dir?
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