2. Zeichen - Heilung des Sohnes des königlichen Beamten

Die 7 Zeichen Jesu in Johannes Evangelium  •  Sermon  •  Submitted   •  Presented
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John 4:46–54 LU17
46 Und Jesus kam abermals nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser zu Wein gemacht hatte. Und es war ein Mann im Dienst des Königs; dessen Sohn lag krank in Kapernaum. 47 Dieser hörte, dass Jesus aus Judäa nach Galiläa gekommen war, und ging hin zu ihm und bat ihn, herabzukommen und seinen Sohn zu heilen; denn der war todkrank. 48 Da sprach Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht. 49 Der königliche Beamte sprach zu ihm: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt! 50 Jesus spricht zu ihm: Geh hin, dein Sohn lebt! Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. 51 Und während er noch hinabging, begegneten ihm seine Knechte und sagten: Dein Kind lebt. 52 Da fragte er sie nach der Stunde, in der es besser mit ihm geworden war. Und sie antworteten ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. 53 Da merkte der Vater, dass es zu der Stunde war, in der Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. 54 Das ist nun das zweite Zeichen, das Jesus tat, als er aus Judäa nach Galiläa kam.

Zeichen

Zeichen zeigen Jesu Herrlichkeit → Offenbarung Gottes.
Enthüllen Jesus als authentischen Repräsentanten Gottes und seine messianische Mission .
Beglaubigen Jesu Sendung und Auftrag.
Johannes versteht Zeichen nicht primär als „Wunder“.
Hintergrund: Zeichen der alttestamentlichen Propheten.
Symbolisch-prophetisches Element überwiegt gegenüber dem Wunderhaften.
Ein σημεῖον (sēmeion) = bedeutungsvolle Handlung, die ewige Wirklichkeiten symbolisiert.
Zeichen sind keine Machtdemonstrationen, sondern bedeutungsgeladene Symbole für Sehende und Verstehende.
Wesen der 'Zeichen':
Momente dervon Himmel und Erde Durchdringung 
zwischen göttlicher und irdischer RealitätSchnittpunkte 
Parallele zum Tempel:
Juden glaubten: Im Tempel berühren sich Himmel und Erde
Zeichen funktionieren nach demselben Prinzip
Wichtige Klarstellung:
Zeichen sindunmögliche/unwirkliche Geschichten nicht 
Sie sindnur Symbole, die "weg von der Erde" zeigen nicht 
Sie sind, in denen sich Himmlisches manifestiert reale Ereignisse
Theologische Aussage:
Zeichen verbinden beide Dimensionen
Himmlische Realität wirdder irdischen Wirklichkeit sichtbar in 
Nicht Flucht aus der Welt, sondern Gottes Einbruch in die Welt
Johannes' zentrale Botschaft:
manifestiert sich auf der ErdeHimmlisches Leben 
Nicht nur symbolische, sondern reale Durchdringung
Zeichen alsfür diese himmlische Präsenz Beweise 
Theologischer Schlüssel:
(Joh 1,14) als Grundprinzip"Das Wort wurde Fleisch" 
als InterpretationsrahmenInkarnation 
Zeichen spiegeln diewider Menschwerdung 
Zeichen der neuen Schöpfung, wo Himmel und Erde eins werden.

Kontext von 2. Zeichen:

Der königliche Beamte arbeitet für Herodes Antipas;
er könnte ein hellenisierter galiläischer Aristokrat oder möglicherweise sogar ein Heide sein (obwohl Johannes das Letztere wahrscheinlich erwähnt hätte, wenn er gewusst hätte, dass es der Fall ist).

Wichtige Fakten zu Herodes Antipas:

Herodes Antipas (ca. 20 v. Chr. - 39 n. Chr.) war einer der Söhne Herodes des Großen und herrschte als Tetrarch über Galiläa und Peräa von 4 v. Chr. bis 39 n. Chr.
Antipas war weder "echter" Römer noch "echter" Jude im ethnischen Sinne, sondern ein idumäischer Herrscher, der das Judentum praktizierte, aber stark römisch-hellenistisch geprägt war. Viele Juden seiner Zeit betrachteten die Herodianer daher als Fremde und Kollaborateure.
Politische Stellung:
Nach dem Tod seines Vaters Herodes des Großen (4 v. Chr.) teilten die Römer das Reich unter dessen Söhnen auf
Antipas erhielt Galiläa und Peräa als Tetrarch (nicht König, sondern Vierfürst)
Stand unter römischer Oberherrschaft
Biblische Bedeutung:
Ließ ihn hinrichten, weil Johannes seine Ehe mit Herodias (der Frau seines Bruders) kritisierteJohannes der Täufer
Wird in den Evangelien mehrmals erwähnt; Jesus nannte ihn "diesen Fuchs" (Lukas 13,32)Jesus
Obwohl Jesus eine kritische Haltung gegenüber Herodes Antipas hatte, ließ er diese politische Meinung nicht seine Bereitschaft beeinträchtigen, ein Mensch, der im Auftrag des Königs arbeitete, in seiner Not zu helfen.
Pilatus schickte Jesus zu Antipas, da dieser für Galiläer zuständig war (Lukas 23,6-12)Prozess Jesu

Bedeutung von dem 2. Zeichen

Ein Zeichen des Lebens, das zeigt, dass Jesu Macht über Distanz hinweg wirkt und er der wahre Lebensspender ist.
Eine tiefgreifende Demonstration von Jesu Macht über Leben und Tod. Gleichzeitig kann man es so verstehen, als eine Vorschau auf das, was Jesus letztlich für die ganze Welt bringt.

1. Der Glaube überwindet Distanz

Eine bemerkenswerte Besonderheit dieses Wunders ist, dass Jesus den Sohn nicht physisch berührt oder anwesend ist, als die Heilung geschieht. Stattdessen spricht er nur ein Wort, und der Junge wird gesund. Wright hebt hervor, dass dies zeigt, dass Jesu Macht nicht durch Raum oder Zeit begrenzt ist.
👉 Theologische Bedeutung: Der Glaube des Beamten wächst, weil er darauf vertraut, dass Jesu Wort allein ausreicht. Das ist ein wichtiger Punkt im Johannesevangelium: Wahrer Glaube hängt nicht von sichtbaren Zeichen ab, sondern vom Vertrauen in Jesu Wort.

AT-Hintergrund:

Elias und Elisa, die aus der Ferne heilten (1 Kön 17; 2 Kön 5).
Bedeutung: Jesu Wort hat göttliche Schöpferkraft – auch ohne physische Nähe.

2. Von oberflächlichem Glauben zu echtem Vertrauen

Am Anfang sucht der Beamte Jesus nur, weil er ein Wunder will: „Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt!“ (Joh 4,49). Doch Jesus fordert einen tieferen Glauben heraus: „Geh hin, dein Sohn lebt!“ (Joh 4,50).
Wright betont hier einen wichtigen Punkt: 📌 Jesus will, dass Menschen ihm nicht nur wegen seiner Wunder folgen, sondern weil sie wirklich an ihn glauben. Er fordert eine Glaubensentscheidung – auch ohne sofortige, sichtbare Beweise.
Der Beamte glaubt und geht – ein Ausdruck von wahrem Vertrauen, bevor er das Ergebnis sieht. Erst später, als er erfährt, dass sein Sohn genau in dem Moment gesund wurde, als Jesus sprach, wächst sein Glaube weiter – nicht nur er, sondern auch seine ganze Familie glaubt nun an Jesus (Joh 4,53).

Ziel: Jesus als der LOGOS GOTTES zu glauben.

Jesus- Fleisch
Mittelpunkt:
John 4:50 LU17
50 Jesus spricht zu ihm: Geh hin, dein Sohn lebt! Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin.
Und dann sein ganzes Haus
John 4:53 LU84
53 Da merkte der Vater, dass es die Stunde war, in der Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause.
Die Tatsache, dass er sich auf den Heimweg machte, ohne darauf zu bestehen, dass Jesus mit ihm von Kana, oben in den Hügeln, nach Kapernaum, unten am See, komme, ist ein klarer Hinweis darauf, dass sein Glaube nicht entstand, weil er Wunder sah, sondern weil er Jesu Wort hörte.
Als das Wort durch die tatsächliche Heilung bestätigt wurde, die zur gleichen Zeit, aber aus der Ferne geschah, glaubten er und seine ganze Familie.
Das Wort, das Jesus gesprochen hatte, war Fleisch geworden. - N. T. Wright

Zusammenfassung in Stichpunkten:

Situation:
Königlicher Beamter reist von Kapernaum (am See) nach Kana (in den Hügeln)
Bittet Jesus um Heilung seines kranken Sohnes
Glaubensakt:
Beamter bestehtdarauf, dass Jesus mitkommt nicht 
Vertraut("Dein Sohn lebt") allein auf Jesu Wort 
Glaube entsteht durch, nicht durch Hören Sehen
Bestätigung:
Heilung geschieht zur gleichen Zeit
Aber(ohne Jesu physische Anwesenheit) aus der Ferne 
Wort wird durch Realität bestätigt
Ergebnis:
Beamterglauben und seine ganze Familie 
- Jesu Zusage wird zur Wirklichkeit"Das Wort wurde Fleisch" 
Theologische Aussage:
Echter Glaube braucht keine sichtbaren Wunder
Vertrauen in Gottes Wort genügt
Fernheilung zeigt Macht des göttlichen Wortes
Diese Idee wird am Ende vom Johannes noch mal betonnt, in der Begegnung Jesu mit Thomas:
John 20:29 LU17
29 Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!
Das ist die Herausforderung, die das Evangelium uns heute stellt. Wir sind nicht eingeladen, an eine abstrakte Idee zu glauben, oder an ein nebulöses Gefühl, oder an eine undefinierbare spirituelle Erfahrung.
Wir sind eingeladen, an das Wort zu glauben, das Fleisch geworden ist.
Aber echter Glaube sucht immer das Wort, das im Fleisch verborgen ist, und benutzt das Wort nicht einfach als einen Weg, um an das Fleisch (Wunder) heranzukommen.
Die Schöpfung ist uns von Gott gegeben, damit wir ihn erkennen. Sie ist gut und wir sollen sie bewahren damit wir das Wort in ihr kennen und lieben lernen.
Lass die Hinweise dich zum Schatz führen. Lass die Zeichen dich aus dem Verkehrsstau herausführen. Lass das Fleisch dich zum Wort führen. Höre und glaube.

3. Jesus als der wahre König

Der Geheilte ist der Sohn eines königlichen Beamten (möglicherweise eines Offiziers von Herodes Antipas). Wright sieht hierin eine politische und theologische Aussage: 👉 Während weltliche Herrscher Macht haben, ist es Jesus, der wahre Autorität über Leben und Tod besitzt. Die Heilung zeigt: Der wahre König ist nicht Herodes, sondern Jesus, der Messias.
Es ist ein erstes starkes Zeichen, dass Jesus nicht nur Israel im Blick hat.

4. Vorschau auf Jesu ultimative Mission

Für Wright ist dieses Zeichen mehr als eine einzelne Heilung – es weist auf das hin, was Jesus für die ganze Welt tun wird:
Er spricht ein Wort – und neue Realität entsteht.
Er fordert Glauben, der nicht auf Beweise, sondern auf Vertrauen baut.
Dieses Muster wird sich in Johannes 11 (Auferweckung des Lazarus) und schließlich in Jesu eigener Auferstehung wiederholen.

Fazit: Was lehrt uns dieses Zeichen?

✔ Jesus heilt durch sein Wort – seine Macht kennt keine Grenzen. ✔ Glaube bedeutet, Jesus zu vertrauen, auch ohne sofortige sichtbare Beweise. ✔ Jesus ist nicht nur ein Wundertäter, sondern der wahre König und Lebensspender. ✔ Das Zeichen deutet auf die größere Geschichte hin: Jesus bringt letztlich ewiges Leben.
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