Jesus der gute Hirte (1)
Notes
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Einleitung
Einleitung
Wir durften dieses Jahr in Wittenberg sein. Es ist die Lutherstadt. Hier hat Martin Luther gelebt und gelehrt als Professor der Theologie. Dort finden wir auch die Schlosskirche mit der Thesentür. Dort hat Martin Luther der Überlieferung nach am 31. Oktober 1517 die 95 Thesen angeschlagen. Er wollte dadurch mit den Gelehrten in die Diskussion treten, ob der Ablasshandel der Katholischen Kirche dem entspricht, was Jesus wollte.
Dieser Tag gilt somit als Beginn der Reformation. Und hierbei bildet die Thesentür ein wichtiges Symbol. Dieses Tür ist das Symbol der Reformation.
Die Alte Tür von damals wurde bei einem Brand zerstört. 1858 stiftete der preußische König Friedrich Wilhelm IV. die heutige Bronzetür, in deren Flügel die lateinischen Thesen eingegossen sind.
Wir sehen hier eine Tür von großer Bedeutung. In unserem Text soll es uns heute auch um eine Tür gehen. Und zwar um die wichtigste Tür überhaupt. Wir lesen Johannes 10, 1-21. Dieser Text bildet eine Einheit. Jedoch werden wir heute nur die ersten 10 Verse uns anschauen. Ich hatte eigentlich vor den ganzen Text zu betrachten, jedoch habe ich in der Vorbereitung gemerkt, dass dies zeitlich nicht aufgeht.
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht durch die Tür in den Hof der Schafe hineingeht, sondern anderswo hinübersteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. Wer aber durch die Tür hineingeht, ist Hirte der Schafe. Diesem öffnet der Türhüter, und die Schafe hören seine Stimme, und er ruft die eigenen Schafe mit Namen und führt sie heraus. Wenn er die eigenen Schafe alle herausgebracht hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm, weil sie seine Stimme kennen. Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen. Diese Bildrede sprach Jesus zu ihnen; sie aber verstanden nicht, was es war, das er zu ihnen redete.
Jesus sprach nun wieder zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür der Schafe. Alle, die vor mir gekommen sind, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe hörten nicht auf sie. Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, so wird er gerettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben. Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Wer Lohnarbeiter und nicht Hirte ist, wer die Schafe nicht zu eigen hat, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht – und der Wolf raubt und zerstreut sie –, weil er ein Lohnarbeiter ist und sich um die Schafe nicht kümmert. Ich bin der gute Hirte; und ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne; und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe andere Schafe, die nicht aus diesem Hof sind; auch diese muss ich bringen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde, ein Hirte sein. Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, um es wiederzunehmen. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selbst. Ich habe Vollmacht, es zu lassen, und habe Vollmacht, es wiederzunehmen. Dieses Gebot habe ich von meinem Vater empfangen. – Es entstand wieder ein Zwiespalt unter den Juden dieser Worte wegen. Viele aber von ihnen sagten: Er hat einen Dämon und ist von Sinnen. Was hört ihr ihn? Andere sagten: Diese Reden sind nicht die eines Besessenen. Kann etwa ein Dämon der Blinden Augen öffnen?
Um unseren Text besser verstehen zu können möchte ich einmal auf den Kontext zu sprechen kommen. In Kapitel 9 haben wir gesehen, wie Jesus einen Blind geborenen geheilt hatte. Dieser wird dann vor den Obersten der Juden gebracht und verhört. Das Problem war zum einen, dass dieses Wunder am Sabbat geschehen ist und zum Anderen, dass es ein besonderes Wunder war. Denn in der Jüdischen Tradition wurde übermittelt, dass nur der wahre Messias einen Blindgeborenen heilen könne. Für die Obersten passte dies beide nicht wirklich zusammen. Denn der wahre Messias würde doch nie den Sabbat missachten. Ja die Obersten wollten Jesus nicht anerkennen. Letztendlich führte das Verhör des Blindgeborenen dazu, dass er aus der Synagoge ausgeschlossen wurde.
Unsere Rede findet vermutlich unmittelbar nach dem Ereignis aus Kapitel 9 statt. In Vers 21 beziehen sich auch einige Juden darauf, dass er den Blindgeborenen geheilt hat.
In den ersten 6 Versen des Kapitels erzählt Jesus den Juden eine Bildrede. Ein Gleichnis hat immer einen bestimmten Punkt, auf dem es hinausgeht. Diese Bildrede jedoch möchte viele Aspekte beleuchten und zeigen, wer Jesus ist.
In den weiteren Versen zeigt Jesus dann was er mit dieser Rede meint. Er geht auf zwei Aspekte ein und zeigt dann dass er selbst die Tür ist und dass er selbst der Hirte ist. Somit möchte der Text uns heute zeigen, dass Jesus der einzige Weg zur Erlösung ist!
Jesus der wahre Messias (1-6)
Jesus der wahre Messias (1-6)
Kommen wir nun zum ersten Abschnitt - also die ersten 6 Verse. Hier erzählt Jesus ein Gleichnis. Jesus beginnt diese Rede mit den Worten”Wahrlich, wahrlich” oder wie es Jesus gesagt hat “Amen, Amen”. Hierdurch möchte Jesus das was er sagt so stark wie möglich betonen. Das finden wir im Johannesevangelium immer wieder. Warum macht Jesus das hier an dieser Stelle? Weil er die Obersten der Juden ganz klar darauf hinweisen möchte, dass er der Messias ist und das sie das Volk darin hindern Gott nachzufolgen.
Jesus erzählt etwas was die Menschen damals gut kannten. Er benutzt das Bild von einem Hirten und die Schafe. Die Hirten damals waren mit den Schafen tagsüber auf der Weide und zur Nacht brachte er seine Schafe in ein Pferch, also ein umzäuntes Gelände, wo es eine Tür gab. In diesen Pferche trieben verschiedene Hirten ihre Schafe. Einer der Hirten blieb dann dort über Nacht und behütete die Tür. So waren die Schafe vor Wölfen und Dieben geschützt. Die Hirten kannten sich und so ließ der Torhüter morgens den Hirten herein. Der Hirte rief seine Schafe und diese folgten ihm dann und er führte sie heraus und brachte sie auf die Weide. Das ist das Bild über das Jesus hier spricht.
Das Bild des Hirten und der Herde kannten die Juden auch schon aus dem Alten Testament. Und zwar wird dort gezeigt, dass die Führer des Volkes die Hirten des Volks sind. Mose sagte bereits in 4.Mose 27:
Der HERR, der Gott des Lebensgeistes allen Fleisches, setze einen Mann über die Gemeinde ein, der vor ihnen her zum Kampf auszieht und vor ihnen her ins Lager einzieht und der sie ausführt und sie einführt, damit die Gemeinde des HERRN nicht ist wie Schafe, die keinen Hirten haben!
Und so wurde Josua dieser Hirte des Volkes. Aber der wahre Hirte blieb Gott selbst. So wie David, der selbst ein Hirte des Volkes war, in Psalm 23,1 sagt:
Ein Psalm. Von David.
Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
Doch sehen wir in den Propheten Jeremia und auch in Hesekiel, dass dort über Böse Hirten gesprochen wird. Das waren die falschen Führer des Volkes:
Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: Menschensohn, weissage über die Hirten Israels, weissage und sprich zu ihnen, den Hirten: So spricht der Herr, HERR: Wehe den Hirten Israels, die sich selbst weiden! Sollen die Hirten nicht die Herde weiden? Die Milch genießt ihr, und mit der Wolle kleidet ihr euch, das fette Vieh schlachtet ihr – die Herde weidet ihr nicht. Die Schwachen habt ihr nicht gestärkt und das Kranke nicht geheilt und das Gebrochene nicht verbunden und das Versprengte nicht zurückgebracht und das Verlorene nicht gesucht, sondern mit Härte habt ihr über sie geherrscht und mit Gewalt. Und sie zerstreuten sich, weil sie ohne Hirten waren, und wurden allen Tieren des Feldes zum Fraß. So zerstreuten sich und irrten umher meine Schafe. Auf allen Bergen und auf jedem hohen Hügel und über das ganze Land hin sind meine Schafe zerstreut worden, und da ist niemand, der nach ihnen fragt, und niemand, der sie sucht. –
So konnten die Juden eigentlich verstehen was Jesus hier meint. Doch sie verstanden nicht wer Jesus hier war. Doch hatte bereits Jesaja über den Messias prophezeit:
Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte, die Lämmer wird er in seinen Arm nehmen und in seinem Gewandbausch tragen, die säugenden Muttertiere wird er fürsorglich leiten.
Das alles wussten die Juden und doch verstanden sie nicht was Jesus ihnen sagen wollte. Was meint diese Bildrede hier also?
Jesus zeigt hier, dass es in der Vergangenheit viele Führer Israels gegeben hat, die das Volk in die Irre geleitet hatten. Sie haben das Volk ausgebeutet aber sie nicht hin zu Gott geführt. Sie hatten das Volk nicht auf den Messias , den wahren Hirten vorbereitet. Das ist hier auch eine Wahrung an die Obersten Juden, die vor Jesus standen. Auch sie waren Räuber und Diebe. Menschen die das Volk Israel nicht richtig führten. Ja, und auch jetzt den Weg zum Messias versperrten. Die waren diese, die auf einen anderen Weg gekommen sind und so nicht echte Hirten waren. Sie sind die, die nicht die Tür benutzt hatten, weil sie den wahren Hirten nicht kannten.
Doch er, Jesus war der wahre Hirte, denn er ist auf dem rechtmäßigen Weg zum Volk gekommen. Er ist der wahre Messias, weil er den Weg gegangen ist, der im AT vorhergesagt wurde. Die Tür hier meint den vorbereiteten und vorhergesagten rechtmäßigen Weg, den Gott bestimmt hatte. Denn aus den AT wussten sie die Zeit seines Kommens (Daniel 9,24-26). Aus Micha 5,1 wussten sie, dass er in Bethlehem geboren werden wird. Und aus Jesaja 7,14 wussten sie, dass er von er Jungfrau geboren wird. Auch konnten sie anhand von Jesaja 35, 5-6 klar sehen, dass er der Messias war, an dem was gerade passiert war.
Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet. Dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch, und jauchzen wird die Zunge des Stummen.
Das alles wussten sie und doch glauben sie nicht an Jesus. Jesus zeigt dann, dass er gekommen ist, um die Schafe heraus zuführen. Das war etwas ganz anderes, wie die Obersten Juden dachten. Sie dachten, dass der Messias kommen wird, und sich einfach in ihre Reihen einreihen wird. Dass er kommen wird und ein politischer und Religiöser Führer wird nach den Maßstäben, die sie selbst in ihren Schriften festgelegt haben. Doch Jesus zeigt, dass er gekommen ist um herauszuführen. Benedikt Peters schreibt hierzu:
Er war nicht gekommen, um Israel zu reformieren. Er war nicht ein alttestamentlicher Prophet, der das Volk lediglich zum Gesetz zurückrief (Jes 8,20). Er war gekommen, um das Gesetz zu erfüllen; und er war gekommen, um aus Israel einen Überrest nach Wahl der Gnade (Röm 11,5) herauszuführen.
Benedikt Peters, Kommentar zum Johannes-Evangelium, 1. Auflage (Bielefeld: Christliche Literatur-Verbreitung e. V., 2015), 416.
Das ist das, was Johannes bereits ganz am Anfang des Evangelium sagte:
Er kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht an; so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben;
Ja, Jesus sagt hier, dass er gekommen ist um seine Schafe beim Namen zu rufen und sie herauszuführen. Das zeigt aber auch, dass nicht alle im Volk Israel SEINE Schafe sind. Das es welche gibt, die seiner Stimme nicht folge leisten, weil sie ihn nicht als ihren Hirten anerkennen.
In Vers 4 wird gesagt: “Wenn er die eigenen ⟨Schafe⟩ alle herausgebracht hat”. Das Wort “Herausgebracht” ist das gleiche Wort wie in Johannes 9,34
Sie antworteten und sprachen zu ihm: Du bist ganz in Sünden geboren, und du lehrst uns? Und sie warfen ihn hinaus.
“Warfen hinaus”. Das war der Ausschluss aus der Synagoge. So ist dieser Blindgeborene ein Musterbeispiel für ein Schaf, dass Jesus hinausführt. Er befreit es vom Gesetz und macht es zu einem Nachfolger.
Und Jesus ist ein Hirte der vorangeht. Er treibt die Herde nicht vor sich her, sondern er geht voran. Jeden Schritt den ein Nachfolger tut, den hat Jesus bereits getan. Er ist bereits vorausgegangen. Jedes Lied, dass ein Nachfolger erlebt, dass hat Jesus auch durchlitten. Er fordert nichts von uns, was er selbst durchlitten hat. Und deshalb sind seine Schafe Menschen die seinen Fußspuren folgen. So wir Petrus es in 1. Petrus 2,21 sagt:
Denn hierzu seid ihr berufen worden; denn auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel hinterlassen, damit ihr seinen Fußspuren nachfolgt;
Das ist ein wunderbarer Trost für uns als sein Nachfolger.
Weiter wird dann hier gesagt, dass “die Schafe folgen ihm, weil sie seine Stimme kennen”. Das ist etwas ganz entscheidendes. Die Schafe kennen sein Stimme. Sie Wissen was er gesagt hat. Das ist das, was seine Schafe brauchen. Sie müssen nur seine Stimme kennen, sie müssen nicht alle anderen Stimmen der Verführer kennen. Sie brauchen nur die Stimme des Herrn kennen, damit sie sich verschließen vor den Stimmen der falschen Hirten.
»Ein Schafhirte im Raum Karlsruhe musste eines Tages entdecken, dass ihm in der Nacht seine gesamte Herde mit insgesamt 111 Schafen gestohlen worden war. Er meldete dies der Polizei, und diese machte sich auf die Suche nach den Tieren. Wochen später erfuhren die Behörden, dass in Köln ein Großtransport von 5000 Schafen in die Türkei geplant war. Sie informierten den Hirten und schlugen ihm vor, zu jenem Bahnhof zu kommen und herauszufinden, ob sich welche von seinen Schafen in der Herde befänden. Am entsprechenden Tag stand der Hirte mit den Polizisten auf dem Güterbahnhof Köln, und eine riesige Herde Schafe zog an ihm vorbei. In kurzen Abständen ließ nun der Hirte seinen Lockruf erschallen, und siehe da – nach und nach löste sich ein Schaf nach dem anderen aus den 5000 anderen Schafen. Als alle Tiere verladen waren, zählte man die kleine Herde, die sich um den Hirten gesammelt hatte. Es waren zum Erstaunen aller genau 111 Schafe. Selbst die Polizisten waren überwältigt und davon überzeugt, dass diese Schafe das Eigentum des Hirten sein mussten …«
Benedikt Peters, Kommentar zum Johannes-Evangelium, 1. Auflage (Bielefeld: Christliche Literatur-Verbreitung e. V., 2015), 417–418.
Diese Rede Jesu zeigt ihn als den wahren Hirten. Als den einzig wahren Hirten. Als den, der die Schafe herausführen kann. Es zeigt ihn als den, der seine Schafe führt und beschützt. Es zeigt ihn als den, dem man allein folgen soll.
Doch leider verstanden die Juden diese Rede Jesu nicht. Und leider gibt es auch heute viele Menschen die das nicht verstehen und auch nicht verstehen wollen. Denn sie sind nicht bereit diesen Hirten zu folgen. Sie folgen so oft die falschen Hirten. Hirten die sie ausbeuten und zerstören. Hirten die sie in die Irre führen.
In den nächsten Versen beginnt Jesus dann dieses Gleichnis auszulegen. Er zeigt, dass er die Tür und der gute Hirte ist. Wobei wir uns nur den Teil mit der Tür anschauen.
Jesus die Tür (7-10)
Jesus die Tür (7-10)
In den Versen 7-10 zeigt Jesus sich dann als die Tür. Auch diese Aussage betont er wieder mit dem doppelten “Amen”. In der Bildrede hat Jesus gezeigt, dass die Tür der rechtmäßige Weg zu den Schafen ist, aber auch die Tür der Weg der Schafe hinaus aus dem Stall ist.
Jesus erklärt dann nochmal genau, wer die Diebe und Räuber sind. Er sagt hier:
Alle, die vor mir gekommen sind, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe hörten nicht auf sie.
Hiermit spricht er die Gesetzeslehrer an. Diese sind es, die alle Macht und geistliche Autorität an sich gerissen haben und das Volk von sich abhängig gemacht haben. Sie waren keine Führer des Volkes, sondern Verführer, sie waren keine Diener des Volkes, sondern Verderber. Jesus meinte auch alle Führer, die aufgestanden sind mit Messianischen Ansprüchen. Davon spricht Gamaliel in Apostelgeschichte 5:
Denn vor diesen Tagen stand Theudas auf und sagte, dass er selbst etwas sei, dem eine Anzahl von etwa vierhundert Männern anhing; der ist getötet worden, und alle, die ihm Gehör gaben, sind zerstreut und zunichtegeworden. Nach diesem stand Judas der Galiläer auf, in den Tagen der Einschreibung, und machte eine Menge Volk abtrünnig und brachte sie hinter sich; auch der kam um, und alle, die ihm Gehör gaben, wurden zerstreut.
Diese waren gekommen um zu stehlen und zu schlachten. Sie liebten die Schafe nicht und kümmerten sich nicht um diese, sondern es ging ihnen allein um ihr eigens Wohl.
In Vers 9 zeigt Jesus dann vier Punkte auf, was es bedeutet, dass er die Tür ist:
Jesus ist der Zutritt
Jesus ist der Zutritt
Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, so wird er gerettet werden
Hier finden wir die dritte “Ich-Bin” Aussage Jesu. In Johannes 6,35 sagte er, dass er das Brot des Lebens ist und in Johannes 8,12, dass er das Licht der Welt ist. Nun spricht er davon, dass er die Tür ist. In Vers 7 sagt er, dass er “die Tür der Schafe ist”. Er sagt hier nicht, dass er die Tür zu den Schafen ist, also dass geistlicher Führer nur durch ihn zur Herde kommen können, dass stimmt auch, aber Jesus will hier die Betonung darauf legen, wie er es hier in Vers 9 sagt, dass man nur sein Schaf durch ihn wird. Er ist der einzige Weg, um zur Herde Gottes gehören zu können.
Ja, nur durch Jesus Christus kann ein Mensch zu Gott dem Vater kommen. Es gibt keinen anderen Weg. Er allein ist das Tor, oder die Tür zu Gott. Nur durch Jesus kann ein Mensch gerettet werden. Jesus erhebt hier einen Exklusivanspruch. Es gibt keinen und nichts anderes wodurch ein Mensch gerettet werden kann.
Die Menschen versuchen auf viele verschiedene Wege Rettung zu bekommen, bzw. sie versuchen Frieden zu finden. Und immer geht es in den Religionen darum, dass der Mensch versucht durch gewissen Handlungsweisen Frieden und Erlösung zu bekommen.
Doch Jesus zeigt hier, dass die Rettung nicht ein Weg oder eine gewisse Handlungsweise ist. Sondern die Rettung ist eine Person. Es ist Jesus Christus selbst. Durch ihn allein wird ein Mensch gerettet, das bedeutet von seinen Sünden befreit.
Wenn ein Mensch sich in einem Flur befindet, so gibt es verschiedene Türen. Wenn man sich in einem Raum befindet, so gibt es meistens nur eine Tür, die hinaus führt.
Wir Menschen befindet uns nicht in einem Flur und es gibt verschiedene Möglichkeiten und Wege zur Rettung. Sondern der Mensch ist in dem Raum der Sünde gefangen. Und hier gibt es nur eine einzige Tür. Und diese Tür ist Jesus Christus selbst. Der Mensch wird nur durch Jesus Christus befreit von der Knechtschaft der Sünde und bekommt den Zutritt zu der Gnade. In Römer 5,2 sagt Paulus:
durch den wir im Glauben auch Zugang erhalten haben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns aufgrund der Hoffnung der Herrlichkeit Gottes.
Auch im AT wurde bereits von diesem Tor der Gerechtigkeit gesprochen:
Öffnet mir die Tore der Gerechtigkeit! Ich will durch sie eingehen, Jah will ich preisen.
Dies ist das Tor des HERRN. Gerechte ziehen hier ein.
Ich will dich preisen, denn du hast mich erhört und bist mir zur Rettung geworden.
Durch Jesus Christus wird ein Mensch gerecht erklärt. Er bekommt die Vergebung seiner Sünden und kommt zu zur Herde Gottes. Dieser Mensch wird gerettet.
Hier zeigt Jesus, dass ein Mensch nicht durch eigene Anstrengungen erlöst wird. Ja, der Mensch kann nichts tun, um gerettet zu werden. Sondern Gott allein vollbringt die Erlösung durch unseren Herrn Jesus Christus. Das ist etwas wunderbares. Wenn mein Heil von mir abhängig wäre, so wäre es zum Scheitern verurteilt. Denn ich kann von mir aus nicht treu sein. Aber durch Jesus Christus wird ein Mensch gerettet. Durch Jesus geht ein Mensch in das ewige Leben. Er bekommt schon jetzt das Ewige Leben. Die Sicherheit, oder Anzahlung ist hierbei der Heilige Geist.
Das bedeutet das Jesus ist Tür ist. Ist dir das bewusst? Weißt du, dass du allein nur durch Jesus Christus gerettet werden kannst? Bist du bereits diesen Weg, durch diese Tür gegangen? Hast du bereits Jesus Christus angenommen?
Auch uns als Christen muss dies immer wieder bewusst sein. Jesus Allein rettet uns. Wir können uns nicht retten. Und doch benehmen wir uns manchmal so. Ja, es gibt Christen die meinen, dass man noch dies oder jenes unbedingt tun muss, oder so und so angezogen sein muss, sonst ist die Rettung fraglich. Aber auch wir haben manchmal gesetzlichen Gedanken.
Wir müssen uns aber immer bewusst sein, dass Jesus allein rettet. Jesus allein ist die Tür. Das gilt auch für die Probleme in unserem Leben. Wir versuchen oft Hilfe bei verschiedenen Menschen zu bekommen. JA unsere Gesellschaft geht immer mehr dahin, dass man bei Problemen zu Psychologen geht. Und auch bei uns Christen fassen die Psychologischen Hilfen immer mehr Fuß. Ich hörte letztens eine Predigt von einem aus der USA. Und er sagte dort, dass es immer mehr Gemeinden gibt, die nicht Theologen einstellen, sondern Psychologen. Und er beschrieb das als großes Problem.
Ja, das ist es auch, denn allein Jesus Christus reicht. Er allein kann Befreiung schenken. Er allein ist die Tür, Und er hat uns sein Wort gegeben. Die Bibel ist all genügsam. Die Bibel alleine reicht für alle Probleme im geistlichen und seelischen Bereich. Ich glaube dass eher das Problem ist, dass wir die Bibel zu wenig kennen und deshalb nach anderen Lösungen suchen. Natürlich kann es helfen, dass man einem Bruder oder eine Schwester um Hilfe fragt. Diese Hilfe muss aber allein auf der Schrift beruhen. Und man muss sich bewusst sein, dass nur Jesus Christus helfen kann.
Suchen wir Hilfe bei diesen Jesus? Suchst du Hilfe bei ihm allein? Oder versuchst du auf weltlichen Methoden deine Probleme zu lösen? Dazu gehört auch, dass man selbst versucht alles im griff zu bekommen!
Lasst uns weiter schauen, was es bedeutet, dass Jesus die Tür ist:
Jesus bringt die Freiheit
Jesus bringt die Freiheit
Und dieses Eingehen durch Jesus beinhaltet auch, dass wir zu ihm gehören, dass wir nun mit ihm Leben. Hier wird gesagt:
und wird ein- und ausgehen
Das hier spricht einmal von der Freiheit in Christus. Man ist nicht eingesperrt im Gesetz “Du sollst” und “Du sollst nicht”. Sondern man kann nun frei in Christus leben. Denn man lebt nun in und durch die Liebe Christi. Im Galaterbrief zeigt Paulus auf, dass wir frei vom Gesetz sind und dann sagt er in Kapitel 5:
Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!
Und diese Freiheit bedeutet auch, dass man einen freien Zutritt zum Vater hat.
Wenn wir ins Alte Testament schauen, so wurde den Hoherpriester nur einmal im Jahr erlaubt in das Allerheiligste zu gehen. Also dort hinzugehen, wo Gottes gegenwart ist. Dort wo die Bundeslade ist. Die Juden hatten so einen Respekt davor, dass ein Seil an dem Fuß des Hohepriesters angebunden wurde, wenn er in das Allerheiligste ging. Das tat man, falls man sich hier falsch verhalten würde und Gott denjenigen mit dem Tode bestrafen würde, man den Hohepriester durch das Seil herausziehen konnte. So ein Respekt hatten die Juden vor der Gegenwart Gottes.
Doch als Jesus Christus, der die Tür zum Vater ist, am Kreuz hing, da zerriss dieser Vorhang im Tempel. Was für ein Chaos muss das dort im Tempel ausgelöst haben. Aber Gott zeigte dort ganz klar, der Weg ist nun frei. Durch Jesus Christus hat man nun den Zutritt zum Vater. Jesus führt uns zum Vater.
Denn es hat auch Christus einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führte, zwar getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist.
Jesus hat uns zum Vater geführt und nun können wir vor ihm Ein und Ausgehen, das bedeutet eine Gemeinschaft eine Beziehung mit ihm haben.
Da wir nun, Brüder, durch das Blut Jesu Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum, den er uns eröffnet hat als einen neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang – das ist durch sein Fleisch –, und einen großen Priester über das Haus Gottes, so lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in voller Gewissheit des Glaubens, die Herzen besprengt und damit gereinigt vom bösen Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser.
So haben wir den freien Zutritt in das Allerheiligste durch Jesus Christus. Wir können durch Jesus zu Gott dem Vater komme und mit ihm reden. Duch Jesus können wir eintreten in die Gemeinschaft mit Gott. Ja mit dem Gott der Gemeinschaft können wir Gemeinschaft haben durch Jesus Christus.
Am Donnerstag in der Gebetsstunde hat Alfred über das “Vater Unser” gesprochen. Dort lehrt Jesus, dass wir beten sollen “Unser Vater, der ⟨du bist⟩ in den Himmeln,” (Mt 6,9). Ja, wir können Gott als Vater ansprechen. Das bedeutet, dass wir seine Kinder sind und in einer Beziehung mit ihm stehen.
Ist uns das eigentliche bewusst,was das bedeutet? Ist uns bewusst was für ein Privileg wir haben, dass wir zu Gott Vater sagen dürfen. dass wir den freien Zutritt haben? Dass wir nicht nur einmal im Jahr in seine Gegenwart treten dürfen, sondern ganz frei “ein und ausgehen” dürfen?
Ihr lebst bestimmt alle in diesem tiefen Bewusstsein der Gegenwart Gottes und des Privilegs. Aber ich muss bei mir feststellen, dass ich das viel zu oft als Selbstverständlich hinnehme. Das ich mir oft überhaupt nicht bewusst bin, was für ein Privileg ich habe. Und dadurch viel zu selten dies in Anspruch nehme. Ich habe festgestellt, dass ich viel zu wenig in die Gegenwart Gottes trete. Dass ich viel zu selten bewusst zu Gott bete. Dass ich mir viel zu selten Zeit dafür nehme.
Ich denke, wenn uns die Bedeutung dieses Vorrechts klarer wäre, so würden wir ganz anders damit umgehen. Deshalb möchte ich hiermit dich aufrufen - Überprüfe dein Herz! Denke darüber nach was es bedeutet, dass Gott der Schöpfer des Himmels und er Erde Dein Vater ist. Und er sagt, dass du jederzeit mit ihm reden darfst. Dann auch er dir auch einen schriftlichen Brief gegeben, damit er zu dir sprechen kann - also die Bibel. Wie wichtig ist die das Gebet und das Lesen der Bibel? Wie wichtig ist dir das Privileg, dass du durch Jesus Christus hast?
Jesus ist der Schutz
Jesus ist der Schutz
Das Jesus die Tür ist und wir nun “Ein und ausgehen” können bedeutet auch, dass wir im Schutze Gottes leben. Ein Ausleger schriebt hierzu:
Er ist allgemein wie eine Tür, die geschlossen wird, um Diebe und Räuber und diejenigen herauszuhalten, die nicht geeignet sind, dass man sie hereinlässt. Er ist auch wie eine Tür, die geöffnet ist, um den Durchgang und die Verständigung zu erlauben.
Matthew Henry, Matthäus–Johannes, übers. von Wilhelm Schneider, 3. Auflage, Bd. 1, Der Neue Matthew Henry Kommentar (Waldems: 3L Verlag, 2017), 633.
So haben wir die Sicherheit in Jesus Christus. Er ist unser Schutz. Ja, das ist ein Segen, den wir in Jesus Christus haben.
Der HERR wird deinen Ausgang und deinen Eingang behüten von nun an bis in Ewigkeit.
Ist dies nicht wunderbar? Warum fürchten wir uns da denn noch? In Epheser 1 wird gesagt, dass Gott uns mit seinen Heiligen Geist versiegelt. Gott sagt uns also vollkommenen Schutz zu. Ist dir das bewusst?
Jesus Christus ist die Tür zur Erlösung. Er ist die Tür Freiheit. Er ist die Tür des Schutzes.
Jesus führt zur vollkommenen Nahrung
Jesus führt zur vollkommenen Nahrung
Dass Jesus die Tür ist, bedeutet auch, dass er Nahrung ist. Der Vers 9 in Johannes 10 geht weiter so:
und Weide finden.
Jesus Ist die Tür zur vollkommenen Nahrung. Zur geistlichen Nahrung. Zur Nahrung im Überfluss. Das steht im Gegensatz zu den falschen Führern, über die wir bereits gesprochen haben.
Ist es euch zu wenig: die gute Weide weidet ihr ab, und den Rest eurer Weide zerstampft ihr mit euren Füßen, das klare Wasser trinkt ihr, und das restliche trübt ihr mit euren Füßen?
Doch Jesus ist ganz anders. Menschen versuchen uns auszubeuten, doch Jesus erfüllt uns. Er bringt uns zur vollkommenen Nahrung für unsere Seele. Er allein stillt den Durst unserer Seele. Er allein kann dies tun.
Wie wunderbar ist es zu wissen, dass ich in Jesus vollkommene Erfüllung habe. Dass er mein Trost ist. Dass er meine Stärke ist. Dass er meine Hilfe ist. Dass ich in ihm Freude und Mut habe.
Ist dir klar, dass nichts dich hier auf der Erde füllen kann? Wir füllen unser Leben mit so vielen Dingen. Mit den ganzen Medien. Mit unseren Hobbys, mit Urlaub und verschieden Vergnügungen. Das ist alles nicht verwerflich. Aber Erfüllung bringt es dir nicht. Das kann nur Jesus dir geben. Und so kannst du andere Dinge genießen ohne abhängig davon zu werden. Zumindest soll dies immer unsere Haltung sein. Wir sollen uns nicht binden lassen von den Dingen hier auf Erden. Wir können sie genießen, aber nicht uns daran aufhalten. Unsere einzige Abhängigkeit soll Jesus Christus sein. Von ihm sollen wir uns zutiefst abhängig machen. Dann werden wir Erfüllung erleben.
Denn Erfüllung, wirklich geistliche Nahrung, Nahrung für unsere Seele bekommen wir nur in Jesus Christus. Er ist der einzige Zugang, die einzige Tür zur echten Speise. Diese haben wir in seinem Wort. Und durch seinen Geist können wir das Wort verstehen.
Wie sieht deine Ernährung aus?
Schluss
Schluss
Ich möchte nun zusammenfassen. Wir haben in den ersten Versen gesehen, dass Jesus Christus der einzig wahre Messias ist. Er allein ist der wahre Hirte. Er allein ist derjenige, der im AT prophezeit wurde. Und somit ist er allein der wahre Retter.
Und dieser Jesus ist die Tür. Er ist der einzige Weg der Errettung. Nur durch ihn kann ein Mensch gerettet werden.
Und diese Tür führt zur echten Freiheit. Heraus aus der Knechtschaft der Sünde. Und das führt aus zur Freiheit im Zugang zum Vater. Jesus allein führt zum Vater. Zur echten und wahren Beziehung zum Vater.
Und diese Tür ist auch Schutz für uns. Schutz vor den Versuchungen des Teufels.
Und diese Tür ist auch der Zugang zur geistlichen Nahrung. Zu dem was unsere Seele wirklich stillen und sättigen kann. In ihm allein erlebt ein Mensch Erfüllung.
Ein Lehrer eine Schule berichtete einmal folgende Situation:
Weil teure Geräte im Klassenraum standen, musste ich den Klassenraum während der Pausen immer abschließen. Die Schüler wussten das auch. Nach der Pause warteten sie im Flur, bis ich kam. Dann machte ich die Tür auf und jeder ging hinein. Eines Tages hatte ich vergessen, den Raum abzuschließen. Ich überlegte im Gehen schon, was alles passiert sein konnte. Aber als ich in den Flur kam, wo das Klassenzimmer war, standen alle Schüler vor der Tür und warteten. Unglaublich! Ich sagte: »Geht doch rein - die Tür ist offen.« »Ach was«, meinte ein Schüler. »Sie reden Unsinn. Die Tür ist zu!« »Sie wollen uns nur …«, sagte ein anderer. Da stand ich also. Die Tür war offen und keiner glaubte mir. Sie versuchten nicht einmal, die Tür zu öffnen.
CMV, CMV-Materialsammlung (Bielefeld, Deutschland: CMV, 2007).
Wie sieht es bei dir aus? Irrst du vielleicht umher und kennst die Tür nicht? Oder meinst du vielleicht die Tür ist für dich verschlossen? Nein, die Tür steht offen. Jesus bietet heute noch Gnade an. Wenn du zu ihm kommst, so bekommst du den Zugang zur Errettung und zu allen geistlichen Segnungen über die wir heute gesprochen haben.
Der Herr schenke es aus Gnade!
SOLI DEO GLORIA
