Mit Christus zur Vollendung

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Einleitung:

Liebe Gemeinde,
wer von uns kennt das nicht: Man arbeitet an etwas, gibt Mühe hinein, Schritt für Schritt – und dann kommt der Moment, an dem es endlich fertig ist. Vielleicht ein Haus, ein Projekt, ein Puzzle. Vollendung – das bedeutet Freude, Erfüllung, Frieden.
Doch wenn wir ehrlich sind, fühlen sich viele Bereiche unseres Lebens unvollendet an. Unsere Pläne bleiben Stückwerk, unsere Kräfte sind begrenzt, wir kämpfen mit Schuld, mit Sorgen, mit Dingen, die uns niederdrücken. Unser Leben ist nicht vollkommen – es bleibt immer etwas offen.
Und doch gibt es eine Zusage Gottes: Mit Christus zur Vollendung.
Von der ersten Verheißung im Paradies bis zur Himmelfahrt Jesu und seinem Versprechen der Wiederkunft zieht sich ein roter Faden durch die Bibel. Gott will, dass unser Leben nicht unvollendet bleibt, sondern in Christus ans Ziel kommt.

Hauptteil

1. Gottes Verheißung – der Anfang der Vollendung

Wir gehen zurück zum Anfang der Bibel, ins 1. Buch Mose. Die Menschen hatten sich gegen Gott gestellt, die Gemeinschaft war zerbrochen. Doch mitten in dieser Tragödie gibt Gott ein Versprechen:
Genesis 3,15 – „Der Same der Frau wird der Schlange den Kopf zertreten.“
Das ist das erste Evangelium, die erste gute Nachricht. Noch bevor Adam und Eva den Garten Eden verlassen, kündigt Gott schon den Retter an.
Später spricht Mose in Deuteronomium 18,15–19: „Einen Propheten wie mich wird der Herr euch erwecken.“ Das Volk soll auf ihn hören. Schon damals weist Gott auf Christus hin, den Mittler, den Lehrer, den wahren Führer.
Und durch Jesaja verheißt er: Jesaja 7,14 – „Siehe, eine Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären, den wird man Immanuel nennen.“ Immanuel heißt: Gott mit uns.
Von Anfang an ist klar: Gott selbst will handeln. Vollendung beginnt nicht mit uns, sondern mit seiner Zusage.

2. Jesu Kommen – Gott macht Ernst mit seiner Verheißung

Diese Verheißungen erfüllen sich in Bethlehem. In Lukas 2,1–7 hören wir die bekannte Weihnachtsgeschichte: Maria gebar ihren Sohn, legte ihn in eine Krippe, weil sie keinen Platz in der Herberge fanden. So unscheinbar beginnt der Weg zur Vollendung – nicht in einem Palast, sondern in einer Krippe.
Und als Jesus erwachsen ist, tritt er öffentlich auf. In Lukas 3,21–22 wird er getauft. Der Himmel öffnet sich, der Heilige Geist kommt auf ihn herab und die Stimme des Vaters spricht: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.“
Damit ist klar: Hier beginnt Gottes Werk sichtbar zu werden.

3. Jesu Wirken – Vollendung im Leben und Lehren

Jesus ruft Menschen in seine Nachfolge. Matthäus 4,18–22 erzählt, wie er Petrus, Andreas, Jakobus und Johannes ruft: „Folgt mir nach.“ Sie lassen Netze und Boote zurück – und folgen. Vollendung heißt: mit Jesus unterwegs sein, Schritt für Schritt.
Dann lehrt Jesus in der Bergpredigt (Matthäus 5–7), wie das Leben im Reich Gottes aussieht: die Seligpreisungen, die Feindesliebe, das Vertrauen auf den Vater. Er zeigt, dass Vollendung nicht Perfektionismus bedeutet, sondern ein Herz, das Gott vertraut.
In Matthäus 9,35–38 sehen wir Jesus unterwegs: er predigt, heilt, hat Mitleid mit den Menschen, weil sie wie Schafe ohne Hirten sind. Und er sagt zu den Jüngern: „Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter.“ Er ruft zur Mitarbeit.
Aber Jesus muss seine Jünger auch korrigieren. In Markus 9,33–37 streiten sie, wer der Größte ist. Jesus stellt ein Kind in die Mitte und sagt: „Wer der Erste sein will, soll der Diener aller sein.“
➡ Vollendung bedeutet nicht Macht und Größe, sondern Demut und Dienen.

4. Jesu Auftrag – Vollendung durch den Geist

Jesus wusste: Die Jünger können den Auftrag nicht aus eigener Kraft erfüllen. Darum sagt er in Apostelgeschichte 1,8: „Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch kommt, und ihr werdet meine Zeugen sein.“
Und in Johannes 15,1–5 vergleicht er sich mit dem Weinstock: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“
Das Bild ist klar: eine Rebe, die vom Weinstock getrennt ist, verdorrt. So ist es mit uns. Heiligung, Wachstum, Frucht – alles ist nur möglich, wenn wir mit Christus verbunden bleiben.
➡ Vollendung heißt nicht: ich strenge mich mehr an. Vollendung heißt: ich bleibe in Christus, und er wirkt in mir.

5. Jesu Himmelfahrt – Hoffnung auf Vollendung

Schließlich berichtet Lukas 24,50–53, wie Jesus seine Jünger segnet und vor ihren Augen in den Himmel aufgenommen wird. Doch er geht nicht einfach weg. Er lässt sie mit einer großen Verheißung zurück:
Johannes 14,2–3: „Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen. Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe, werde ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin.“
Das ist die Vollendung: Ewige Gemeinschaft mit Christus. Kein Leid mehr, keine Tränen, kein unvollendetes Leben – sondern vollkommene Freude bei Gott.

Schluss

Liebe Gemeinde,
von der ersten Verheißung im Garten Eden bis zur Himmelfahrt Jesu zieht sich ein roter Faden: Gott selbst führt uns zur Vollendung – durch Christus.
Er hat es verheißen.
Er ist gekommen, um es sichtbar zu machen.
Er hat Jünger berufen, um es zu leben.
Er hat seinen Geist gegeben, damit wir wachsen.
Er bereitet uns eine ewige Heimat.
Darum dürfen wir mit Paulus bekennen, Philipper 1,6:
„Ich bin darin guter Zuversicht, dass der, der in euch angefangen hat das gute Werk, es auch vollenden wird bis auf den Tag Christi Jesu.“
Mit Christus zur Vollendung – das ist unser Weg, unsere Hoffnung, unser Ziel.
Amen.
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