Die Unergründlichkeit Gottes

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INTRODUCTION - Die Unergründlichkeit Gottes

Text: Römer 11,33–36
Einleitung
Liebe Geschwister, wir schlagen heute den Römerbrief auf, Kapitel 11, Verse 33 bis 36.
O welche Tiefe des Reichtums sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Gerichte, und wie unausforschlich seine Wege! Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, dass es ihm wieder vergolten werde? Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge; ihm sei die Ehre in Ewigkeit! Amen. Ro 11:33–36.
Paulus hat gerade den theologischen Gipfel seiner Ausführungen bestiegen: Schuld und Rechtfertigung, Erwählung und Israels Heilsgeschichte.
Wir erwarten vielleicht eine nüchterne Zusammenfassung – aber stattdessen bricht er in Lobpreis aus: „O Tiefe!“
Die Hauptaussage heute lautet:
Die Unergründlichkeit Gottes ist kein Problem, sondern unsere größte Hoffnung.
Wir werden Gott niemals erschöpfen – nicht hier, nicht in der Ewigkeit.
Aber gerade das macht die Suche nach ihm zu einem Abenteuer ohne Ende.
Und heute wollen wir sehen, wie dieser unergründliche Gott nicht fern bleibt, sondern uns im Kreuz Christi ganz nahe kommt.

1. Gottes Wesen übersteigt unser Verstehen

Die Schrift ist voll von diesem Zeugnis.
In Hiob wird die Frage gestellt:
Kannst du die Tiefe Gottes ergründen oder zur Vollkommenheit des Allmächtigen gelangen? Sie ist himmelhoch – was willst du tun? tiefer als das Totenreich – was kannst du wissen? Ihre Ausdehnung ist größer als die Erde und breiter als das Meer. Job 11:7–9.
Der Psalmist ruft:
Groß ist der Herr und hoch zu loben, ja, seine Größe ist unerforschlich. Ps 145:3.
Jesaja verkündet:
Weißt du es denn nicht, hast du es denn nicht gehört? Der ewige Gott, der Herr, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt; sein Verstand ist unerschöpflich! Is 40:28.
Liebe Freunde, wir sind endlich, er ist unendlich.
Wir sind Geschöpfe, er ist Schöpfer.
R. C. Sproul sagte einmal: „Es gibt eine Kluft zwischen Schöpfer und Geschöpf, die nicht überschritten werden kann. Wir können wahr erkennen, was Gott offenbart, aber wir können ihn nie völlig umfassen.“
Es ist, als wollte man den Ozean in ein Glas füllen. Man kann schöpfen, man kann kosten, man kann erfrischt werden – aber das Meer bleibt unermesslich. So ist Gott.
Und hier hilft uns J. I. Packer mit seinem Bild:
Theologie ist wie Bergsteigen. „Wir befinden uns in der Lage von Reisenden, die nach einer langen Betrachtung eines großen Berges aus der Ferne, nachdem sie ihn umkreist und beobachtet haben, wie er die Landschaft beherrscht und die Gestalt der umliegenden Gegend bestimmt, sich nun direkt nähern – mit der Absicht, ihn zu besteigen.“
Je höher man steigt, desto mehr erkennt man. Neue Aussichten öffnen sich, Dinge werden klarer. Aber auf jedem Gipfel sieht man weitere Berge, Täler und Tiefen, die man niemals völlig erfassen wird.
Jede Erkenntnis ist nicht nur ein Ziel in sich selbst, sondern zu einem noch größeren Staunen.
Was soll Theologie mit uns tun? Was soll das forschen eines unergründlichen Gottes mit uns tun?:
Es ruft uns zu: Wir sind Geschöpfe, nicht Schöpfer. Es bewirkt Demut
Es beschenkt uns: Wir müssen nicht alles verstehen, um ihm zu vertrauen. Es verleiht Trost
Es ist ein Abenteuer: Die Suche nach Gott ist NIE langweilig, sondern wie eine Expedition ohne Ende. Es gibt uns Antrieb

2. Demut angesichts des Geheimnisses – und warum die Suche lohnt

Man könnte jetzt sagen: „Wenn Gott unergründlich ist, wenn ich ihn sowieso nie ganz verstehen werde – warum dann überhaupt Theologie? Warum beten, forschen, nachdenken? Warum den Berg besteigen, wenn ich den Gipfel nie ganz erreiche?“
So bin ich in meiner Grundhaltung...ich verstehe das nicht wenn jemand “Spazieren gehen möchte”. Meine Frage ist “Wohin?”
Meine Eltern haben so eine Sekte gegründet...Sie gehen wandern...einfach so...laufen sie den ganzen Samstag rum. Für mich muss es ein konkretes, greifbares Ziel geben, dass ich mich bewege.
Wenn ich weiß dass ich es nicht zu Ende bringe...dann fang ich erstmal garnicht an.
Und aus totaler pragmatischer und rationaler Sicht ist es eine berechtigte Frage... Wenn Gott eh unergründlich ist...wieso soll man seine Zeit verbringen ihn zu erforschen?
Und die Bibel selbst gibt uns Antworten.
a) Gott lädt uns zur Suche ein
ja, ihr werdet mich suchen und finden, wenn ihr von ganzem Herzen nach mir verlangen werdet; 14 und ich werde mich von euch finden lassen, spricht der Herr. Je 29:13–14.
Sprüche sagt:
wenn du um Verständnis betest und um Einsicht flehst, wenn du sie suchst wie Silber und nach ihr forschst wie nach Schätzen, dann wirst du die Furcht des Herrn verstehen und die Erkenntnis Gottes erlangen. Pr 2:3–5.
Also: Gott bleibt geheimnisvoll, aber er ist kein Rätsel, das wir nie lösen dürfen. Er lädt uns in Beziehung ein.
b) Die Suche selbst verändert uns
Der Weg ist das Ziel.
Wir steigen nicht auf den Berg, um endlich „fertig“ zu werden. Wir steigen, weil der Aufstieg unser Herz formt.
Jeder Schritt im Studium der Bibel, jedes Gebet, jede Frage verändert uns.
Theologie ist nicht nur Kopfsache, sondern Herzformung.
Die Suche ist selbst Teil der Anbetung.
Ein Kind stellt seinem Vater nicht immer Fragen, weil es unbedingt alle Antworten will, sondern weil es Beziehung sucht. So ist es mit uns und Gott.
c) Unergründlichkeit bedeutet nicht Frustration sondern endlose Freude!
Wenn ich Gott ganz begreifen könnte – wie ein Mathebuch, das man einmal durchrechnet – dann wäre irgendwann Langeweile. Aber weil er unerschöpflich ist, gibt es immer Neues zu entdecken.
Psalm 16,11 sagt:
Du wirst mir den Weg des Lebens zeigen; vor deinem Angesicht sind Freuden in Fülle, liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich! Ps 16:11.
In Ewigkeit werden wir nicht gelangweilt sein, sondern immer Neues sehen. Jeder Tag im Himmel wird „frischer“ sein als der letzte.
Theologie...ECHTE Gottesbegegnung ERFÜLLT uns...weil wir sind dafür geschaffen!
Schau Mal David an...wie viele Psalmen er schrieb...es ist eins schöner und größer als das nächste...es war so als konnte er NIEMALS genug davon bekommen...und es ihn jedes Mal erfüllt hat...
Warum? Weil ECHTE Theologie führt zur Anbetung, zum Lobpreis...zur übersprudelnder Freude...
Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde, der du deine Hoheit über die Himmel gesetzt hast! Aus dem Mund von Kindern und Säuglingen hast du ein Lob bereitet um deiner Bedränger willen, um den Feind und den Rachgierigen zum Schweigen zu bringen.
Wenn ich deinen Himmel betrachte, das Werk deiner Finger, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast:
Was ist der Mensch, dass du an ihn gedenkst, und der Sohn des Menschen, dass du auf ihn achtest?
Du hast ihn ein wenig niedriger gemacht als die Engel; mit Herrlichkeit und Ehre hast du ihn gekrönt.
Du hast ihn zum Herrscher über die Werke deiner Hände gemacht; alles hast du unter seine Füße gelegt:
Schafe und Rinder allesamt, dazu auch die Tiere des Feldes; die Vögel des Himmels und die Fische im Meer, alles, was die Pfade der Meere durchzieht.
Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde! Ps 8:2–10.
Beispiel / Illustration
J. I. Packer’s Bergsteiger-Bild: “Ein erfahrener Bergsteiger erzählte einmal, warum er immer wieder denselben Berg besteigt. „Weil er sich nie gleich zeigt. Jede Jahreszeit, jeder Aufstieg, jeder Blickwinkel gibt mir etwas Neues.“
So ist es mit Gott: Auch wenn wir schon lange unterwegs sind, ist keine Begegnung mit ihm wie die andere.
d) Es macht uns demütig
Wenn Menschen Gott begegnen, fällt jede Selbstsicherheit in sich zusammen. Wir leben in einer Zeit, in der Gott oft verkleinert wird: ein Coach, ein Therapeut, ein Problemlöser.
Aber die Bibel sagt:
„Denn unser Gott ist ein verzehrendes Feuer!“ Hebräer 12,29
Gott ist nicht klein, er ist nicht niedlich, kuschelig…er ist heilig.
Jesaja ruft:
Da sprach ich: Wehe mir, ich vergehe! Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und wohne unter einem Volk, das unreine Lippen hat; denn meine Augen haben den König, den Herrn der Heerscharen, gesehen! Is 6:5.
Daniel berichtet:
Und ich blieb allein zurück und sah diese große Erscheinung. Es blieb aber keine Kraft in mir, und mein Aussehen wurde sehr schlecht, und ich behielt keine Kraft. Da 10:8.
Johannes schreibt:
Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen nieder wie tot. Und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte 18 und der Lebende; und ich war tot, und siehe, ich lebe von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen! Und ich habe die Schlüssel des Totenreiches und des Todes Re 1:17–18.
Liebe Geschwister, jede wahre Theologie...ECHTE Gottesbegegnung führt nicht zu Stolz, sondern zu Demut.
e) Es macht uns auch Mut...wenn wir Gott kennenlernen...zu wissen wie er ist:
Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat!
Er wird deinen Fuß nicht wanken lassen, und der dich behütet, schläft nicht.
Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht.
Der Herr behütet dich; der Herr ist dein Schatten zu deiner rechten Hand, dass dich am Tag die Sonne nicht steche, noch der Mond bei Nacht.
Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele; der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit. Ps 121:1–8.
Vielleicht trägst du Leid, oder Sorgen in deinem Herzen.
Vielleicht bist du überfordert von den Umständen des Lebens?
David hat Gott nie zu Ende erforscht...aber WEIL er Gott schon wenigstens Stückweit erkannt hat...weil er Gott kennengelernt hat...weil er schon Zeit damit verbracht hat, diesen Berg zu steigen...konnte er in seinen Dunkelsten Tagen diese Worte singen.
Er hat schon erlebt, dass Gott in seiner Not eingreift...und wenn er das schon so oft getan hat...WUSSTE David, dass Gott es wieder tun würde.
Gott kennt unser Leid. Gott kennt unser Schmerz.
Er ist nicht einfach ein Gott der unergründlich ist und weit weg ist...nicht NAHBAR ist...sondern...im Gegenteil...es lohnt sich diesen Gott zu erforschen...WEIL er sich zu erkennen gibt...WEIL er sich greifbar macht...WEIL er den Schritt auf UNS gemacht hat...

3. Das Geheimnis offenbart in Christus

Und hier kommt die große Wende.
Der unergründliche Gott macht sich uns nahbar.
Johannes schreibt:
Niemand hat Gott je gesehen; der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hat Aufschluss [über ihn] gegeben. Jn 1:18.
Paulus sagt:
Dieser ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene, der über aller Schöpfung ist. Col 1:15.
Der Hebräerbrief bekennt:
Nachdem Gott in vergangenen Zeiten vielfältig und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hat durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn.
Ihn hat er eingesetzt zum Erben von allem, durch ihn hat er auch die Welten geschaffen; dieser ist die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Ausdruck seines Wesens und trägt alle Dinge durch das Wort seiner Kraft; er hat sich, nachdem er die Reinigung von unseren Sünden durch sich selbst vollbracht hat, zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt. Heb 1:1–4.
In Christus wird der unbegreifliche Gott sichtbar.
Und wo am deutlichsten? Am Kreuz.
Paulus erinnert die Korinther:
Denn ich habe euch zuallererst das überliefert, was ich auch empfangen habe, nämlich dass Christus für unsere Sünden gestorben ist, nach den Schriften, 4 und dass er begraben worden ist und dass er auferstanden ist am dritten Tag, nach den Schriften, 1 Co 15:3–4.
Und im Philipperbrief heißt es:
der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen; und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz. Php 2:6–8.
Am Kreuz treffen scheinbare Gegensätze zusammen und zeigen uns das klarste Bild welches wir von Gott in diesem Leben je bekommen werden!:
Gerechtigkeit und Gnade.
Zorn und Liebe.
Majestät und Demut.
Und noch mehr: Der unendliche Gott versteht nun unser Leid.
Er kennt Verrat.
Er kennt Verlassenheit.
Er kennt den Schrei: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
Der UNERGRÜNDLICHE Gott wird Immanuel – Gott mit uns.

4. Leben MIT dem unergründlichen und nahen Gottes

So nah wie es nur geht.
Er macht sein Tempel IN uns...
Der Geist offenbart Gottes Wahrheit „Uns aber hat es Gott offenbart durch den Geist; denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen Gottes.“ (1. Kor 2,10–12) Ohne den Geist bliebe Gott uns fern und unbegreiflich – durch ihn wird das Verborgene offenbar.
Der Geist offenbart Gottes Wahrheit „Uns aber hat es Gott offenbart durch den Geist; denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen Gottes.“ (1. Kor 2,10–12) Er schenkt uns nicht nur Wissen, sondern Gewissheit: Wir gehören zu Gott, wir sind seine Kinder.
Der Geist weist uns auf Christus hin „Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten … Er wird mich verherrlichen.“ (Joh 16,13–14) Alles, was der Geist tut, macht Jesus groß in unseren Herzen – er lässt uns seine Schönheit und Liebe erkennen.
Der Geist macht Gottes Gegenwart persönlich „… ihr habt den Geist der Sohnschaft empfangen, durch den wir rufen: Abba, Vater!“ (Röm 8,15–16) Wahre Erkenntnis bleibt nicht theoretisch – sie verändert uns, sodass unser Leben Gottes Herrlichkeit widerspiegelt.
Der Geist verwandelt unsere Herzen „Wir … sehen die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel und werden so verwandelt in dasselbe Bild … wie es vom Herrn, dem Geist, geschieht.“ (2. Kor 3,18) Der Geist macht Gottes Liebe für uns nicht nur eine Lehre, sondern eine erlebte Realität.
Der Geist gibt uns Kraft, Gottes Liebe zu erfahren „… dass ihr durch seinen Geist mit Kraft gestärkt werdet am inneren Menschen … damit ihr … die Liebe Christi erkennen mögt, die alle Erkenntnis übersteigt.“ (Eph 3,16–19)
Darum: Wir stehen dem unergründlichen Gott nicht machtlos gegenüber – er selbst wohnt in uns durch seinen Geist.
Die unendliche Suche nach ihm ist kein einsames Abenteuer, sondern ein Weg, auf dem der Geist uns führt, tröstet und verändert.
So ist die Frage heute Abend:
Lässt du dich vom Heiligen Geist hinaufführen auf den Berg Gottes – oder bleibst du unten, zufrieden mit einem kleinen Blick?“

Schluss

Liebe Geschwister,
wenn Gott unergründlich ist – wenn seine Weisheit, seine Größe, seine Herrlichkeit nie ausgeschöpft werden – dann ist das Leben als Christ keine Routine, sondern ein unendliches Abenteuer! Die Ewigkeit wird kein stiller Raum mit Harfen auf Wolken rumliegen, sondern eine nie endende Entdeckungsreise in die Herrlichkeit Gottes.
Und dieses Abenteuer beginnt nicht erst im Himmel, es beginnt hier und heute.
a) Anbetung: Zittern und Freude zugleich Psalm 95 ruft uns: „Kommt, lasst uns anbeten und uns beugen, lasst uns niederknien vor dem HERRN, der uns gemacht hat!“
Wenn wir anbeten, treten wir vor einen Gott, der ein verzehrendes Feuer ist – und zugleich der gute Hirte, der uns an sein Herz zieht.
Wahre Anbetung ist beides: Zittern und Jubel, Ehrfurcht und Erfüllung. John Piper sagt: „Gott ist am meisten verherrlicht in uns, wenn wir am meisten zufrieden in Ihm sind.“
Und diese Zufriedenheit ist nicht klein, sondern sprudelnd, überfließend, überwältigend. Sie bricht hervor in Gesang, in Gebet, in Tränen und in Lachen.
b) Vertrauen: Wir sehen nicht alles, aber wir kennen Ihn Paulus schreibt in Römer 8,28:
„Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.“ Wir verstehen das große Bild nicht. Wir begreifen nicht immer, warum wir leiden. Aber wir kennen den, der alles trägt. R. C. Sproul sagte: „Wenn nur ein Atom im ganzen Universum nicht unter Gottes Kontrolle stünde, könnten wir ihm nicht vertrauen.“
Aber kein Atom ist außerhalb seiner Hand! Deshalb können wir mitten im Dunkel singen. Wir sehen nicht die ganze Landkarte, aber wir kennen den, der den Berg geschaffen hat, den wir besteigen.
c) Freude und Suche – jetzt und in Ewigkeit Weil Gott unergründlich ist, werden wir uns nie an ihm sattsehen. Nie wird ein Tag kommen, an dem wir sagen: „Ich kenne Ihn völlig, es gibt nichts Neues mehr.“
Psalm 16,11 verheißt: „Vor deinem Angesicht sind Freuden in Fülle, liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich!“ Das bedeutet: Jeder neue Blick auf Gott steigert die Freude. Jede Facette vergrößert das Staunen. Jeder Tag mit Ihm ist besser als der letzte.
A. W. Tozer sagte: „Wir werden in der Ewigkeit noch immer am Anfang der Erkenntnis Gottes stehen – und das wird unser größtes Glück sein.“ Stellt euch das vor: Millionen Jahre in der Herrlichkeit – und Gott wird uns immer noch überraschen. Wir werden staunen, wir werden niederfallen, und wir werden singen – ohne Ende.
d) Was bedeutet das für dich heute?: Das Abenteuer beginnt jetzt Darum: Lies die Bibel nicht als Pflicht, sondern als Schatzsuche. Lass dich BEGEISTERN von dem was du dort von Gott erfährst! Schau auf Golgatha JEDEN TAG...fall vor dem Kreuz nieder und Bete an. Komm zum Abendmahl bereit zur tiefen Erinnerung dessen was Jesus vollbracht hat. Bete nicht mechanisch, sondern wie jemand, der den lebendigen Gott hören will. Schätze es jeden Tag, dass Gott IN dir Wohnt...der Heilige Geist selbst!
Lebe nicht so, als wäre Gott klein und in deine Tasche oder Schublade passt.
Nein! Wenn du beginnst zu forschen...wird ER dich immer wieder sprengen, erschüttern, überwältigen, begeistern.
Jeder neue Tag ist eine Gelegenheit, mehr von Ihm zu sehen – und dieses Abenteuer endet nie.
Und so kommen wir am Ende unserer Predigt zurück zu Paulus’ Lobgesang in Römer 11.
Nach dem Aufstieg durch die großen Täler und Gipfel der Theologie bleibt ihm UND UNS nichts anderes übrig, als in Anbetung auszubrechen:
„O welche Tiefe des Reichtums sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Gerichte und unausforschlich seine Wege!“
Und er schließt mit diesem alles umfassenden Bekenntnis:
„Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge; ihm sei die Ehre in Ewigkeit! Amen.“
Liebe Geschwister, das ist unser Leben jetzt und hier. Das ist unsere Zukunft in der Ewigkeit. Das ist unsere unendliche Freude.
Ein unergründlicher Gott – und ein Abenteuer ohne Ende!
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