Die großen 5 - Leiden für Christus

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Wenn wir Jesus nachfolgen, dann ist Leid unvermeidbar, denn es ist Teil seines Erbes, was eine Ewigkeit im Blick hat, die unser Leid tragen kann.

Notes
Transcript

Nachfolge - Was ist das Leid eines Nachfolgers Jesu?

Wir sind gerade in der Themenreihe “Die großen 5”. Wir schauen darauf, welche Spannungsfelder es zwischen dem Glauben und der Gesellschaft gibt. Bisher ging es um Sexualität, Wissenschaft und Politik. Heute geht es um das Leid. Leiden müssen wir alle. Egal ob Christ oder Nichtchrist. Egal wie fest wir im Glauben verankert sind oder wie fern er uns sein mag. Das Leid gehört zum Leben dazu. Es ist nicht so, dass nur weil wir Christen sind, es kein Leid mehr für uns gibt. Wir leiden wie jeder andere Mensch an Krankheiten, an Zerfall, an menschlichem Versagen, an der Sünde. Nur weil man ein Christ wird, wird es nicht besser. Es gibt Leidensmomente, in denen manche Bibelverse uns das Leben sogar erschweren oder uns verhöhnen. Wenn wir zum Beispiel lesen, dass uns mit Gott alles zum Besten dient, dann darf man durchaus fragen: Wirklich? Dient mir das wirklich zum Besten? Ich war schon in Situationen, wo ich das in diesem Moment mit Nein beantworten musste. Nicht jede Verletzung, nicht alles Leid dient mir zum Besten. Nur weil wir gläubig sind, ist das Leid nicht wie weggeweht. Nur weil wir gläubig sind, fühlt sich das Leid auch nicht immer anders an. Aber weil wir gläubig sind, wissen wir, dass das Leid zum Leben und auf dem Weg mit Gott dazugehört. Als Christen verstehen wir nicht alles Leid. Als Christen wissen wir jedoch, dass das Leid etwas ist dem man nicht ausweichen kann. Wir verstehen es als Teil des Weges in dieser Welt durch das Leid zu gehen. Wir setzen uns in gewisser Weise sogar noch einem höheren Risiko des Leids aus, wenn wir sagen, dass wir Christen sind. Jesus beschreibt es wie folgt:
Matthäus 10,38–39 ZB 2007
Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und hinter mir hergeht, ist meiner nicht wert. Wer sein Leben findet, wird es verlieren; wer sein Leben verliert um meinetwillen, wird es finden.
Das Kreuz war ein Leidenswerkzeug. Das Kreuz war eine Foltermaschine. Das, was wir an unseren Kettchen hängen haben, war in der Zeit Jesu eine Bestrafung, die so qualvoll und schmerzlich war wie kaum eine andere. Jesus sagt, wir sollen unser Kreuz aufnehmen und hinter ihm hergehen. Wir sollen unser Kreuz tragen. Das Kreuz steht für Leid. Es steht dafür, dass wir das Leid, welches uns auf unserem Weg mit Jesus begegnet, tragen sollen. Es soll uns nicht dazu führen, dass wir uns von ihm abwenden, sondern wir sollen hinter ihm her durch das Leid gehen. Als Nachfolger Jesu werden wir leiden. Ein krasses Beispiel ist für mich dabei Philipp Mickenbecker. Ich habe vor einiger Zeit die Doku über seinen Leidensweg gesehen. Er war sterbenskrank. Er hat wirklich extrem gelitten. Am Ende lag er auf seinem Sterbebett und sagt: Ich habe jetzt meinen Frieden darüber und wie es gekommen ist. Er hat sein Kreuz auf sich genommen und ist hinter Jesus hergegangen. Er hat bis zum Ende seinen Glauben bezeugt und verkündet. Er hat bis zum Ende in Liebe gelebt. Wir werden leiden wie jeder andere Mensch auch und darüber hinaus werden wir vielleicht verlacht, verhöhnt, weil wir im Leid an einem Gott festhalten, der gut sein soll, der uns liebt, der allmächtig ist. Wir leiden, weil das Leben und der Weg mit Jesus nicht von dem bestimmt ist, was die Welt als wichtig erachtet. Unsere Zeit, unsere Finanzen, unsere Entscheidungen sollen nicht von der Erfüllung in der Welt bestimmt sein. Sie sollen nicht ausdrücken, wie sehr wir in dieser Welt verankert sind. Sie sollen nicht den Himmel auf Erden für uns schaffen. Sie sollen Jesus dienen. Das Leiden in unserer westlichen Welt als Nachfolger Jesu hat weniger damit zu tun, dass wir um unser Leben fürchten müssen, sondern damit am Glauben festzuhalten und zu lernen zu verzichten.

Das Unvermeidbare - Inwiefern ist Leid als Nachfolger Jesu unvermeidbar?

Leid ist in der Nachfolge Jesu unvermeidbar, denn wir folgen Jesus nach. Am Ende des Weges Jesu stand Leid. Er hat gelitten. Er war am Kreuz. Er hing dort. Er starb dort. Nicht, weil er etwas falsch gemacht hatte. Nicht, weil er es verdient hatte. Nicht, weil er keine andere Wahl hatte. Er hing dort, weil er seinen Willen dem Willen Gottes unterstellt hat. Jesus betete kurz vor seiner Kreuzigung und sagt: Lass diesen Kelch an mir vorrüberziehen. Aber nicht was ich will, sondern was du willst soll geschehen. Selbst Jesus hatte mit seinem Willen zu kämpfen. Jesus wollte nicht leiden. Er wollte nicht einfach immer weiter das Richtige tun und dafür Leid erfahren. Jesus hatte Angst. Jesus hat alles aufgegeben, damit er am Ende am Kreuz stirbt. Ich denke, wir können die Entscheidung Jesu, auf diese Welt zu kommen, damit vergleichen, dass wir alles aufgeben, was wir hier haben, um in ein armes Land zu gehen und Missionar zu sein. Natürlich ist das noch einmal eine andere Dimension, aber in mancherlei Hinsicht haben wir uns den Himmel auf Erden geschaffen. Wir haben alles. Wir können uns alles leisten. Wir sind sicher. Und jetzt kommt der Ruf Gottes. Wir kriegen mit, dass dieses Leben vielleicht nicht der Weg ist, den Gott sich für uns vorgestellt hat. Als ich einen Missionar gefragt habe, wie es dazu kam, dass er Missionar wurde, hat er gesagt: Ich habe einfach immer die Entscheidung getroffen, die mich Näher zu Jesus gebracht hat. Eine bessere Definition dafür das Kreuz auf sich zu nehmen und hinter Jesus herzugehen, habe ich noch nicht gehört. Ich treffe die Entscheidung, die mich näher zu Jesus bringt, egal was es mich kostet. Das ist unser Kreuz. Unser Kreuz ist es, die Entscheidungen für Jesus und nicht für uns zu treffen. Und das tun wir nicht umsonst, denn:
Jakobus 1,2–4 ZB 2007
Nehmt es für lauter Freude, meine lieben Brüder und Schwestern, wenn ihr mancherlei Prüfungen zu bestehen habt, denn ihr wisst, dass die Erprobung eures Glaubens Ausdauer bewirkt. Die Ausdauer aber werde begleitet von einem vollkommenen Werk; so werdet ihr vollkommen und ganz, und es wird euch nichts fehlen.
Ja, wir werden leiden. Ja, wir werden nicht immer das tun, was wir uns für unser Leben vorstellen. Vielleicht bedeutet es sogar, Dinge aufzugeben, anders zu machen, als wir es wollen. Manche Träume werden in dieser Welt nicht für uns real werden. Vielleicht wird es nicht die Traumreise, das Traumauto, das Traumhaus. Vielleicht werden unsere Wochenende immer mehr gefüllt von dem, was Gott will und weniger von dem, was wir wollen. Es gab schon einige Momente in meinem Leben seit ich Pastor bin, in denen ich mich gefragt habe: Ist es das wirklich wert? Ich könnte mehr verdienen. Ich könnte ein ruhigeres Leben haben. Ich könnte freie Wochenden haben. Ich könnte es in dieser Welt bequemer haben. Ich habe aber erlebt, was dieser Vers sagt: Wenn wir den Weg mit Jesus gehen, werden am Ende vollkommene Werke stehen. Wir werden vollkommen und ganz sein. Es wird uns an nichts fehlen. Das, was diese Welt uns mit all seinen Möglichkeiten verspricht, wird bei Gott wahr. Die Welt sagt: Ich gebe euch alles was ihr braucht, wenn ihr nur genug Geld habt. Ihr könnt alles besitzen. Ihr könnt alles sehen. Ihr könnt euch ganz ausleben. Was wir jedoch erleben ist, dass alles Geld der Welt, am Ende keine Erfüllung bringt. Gott sagt: Ihr bekommt von mir, alles was ihr braucht. Dafür möchte ich kein Geld, sondern einfach euer Vertrauen. Vertraut mir, dass ich auch im Leid bei euch sein werde. Seid Standhaft. Habt Ausdauer. Denn das hier ist erst der Anfang. Ich erlebe in meiner Arbeit immer wieder, was diese Vollkommenheit bedeutet, wenn Menschen sich für Jesus entscheiden. Ich erlebe diese Vollkommenheit, wenn ich sehe, wie wir als Gemeinde miteinander Lobpreis machen. Wenn ich sehe, wie unsere Gemeinde wächst und mein Sohn am Abend zu mir sagt: Papa, ich bin dankbar für die Gemeinde. Entscheidest du dich für diese Welt oder für Jesus? Möchtest du deine Fülle im Hier und Jetzt finden, oder bist du bereit für ein ewiges Investment?

Das Erbe - Wieso ist es Teil seines Erbes?

Und ja, das Leid ist ein Teil des Lebens. Es ist ein Teil des Weges mit Gott. Es ist aber nicht alles.
Römer 8,17–18 ZB 2007
Sind wir aber Kinder, dann sind wir auch Erben: Erben Gottes, Miterben Christi, sofern wir mit ihm leiden, um so auch mit ihm verherrlicht zu werden. Ich bin nämlich überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zur Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll.
Das Leid gehört zum Erbe Christi. Wir haben gerade geerbt bzw. wurden wir beschenkt von unserer Oma. Jedes Enkelkind hat einen Teil ihres Grundstücks bekommen, damit wir dort leben und entweder Häuser sanieren oder bauen können. Ich weiß, dass wirkt jetzt sehr dekadent und priviligiert und das ist es auch. Zu diesem Erbe gehört mehr, als es einfach nur zu empfangen. Wir haben eine Verantwortung. Egal was jetzt auf diesem Hof passiert: Es ist meine Verantwortung. Ich kann jetzt nicht mehr auf den Vermieter verweisen, sondern ich muss mich selbst darum kümmern, denn ich habe dieses Erbe entgegengenommen. Die Möglichkeiten lösen in mir große Freude und Dankbarkeit aus. Die Verantwortung überfordert mich aber auch. Zu erben heißt, dass wir in einer Verantwortung stehen. Es heißt, dass wir ein Erbe annehmen. Wir können Erben Gottes sein. Wir können seine Kinder sein. Wir gehen in dieses Erbe mit Jesus und leiden mit ihm. Aber die Verantwortung des Erbes ist nicht alles. Wir dürfen auch in und aus diesem Erbe leben. Wir dürfen in der Liebe Gottes sein. Wir dürfen ihm nahe sein. Wir dürfen unser Haus auf seinen Grund bauen. Ja, das Leid ist ein Teil des Erbes. Es ist eine Verantwortung, dass wir uns für Gott entscheiden. Es ist Teil des Weges, den das Erbe mitbringt. Der andere Teil ist das Leben, dass uns dieses Erbe ermöglicht. Es sind die Sonnenstrahlen, die uns erreichen, wenn wir im Garten sitzen. Es sind die Erinnerungen, die wir in unserem Haus schaffen. Es sind die Momente, in denen wir die Musik laut aufdrehen und im Wohnzimmer tanzen. Das Erbe Jesu führt uns nicht nur durch das Leid, sondern es führt zu einer Herrlichkeit. Es führt zu einer Fülle des Lebens. Es zeigt uns, was wirklich wichtig ist: Die Liebe Gottes.

Die Hoffnung - Wie kann die Perspektive Ewigkeit unser Leid tragen?

Römer 8,35–39 ZB 2007
Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis, Not oder Verfolgung? Hunger oder Blösse? Gefahr oder Schwert? Wie geschrieben steht: Um deinetwillen sind wir dem Tod ausgesetzt den ganzen Tag, zu den Schafen gerechnet, die man zur Schlachtbank führt. Doch in all dem feiern wir den Sieg dank dem, der uns seine Liebe erwiesen hat. Denn ich bin mir gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch Gewalten, weder Hohes noch Tiefes noch irgendein anderes Geschöpf vermag uns zu scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.
Egal wie weit oben oder wie tief unten wir sind: Die Liebe Gottes ist bei uns. Es gibt Nichts, was uns von ihr trennen kann. Es gibt Nichts, wodurch sie nicht mit uns geht. Kein Leiden ist zu groß. Keine Freude ist zu klein. Sie weicht nicht von unserer Seite. Das Kreuz ist nämlich nicht das Ende. Das Kreuz ist erst der Anfang der Geschichte Jesu. Ja, Jesus hat am Kreuz gelitten. Er starb am Kreuz. Das Leid hatte augenscheinlich gewonnen, aber nicht diesmal. Nicht bei Jesus. Nicht mit Gott. 3 Tage hatte das Leid augenscheinlich die Macht, aber dann kam die Auferstehung. Das Leid mag uns zur Verzweiflung bringen. Unser Kreuz scheint manchmal zu schwer zu sein. Die Kraft Gottes, seine Liebe ist aber stärker. Wenn wir unter dem Kreuz zusammenbrechen, dann wird er uns wieder auferstehen lassen. So wie wir mit Jesus Leiden, werden wir auch wieder mit ihm auferstehen. Der Tod hat nicht über die Liebe Gottes gesiegt. Sie lebt heute noch. Jesus lebt heute noch. Es gibt Nichts mehr, was uns von dieser Liebe trennen kann. Bist du bereit dieses Erbe anzutreten?
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