Soli Deo Gloria - Die Ehre sei Gott allein.

Die Reformation und ich  •  Sermon  •  Submitted   •  Presented
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Einleitung

Liebe Gemeinde, wir feiern heute Erntedankfest.
Die Körbe sind gefüllt, die Tische geschmückt – und wir danken Gott für alles, was wir empfangen haben.
Wisst ihr, dass heute genau ein Jahr ist, seit dem wir wöchentliche Gottesdienste hier in Donaueschingen eingeführt haben?
Da gibt’s auch sehr viel für das wir dankbar sein können. Amen?!
Doch ich möchte uns heute herausfordern:
Ist unser Dank vollständig, wenn er nur auf die Gaben schaut – oder ist er erst vollkommen, wenn wir unsere Augen heben und unsere Dankbarkeit uns zum Geber zurückführt?
Wir sind in einer Predigtreihe zu den fünf Solas der Reformation...
...wir haben darüber gesprochen wie Männer Gottes wie John Wycliffe und William Tyndale und John Knox in England, wie Jan Hus, wie Martin Luther und Johannes Calvin und Ulrich Zwingli in Europa Missstände beklagt haben in der Katholischen Kirche und mit der Hilfe Gottes aufgestanden sind und darauf bestanden haben...”SO NICHT!”...das ist was wir die Reformation...
...und die Grundsätze der Reformation...die Auslöser...der Grund warum diese Männer damals und wir heute...sagen, dass wir uns klar und deutlich von der Katholischen Kirche getrennt HALTEN...kann man zusammenfassen in die 5 Solas. SOLA SCRIPTURA - Die Schrift ALLEIN ist die finale Autorität für uns. Keine kirchliche Tradition kann über der Schrift stehen.
SOLA FIDE - Allein der Glaube. Nur durch Glauben, nicht aus Werken, können wir in Christus gerechtfertigt werden.
SOLA GRATIA - Allein die Gnade. Der Mensch kann nur durch die Gnade Gottes errettet werden. Die Gnade Gottes bringt uns effektiv zum Glauben.
SOLUS CHRISTUS - Allein Christus. Nur in Christus können wir errettet werden. Es gibt keinen einzigen anderen Weg zu Gott und zum ewigen Leben als nur durch Christus.
Heute geht es um das große Finale: SOLI DEO GLORIA – Allein Gott die Ehre.
Das sind, zusammengefasst...die 5 Hauptdinge welche Biblische Gemeinden, von der Katholischen, der Orthodox oder leider mittlerweile auch der Evangelischen Landeskirche trennt.
Interessanterweise, anstatt diese Punkt zu überdenken, hat die Katholische Kirche im Konzil von Trient, im ersten UND zweiten Vatikan Konzil...beschlossen und bekräftigt, dass wer diese 5 Dinge glaubt...die 5 Solas...ein Irrlehrer ist und nicht in den Himmel dürfen. Nicht weil die BIBEL es sagt...sondern weil SIE es gesagt haben...
Sie haben sich in eine Position selbstverherrlicht, welches NUR Gott gehört. Sie nehmen sich eine Autorität und eine Ehre, welche NUR Gott gehört.
Das letzte Affront, gegen das fünfte SOLA… SOLI DEO GLORIA.
Es ist so gut das wir dieses Thema HEUTE machen und parallel Erntedankfest.
Wir sind Dankbar für die Bauern welche geackert, gepflanzt, gedüngt, begossen haben. Wir sind Dankbar dafür dass sie letztendlich die Ernte eingefahren haben...und das wir...wenn wir in den Laden gehen, reichlich und vielfältig zu essen haben...AMEN?
Erntedankfest, ruft auf, die Augen noch höher zu richten...uns den Geber anzusehen. IHM ALLEIN die Ehre zu geben.
Der von dem ALLES kommt...
Wir schauen heute in unseren Haupttext:
Aber nach Verlauf der Zeit hob ich, Nebukadnezar, meine Augen zum Himmel empor, und mein Verstand kehrte zu mir zurück. Da lobte ich den Höchsten und pries und verherrlichte den, der ewig lebt, dessen Herrschaft eine ewige Herrschaft ist und dessen Reich von Geschlecht zu Geschlecht währt; gegen welchen alle, die auf Erden wohnen, wie nichts zu rechnen sind; er verfährt mit dem Heer des Himmels und mit denen, die auf Erden wohnen, wie er will, und es gibt niemand, der seiner Hand wehren oder zu ihm sagen dürfte: Was machst du? Da 4:31–32.
DAS ist der Herzschlag von Soli Deo Gloria.
Die Augen aufheben und Gott erkennen in seiner Größe.
Nebukadnezar, der König des größten Königreichs allerzeiten (zu dem Zeitpunkt) schaut hoch, erkennt die Größe Gottes, erkennt wie klein er ist vor diesem Gott und spricht solche tiefgründige Worte aus.
Das was Nebukadnezar hier sagt sollte heute unser Herzensschrei sein. Das wir auf Gott schauen, seine Größe erkennen, zu staunen und ihn zu verherrlichen für wer er ist. Amen?
Aber es war nicht immer die Haltung von Nebukadnezar...er hat nicht immer so von Gott gesprochen. Wie er hier spricht...das ist das Ende der Geschichte…nicht der Beginn…
Ich möchte mit euch heute, ein paar Schritte zurück machen und die Geschichte von beginn anschauen, heute als unser Haupttext...und ich glaube das wird uns den KERN von SOLI DEO GLORIA...klar machen...lass uns in Vers 25 beginnen...

1. Die Versuchung, Gottes Ehre anzutasten (Nebukadnezars Stolz / die mittelalterliche Kirche)

Dies alles ist über den König Nebukadnezar gekommen.
Zwölf Monate später nämlich erging er sich auf seinem königlichen Palast in Babel.
Da begann der König und sprach: Ist das nicht das große Babel, das ich mir erbaut habe zur königlichen Residenz mit meiner gewaltigen Macht und zu Ehren meiner Majestät? Da 4:25–27.
Nebukadnezar steht auf seinem Palast, blickt auf Babylon und schreibt die Geschichte auf sich selbst: Meine Macht, meine Herrlichkeit, meine Majestät.
DAS ist die Sünde jedes Menschen: Gottes Gaben nehmen und sie auf das eigene Konto buchen.
Nebukadnezar hat das größte Reich der bisherigen Menschengeschichte gehabt.
Westen: Das Reich ging bis ans Mittelmeer, mit Gebieten wie Palästina, Syrien und Teilen der Türkei. Es reichte sogar bis zum Nil in Ägypten.
Osten: Das Reich ging bis zum Persischen Golf und umfasste Iran.
Norden: Im Norden reichte das Reich bis zum Schwarzen Meer und zum Kaspischen Meer.
Süden: Im Süden reichte das Reich bis zum Persischen Golf und nach Ägypten.
Wirklich ein großes Imperium...noch nie gab es einen Menschen der SO ein großes Imperium regierte. Nebukadnezar, als er diese Große erreicht...nimmt es zum Anlass sich selbst zu verherrlichen.
1. Die Sünde des Selbstursprungs – „das ich mir erbaut habe“
Nebukadnezar sieht die prachtvolle Stadt Babylon und glaubt, er sei der Ursprung all dessen.
Er vergisst, dass Gott ihn eingesetzt hat (vgl. Jeremia 27,5–6: “und nun habe ich alle diese Länder in die Hand meines Knechtes, Nebukadnezars, des Königs von Babel, gegeben; sogar die Tiere des Feldes habe ich in seinen Dienst gestellt...”).
Er schreibt sich selbst die Schöpferrolle zu, die allein Gott gehört.
Heute: Menschen denken, sie seien “self-made” – vergessen, dass Gesundheit, Begabung, Gelegenheit und Erfolg Gaben Gottes sind. Auch wir haben die Tendenz, wenn Dinge klappen...sie uns aufs Konto zu schreiben, nicht wahr?”
2. Die Sünde der Selbstmacht – „durch meine gewaltige Macht“
Nebukadnezar sieht sich als Quelle seiner Kraft.
Er vergisst, dass seine militärischen Siege, seine Herrschaft und sogar sein Atem nur durch Gottes Vorsehung bestehen.
Sproul: “Wir sind in jedem Moment von Gott abhängig. Selbst unser nächster Atemzug liegt in Seiner Hand.”
Heute: auch in der Kirche – geistliche Werke, Dienste, Projekte werden oft “in eigener Kraft” gebaut, statt im Heiligen Geist.
3. Die Sünde der Selbstverherrlichung – „zu Ehren meiner Majestät“
Dies ist der Kern: Nebukadnezar sieht die ganze Herrlichkeit als Spiegel seiner eigenen Größe.
Er will die Ehre, die allein Gott gebührt.
Tozer: “Die schwerste Sünde ist nicht Mord oder Ehebruch, sondern die Anmaßung, Gottes Platz einzunehmen.”
Das ist genau die Haltung Satans in Jesaja 14,13–14: „Ich will zum Himmel emporsteigen… ich will dem Allerhöchsten mich gleichmachen.“
Parallele zur Kirche vor der Reformation:
Wir haben es in den letzten Wochen gehört...Die katholische Kirche stellte den Menschen, seine Werke, seine Verdienste in den Mittelpunkt. Ablässe, Sakramente, menschliche Traditionen – sie verdunkelten die Herrlichkeit Gottes. Zur selben Zeit hat sich sich verbreitet über die ganze Welt...und unzählige Mengen von Menschen unter IHRE macht gebracht. Wo sie selbst entschieden haben
Es war ein theologisches “Babel”: “Schau, was wir gebaut haben – zur Ehre unserer Majestät.”
Reformation:
Luther und die anderen Reformatoren erkannten:
Hier wird Gott die Ehre genommen. Heil kommt allein aus Gnade, durch Glauben, in Christus – nicht durch Werke, nicht durch Menschen, nicht durch Institutionen.
Sie hörten das stolze prahlen des Katholizismus und riefen zurück: Soli Deo Gloria – Allein Gott die Ehre!
Erntedankfest Anwendung:
Auch wir können stolz auf unsere Arbeit, Ernte, Leistung sein – und Gott vergessen. Doch alles, was wir haben, kommt von Ihm.

2. Die demütigende Hand Gottes (Nebukadnezars Fall / die Krise der Kirche)

Noch war das Wort im Mund des Königs, da erklang eine Stimme vom Himmel herab: Dir wird gesagt, König Nebukadnezar: Das Königreich ist von dir genommen!
Und man wird dich von den Menschen verstoßen, und du sollst dich bei den Tieren des Feldes aufhalten; mit Gras wird man dich füttern wie die Ochsen, und sieben Zeiten sollen über dir vergehen, bis du erkennst, dass der Höchste Macht hat über das Königtum der Menschen und es gibt, wem er will!
Im selben Augenblick erfüllte sich das Wort an Nebukadnezar:
Er wurde von den Menschen ausgestoßen, fraß Gras wie ein Ochse, und sein Leib wurde vom Tau des Himmels benetzt, bis sein Haar so lang wurde wie Adlerfedern und seine Nägel wie Vogelkrallen. Da 4:28–30.
Stolz geht dem Fall voraus. Gott duldet keine Konkurrenz in Seiner Ehre.
Nebukadnezar wird erniedrigt, bis er erkennt: „Die Herrschaft gehört Gott allein.“
A. Gott entthront den selbsternannten König
Daniel 4 beschreibt, wie Nebukadnezar, der selbsternannte „König der Könige“ (Dan 2,37), zum Tier erniedrigt wird:
Er verliert seinen Verstand.
Er lebt draußen, abgeschnitten von menschlicher Gesellschaft.
Er frisst Gras wie ein Rind.
Sein Körper wird vom Tau des Himmels nass, sein Haar wächst wie Adlerfedern, seine Nägel wie Vogelklauen.
Bild: Der Mensch, der sich wie Gott aufspielen will, wird zum Tier – er verliert seine Würde, weil er die Herrlichkeit Gottes geraubt hat.
B. Was wir hier sehen, was Nebukadnezar passiert, ist eine lebendige Illustration von Römer 1
Denn obgleich sie Gott erkannten, haben sie ihn doch nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt, sondern sind in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert.
Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild, das dem vergänglichen Menschen, den Vögeln und vierfüßigen und kriechenden Tieren gleicht. Ro 1:21–23.
Paulus beschreibt hier genau, was mit Nebukadnezar geschah:
Die Sache ist…Nebukadnezar, wusste schon von Gott… Er erkannte Gott (Daniel 2 und 3 zeigen, dass Nebukadnezar wusste, wer der Gott Daniels ist)...Kennt ihr die Geschichte wo Schadrach, Mischach und Abednego sich weigerten, sich zu beugen vor dem RIESIGEN GOLDENEN BILDNIS von Nebukadnezar und er sie ins Feuer werfen lies…und Gott sie doch bewahrt hat…DA wusste er schon vom WAHREN Gott…
Doch er „verherrlichte ihn nicht als Gott“. Stattdessen sagte er: „zu Ehren meiner Majestät“.
Ergebnis: Sein Herz wurde verfinstert. Er verliert buchstäblich seinen Verstand und sinkt auf die Ebene eines Tieres.
Das ist Römer 1 in Fleisch und Blut.
C. Wenn Menschen den Platz des Schöpfers einnehmen
Römer 1,24–25 fährt fort:
Darum hat sie Gott auch dahingegeben in die Begierden ihrer Herzen, zur Unreinheit, sodass sie ihre eigenen Leiber untereinander entehren, sie, welche die Wahrheit Gottes mit der Lüge vertauschten und dem Geschöpf Ehre und Gottesdienst erwiesen anstatt dem Schöpfer, der gelobt ist in Ewigkeit. Amen! Ro 1:24–25.
Das Dahingegebensein ist das Gericht Gottes: Wenn Menschen die Herrlichkeit des Schöpfers mit der eigenen austauschen, lässt Gott sie in ihre Verblendung fallen.
Nebukadnezar wird auch „dahingegeben“ – er wird erniedrigt auf das Niveau der Geschöpfe, die er verehrt.
Er wollte wie Gott sein – und wird weniger als Mensch.
Das ist die geistliche Gesetzmäßigkeit:
Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt.
Wer die Ehre Gottes raubt, verliert seine eigene Würde.
Wer den Platz des Schöpfers beansprucht, sinkt tiefer als das Geschöpf.
D. Aktuelle Anwendung
Das sehen wir doch in unserer Gesellschaft…man weigert sich Gott zu ehren… OBWOHL man keine Ausrede hat…allein die Natur zeugt uns von der Herrlichkeit und Größe und Güte Gottes… vor allem der Westen…auch Deutschland…hat SO viel Segen von Gott empfangen und WEIß wie erfolgreich eine Gesellschaft sein kann wenn man nach den Prinzipien Gottes lebt.
Wir sehen auch was passiert wenn wir uns von Gott entfernen… zum Beispiel durch die Zeit der Aufklärung… in der man man mit allen Mitteln versucht hat Gott wegzuerklären durch verrückte Theorien wie die Evolution…und Sekuläre Gesellschaften zu bilden im 18. und 19. Jahrhundert…was passierte? Das 20. Jahrhundert…das Jahrhundert in dem mehr Menschen gestorben sind durch Krieg und Menschengemachte Hungersnöte usw. wie in allen 19 Jahrhunderte davor zusammen.
Und wo sind wir jetzt?
Schau mal unsere Gesellschaft mal an…wir haben den Verstand verloren…Schwarz ist Weiß und Weiß ist Schwarz…Männer lieben Männer und Frauen lieben Frauen…aber keiner weiß mehr was ein Mann ist und was eine Frau ist…und mittlerweile wächst eine Generation auf wo es normal ist jemanden zu kennen der sich als „Furry” identifiziert…also als Fuchs, oder Katze oder Hund oder sonst was.
Sieht ihr wie das Gericht von Nebukadnezar…das Gericht von Römer 1 in der Realität aussieht?
Darum hat sie Gott auch dahingegeben in die Begierden ihrer Herzen, zur Unreinheit, sodass sie ihre eigenen Leiber untereinander entehren, sie, welche die Wahrheit Gottes mit der Lüge vertauschten und dem Geschöpf Ehre und Gottesdienst erwiesen anstatt dem Schöpfer, der gelobt ist in Ewigkeit. Amen! Ro 1:24–25.
Es muss nicht sein dass jeder ein Furry ist…aber…
Gesellschaftlich: Wir leben in einer Zeit, die genau das wiederholt: Wir verherrlichen nicht Gott, sondern den Menschen. Wir schreiben unsere Fortschritte der „Wissenschaft“, unserer „Autonomie“ und unserer „Genialität“ zu. Gott wird aus Schulen, Familien, Politik verdrängt – der Mensch setzt sich selbst auf den Thron.
Ergebnis: Gott gibt uns dahin – zur Verwirrung, zu moralischer Orientierungslosigkeit, zu kulturellem Chaos. Wir verlieren die „Gottesebenbildlichkeit“, die uns Würde gibt, und verhalten uns wie „unvernünftige Tiere“ (2. Petr 2,12).
Persönlich: Jeder Stolz in meinem Herzen, jede Selbstverherrlichung ist ein kleiner Aufstand gegen den Schöpfer. Wenn ich sage: „Das habe ICH geschafft!“, ohne Gott zu danken, beginne ich denselben Weg wie Nebukadnezar.
Nebukadnezars Fall ist ein Mikrokosmos von Römer 1.
Stolz und Selbstverherrlichung führen zum „Dahingegebensein“ – geistlich, moralisch, kulturell.
Parallele zur Katholischen Kirche:
Vor der Reformation war die Kirche in moralischer und geistlicher Finsternis. Ablasshandel, Machtmissbrauch, menschliche Herrlichkeit.
Der heilige Dominikus (1170–1221), Gründer des Predigerordens, wurde zu einem Besuch in Rom den damaligen Papst Innozenz III.
Bestellt, im prächtigen Petersdom.
Als der Papst Dominikus durch die Schatzkammern führte und ihm den enormen Reichtum der Kirche zeigte, soll er mit einem gewissen Stolz gesagt haben:
„Siehst du, mein lieber Dominikus? Die Kirche kann nicht mehr wie Petrus sagen: Silber und Gold habe ich nicht.“ (Eine Anspielung auf Apostelgeschichte 3,6, wo Petrus zum Lahmen sagt: „Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi… steh auf und wandle!“)
Darauf antwortete Dominikus ernst:
„Das stimmt, Heiliger Vater. Aber sie kann auch nicht mehr sagen: Im Namen Jesu Christi, steh auf und gehe.“
Ergebnis: Die Kirche hatte zwar Reichtum angehäuft, aber ihre geistliche Kraft und Vollmacht eingebüßt in dem sie sich die Ehre genommen hat die Gott gebührt. Jedoch war sie nicht in der Lage dass zu erkennen, weil sie so arrogant geworden ist.
Anwendung heute:
Auch wir erleben manchmal Brüche, Verluste, Krisen. DAS ist NICHT nur als Strafe ALLEIN, sondern Gnade...als Ruf: „Erkenne, dass alles von Gott kommt.“ DIESE WORT VON GOTTES GERICHT LESEN WIR IN Römer 1…es sind noch 15 weitere Kapitel, voller Gnade und Barmherzigkeit! Er ruft zur Umkehr. Er nimmt uns alles, damit wir Ihn wieder als Alles erkennen.
Römer 11,36 (Schlachter 2000): „Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge; ihm sei die Ehre in Ewigkeit! Amen.“

3. „Wir sehen, wie Stolz aussieht … wir sehen, wie Gott den Stolzen demütigt – aber wie sieht wahre Demut aus?“

Wir haben Nebukadnezar gesehen:
Stolz, der Gottes Ehre raubt.
Gottes Hand, die ihn erniedrigt.
Aber die entscheidende Frage bleibt:
Wie sieht wahre Demut aus? Nicht bloß das Runterfallen aus dem Stolz, sondern die Demut, die freiwillig den Weg nach unten wählt.
A. Die wahre Demut Christi
Philipper 2,5-8 zeigt uns das Herz Gottes:
„Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus war: Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht wie einen Raub fest, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst, nahm Knechtsgestalt an, wurde den Menschen gleich, und, in seiner äußeren Erscheinung wie ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod – ja, zum Tod am Kreuz.“
CS Lewis sagte mal:
„Viele große Männer der Geschichte, haben sich angemaßt sich zu Götter zu machen...aber von allen vermeintlichen Göttern die die Menschheit angebetet hat, ist es nur ein Gott der sich entschied Mensch zu werden.”
Das ist was wir hier sehen…das Gegenteil zu Nebukadnezar, das Gegenteil von uns selbst:
Nebukadnezar wollte sich erheben – Christus stieg hinab.
Nebukadnezar griff nach Herrlichkeit, die ihm nicht gehörte – Christus ließ Herrlichkeit los, die Ihm gehörte.
Nebukadnezar wurde erniedrigt, weil er stolz war – Christus erniedrigte sich aus Liebe und Gehorsam.
Wahre Demut bedeutet also nicht einfach, „niedrig gemacht zu werden“, sondern freiwillig zu dienen, zu geben und sich selbst zu hingeben. Jesus nahm den Platz eines Knechtes ein, wusch Füße, trug unsere Schuld, gab sein Leben.
B. Die Explosion der Herrlichkeit
Diese selbstgewählte Demut führte nicht zur Vernichtung, sondern zu größter Erhöhung.
Philipper 2,9-11:
Darum hat ihn Gott auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über allen Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie beugen – im Himmel, auf Erden und unter der Erde – und alle Zungen bekennen: Jesus Christus ist Herr – zur Ehre Gottes des Vaters!
Die Erniedrigung Christi ist der Grund seiner einzigartigen Verherrlichung:
Weil er sich selbst entäußerte, gab der Vater ihm den Namen über alle Namen.
Weil er den letzten Platz wählte, bekommt er den höchsten Platz.
Weil er zum Diener aller wurde, beugen sich eines Tages alle vor ihm.
Seine Demut macht ihn würdig von „Soli Deo Gloria“. Hier sehen wir, dass alle Ehre Gottes nicht von uns genommen, sondern uns geschenkt wird in Christus: Gott wird verherrlicht, wenn Jesus als Retter und Herr angebetet wird.
C. Das ist die Demut, die uns rettet
DAS ist der Grund, warum wir heute Hoffnung haben: Der Sohn Gottes wurde Mensch, damit Stolze wie wir Vergebung und neues Leben finden. Seine Demut beugt sich hinab bis zu uns, die im Staub liegen. Seine Erhöhung zieht uns hinauf in Gottes Gegenwart.
Denn Christus ist, als wir noch kraftlos waren, zur bestimmten Zeit für Gottlose gestorben.
Nun stirbt kaum jemand für einen Gerechten; für einen Wohltäter entschließt sich vielleicht jemand zu sterben.
Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Ro 5:6–8.
Leute…ich lese diese Stelle SO oft wenn ich predige…nicht weil ich keine andere Bibelstellen kenne…sondern weil WENN ich das lese, zerbricht es den Stolz der in mir so oft hoch kommt…
Es hatte NICHTS damit zu tun wie gut ich oder du waren…wir waren ALLES ANDERE als „GUT”…es hat alles damit zu tun mit dem WER ER IST.
Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch – Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme. Eph 2:8–9.
SOLI DEO GLORIA!!! Amen? Wie kann man nicht Stauenen? Wie kann man nicht Dankbar sein?
DARUM ist wahre Dankbarkeit nicht nur ein Gefühl für die Gaben der Erde, sondern ein Staunen über die Gabe seiner Person.
D. Ein Ruf zur Umkehr – mit Nebukadnezar
Nebukadnezars Geschichte endet mit einem Blickwechsel:
Aber nach Verlauf der Zeit hob ich, Nebukadnezar, meine Augen zum Himmel empor, und mein Verstand kehrte zu mir zurück… Da 4:31a
Der stolze König wird nicht durch bessere Taten gerettet, sondern indem er aufhört, sich selbst ins Zentrum zu setzen und seine Augen zum Himmel erhebt.
Er beugt sich vor Gott – und findet wieder Herz, Verstand und Würde.
Heute ruft uns derselbe Gott:
Er ruft die, die noch nicht glauben, Buße zu tun und sich demütig Christus zu unterwerfen, der sich für sie erniedrigte.
Er ruft auch uns, die wir glauben, jede Spur von Selbstherrlichkeit abzulegen und mit einem dankbaren, staunenden Herzen zu sagen: „Herr, dir allein sei die Ehre – Soli Deo Gloria!“
„Alles ist von dir, alles ist durch dich, alles ist für dich – dir allein die Ehre!“ (vgl. Röm 11,36)
Das ist die Haltung, zu der Erntedank uns heute ruft: Buße und Glauben wie Nebukadnezar, Staunen und Anbetung wie die Engel vor dem Thron, ein Herz, das sagt: Soli Deo Gloria – allein Gott die Ehre!

Conclusion – Soli Deo Gloria

Liebe Gemeinde, wir haben heute drei Wahrheiten gesehen:
Stolz raubt Gott die Ehre. Nebukadnezar sagte: „zu Ehren meiner Majestät“ – und wir sahen, wie leicht auch wir Gottes Gaben für uns reklamieren.
Gott demütigt den Stolzen. Der König von Babylon wurde erniedrigt, bis er begriff: „Der Höchste herrscht und gibt das Königtum, wem er will.“
Wahre Demut ehrt Gott allein. Wir sahen die Demut Jesu, der sich selbst erniedrigte, Mensch und Diener wurde und sein Leben gab – und gerade deshalb vom Vater „hoch erhoben“ wurde, so dass sich eines Tages jedes Knie vor ihm beugt und jede Zunge bekennt:
„Jesus Christus ist Herr – zur Ehre Gottes des Vaters.“ (Phil 2,11)
Darum gehört Soli Deo Gloria nicht nur in unsere Lieder oder Kirchenwände, sondern in unsere Herzen.
Johann Sebastian Bach war ein Kind der Reformation…es war er der den Satz SOLI DEO GLORIA berühmt machte…
Bach war eins der bedeutendsten Komponisten der Geschichte…wenn nicht der einflussreichste überhaupt…
Bach verkörperte diese Lebensweise: Am Anfang vieler seiner Werke schrieb er „JJ“ – Jesu Juva, Jesus hilf mir! Und am Ende setzte er „SDG“ – Soli Deo Gloria, Gott allein die Ehre.
Auf jedem Manuskript von ihm sind diese Worte zu finden…am Anfang und am Ende.
Schaue mal was das abbildet…
Sein Schaffen begann in Abhängigkeit von Christus und endete in Hingabe an Gottes Ehre.
DAS ist zu was Erntedank in Reinform führen soll: alles, was wir empfangen und hervorbringen, kehrt als Dankopfer zu Gott zurück.
Heute – genau ein Jahr nach Beginn unserer wöchentlichen Gottesdienste hier in Donaueschingen – haben wir als Gemeinde für was wir danken müssen: Was hier bis jetzt gewachsen ist, ist nicht unser Werk, nicht unsere Leistung, sondern reine Gnade. Gott allein gebührt die Ehre.
Vielleicht aber auch auf persönlicher Ebene, merkst du heute, dass auch in deinem Herzen Stolz Platz gefunden hat – oder dass du Jesus noch gar nicht die Ehre als Herrn deines Lebens gegeben hast.
Vielleicht lebst du ein Leben ohne Gott und denkst das alles was du geschafft hast hast DU geschafft.
Vielleicht nennst du dich Christ…aber hast den Gedanken zugelassen (bewusst oder unbewusst) dass du irgendwie durch DEINE Frömmigkeit, durch DEINE Werke, durch DEINE Guten Taten dir die Errettung VERDIENT hättest.
Vielleicht dienst du Gott fleißig mit deinen Talenten, und lässt den Gedanken (ganz tief im Unterbewusstsein) zu, dass Gott DICH braucht um sein Plan zu vollbringen.
Dann ruft dich Gott…Sein Wort ruft dich…Ich rufe dich…wie einst Nebukadnezar, die Augen zu erheben und heute…gerade heute am Erntedankfest…Buße zu tun:
„Herr, alles ist von dir, alles ist durch dich, alles ist für dich – dir allein die Ehre!“ (Röm 11,36)
Wahre Dankbarkeit ist mehr als ein Erntefest: Sie ist ein Leben, das gekennzeichnet ist von einer Demut die ständig ausruft: JJ - Jesus Juva!– Jesus, hilf! und in jeder Tat unterschreibt: SDG – Soli Deo Gloria.
Lassen wir die Predigt enden mit den Worten Nebukadnezars, die wir am Anfang hörten – als Zeugnis eines verwandelten Herzens:
„Aber am Ende jener Tage hob ich, Nebukadnezar, meine Augen zum Himmel empor, und als mein Verstand mir wiedergegeben war, da pries ich den Höchsten; ich lobte und verherrlichte den, der ewig lebt … seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, und sein Reich währt von Geschlecht zu Geschlecht.“ (Dan 4,34–35)
Möge dies auch unser Bekenntnis sein – persönlich, als Familien und als Gemeinde: Soli Deo Gloria – Gott allein die Ehre.
Amen.
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