Von Selbstgerechtigkeit zur Rechtfertigung Gottes

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Psalm 143

Predigtmanuskript
Psalm 143 – Von Selbstgerechtigkeit zur Rechtfertigung Gottes
Einleitung – Wenn die Fassade bricht
Liebe Gemeinde, ich möchte euch heute mit einer einfachen, aber tiefen Frage hineinnehmen:
Wohin gehst du, wenn dir alles zu viel wird?
Ich glaube, jeder von uns kennt diesen Punkt im Leben, an dem wir merken: Ich kann nicht mehr. Ich hab’s nicht mehr im Griff.
Vielleicht war das bei dir in der Schule, wo du alles versucht hast, und es trotzdem nicht gereicht hat. Oder in der Arbeit, wo du dich angestrengt hast, alles richtig zu machen – und trotzdem kamen Kritik, Druck, Überforderung. Vielleicht ist es eine familiäre Situation – ein Konflikt, der einfach nicht besser wird. Oder du hast plötzlich gesundheitliche Probleme, die dir zeigen: Ich habe das Leben gar nicht so im Griff, wie ich dachte.
Ich erinnere mich gut an eine Zeit aus meiner eigenen Schulzeit. Ich war kein Musterschüler. Meine Noten waren mittelmäßig, und weil ich nicht so recht in die Klasse passte, wurde ich zum Ziel von Spott und Hänseleien. Zuhause gab’s dann Stress, weil meine Eltern natürlich wollten, dass ich mich mehr anstrenge. Meine Lehrer waren enttäuscht, meine Mitschüler spöttisch – und ich selbst völlig entmutigt.
Ich hatte das Gefühl, ich falle durch jedes Raster. Ich hatte nichts im Griff, egal, wie sehr ich es versuchte. Kennt ihr das? Du gibst dir Mühe, alles zu kontrollieren – und genau das macht dich müde.
Und irgendwann kommt dieser Moment, wo du merkst: Ich kann mich nicht mehr halten. Ich kann mich nicht selbst rechtfertigen.
Wir leben in einer Gesellschaft, in der Leistung zählt. Wir müssen funktionieren. In Schule, Beruf, Familie – überall gibt es Erwartungen. Und unbewusst machen wir das auch im Glauben: Wir wollen, dass Gott stolz auf uns ist. Wir wollen beweisen, dass wir gute Christen sind.
Aber was passiert, wenn das alles zusammenbricht? Wenn du scheiterst – wenn deine eigene Gerechtigkeit nicht reicht?
Viele Menschen – auch Christen – denken dann: Vielleicht hilft ein Gebet. Und das ist tatsächlich der erste richtige Schritt. Denn das Gebet ist der Ort, wo Selbstgerechtigkeit stirbt und Gnade zu leben beginnt.
Psalm 143 ist genau ein solches Gebet. David betet hier nicht aus Stärke, sondern aus Schwäche. Nicht aus Stolz, sondern aus tiefer Ohnmacht.
Er weiß: Ich kann mich selbst nicht halten. Ich brauche Gnade.
Darum lautet unser Thema heute:
„Von Selbstgerechtigkeit zur Rechtfertigung Gottes.“
Psalm 143 zeigt uns den Weg, wie ein Mensch von sich selbst weg hin zu Gott findet – vom Versuch, alles selbst zu schaffen, hin zum Vertrauen auf den, der gerecht macht.
Ein kurzer Überblick
Der Psalm führt uns in drei Bewegungen:
Klage – wo unsere Selbstgerechtigkeit zerbricht.
Erinnerung – wo wir Gottes Treue entdecken.
Bitte – wo wir lernen, aus seiner Gnade zu leben.
Das ist der geistliche Weg, den jeder Christ geht – manchmal täglich.
Und dieser Weg beginnt da, wo wir ehrlich werden.
1. Ehrliche Klage – Wo unsere Selbstgerechtigkeit zerbricht (Verse 1–4)
1 Ein Psalm Davids. HERR, höre mein Gebet, achte auf mein Flehen! Antworte mir in deiner Treue, in deiner Gerechtigkeit!
2 Und geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht!
3 Denn der Feind verfolgt meine Seele; er hat mein Leben zu Boden getreten und zwingt mich, im Dunkeln zu sitzen wie die längst Verstorbenen.
4 Und mein Geist ist verzagt in mir, mein Herz ist erstarrt in meinem Innern.
a) Der Schrei eines Menschen, der nichts mehr beweisen kann
David beginnt mit einem Schrei. „Herr, höre – achte – antworte!“
Das ist kein geordnetes Gebet. Das ist ein Hilferuf. Er ruft aus der Tiefe – aus Dunkelheit, Angst, Erschöpfung.
Und mitten in diesem Gebet sagt David etwas, das alles verändert:
„Geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht, denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht.“
Das ist der Wendepunkt. Hier bricht alle Selbstsicherheit zusammen.
David, der König Israels, der „Mann nach dem Herzen Gottes“, sagt: Richte mich nicht, denn Ich kann vor dir nicht bestehen.
Das ist der Moment, wo Selbstgerechtigkeit stirbt und Gnade geboren wird.
Auch Paulus deutet auf genau diesen Punkt hin, was David in seinem Gebet erkannt hat in Röm 3,20: „Denn kein Mensch wird jemals vor Gott bestehen, indem er die Gebote erfüllt. Das Gesetz zeigt uns vielmehr unsere Sünde auf.“ Der Mensch kann nichts tun, um gerecht vor Gott zu stehen. Egal wie gern man Dinge selbst in die Hand nimmt, egal wie gut deine Werke sind, sie machen dich nicht gerecht vor Gott.
b) Was das für uns bedeutet
Liebe Gemeinde, dieser Vers trifft mitten ins Herz.
Wir sind schnell darin, uns selbst zu rechtfertigen. Wir sagen: „Ich bin doch kein schlechter Mensch.“ „Ich gebe mir Mühe.“ „Ich tu doch niemandem etwas Böses.“
Aber wenn wir ehrlich sind, merken wir: Auch in uns steckt so viel Stolz, so viel Angst, so viel Eigenwille.
Und Gott sagt nicht: „Streng dich mehr an!“ Gott nimmt dich an, so wie du bist. Er möchte dein zerbrochenes Herz, um es wieder zu heilen.
Gnade beginnt, wo Selbstrechtfertigung endet.
c) David beschreibt seine innere Not
Er sagt: „Mein Geist verzagt in mir, mein Herz ist erstarrt.“
Das kennen viele. Diese innere Lähmung, wenn du nachts wachliegst und dich alles überrollt. Wenn du denkst: Ich kann nicht mehr beten, nicht mehr glauben, nicht mehr kämpfen.
Und genau dort setzt Gott an. Nicht da, wo wir stark sind, sondern da, wo wir ehrlich sind.
Klage ist kein Zeichen von Unglauben. Klage ist der Anfang von echtem Vertrauen.
d) Ein Beispiel aus unserem Alltag
Vielleicht kennst du das, wenn du einen Streit hast, den du nicht mehr lösen kannst. Du willst recht behalten, du willst gut dastehen – und innerlich merkst du: Es wird nur schlimmer.
Oder du bist im Beruf ständig am Limit, du willst alles richtig machen – und merkst doch, wie der Druck dich erdrückt.
Oder du kämpfst mit Schuld, vielleicht einer Entscheidung, die du bereust, und du denkst: Wenn die anderen das wüssten…
Gott ruft dich in all dem: Hör auf, dich zu rechtfertigen. Lauf in die Arme des liebenden Vaters. Sag ihm ehrlich, wie’s dir geht. Wenn jemand dir helfen kann, dann nur er.
e) Der Schritt aus der Selbstgerechtigkeit
David bittet: „Geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht.“ Er sagt nicht: „Ich bin unschuldig.“ Er sagt: „Herr, handle mit mir in deiner Treue.“
Das ist echte Buße. Nicht Selbstanklage – sondern Hingabe. Nicht Selbstmitleid – sondern Vertrauen.
f) Übergang – Vom Ich zu Gott
David bleibt nicht in seiner Klage stecken. Er schaut nicht mehr auf sich selbst, sondern auf Gott.
Und das ist der Wendepunkt: Wenn du aufhörst, deine eigene Gerechtigkeit zu beweisen, kannst du beginnen, Gottes Gerechtigkeit zu empfangen.
Darum führt uns der Psalm jetzt weiter – vom Zerbruch zur Erinnerung: Wie Gott treu bleibt, auch wenn wir versagen.
2. Erinnerung an Gottes Treue – Vertrauen in seine Gerechtigkeit (Verse 5–6)
5 Ich gedenke an die längst vergangenen Tage, rufe mir alle deine Taten in Erinnerung und sinne nach über die Werke deiner Hände.
6 Ich strecke meine Hände aus nach dir; meine Seele verlangt nach dir wie lechzendes Erdreich.
a) David ändert die Blickrichtung
Liebe Gemeinde, nach der Klage wendet sich David einer neuen Haltung zu. Er bleibt nicht in seiner Dunkelheit. Er wählt – und das ist eine bewusste Entscheidung – den Blick zurück:
„Ich gedenke an die längst vergangenen Tage, rufe mir alle deine Taten in Erinnerung und sinne nach über die Werke deiner Hände.“
David erinnert sich daran, wie Gott in der Vergangenheit gehandelt hat. Er schaut nicht mehr auf seine Schwäche, sondern auf Gottes Treue.
Das ist eine der wichtigsten geistlichen Bewegungen überhaupt: Sich daran zu Erinnern, was Gott bereits gewirkt hat in unserem Leben.
Wir vergessen so schnell. Wenn wir in Krisen stecken, sehen wir nur noch das Dunkle vor Augen. Wir vergessen, wie oft Gott uns schon hindurchgetragen hat.
David hält inne und sagt: „Ich erinnere mich. Ich denke über das Werk deiner Hände nach.“ Er erinnert sich: – Wie Gott Israel aus Ägypten geführt hat. – Wie er Wüstenzeiten überstehen ließ. – Wie er selbst als Hirtenjunge vor Löwen und Bären bewahrt wurde.
Er weiß: Wenn Gott damals treu war, wird er es auch heute sein.
b) Erinnerung als geistliches Training
Erinnerung ist kein sentimentales Zurückschauen, sondern eine geistliche Disziplin.
Vielleicht kennt ihr das, wenn ihr abends im Bett liegt und die Gedanken sich nur um Probleme drehen. David entscheidet sich, diese Gedanken umzulenken – Er geht weg vom „Was wäre, wenn alles besser laufen würde? Was wäre, wenn ich gar nicht erst in diese Situation gekommen wäre? Was wäre, wenn ich mein Leiden jetzt ein Ende hat“ David wendet seine Gedanken bewusst auf das, was Gott getan hat?“.
Ich denke das ist einer der vielen Gründe, warum Gott uns den Heiligen Geist geschenkt hat. Damit es uns überhaupt möglich ist mal nicht nur auf uns zu schauen, sondern auf Gottes Wesen.
Ich kenne einige vorbildliche Menschen, die ihr Glaubensleben lange mit Gott gegangen sind. Wenn sie erzählen, wie Gott sie in schweren Zeiten getragen hat, dann hört man es: Sie haben gelernt, sich stets an das Wirken Gottes zu erinnern.
Vielleicht könnt ihr euch auch an eigene Momente erinnern, wo Gott eingegriffen hat. Ein Gebet, das erhört wurde. Eine Tür, die sich geöffnet hat, wo du schon aufgegeben hattest. Ein Wort, das dich mitten in der Dunkelheit erreicht hat.
Solche Erinnerungen sind wie Anker im Sturm. Sie erinnern uns daran, dass wir einen Fürsprecher haben, der uns das gibt, was wir zum Leben brauchen.
c) Das Bild vom dürrem Land
Dann sagt David diesen wunderschönen Satz: „6 Ich strecke meine Hände aus nach dir; meine Seele verlangt nach dir wie lechzendes Erdreich“
Das ist so ehrlich. Er sagt: „Ich bin leer. Ich bin durstig.“
Ich finde dieses Bild so passend für unser Leben heute.
Stellt euch das mal Bildlich vor: (Auch wenn es sowas in der Schweiz nicht gibt.) Eine absolut vertrocknete graue Wiese. Die Erde ist schon rissig, das Gras blüht schon längst nicht mehr grün. Ein fast hoffnungsloser Fall. Doch es gibt etwas, das kann diese Wiese wieder aufblühen lassen. Regen. Die Bauern beten immer um Regen, damit ihre Felder nicht selbst bewässert werden müssen. Sobald Regen auf trockenes Land tropft, saugt die Erde das Wasser an, die braucht es, um Frucht zu bringen. Und einige Tage später fängt das Gras an wieder grün zu blühen.
Manchmal fühlt sich unser Herz tatsächlich an wie ausgetrocknetes Land. Vielleicht durch Dauerstress, vielleicht durch Sorgen um die Familie, vielleicht durch geistliche Erschöpfung.
Wir lesen die Bibel – aber es fühlt sich so an, als würde das Wort nur an uns vorbeigehen. Wir beten täglich, aber haben das Gefühl, die Gebete gehen nicht höher als die Decke. Wir gehen in den Gottesdienst – aber haben dort nicht mal mehr die Kraft der Predigt zu folgen.
Und genau da hinein sagt David: „Meine Seele dürstet nach dir.“ das ist ein verzweifeltes aber hoffnungsvolles Seufzen nach Leben. Ihn verlangt es danach, wieder aufzublühen. Und er weiß genau, dass Gott die Quelle lebendigen Wassers ist.
Jesus sagt in Johannes 7,ab 37: „Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke! 38 Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“
Er ist die Quelle, die David erahnt hat. Er stillt den Durst, den nichts anderes stillen kann.
Er ruft dich heute: „Wenn du müde bist, wenn du innerlich trocken bist – komm zu mir.“
So wirkt Gnade. Gnade ist wie dieser erste Regen, der auf eine ausgedörrte Seele fällt. Manchmal nur in kleinen Tropfen – vielleicht ein Vers, ein Gebet, ein Lied. Aber Gott lässt Leben entstehen, wo alles tot scheint. Und er macht das auf seine Weise.
d) Anwendung – Erinnerung gegen Selbstgerechtigkeit
Liebe Gemeinde, Selbstgerechtigkeit vergisst alle Wundertaten Gottes. Sie sagt: „Ich habe das geschafft.“ Aber der Glaube an Jesus erinnert uns: „Gott trägt mich schon mein ganzes Leben lang.“
Vielleicht bist du an einem Punkt, wo du dich fragen musst: Worauf schaue ich in meinem Leben zurück? Sehe ich nur mein Versagen – oder sehe ich Gottes Treue?
Wenn du dich an Gottes Wirken erinnerst, dann bekommst du eine neue Sicht: Nicht ich habe mein Leben im Griff – Gott hat mich im Griff.
Übergang
David bleibt aber nicht beim Erinnern stehen. Er schaut nicht nur zurück. Er geht noch einen Schritt weiter Er fragt: „Herr, wie soll ich jetzt weitergehen? Wie soll ich leben, nachdem ich erkannt habe, dass ich auf deine Gnade angewiesen bin?“
Und damit kommen wir zum dritten Schritt: Die Bitte um Leitung – Leben aus der geschenkten Gerechtigkeit.
3. Bitte um Leitung – Leben aus der geschenkten Gerechtigkeit (Verse 7–12)
7 Erhöre mich eilends, o HERR; mein Geist vergeht! Verbirg dein Angesicht nicht vor mir, dass ich nicht denen gleich werde, die in die Grube hinabfahren!
8 Lass mich früh deine Gnade hören, denn auf dich vertraue ich! Lass mich den Weg erkennen, auf dem ich gehen soll, denn zu dir erhebe ich meine Seele.
9 Errette mich, HERR, von meinen Feinden, denn bei dir suche ich Schutz!
10 Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich in ebenem Land!
11 Um deines Namens willen, HERR, erhalte mich am Leben; durch deine Gerechtigkeit führe meine Seele aus der Not!
12 Und in deiner Gnade vertilge meine Feinde, und lass zugrunde gehen alle Widersacher meiner Seele; denn ich bin dein Knecht!
a) Vom Empfangen zum Gehorsam
Nachdem David sich an die Treue Gottes zurück erinnert hat, will er nun wissen: Wie lebe ich aus dieser Gnade? Er bittet: „Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen.“
Das ist der natürliche nächste Schritt: Wer Gottes Rechtfertigung erfahren hat, will nun auch in dieser Gerechtigkeit leben.
Es ist, als ob David sagt: „Herr, ich will nicht mehr in meiner alten Selbstsicherheit leben. Ich will, dass du mein Denken und Handeln leitest.“
b) „Lass mich früh deine Gnade hören, denn auf dich vertraue ich! Lass mich den Weg erkennen, auf dem ich gehen soll, denn zu dir erhebe ich meine Seele. „Schon früh am Morgen will David über nichts anderes nachsinnen, als über die Gnade des Herrn.
David bittet nicht: „Herr, nimm mir meine Probleme.“ Er bittet: „Lass mich deine Gnade hören.“
Das ist die Haltung eines Menschen, der verstanden hat, dass Gottes Wort das Erste und Wichtigste ist.
Wie beginnst du deinen Tag? Die jüngere Generation: Vielleicht mit dem Handy, mit E-Mails oder Nachrichten. Oder du denkst darüber nach was du alles an diesem Tag erledigen musst. Vielleicht bist du schon früh am Morgen genervt, weil du über deine Arbeit nachdenkst, die dir keine Freude macht. Oder du möchtest den Tag so wie David starten. David will den Tag mit Gottes Zuspruch beginnen. Sich daran erinnern, in was für einer Gnade er lebt.
Was für eine positive Grundlage wäre das, wenn jeder Tag mit Gottes Verheißungen und Treue beginnt, statt mit drückenden Gedanken.
c) „Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich in ebenem Land!“
Hier erreicht der Psalm seinen Höhepunkt. David bittet um den Heiligen Geist – „dein guter Geist“.
David erkennt, dass er Gottes Geist braucht, um Gott wohlgefällig zu sein.
Der Heilige Geist ist es, der uns führt. Er erinnert uns daran, wer wir sind: gerechtfertigte Kinder Gottes.
Wenn du auf Gottes Geist hörst, dann führt er dich – auch in schwierigen Situationen.
Vielleicht nicht immer so, wie du willst, aber immer so, wie du es brauchst.
d) „Um deines Namens willen, HERR, erhalte mich am Leben; durch deine Gerechtigkeit führe meine Seele aus der Not!“
David bittet das zur Ehre Gottes Das ist das Gegenteil von Selbstgerechtigkeit. David erkennt an, dass alles zur Verherrlichung Gottes geschehen soll.
Wenn Gott uns trägt, dann nicht, damit wir uns rühmen, sondern damit sein Name groß wird.
Das befreit. Denn dann musst du dich nicht mehr um dein Ansehen sorgen – du darfst leben, um Gottes Namen Ehre zu geben.
e) Christus – unsere Gerechtigkeit
In Jesus Christus erfüllt sich dieser Psalm vollkommen.
– Er ist der Gerechte, der für die Ungerechten stirbt. – Er ist der Morgen, an dem Gottes Gnade hörbar wird. – Er sendet den Heiligen Geist, der uns leitet und stärkt.
Was David betet, wird in Christus Realität.
So dürfen wir sagen: Ich bin nicht gerecht – aber Christus ist meine Gerechtigkeit.
Und das verändert alles.
4. Schluss – Vom Ende der Selbstgerechtigkeit zur Freude der Gnade
Liebe Gemeinde, Psalm 143 ist kein altes Gebet aus ferner Zeit. Er ist unser Gebet.
Er zeigt uns den Weg, den jeder Christ immer wieder gehen muss:
– Klage: Ich kann nicht bestehen. – Erinnerung: Gott war treu. – Bitte: Lehre mich, deinen Willen zu tun.
Und das Ziel ist: Leben aus der Gnade.
a) Einladung
Vielleicht bist du heute an dem Punkt, wo du sagst: Ich bin müde vom Kämpfen. Ich habe versucht, alles richtig zu machen – im Beruf, in der Familie, im Glauben – und doch ist mein Herz leer.
Dann darfst du heute hören: Du musst dich nicht länger selbst rechtfertigen. Gott hat dich in Christus gerecht gemacht. Christus nahm am Kreuz die Last deines ganzen Lebens auf sich. Er ist mit dieser Last gestorben. Er hat das gemacht, damit du das nicht länger tragen musst. Jesus will dein Herz, bist du bereit ihm voll und ganz nachzufolgen?
b) Bild zum Schluss
Erinnern wir uns noch einmal an das Bild der vertrockneten Wiese. Staubig, vertrocknet, Grau. Und dann fällt Regen. Langsam, aber stetig. Und neues Leben wächst.
So ist Gottes Gnade und die Liebe Jesu. Sie fällt auf ein Herz, das nichts mehr vorzuweisen hat – und macht es lebendig. Von Tag zu Tag wächst es immer mehr, jedes Wort, das du in der Bibel liest, wirkt wie ein weiterer Tropfen, der Leben bringt. Jedes Gebet, dass du zu Gott sprichst, lässt einen Grashalm mehr wachsen.
c) Segenswort
Ich möchte dich ermutigen mit Davids Worten – als Gebet über unserem Leben:
„Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich in ebenem Land!“
Amen.
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