Abendmahl
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Einleitung
Einleitung
Wir als Gemeindeleitung sind uns einig geworden, dass ich heute einmal ausführlich das Thema des Abendmahls behandle. Natürlich ist das Thema sehr umfangreich und deshalb wird auch diese Predigt nicht alles beleuchten. Mein bemühen ist es euch heute die Wichtigsten Punkte bezüglich des Abendmahls zu zeigen, um unser aller Verständnis aufzufrischen.
Bevor wir gleich zum Text von 1,Korinther 11 gehen, möchte ich ein paar einleitende und allgemeine Dinge sagen.
Das Abendmahl führte Jesus beim letzten Passahmahl mit seinen Jüngern ein. Das war kein Zufall, denn wir finden hier einige Parallelen. Das Passahfest war sozusagen der Vorschatten darauf, was Jesus tun würde. Das Passahmahl gebot Gott dem Volk Israel als es sich in Ägypten befand. In dieser Zeit vollzog Gott Gericht über das Volk der Ägypter wegen ihrer Götzenanbetung. Die letzte Plage war der Tod des erstgeborenen von allem.
nun sollte das Volk Israel um vor diesem Gericht Gottes bewahrt zu werden ein Lamm schlachten und das Blut an die Türpfosten streichen. Wenn dann Gottes Zorn durch das Land ging würde dieser bei dem Haus vorüber gehen, wo das Blut an den Türpfosten ist. Somit schützte dies vor dem Gericht Gottes. Paulus sagt, dass Jesus das Passahlamm für uns geworden ist in 1 Kor 5,7 . Hierdurch wird ein Mensch vor dem Zorn Gottes befreit, wenn er dieses Opfer annimmt. Das wird im Abendmahl ausgedrückt.
Das Abendmahl gehört nach Apostelgeschichte 2, 42 zu den vier Säulen der Gemeinde. Es ist etwas was die Gemeinde ausmacht.
Die Gemeinde hat zwei Symbole bekommen - Die Taufe und das Abendmahl.
Die Taufe zeigt auf die Wiedergeburt eines Menschen hin. Es zeigt, dass ein Mensch die Errettung erlebt hat. Das ist etwas was ein Mensch nur einmal erleben kann. Weshalb die Glaubenstaufe auch ein einmaliges Ereignis ist. Damit bekennt man, dass man nun ein Kind Gottes ist und zu seiner Gemeinde gehört.
Das Abendmahl zeigt auf das Erlösungswerk Jesu hin. Es zeigt auf das Leben in dieser Gemeinschaft mit den Herrn hin. Und deshalb ist es auch ein immer wiederkehrendes Ereignis.
Man könnte sagen, die Taufe zeigt die Rechtfertigung - was einmalig geschieht
Und das Abendmahl zeigt auf die Heiligung - was immer wieder geschieht.
Das so einmal allgemein zu diesem Thema. Lasst uns nun zu unserem heutigen Text gehen und 1. Korinther 11 aufschlagen. Ich möchten den ganzen Zusammenhang lesen. Also die Verse 17 bis 34.
Wenn ich aber Folgendes vorschreibe, so lobe ich nicht, dass ihr nicht zum Besseren, sondern zum Schlechteren zusammenkommt. Denn erstens höre ich, dass, wenn ihr in der Gemeinde zusammenkommt, Spaltungen unter euch sind, und zum Teil glaube ich es. Denn es müssen auch Parteiungen unter euch sein, damit die Bewährten unter euch offenbar werden.
Wenn ihr nun zusammenkommt an einem Ort, so ist es nicht möglich, das Herrenmahl zu essen. Denn jeder nimmt beim Essen sein eigenes Mahl vorweg, und der eine ist hungrig, der andere ist betrunken. Habt ihr denn nicht Häuser, um zu essen und zu trinken? Oder verachtet ihr die Gemeinde Gottes und beschämt die, welche nichts haben? Was soll ich euch sagen? Soll ich euch loben? Hierin lobe ich nicht. Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich auch euch überliefert habe, dass der Herr Jesus in der Nacht, in der er überliefert wurde, Brot nahm und, als er gedankt hatte, es brach und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch ist; dies tut zu meinem Gedächtnis! Ebenso auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, dies tut, sooft ihr trinkt, zu meinem Gedächtnis! Denn sooft ihr dieses Brot esst und den Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. Wer also unwürdig das Brot isst oder den Kelch des Herrn trinkt, wird des Leibes und Blutes des Herrn schuldig sein. Der Mensch aber prüfe sich selbst, und so esse er von dem Brot und trinke von dem Kelch. Denn wer isst und trinkt, isst und trinkt sich selbst Gericht, wenn er den Leib des Herrn nicht richtig beurteilt. Deshalb sind viele unter euch schwach und krank, und ein gut Teil sind entschlafen. Wenn wir uns aber selbst beurteilten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber vom Herrn gerichtet werden, so werden wir gezüchtigt, damit wir nicht mit der Welt verurteilt werden. Daher, meine Brüder, wenn ihr zusammenkommt, um zu essen, so wartet aufeinander! Wenn jemand hungert, der esse daheim, damit ihr nicht zum Gericht zusammenkommt. Das Übrige aber will ich anordnen, sobald ich komme.
Unseren Text können wir in drei Teile einteilen. Die Versen 17 bis 22 sehen wir eine falsche Haltung beim Abendmahl. Es beschreibt die Problematik in der Gemeinde zu Korinth. Dann in den Versen 23 bis 26 erklärt Paulus die Bedeutung es Abendmahls. Er zeigt, dass es Jesus Christus selbst ist, der dies eingesetzt hat und dem die Bedeutung gegeben hat. Der dritte und letzte Abschnitt sind dann die Verse 27 bis 34, die die richtige Haltung beschreiben. Sie zeigen, wie ein Christ das Abendmahl antreten soll und was er zu bedenken und beachten hat. Diese drei Punkte wollen wir nun uns anschauen.
Falsche Haltung beim Mahl (V.17-22)
Falsche Haltung beim Mahl (V.17-22)
Kommen wir also zum ersten Punkt - Die Falsche Haltung beim Mahl.
Stellt euch vor ihr seid bei jemanden zum Abendessen eingeladen und ihr erlebt dort bei diesem Essen nur Uneinigkeit und Streit. Wie werdet ihr euch fühlen, wenn ihr nach Hause kommt? Werden ihr vielleicht denken: “Wären wir dort doch nicht hingegangen” - oder? Ein Abend mit Freuden hätte doch stärkend und erfüllend sein sollen, aber hier war es nur entmutigend und zerstörerisch. In den Sprüchen steht bereits:
Besser ein Gericht Gemüse, und Liebe ist da, als ein gemästeter Ochse und Hass dabei.
So eine Situation finden wir hier beim Abendmahl in Korinth wieder. Ein Symbol, dass uns Christen stärken soll, wird hier zur Zerstörung und Entmutigung.
Genau das sagt Paulus hier in Vers 17. Die Zusammenkünfte der Korinther sind nicht zur Erbauung der Gemeinde, sondern sie Zerstören. Sie kommen nicht zur Ermutigung zusammen sondern es führt zum Schaden in der Gemeinde.
Der Grund hierfür sind Spaltungen in der Gemeinde. Wenn wir hier in den Text schauen, so sehen wir, dass es keine theologischen Spaltungen sind. Es sind nicht Spaltungen, weil einige Irrlehren verbreiten, sondern diese Spaltungen beziehen sich hier auf sozialer Ebene. Diese haben mit ihrem Umgang untereinander zu tun.
Der Grund also für ihre Spaltungen waren Fleischlichkeit, Selbstsucht und Weltlichkeit. Bereits in Kapitel 3 Vers 1 beschreibt Paulus ihren Zustand:
Und ich, Brüder, konnte nicht zu euch reden als zu Geistlichen, sondern als zu Fleischlichen, als zu Unmündigen in Christus.
Die Korinther waren also unreife Christen und das zeigte ich in ihrer Fleischlichen Haltung gegenüber ihrer Geschwister. Heiko Krimmer schreibt in der Edition C hierzu:
“Wie schnell werden aus Wortgefechten, aus Auseinandersetzungen ein Sich-Auseinandersetzen, wie hier in Korinth geschah!”
Wie wahr das doch ist. Wenn wir Menschen nach unserem Fleisch leben, so kommt hieraus nur Streit und Zank. Denn unser Fleisch ist Egoistisch. Die wichtigste Person, bin dann ich selbst. Und wenn jeder so handelt und lebt, so entstehen Spaltungen. Das ist das, was wir hier in Korinth vorfinden.
Das Wort Spaltung beschreibt eine Uneinigkeit oder einen Riss. Das gleiche Wort benutzt Jesus, als er sagte, dass Niemand einen neuen Flicken auf ein altes Gewand näht, denn dann wird der Riss schlimmer. Spaltung bedeutet also, dass es eine Situation ist, wo Menschen eigentlich zusammen halten müssten, jedoch dieser Zusammenhalt zerreißt. Eine Gemeinde soll Einheit darstellen, wenn hier aber Spaltungen sind, so ist dies eine sehr fatale Sache.
In Vers 19 sagt Paulus dann etwas interessantes:
Denn es müssen auch Parteiungen unter euch sein, damit die Bewährten unter euch offenbar werden.
Das Wort bewährt wurde damals meistens für die Prüfung von kostbaren Metallen verwendet. Diese wurden durch das Feuer geprüft und bewährten sich, wenn es als rein befunden wurde. So sagt Paulus hier, dass Spaltungen dazuführen, dass sich die treuen Gläubigen bewähren. Hier zeigt sich derjenige, dem wirklich etwas an der Einheit der Gemeinde liegt. Diese Schwierigkeiten in einer Gemeinde führen dazu, dass wahre geistliche Stärke, Weisheit und Leitung zum Vorschein kommen. Hier zeigt sich wen die Gemeinde wirklich am herzen liegt.
John MacArthur sagt hierzu:
“Es ist notwendig, dass Parteiungen offenbar werden, aber es ist nicht notwendig, dass sie geduldet werden oder es zugelassen wird, dass sie zu einer Spaltung der Gemeinde führen.”
So müssen wir diesen etwas schwieriger zu verstehenden Vers 19 verstehen.
Ab Vers 20 geht dann Paulus darauf ein, wie sich diese Parteiungen ganz praktisch in der Gemeinde zeigen. Die Neue Genfer Übersetzung übersetzt den Vers 20 so:
Wie sieht es denn nun bei euren Zusammenkünften aus? Ihr nehmt zwar alle am selben Ort eine Mahlzeit ein, aber als Mahl des Herrn kann man dieses Essen nicht bezeichnen;
Paulus sagt hier also, dass die Korinther durch ihr Verhalten das Mahl des Herrn, oder das Abendmahl zerstören. Alles wofür das Abendmahl steht, wird durch ihr Verhalten zerstört, weshalb man diese Veranstaltung nicht Abendmahl nennen kann.
Bei den ersten Gemeinden war es üblich, dass man zusammen kam um eine gemeinsame Mahlzeit zu genießen. Dies stand unter dem “sie lebten in der Gemeinschaft”. Damals gab es keine Sozialhilfe vom Staat. Somit war so ein Essen wichtig für die ärmeren Gemeindemitglieder. Die Reichen teilten mit den Ärmeren ihr Essen und lebten so Gemeinschaft und Barmherzigkeit.
Doch in der Gemeinde zu Korinth sah es anders aus. Hier verschlagen die Reichen ihr Essen selbst und die Armen bekamen nichts ab. Das Wort “vorweg” in Vers 21 kann auch mit “übereilt” übersetzt werden.
Damals gab es die Sklaven und die Herren. Die Herrn waren es gewohnt, dass sie sich erst satt aßen und dann konnten evtl ihre Sklaven auch etwas essen. Oft schauten ihre Sklaven ihnen beim essen zu, bis sie fertig waren. So sahen die Hierarchen Strukturen in der Gesellschaft aus.
Und genau das passierte hier in Korinth. Die reichen Gläubigen kamen und aßen selbst alles auf, was sie sich mitgebracht hatten und tranken sich gut satt, sodass sie angeheitert waren, aber dabei ließen sie die Ärmeren hungern. Und so weist Paulus die Korinther zurecht. Wenn sie sich so verhalten wollen, dann sollen sie lieber zuhause bleiben, als so mit so einem Verhalten das Mahl des Herrn zu zerstören. Denn so ein Verhalten zeigt, dass sie die Gemeinde Christi verachten. Ja, dass sie das verachten, was Jesus Christus am meisten liebt. Denn Jesus hat sein Leben für die Gemeinde hingegeben. Wenn du also deine Geschwister verachtest, so verachtest du das, was Christus am meisten liebt.
So möchte ich bereits an dieser Stelle dich fragen: Wie siehst du deine Geschwister an? Wie siehst du die Gemeinde? Liebst du sie? Strebst du nach der Einheit mit deinen Geschwistern? Oder verachtest du die, die mehr haben als du? Bist du neidisch? Oder verachtest du diejenigen, die ärmer sind als du? Oder verachtest du die, die sich anders kleiden oder sich etwas anders verhalten wie du?
Paulus sagt hier, dass solche Gedanken keinen Platz haben beim Mahl des Herrn. Denn damit zerstörst du das Mahl des Herrn. Denn dieses steht für Einigkeit im Herrn. Du musst wissen und verstehen, dass es hier nicht um dich und deine Gefühle geht, hier geht es um das Opfer Jesu, dass er für uns hingegeben hat.
Bedeutung des Mahls (V.23-26)
Bedeutung des Mahls (V.23-26)
Kommen wir nun zum zweiten Punkt. In den Versen 23 bis 26 zeigt Paulus dann die Bedeutung des Abendmahls. Das ist wichtig um ihr verhalten noch besser einordnen zu können. Es ist wichtig, damit sie verstehen was das Abendmahl bedeutet, damit sie verstehen wie weit sich davon abgewichen sind.
Und dann gibt Paulus diese wunderschöner Worte wieder, die wir immer wieder lesen. Die wir immer wieder wiederholen beim Mahl des Herrn. John MacArthur bezeichnet diese Worte als Diamat auf einer schlammigen Straße. Denn diese Verse stehen inmitten einer ernsten Zurechtweisung wegen der fleischlichen und selbstsüchtigen Handelns der Korinther. So beginnen diese Worte mit:
Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich auch euch überliefert habe,
Das Wort “Denn” zeigt darauf hin, dass es einen Unterschied gibt zu dem was die Korinther in ihrer Gemeinde tun. Es geht hier nicht um irgendeine Festmahlzeit oder eine Feier die sie hier feiern. Sondern hier ist etwas, was der Herr Jesus Christus selbst angeordnet hat.
Paulus zeigt hier auf die direkte Überlieferung durch Jesus Christus hin. Ob Paulus dies durch eine direkte Überlieferung in einer Vision empfangen hat, oder durch andere Menschen wissen wir nicht. Jedoch sind diese Worte direkt auf Jesus zurück zuführen. Die Evangelien, die später geschrieben wurden geben dies hier identisch wieder.
Und das hat er den Korinthern auch so damals wiedergegeben. Sie wussten dies, aber sind davon abgewichen. Und deshalb wiederholt er es hier nochmal. Und dies hat Jesus zu einem bestimmten Zeitpunkt angeordnet:
dass der Herr Jesus in der Nacht, in der er überliefert wurde
Die Einsetzung des Abendmahls geschah in der Nacht bevor Jesus getötet wurde. Es war die Nacht in der er verraten und verurteilt wurde. Und dann am Morgen gekreuzigt. Inmitten des Bösen dieser Welt errichtet Gott sein Gutes. inmitten dieser Bosheit des Satan zeigt Gott seine Heiligkeit. Gott zeigt sein heiliges Opfer.
So setzt Jesus nun das Abendmahl bei der Durchführung des Passahmahls mit seinen Jüngern ein. Dieses Passahmahl folgte einen strengen Ablauf. Hier gab es mehrere Runden so Matze eingetunkt wurde und davon gegessen wurde. Es gab hier auch 4 Kelche. Zwei am Anfang und dann das Essen und dann nach dem Essen noch zwei weitere Kelche. Jesus nahm hier den dritten Kelch als Abendmahl. Jesus nimmt also ein Teil dieser Tradition und setzt es als Abendmahl im Gedenken an sein Leiden und Sterben.
Wir sehen hier, dass Jesus kurz vor seinem Tod etwas einsetzte - das Mahl des Herrn. Das war sein Wille für uns, dass wir dies immer wieder tun. Das dies am letzten Abend eingesetzt wurde setzt eine starke Betonung auf die Ernsthaftigkeit und Wichtigkeit dieses Mahls.
Und so beginnt er mit dem Brot:
Brot nahm und, als er gedankt hatte, es brach und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch ist; dies tut zu meinem Gedächtnis!
Das Brot hier stellt also den Leib des Herrn dar. Der Leib wurde bei den Juden oft also Begriff für die ganze Person verwendet. Somit meint dies hier nicht nur, dass Jesus seinen Körper hingegeben hat als Opfer für uns. Es geht hier viel tiefer. Das zeigt als erstes seine Menschwerdung. Jesus Christus, der vollkommen Gott ist wird Mensch. er nimmt die Natur des Menschen an und kommt zu uns Menschen. Um sich als Mensch für uns Menschen hinzugeben. Es zeigt hier also auf alles was Jesus hier auf Erden als Mensch tat, sein Lehre, sein Dienst und sein Wirken.
In manchen Übersetzungen, vor allem die auf den Mehrheitstext gründen, sagen hier, dass sein Leib für uns gebrochen wurde. Das finden wir aber nicht in den jüngsten Manuskripten. Denn Jesu Körper wurde nicht gebrochen. Es gab keinen Knochenbruch, denn dies wurde bereits im AT vorhergesagt.
Hier ist gemeint, dass Jesus sich ganz als Mensch für uns hingegeben hat. Er hat sich ganz für uns geopfert. Er ist das Opferlamm für uns geworden, dass ein für alle Mal geopfert wurde. Er hat es für uns getan. er hat sich für uns hingegeben. Hier sehen wir seine große Güte und Barmherzigkeit zu uns verlorenen Menschen. Er hat alles für uns bezahlt, indem er sich stellvertretend geopfert hat für uns.
Das zeigt uns das Brot, das wir gemeinsam zu uns nehmen beim Mahl des Herrn. das tun wir zu seinem Gedenken. Der Vers 25 zeigt dann auf den Kelch:
Ebenso auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, dies tut, sooft ihr trinkt, zu meinem Gedächtnis!
Der Kelch stellt das Blut des neuen Bundes dar. Das Blut zeigt auf das Leben eines Menschen hin. Denn wenn das Blut aus einem Menschen entfernt wird, ja, wenn der Mensch eine bestimmte Menge Blut verliert stirbt dieser. Im Alten Testament sehen wir, dass immer wieder Opfer gebracht werden mussten. Hier musste immer wieder Blut vergossen werden, wegen der Sünde. Der Hebräerbrief Schreiber sagt:
und fast alle Dinge werden mit Blut gereinigt nach dem Gesetz, und ohne Blutvergießen gibt es keine Vergebung.
Es muss also unschuldiges Leben geopfert werden, damit ein schuldiger Menschen Vergebung bekommen kann. Die Opfer im Alten Testament zeigten dies, unschuldige Lämmer mussten sterben für die Sünden der menschen. Dies waren Vorschatten auf das echte Lamm Gottes, dass geopfert werden wird.
Dieser Kelch nun ist der neue Bund, welcher im Blut Jesu zustande kommt. Hier wurde nicht etwas altes, was vollkommen anders war abgelöst. Also dass davor die Menschen durch Werke gerettet wurden und ab hier nun durch Gnade in dem Opfer Jesu. Sondern dieser neue Bund ist der vollkommen erlösende Bund, der im alten Testament immer wieder gezeigt wurde. Dieser Bund ist der, der uns ein neues Herz schenkt. Der uns erlöst von unserer Sünde. Es ist der, der uns von ewigen Tod befreit und ewiges Leben gibt. Es ist der, der uns aus dem Herrschaftsbereich des Satans befreit und uns in das Reich Gottes führt. Im Alten Testament wurde auf das hier immer wieder durch Vorschatten hingewiesen. und nun ist dieser Bund da. Dieser wird in dem vollbracht, weil Jesus sein Blut für uns vergossen hat.
An diesen Neuen Bund in Jesus, an diese neue Identität in Christus soll uns dieser Kelch erinnern. Wir sind Erlöste, wir sind Kinder Gottes, weil Christus sich für uns hingegeben hat. Deshalb sollen wir alle gemeinsam aus diesem Kelch trinken zu seinem Gedächtnis.
Warum nehmen wir dies getrennt zu uns? Also das Brot und den Kelch. Denn in einigen Kirchen wird die Oblate in den Wein getunkt. Wir sehen einmal, dass eine Trennung bereits in der jüdischen Tradition des Passahfesten liegt. Aber hierin liegt auch noch eine Symbolik. Denn das eine Symbolisiert den Leib und das andere das Blut des neuen Bundes. Wenn man also Blut und Körper trennt, so bedeutet das der Tod. Somit ist das hier auch ein Zeichen auf das Sterben Jesu.
Denn sooft ihr dieses Brot esst und den Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt
Dieses Mahl ist also ein Verkündigungsmahl. Denn hiermit verkündigen wir den Tod des Herrn. Es ist also ein Zeugnis für die Menschen, wenn wir dies immer wieder tun. Denn hierin bezeugen wir, was der Herr für uns getan hat. Hier bekennen wir dies immer wieder.
hier in diesem Text sehen wir auch, dass die Art und Weise wie wir es tun, welche Haltung wir haben, dass das etwas aussagt. In den Versen 18 und 20 wird gezeigt, dass dieses Mahl gehalten wird, wenn die Gemeinde zusammenkommt. Es ist also keine Privatsache, sondern eine Gemeinschaftssache. Denn der Charakter dieses Mahls ist die Einheit im Leib Christi. Es zeigt, dass hier Menschen zusammen kommen, die durch Jesus Christus gerettet wurden.
So sollen wir mit unserem Verhalten genau das verkündigen, dass wir Erlöste sind, indem wir es Andächtig tun, dass wir eins in Christus sind, indem wir keine Spaltungen und Parteiungen zulassen.
Jesus gibt hier dann auch noch eine Zeitangabe wie lange wir dies tun sollen - bis er kommt. Das Mahl ist also auch ein Mahl der Erwartung. Wir erwarten den Herrn, dass er wiederkommen wird. Er glauben an seine Verheißung und richten unser Leben auf seine Wiederkunft aus.
Richtige Haltung beim Mahl
Richtige Haltung beim Mahl
Kommen wir zum dritten
Abschnitt und somit zu unserm letzten Punkt. Hier geht es um die richtig Haltung beim Abendmahl, bzw. um die richtige Vorbereitung zum Mahl des Herrn.
Paulus wechselt hier also wieder zu einer Ermahnung zurück. Er spricht davon, dass man unwürdig beim Mahl des Herrn teilnehmen kann. Man kann also daran teilnehmen und dies aber nicht so tun, wie es sein sollte. Und wenn man dies so tut, so macht man sich schuldig am Leib und Blut des Herrn.
Bei Protesten in den USA hat man in der Vergangenheit oft gesehen, dass Demonstranten die amerikanische Flagge verbrannt haben. Das ist nicht einfach ein Akt wo man ein Stück Stoff verbrennt, sondern hier demonstriert man eine Auflehnung gegen das Land und die Regierung. Symbole die für etwas stehen zu verachten bedeutet gleichzeitig das eigentliche zu verachten.
So sagt Paulus hier, dass das Abendmahl unwürdig zu nehmen, dabei verachtest man das Opfer Jesu. Das bedeutet also, wenn ich das Abendmahl nicht zur Ehre des Herrn halte, nicht im gedenken an ihm, weil wir es gleichgültig tun, so missachten wir das Opfer Jesu. Denn das Abendmahl ist eine geheiligte Sache für den Herrn.
Das Wort “schuldig” kommt im griechischen aus der Gerichtssprache, die jemanden beschreibt, der straffällig geworden ist und nun bestraft werden muss.
Wir sehen hier also eine tiefe Ernsthaftigkeit beim Mahl des Herrn. und deshalb werden wir aufgefordert uns selbst zu prüfen. Wir Christen sollen in einer ständigen Selbstprüfung leben. Wir müssen uns immer wieder vor Gott fragen, wie sieht meine Beziehung zu ihn aus? Was möchte er, dass ich in meinem Leben ändere? Das ist, was wir immer machen müssen, das ist ein Leben in der Heiligung.
Dieses prüfen hier, bezieht sich auf das Mahl, das bedeutet das ich meine Haltung prüfe. Wie komme ich zum Mahl des Herrn. Denn wenn ich das nicht tue, so ziehe ich das Gericht Gottes auf mich, das bedeutet die Züchtigung des Herrn. Denn ein Christ wird nicht verdammt werden, wie es hier im Vers 32 heißt. Wir werden von Herrn gezüchtigt, oder erzogen, damit wir wieder zurecht gebracht werden. Gott ist der perfekte Erzieher und so führt er es so, dass es für uns zum Besten ist.
Eine Selbstprüfung sehen wir auch bereits beim ersten Abendmahl. Dort sagt Jesus seinen Jüngern, dass einer von ihnen ihn verraten würde. Daraufhin prüft sich jeder selbst.
Und sie wurden sehr betrübt, und jeder von ihnen fing an, zu ihm zu sagen: Ich bin es doch nicht, Herr?
Und der Jünger der es dann ist, der nimmt dann auch beim Abendmahl nicht teil.
In Vers 30 wird gesagt, dass Deshalb einige Schwach und krank oder verstorben sind. Entschlafen ist ein Ausdruck in der Bibel für Christen, die streben . Wenn wir in der Bibel ein deshalb finden, so müssen wir uns fragen weshalb? Manche Ausleger ziehen hier das krank und schwach auf die Menschen die missachtet wurden bei den Mahlzeiten und durch ihren Hunger krank oder schwach wurden. Doch diese Versen stehen hier im direkten Argumentationsverlauf mit der Züchtigung Gottes bei seinen Kindern.
Denn wer isst und trinkt, isst und trinkt sich selbst Gericht, wenn er den Leib des Herrn nicht richtig beurteilt. Deshalb sind viele unter euch schwach und krank, und ein gut Teil sind entschlafen.
Es bezieht sich also auf das Gericht, die Erziehung Gottes. Solche Erziehungsmaßnahmen finden wir viele in der Bibel. Dass Gott sein Volk züchtigt durch Krankheit oder sogar den Tod. Die Bibel sagt, dass wem der Herr liebt den züchtigt, oder erzieht er. Denn wäre das nicht so, so wäre ihm derjenige egal. Aber wenn Gott jemanden erzieht zeigt es auf seine Liebe hin.
Jetzt habe ich euch alle eine ganze Menge Angst gemacht vor der Teilnahme bei Mahl, oder? Das möchte der Text hier nicht machen und auch ich nicht. Wir müssen hier einmal klären, was unwürdig bedeutet, damit wir verstehen, was hier gemeint ist.
Grundsätzlich wird hier im Text eine starke Aufforderung gemacht am Mahl teilzunehmen. Es nicht auszulassen. Jeder soll sich prüfen und dann teilnehmen. Es ist ja auch ein Befehl des Herrn, dass wir das tun sollen. Es ist wichtig für uns, dass wir dies immer wieder tun und immer wieder daran teilnehmen. Denn das ist etwas ganz besonders schönes und herrliches, was wir hier tun. Es ist ein Vorgeschmack auf den Himmel, wo wir als gesamte Gemeinde Gottes zusammen den Herrn verherrlichen werden für das Opfer, das er vollbracht hat.
So, was ist nun unwürdig? Was zeigt uns der Text hier?
Wenn wir den größeren Kontext einmal dazu nehmen, so sehen wir hier, dass Paulus diesen Brief an eine Gemeinde schreibt. er schreibt in an Wiedergeborene Christen. Das sagt er zu beginn des Briefes.
an die Gemeinde Gottes, die in Korinth ist, den Geheiligten in Christus Jesus, den berufenen Heiligen,
Das ist die Grundvoraussetzung. Am Abendmahl dürfen nur Menschen teilnehmen, die die Wiedergeburt erlebt haben. Also Menschen die zur Gemeinde Gottes gehören. Menschen die errettet sind von ihrer Schuld und Sünde.
Ein weiteres was wir hier sehen ist, dass das Abendmahl in der Gemeinde gehalten wurde. Es ist keine Sache die man alleine für sich zuhause macht. Es gilt also ein Anschluss an eine Gemeinde, was wichtig ist.
Was meint Paulus hier nun mit unwürdig? Meint er, das man frei von Sünden sein muss? Nein, es meint nicht unsere “Alltagssünden”. Also zum Beispiel - Gersten war ich ungeduldig mit meinen Kindern, also kann ich heute nicht teilnehmen. Oder “ich habe wieder versäumt in der Bibel zu lesen, und zudem spüre ich gerade nicht so die Verbindung zu Gott, also kann ich nicht teilnehmen”. Nein, sowas ist hier nicht gemeint. Das ist auch ein Widerspruch, denn das würde bedeuten, weil ich gesündigt habe kann ich nicht an dem Mahl teilnehmen indem ich Gedenke an die Vergebung meiner Sünden?
Denn nicht Gerechte brechen hier das Brot, sondern Sünder. Denn “unsere Würdigkeit ist unser Bewusstsein unserer Unwürdigkeit”.
Was ist also dem Mahl des Herrn unwürdig? Wir sehen hier im Text, dass es eine Haltung der Spaltung in Parteiung war. Hier war ganz offensichtlich und öffentlich Streit in der Gemeinde, und dennoch kamen sie zusammen und demonstrierten hier mit dem Mahl des Herrn die Einheit der Gemeinde. Das ist ein Widerspruch. Man kann nicht Einheit zur Schaustellen wenn es doch offensichtlich ist, dass Streit vorherrscht. Damit verachtet man dieses Mahl.
Das ist das was Paulus hier zeigt. Das Mahl des Herrn zeigt auf die Einheit mit Gott und seiner Gemeinde. Also kann ich nicht bewusst unbussfertig in Sünden leben und dann am Abendmahl teilnehmen und so tun, als ob das für Gott in Ordnung wäre. Ich kann nicht so tun als ob ich die Einheit mit Christus habe, wenn ich doch nicht von einer bestimmten Sünde lassen will.
Unwürdig ist also zum einen unbussfertige Sünden in Leben eines Christen. Das bedeutet zum Beispiel, jemand lebt ganz bewusst in einer Affäre und will nicht davon lassen - so kann er nicht am Mahl teilnehmen und so tun als ob alles in Ordnung ist.
Desweiteren kann man nicht am Mahl teilnehmen, wenn es doch öffentlich gekannt ist, dass man in Streit mit jemanden lebt. Es meint nicht, dass ich vorhin den einen einmal schief angeschaut habe, deshalb kann ich nicht teilnehmen. Sondern es meint offensichtlicher Streit und Spaltung. Dann kann man nicht zusammen kommen und die Einheit des Leibes Christi demonstrieren. Das ist dem Mahl des Herrn unwürdig.
Somit ist das Abendmahl etwas was uns geistlich herausfordert. Es lässt uns in uns selbst schauen. Wie lebe ich mit Gott? Es führt uns zu einer Prüfung unseres Lebens vor Gott. Es fordert uns heraus dem Herrn treu zu sein, der ja auch alles für mich getan hat. Es motiviert mich im Glauben zu wachsen und ,ich wieder neu auf den Herrn zu fokussieren.
Es fordert mich auch heraus meine Liebe zu meinen Nächsten zu prüfen. Und besonders zu meinen Geschwistern in der Gemeinde. Denn diese sollen wir leiben und in Einheit mit ihnen leben. Das Abendmahl richtet mich somit aus mich auch der Gemeinde hinzugeben. Suche ich die Gemeinschaft? Ist mir die Gemeinde wichtig? Bin ich gerne mit meinen Geschwistern zusammen? Auch hier möchte uns das Mahl zu einer Prüfung unseres Herzens führen.
Schluss
Schluss
So möchte ich nun einmal zusammenfassen und uns dann möchten wir das Abendmahl miteinander halten.
Wir haben im ersten Punkt gesehen, dass es in der Gemeinde Korinth viel Selbstsucht und Egoismus gab. Dies führte dazu, dass sie Parteiungen uns Streit miteinander hatten. Deshalb muss Paulus sie zurechtweisen und sagen, dass das was sie dort tun nicht mehr das Abendmahl ist. Denn sie zeigen etwas ganz anderes mit ihrem Leben, als das wofür das Abendmahl steht.
Und so zeigt Paulus dann, dass dieses Mahl auf das wunderbare Opfer Jesu Christi hinzeigt. Er hat sich für die Menschen hingegeben, damit sich errettet werden. Damit sie nun in der Einheit mit Gott leben können im neuen Bund.
Im letzten Abschnitt haben wir dann gesehen, was es für Konsequenzen hat, wenn man dieses Mahl unwürdig hält. Dass Gott dann züchtigt und straft. Wir haben dann auch gesehen, was das bedeutet unwürdig
zu sein. Dass dies nicht meint, dass wir sündlos sein müssen um teilzunehmen.
Wann kann man also am Mahl des Herrn teilnehmen?
Wenn man wiedergeboren ist
wenn man nicht unbussfertig in Sünden lebt
wenn man nicht öffentlich im Streit lebt
Ich möchte nun, dass wir einmal stille werden. Das Klavier spielt eine Strophe aus dem Lieb 99. in dieser Zeit kann jeder in sich gehen und diese Selbstprüfung durchführen. Und wenn es etwas gibt, was man vor Gott ins reine bringen muss, so kann man das in der Stille tun. Und dann wollen wir die ersten beiden Strophen singen.
SOLI DEO GLORIA
