Ein Lebensmotto

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Liebe Susi, liebe Emely, liebe Anette, liebe Lara, liebe Franzi, lieber Moritz, liebe Nataly, liebe Jenny, liebe Trauergemeinde,
Wir nehmen heute Abschied von eurem Papa und Opa, meinem Schwiegervater und einem guten Bekannten und Freund. Er hat es sich gewünscht, dass die Trauerpredigt über seinen Konfirmationsspruch geht. Deshalb möchte ich diesen für uns alle noch einmal vorlesen:
Sprichwörter 3,5–6 LU17
5 Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand, 6 sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen.
In seinem Lebenslauf habe ich es schon erwähnt: Dieser Vers ist für ihn ein Lebensmotto gewesen. Wenn er davon erzählt hat, wie das bei seiner Konfirmation war, berichtete Rolf immer, dass er einen der längsten Konfirmandensprüche seine Jahrgangs hatte und dass ausgerechnet er prompt am Sonntag nach der Konfirmation seinen Spruch aufsagen musste. Aber, so sagte er, er ist zu einem Lebensmotto geworden.
Was macht ein Lebensmotto aus? Wenn ich hier so in die Runde frage, was würdet ihr, was würden Sie antworten? Was macht eine Aussage aus der Bibel zu einem Lebensmotto? Ich denke, es muss eine allgemeingültige Aussage sein, die meinem Leben Fundament und Richtung gibt. Ich möchte es nochmal betonen: Es ist eine allgemeingültige Aussage, die meinem Leben Fundament und Richtung gibt.
Und genau das finde ich bei diesen beiden Versen aus Sprüche 3: Ich kann hier ein Fundament für mein Leben finden und eine Ausrichtung, wohin mein Leben führen soll.

1. Das Fundament

Der Weise, der diese Sprichwörter verfasst hat, im Selbstzeugnis der Schrift sehr wahrscheinlich Salomo, nennt hier eine Lebenseinstellung, die dem Leben ein Fundament gibt: Verlasse dich ganz und total auf Yahwe, deinen Gott. Denn er steht über deinem Urteilsvermögen und ist höher und weiser, als du jemals denken kannst.
Das ist eine Lebenseinstellung, die unserer Erfahrung komplett widerspricht. Aus Erfahrung möchte ich mich doch zuerst auf meinen Verstand verlassen. Aus meiner Erfahrung möchte ich alles erst einmal gründlich durchdacht haben. Aus Erfahrung bin ich doch froh und dankbar, was die Naturwissenschaften, was die Philosophie, was die Theologie so alles erforscht und herausgefunden haben. Aber mit dieser Lebenseinstellung werde ich immer versuchen, dass ich das Steuer in meinem Lebensschiff in der Hand behalte. Und ich werde so niemals erleben, welche Wunder Gott in meinem Leben geschehen lassen wollte.
Wie anders sieht die Einstellung aus, die der Weise hier formuliert. Und ich muss dabei an die Geschichte eines Sturmes auf dem See Genezareth denken und an einen Jünger, der sehr gerne den Mund voll genommen hat. Jesus ist nach einem Speisungswunder noch zurück geblieben um Zeit mit seinem himmlischen Vater zu verbringen und hat die Jünger mit dem Schiff schonmal voraus geschickt. Mitten in der Nacht mitten auf dem See wird das Boot von den Fallwinden erwischt, die dort in der Gegend so typisch sind. Diesmal ist kein Jesus mit im Boot und sie kämpfen mit dem Wind und den Wellen, als auf einmal eine Gestalt auf dem Wasser zu sehen ist. Die Jünger oder Lehrlinge Jesu bekommen erst einmal einen riesen Schreck und halten die Gestalt für ein Gespenst. Das ist das, was uns unser Verstand so vorgaukelt. Bis Jesus sich zu erkennen gibt. Und dann wagt Simon Petrus etwas ungehöriges: Jesus, wenn du es bist und wenn du es sagst, dann komme ich zu dir aufs Wasser. - Verlass die auf den HERRN von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand - Und Jesus sagt komm und Petrus wagt das unmögliche: Er tritt auf den aufgewühlten See und erlebt: Das Wasser trägt mich.
Wo fordert Jesus dich durch den Heiligen Geist heraus, dass du ihm bedingungslos vertrauen sollst? Wo ist dein aufgewühltes Meer, auf das du mutig hinaustreten sollst? Höre mal hinein in deinen Alltagstrubel. Wo spricht der Heilige Geist ganz leise zu dir und sagt: Tritt heraus aufs Wasser. Ich bin da?
Dieses Vertrauen auf Jesus, auf seine Führung und seinen Beistand hat eine Perspektive. Es gibt dem Leben eine

2. Die (Aus-)Richtung

“Gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen!”, schließt der Weise seine Aussage.
Die Geschichte von Jesus und Petrus auf dem Wasser des Sees Genezareth ist auch hier ein ganz praktisches Beispiel: Solange Petrus sich auf Jesu Wort verlässt und auf seinen Lehrer schaut, solange trägt ihn das Wasser. Blickt er auf seinen Verstand, also den Wind und die Wellen, beginnt er zu sinken.
Sollen wir unseren Verstand abgeben, wenn wir zum Glauben an Jesus finden? - Mitnichten! An ihn, an Gott, an Jesus in allen meinen Wegen zu gedenken, das braucht ja gerade meinen Geist, meinen Verstand. Es bedeutet, dass ich mich mit ihm, seinem Wort und seinen Anweisungen auseinandersetze, dass ich nachsinne über das, was ich über und von ihm gehört habe, dass ich mein ganzes Vertrauen auf ihn setze.
Und wenn es nicht klappt? Petrus hat rausgeschrien: Jesus, Hilfe, ich versinke! Und Jesus hat ihn an der Hand ergriffen, ins Boot geholt und auf wundersame Weise sind sie am anderen Ufer angekommen.
Jesus! Hilfe, ich versinke! Das darf der Schrei deines Herzens sein! Du musst kein Vorzeigechrist sein. Du darfst auch voller Zweifel sein. Aber im ersten Schritt erst einmal sagen: O.k. Jesus, Rolfs Lebensmotto fordert mich heraus. Ich will es mal ausprobieren, was es bedeutet, sich auf dich zu verlassen!, das kann, das wird dein Leben verändern.
Vielleicht wirst du Wunder erleben! Vielleicht wirst du die leise Stimme des Heiligen Geistes kennenlernen! Vielleicht wirst du Wege gehen, die du von dir aus niemals eingeschlagen hättest! Vielleicht wird dein Leben auf den Kopf gestellt, aber du sagst am Ende: Wow, was habe ich mit Gott erleben dürfen!
Manchmal hat unser Rolf noch den Plan B und C gebraucht. Manchmal musste er das eine oder das andere noch ganz ausführlich durchdenken. Aber trotzdem hat er diese Verse aus Sprüche 3 zu seinem Lebensmotto gemacht. Und vieles, was er so bewegen durfte, konnte er bewegen, weil er sich von Gott getragen wusste.
Willst du dich auch so kompromisslos auf Gott, auf Jesus einlassen? Ich wünsche es dir von Herzen.
Amen.
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