Gott - Der Vater

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INTRODUCTION

Die Sonne steht tief über dem Forum Romanum. Eine gewaltige Menge füllt die Straßen. Die Republik bebt nach dem Tod von Julius Caesar. Sein Testament wird verlesen – und darin steht ein Satz, der das Schicksal eines jungen Mannes und die Geschichte der Welt verändern wird:
“Ich, Gaius Julius Caesar, adoptiere meinen Großneffen Gaius Octavius als meinen Sohn und Erben.”
Mit einem Federstrich wird ein unscheinbarer junger Mann zum Sohn des mächtigsten Mannes der Erde. Er bekommt einen neuen Namen: Gaius Julius Caesar Octavianus. Seine Vergangenheit ist ausgelöscht. Sein Erbe – unermesslich. Und sein zukünftiger Titel: Caesar Augustus, Kaiser über das Römische Reich.
Ein Tag der Adoption, und alles ändert sich. Ein neuer Name. Ein neues Erbe. Ein neues Leben.
Doch – und hier wird die Geschichte heilig – rund fünfzig Jahre später, in einer kleinen Stadt namens Bethlehem, wird unter der Herrschaft dieses Augustus ein Kind geboren.
Nicht in einem Palast, sondern in einer Krippe. Nicht um politische Macht zu empfangen, sondern um uns in eine ewige Familie aufzunehmen.
Der eine wurde vom Kaiser adoptiert, der andere kam, um dich vom König des Himmels adoptieren zu lassen.
Und hier entfaltet sich die größte Geschichte aller Zeiten...welche vor : Nicht von Macht, sondern von Vaterschaft. Nicht von Rebellion, sondern von Adoption. Nicht vom Erbe Roms, sondern vom Erbe Gottes.
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen. Jn 1:1–5.
Das wahre Licht, welches jeden Menschen erleuchtet, sollte in die Welt kommen. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, doch die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben Jn 1:9–12.
J. I. Packer nennt das die Krone des Evangeliums:
“Adoption ist das höchste Vorrecht, das das Evangelium verleiht — höher als Rechtfertigung, denn sie bringt uns in das Haus des Vaters.”
Heute wollen wir sehen, was das bedeutet:
1. Identität – was es heißt, adoptiert zu sein, Kinder Gottes zu werden. 2. Intimität – was es heißt, mit Gott als Vater zu leben. 3. Verpflichtung – was es heißt, den Namen des Vaters zu tragen.

1. Identität – Adoption zur Kindschaft Gottes

Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, damit er die, welche unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Sohnschaft empfingen.
Weil ihr nun Söhne seid, hat Gott den Geist seines Sohnes in eure Herzen gesandt, der ruft: Abba, Vater!
So bist du also nicht mehr Knecht, sondern Sohn; wenn aber Sohn, dann auch Erbe Gottes durch Christus. Ga 4:4–7.
Das ist das Zentrum des Evangeliums. Christus kam nicht NUR, um deine Schuld zu vergeben, sondern um dich in die Familie Gottes zu bringen.
R. C. Sproul würde sagen: “Der Heilige Richter setzt den Sünder nicht nur frei, er ruft ihn an seinen Tisch.”
Piper würde hinzufügen: “Adoption bedeutet, dass Gott nicht nur deine Sünden wegnimmt –er nimmt dich selbst auf.”
Und das alles ist nicht verdient.
Das wahre Licht, welches jeden Menschen erleuchtet, sollte in die Welt kommen. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, doch die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben Jn 1:9–12.
Bevor Galater 4 oder Johannes 1 geschrieben wurden...bevor es Zeit und Raum gab, bevor Engel sangen oder Menschen atmeten, existierte eine ewige Gemeinschaft – Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Keine Einsamkeit, keine Not, sondern vollkommene Liebe in Beziehung innerhalb Gott selbst.
Diese göttliche Liebe war so überfließend, dass sie sich schenken wollte.
wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, damit wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe.
Er hat uns vorherbestimmt zur Sohnschaft für sich selbst durch Jesus Christus, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob der Herrlichkeit seiner Gnade, mit der er uns begnadigt hat in dem Geliebten. Eph 1:4–6.
Von Ewigkeit her plante der Vater, Kinder zu haben!
Der Mensch hat gesündigt und der Plan Gottes tritt ein…ein Retter wurde versprochen, ein Mann wurde ausgesucht aus dem ein Volk gemacht wurde und das Gesetz wurde gegeben…
Hier kommt der Gedanke des paidagogos aus Galater 3. Paulus schrieb:
“Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister (paidagogos) geworden auf Christus hin, damit wir aus Glauben gerechtfertigt würden.” Gal 3,24
Das Gesetz … ein Erzieher, ein paidagogos...der uns zeigte, was richtig ist, aber uns nicht verwandeln konnte.
Dann kam die “Fülle der Zeit” (Gal 4,4).
Doch als der Sohn kam, nahm er uns bei der Hand und führte uns nach Hause. Jetzt leben wir nicht mehr unter der Aufsicht eines Aufsehers, sondern unter der Liebe des Vaters.
Unter der Herrschaft des adoptierten Kaisers Augustus der sich der Sohn Gottes nannte...trat der wahre Sohn Gottes in die Geschichte.
Er kam nicht in einen Palast, sondern in eine Krippe; nicht, um Macht zu erben, sondern um uns nach Hause zu bringen. Paulus erklärt:
“Als aber die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, damit er die, welche unter dem Gesetz waren, erlöse, damit wir die Sohnschaft empfingen” Gal 4,4–5.
Am Kreuz ist Jesus gestorben – um uns diese Adoption zu schenken. Dort, am Kreuz, geschah unsere Adoption.
Adoption im Römischen Reich war ein rechtlicher Akt. Der alte Name des Adoptierten wurde gelöscht, seine Schulden getilgt, er bekam den Namen, das Erbe und die Rechte seines neuen Vaters. Genau das geschieht geistlich, wenn jemand Christus aufnimmt. Johannes schreibt:
“Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben” Joh 1,12
Dieses “Recht” bedeutet Autorität, Status, Zugehörigkeit. Gott sagt nicht NUR: “Ich vergebe dir"
sondern:
“Ich nenne dich mein Kind.”
Wir werden nicht bloß freigesprochen – wir werden heimgeholt.
Dabei waren wir es nicht von Natur aus.
Gott ist zwar Schöpfer aller Menschen, aber Vater NUR derer, die durch Christus adoptiert sind.
Galater 3,26 macht es deutlich:
“Denn ihr seid alle durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus.”
Das ist keine Abwertung von nicht Christen, sondern eine Einladung:
Fremde dürfen Familie werden. Wir waren ja auch Feinde, doch der Vater sprach:
“Ich will dich trotzdem.”
So schreibt Packer:
“Die Liebe, die den Sünder zur Sohnschaft ruft, ist die größte Liebe, die je das Universum erschüttert hat.”
Mit der Adoption kommt ein neuer Name, ein neues Zuhause, ein neues Erbe.
Wie Octavian nach seiner Adoption den Namen Caesar trug, so tragen wir den Namen unseres Vaters.
Offenbarung 22,4 sagt: “Sie werden seinen Namen auf ihrer Stirn geschrieben haben.”
Und Römer 8,17 fügt hinzu:
“Wenn wir aber Kinder sind, so sind wir auch Erben – Erben Gottes und Miterben Christi.”
Was erben wir? Nicht Reichtum oder Ruhm, sondern Gott selbst. Die größte Gabe des Evangeliums ist nicht der Himmel, sondern der Vater.
Diese neue Identität bedeutet auch Befreiung:
“So bist du nun nicht mehr Sklave, sondern Sohn; wenn aber Sohn, dann auch Erbe Gottes durch Christus” (Gal 4,7).
Früher lebten wir in Angst, getrieben vom Gesetz, doch jetzt ruft der Vater: “Du bist frei, weil du mein bist.”
Heiligkeit entsteht aus dieser Identität – wir leben nicht heilig, um Kinder zu werden; wir leben heilig, weil wir es schon sind.
Damit wir das tief begreifen, schenkt Gott uns seinen Geist:
“Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der ruft: Abba, Vater!” Gal 4,6
“Abba” war das erste aramäische Wort, das jüdische Kinder lernten – zärtlich, vertrauensvoll, ehrfürchtig.
Der Geist legt dieses Wort in unsere Herzen. Er flüstert: “Du darfst so mit dem Allmächtigen reden.”
Und plötzlich wird Glaube Beziehung, Gehorsam Freude, Gebet Begegnung. Der Geist der Sohnschaft vertreibt den Geist der Angst.
Doch diese Kindschaft macht uns nicht immun gegen Leiden. Paulus schreibt:
“Wenn wir mit ihm leiden, werden wir auch mit ihm verherrlicht werden” Röm 8,17
Ein Vater liebt zu sehr, um sein Kind unreif zu lassen. Darum formt, züchtigt und stärkt er uns.
Hebräer 12,6 erinnert:
“Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er.”
Leiden sind nicht Zeichen der Ablehnung, sondern Beweise der Zugehörigkeit. In jeder Träne steckt väterliche Absicht.
Und diese Identität verändert auch unsere Gemeinschaft. Wer Gott zum Vater hat, hat alle Gläubigen zu Geschwistern.
“Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Kinder Gottes heißen sollen!” 1 Joh 3,1.
Und wir sind es!
Die Gemeinde ist keine religiöse Organisation, sondern eine Familie, gezeugt aus Gnade. Wer den Vater liebt, liebt auch die Kinder des Vaters.
Darum darfst du heute wissen: Du bist ausgewählt, erlöst, angenommen, versiegelt, Erbe. Deine Vergangenheit ist gelöscht, dein Name neu geschrieben. Du gehörst in das Haus des Königs. Der adoptierte Octavian erbte ein sterbliches Reich – aber der adoptierte Christ erbt ein ewiges.
Und wenn du Christus angehörst, kannst du – mitten in dieser zerbrochenen Welt – ruhig sagen: “Ich bin ein Kind Gottes. Ich habe einen Vater im Himmel.
Und nichts kann mich von seiner Liebe trennen”

2. Intimität – Was es bedeutet, als Kind Gottes zu leben

Der Vater einer meiner besten Freunde in Australien ist vor paar Wochen verstorben.
Ein sehr guter Mann, ein sehr ernster Christ. Ein sehr ehrenhafter Zeuge Christi.
Auch ein sehr guter Vater, der hart für seine große Familie arbeitete.
Mein Freund predigte auf der Beerdigung seines Vaters, eine unglaublich starke Predigt…Aber in der Predigt sagt er, mein Vater hat mir nie gesagt, dass er mich oder uns liebt…wir wussten es aber.
Er war ein sehr schweigsamer Mensch, sehr ernst.
Es war offensichtlich dass er seine Kinder liebt. Und doch… war es traurig sowas zu hören…dass sie es als seine Kinder noch nie gehört hatten.
Ich denke dass ich kein Einzelfall in unseren Kreisen und unserer Kultur.
Aber GOTT ist anders…er ist NICHT so!
ER kommt selber in unser Herz hinein mit dem Heiligen Geist und erinnert uns jeden Tag dass er unser Vater ist und er uns liebt und dass wir jederzeit in jeder Lage zu ihm rufen SOLLEN!
Paulus beschreibt die innere Wirklichkeit des Christen in Römer 8,14–17 (SCH2000):
“Denn so viele durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes.
Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, sodass ihr euch abermals fürchten müsstet, sondern ihr habt den Geist der Sohnschaft empfangen, durch den wir rufen: Abba, Vater!
Der Geist selbst gibt Zeugnis zusammen mit unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind.
Wenn wir aber Kinder sind, so sind wir auch Erben – Erben Gottes und Miterben Christi, wenn wir wirklich mit ihm leiden, damit wir auch mit ihm verherrlicht werden.”
Diese Verse öffnen uns die Tür in das Herz des Vaters und der Familie Gottes.
“Abba” – das Wort, das Jesus im Garten Gethsemane gebrauchte – war kein kalter Titel, sondern der Ruf des Vertrauens: “Vater, dem ich ganz vertraue, selbst wenn ich nichts verstehe.”
So dürfen auch wir sprechen.
Der Geist, der in uns wohnt, formt dieses Wort in uns, bis es selbstverständlich wird. Er lehrt uns, Gott nicht mehr aus der Ferne zu fürchten, sondern in seiner Nähe zu leben.
J. I. Packer schrieb:
“Der Geist der Adoption vertreibt den Geist der Angst. Der Christ erkennt Gott nicht zuerst als Schöpfer, sondern als Vater.”
Das ist der Kern der Intimität:
Wir sprechen mit Gott als Vater. Wir vertrauen ihm in Not. Wir wissen, dass wir in seiner Gegenwart willkommen sind.
Diese Nähe verändert unser inneres Leben – von Leistung zu Liebe, von Kontrolle zu Vertrauen, von Distanz zu Beziehung.
Doch Intimität mit dem Vater bedeutet auch Ehrlichkeit. Kinder, die ihren Vater lieben, müssen sich nicht verstellen.
Sie dürfen ehrlich sein. Sie dürfen kommen, wie sie sind.
So auch wir.
Wenn wir in die Psalmen schauen, entdecken wir genau das: eine schockierende Offenheit vor Gott.
David schreit, zweifelt, klagt, ringt, jubelt – und Gott nennt ihn dennoch “einen Mann nach meinem Herzen”. Warum?
Weil der Vater Ehrlichkeit liebt mehr als religiöse Fassade. Er braucht keine makellosen Gebete, sondern echte Herzen.
Psalm 62,9 sagt: “Schüttet euer Herz vor ihm aus! Gott ist unsere Zuflucht.”
Das ist Intimität: Wir dürfen Gott alles sagen – Freude, Angst, Wut, Scham, Verzweiflung. Er trägt es, er hört zu, er bleibt. Es gibt keine Emotion, die Gott überrascht, keine Schwäche, die ihn abstößt. Wie ein guter Vater beugt er sich herab, hört, versteht und tröstet.
Diese Ehrlichkeit schafft Vertrauen.
Wenn du weißt, dass du nichts verstecken musst, wächst Nähe. Kinder, die sicher sind, laufen nach Hause, wenn sie fallen. Sie rennen nicht weg.
So ruft der Geist in uns: “Komm zurück – du gehörst mir.”
Wenn du sündigst, musst du dich nicht verstecken. Wenn du versagst, bleibt die Tür offen. Wenn du weinst, sieht der Vater jedes Tränenwort. Der Geist selbst betet mit unaussprechlichem Seufzen in dir (Röm 8,26).
Diese Intimität mit Gott ist kein stilles Gefühl, sondern eine lebendige Gegenwart. Der Geist bezeugt, dass du Kind bist. Er zieht dich in die Nähe des Vaters, nicht nur in den Stunden der Anbetung, sondern im Alltag.
Du kannst mit Gott reden, während du arbeitest, während du fährst, während du leidest. Er ist nicht nur “Gott über dir”, sondern Vater in deiner Nähe.
R. C. Sproul nannte das “ehrfürchtige Nähe”. Er sagte: “Wahre Gottesfurcht ist kein Zittern vor Strafe, sondern Staunen über Gnade.”
Echte Intimität ist nie respektlos, aber sie ist frei. Wir kommen nicht mehr als Angeklagte vor ein Gericht, sondern als Kinder ins Haus des Vaters.
Und diese Nähe trägt auch in der Dunkelheit.
Paulus sagt: “Wenn wir mit ihm leiden, werden wir mit ihm verherrlicht werden.”
Intimität zeigt sich besonders in der Freiheit, echt zu sein.
Die Psalmen sind unsere Schule der Ehrlichkeit:
“Wie lange, Herr?” “Warum hast du mich vergessen?” “Du bist mein Fels!”
All das gehört zusammen. Der Vater kann mit unserem Zorn leben, aber nicht mit unserer Gleichgültigkeit. Er lädt uns ein, ALLES vor ihm auszuschütten – und dort verwandelt sich Bitterkeit in Vertrauen. Das ist geistliche Nähe: nicht immer ruhige Gefühle, sondern unerschütterliches Vertrauen.
Wenn wir dann beten, folgen wir Jesu Einladung: “Unser Vater im Himmel.”
Schon diese Worte verändern unser Denken...wenn wir sie bewusst sprechen. Sie sagen: Ich bin nicht allein, ich bin gewollt, ich bin gehört.
Gott hört, wenn ich rede. Und wenn mir die Worte fehlen, versteht er die Tränen. SO wird Gebet zur Begegnung, nicht zur Pflicht.
Das Ziel dieser Intimität ist nicht bloß Trost, sondern Liebe. Wie John Piper sagt: “Gott ist am meisten verherrlicht, wenn wir in ihm am meisten zufrieden sind.”
Wenn du den Vater kennst, wächst Freude, und diese Freude gebiert Gehorsam. Dann wird Heiligkeit zur Sehnsucht, nicht zur Last. Je tiefer du ihn kennst, desto mehr willst du ihm gefallen.
So ist Intimität mit Gott das Herz des christlichen Lebens: kein System, keine Routine, sondern Beziehung.
Der Geist ruft in uns: “Abba, Vater!” – und in diesem Ruf liegt alles: Vertrauen, Nähe, Ehrlichkeit, Liebe, Geborgenheit.
Wenn du also betest, kämpfst oder zweifelst, erinnere dich: Du redest nicht in die Leere. Du redest mit deinem Vater. Und er hört dich. Er will dich hören – echt, ungeschminkt, ganz.
Darum: Wenn du fällst, renn nicht weg, sondern zum Vater. Wenn du sündigst, versteck dich nicht – sprich mit ihm. Wenn du nicht mehr weißt, wie du beten sollst, sag einfach: “Abba” Er versteht. Er bleibt. Er liebt.
Wahre Anbetung beginnt mit diesem Ruf: “Abba, Vater!”
3. Verpflichtung – Was es bedeutet, Gott als Vater zu haben
Ein Kind des Königs trägt nicht nur den Namen des Vaters, sondern auch seine Würde. Wenn Gott unser Vater ist, bringt das nicht nur Trost, sondern Verantwortung. Wer zur Familie Gottes gehört, repräsentiert sie in der Welt.
Paulus fasst diese Berufung in Epheser 5,1–2 (SCH2000) zusammen:
“So seid nun Nachahmer Gottes als geliebte Kinder und wandelt in der Liebe, gleichwie auch Christus uns geliebt und sich selbst für uns hingegeben hat als Gabe und Schlachtopfer, Gott zu einem duftenden Wohlgeruch.”
Das ist das Evangelium in Bewegung: Geliebte Kinder sollen die Liebe ihres Vaters widerspiegeln.
Wir sind keine Zuschauer seiner Gnade, sondern Träger seiner Gegenwart. Ein Sohn, der seinen Vater liebt, will ihm ähneln. Eine Tochter, die ihren Vater ehrt, will so denken und handeln wie er.
Darum ruft Paulus uns: “Seid Nachahmer Gottes.”
Unser Denken, Reden, Lieben, Vergeben – alles soll den Charakter des Vaters zeigen. Wie er barmherzig ist, sollen wir barmherzig sein.
Wie er treu ist, sollen wir treu sein.
Wie er vergibt, sollen wir vergeben.
In einer Welt, die Gott nicht sieht, sind seine Kinder seine sichtbarsten Zeugen.
Aber diese Liebe ist keine Verwöhnung – sie ist heilige Erziehung.
Denn ein Vater liebt sein Kind zu sehr, um es unberührt zu lassen. Darum erzieht er, formt, prüft. Doch seine Hand bleibt dieselbe, die hält und segnet.
Hebräer 12,6 erinnert uns:
“Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt.”
Auch in der Erziehung bleibt Nähe bestehen – die Träne auf der Wange des Kindes fällt auf die Hand des Vaters. Gott lässt uns Prüfungen erleben, nicht um uns zu zerstören, sondern um uns zu gestalten.
Er schleift unsere Ecken, bis wir den Glanz seines Wesens tragen. Jede Disziplin, jedes Warten, jeder Bruch wird in seiner Hand zu einem Werkzeug der Ähnlichkeit.
Sproul sagte: “Heiligkeit ist nichts anderes als die Familie Gottes, die ihrem Vater ähnlich wird.”
Diese göttliche Erziehung führt uns in die Verantwortung, das Herz des Vaters zu zeigen.
Wir sind seine Botschafter – im Beruf, in der Familie, in der Gemeinde, in der Welt. Menschen lesen in unserem Verhalten, wie unser Vater ist.
Darum ist unser Auftrag nicht nur, „gut“ zu leben, sondern väterlich zu leben: geduldig, gerecht, wahrhaftig, gnädig. Wenn wir vergeben, zeigen wir den Vater, der vergibt. Wenn wir barmherzig sind, zeigen wir den Vater, der Mitleid hat. Wenn wir treu sind, zeigen wir den Vater, der nie verlässt.
Ein Kind Gottes trägt also drei Aufgaben in sich: Ähnlichkeit, Gesinnung und Repräsentation. Wir sollen sein wie unser Vater, denken wie unser Vater, und unseren Vater darstellen.
Diese Verantwortung ist keine Last, sondern eine Ehre.
Die Welt soll in uns etwas von seinem Wesen erkennen – nicht Perfektion, aber Realität: Menschen, die sich formen lassen.
Und weil wir Kinder sind, ist unser Gehorsam nicht Pflicht, sondern Antwort.
Wir dienen nicht, um geliebt zu werden – wir dienen, weil wir geliebt sind.
Der Vater ruft uns nicht in ein strenges Reglement, sondern in eine lebendige Nachfolge. Das Gesetz war der Pädagogios...der ZUCHTMEISTER; es hat uns den Standard des Vaters gezeigt… die Liebe ist nun unser Lehrer.
Diese Liebe zeigt sich auch darin, wie wir mit seinen anderen Kindern umgehen. Ein Sohn, der den Vater ehrt, ehrt auch seine Geschwister. Ein Herz, das den Vater kennt, liebt die Familie. Ein Kind das den Vater liebt, liebt die Gemeinde.
Darum ist gelebte Liebe zu anderen immer Ausdruck der Kindschaft. Johannes sagt: “Wer seinen Bruder liebt, bleibt im Licht.”
Wenn wir also als Kinder Gottes leben, tragen wir den Namen unseres Vaters überall hin. Sein Ruf hängt an unserem Verhalten. Unser Charakter ist die Visitenkarte des Himmels.
Das mag uns ehrfürchtig machen, aber es soll uns auch motivieren: Jede Begegnung ist eine Gelegenheit, das Herz des Vaters sichtbar zu machen.
Und selbst wenn wir versagen – und wir versagen oft – bleibt dieselbe Hand, die erzieht, auch die, die hält. Gott wirft seine Kinder nicht hinaus. Er formt sie.
Er bringt sie durch Täler, um sie zu stärken, nicht zu brechen. Die Tränen, die wir in der Erziehung weinen, fallen auf seine Hand – und dort verwandeln sie sich in Reife.
Darum bedeutet “Gott als Vater haben” nicht nur, seine Liebe zu empfangen, sondern seine Art zu lernen.
Wir leben als Spiegel seines Wesens, getragen von seiner Geduld. Wie ein Vater will, dass seine Kinder wachsen, will auch Gott, dass wir ihm ähnlicher werden – bis andere in uns etwas von ihm sehen.
Packer schreibt: “Die Kindschaft Gottes ist nicht nur ein Status, sondern eine Berufung, die uns formt.”
So endet unsere Reise:
Vom Identität zur Nähe, von der Nähe zur Verantwortung. Wir sind Kinder, die ihren Vater kennen und ihn sichtbar machen wollen.
Ein Vater, der liebt, bleibt nicht distanziert – er formt. Und Kinder, die geliebt sind, bleiben nicht gleich – sie wachsen.
Darum lasst uns in dieser Welt leben, denken und handeln als Kinder des Königs. Lasst uns seine Liebe verkörpern, seine Wahrheit bezeugen, seine Barmherzigkeit weitergeben. Lasst uns so leben, dass Menschen, wenn sie uns sehen, etwas von ihm erahnen.
Denn wenn der Vater groß ist, sollen seine Kinder es widerspiegeln. Und wenn er uns erzieht, dann nur, damit wir einmal wirklich sagen können:
“Wie der Vater, so die Kinder.”
Conclusion
Octavian wurde durch eine Adoption zum Sohn Caesars – Augustus, Kaiser des Römischen Reiches…aber du wurdest durch das Kreuz zum Kind Gottes.
Er erbte ein vergängliches Reich – dessen Ruinen wir heute besuchen - du erbst ein ewiges Himmelreich welches Herrlichkeit wir noch nicht gesehen haben und nie enden wird!
Das ist das Evangelium: Gott wollte nicht nur deine Schuld vergeben, sondern dich adoptieren um dich irgendwann heimholen zu SICH. Nicht nur Richter sein, sondern Vater.
Nicht nur den Himmel schenken, sondern sich selbst.
Vielleicht hast du lange geglaubt, aber nie wirklich als sein Kind gelebt. Vielleicht war Gott fern, streng, unnahbar.
Doch heute ruft er dich: “Komm zu mir…als Vater.”
Nicht NUR als Gast. Nicht NUR als Knecht. Sondern als Sohn, als Tochter.
Und wenn du schon sein Kind bist – dann erinnere dich, wem du gehörst. Ein Vater liebt sein Kind zu sehr, um es unberührt zu lassen. Darum erzieht, formt, prüft er – aber seine Hand bleibt dieselbe, die hält und segnet.
Leb nicht wie ein Waisenkind, wenn du einen Vater hast. Leb nicht wie ein Sklave, wenn du ein Erbe bist. Leb nicht wie ein Fremder, wenn du geliebt bist.
Dein Vater ruft dich – mit offenen Armen, mit einer Stimme, die sagt:
“Du bist mein geliebtes Kind!”
Darum geh hinaus – denk wie dein Vater, liebe wie dein Vater, vergib wie dein Vater.
Und wenn die Welt dich sieht, soll sie etwas vom Vater erkennen.
“Wie der Vater, so die Kinder.”
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