Vergeben wie Jesus - Nachfolge und ich.

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(Matthäus 18 & Epheser 4,30 – 5,2)

Einleitung – Der unbarmherzige Knecht (Matthäus 18,21-35)

Kein schlechtes Wort soll aus eurem Mund kommen, sondern was gut ist zur Erbauung, wo es nötig ist, damit es den Hörern Gnade bringe. Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt worden seid für den Tag der Erlösung! Alle Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und Lästerung sei von euch weggetan samt aller Bosheit. Seid aber gegeneinander freundlich und barmherzig und vergebt einander, gleichwie auch Gott euch vergeben hat in Christus.
Werdet nun Gottes Nachahmer als geliebte Kinder und wandelt in der Liebe, gleichwie auch Christus uns geliebt und sich selbst für uns gegeben hat als Darbringung und Schlachtopfer, zu einem lieblichen Geruch für Gott. Eph 4:29–5:2.
Vergebung.
Eine schöne Sache wenn man sie empfängt, oder? Schwer aber sie zu geben oder?
“Sollte ich meinem Bruder siebenmal vergeben?” – fragt Mal Petrus.
“Nicht siebenmal”, sagt Jesus, “sondern siebzig mal siebenmal.”
Dann erzählt Er das Gleichnis vom Knecht, der seinem König zehntausend Talente schuldete – eine Summe, die kein Mensch je hätte begleichen können.
10.000 Talente = 6.000.000.000€…200,000 Jahre Arbeit Der König hat Mitleid und erlässt ihm alles.
Doch dieser Mann verlässt den Königshof und greift sofort einen Mitknecht an, der ihm auch eine Geldsumme schuldet.
Keine geringe Geldsumme...
100 Denarii…ca. 10.000€…schon eine beachtliche Summe, oder?
Und doch… nichts im Vergleich mit dem was der König ihm gerade erlassen hat. Er hat dem König 600.000 mal soviel geschuldet…und trotzdem versucht er die Zahlung mit Gewalt zu erzwingen.
Als der König es hört, ruft er ihn zurück: “Hättest du dich nicht auch erbarmen sollen, wie ich mich deiner erbarmt habe?”
Wir sind dieser Knecht. WENN du hier sitzt und ein wiedergeborener Christ bist, bedeutet das, dass Gott dir deine unendliche Schuld vergeben hat – und wir halten die kleinen Schulden anderer fest?
Darum ruft Paulus in Epheser 4,32 – 5,2:
Kein schlechtes Wort soll aus eurem Mund kommen, sondern was gut ist zur Erbauung, wo es nötig ist, damit es den Hörern Gnade bringe.
Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt worden seid für den Tag der Erlösung!
Alle Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und Lästerung sei von euch weggetan samt aller Bosheit.
Seid aber gegeneinander freundlich und barmherzig und vergebt einander, gleichwie auch Gott euch vergeben hat in Christus.
Werdet nun Gottes Nachahmer als geliebte Kinder und wandelt in der Liebe, gleichwie auch Christus uns geliebt und sich selbst für uns gegeben hat als Darbringung und Schlachtopfer, zu einem lieblichen Geruch für Gott. Eph 4:29–5:2.
Die heutige Predigt, geht um VERGEBUNG. Aber nicht EINFACH Vergebung...sondern...Vergebe WIE JESUS.
In dieser Predigtreihe, haben wir schon darüber gesprochen, WAS Nachfolge ist, über ihren Preis und Wert. Wir haben darüber gesprochen, was es heißt in JESUS zu bleiben. Was es heißt von JESUS zu lernen. letzte Woche wurde es herausfordernd...SO zu LIEBEN wie Jesus!
Und diese Woche wird es nicht einfacher...VERGEBE...aber nicht einfach so vergeben...sondern wie Jesus.
Warum wie Jesus?
Weil vergeben wie Domi, wäre nix. Weil ich zu wenig Geduld mit Menschen habe. Weil ich so oft mich fange...in Frust mit anderen Menschen. Weil ich so oft...zu schnell mich zur Wut verleiten lasse. Weil ich mich manchmal schwer tue mit Bitterkeit.
Weil ich manchmal nicht so freundlich bin wie ich sein sollte. Weil ich mich so oft schwer tue Barmherzig zu sein. Weil ich so oft SAGE dass ich vergeben habe...und dann doch merke, dass ich noch sauer bin.
Nicht immer bewusst...sondern tief im Unterbewusstsein.
Deswegen, so gut, dass ich heute unsere Aufmerksamkeit WEG von mir lenken darf...und nicht predigen muss, Vergeben wie Domi...sondern NEIN...
VERGEBE WIE JESUS!!!
Wir alle aber, indem wir mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen wie in einem Spiegel, werden verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, nämlich vom Geist des Herrn. 2 Co 3:18.
Das ist der gesamte SINN dieser Predigtreihe in einem Vers...
Wir schauen auf JESUS...und Paulus sagt...dass was du ANSCHAUST...zu dem WIRST du.
Das soll uns generell zum Nachdenken geben. Wenn ich den ganzen Tag Schrott schaue auf Insta...werde ich Schrott reden. Wenn ich Unmoral in Serien und Filme schaue...mach ich platz in meinem Herzen für Unmoral. Wenn ich Gewalt und Hass und Aggression schaue...werde ich Aggressiv und Hasserfüllt und Gewalttätig.
Aber UNSERE Hoffnung ist...und deswegen DIESE Predigtreihe...dass wenn wir auf JESUS schauen...werden wir WIE Jesus!
Unser Haupttext in Epheser, diese Verse, sind der Schlüssel zu wahrer Vergebung – sie zeigen uns das Herz Gottes, die Kraft des Geistes und das Vorbild Christi.
Lass uns also heute lernen zu Vergeben WIE JESUS in dem wir schauen wie JESUS vergeben hat. Amen?
Lasst uns eintauchen…

I. Schau auf das Kreuz – Das Herz der göttlichen Vergebung

Epheser 5,2 spricht von “einer Opfergabe und Schlachtopfer, Gott zu einem lieblichen Geruch”
Paulus greift hier das alttestamentliche Bild auf: Im Hebräischen steht reah nihoach – der “wohlgefällige Duft”, der den Opferrauch beschreibt, wenn Gott das Opfer annimmt.
Im Alten Testament, hat man Opfer gebracht. Man hat Tiere geopfert, sie geschlachtet und wenn das ernstgemeint war und nicht nur ein Ritual...sondern aus einem Aufrichten Herzen, beschreibt es die Bibel so...dass es für Gott ein Wohlgefälliger Duft war.
Das heißt nicht im Wort wörtlichen Sinne, dass Gott in den Wolken sitzt wie in einem Zeichentrickfilm und da mit seiner Nase schnüffelt.
Es heißt dass es für Gott SO angenehm ist, wie für uns Menschen wenn wir etwas angenehmes und schönes riechen. Vielleicht der Duft von Zitronen auf Capri. Der Duft der Rosen und Blumen auf Mainau im Frühling. Wenn dein Mann dein Lieblings Parfüm trägt. Oder wenn deine Mama dein lieblingsessen kocht. Oder dein Nachbar grillt und du gerade richtig Hunger hast. Es ist ein Bild welches das Bibel benutzt um für uns Menschen es ETWAS verständlich zu machen, wie angenehm es für Gott ist, wenn ihm Menschen im Alten Testament ein aufrichtiges, ehrliches, reines Opfer gebracht haben.
Paulus nimmt dieses Alt Testamentliches Bild, und bezieht es auf das Opfer Jesu am Kreuz.
Jesu Kreuz ist das vollkommene Opfer, das den Himmel erfüllt – das Wohlgefallen des Vaters an der vollkommenen Liebe des Sohnes.
Paulus sagt erstmal: vergebt einander, gleichwie auch Gott euch vergeben hat in Christus.
Er sagt: Werdet nun Gottes Nachahmer als geliebte Kinder und wandelt in der Liebe, gleichwie auch Christus uns geliebt und sich selbst für uns gegeben hat als Darbringung und Schlachtopfer, zu einem lieblichen Geruch für Gott.
Seid NACHAHMER...in anderen Worten seid NACHFOLGER...
Vergebt GLEICHWIE GOTT IN CHRISTUS
Und dann: malt er uns das Bild... GLEICHWIE...Christus uns geliebt und sich selbst für uns gegeben hat als Darbringung und Schlachtopfer, zu einem lieblichen Geruch für Gott.
Ich möchte dich mitnehmen nach Golgatha. Bzw. erstmal in die Nacht in der Jesus festgenommen wurde…
Bevor das Kreuz kommt, zeigt Jesus die Haltung Gottes: Vor dem Passahfest aber, da Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, aus dieser Welt zum Vater zu gehen: Wie er die Seinen geliebt hatte, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende.
Und während des Mahls, als schon der Teufel dem Judas, Simons Sohn, dem Ischariot, ins Herz gegeben hatte, ihn zu verraten, da Jesus wusste, dass ihm der Vater alles in die Hände gegeben hatte und dass er von Gott ausgegangen war und zu Gott hinging,
stand er vom Mahl auf, legte sein Obergewand ab, nahm einen Schurz und umgürtete sich; darauf goss er Wasser in das Becken und fing an, den Jüngern die Füße zu waschen und sie mit dem Schurz zu trocknen, mit dem er umgürtet war. Jn 13:1–5.
Er steht auf, legt das Obergewand ab, nimmt ein Handtuch und beginnt, den Jüngern die Füße zu waschen...
Jetzt lasst uns genau nachdenken und realisieren WER alles da war...WEM er Füße wächst:
DEM
, der Ihn verleugnen wird. Petrus
, die in Seiner Todesnacht schlafen. Jakobus und Johannes
, die fliehen. Die anderen
, der Ihn verkauft. Judas
Er weiß es schon...Es ist NOCH NICHT passiert...aber ER WEIß es schon – und doch kniet Er.
Wie ist das möglich?
Und ICH soll vergeben GLEICHWIE wie Jesus?
Wie soll das gehen?
Jesus zeigt uns hier ein Geheimnis der wahren, göttlichen Vergebung...diese beginnt viel, viel früher...BEVOR es geleugnet, verlasse, verraten und im Stich gelassen wird.
Jesus WEIß mit WEM er es zu tun hat...mit FEHLBAREN, SCHWACHEN, SÜNDIGEN Menschen...er WEIß sie werden ihn enttäuschen...er ist nicht native...aber er ENTSCHEIDET sich...Joh 13,1: “Da er die Seinen liebte, so liebte er sie bis ans Ende.” Jesus, nahm eine Haltung der Liebe, der Demut, des AKTIVEN entgegenkommen ein, BEVOR es etwas zu vergeben gab.
Und dann kommt es.
Judas verlässt den Raum.
Jesus geht mit seinen Jüngern in den Garten Gethsemane zum Beten.
Jesus nimmt seine Engsten 3 mit und bittet, dass sie mit ihm beten...sie schlafen einfach ein.
Es ist der schlimmster Moment seines Lebens...Jesus wird gleich verraten und festgenommen, gefoltert, verurteilt, gekreuzigt und getötet...er spürt es...er zittert vor angst...er ist SO mitgenommen, dass er Blut schwitzt.
Seine Freunde schlafen aber gemütlich.
Dann kommt er...sein guter Freund und Verräter...mit einer Armee von Soldaten um ihn festzunehmen. Judas verrät Jesus mit einem Kuss.
Jahrelang war Judas dabei...sie haben zusammen gelacht, zusammen geweint. Er war dabei als Jesus blinde heilte, lahme gehend machte, tote auferweckte. Er kannte Jesus sein Herz wie wenige Andere.
Und jetzt liefert dieser Freund ihn zur Kreuzigung aus.
Seine Freunde um die er sich schon so lange gekümmert hat...sie rennen weg...sie lassen ihn im Stich. Die welche große Sprüche klopften und grandiose Versprechungen machten...waren alle weg.
Und auch wenn Petrus ihm von einer weiten Distanz folgte...tat er so als würde er Jesus nicht kennen. Sogar Petrus? Wieder und wieder und wieder leugnet er ihn. SOLCHEN WÄSCHT JESUS DIE FÜßE!
SO vergibt Jesus!
Und ICH soll vergeben GLEICHWIE wie Jesus?
Jesus wird geschlagen. Von einem Gericht zum nächsten geschickt...obwohl er unschuldig ist.
Er wird gegeißelt.
Seine Haut und Fleisch wird ihm von den Knochen abgerissen von diese Peitschen die Glas und Metal und Steine befestigt haben.
Er wird mit Stöcken geschlagen. Man holt Dornen und flechtet eine Krone und setzt sie ihm auf...und schlägt drauf, dass diese Dornen ihm in den Schädel hinein drücken.
Man legt ihm ein Purpur Mantel auf und macht sich lustig über ihn. Man bindet ihm die Augen und schlägt ihn, damit er raten soll wer ihn geschlagen hat.
Er muss dieses schreckliche Kreuz durch enge Straßen tragen, wo er bespuckt wird, ausgelacht wird und verspottet wird.
Er wird auf das Holz gelegt. Seine Arme und Beine werden fast ausgerenkt. Seine Hände und Füße werden durchkämmet mit riesigen Eisen Nägel.
Das Kreuz wird aufgestellt.
Alle die vorbei laufen, verspotten ihn. Die Soldaten teilen seine Kleidung unter sich auf.
Sogar die 2 die links und rechts von ihm hängen lachen ihn beide aus.
Ich stelle mir vor...wie der Himmel den Atem anhält. Wie Legionen von Engel ungläubig schauen, was dem Sohn Gottes angetan wird.
DAS KANN DOCH NICHT SEIN!
Wie sie auf den Vater schauen, in der Hoffnung dass er sie sendet...Er wendet aber ohne Worte sein Gesicht ab.
Ich stelle mir vor, wie ihre Schwerter schon gezückt sind, und sie nur warten bis Jesus das Wort sagt um diese Ekelhafte, Blutlustige, grausame Menschheit zu vernichten.
Sie sehen wie Jesus sein Kopf hebt um etwas zu sagen.
Welche Worte kommen jetzt?
“Vater, vergib ihnen...denn sie wissen nicht was sie tun!” (Lk 23,34)
Er betet…während sie Ihn noch auslachen...Während sie die Nägel treiben
SO vergibt Jesus!
Und ICH soll vergeben GLEICHWIE wie Jesus?
Neben Ihm hängt ein Verbrecher, der spottet, und einer, der plötzlich fleht:
“Gedenke meiner...wenn du in dein Reich kommst”“Heute wirst du mit mir im Paradies sein.”
Vergebung sogar im Sterben...im letzten Atemzug.
Und es war DEINE und MEINE Schuld die ihn dort am Kreuz hielten!
Schau Mal die Tiefe dieser Gnade an...
Und jetzt...
Denn wenn du mit deinem Mund Jesus als den Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Ro 10:9.
Wir können gerettet werden! Er möchte uns vergeben!
Und wie vergibt er?
“So fern der Osten ist vom Westen, so weit entfernt er unsere Übertretungen.” (Ps 103,12)
“Du wirst alle unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen.” (Micha 7,19)
SO vergibt Jesus!
Und ICH soll vergeben GLEICHWIE wie Jesus? Wie soll das gehen?
NUR in dem wir auf JESUS schauen...werden wir WIE Jesus!
Er ist die Quelle jeder christlichen Vergebung.

II. Lass die Schuld los – Befreit vom Gift der Bitterkeit

🇿🇦 Die Macht der Vergebung
Nach dem Ende der Apartheid stand Südafrika zwischen Hass und Hoffnung. Vor der Truth and Reconciliation Commission (Wahrheits- und Versöhnungskommission) stand eine alte schwarze Frau einem weißen Polizisten gegenüber – dem Mann, der ihren Mann und Sohn ermordet hatte.
Nicht einfach ermordet.
Er kam und nahm ihren Ehemann fest...brachte ihn zu einer Party mit seinen Freunden und sie schlugen ihn und zündeten ihn an und verbrannten ihn.
Ein Jahr später, kam derselbe Polizist...nahm deinen Sohn fest...und tat mit deinem Sohn dasselbe.
Er gestand seine Schuld und fragte leise:
“Was wünschen Sie, dass ich tue?”
Die Frau antwortete ruhig:
“Ich habe drei Wünsche... Erstens, zeigen Sie mir, wo Sie die Leiche meines Mannes und Sohnes verbrannt haben, damit ich sie begraben kann.
Zweitens, Sie haben meine Familie genommen – also kommen Sie einmal im Monat zu mir, damit ich Sie wie meinen Sohn behandeln kann.
Und drittens, ich möchte Sie umarmen, damit Sie wissen, dass ich Ihnen wirklich vergebe.”
Sie trat vor, umarmte ihn – und der Mann brach in Tränen zusammen.
In diesem Moment siegte Gnade über Schuld. Das ist die Kraft einer Vergebung einer Person welche vor Augen hat, WIE JESUS IHR VERGEBEN HAT:
Sie HEILT, wo Strafe nur zerstört.
Das war ein großes Zeugnis und diese Geschichten der Versöhnung hielten Südafrika lange in einem friedlichen und erfolgreichen Zustand. Aber nicht jeder nahm teil an der Versöhnung. Manche hielten fest an ihrem Schmerz und graben ihre Bitterkeit tief. Und dort, wo Bitterkeit blieb – wo Wunden nicht vergeben, sondern genährt wurden – dort wachsen wieder Gewalt, Hass und Angst. Wir sehen das heute in den Spannungen und Angriffen zwischen Bevölkerungsgruppen in Südafrika, auch in den brutalen Überfällen auf weiße Bauernfamilien.
Sie sind ein schmerzhaftes Bild dafür, was geschieht, wenn alte Verletzungen unversöhnt bleiben.
Bitterkeit vergiftet das Herz – sie tötet nicht nur Körper, sondern auch Seelen.
Deswegen schreibt Paulus auch:
Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt worden seid für den Tag der Erlösung! Alle Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und Lästerung sei von euch weggetan samt aller Bosheit. Eph 4:30–31.
Das griechische Verb λυπετε (lypeite) heißt “traurig machen”
Paulus zeigt: Gottes Charakter im Heiligen Geist – empfindsam, heilig, liebevoll. Wenn wir Groll nähren, betrüben wir Ihn, der uns versiegelt hat. Er ist das Siegel (sphragis), das unsere Zugehörigkeit zu Gott bestätigt – und doch kann unsere Härte Sein Wirken dämpfen.
Und wenn wir NICHT einander vergeben...verletzt es ihn zutiefst.
Matthäus 18 – Der Knecht vergisst das Erbarmen
Wie der Knecht, der frisch vergeben ist und sofort fordert: “Bezahl, was du mir schuldest!” So werden wir, wenn wir das Kreuz vergessen.
Unvergebenheit ist geistliche Amnesie – wir vergessen, dass wir selbst Begnadigte sind.
Bitternis (griech. pikria) ist die Wurzel, aus der Zorn (thymos), Geschrei (kraugē) und Lästerung (blasphēmia) wachsen (Eph 4,31).
Paulus listet diese Worte wie eine Eskalationskette: vom inneren Groll bis zum offenen Streit.
Er sagt: “Weg damit!”– im Griechischen ein Aorist-Imperativ: eine entschiedene Handlung. Unvergebenheit ist ein Gefängnis, dessen Schlüssel in deiner Hand liegt. Wenn du loslässt, öffnet sich zuerst deine Tür.
Was Loslassen bedeutet…
Vergebung ist kein Verdrängen. Benennen:
Du legst die Schuld an die Stelle, wo deine schon bezahlt wurde. Übergeben:
(Röm 12,19) Vertrauen: „Mein ist die Rache, spricht der Herr.“
Ich weigere mich, den alten Film weiterlaufen zu lassen. Entscheiden:
Im Gleichnis vom Knecht, der seinem König zehntausend Talente schuldete – eine Summe, die kein Mensch je hätte begleichen können.
10.000 Talente = 6.000.000.000€…200,000 Jahre Arbeit Der König hat Mitleid und erlässt ihm alles.
Doch dieser Mann verlässt den Königshof und greift sofort einen Mitknecht an, der ihm auch eine Geldsumme schuldet.
Keine geringe Geldsumme...
100 Denarii…ca. 10.000€…schon eine große Summe, oder?
Schau mal was Jesus damit sagt...er nimmt hier nicht 2 Kupfergroschen um die Schuld zu beschreiben welche jemand DIR angetan hat...es ist eine große Summe die er hier nennt...
Jesus sagt damit...dass er WEIß wie diese Person dich verletzt hat. Er WEIß, wie es dich zerstört hat. Er WEIß, wie es dein Herz bluten lassen hat.
Es ist ihm NICHT egal.
Er sagt nicht Raff dich Mal...stell dich nicht so an!
NEIN!
Er sagt im Gegenteil...es ist schrecklich was dir passiert ist. Er möchte nur, dass du aufschaust auf IHN, wie ER vergeben hat.
Und wenn wir auf das Kreuz schauen...sehen wir unsere Schuld da am Kreuz...die Jesus uns vergeben hat. Wie ER war als man ihm noch schlimmeres angetan hat.
Er möchte, dass wir aufs Kreuz schauen...weil dann rückt auch unser schrecklicher Schmerz ins richtige Licht. Plötzlich verblasst es wenn wir sehen wie er vergeben hat, was er alles vergeben hat und vor allem wie viel er uns vergeben hat.

III. Werde wie Er – Vergeben wie Gott in Christus

Kein schlechtes Wort soll aus eurem Mund kommen, sondern was gut ist zur Erbauung, wo es nötig ist, damit es den Hörern Gnade bringe.
Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt worden seid für den Tag der Erlösung!
Alle Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und Lästerung sei von euch weggetan samt aller Bosheit.
Seid aber gegeneinander freundlich und barmherzig und vergebt einander, gleichwie auch Gott euch vergeben hat in Christus.
Werdet nun Gottes Nachahmer als geliebte Kinder und wandelt in der Liebe, gleichwie auch Christus uns geliebt und sich selbst für uns gegeben hat als Darbringung und Schlachtopfer, zu einem lieblichen Geruch für Gott.
Eph 4:29–5:2.
“So seid nun Nachahmer Gottes als geliebte Kinder und wandelt in der Liebe.” Eph 5,1
Gott möchte, dass wir vergeben wie Jesus. Das kann aber NUR passieren, wenn wir auf Jesus schauen...wenn wir ihm Nachfolgen.
Transformation kommt durch Anschauen (2 Kor 3,18)
“Wir alle, die mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen, werden verwandelt in dasselbe Bild.”
Verwandlung geschieht, wenn wir Ihn betrachten. Nicht moralischer Zwang, sondern Anbetung verändert uns. Wer lange genug auf den Fußwäscher und den Gekreuzigten schaut, wird wie Er: sanft, barmherzig, vergebend. Und schaue mal die Sprache welche Paulus hier benutzt:
Diese Familienähnlichkeit Gottes
Wir sind “geliebte Kinder”– erst Identität, dann Imitation. Wie Kinder, die den Vater nachahmen. Paulus’ Ethik ist immer filial – Kinderähnlichkeit, nicht einfach Sklavengehorsam.
Paulus beschreibt Vergebung als Gottesdienst...als Anbetung.
Der Kreuzestod war “ein liebliches Opfer”
Er sagt im Prinzip...wenn du vergibst, steigt derselbe Duft zu Gott auf. Er sagt: Vergebung ist Anbetung. Dein Loslassen ist Anbetung – eine geistliche Opfergabe.
Lieber Freund. Du sitzt hier verletzt. Dir haben Menschen weh getan. Du wurdest verraten. Du wurdest verlassen. Vielleicht haben deine Freunde dich DANN im Stich gelassen, wo du sie am meisten gebraucht hast.
Vielleicht wurdest du unfair behandelt. Unschuldig und doch verurteilt.
Gott sagt dir heute, dass er WEIß wie du dich fühlst. Ihm ist es nicht egal!
Sein Herz blutet. Und die Sache ist er KANN mitfühlen, weil Jesus all das und mehr am Kreuz passiert ist.
ABER, er sagt, dass WENN du darauf schaust, wie ER vergeben hat...wie JESUS am Kreuz vergeben hat. Wenn du dich traust deine Bitterkeit loszulassen, ist das eins der schönsten Dinge die du für GOTT tun kannst!
Das ist eins der größten Akte der Anbetung, welches du je bringen könntest. Größer als singen und Hände heben.
Wenn du JESU Beispiel folgst und vergibst, SO WIE ER...verherrlichst du Gott am meisten!
Vergebe SO wie Jesus:
Sei bereit zu Vergeben in dem du Menschen liebst MIT VOLLEM BEWUSSTSEIN, dass sie die enttäuschen können BEVOR sie es sogar getan haben.
Vergib , bevor du gebeten wirst. freiwillig
Vergib , ohne Restforderung. vollständig
Vergib , ohne alte Rechnungen. endgültig
Vergib , um Gott zu gefallen, nicht um dein Gefühl zu beruhigen. anbetend
Die Hände, die Petrus die Füße wuschen, möchten durch dich die Schuld anderer abwischen.
Die Stimme, die am Kreuz “Vater, vergib ihnen” sagte, möchte durch deinen Mund sprechen.
Wenn du so vergibst, riecht die Welt wieder den Duft von Gnade.

Schluss – Schau auf Christus und lass los

Vergebe wie Jesus.
Eine Ansage oder?
Ich weiß nicht was dich heute bewegt hat herzukommen und diese Predigt und Worte zu hören. Aber ich WEIß, dass es relevant ist für jeden der hier sitzt.
Ich möchte dir aber als allererstes sagen, du kannst nur WIR Jesus vergeben, WENN du auch die Vergebung Jesu erlebt hast.
Und falls du hier bist und noch kein bewusster, entschiedener Nachfolger Jesu bist…steht das Angebot seiner Vergebung und Einladung zur Nachfolge.
Wenn du das möchtest, dann komm zu Jesus!
Aber auch du, der Nachfolger Jesu ist…ist diese Predigt auch für dich…
Stell dir vor du und ich, wir stehen gerade im Thronsaal, wo unsere Schuld ausgelöscht wurde. Jetzt schau auf das Kreuz, wo sie bezahlt wurde.
Jetzt schaue auf den Schmerz welches du trägst.
Denke an die Menschen welche dich in deinem Leben schrecklich verletzt haben.
Denke an die Situationen die sich jetzt gerade abspielen in deinem Leben, wo dich jemand verrät, dich jemand betrügt, wo jemand dich angreift oder einfach dir gegenüber dir gleichgültig ist.
In dem Gleichnis von dem Knecht, mindert Jesus die Schuld nicht, die dem Knecht geschuldet wird…es ist keine unbedeutende Summe.
Gott sieht dein Schmerz, er versteht dein Schmerz, er möchte es nicht als unbedeutend abstempeln.
Er sieht dein Schmerz.
Er fühlt mit.
Er kennt es nur so gut, was es bedeutet betrogen zu werden, verraten zu werden, verlassen zu werden, geleugnet zu werden, ohne Schuld verurteilt und verletzt zu werden.
Es ist ihm NICHT egal.
Aber…er möchte dich einladen, HOCH zu schauen, für ein Moment, auf IHN.
Er möchte, dass du erkennst wem du gehörst.
Dass deine Identität “Kind Gottes” ist.
Er möchte dass du ihm nachahmst.
Es betrübt ihn, es verletzt ihn, wenn er sieht wie du dich festklammerst an deinem Schmerz und Bitterkeit…Weil er NICHT so ist.
Er hat es NICHT so getan.
Er möchte dass du realisierst wie viel er dir vergeben hat.
Weil wenn du das erkennst, wie unfassbar Gnädig er mit dir war…dass du Elements, dass im licht SEINER Vergebung deiner Schuld,
die Schuld dass dein Nächster, deine Frau, dein Mann, deine Eltern, deine Kinder, dein Nachbar, dein Chef, dein Kollege, deine Ex…dir schuldet…Plötzlich ganz klein wird.
Er möchte das…nicht um dich im permanentem schlechten Gewissen zu halten…
NEIN…er möchte das, damit es dir einfacher fällt loszulassen.
Bewusst die Sünde welche gegen dichgetan wurde... beim Namen zu nennen, sie wahrzunehmen, nicht zu ignorieren oder verdrängen sondern bewusst aufzugeben.
Bewusst auszusprechen, Vater vergib ihm. Vergib ihr. Vergib ihnen.
Vater ich möchte NICHT dass du es ihnen anrechnest!
Dass du für die betest, die dir Böses tun.
Und weißt du was? Dieses Gebet, ist eins der größten, herrlichsten und schönsten Akten der Anbetung die du Gott bieten kannst.
Vergeben ist nicht schwäche, es ist das ultimative Kraftakt.
In dem Moment, wo du deinen Feinden vergibst, wo du von Bitterkeit loslässt, wo du dich und deine Rechte zurückstellst…
DA wird Gott verherrlicht.
Da freut er sich über dich am meisten…warum?…weil du ihm ähnlich bist.
Weil du SO vergibst wie Jesus!
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