Jesus der gute Hirte (2)

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Einleitung

Was ist gut? Wir Menschen beschreiben Dinge als Gut, wenn sie uns gefallen. Oft hat es mit unseren Gefühlen zu tun, was wir gut finden. “Es fühlt sich gut an”, “Es fühlt sich richtig an”, sind oft Aussagen, die wir treffen. Wir Menschen beschreiben etwas als gut, wenn es positive Erinnerungen in uns hervorruft. Deshalb sagt man oft “Früher war alles besser”. Ja, Dinge die uns Frieden und Sicherheit geben empfinden wir als gut. Dinge, die uns gerade sehr wichtig sind, die sind gut. So etwas ändert sich aber mit der Zeit. So kann man mit 18 Jahres etwas für gut halten, wovon man später mit vielleicht 40 Jahren nicht mehr sagt, dass es gut ist.
Das was wir also als GUT bezeichnen, das gründet meist auf unseren Gefühlen und unserer aktuellen Situation und Verständnis.
Wenn wir in die Bibel schauen, so sagt die Bibel, das Gott bestimmt was gut ist. Denn Gott selbst ist vollkommen GUT.
Psalm 100:5 ELB 2006
Denn gut ist der HERR.
So so ist alles Gut, was von Gott kommt und was seinem Willen entspricht.
Unser Thema heute ist die vierte ICH-BIN-Aussage Jesu. Dort sagt er:
Ich bin der gute Hirte.
Jesus zeigt somit das er Gott ist, weil er vollkommen gut ist. Wir finden unseren Text in Johannes 10. Im September hatten wir uns bereits die ersten 10 Verse angeschaut. Wir möchten die Vers 7-21 lesen aus Johannes 10:
John 10:7–21 ELB 2006
Jesus sprach nun wieder zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür der Schafe. Alle, die vor mir gekommen sind, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe hörten nicht auf sie. Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, so wird er gerettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben. Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Wer Lohnarbeiter und nicht Hirte ist, wer die Schafe nicht zu eigen hat, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht – und der Wolf raubt und zerstreut sie –, weil er ein Lohnarbeiter ist und sich um die Schafe nicht kümmert. Ich bin der gute Hirte; und ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne; und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe andere Schafe, die nicht aus diesem Hof sind; auch diese muss ich bringen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde, ein Hirte sein. Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, um es wiederzunehmen. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selbst. Ich habe Vollmacht, es zu lassen, und habe Vollmacht, es wiederzunehmen. Dieses Gebot habe ich von meinem Vater empfangen. – Es entstand wieder ein Zwiespalt unter den Juden dieser Worte wegen. Viele aber von ihnen sagten: Er hat einen Dämon und ist von Sinnen. Was hört ihr ihn? Andere sagten: Diese Reden sind nicht die eines Besessenen. Kann etwa ein Dämon der Blinden Augen öffnen?
In diesem Text zeigt Jesus also, dass er der gute Hirte ist. Und Jesus sagt hier was das bedeutet, dass er der gute Hirte ist. Wir sehen hier, dass es es bedeutet, dass er die Seinen schützt, sie kennt und sie liebt.

Jesus schützt die Seinen (V.11-13)

Erklärung

Jesus beginnt hier damit, dass er sich als den wahren Hirten bezeichnet. Er sagt hier:
John 10:11 ELB 2006
Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.
Wie schon eben erwähnt finden wir hier wieder eine “Ich-Bin” Aussage Jesu. Jesus macht sieben solcher Aussagen im Johannesevangelium. Mit den Worten “Ich-Bin” gibt Jesus sich als wahrer Gott zu erkennen. Schon damals zu Mose stellte Gott sich vor als “Ich bin der ich bin”. Und somit ist dies hier ein Titel Gottes. Jesus zeugt hier auf seine Gottheit.
Jesus sagt hier, dass er der GUTE Hirte ist. Das Wort hier wird betont. Und stellt Jesus als den edlen und lobenswerten Hirten dar. Hierdurch solle ein Gegensatz gebildet werden zu den Mietlingen.
Jesus sagt hier, dass er der gute HIRTE ist. Wenn wir ins Alte Testament schauen, so sehen wir, dass dort die Führer Israels als Hirten des Volkes bezeichnet werden. In Hesekiel 34 werden die Hirten des Volkes als falsche Hirten bezeichnet. Als Hirten die sich nicht um die Herde kümmern, sondern sie stattdessen ausbeuten. Und dann gibt Gott in Vers 11 dem Volk eine Verheißung:
Ezekiel 34:11 ELB 2006
Denn so spricht der Herr, HERR: Siehe, ich bin es, und ich will nach meinen Schafen fragen und mich ihrer annehmen.
Gott gibt also dem Volk Israel die Verheißung, dass er sie weiden wird. Er selbst ist der Hirte, der sie weiden wird. Er ist ihr echter Hirte. Und hier zeigt Jesus mit diesen Worten, dass er der Herr ist, der sein Volk weiden wird. Jesus zeigt hier, dass er der wahre Messias ist.
Was bedeutet es, dass Jesus der Hirte ist?
Schafe sind Tiere, die auf Führung angewiesen sind. Schafe sind Herdentiere. Sie haben einen schlechten Orientierungssinn und sind Fluchttiere. Das bedeutet, dass sie kaum in der Lage sind sich selbst zu verteidigen. Sie sind somit Schutzbedürftig, weil sie keinen Selbstschutz haben. Somit brauchen Schafe einen Hirten, sie sind darauf angewiesen.
Die Bibel benutzt Schafe als Bild für die Menschen. Ohne einen Hirten irren die Menschen einfach umher. Genau das sagt Jesus in Matthäus 9, als er die Menschenmengen sich anschaute.
Matthew 9:36 ELB 2006
Als er aber die Volksmengen sah, wurde er innerlich bewegt über sie, weil sie erschöpft und verschmachtet waren wie Schafe, die keinen Hirten haben.
Und so sagt Jesus nun, dass er der gute Hirte ist. Das bedeutet, dass durch ihn ein Mensch nicht mehr umherirrt. Dass er nun eine Führung im Leben bekommt. Es bedeutet, dass er nun Schutz bekommt und Nahrung. Er bekommt nun einen Sinn im Leben und irrt nicht mehr umher. Er gehört nun zur Herde Gottes.
Auf den Aspekt Schutz geht Jesus hier als erstes ein. Jesus sagt hier, dass er sein Leben gibt für die Schafe. Da Jesus hier diese Aussage in Kontrast setzt zu den Lohnarbeitern, die die Herde nicht schützen, geht diese Aussage in Richtung des Schutzes, den er seinen Schafen gibt.
Nun ein Lohnarbeiter, ist jemand, der für Geld die Herde weidet. Es ist also jemand, dem die Herde nicht gehört, sondern diese Arbeit nur um des Geldes willen tut. So stellt Jesus es hier dar. Lohnarbeiter ist jemand, er die Herde aus Eigennutz weidet. Deshalb lässt so jemand auch die Schafe im Stich, wenn Gefahr kommt. Hier wird die Gefahr mit dem Bild eines Wolfes beschrieben, weil das auch die Raubtiere sind, die die Schafherde oft angreifen.
Was will Jesus damit ausdrücken?
Er möchte hier an dieser Stelle zu den Führern des Volkes Israel sprechen, also zu den geistlichen Führern wie die Pharisäer. Sie sind Lohnarbeiter, weil sie das Volk aus Eigennutz und Selbstruhm leiten. Nicht weil ihnen etwas an den Menschen liegt. Genauso möchte Jesus damit auf all die Führer des Volkes zeigen, die in der Vergangenheit immer wieder das Volk ausgebeutet haben und sie in die Irre geleitet haben. Diese sind Menschen die bei Gefahren fliehen und sich nicht schützend vor das Volk stellen.
Was ist nun die Gefahr? Wen meint Jesus mit den Wölfen?
Jesus sagt in Matthäus 7 hierzu:
Matthew 7:15 ELB 2006
Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen! Inwendig aber sind sie reißende Wölfe.
Matthew 10:16 ELB 2006
Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter Wölfe; so seid nun klug wie die Schlangen und einfältig wie die Tauben.
Später sagt Paulus zu den Ältesten von Ephesus:
Acts 20:29 ELB 2006
Ich weiß, dass nach meinem Abschied grausame Wölfe zu euch hereinkommen werden, die die Herde nicht verschonen.
Wölfe stehen hier also für falsche Lehrer, oder für die Feinde der Boten Gottes. Sie sind diejenige, die die Herde angreifen um sie zu zerstören und zu rauben. Ja, hier geht es auch um den Wolf aller Wölfe, also den Feind Gottes - den Teufel. Er ist derjenige, der die Herde Gottes zerstören will.
Doch Jesus sagt hier:
John 10:11 ELB 2006
Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.
Und damit drückt Jesus vollkommen Schutz aus. Er ist derjenige, der sich für die Herde in den Riss stellt. Er ist bereit selbst sein Leben für die Schafe zu geben.
War dir bewusst, dass der Schutz Gottes in dem Tod Jesu liegt? Hierin hat er gezeigt, was er bereit ist für uns zu tun. Und so zeigt er hier, dass er bereit ist in den Tod zu gehen für uns. Er schenkt vollkommenen Schutz, weil er alles besiegt hat.
Die Welt, den Tod, und den Teufel. Er hat den Teufel die Macht genommen. Was ist die Waffe des Teufels? Das ist die Sünde. Dadurch kann er den Menschen anklagen und verurteilen. Doch Jesus hat die Sünde überwunden und somit den Teufel entwaffnet. Wenn er anklagen will, so sagt Jesus, dass er bereits dafür gestorben ist. So bietet Jesus vollkommenen Schutz.
Ja, wenn Angriffe kommen, so flieht er nicht von uns, sonders steht uns zur Seite. Er schützt uns und stellt sich vor uns. Wir sind sein Eigentum und so ist er bereit alles für uns hinzugeben.

Illustration

Wir sehen hier, dass Jesus selbst eine Illustration macht, um uns zu erklären, was es bedeutet, dass er unser Herr ist. Ein weiteres Bild finden wir im Alten Testament bei David. Er war auch ein Hirte, der für seine Schafe eintrat. Er kämpfte gegen den Löwen oder den Bären und so schützte er seine Schafe als Hirte.

Anwendung

So ist es mit Jesus. Er ist der wahre Hirte und wir gehören zu ihm. Wir sind sein Eigentum, deshalb schützt er uns so.
Was bedeutet das also für uns? Es zeigt uns, dass wir als Schafe machtlos sind gegen den Feind. Wir haben keinen Eigenschutz, weil wir wir Schafe sind, die auf den wahren Hirten angewiesen sind. Wir brauchen also Jesus immer in unserem Leben.
Warum versuchen wir dann so oft die Probleme und Angriffe in unserem Leben selbst zu lösen? Warum versuchen wir selbst den Feind zu besiegen? Wenn in in Epheser 6 schauen, so werden dort die Ausrüstung genannt, wobei wir nur eine Waffe zum Angriff haben. Der Rest sind alles Mittel zum Schutz, Und diese kommen alle von Gott. Und aus die einzige Waffe die wir haben ist Gottes Wort und kommt von ihm. Also wir können im Kampf nur bestehen, durch unseren Hirten. Weil Jesus sich für uns in den Riss gestellt hat.
Hier in unserem heutigen Text zeigt Jesus uns, dass unser Schutz und unsere Sicherheit in dem Opfertod Jesu liegt. Er hat alles vollbracht. Er hat sich hingegeben. Und so ist das einzige war wir gegen den Feind tun können ist, dass wir uns hinter Jesus stellen.
Deshalb liegt der Sieg über die Sünde in der Hingabe zu Jesus. Wenn du also gerade mit einer Sünde kämpfst, so höre auf dich mit der Sünde zu beschäftigen, wie du da am Besten gegen antreten kannst. Sondern beschäftige dich mit deinem Hirten Jesus. Lebe bewusst in einer Beziehung mit ihm durch sein Wort und durch das Gebet. So wirst du in dem Schutz des Hirten leben. Wenn du dich aber von der Herde entfernst, so bist du Schutzlos.
Halte dir immer wieder Jesu Erlösung vor Augen, denn darin siehst du den vollkommenen Schutz Gottes. Weil darin du das ewige Leben bekommen hast. Und so vor jeder Verurteilung des Teufels geschützt bist, weil Christus für alle deine Sünden gestorben ist.

Jesus kennt die Seinen (V.14-16)

Kommen wir zum zweiten Punkte, den Jesus hier zeigt. Er zeigt, dass er der gute Hirte ist, bedeutet, dass er die Seinen kennt.

Erklärung

Jesus sagt hier in Vers 14:
John 10:14 ELB 2006
Ich bin der gute Hirte; und ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich,
Jesus sagt hier, dass er der gute Hirte ist bedeutet, dass er die Seinen kennt. Was bedeutet das Kennen? Mein es ein Wissen um etwas? Wenn wir uns den Begriff anschauen, so meint dies hier etwas viel tieferes. Das Wort bedeutet erkennen im Sinn von Verstehen und begreifen. Es bedeutet nicht nur wissen dass es jemanden gibt, sondern es meint, dass ich den anderen wirklich kenne, wie er ist. Dieses Wort wird sogar manchmal benutzt für ehelichen Verkehr.
Matthew 1:25 ELB 2006
und er erkannte sie nicht, bis sie einen Sohn geboren hatte;
Das ist das intimste, was zwei Menschen hier auf Erden auf körperlicher Ebene erleben können. Es meint “Kennen” also eine tiefe Bindung, eine tiefe Beziehung zueinander. Und diese Zusicherung gibt der Herr Jesus Christus uns hier. Er ist der gute Hirte und das bedeutet, dass er die Seinen kennt. Paulus schreibt im 2. Timotheusbrief:
2 Timothy 2:19 ELB 2006
Doch der feste Grund Gottes steht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt, die sein sind;
Unser Herr weiß also, wer zu ihm gehört, wer deiner Schafe sind. Er kennt jeden der zu seiner Herde gehört. Das Kennen bedeutet also, dass er uns anerkennt, als die Seinen und uns annimmt, als seine Geliebten. Das spricht also von der Beziehung Gottes zu uns und seine wunderbare Treu zu uns. Das ist etwas wunderbares, dies zu wissen.
Weiter sagt Jesus hier, dass eine Folge hieraus ist, dass die Seinen ihn kennen. Sie haben ihn als ihren Hirten anerkennt. Als ihren Herrn und ihren Retter. Das wiederum bedeutet, dass man in der Verbindung zu ihm nun steht und ihm gehorsam leistet. Dass man diesem Herrn nachfolgt. Das bedeutet denn Herrn zu kennen.
Wir sehen also, dass Jesus zu kennen, nicht nur bedeutet anzuerkennen, dass er existiert hat. Dann gehört man noch nicht zu einer Herde. Um zu seiner Herde zu gehören muss man ihn anerkennen. Er erkennt uns und nimmt uns an und wir anerkennen ihn als unseren Herrn. Wir unterstellen uns ihm und folgen ihm nach. Jesus zu kennen bedeutet in seiner Nachfolge zu stehen. Genau das wird Jesus später in Vers 27 sagen:
John 10:27 ELB 2006
Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir;
Dieser Satz geht noch weiter. Jesus zeigt hier was die Basis dieses kennen ist.
John 10:14–15 ELB 2006
Ich bin der gute Hirte; und ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne;
Jesus sagt hier also, dass dieses Kennen, dass er zu dein seinen hat, ist genauso wie das Kennen zwischen ihm und den Vater. Jesus führt hier also an, dass dieses Kennen sich auf das Kennen in der Trinität Gottes gründet. Und hier kommen wir in einen Bereich, der für uns Menschen unbegreiflich ist. Denn hier geht es um Gott in seiner ganzen Fülle. Gott der Vater und Gott der Sohn waren von Ewigkeit her eine vollkommene Einheit. Eine Einheit, wie es sonst nirgends gibt. Hier ist vollkommene Erkenntnis und Liebe vorhanden. Hier ist ein Kennen vorhanden, das seines gleichen sucht. Hier ist so eine vollkommen herrliche Gemeinschaft vorhanden von Ewigkeit her. Eine Gemeinschaft die vollkommene Erfüllung gibt und nichts anders braucht. Eine Gemeinschaft und Einheit die vollkommen Souverän ist. Also etwas, was für unseren menschlichen Verstand nicht zu greifen und zu begreifen ist.
Ein Ausleger schreibt hierzu:
Es hatte nie eine innigere Erkenntnis zwischen Personen gegeben als die zwischen dem Vater und dem Sohn, während der auf der Erde war; und nach diesem Muster sollte es sein zwischen ihm, wenn er erhöht sein würde, und den Schafen, die noch auf der Erde sind« (Kelly). Benedikt Peters, Kommentar zum Johannes-Evangelium, 1. Auflage (Bielefeld: Christliche Literatur-Verbreitung e. V., 2015), 424.
Das ist etwas unbegreifliches, dass Jesus uns so kennt und so eine Gemeinschaft mit uns hat. Ja, dies beinhaltet all seine Fürsorge, Liebe und Hingabe. Johannes Calvin schreibt:
So wenig ihn der Vater verwerfen oder gleichgültig behandeln kann, so wenig kann er unser vergessen. Johannes Calvin, Das Evangelium des Johannes, hg. von Ramon Gil Kukula, übers. von August Wilhelm Fürer, Calvins Auslegung der Heiligen Schrift (Bellingham, WA: Logos Bible Software, 2024), Joh 10,15.
So ist es auch. Dass Jesus diesen Vergleich macht gibt uns vollkommene Zuversicht und Sicherheit. Wir können vollkommen Sicher sein bei Jesus. Er hat uns vollkommen in seine vollkommene Gemeinschaft aufgenommen. Ist das nicht etwas vollkommen schönes? Ist das nicht etwas, was uns Trost und Mut gibt?
Jesus beendet auch diese Aussage mit den Worten
John 10:15 ELB 2006
und ich lasse mein Leben für die Schafe.
Ja, Jesu Opfer ist die Grundlage für diese vollkommene Gemeinschaft mit ihm. Durch seinen Tod und seiner Auferstehung können wir in diese Gemeinschaft und Einheit eintreten.
Dann zeigt Jesus hier noch einen weiteren Aspekt dieser Herrlichen Gemeinschaft. Und zwar dass er auch noch andere Schafe hat. Diese wird er auch bringen und in diese Gemeinschaft führen. Schafe, die nicht zum Volk Israel gehören. Jesus spricht hier von den Nationen, von den Heiden, die er auch retten wird und so eine Gemeinschaft schaffen wird auch Juden und Heiden. Jesus zeigt hier somit, dass diese Gemeinschaft mit ihm nicht nur etwas zwischen einem Menschen persönlich und Jesus ist. Sondern die Gemeinschaft mit ihm beinhaltet auch die Gemeinschaft mit seiner Gemeinde.
Jesus hat am Anfang des Kapitels davon gesprochen, dass er diese Schafe herausführen wird. Er also die Juden aus dem Gesetz führen wird zur Freiheit in ihm. Und diese Andere Schafe führt er auch nicht in den Hof dieser herein, sondern er führt diese herausgeführt mit den anderen zusammen. So gibt Jesus hier ein wunderbares Bild davon, was er tun wird und wie er die Gemeinde schaffen wird.

Illustration

Ich denke alle Eltern kennen das Phänomen, dass Kinder meinen besser Bescheid zu wissen als die Eltern. Da laufen die Kids ohne Jacke raus und man sagt, dass sie sich anziehen soll, es wird ihnen kalt werden, oder man sagt sie werden sich erkälten. Die Kids meinen besser zu wissen und erkälten sich.
Oder die Kinder meinen satt zu sein, weil sich einfach schnell wieder raus wollen und man sagt als Eltern, Iss, du wirst gleich wieder Hunger haben. Und siehe da, kurze Zeit später kommen sie an und haben hunger.

Anwendung

Aber geht es uns als Kinder Gottes nicht auch oft so? Wir meinen besser zu wissen und geraten wieder in einer Schwierigkeit?
Jesus zeigt hier im Text, dass er derjenige ist, der uns vollkommen kennt. Er kennt uns besser als wir uns kennen. Er ist der Schöpfer von allem und so weiß er am Besten was gut für uns ist. Ja, oft sind wir unzufrieden mit unserer Situation. Doch der Herr weiß besser Bescheid. Er weiß wirklich besser, was gut für uns ist. Denn er kennt ja auch die Zukunft. Er weiß auch was da noch kommen wird. Wer kann also besser wissen was für uns gut ist, als dieser Hirte?
Jesus hat hier von der vollkommenen Kenntnis gesprochen, die er für uns hat. Und dass soll uns sicher machen. Das soll uns Sicherheit auch in schwierigen Lagen schenken. Ja, auch wenn uns Leid begegnet, so könne wir wissen, dass der Herr alles weiß dun wir sicher sind als seine Schafe. er wird uns führen, so wie es für uns am Besten ist. Ja dieser Text gibt uns Trost und Hoffnung, Mut und Stärke.
Aber dieser Aspekt hier möchte uns auch unsere Augen öffnen für die Schafe um uns herum. Jesus stellt uns in seiner Gemeinde. Wir leben in einer innigen Gemeinschaft mit dem Herrn. Wir alle leben in dieser Gemeinschaft und folgen zusammen Jesus nach. Jesus möchte uns hier zeigen, dass wir als seine Schafe diese Gemeinschaft untereinander und miteinander haben. Diese intime Gemeinschaft mit dem Herrn soll auch unser Miteinander prägen und zu einer wunderbaren Gemeinschaft führen.
Was trägst du zu dieser Gemeinschaft bei? Lebst du in dieser Gemeinschaft?

Jesus liebt die Seinen (V.17-21)

Kommen wir nun zum dritten und letzten Aspekt, den Jesus hier nennt, was es bedeutet, dass er der gute Hirte ist - Jesus liebt die Seinen.

Erklärung

Jesus hat hier immer wieder gesagt, dass er sein Leben lässt für die Schafe. Normalerweise muss ein Schaf sein Leben lassen für den Hirten. Also dann wenn es geschlachtet wird, damit der Hirte daraus sein Nutzen hat. Doch Jesus sagt, dass er der gute Hirte ist, und das bedeutet, dass er sein Leben lässt für dich Schafe.
Ab Vers 17 erklärt Jesus, dieses geben etwas ist, das ganz frei aus seinem Willen heraus geschieht. Und in diesem freiwilligen Handeln können wir ganz klar die Liebe des Hirten zu uns sehen.
Jesus sagt hier, dass der Vater ihn liebt, weil er sein Leben gibt. Ja, Jesus spricht hier von der Liebe des Vaters zu ihm, weil er die Bereitschaft hat zu sterben und wieder aufzuerstehen. Also dass Jesus bereit ist den Willen Gottes vollkommen zu tun. Jesus war bereit den Heilsplan vollkommen zu erfüllen. Und hierdurch Rettung für die Menschheit zu wirken. Hier sehen wir auch einen Zusammenhang zwischen der Liebe des Vaters zu seinem Sohn und der Liebe des Sohnes zu seinen Schafen.
Ja, Gott zeigt seine Liebe zu uns dadurch, dass er sein Sohn auf diese Erde gesandt hat. Er hat seinen Sohn hingegeben. Und dieser war bereit sein Leben zu lassen und auch danach wieder aufzuerstehen und so das Heil vollkommen zu erwirken. Darin sehen wir die Liebe Gottes zu uns. Johannes schreibt in seinem ersten Brief:
1 John 3:16 ELB 2006
Hieran haben wir die Liebe erkannt, dass er für uns sein Leben hingegeben hat;
Das Sterben am Kreuz war der größte Liebesbeweis, den es je gab. Hierin hat der Herr seine Liebe zu uns gezeigt. Paulus schreibt an die Römer:
Romans 5:7–8 ELB 2006
Denn kaum wird jemand für einen Gerechten sterben; denn für den Gütigen mag vielleicht jemand auch zu sterben wagen. Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus, als wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist.
So liegt in diesem Opfertod die Liebe Gottes zu uns. Hierin zeigt Gott seine Leibe zu uns vollkommen.
Jesus sagt hier, dass er dies vollkommen freiwillig, und somit vollkommen aus seiner Liebe zu uns getan hat. Jesus sagt hier, dass Niemand ihm sein Leben nehmen kann. Aber war es denn nicht so, dass die Juden ihn gefangen genommen haben? War es nicht so, dass er von Pilatus verurteilt wurde zum Tode? War es nicht so, dass er von den römischen Soldaten gekreuzigt wurde?
Und doch konnte diese dies nur tun, weil Jesus es zuließ. Wir lesen vorher, dass es einen Versuch gab ihn zu ergreifen.
John 7:30 ELB 2006
Da suchten sie ihn zu greifen; und niemand legte die Hand an ihn, weil seine Stunde noch nicht gekommen war.
Weil Jesus es zu diesem Zeitpunkt noch nicht zuließ, so konnten sie es nicht. Weil Jesus sein Leben freiwillig gab. Er lies es zu, dass die Menschen ihn auspeitschten und misshandelten. Er ließ es zu, dass sie ihn ans Kreuz nagelten. Aber es war nicht die Nägel, die ihn am Kreuz hielten, sondern meine und deine Sünden. Er tat es aus Liebe zu uns. Er allein hat die Vollmacht, oder die Macht das Leben zu geben.
Das sehen wir dann auch am Kreuz. Als Jesus dort am Kreuz hin, so wird dort gesagt:
John 19:30 ELB 2006
Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und übergab den Geist.
Hier sehen wir, dass niemand ihm das Leben genommen hatte. Sondern er hat sein Leben hingegeben. Er selbst entschied seinen Geist in die Hände des Vaters zu geben. Er entschied in den Tod zu gehen. Und so gab er sein Leben hin für uns.
Es ist nicht nur so, dass niemand ihm das Leben nehmen konnte, sondern er auch völlig frei war vom Zwang des Todes. Jeder Mensch der auf Erden geboren wird muss irgendwann sterben. Und wenn der Mensch sich nicht zu Gott bekehrt, so muss er auch in den ewigen Tod.
Doch Jesus wurde als sündloser Mensch geboren. Und so war er frei von diesem Zwang des leiblichen Todes. Er hätte nie sterben müssen. Doch er entschied freiwillig sich in den Tod zu geben für uns Menschen. Jesus zeigt damit, dass zum einen seine Göttlichkeit. Denn Das Leben nehmen und geben kann nur Gott. Wenn Jesus sagt, dass er diese Macht besitzt, so sagt er damit, dass er Gott ist. Dass er der Geber des Lebens ist. Ja, dass in ihm das Leben seinen Ursprung hat.
Zum Anderen zeigt Jesus damit, dass dieser Tod am Kreuz nicht deshalb passierte, weil die Feinde stärker waren. Dass hier der Feind siegen würde. Nein, hierin zeigt Jesus schon, dass dies vollkommen der Plan und die Vorsehung Gottes war. Denn hierin wurde die Gerechtigkeit Gottes erfüllt, weil der die Strafe auf sich nahm und bezahlte. Und zum Anderen wurde hier seine Liebe zu uns Menschen gezeigt. In diesem wunderbaren Plan Gottes fand sowohl die Gerechtigkeit und Heiligkeit Gottes seine Erfüllung als aus seine Liebe und Gnade.
Jesus geht hier auch weiter und spricht davon, dass er die Macht hat sein Leben auch wieder zu nehmen. Hier spricht er von der Auferstehung. Diese konnte er auch wirken. Ja in diesem Werk war Gott in seiner vollkommenen Trinität tätig. Wir finden viele Stellen, wo gesagt wird, dass Gott Jesus aus den Toden auferweckt hat. Und in Epheser 1 steht, dass der Heilige Geist Jesus auferweckt hat. Und hier sagt Jesus dass er selbst sein Leben wieder nimmt.
Wir sehen hier die Vollkommenheit des Erlösungswerkes. Dies geschah vollkommen freiwillig und somit vollkommen aus der Liebe Gottes heraus. Ja, Gott selbst ist die Liebe. Und diese offenbart er uns in der Erlösung.
Jesus sagt, dass er damit den Auftrag Gottes erfüllt. Jesus war bereit den Willen Gottes zu tun.

Illustration

September 1869, Freitagnachmittag. Albert Drecker geht seinem Job nach: Er bedient eine Zugbrücke am Passaic-Fluss. Gerade eben hat er die Brücke geöffnet, um ein großes Schiff passieren zu lassen, und nun muss er sie schnell wieder schließen, da ein Zug aus New York die Brücke bald überqueren wird.
Sein kleiner Junge Peter kommt angesprungen, um sich das Ganze aus nächster Nähe anzusehen. Doch er rutscht sehr unglücklich aus und fällt in den Fluss hinein. Praktisch im selben Augenblick ertönt das Signal des herannahenden Zuges. Drecker weiß, dass er sofort die Brücke schließen muss, wenn es nicht zu einer Katastrophe kommen soll. Würde er sich jetzt zuerst um seinen Sohn kümmern, könnte er nicht mehr rechtzeitig die Brücke herunterzulassen.
Was soll dieser arme Mann jetzt tun? Die fremden Menschen retten oder seinen eigenen Sohn? Schreckliche Sekunden! Mit blutendem Herzen lässt Drecker die schwere Brücke herunter, seinen verzweifelt kämpfenden Sohn vor Augen. Kaum ist die Brücke unten, donnert der Zug darüber hinweg.  Drecker hat dafür jetzt aber kein Auge mehr und stürzt sich schnell ins Wasser hinein. Zu spät! Er kann nur noch ein totes Kind ans Ufer ziehen!
Den Sohn opfern? - www.bibelstudium.de

Anwendung

So zeigt Gott seine Liebe zu uns indem er seinen Sohn hingegeben hat. Ja seinen sündlosen unschuldigen Sohn gibt er hin für Sünder. Gott hat seinen Sohn geopfert für mich und für dich.
Jesus sagt dass er dies freiwillig für uns getan hat. Er hat sich freiwillig hingegeben. Johannes schreibt genau das in seinem ersten Brief. und zeigt dann aber auch was das für uns bedeutet:
1 John 3:16 ELB 2006
Hieran haben wir die Liebe erkannt, dass er für uns sein Leben hingegeben hat; auch wir sind schuldig, für die Brüder das Leben hinzugeben.
Und so sind wir wieder beim Bild der Herde. Christus zeigt uns in seinem Opfer seine Liebe zur Herde. Und diese Liebe soll auch bei uns zu finden sein. So wie Christus uns liebt, so sollen wir einander lieben. Der Maßstab unserer Liebe kann höher nicht sein. Denn Jesus ist dieser Maßstab. Somit können wir unsere Glaubensgeschwister nie genug lieben. Ist dir das bewusst? Und auch hier liegt die Grundlage in dem Opfer Jesu. Wenn wir dies vor Augen haben, so werden wir angespornt auch zu lieben.
Jesu Liebe zu betrachten wird immer zur Liebe führen. Dazu führen, dass wir lieben werden. Dass wir den Nächsten lieben werden. Das wiederum bedeutet, wenn unsere Liebe nicht so sehr da ist, dass wir zu wenig auf Jesus schauen. Deine echte und innige Beziehung zum Herrn wird immer zur Liebe zu meinen Geschwistern führen.
Wenn du also wissen willst, wie deine Beziehung dun deine Liebe zu Jesus aussieht, so schau darauf wie sehr du deine Geschwister liebst. Dann weiß du wie deine Beziehung zum Herrn aussieht!
Du kannst das also daran prüfen:
Ist dir die Gemeinde wichtig?
Kommst du gerne zur Gemeinde?
Sind dir deine Glaubensgeschwister wichtig?
Betest du regelmäßig für deine Gemeinde und die Leute in der Gemeinde?
Freust du dich auf Gemeinschaft mit den Geschwistern?
Hierin sollen wir uns alle Prüfen. Ich muss dies genauso auch zu mir sprechen!

Schluss

Ich möchte das Gehörte nun noch kurz zusammenfassen.
Hier im Text hat Jesus zeigt, dass er der Gute Hirte ist. Damit zeigt er dass er der einzig wahre Hirte ist. Er ist der einzige, der Sinn und Erfüllung im Leben eines Menschen geben kann. Ohne ihn irrt ein Mensch umher. Dann haben wir gehen, was das bedeutet, dass Jesus der Hirte ist.
Als erstes haben wir gesehen, dass es bedeutet vollkommenen Schutz zu haben in Jesus Christus. Er hat alles besiegt und durch die Vergebung unserer Sünden bekommen wir vollkommenen Schutz. Er ist der, der der Sieger ist. Wir sind hilfsbedürftige Schafe und brauchen den Schutz des Hirten.
Als zweites haben wir gesehen, dass es bedeutet, dass Jesus uns kennt. Ja, dass wir in der herrlichen Gemeinschaft Gottes aufgenommen sind. Dies gibt uns Trost un Mut, weil wir nie alleine sind. Jesus kennt und nimmt uns an, so wie die Einheit zwischen ihm und der Vater ist. Das ist etwas wunderbares, weil wir vollkommene Geborgenheit und Ruhe durch diesen Hirten bekommen. Er weiß genau wie es uns geht und weiß auch was für uns am Besten ist. Und so wird er uns auch so führen.
Als drittes haben wir uns den Aspekt der Liebe angeschaut. Das ist darin zu sehen, dass Jesus freiwillig das Werk der Erlösung vollbracht hat. Und diese Liebe sol uns zur Liebe untereinander führen.
Nun kannst du dich selbst prüfen und fragen:
folgst du diesem Hirten?
Gehörst du zu der Herde Gottes?
Wenn nicht, dann kannst du heute noch dazu gehören, wenn du dein Leben Jesus übergibst. Du kannst uns gerne ansprechen und wir erklären die nochmal den Weg und beten mit dir.
Und wenn du bereits zu dieser Herde gehörst, so kannst du dich prüfen
wie deine Beziehung zu diesem Hirten aussieht
wie ist deine Beziehung zur Herde?
folgst du diesem Hirten nach? Wie sieht deine Nachfolge aus?
Und es möchte dir
Trost geben, weil er dich versteht und kennt
es möchte dir Mut geben, weil der dich Schützt
es möchte dir Hoffnung geben, weil er dich liebt.
SOLI DEO GLORIA
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