Taufgottesdienst: Mein Schatz

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Die Taufe ist Ausdruck einer neuen Lebensperspektive, die die Gegenwart aus Sicht der Ewigkeit wahrnimmt und sich in ihren Wandel investiert.

Notes
Transcript

Ablauf

Begrüßung
Lobpreis
Predigt
Taufe
Taufzeugnisse - Denise und Claudi
Glaubensbekenntnis - ganze Gemeinde
Taufverse lesen - Kathrin
Taufe - Lukas
Lobpreis
Segensgebet für Täuflinge
Segensgebet von Taufpaten und der Gemeinde
Denise - Markus und Deborah
Claudi - Lena und Lukas
Übergabe Geschenke
Ansagen
Abschlussgebet

Die Taufe: Inwiefern drückt die Taufe eine neue Lebensperspektive aus?

Ich habe eine ganz merkwürdige Angewohnheit und zwar rede ich, wenn ich von meinem Lieblingsfußballverein Hertha BSC spreche, von wir. Ich sage nicht die oder der Verein, sondern wir sind Hertha BSC. Ich bin ein Teil davon. Es fühlt sich so an, als wäre es meine Mannschaft. Es sind meine Spieler, meine Manager und ich habe zu allem eine Meinung, was da passiert. Das war nicht immer so. Hertha war nicht schon immer mein Verein. Er wurde mein Verein. Aus einem die wurde ein wir. Ich weiß nicht, inwiefern ihr etwas damit anfangen könnt, aber vielleicht war dieser Verein Kirche und dann noch eine Freikirche früher auch einmal ein die für euch. Die Spinner. Die Merkwürdigen. Die Verrückten. Oder vielleicht auch gar nicht so negativ. Vielleicht waren es nur die Andersdenkenden. Aus einem die wurde ein wir. Für Denise und Claudi wurde aus dem die ein wir. Es ist nicht mehr die Kirche oder die Gemeinde. Es sind nicht mehr die Gläubigen. Es ist unsere Gemeinde. Es sind meine Brüder und Schwestern. Die Perspektive hat sich gedreht. Man schaut nicht mehr von Außen herein, sondern man schaut von Innen nach Außen. Was sich verändert hat, ist aber mehr als die Zugehörigkeit zu einem Verein. Es ist jetzt nicht so, dass Denise und Claudi einfach in den Gottesdiensten sitzen und Sprechchöre anstimmen, applaudieren oder jubeln, auch wenn das auch mal vorkommt. Es bedeutet, dass das Leben sich geändert hat. Es ist ein anderes Leben. Es ist nicht nur die Zugehörigkeit zu etwas, sondern die Abhängigkeit von jemandem.
Römer 6,4 BB
Und weil wir bei der Taufe in seinen Tod mit einbezogen wurden, sind wir auch mit ihm begraben worden. Aber Christus wurde durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt. So werden auch wir ein neues Leben führen.
Mit Christus ist Jesus gemeint. Jesus der Christus. Jesus der Gesalbte. Der Auserwählte. Jesus war von Gott ausgewählt. Gott wählte Jesus als sein Sohn aus, um zu sterben, um begraben zu werden, um aufzuerstehen und um ein neues Leben zu führen. Und daran gibt uns die Taufe Anteil. Durch die Taufe werden wir mit einbezogen in das Leben, den Tod und die Auferstehung Jesu. Aber was bedeutet das? Jesus ist gestorben, weil sein gerechtes Leben die Ungerechtigkeit getragen hat. Es ist die Ungerechtigkeit in deinem und meinem Leben, die danach ruft: Kreuzige ihn! Das bedeutet, dass die Momente, in denen Hass, Unfrieden oder Selbstsucht, die Oberhand gewinnen, von Jesus getragen wurden. Wir können Verletzungen und Schuld loslassen. Denn Jesus ist nicht nur gestorben, sondern er ist auch auferstanden. Jesus ist auferstanden, weil seine Gerechtigkeit die Ungerechtigkeit überwindet. Egal wie groß oder klein unsere Schuld, unser Versagen ist, sie ist nicht größer als die Liebe Jesu. Die Liebe Jesu kann das überwinden, was deine Beziehungen zerbrechen lässt. Sie kann dir einen Weg zu Gott ermöglichen. Denn Jesus hat ein neues Leben, weil die Selbstsucht, der Hass und der Unfrieden, die in dieser Welt regieren, überwunden wurden und auch heute noch überwunden werden können. Die Taufe drückt aus: Ich habe ein neues Leben, denn Jesus hat auch in meinem Leben die Ungerechtigkeit überwunden. Ich lasse mich nicht mehr von Selbstsucht, Hass oder Unfrieden bestimmen, sondern ich werde bestimmt durch Jesus Christus. Das treibt mich an. Die Liebe ist stärker als Hass. Ich kann jemandem liebevoll begegnen, auch wenn er mich nicht wertschätzt. Der Friede ist stärker als Unfrieden. Ich kann für jemanden einstehen, auch wenn er das Schlechte für mich möchte. Die Demut ist stärker als Selbstsucht. Ich kann mich zurücknehmen, auch wenn es mir zum Nachteil ist. Das hat Jesus gelebt. Das lebt Jesus noch heute und das bewirkt er in mir. Ich habe Anteil an einer Liebe, die es mir ermöglicht so zu sein. Ich brauche den Zuspruch dieser Welt nicht mehr. Ich muss mich nicht in dieser Welt durchsetzen, sondern ich habe den Zuspruch Gottes, der mir ewig gilt. Ich habe ein neues Leben.

Glaubensbekenntnis: Wie kann man die Gegenwart aus Sicht der Ewigkeit wahrnehmen?

Das ist die Perspektive. Das ist eine neue Lebensrealität, denn diese Sicht auf die Welt, sich selbst und seine Mitmenschen war vorher eine andere. Die Perspektive ändert aber erst einmal noch gar nichts. Ich muss euch, Denise und Claudi, leider enttäuschen, wenn ihr denkt, dass ihr aus dem Wasser kommt, und dann werdet ihr alles richtig machen. Es ist nicht so, dass man als getaufter Christ auf einmal alles richtig macht. Es ist nicht mal so, dass das Leben einfacher wird. Es wird vielleicht sogar anstrengender, weil wir bestimmte Entscheidungen und Handlungsweisen neu überdenken müssen. Wir bekommen durch die Taufe eine neue Perspektive. Wir bekommen ein neues Leben, aber dieses neue Leben muss gefüllt werden.
Römer 6,8 BB
Wir sind nun also mit Christus gestorben. Darum glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden.
Wir sind mit Christus gestorben. Wir haben eine Vergangenheit. Es gibt vieles in unserem Leben, was uns bestimmt, das nichts mit dem Glauben zu tun hat. Das wir mit Jesus gestorben sind bedeutet: Das hat keine Macht mehr über uns. Verletzungen, die wir erfahren haben, Schuld, die uns begleitet und prägt, hat keine Macht mehr über unser Leben. Wenn das Realität wird, dann wird es unser Leben verändern. Wenn ich anfange wieder mit Menschen zu sprechen, die mich verletzt haben, dann werden Beziehungen wieder hergestellt. Wenn ich nicht mehr zu Stolz bin, um um Entschuldigung zu bitten und zu meinen Fehlern stehe, dann wird Frieden in mein Leben einkehren. Wenn meine Sehnsucht nach Annahme mich nicht mehr dazu zwingt, alles so zu tun, dass es den anderen gefällt, dann werde ich Menschen auf Augenhöhe begegnen. Mit Jesus zu sterben bedeutet, dass das alles mich nicht mehr bestimmt. Wenn das Alte seine Macht verliert, bekommt das Neue Raum: Jesus. Statt meine Vergangenheit und meine Schuld mein Leben bestimmen zu lassen, lebe ich aus Liebe. Ich lebe aus einer Liebe, die mir unbedingt zugesprochen ist, für die ich nichts tun muss, die mich erfüllt. Mein Leben wird nicht mehr davon geprägt, dass ich Liebe suche, denn ich habe Liebe. Ich habe Jesus in mir, dessen Liebe stärker ist als der Tod. Bei Jesus gibt es keine Beziehungslosigkeit. Mit Jesus zu leben, bedeutet aus Liebe zu leben. Es bedeutet nicht mehr auf seine eigene Kraft begrenzt zu sein, sondern das Jesus ein Teil von uns wird, der uns die Kraft gibt anders zu sein. Es wird immer noch Situationen und Momente geben, in denen wir unsere Vergangenheit und alte Perspektive nicht ablegen können. In denen Dinge Macht über mich haben, die es eigentlich nicht haben sollten. Wir wissen alles, wie schwer es ist alte Gewohnheiten abzulegen. Aber unsere Sehnsucht ist es, dass wir in dieser Welt einen Wandel erleben. Unsere Sehnsucht ist es, dass wir immer mehr in die Liebe Jesu hineinwachsen und durch ihn leben.

Neues Leben: Wie soll sich die Gegenwart wandeln und wie investiert man sich darein?

Römer 6,10–11 BB
Denn sein Sterben war ein Sterben für die Sünde – das ist ein für alle Mal geschehen. Aber das Leben, das er jetzt lebt, lebt er ganz für Gott. Genau das sollt ihr auch von euch denken: Für die Sünde seid ihr tot. Aber ihr lebt für Gott, weil ihr zu Christus Jesus gehört.
Diese 2 Verse fassen das zusammen, worum es geht. Es ist ein Machtwechsel in unserem Leben. Ein Leben, das bestimmt wurde von der Sünde, wird zu einem Leben, das bestimmt wird von Gott. Das ist es, was Taufe ausdrückt. Das ist es, was Jesus uns ermöglicht: Ein Leben, das jetzt schon so lebt wie Jesus. Wir glauben daran, dass Jesus jetzt im Himmel ist. Er lebt bereits dort, wo wir einmal sein wollen. Ein Ort, an dem es keine Verletzungen mehr gibt. Ein Ort, an dem es keine Tränen gibt. Ein Ort, der erfüllt ist von Liebe und Frieden. Es ist ein Ort, an dem Gott überall hör- und spürbar ist. Das kann unser Leben jetzt sein. Das kann unser Leben jetzt prägen. Ein Leben für Gott ist ein Leben, dass überall Ausschau nach ihm hält. Ein Leben für Gott ist ein Leben, dass damit rechnet Gott zu hören. Ein Leben für Gott ist ein Leben, das jetzt schon einen kleinen Teil vom Himmel in sich trägt. Ein Leben für Gott ist ein Leben, dass sich danach ausstreckt, dass der Machtwechsel nicht nur im eigenen Leben passiert, sondern auch im Leben anderer. Wir können heute schon so leben, als wären wir im Himmel. Wir können eine Beziehung mit Gott führen. Wir können Gemeinschaft mit Menschen haben, die Gott genauso erleben wie wir. Wir können uns dafür einsetzen, dass Liebe, Frieden und Gerechtigkeit in dieser Welt größer werden. Wir können die Liebe Jesu weitergeben, die in uns ist. Wenn wir uns taufen lassen, dann ist unsere Hoffnung Gott in dieser Welt zu entdecken. Wenn wir uns taufen lassen, dann ist unser Wunsch, das die Welt sich verändert. Wenn wir uns taufen lassen, dann ist unser Ziel, dass noch mehr Menschen Jesus kennenlernen. Dein Leben für Gott kann heute beginnen.
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