Das Leben eines Predigers

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Einleitung - Das Leben eines Predigers

Text: 1. Timotheus 4,12–16 (Schlachter 2000)
Es gibt Berufe, die ein Mensch wählt. Aber es gibt Berufungen, die Gott bestimmt. Die gewisse Voraussetzungen mit sich bringen. Die Berufung zum Prediger ist keine Karriereentscheidung – sie ist ein göttlicher Besitzanspruch. Ein Prediger ist Gottes Eigentum...weil es jemand der hier steht und sagt “So spricht der Herr...” Das ist keine leichte Sache. Ein wahrer Prediger gehört nicht mehr sich selbst. Er lebt für eine Botschaft, die größer ist als seine Ambitionen, länger als sein Leben, heiliger als sein Name. Prediger sein ist ein Leben...nicht einfach eine Aktivität die man ab und an macht.
Irgendwie Leben wir Prediger in einer Spannung, zwischen: WAS wir predigen und WER wir wirklich sind. Von der einen Seite möchten wir nichts predigen, was wir selbst nicht ausleben…
...und von der anderen Seite, wenn wir uns vorbereiten, das biblische Wort und Wahrheit zu predigen…merken wir umso deutlicher unsere Defizite.
Wir kennen das alle.
Diese Prediger die wir Persönlich kennen und uns denken “Schön redet er…er soll es aber selbstausleben!”
Und auf der anderen Seite: Diese Prediger die komplett verunsichert alle 5 Minuten erwähnen: “ich predige in erster Linie zu mir selbst!”
Beides schwächt die Predigt unglaublich. Das eine weil man weiß dass der Prediger heuchelt. Das andere weil der Prediger scheinbar über etwas spricht über was er selbst nicht schafft.
Also was machen?
Auf perfekte Prediger zu warten, würde bedeuten, keine Predigt mehr in unseren Gottesdiensten zu haben. Oder?
Also? Wie sollen wir als Prediger darauf schauen?
Es ist ein Problem… Auf der einen Seite ist Wahrheit wahr, EGAL wer sie ausgesprochen hat. Auf der anderen Seite, scheint es unmöglich die Botschaft von dem Botschafter komplett zu trennen.
Und DIESE Spannung zeigt uns auch die Bibel.
Auf der einen Seite sagt Paulus:
ich bezwinge meinen Leib und beherrsche ihn, damit ich nicht anderen verkündige und selbst verwerflich werde. 1 Co 9:27.
Und dann aber sowas wie:
Und ich war in Schwachheit und mit viel Furcht und Zittern bei euch.
Und meine Rede und meine Verkündigung bestand nicht in überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft, damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit beruhe, sondern auf Gottes Kraft. 1 Co 2:3–5.
Die Frage ist: Woher kommt unsere Autorität zu predigen?
Ist es TOTAL von uns und von unserem Wandel abhängig? Wenn ja, haben wir alle ein großes Problem.
Kommt es allein vom Wort? Sodass egal wer, egal wie er lebt, Prediger sein darf? Wenn ja, haben wir alle ein großes Problem.
Paulus schreibt unseren heutigen Haupttext, in einem Brief an Timotheus:
Niemand verachte dich wegen deiner Jugend, sondern sei den Gläubigen ein Vorbild im Wort, im Wandel, in der Liebe, im Geist, im Glauben, in der Keuschheit!
Bis ich komme, sei bedacht auf das Vorlesen, das Ermahnen und das Lehren.
Vernachlässige nicht die Gnadengabe in dir, die dir verliehen wurde durch Weissagung unter Handauflegung der Ältestenschaft!
Dies soll deine Sorge sein, darin sollst du leben, damit deine Fortschritte in allen Dingen offenbar seien!
Habe acht auf dich selbst und auf die Lehre; bleibe beständig dabei! Denn wenn du dies tust, wirst du sowohl dich selbst retten als auch die, welche auf dich hören. 1 Ti 4:12–16.
Meine Überschrift lautet heute: “Das Leben eines Predigers” Drei Punkte:
Es geht um das Wort – nicht um dich.
Es geht um TREUE - nicht um Performance oder Leistung
Sei eifrig. Gib dich ganz hin.
Die ersten 2 Punkte gehen darum wie man SICH und den DIENST richtig einordnet...weil das wird das Leben eines Predigers prägen.
Der letzter Punkt wird praktisch auf das Leben eines Predigers eingehen.

1. Es geht um das Wort – nicht um dich.

“Niemand verachte dich wegen deiner Jugend, sondern sei den Gläubigen ein Vorbild im Wort...”
Paulus wusste: Die Versuchung des Dieners Gottes ist zweifach — Entmutigung und Selbstüberhöhung.
Wenn du Verachtung erlebst, fühlst du dich zu klein. Wenn du Frucht siehst, fühlst du dich zu groß.
Doch der Ruf bleibt: Es geht nicht um dich – es geht um das Wort.
Deine Autorität liegt nicht in deiner Stimme, sondern in der Wahrheit, die du trägst.
Timotheus hat sich scheinbar einschüchtern lassen von älteren Menschen in der Gemeinde, die ihn nicht ernst genommen haben, weil er so jung war.
Es muss aber nicht zwingend Alter sein…
...bei Mose war es sein Stottern.
...Bei Gideon, war seine Familie zu unbedeutend.
...Bei Paulus seine Vorgeschichte und Sünden der Vergangenheit.
Es gibt viele Gründe die wir uns finden können, warum wir NICHT predigen sollen… Paulus sagt… NEIN… lass dich nicht Einschüchtern.
Es geht nicht um DICH…WER es spricht, es geht um das Wort…das gesprochen wird.
Nicht deine Erfahrung zählt, sondern ob du DAS WORT GOTTES treu predigst, ob du in der Salbung predigst, in der Kraft des Heiligen Geistes predigst, das in dir brennt. “Vernachlässige nicht die Gnadengabe in dir, die dir verliehen wurde durch Weissagung unter Handauflegung der Ältestenschaft!”
Es ist möglich den Predigtdienst zu vernachlässigen. Ein seltener Prediger der gefragt wird, weil man dringend jemanden am Montag oder Mittwoch gebraucht hat...kann es vernachlässigen weil er es nicht so ernst nimmt.
Ein erfahrener Prediger kann es vernachlässigen, in dem er denkt… “Ach! Wird schon werden!”
Sogar ein Prediger wie Timotheus, der prophetisch bestätigt bekommen hat, und sogar für den Dienst als Prediger durch Handauflegung durch Älteste auferlegt bekommen hat...steht in der Gefahr den Predigtdienst zu vernachlässigen.
Vor allem wenn ein Prediger vergisst, dass es nicht um IHN und SEINE Gedanken geht.
Wenn er das Vergisst, steht er in Gefahr von Überheblichkeit...oder...Menschenfurcht. Ein Prediger steht nicht im Namen seines Alters, seiner Erfahrung oder seines Erfolgs – er steht im Namen des Herrn.
Es gibt kaum was schlimmeres, als ein Prediger der einfach plaudert aus eigener Erfahrung oder einfach irgendwelche Geschichten erzählt...Geschichten und dann irgendwo ein Bibelvers reinquetscht.
Vor allem um so jünger man ist. Die wenigsten interessiert unsere Erfahrung, unsere Gedanken zu einem Thema, was wir dazu zu sagen haben…die kommen um das Wort zu hören. Manche merken, dass nicht und blamieren sich. Andere lassen sich davon einschüchtern und wollen garnicht predigen.
Aber Paulus sagt uns hier, WENN Du aber auf dem WORT GOTTES aufbaust, wenn DAS der Fundament deiner Predigt ist…wenn du treu dieses Wort weiter gibst, dann ist EGAL wie jung du bist, wie unerfahren du bist, wie du stotterst oder aus welcher Familie du kommst und was deine Vergangenheit ist.
Man über DICH sagen was man will…aber gegen das Wort Gottes, kann man nicht widersprechen.
Wenn du jung bist und verspottet wirst, dann bleib treu, denn das Wort, das du trägst, ist älter als die Welt. Wenn du nicht so Redegewand bist...bleibe diesem Wort treu… ist DYNAMIS...Kraft. Wenn du nicht von einer Linie von Diener und Prediger kommst...bleibe diesem Wort treu...wie Millionen Männer Gottes ohne Rang und Name... welche diese Botschaft bis hin zu dir treu getragen haben!
Wenn wir verstehen, dass es nicht um UNS geht, sonder das WORT, dann nehmen wir uns selbst den Druck.
Du musst nichts herzaubern aus eigener Erfahrung…predige das Wort.
Und löse dich von dem Druck… es geht nicht um dich… und was Leute über dich sagen… Paulus schreibt in seinem 2. Brief an Timotheus:
Verkündige das Wort, tritt dafür ein, es sei gelegen oder ungelegen; überführe, tadle, ermahne mit aller Langmut und Belehrung!
Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich selbst nach ihren eigenen Lüsten Lehrer beschaffen, weil sie empfindliche Ohren haben; und sie werden ihre Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Legenden zuwenden.
Du aber bleibe nüchtern in allen Dingen, erdulde die Widrigkeiten, tue das Werk eines Evangelisten, richte deinen Dienst völlig aus! 2 Ti 4:2–5.
Wenn Menschen ablehnen und kritisieren, dann musst du es nicht persönlich nehmen, denn ihr Streit ist nicht mit dir sondern mit dem Wort Gottes…sofern du es treu gepredigt hast.
Deine Antwort auf Ablehnung? Auf unsachliche Kritik? Auf Menschen die dich ignorieren, demonstrativ dir zeigen möchten dass sie einschlafen oder sogar aufstehen und rausgehen wenn du dran bist?
bleibe nüchtern in allen Dingen, erdulde die Widrigkeiten, tue das Werk eines Evangelisten, richte deinen Dienst völlig aus!
Predige weiter.

2. Es geht um Treue — nicht Performance oder Leistung.

Es kann passieren, dass Menschen sich NICHT abwenden und dir SEHR GERNE zuhören. Wenn du anerkannt wirst und Menschen dir zuhören, dann bleib demütig, denn das Wort gehört dir nicht. Der Prediger ist kein Star, sondern ein Zeuge. Er ist kein Held, sondern ein Bote. Und die größte Gefahr ist nicht Ablehnung, sondern Selbstverherrlichung.
Bis ich komme, sei bedacht auf das Vorlesen, das Ermahnen und das Lehren. v 13
Paulus nennt hier den Herzschlag des Predigtdienstes: Das Wort Gottes steht im Zentrum im Gottesdienst.
In der Frühkirche war das öffentliche Lesen der Schrift der Moment, in dem die Gemeinde Gott selbst hören sollte. Heute ist dieser heilige Moment oft ersetzt durch Geschichten, Witze, Show, oder bloße Motivation. Doch Predigt ist kein Theater.
Ein ehemaliger Mentor hat mir immer gesagt:
“Domi, heutzutage kommen Menschen in den Gottesdienst um Unterhalten zu werden, Predigt ist Entertainment (Unterhaltung), du brauchst mehr Humor und mehr Geschichten, Geschichten, Geschichten!”
Paulus sagt aber:
Lese das WORT Predige das WORT Lehre das WORT
Es geht NICHT um Unterhaltung oder Geschichten!
Es ist nicht falsch eine kurze Geschichte in eine Predigt hineinzubauen… ABER NUR SOLANGE ES DAS WORT HERVORHEBT!
Zu oft nehmen unsere Beispiele überhand… es geht nicht darum deine Fälle auf der Arbeit hier an der Kanzel zu verarbeiten… es geht nicht darum Menschen was Interessantes zu erzählen, dass sie Hauptsache nicht gelangweilt sind… es geht darum das WORT hervorzuheben! Wir stehlen zu oft mit unseren Geschichten und Humor, die Aufmerksamkeit der biblischen Wahrheit!
Ich weiß von was ich rede… Vor paar Wochen erst, habe ich eine Lehrstunde gehalten über die „Unergründlichkeit Gottes“ und habe einen dummen Witz in einem Nebensatz gebracht.
SOFORT habe ich gemerkt wie ich so viel kaputt gemacht habe.
So ein wunderschönes, überwältigendes Thema…und Leute sitzen da und denken sich:
“was hat er jetzt damit gemeint?”
“Was war das gerade?”
Oder vielleicht sogar beleidigt waren?
Jedenfalls wurde die Aufmerksamkeit weg von dem was zählt, vom Wort weg…auf mich und mein “Humor”. Predigt ist NICHT Unterhaltung.
Wir sind keine Komödier, Clowns oder Motivationsredner.
Und auch wenn Menschen nur deswegen in die Gemeinde kommen würden...für Unterhaltung... Predigt ist kein Gespräch ÜBER Gott – sie ist Gottes Rede zu Menschen.
Jesus betete:
“Heilige sie in deiner Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit.” Joh 17,17
Wenn du predigst, geschieht Heiligung – nicht durch dich, sondern durch das Wort, das du sprichst. Das Wort ist das Bad, das die Gemeinde reinigt, das Licht, das die Dunkelheit vertreibt, das Feuer, das verbrennt, was unrein ist.
Darum, wenn du hier vorne stehst, sagt Paulus...Timotheus...sei nicht eingeschüchtert...es geht nicht um DICH:
Lies das Wort – gründlich, ehrfürchtig, betend. Predige das Wort – klar, scharf, gnädig, mutig. Lehre das Wort – systematisch, treu, liebevoll.
E. M. Bounds schrieb:
“Gott sucht keine große Redekunst, sondern große Heiligkeit. Nicht gebildete Lippen, sondern ein brennendes Herz.”
Das ist der Unterschied zwischen Information und Offenbarung. Zwischen Rhetorik und Salbung. Zwischen Applaus und Buße.
Wenn du predigst, soll der Hörer Jesus sehen. Denn die Kanzel ist kein Ort für Selbstinszenierung, sondern für Selbstverleugnung.
Es geht nicht darum, dass jemand denkt oder sagt, dass du gut gepredigt hast…
Es geht nicht darum uns zu verkünsteln, sondern wie ein Museenführer, Menschen zu diesem Wort zu führen, zu diesem realen, lebendigen Kunststück…und nicht was selber zu malen…sondern zu sagen
“SCHAU DIR DAS HIER AN!”
“Hast du schon diese Detail gemerkt, hast du schon das hier gesehen? Schau mal was der Künstler aller Künstler hier gemacht hat! Ist das nicht herrlich?!”
Wenn es Leben verändert und Menschen berührt werden…warst es nicht DU…sondern das Wort.
Der Prediger soll nicht um Zustimmung bitten – er muss das Wort Gottes verkünden, ob es beliebt oder nicht.

3. Es geht um Leben — nicht nur Reden

Dies soll deine Sorge sein, darin sollst du leben, damit deine Fortschritte in allen Dingen offenbar seien!
Habe acht auf dich selbst und auf die Lehre; bleibe beständig dabei! Denn wenn du dies tust, wirst du sowohl dich selbst retten als auch die, welche auf dich hören. V. 15–16
Andere Übersetzung sagt:
“Befleißige dich dieser Dinge, bleibe darin...”
Hier ruft Paulus zur Heiligkeit, Arbeit und Ausdauer.
Ich finde es interessant, dass auch Paulus hier von Timotheus und von uns Perfektion voraussetzt.
Er sagt: Befleißige dich dieser Dinge, bleibe darin, damit deine Fortschritte allen offenbar seien!
Wie sieht das aus?
A. Haben wir schon in den ersten 2 Punkten besprochen...DAS WORT soll unser Leben durchtränken.
Befleißige dich im Studium des Wortes.
Befleißige dich im Umsetzung des Wortes.
Nicht nur in der Woche in der du dich vorbereitest auf die nächste Predigt…SONDERN…bleibe darin!
Predigen ist kein Nebenschauplatz, keine Einmalige Sache, sondern ein Lebenswerk. Es ist kein Wochenendprogramm, sondern ein lebenslanger Ruf zur Hingabe.
Der Prediger lebt nicht nur von der Bibel – er lebt in der Bibel. Er studiert nicht nur für die Kanzel, sondern für sein Herz. Ein Prediger, der nur studiert, um zu reden, wird hohl. Ein Prediger, der studiert, um zu leben, wird brennend. Er betet nicht nur vor dem Gottesdienst, sondern als Lebensatem.
B. Ein Prediger der nicht betet ist nur ein Redner.
E. M. Bounds sagte:
“Ein Prediger, der nicht betet, ist ein Widerspruch.
Das Gebet macht den Prediger zu dem, was er ist.”
Das bedeutet: Dein verborgenes Leben ist wichtiger als dein öffentliches. Deine Stillezeit ist entscheidender als deine Stimme hier Vorne. Dein Herz ist die eigentliche Kanzel.
Es bedeutet: Wenn du schwach bist, geh auf die Knie. Wenn du müde bist, geh in die Gegenwart Gottes. Wenn du stolz wirst, sieh auf das Kreuz.
Paulus sagt über sich selbst:
Ich danke meinem Gott, dass ich mehr in Sprachen rede als ihr alle.
Aber in der Gemeinde will ich lieber fünf Worte mit meinem Verstand reden, damit ich auch andere unterweise, als zehntausend Worte in einer Sprache.
1 Corinthians 14:18–19
Paulus gibt uns einen kleinen Einblick in SEINE Vorbereitung.
Er zeigt uns…es geht nicht darum hier laut unsere “Geistlichkeit” zu zeigen, in dem wir laut in Zungen beten…dass ist nicht das was unsere Predigt Stark und Kraftvoll macht…SONDERN... es kommt aus unserem Gebetes Leben zuhause heraus.
Paulus spricht so als, würde er so viel Zeit im Heiligen Geist beten, damit wenn er dann in die Versammlung kommt und nur 5 Worte von der Kanzel spricht…werden diese kraftvoll und vom Geist getränkt
Und wenn du dich dem Heiligen Geist ganz hingibst, wenn du dich beflissen hineingibst in diesen heiligen Auftrag, wird dein Fortschritt sichtbar – nicht durch Erfolg, sondern durch Heiligkeit.
C. Ein Prediger ist sein eigener erster Zuhörer...
Paulus sagt: “Habe Acht auf dich selbst…”
“sondern sei den Gläubigen ein Vorbild im Wort, im Wandel, in der Liebe, im Geist, im Glauben, in der Keuschheit!”
Paulus nennt diese 6 Bereiche nicht zufällig. Sie bilden zusammen ein umfassendes Bild des christlichen Charakters, konkret eines Predigers, und decken drei Lebensbereiche ab:
A. Drei „äußere“ Bereiche – sichtbar, beobachtbar
Wort (λόγος)→ Alles, was Timotheus sagt. Der Prediger ist ein Vorbild durch seine Sprache, seine Kommunikation, seine Art zu reden, zu lehren und zu reagieren.Seine Worte müssen der Schrift entsprechen und geistlich gesund sein.
Wandel (ἀναστροφή)→ Lebensstil, Verhalten, Alltag. Paulus fordert: „Dein Leben muss das bestätigen, was deine Lippen verkünden.“Der äußere Lebensstil bestätigt oder widerlegt die Botschaft.
3. Liebe (ἀγάπη)→ Der Umgang mit Menschen. Liebe ist das sichtbare Motiv für Dienst, Unterweisung und Korrektur.Dies ist das Zentrum christlicher Ethik (Joh 13,35; 1 Kor 13).
B. Drei „innere“ Bereiche – Quelle des äußeren Lebens
Geist (πνεῦμα)→ Die innere Haltung, Gesinnung, geistliche Einstellung. Nicht der Heilige Geist, sondern die „innere Verfassung“ des Predigers. Es meint Demut, Hingabe, geistliches Feuer, innere Reinheit.
Glaube (πίστις)→ Vertrauen auf Gott, nicht auf Fähigkeit oder Erfahrung. Das ist die geistliche Kraftquelle des Predigers.
Reinheit (ἁγνεία)→ Vor allem sexuelle Reinheit, aber auch moralische Integrität allgemein. Timotheus war jung, und sexuelle Reinheit war gerade für jüngere Leiter ein brisantes Thema (vgl. 2 Tim 2,22).
Es beginnt mit WORT… und listet 5 Dinge...das bedeutet:
STUDIERE das Wort… und setzte sofort um was du im Wort entdeckst.
Überwache deine Seele in jedem Moment. Bewache deine Gedanken in jedem Moment. Prüfe dein Herz täglich im Licht des Wortes, ständig.
Es gibt keine “private Sphäre”, in der du kein Prediger bist. Was du sagst, deine Witze, was du postest – es ist alles Predigt.
Du bist nie “off duty” Dein ganzes Leben ist Botschaft.
Darum sagt Paulus:
“sei ein Vorbild der Gläubigen im Wort, im Wandel, in der Liebe, im Glauben, in der Reinheit.”
Ein Vorbild nicht durch Lautstärke, sondern durch Reinheit. Nicht durch Originalität oder Kreativität, sondern durch Treue. Nicht durch Wissen, sondern durch Liebe.
Wenn du redest, soll das Wort leuchten. Wenn du lebst, soll Christus sichtbar werden. Auch wenn du schweigst, soll man wissen: Da ist jemand, der mit Gott war.
UND Paulus sagt hier noch was…
D. Ein Prediger ist ein Arbeiter, ein Student und Forscher des Wortes.
Habe Acht…auf die Lehre; bleibe beständig darin!“ Ein Prediger ist SKLAVE der WAHRHEIT.
Wir sind berufen auf die Lehre zu achten.
Wir sind nicht an der Kanzel um eine Meinung zu vertreten.
Wir sind nicht an der Kanzel um die Position eines anderen oder sogar Position der Gemeinde zu vertreten.
Wir sind nicht da um die Gedanken eines Autors weiter zu geben in einem Buch welches wir eben gelesen haben.
Wir sind nicht an der Kanzel um etwas aus dem Ärmel zu schütteln…
SONDERN
...die WAHRE Lehre der Bibel zu vertreten.
Es gibt so viele Irrlehren welche in unsere Gemeinden hinein möchten.
Am schnellsten wird sie verbreitet durch einen Prediger der nicht auf die Lehre achtet.
Aber auch am besten wird sie bekämpft von einem Prediger der auf die Lehre achtet und die Wahrheit treu verkündet.
Aber das bedarf FLIEß Brüder.
Es kommt nicht von nichts.
Wir können uns nicht auf unsere Rhetorik verlassen.
Nicht auf unser Talent.
Nicht auf unsere mitreißende Redeart.
Nicht durch Emotionen und Lautstärke. Es bedarf FLEIß im Studiumgraben nach der Wahrheit…im Wort.
Der Prediger ist kein Unterhalter – er ist ein Wächter. Kein Performer – ein Sprachrohr Gottes. Kein Promi – ein Opfer.

Schluss: Wache über Leben und Lehre

Denn wenn du dies tust, wirst du sowohl dich selbst retten als auch die, welche auf dich hören. V. 16
Darum geht’s.
Predigen ist ein Werk mit ewigen Konsequenzen.
Wenn du treu bleibst, wird dein Leben selbst zur Predigt der Erlösung. Wenn du wachst über dein Herz und über die Lehre, wirst du selbst im Wort bewahrt – und die, die dich hören, werden zum Leben geführt.
Ein Prediger, der sich selbst aufgibt, der ALS Prediger lebt, damit Christus sichtbar in ihm lebt, rettet Seelen. Ein Prediger, der sich selbst sucht, verliert sie.
Darum, Bruder, Diener, Hirte, Wächter: Bleib am Wort. Lebe das Wort. Ringe mit dem Wort. Studiere das Wort fleißig. Weine über das Wort. Lass dich formen vom Wort.
Denn das Leben eines Predigers ist nicht Ruhm – es ist Gehorsam. Nicht Selbstverwirklichung – sondern Kreuztragung. Nicht Bühne – sondern Brandopfer.
Denn wir verkündigen nicht uns selbst, sondern Christus Jesus, dass er der Herr ist, uns selbst aber als eure Knechte um Jesu willen. 2 Co 4:5.
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