Gnadenjahr – wenn Jesus unser neues Jahr ausruft
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Gnadenjahr – wenn Jesus unser neues Jahr ausruft
Gnadenjahr – wenn Jesus unser neues Jahr ausruft
1. Begrüßung und Einstieg: Zwischen Weihnachtsglanz und Jahresanfang
Liebe Gemeinde,
wir sind im neuen Jahr angekommen – und doch ist Weihnachten noch nicht vorbei. Nach dem Kirchenjahr geht die Weihnachtszeit bis zum 2. Februar. In vielen Fenstern hängen noch Lichterketten, in mancher Wohnung auch noch der Herrnhuter Stern, in unseren Wohnzimmern steht vielleicht noch der Baum – ein bisschen schief und er beginnt sich vielleicht zu entnadeln, aber er ist noch da. Natürlich haben die nicht die Sorgen, die auf die moderne Form des Weihnachtsbaumes umgestiegen sind.
Aber es ist auch interessant: Draußen auf der Straße ist man längst woanders. Die Supermärkte räumen die letzten Schokonikoläuse mit 70 % Rabatt aus, dafür stehen schon die ersten Osterhasen in den Regalen. Die Werbung ruft: „Neues Jahr, neues Ich!“ – das Fitnessstudio, die neue Diät, mehr Achtsamkeit, mehr Leistung, mehr Ordnung. Und unser Handy zeigt uns die Rückblicke: „Das war dein Jahr 2025“ – Fotos, Momente, Emotionen. Und irgendwo zwischen Weihnachtsglanz, Neujahrsvorsätzen und grauem Januaralltag stehen wir da, wo wir am Ende des vergangen Jahres standen. Aber auch wir Christen werden ja mit einer neuen Jahreslosung motiviert, über die ihr ja schon am Neujahrstag nachgedacht habt.
Vielleicht sieht dennoch dein inneres Bild ungefähr so aus:
Außen sind noch die Lichter, aber innen ist man schon wieder müde.
• Nach außen klingt: „Frohes neues Jahr!“, nach innen: „Mal sehen, was dieses Jahr bringt – und ob ich das schaffe.“
• Ein Teil von dir freut sich auf das Neue. Ein anderer Teil schleppt da Altlasten mit: nicht verarbeitete Konflikte, offene Fragen, Schulden, Verletzungen, Ängste.
Genau in so eine Zwischenzeit hinein spricht der Prophet Jesaja hier in Jesaja 61. Diese Worte wurden ursprünglich in eine Situation hinein gesprochen, in der das Volk Israel zwar „zurück aus dem Exil“ war, aber noch lange nicht dort ist, wo es hoffte zu sein. Die große Verheißung war noch lange nicht erfüllt. Es war eine Zeit zwischen Heimkehr und Vollendung, zwischen Hoffnung und Ernüchterung, vielleicht sogar näher an der Verzweiflung als an der Zuversicht.
So hören auch wir das Wort heute: Dieser Text ist nicht nur ein Wort „für damals“, sondern ein Wort, das Jesus selbst auf sich bezogen hatte. Und damit ein Wort für gerade auch uns – mitten zwischen dem Weihnachtsglanz, dem Jahresanfang und der Zukunftsfragen.
2. Textlesung
Wir lesen Worte aus Jesaja 61,1–3 und 61,10–11 nach der Lutherübersetzung 2017:
1 Der Geist Gottes des Herrn ist auf mir, weil der Herr mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen; 2 zu verkündigen ein gnädiges Jahr des Herrn und einen Tag der Rache unsres Gottes, zu trösten alle Trauernden, 3 zu schaffen den Trauernden zu Zion, dass ihnen Schmuck statt Asche, Freudenöl statt Trauer, schöne Kleider statt eines betrübten Geistes gegeben werden, dass sie genannt werden »Bäume der Gerechtigkeit«, »Pflanzung des Herrn«, ihm zum Preise.
10 Ich freue mich im Herrn, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet, wie einen Bräutigam mit priesterlichem Kopfschmuck geziert und wie eine Braut, die in ihrem Geschmeide prangt. 11 Denn gleichwie Gewächs aus der Erde wächst und Same im Garten aufgeht, so lässt Gott der Herr Gerechtigkeit aufgehen und Ruhm vor allen Völkern.
Und damit es uns bewusst ist, welche Bedeutung diese Worte bei Jesus hatten, lesen wir auch die neutestamentliche Parallele aus dem Lukasevangelium:
16 Und er kam nach Nazareth, wo er aufgewachsen war, und ging nach seiner Gewohnheit am Sabbat in die Synagoge und stand auf, um zu lesen. 17 Da wurde ihm das Buch des Propheten Jesaja gereicht. Und als er das Buch auftat, fand er die Stelle, wo geschrieben steht : 18 »Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat und gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und die Zerschlagenen zu entlassen in die Freiheit 19 und zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.«
20 Und als er das Buch zutat, gab er’s dem Diener und setzte sich. Und aller Augen in der Synagoge sahen auf ihn. 21 Und er fing an, zu ihnen zu reden: Heute ist dieses Wort der Schrift erfüllt vor euren Ohren.
3. Der Gesalbte mitten in der Zwischenzeit
Schauen wir uns erst einmal den Text bei Jesaja genauer an: Wer spricht hier eigentlich?
„Der Geist Gottes des HERRN ist auf mir, weil der HERR mich gesalbt hat …“
Da stellt sich jemand vor als ein von Gottes Geist gesalbter Bote. Im Hebräischen steht dahinter das Wort „maschach“ – salben. Daraus wird später „Maschiach“, Messias. Im Alten Testament wurden Könige, Priester und manchmal Propheten gesalbt, als Zeichen: Dieser Mensch gehört Gott; Gott stattet ihn aus, gibt ihm Autorität, gibt ihm seinen Geist.
Hier verschmelzen diese Rollen:
Königlich – dieser Gesalbte ruft ein „Jahr“ aus, ordnet die Zeit neu.
Priesterlich – er verbindet gebrochene Herzen, tröstet Trauernde.
Prophetisch – er verkündigt das Wort Gottes, ruft Gnade und Gericht aus.
Und wann geschieht das? In einer Übergangszeit. Das Volk ist zwar zurück in Jerusalem, aber noch nicht wirklich „daheim“. Die Stadt ist im Aufbau, Unrecht und Armut sind noch da, viele sind enttäuscht.
Und genau deshalb spricht uns dieser Text so an: Wir kennen diese Zwischenzeiten. Wir leben in einer Welt, in der Jesus schon gekommen ist – Weihnachten, Kreuz, Auferstehung, Pfingsten sind Realität – und doch ist unsere Welt nicht heil. Wir leben in Gemeinden, in denen Gutes geschieht – und zugleich sind da Schwächen, Brüche und Konflikte. Wir haben im letzten Jahr Gottes Hilfe erlebt – und zugleich Wunden, die noch nicht verheilt sind.
Mitten in diese Zwischenzeit sendet Gott seinen Gesalbten. Und das Neue Testament macht klar: Dieser Gesalbte ist Jesus. Jesus liest diesen Text und sagt und sagt: „Heute ist das erfüllt.“ Damit stellt er sich vor als der, der diesen Auftrag hier erfüllt.
4. Was der Gesalbte bringt: Evangelium, Heilung, Freiheit, Trost
Und was tut nun dieser Gesalbte? Es sind die vier großen Linien – und alle gehen in Jesus in Erfüllung: Evangelium, Heilung, Freiheit, Trost
4.1 Evangelium für die Armen
„Er hat mich gesalbt, den Elenden gute Botschaft zu bringen.“
Die „Elenden“, das sind im Hebräischen die „Anawim“ – die Armen, die Gebeugten, die, die nicht oben sind im System, die Abhängigen, die, die auf Gott angewiesen sind. Die Anawim galten als besondere Schützlinge Gottes. Er sorgte für sie, und sie verstanden sich als Gemeinschaft, der der Zuspruch des endzeitlichen Heils und der messianischen Erlösung galt.
Wenn wir die Evangelien lesen, sehen wir genau das: Jesus geht zu den Armen, zu den einfachen Leuten, zu den Zöllnern, zu den Kranken, zu den Sündern. Er beginnt nicht im Palast, sondern in den Dörfern Galiläas. Er predigt die Nähe Gottes dort, wo Menschen sich abgehängt fühlen.
Für uns heute heißt das: Jesus hat ein besonderes Ohr für die, die nicht glänzen. Für die, die im Rückblick aufs letzte Jahr sagen: „Das war eher hart als glorreich.“ Für Menschen, die nicht in die „Erfolgsstories“ auf den Social Media passen. Für Menschen, die merken: geistlich, emotional, finanziell bin ich eher am Limit oder gar darunter.
4.2 Heilung für zerbrochene Herzen
„Er hat mich gesandt, zu verbinden, die zerbrochenen Herzens sind.“
Was für ein Bild. Gott sieht nicht nur äußere Wunden, sondern innere Brüche. Zerbrochenes Vertrauen, zerbrochene Beziehungen, zerbrochene Selbstbilder. Ein Herz, das durch Enttäuschungen, Schuld, Missbrauch, Mobbing, Krankheit beschädigt ist.
Jesus nimmt dieses Motiv auf, wenn er sagt: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken“ (Mt 11,28). Er ist nicht der, der sagt: „Ey, reiß dich am Riemen, dann reden wir.“ Sondern der, der sagt: „Mit deinem gebrochenen Herzen bist du genau bei mir richtig.“
Heilung ist eben auch kein Knopfdruck. Manchmal braucht es Prozesse, Therapie, Seelsorge, Gemeinschaft – aber hier wird uns zugesagt sagt: Gott hat eine Agenda für dein Herz. Er will nicht, dass du mit deinem gebrochenen Herzen allein bleibst. Der Gesalbte ist gekommen, um es zu verbinden.
4.3 Freiheit für Gefangene
„… zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit und den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen.“
Das Wort für „Freiheit“ erinnert an das Jubeljahr in 3. Mose 25. Alle 50 Jahre sollten Schulden erlassen, Sklaven freigelassen, Land zurückgegeben werden. Ein radikaler Neuanfang, ein Stoppsignal für Verarmung und Ausbeutung.
Im Neuen Testament wird diese Freiheitssprache auf Sünde und Schuld übertragen. Das griechische Wort „aphesis“ bedeutet sowohl Freilassung als auch Vergebung. In rechtlichem Sinne bedeutet es, von einer rechtlichen Bindung zu befreien, freizusprechen oder von Schuld, Verpflichtung oder Strafe zu befreien.
Wenn die Apostel predigen: „Euch wird Vergebung der Sünden verkündigt“, dann steckt dahinter: Gott eröffnet euch ein Gnadenjahr. Die Kette deiner Schuld kann gesprengt werden. Du musst nicht ewig an deiner Vergangenheit festgebunden bleiben.
Vielleicht merkst du: Da gibt es Dinge aus dem letzten Jahr oder den letzten Jahren, die dich gefangen halten – unausgesprochene Schuld, ein Geheimnis, eine Abhängigkeit, Bitterkeit, etwas, was du dir selbst nicht vergeben kannst. Jesus kommt nicht, um dich in deiner Zelle zu besuchen und dir ein Kissen zu bringen, sondern um die Tür aufzusperren. Das heißt nicht, dass alles leicht ist. Aber es heißt: Es gibt einen Weg in die Freiheit.
4.4 Trost und Tausch für Trauernde
„… zu trösten alle Trauernden, zu schaffen den Trauernden Zions, dass ihnen Schmuck statt Asche, Freudenöl statt Trauer und Kleid des Lobens statt eines betrübten Geistes gegeben wird.“
Das ist ein gewaltiges Bild: ein dreifacher Tausch. Asche war damals ein Zeichen der Trauer – man streute sie sich auf den Kopf, zog Trauerkleider an. Gott verspricht keinen billigen „Lach-das-weg“-Trost, sondern einen Tausch: Trauer darf da sein, aber sie soll nicht das letzte Wort haben.
Im Neuen Testament hören wir Jesus sagen: „Selig sind, die Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden“ (Mt 5,4). Und am Ende der Bibel, in Offenbarung 21, heißt es: „Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen.“
Vielleicht ist das für manche heute ein ganz wichtiges Wort: Du bist in deiner Trauer gesehen. Und Gott verspricht: Es kommt eine Zeit, in der ich dir andere Kleider gebe. Vielleicht schon in diesem Leben in Ansätzen – Freundschaft, Hoffnung, kleine Freuden. Ganz sicher in der neuen Welt Gottes – ohne Tod, ohne Leid.
5. In seinen Kleidern leben: Kleider des Heils – Christus anziehen
Schauen wir nun noch genauer auf die Verse 10–11:
„Ich freue mich im HERRN, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mich bekleidet mit Kleidern des Heils und mit dem Mantel der Gerechtigkeit umgeben, wie einen Bräutigam, der den priesterlichen Kopfschmuck trägt, und wie eine Braut, die sich mit ihrem Geschmeide schmückt.“
Hier spricht jemand, der dieses Heil erlebt hat. Gottes Heil ist nicht nur ein inneres Gefühl, sondern etwas, das man „anzieht“. Gott legt neue Kleider an – Kleider des Heils, Mantel der Gerechtigkeit.
Im Neuen Testament wird das aufgenommen: Paulus schreibt in Galater 3,27: „Ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen.“ Und in Römer 13,14: „Zieht den Herrn Jesus Christus an.“
Das heißt: Für uns als Gemeinde bedeutet es nicht nur: „Jesus hat etwas für uns getan“, sondern: „Wir dürfen in Jesus leben.“ Unsere Identität ist nicht mehr bestimmt durch Schuld, Versagen, Herkunft, Leistung, sondern durch das, was Jesus uns anzieht: Vergebung, Angenommensein, Gerechtigkeit vor Gott.
Am Jahresanfang stellt sich ja oft die Frage: „Wer will ich dieses Jahr sein?“ Die Bibel antwortet: Du musst dich nicht neu erfinden. Du darfst in dem leben, was Gott dir schon angezogen hat. Du darfst dieses Jahr nicht in deinen alten, verschlissenen „Selbstrechtfertigungs-Klamotten“ laufen, sondern in den Kleidern des Heils.
Konkret könnte das heißen:
Ich gehe in den Tag mit dem Bewusstsein: „Ich bin gerechtfertigt in Christus. Ich muss mich nicht beweisen.“
Ich gehe in Konflikte mit der Haltung: „Ich bin ein begnadigter Mensch – also kann ich auch andere begnadigen.“
Ich gehe in Versuchungssituationen mit dem Wissen: „Ich trage Christus – ich muss nicht jeder alten Gewohnheit folgen.“
Das verändert nicht über Nacht alles. Aber es verändert die Richtung.
6. Die Gemeinde als Pflanzung des HERRN im neuen Jahr
In Jesaja 61,3 heißt es: „dass sie Bäume der Gerechtigkeit heißen, eine Pflanzung des HERRN, ihm zum Preise.“
Gott will nicht nur einzelne Personen retten, sondern ein ganzes Volk formen – eine Gemeinschaft, die wie starke Bäume dasteht: verwurzelt, standhaft, fruchtbar.
Für eine Gemeinde heißt das:
Wir sind nicht nur ein „Verein für religiöse Bedürfnisse“, sondern Pflanzung des HERRN.
Unsere Gottesdienste, Kleingruppen, Hauskreise, Jugendgruppen sollen Orte sein, wo Menschen das Gnadenjahr Gottes erleben.
Diakonie, Gastfreundschaft, praktische Hilfe sind keine Nebenprodukte, sondern Ausdruck dieses Gnadenjahres.
Mission, Evangelisation, Zeugnisgeben sind nicht Marketing, sondern Einladung in das Gnadenjahr, das Jesus ausgerufen hat.
Vielleicht ist es eine gute Frage für uns als Gemeinde am Anfang des Jahres:
Wie können wir in unserem Ort, in unserer Stadt, sichtbarer „Eichen der Gerechtigkeit“ sein?
Wo können wir Räume eröffnen, in denen Menschen mit gebrochenem Herzen heil werden, in denen Gefangene Schritte in die Freiheit gehen können, in denen Trauernde echte Begleitung erfahren, in denen Arme nicht vergessen werden?
Das muss nicht spektakulär sein. Manchmal sind es kleine, treue Schritte: ein offenes Haus, ein ehrliches Gespräch, ein regelmäßiges Gebet, ein soziales Projekt, ein Mut machendes Wort. Aber all das sind Signale: Hier wächst etwas von Gottes Gerechtigkeit, hier beginnt das Gnadenjahr.
7. Zwischen Gnadenjahr und Zukunft: Einladung und Ausblick
Zum Schluss will ich noch einmal auf den Satz aus Lukas 4 zurückkommen. Nachdem Jesus Jesaja 61 vorgelesen hat, sagt er: „Heute ist diese Schrift erfüllt vor euren Ohren.“
Dieses „Heute“ ist bis heute nicht abgelaufen. Paulus schreibt in 2. Korinther 6,2: „Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade; siehe, jetzt ist der Tag des Heils.“
Das heißt:
Für dich persönlich: Heute kann ein Tag sein, an dem du sagst: „Jesus, ich will in dein Gnadenjahr eintreten. Ich will, dass du meine Ketten sprengst, meine Wunden verbindest, meine Trauer siehst, mir deine Kleider des Heils anziehst.“
Für uns als Gemeinde: Heute kann ein Tag sein, an dem wir sagen: „Herr, wir wollen in diesem Jahr mehr von dem leben, wozu du uns gesalbt hast. Zeig uns die Menschen, die du uns anvertraust. Gib uns deinen Blick.“
Und zugleich schauen wir weiter nach vorn. Die Worte unseres Predigttextes Jesaja 61 endet mit einem Bild: Wie ein Garten, in dem Saat aufgeht. Gottes Gerechtigkeit wächst. Manchmal langsam, manchmal verborgen. Aber sie wächst – bis sie einmal voll sichtbar sein wird in Gottes neuer Welt. Dort werden all die Tauschbilder vollendet: kein Trauerkleid mehr, nur noch Festgewand; keine Asche mehr, nur noch Schmuck; keine Tränen mehr, nur noch Freude.
Bis dahin leben wir in der Zwischenzeit – aber nicht ohne Überschrift. Die Überschrift über deinem Leben, über unserer Gemeinde, über diesem Jahr darf lauten:
„Gnadenjahr des HERRN – ausgerufen von Jesus Christus.“
Amen.
Schlussegen
Der Herr Jesus Christus,
der das Gnadenjahr Gottes ausgerufen hat,
segne dich.
Er verbinde, was in dir zerbrochen ist,
er löse, was dich gefangen hält,
er tröste dich, wo du traurig bist
und schenke dir neue Freude.
Gott der Vater
kleide dich mit Kleidern des Heils
und mit dem Mantel seiner Gerechtigkeit,
damit du in diesem Jahr
wie eine Pflanzung des HERRN lebst,
eine Eiche der Gerechtigkeit,
an der andere Halt finden.
Der Heilige Geist
mache dich mutig,
seine Liebe zu glauben,
seine Gnade weiterzugeben
und in dieser Welt Spuren
seines Gnadenjahres zu hinterlassen.
So segne und behüte dich
der dreieinige Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.
