Advent: Dein Reich komme, dein Wille geschehe
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Heute ist der 1. Advent und ich persönlich genieße diese Zeit. Bei uns in der Bibel-Mission kommen die Weihnachtspäckchen an, es ist kalt und man kann es sich mit Heißgetränken gemütlich machen. Aber die Zeit des Advents kann zu einer völlig substanzlosen Zeit verkümmern, wenn man sie nicht mit Inhalt füllt.
Wir warten auf die Geburt Jesu Christi. Wir warten auf Weihnachten.
Ich glaube aber, dass wir die Zeit noch besser füllen können. Weil auf Christus brauchen wir nicht mehr warten, er ist ja bereits gekommen und wir müssen auch nicht mehr auf sein Sterben am Kreuz oder seine Auferstehung warten - das ist schon alles geschehen, wir leben doch täglich aus dieser Kraft...
Worauf warten wir also? Worauf kann ich mich in diesem Advent ganz besonders ausrichten?
Matthäus 6,9–13 „Deshalb sollt ihr auf diese Weise beten: Unser Vater, der du bist im Himmel! Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden. Gib uns heute unser tägliches Brot. Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldnern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.“
Einleitung:
Das Vaterunser steht im Zentrum der Bergpredigt. Es ist kein Gebet, um es einfach wie ein Ritual herunterzubeten, sondern eine Grundlage, eine innere Ausrichtung.
Und heute möchte ich die Betonung auf folgendes legen:
“Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden”
Hauptteil:
Was geht dir durch den Kopf, wenn du von dem Willen Gottes hörst?
Denkst du an schwierige Fragen, bei denen du nicht weiß, was exakt Gott möchte?
Vlt. wie deine Zukunft aussehen soll
Vlt. wo du arbeiten sollst
Ob du in die Mission gehen sollst?
Oder du denkst vielleicht an vergangene schwierige Entscheidungen, bei denen du nicht weißt, ob das alles so im Willen Gottes war?
Ich denke diese Fragen sind wichtig, aber ich glaube, dass der Schwerpunkt hier anders liegt:
Es geht um das grundsätzliche Anliegen des Kindes Gottes, dass in allem, überall auf der Welt, der Wille Gottes geschieht
Dass überall seine Absichten erfüllt werden
Dass seine Wünsche zählen
Dass seine Ziele berücksichtigt werden
Es geht darum, was er auf dieser Welt und mit dieser Welt vorhat
Das ist der Anfang dieses Vater-Unsers
Und wenn Gottes Ziele, seine Wünsche, ja sein Wille umgesetzt wird, wird sein Reicht realisiert
Und so lade ich euch ein, in diesem Advent zu beten: Dein Reich komme
Jesus kam nicht nur auf die Welt, um für unsere Schuld zu bezahlen, damit wir in Ewigkeit bei ihm sein können, sondern auch dafür, dass sein Reich hier auf der Erde gebaut wird
Die Idee eine Erde zu erschaffen, war kein Versehen
Die Erde, die Menschen auf dieser Welt, all das, war kein Unfall
Gott möchte hier auf dieser Erde, sein Reich bauen
Und sein Reich wird gebaut, indem sein Wille umgesetzt wird
Und unsere Sehnsucht nach der Ewigkeit, nach einem Leben mit ihm, ist gut und richtig, aber ebenso sind wir
hier auf der Erde und stehen in der Verantwortung und in der Freude, sein Reich auf dieser Erde realisiert zu sehen
Und so beten wir im Vater-Unser:
“Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden”
Dein Reich komme
Dein Reich komme
Johannes der Täufer verkündigt in Matthäus 3,2 „und spricht: Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen!“
Gottes Reich ist mit Jesus angebrochen
Aber ganz klar sehen wir, dass noch nicht überall sein Wille geschieht
Ganz im Gegenteil, wir sehen, wie Gottes Maßstäbe mit Füßen getreten werden
Und so ist das Reich Gottes schon da und gleichzeitig auch noch nicht
Vollendet wird sein Reich erst in der Ewigkeit, aber schon jetzt sehnen wir uns danach, dass sein Reich hier unter uns an Gestalt gewinnt
Was heißt es konkret, dass sein Reich gebaut wird?
Johannes 18,36 „Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde; nun aber ist mein Reich nicht von hier.“
Jesus macht unmissverständlich klar, dass sein Reich ganz anders ist, als wir Menschen es erwarten würden
Er realisiert sein Reich nicht mit Gewalt, sondern ganz anders, aber klar ist, dass es SEIN Reich ist und er der Herrscher ist
Und zu seinem Reich, gehört nicht jeder! Und nicht jeder baut an Gottes Reich, ganz im Gegenteil, viele bauen gegen das Reich Gottes
Paulus schreibt an die Geschwister in Kolossä, Kolosser 1,9–14
„Deshalb hören wir auch seit dem Tag, da wir es vernommen haben, nicht auf, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und Einsicht, damit ihr des Herrn würdig wandelt und ihm in allem wohlgefällig seid: in jedem guten Werk fruchtbar und in der Erkenntnis Gottes wachsend, mit aller Kraft gestärkt gemäß der Macht seiner Herrlichkeit zu allem standhaften Ausharren und aller Langmut, mit Freuden, indem ihr dem Vater Dank sagt, der uns tüchtig gemacht hat, teilzuhaben am Erbe der Heiligen im Licht. Er hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe, in dem wir die Erlösung haben durch sein Blut, die Vergebung der Sünden.“
Gott versetzt also Menschen in sein Reich
Und zwar gibt es noch ein anderes Reich
Das Reich der Finsternis
Das Reich des Bösen
Das Reich des Teufels
Aus diesem Reich rettet Gott Menschen
Und dieser Akt, ist ein alles verändernder Akt
Wir müssen nämlich alle aus diesem Reich der Finsternis gerettet werden
Bevor wir in das Reich Jesu kommen können
Und es gibt auch nur diese zwei Reiche, entweder du gehörst zu dem Einen, oder zu dem anderen
Und wie passiert das?
durch die Erlösung, die Vergebug unserer Schuld
Indem du glaubst, dass Jesus für deine Schuld gestorben ist und Gott dich zu einem neuen Leben wiedergebirt
Die Bergpredigt:
Die Bergpredigt zeigt nicht so sehr wie man Teil des Reiches Gottes wird, sondern wie man in seinem Reich lebt, wenn man schon ein Teil dessen ist und die Nachfolge antritt
Und demenstprechend: Wie sein Reich gebaut wird
Die Bergpredigt offenbart den Willen des Vaters in seinem Reich:
Die Seligpreisungen
Die Seligpreisungen stehen am Anfang der Bergpredigt, und sie sind so etwas wie das Willkommenheißen im Reich Gottes
Ich möchte nur 2 Seeligpreisungen nehmen und zeigen, was das für das Reich Gottes bedeutet:
Matthäus 5,3 „Glückselig sind die geistlich Armen, denn ihrer ist das Reich der Himmel!“
Als Jünger Jesu in seinem Reich, sind wir völlig von ihm abhängig
Wir sind geistlich arm
Das betrifft jeden
Den Dr. der Theologie, den Pastor, den Vollzeitmissionar, den einfachen Jesus-Nachfolger
Wir sind geislich arm
Wir brauchen Jesus
Matthäus 5,10 „Glückselig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihrer ist das Reich der Himmel!“
Als Nachfolger Jesu, als Mitglied seines Reiches, lebst du nicht mehr im Stile deines alten Herrschers, sondern in den Vorstellungen des Neuen, von Jesus
Und diese Vorstellungen ecken an
Wenn du friedfertig bist
Nach Gerechtigkeit auf dieser Erde strebst
usw. (die anderen Seligpreisungen)
Dieses Verhalten ist anders als das Verhalten nach den Maßstäben der Menschen, die ohne Jesus leben, und das stört sie
Daraus kann und wird Verfolgung kommen
Die Zuhörer dieser Worte wurden selbst verfolgt - Jesus wurde grekreuzigt
2. Ihr seid - Aussagen
Jesus macht auch deutlich, dass die Menschen seines Reiches (seine Gemeinde) von allen anderen wahrgenommen werden
weil...
Die Menschen in seinem Reich sind
Das Salz der Erde
Das Licht der Welt
Die Stadt auf dem Berg
Ohne ins Detail zu gehen: Die Menschen im Reich Jesu werden von allen gesehen und sie erfüllen eine Funktion in der Welt
Sie sind dazu bestimmt, in diese Welt hineinzuwirken
z.B. beim Licht der Welt: Gute Werke, die gesehen werden von anderen, sodass sie den Vater im Himmel preisen
Wir sind nicht von der Welt, aber in der Welt
Wir machen einen klaren Unterschied, der Leute fragend werden lässt
3. Erfüllung des Gesetztes Gottes
Jesus macht deutlich, dass er die höhere Bedeutung des mosaischen Gesetzes kennt und fordert die Menschen in seinem Reich dazu auf, danach zu leben:
Und dafür spricht er in eigener Autorität:
Bsp.: Matthäus 5,27–29 „Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: »Du sollst nicht ehebrechen!« Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. Wenn dir aber dein rechtes Auge ein Anstoß zur Sünde wird, so reiß es aus und wirf es von dir! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verlorengeht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.“
Die Menschen in seinem Reich leben auch nach seinen moralischen Prinzipien und legen alles daran, Jesus zu gehorchen, weil es das Beste für sie ist und vor allem, weil Jesus es sagt
4. Echtheit
In seinem Reich gilt kein Fake Gottesdienst etwas, sondern nur echter:
Matthäus 6,1 „Habt acht, dass ihr eure Almosen nicht vor den Leuten gebt, um von ihnen gesehen zu werden; sonst habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel.“
Matthäus 6,5–6 „Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler; denn sie stellen sich gern in den Synagogen und an den Straßenecken auf und beten, um von den Leuten bemerkt zu werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon empfangen. Du aber, wenn du betest, geh in dein Kämmerlein und schließe deine Türe zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir öffentlich vergelten.“
5. Im Reicht Gottes haben alle den einen guten Vater im Himmel
Das Vaterunser ist der Kern der Bergpredigt.
In Gottes Reich gibt es den Vater im Himmel, der alles weiß, ehe wir ihn darum bitten
Er ist kein Tyrann, sondern der Vater derer, die seine Kinder geworden sind und damit Teil des Reiches seines Sohnes
Als Kind Gottes, sorgt sich der Vater im Himmel um alles, was man benötigt und man muss sich keine Sorgen machen
6. Das Reich Gottes ist kein bloßes Lippenbekenntnis, sondern ein praktisches Leben im Willen des Vaters
Matthäus 7,21 „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.“
Abschluss:
Ich lade dich ein, in dieser Adventszeit mit mir zu beten: Unser Vater im Himmel, dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden.
Und dass wir nicht nur beim Beten bleiben, sondern aktiv in dieser Zeit nach seinem Willen streben und sein Reich bauen.
Amen.
