Befreit aus dem Schlamm: Gehasst von der Welt | 1. Petrus 3,18 - 4,9
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Einleitung
Einleitung
Wie würdest du einen Brief an einen verfolgten Christen schreiben?
Ich weis eines: Ich könnte keinen schreiben der dem vom 1.Petrus ähnlich wäre - ich kenne keine wirkliche Verfolgung!
Kennt ihr die Geschichte von Perpetua und Felicitas?
Perpetua und Felicitas wurden 203 in Karthago verhaftet; ihr „Verbrechen": der Übertritt zum Christentum. Felicitas, eine Sklavin, war im achten Monat schwanger; Perpetua, eine 22 Jahre alte gebildete Adlige, hatte ein Baby, das sie mit ins Gefängnis nehmen durfte. Der Richter und Perpetuas Vater drangen in sie, ihrem neuen Glauben abzusagen, aber sie war standhaft. Zwei Tage, nachdem Felicitas ein Mädchen geboren hatte, wurden die beiden Frauen zur Unterhaltung der Menge im Amphitheater den wilden Tieren vorgeworfen. Nachdem ein Bulle sie auf geschlitzt hatte, gab man ihnen mit dem Schwert den Gnadenstoß. Perpetuas letzte Worte waren: „Steht fest im Glauben und liebt einander! "
Wie kann es sein, dass eine Frau, die soetwas grausames und ungerechtes erlebt wie Perpetua so einen letzten Satz sagen kann?
Wie kann man Lieben im Hass?
Wie kann man Gutestun im Erleben vom Bösen?
Wie kann man so anders sein als alle um sich herum und nicht einknicken?
Hauptteil
Hauptteil
Abschnitt: 1.Petrus 2,11 - 4,11 - In der Verfolgung das Gute tun und das Böse zu lassen hilft, die Verfolger umzustimmen - aber was ist wenn man gerade deswegen erst verfolgt und benachteiligt wird?
Darauf geht Petrus jetzt ein in 3 Punkten:
1. Schauen auf Christus (1.Petrus 3,18-22)
1. Schauen auf Christus (1.Petrus 3,18-22)
18 Denn auch Christus hat einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führte; ...
Denn auch Christus hat einmal für Sünden gelitten, ...
Unmittelbarer Bezug zu dem zuvor Gesagtem
Es geht darum Gutes zu tun um Verfolgung zu minimieren
Aber was ist, wenn man dann trotzdem oder gerade deswegen verfolgt wird?
Zusammenfassung in V17
Gutestun ist zwar normalerweise der beste Schutz vor Leiden, aber das gilt nicht in jedem Falle.
Wer Jesus dem gekreuzigten nachfolgt muss auch immer mit der Möglichkeit von Verfolgung und Leiden rechnen.
Im Leiden derer, die Gutes tun liegt eine wirkungsvolle Macht - daher ist es besser für Gutestun zu leiden als für Bösestun
und diese wirkungsvolle Macht die sich aus dem Leid für Gutestun entfaltet wird jetzt anhand von Jesus - unserem großen Vorbild des Leidens gezeigt:
Was jetzt kommt zeigt, warum es besser ist für Gutestun zu leiden - anhand von Jesus
Denn auch Christus hat einmal für Sünden gelitten, ...
Ja, der Messias, der Sohn Gottes, hat auch gelitten
In Verfolgung und Leid eines Christen gibt es einen, der vorausgegangen ist - Jesus
Wenn wir verfolgt, ausgelacht, beschmäht und fälschlicher weise beschuldigt werden, dann gibt uns das Wissen Ruhe, dass Jesus das auch erlitten hat.
Wie hat er gelitten?
Indem er am Kreuz hingerichtet wurde - von Menschen
Denn auch Christus hat einmal für Sünden gelitten, ...
einmal kann man auch übersetzten mit “ein für allemal”.
Während im alten Bund immer wieder Tiere geopfert werden mussten um Sünde zu Sühnen wird mit Jesus der neue Bund gegründet, indem er sich selbst hingab als Opfer - einmalig, endgültig, ewig wirksam.
Die alten Tieropfer waren Sinnbilder für das echte, was kommen sollte - nämlich das Opfer des Sohnes Gottes
Denn auch Christus hat einmal für Sünden gelitten, ...
oder: um der Sünden willen
Das ist der Grund, warum Jesus gelitten hat (Gal 1,4; Röm 4,25)
Sünde ist die größte Not des Menschen
Sie ist die Trennung zwischen uns und Gott
Sie ist der Grund für Leid, Tod und ewige Verdammnis
Und sie ist so schwerwiegend, dass es nur einen einzigen Ausweg gibt:
Der Sohn Gottes, der ohne Sünde ist, ist der einzige, der diese Sünde aus dem Weg räumt, indem er für sie sühnt.
“Nur wer das Gewicht der Sünde erkannt hat, jann das Kreuz Jesu verstehen.” - Uwe Holmer
Erst wenn wir die ernsthaftigkeit unserer Notlage verstehen können wir das Geschenk begreifen, welches Gott uns durch Jesus darreicht.
Petrus vertieft dann den Gedanken:
… der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führte; ...
Hier definiert Petrus die Sachlage genauer:
Jesus war Gerecht, als er am Kreuz starb
Er war sein ganzes Leben ohne eine Sünde -er hatte das volkommene Wohlwollen Gottes auf seiner seite
Er hätte für nichts leiden dürfen
Daher war sein Tod nur dann verständlich, wenn er in stellvertretend starb - für alle Sünder, also alle Menschen - die Ungerechten.
Alle sind von Natur Ungerecht und verloren vor Gott.
Aber dann kommt der beste Auswechsel, den man sich vorstellen kann: Der Gerechte stirbt für die Ungerechten
Das bedeutet für die die Glauben, die Rechtfertigng
Das bedeutet für den eigentlich Gerechten, für Jesus, schuldloses Leiden.
Warum hat Jesus das gemacht?
… der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führte; ...
Ohne Jesu Opfer - ohne unser Glauben an sein Opfer - können wir nicht zu Gott kommen
Jede Religion sehnt sich nach einem Weg zu Gott
Aber in Jesus ist das Wirklichkeit geworden
Wer ohne Jesus zu Gott kommen will hat die Heiligkeit Gottes und die Verlorenheit des Menschen noch nicht wirklich begriffen.
Wer noch in Sünden ist, kann nie Frieden mit Gott haben.
Aber durch Jesus und sein Aufnehmen unserer Sünden am Kreuz und durch unser Annehmen dieser Tat Jesu können wir wirklich den Weg zurück zum Vater finden (Joh 14,6)
Es war also besser für uns, dass Jesus für Gutestun gelitten hat.
...und er wurde getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht durch den Geist, ...
... und er wurde getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht durch den Geist, ...
Die Menschen konnten Jesus ja nicht mehr antun, als seinen Körper zu töten
Sein Geist ist nie gestorben
Im Körper war Jesus in Erniedrigung, Begrenzung seiner Wirksamkeit.
Aber als sein Körper starb wurde sein Geist ganz frei und uneingeschränkt - er wurde befreit zu einer größeren Wirksamkeit.
Ich denke nicht, dass sich das auf seine Auferstehung bezieht, sondern auf den dirketen Zusammenhang mit seinem Tod - im nächsten Vers werden wir auch verstehen warum.
Als er starb wurde er auf eine stärkere Art und Weise am Geist belebt.
19 in welchem er auch hinging und den Geistern im Gefängnis verkündigte, ...
Ein Text der sehr schwer ist zu verstehen - für alle Theologen
Martin Luther: “Das ist ein wunderlicher Text und ein finsterer Spruch, so nur EINER im NT ist, dass ich nicht genau weiß, was St.Peter meint.”
Was ist der Hauptaspekt?
… in welchem…
also im Geist
… er auch hinging und den Geistern im Gefängnis verkündigte, ...
was verkündigte er?
was für Geister sind es? Menschliche oder Engel? Sind es die Menschen damals ungehorsam waren die jetzt gefangene Geister sind?
Ist das Predigen während der gegenwärtigen Zeit von Noah? Oder ist das Predigen geschehen in der zwischenzeit vom Tod und Auferstehung zu den Geistern im Gefängnis?
… die vor Zeiten sich weigerten zu glauben, als Gottes Langmut einstmals zuwartete in den Tagen Noahs, während die Arche zugerichtet wurde, in der wenige, nämlich acht Seelen, hindurchgerettet wurden durch das Wasser,
Sechs Sichtweisen:
1. Es bezieht sich auf Christi Verkündigung durch Noah zu denen, die lebten während Noah die Arche baute
1Pe 1,10-11
2. Es bezieht sich auf die AT Heiligen die starben und nun befreit wurden durch Christus zwischen seinem Tod und seiner Auferstehung
Eph 4,8-9
Wiederlegt
z.B. Abraham wurde schon durch Glauben gerechtfertigt
3. Es bezieht sich auf Christi Verkündigung seines Sieges und seines Gerichts über die bösen Geister/Engel.
1Pe 3,22 - Engelwesen
Gen 6 - Söhne Gottes sind unterworfen weil sie Ungehorsam waren
4. Es bezieht sich auf die Zeit nach Jesu Auferstehung wo er durch die Apostel wirksam in seinem Geist nun zu allen Menschen spricht, die ohne ihn noch Geister im Gefängnis sind - also im übertragenem Sinne.
Wiederlegt durch “in dem”
5. Es bezieht sich auf Menschen, die im Fegefeuer, d.h. in der Hölle befinden und eine Chance nach dem Tod bekommen
Wiederlegt
Keine weitere Bibelstellen die das belegen
Dient nicht dem Ziel das Petrus hier verfolgt
Warum dann nur die Geister aus der Zeit Noahs?
Hölle und Totenreich sind nicht dasselbe
„Sobald der Gülden im Becken klingt im huy die Seel im Himmel springt“ - Johann Tetzel - Ablasshandel
6. Es bezieht sich auf Menschen die bereits tot sind oder noch sterben werden und dessen Geister nocheinmal durch Jesus selbst das Evangelium hören werden und eine “weitere Chance” bekommen (Universalismus)
Wiederlegt
Zeitform vergangenheit
Gleiche Punkte wie beim Fegefeuer
Was machen wir damit?
Wichtigste Frage: Was will Petrus erreichen?
Wenn es sein Ziel ist über die Arche und das Wasser zu reden welches ein paar Menschen gerettet hat.
Er hat ein paar treue Personen in Sicht
Diese wurden sicher durchgebracht
Seelsorgerliche Zusage dass Rettung in Sicht ist in der Auferstehung Jesu
1Pe 4,17-18
D.h. ich tendiere zur 1. Sichtweise, kann aber auch der 3. Sichweise einiges abgewinnen obwohl der Zweck für mich da keinen Sinn ergibt.
“Egal wie der Druck anderer auch aussehen mag, und wie lächerlich die Arche bzw. die Auferstehung auch zu sein scheint - sie rettet die, die in der Arche sind - auch wenn es wenige Menschen sind”
Der Exkurs von Petrus ist aber noch nicht zu Ende:
21 welches jetzt auch uns in einem bildlichen Sinn rettet in der Taufe, die nicht ein Abtun der Unreinheit des Fleisches ist, sondern das Zeugnis eines guten Gewissens vor Gott durch die Auferstehung Jesu Christi. 22 Dieser ist seit seiner Himmelfahrt zur Rechten Gottes; und Engel und Gewalten und Mächte sind ihm unterworfen.
… welches jetzt auch uns in einem bildlichen Sinn rettet in der Taufe ...
das ist die nächste schwer zu verstehende Stelle:
Hier geht erklärt uns Petrus, dass die Arche und vor allem das Wasser ein Sinnbild, das heißt genauergenommen ein Typus (Vorschattierung vom Echten), für die Taufe im Neuen Testament ist.
Und nicht nur das, sondern er verbindet die Rettung damals mit der Rettung durch die Taufe heute.
Rettet die Taufe also? Was ist hier wieder los?
Hier müssen wir sehr vorsichtig und genau arbeiten damit wir Petrus richtig verstehen.
Wir müssen uns alle umliegenden Worte genau anschauen und mit einbeziehen um nicht falsch abzubiegen
Wenn wir das missachten und Rettung an sich hier nehmen können wir in allerlei verschiedene Irrlehren abrutschen
z.B. Es ist das Wasser selbst das uns rettet und uns reinigt
oder es ist die priesterliche sakramentale Anwednung des Wassers auf uns das im Endeffekt unsere Gande ist durch die wir gerettet würden
Aber schaut genau hin
… die nicht ein Abtun der Unreinheit des Fleisches ist, ...
Als ob Petrus unsere Fragen erkennt erklärt er was er damit nicht meint:
Es ist nicht eine externe/äußerliche Abschwaschung des Körpers - soweit klar...
Nun, was er jetzt machen könnte wäre den Satz zu beenden mit: “aber/sondern ein Abtun der Sünde von der Seele”
Qasi - ok… es geht zwar nicht um ein wortwörtliches Abwaschen von Schmutz des Körpers aber das Wasser im Ritus der Taufe würde mystisch unsere Seele von der Sünde reinigen - aber Petrus geht gar nicht in diese Richtung sondern sagt:
… sondern das Zeugnis eines guten Gewissens vor Gott…
manche übersezten: [Taufe] als eine positive Antwort an Gott in einem guten Gewissen
Egal wie man es übersetzt, es wird klar: Der Fokus ist nicht was das Wasser an sich für auswirkungen hat sondern worauf das Wasser hindeutet.
Und worauf es hindeutet ist ein Akt des Herzens zu Gott
Das Wasser damals bei der Flut als auch heute bei der Taufe repräsentiert also eine Tat des Glaubens von der Seele
“Das Werkzeug der Rettung ist also nicht das Wasser sondern Glaube der positiv auf Gottes “Arche” reagiert.” - John Piper
D.h. das Wort Taufe ist tiefgehender als wir denken.
Nun erklärt Petrus was die jetzige Arche repräsentiert:
… durch die Auferstehung Jesu Christi. ...
D.h. die Auferstehung Jesu ist die echte Arche in die wir gehen, wenn wir an sie glauben und durch die wir gerettet werden.
Das erinnert uns an Paulus
4 Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, gleichwie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln.
Das Bild der Taufe, wenn wir ins Wasser gehen ist:
Jesus ist gestorben - ich glaube für mich - also sterbe ich mit ihm
Jesus ist von den Toten auferstanden - ich glaube auch ich - also Lebe ich in einem neuen Leben
D.h. die Taufe ist ein Symbol für das was Jesus betrifft und wie man es dann auch für sich selbst identifiziert.
Damals wurde die Taufe direkt mit der Bekehrung vollzogen daher gab es keine theologischen Probleme.
Wenn wir also das erste mal Gläubig werden - d.h. eine positive Antwort auf das geben, was Gott uns in Jesu Tod und Auferstehung anbietet - wenn das geschieht - werden wir hineingetaucht in Jesus und er ist dann in uns und wir in ihm. Er ist die Arche - Er ist das Wasser. Und wir in ihm sind gerettet vor dem Tod. Aber nicht nur vor dem Tod:
… Dieser ist seit seiner Himmelfahrt zur Rechten Gottes; und Engel und Gewalten und Mächte sind ihm unterworfen.
Jesus ist nicht nur Auferstanden sondern sitzt zur rechten Gottes, d.h. ihm ist alles unterworfen - auch die Engel, Dämonen und jede Macht, sei es gut oder Böse.
Damit sind wir nicht nur vor dem Tod gerettet sondern von jeder dämonischen Macht
Weil wir geistlich in Jesus sind und damit auch geistlich schon im Himmel sind
Eph 2,6 - wir sind durch den Glauben mitversetzt in die himmlischen Regionen in Christus.
6 und hat uns mitauferweckt und mitversetzt in die himmlischen Regionen in Christus Jesus,
Lasst uns rauszoomen und bis hierhin zusammenfassen:
Es waren nur wenige, 8 Seelen, die damals gerettet wurden bei der Sintflut
Wie hat es sich angefühlt so einsam zu sein mit dem Druck und dem Gespött der Leute um einen herum
Wie Hilflos haben sie sich gefühlt?
Zurück zu den Leuten die Petrus adressiert:
Hier sind die Christen im feindlichen, schmutzigen Rom und die Christen sterben und warten und sie sehen die dämonischen Kräfte in den Ungläubigen wirken
Petrus will sagen schaut:
Die Taufe in Christus, ähnlich wie Noah als er gerettet wurde, ist der Weg wie ihr gerettet wurdet - solange sie als erstes innerlich aus einem reinen Gewissen geschah - also durch den Akt des Glaubens.
Jesus genügt - es werden nicht viele sein, sondern wenige die Jesus folgen, aber er genügt, denn er ist die Arche unserer Seelen - also lass die Leute lachen, verfolgen, töten - sie können ja doch nicht an deiner Seele ran - denn die ist schon im Himmel. Es ist also in Ordnung wenn du für Gutestun leidest - weil du weist, dass du in der Arche geborgen bist und sie dich sicher nach hause führt.
Was für ein Trost für verfolgte Christen!
Wenn du in der Schule für deine Überzeugungen verspottet oder ausgeschlossen wirst, schau auf Jesus
Wenn du dich in der Öffentlichkeit für das Gute und die Wahrheit einsetzt (Abtreibung) aber dafür angefeindet wirst, sei mutig und bleibe dabei - denke daran, dass Jesus auch Leiden erfahren hat für Gutestun.
Wenn du zu Hause leidest, weil du in deiner Familie für deinen Glauben und deine Entscheidungen kritisiert wirst, suche das Gespräch. Setze dich an einen Tisch und sprich offen über deine Überzeugungen und wie sie dein Leben bereichern. Versuche, jeden Abend 10 Minuten im Gebet zu verbringen, um deine Sorgen loszulassen und Gott um Frieden zu bitten. Finde Wege, wie du durch Taten der Liebe in deinen Alltag zeigen kannst, was dir wichtig ist – so kann auch dein Umfeld die Veränderung in dir wahrnehmen. Aber selbst wenn du das alles getan hast und trotzdem Anfeindungen erlebst - bleib dabei - Jesus hat auch für Gutestun gelitten.
Aber es ist nicht nur ein Trost - sonder auch ein Ansporn für eine heilige Lebensführung:
2. Wappnen mit Christus (1.Petrus 4,1-6)
2. Wappnen mit Christus (1.Petrus 4,1-6)
1 Da nun Christus für uns im Fleisch gelitten hat, so wappnet auch ihr euch mit derselben Gesinnung; denn wer im Fleisch gelitten hat, der hat mit der Sünde abgeschlossen, 2 um die noch verbleibende Zeit im Fleisch nicht mehr den Lüsten der Menschen zu leben, sondern dem Willen Gottes.
Hier knüpft Petrus wieder am Hauptgedanken an und wechselt von Jesus auf seine Nachfolger, den verfolgten Christen damals und uns heute.
Er folgt der Frage nach: Wie kann Jesu leiden in Verbindung stehen mit unserem abschließen mit Sünde?
Da nun Christus für uns im Fleisch gelitten hat, ...
Erinnerung an das zuvor gesagte: Ja Jesus hat für Gutestun gelitten bis zum tot.
Und sein Gutestun war für uns gut - damit wir zu Gott kommen.
und nun:
… so wappnet auch ihr euch mit derselben Gesinnung; denn wer im Fleisch gelitten hat, der hat mit der Sünde abgeschlossen, ...
Große Frage: Was bedeutet für uns “im Fleisch gelitten”?
Es könnte sich auf 1Pe 4,4 beziehen - Leiden = Lästerungen erleben
Quasi: Das Annehmen von Leid als Beweis, dass man mit dem alten Leben in Sünde abgeschlossen hat
Problem: Es geht nicht nur um das Annehmen sonderun um das tatsächliche Erleiden
Andere Möglichkeit: “Christus hat für uns gelitten” verglichen mit “wer im Fleisch gelitten hat” - 1.Pe 3,18 (Christus wurde getöten nach dem Fleisch - Wer im Fleisch getötet wurde) - 1.Pe 2,24 (Christi Leiden verbunden mit meinem tot der Sünde gegenüber)
Verglichen mit Röm 6,6-7
6 wir wissen ja dieses, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde außer Wirksamkeit gesetzt sei, sodass wir der Sünde nicht mehr dienen; 7 denn wer gestorben ist, der ist von der Sünde freigesprochen.
Geistliche Taufe
Als ob wir mit Jesus mitgekreuzigt wurden (mitgelitten haben)
Wer gestorben ist ist frei von Sünde
Du bist gestorben mit Jesus
Also bist du frei von Sünde (oder wie Petrus es hier sagt: Hat mit der Sünde ABGESCHLOSSEN) - John Piper
“sich selbst für tot halten” - darum geht es hier - das ist das “Wappnen mit derselben Gesinnung”
Sich immer wieder in Erinnerung rufen, dass man bereits der Sünde gestorben ist - als ein Nein zur Sünde, ein nein zur Fleischeslust, ein nein zur Kraft der Sünde in meinem Leben da sie außerkraft gesetzt wurde - denn sie wurde getötet am Kreuz Jesu.
… um die noch verbleibende Zeit im Fleisch nicht mehr den Lüsten der Menschen zu leben, sondern dem Willen Gottes.
Wir haben also mit dem Einssein mit Jesus mit der Sünde abgeschlossen und müssen uns mit diesem Denken rüsten/wappnen.
Aber auch wenn wir dem Fleisch bereits gestorben sind, leben wir noch im Fleisch/im Körper. (Fleisch ist nicht immer negativ gemeint sondern auch manchmal ein bezug auf den mensch. Körper)
Wie sollen wir also leben in diesem Kampf?
Ein Kontrast wird aufgezeigt: Lüste der Menschen vs. Wille Gottes
Was bedeutet Lüste der Menschen? Ist es falsch sich als Mensch etwas zu wünschen bzw. nach etwas Verlangen zu haben (1Pe 1,13)?
Wir sollen doch hoffen, uns freuen (1Pe 4,13)
es gibt einen Unterschied:
Wünsche die Menschen haben
Wünsche die aus dem Menschen kommen der nicht nach Gott fragt, daher die Betonung auf Lüsten der MENSCHEN
Diese bösen Wünsche (Lüste) müssen ersetzt werden mit dem Willen Gottes
Es geht um das Menschsein, wie Gott es sich gedacht hat - auch mit guten Wünschen und gutem Verlangen denn es gibt auch gute menschliche wünsche die Gott so in den Menschen urspr. hineingelegt hat.
Wir müssen also Abschließen mit Lüsten die nicht vereinbar sind mit dem Willen Gottes.
Was diese bösen Wünsche sind erklärt Petrus im nächsten Vers:
3 Denn es ist für uns genug, dass wir die vergangene Zeit des Lebens nach dem Willen der Heiden zugebracht haben, indem wir uns gehen ließen in Ausschweifungen, Begierden, Trunksucht, Belustigungen, Trinkgelagen und frevelhaftem Götzendienst. 4 Das befremdet sie, dass ihr nicht mitlauft in denselben heillosen Schlamm, und darum lästern sie;
Teil 1
Hier geht es um den Lebensstil der Willen der Heiden - also den Menschen ohne Christus
Es geht um Trennung von diesem Lebensstil (v4 - dass ihr nicht mitlauft)
Es ist ein Lebensstil der Menschlichen Lüste getrennt von Gott
Ausschweifungen
Begierden
Trunksucht
Belustigungen / Orgien
Trinkgelagen
frevelhafter Götzendienst
Heilloser Schlamm (maßlos ergießendes Leben)
Weil man sich von diesem Lebensstil entsagt - entscheiden sich die, die danach leben für eine entfremdung von uns
Wir wollen uns ja nicht von den Menschen trennen sondern nur von diesem Lebensstil
Aber das gefällt den Menschen oft nicht und so entscheiden sie sich zur Feindschaft gegen uns
Und diese Entfremdnung ihrerseits führt zu Lästerung/in üblen Ruf bringen
Entfremdung --> Verleumdung --> Rechenschaft (4,5) (Die Welt hasst das)
Ein Christ ist nicht mehr von der Welt, ist bereit verleumdet zu werden und überlässt Gott das Richten.
Aber das ist nur die Hälfte vom Christsein
1Pe 2,15 - Ein Christ ist auch einer der gutes tut
Gutestun --> Unverständige --> zum Schweigen bringen
1Pe 3,16 - Ein Christ führt einen guten Wandel
Gutes Verhalten - Beleidigungen - werden beschämt
1Pe 2,12 - Ein Christ führt einen ehrbaren Lebensstil unter den Ungläubigen
Ehrbarer Lebensstil --> verleumdung als Übeltäter --> Gott Preisen (Die Welt mag das)
Zusammengefasst in Jakobus 1,27
27 Eine reine und makellose Frömmigkeit vor Gott, dem Vater, ist es, Waisen und Witwen in ihrer Bedrängnis zu besuchen und sich von der Welt unbefleckt zu bewahren.
Eine reine und makellose Frömmigkeit (Religion) vor Gott, dem Vater, ist es, (1- Was die Welt mag) Waisen und Witwen in ihrer Bedrängnis zu besuchen und (2 - Was die Welt nicht mag) sich von der Welt unbefleckt zu bewahren.
Möge Gott uns die Kraft geben beides zu tun (Gutes tun und Böses lassen)
Teil 2
Was sind die Dynamiken und die Kosten des Christwerdens?
(v2 “die verbleibende Zeit im Fleisch” (Ab der Bekehrung bis zum Tod) - v3 “die vergangene Zeit des Lebens” (Geburt bis zur Bekehrung))
“ausreichend” komische Art des Ausdrucks (Als ob man nun genung gesündigt hätte)
Man ist sich des alten Lebens satt
Echte Konvertiten
Gott sagt: Genug mit den Sünden - tut es nicht mehr!
Was nicht mehr?
Den Willen der Heiden
Ausschweifungen (Körperliche böse Neigung)
1Pe 2,11
Begierden (innere böse Wünsche)
Trunksucht (Gebundenheit an verschiedene Süchte wie Alkohol, Drogen, Pronographie, Faulheit)
Belustigungen & Trinkegelage, eigentl. Gelage und Orgien (andere Menschen nehmen teil und freuen sich wenn andere mitmachen - ganz gebunden)
Götzendienst (Endergebniss und frevelhaft - also abscheulich und unerlaubt)
Wenn wir 1Pe 4,1-2 praktizieren werden wir also da nicht mehr mitmachen und das ergebnis ist: Sie sind negativ überrascht und finden es befremdlich und frech, wenn wir da nicht mitmachen in diesem Schlamm
1Pe 4,12 - Wir sollten nicht negativ überrascht sein, dass sie negativ überrascht sind von uns
Das führt zu Verleumdungen - Also Falschaussagen und Lüben über uns Christen.
Und das wird Gott nicht ungestraft lassen:
5 sie werden aber dem Rechenschaft geben müssen, der bereit ist, die Lebendigen und die Toten zu richten.
sie werden aber dem Rechenschaft geben müssen, der bereit ist, die Lebendigen und die Toten zu richten.
Ist es in Ordnung verfolgten Christen Ermutigung zu schenken, dass ihre Feinde einmal von Gott gerichtet werden? Oder ist das lieblos?
Auch wenn es gerade so aussieh als ob sie, die Menschen ohne Gott freie Hand haben den Christen alls mögliche in die Schuhe zu schieben und sich über die Christen lustig zu machen - es gibt einen Zeitpunkt wo sie Rechenschaft ablegen müssen.
Lebendige und Tote - ob man nun noch lebt, wenn Christus kommt oder ob man schon verstorben ist, das spielt keine Rolle, sie werden Rechenschaft abgeben müssen.
Die große Frage ist ob Christen ermutigt davon sein sollten oder ob das eher noch ein Ansporn mehr sein sollte sie zu gewinnen?
1Pe 2,22-23 - Gott übergeben
Röm 12,19-20 - Niemals Selbstrache ausüben
2.Thess 1,6-8 - Gott wird rächen
Es ist in Ordnung für die Christen die verfolgt werden sie zu lieben bis zum Ende ihres Lebens, für sie zu beten für die Errettung - wissend, wenn sie nicht umkehren dass sie Gerechtigkeit ernten werden - du brauchst keine Rachegedanken haben
6 Denn dazu ist auch Toten das Evangelium verkündigt worden, dass sie gerichtet würden im Fleisch den Menschen gemäß, aber Gott gemäß lebten im Geist.
Was bedeutet es dass Toten das Evangelium verkündigt wurde? Worauf bezieht sich das und wie passt das in den Argumentationsfluss?
dazu --> dass
Wie passt das mit vem Vorigen zusammen?
Jesus wird auch die Toten richten --> Denn --> Damit sie leben??? Das scheint nicht möglich ---> Der Argumentationsfluss muss hier unterbrochen worden sein (auch wegen der Zeitform)
Ein Link zu 1Pe 3,18? Eher nicht.
Denn --> Ein weiteres Argument für Verfolgte Christen
Es bezieht sich auf Christen die “behaupten” ewiges Leben zu haben aber sterben - aus sicht der Lästerer
Einige haben sicher die Christen verlästert weil sie genau das dachten
Es sieht so aus als ob Gott sie tötete
Aber Petrus ermutigt hier dass auch die die gerstorben sind in Jesus nicht von Gott gerichtet werden sondern im Geist weiterleben für Gott.
3. Warten auf Christus (1.Petrus 4,7-9)
3. Warten auf Christus (1.Petrus 4,7-9)
7 Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet. 8 Vor allem aber habt innige Liebe untereinander; denn die Liebe wird eine Menge von Sünden zudecken. 9 Seid gegeneinander gastfreundlich ohne Murren!
“Das Ende aller Dinge ist nahe”
Heißt, viele wichtige Ereignisse in Gottes Plan sind bereits mit Jesus geschehen. Es steht noch aus, dass er wiederkommen soll.
Daher konnte die Wiederkunft Christi jederzeit erfolgen: Sie war zu Petrus' Zeiten „nahe“ und ist es bis heute.
Wie leben wir in diser Zeit? Als Fremdlinge, als Bürger des kommenden Reiches? Es geht nicht darum einfach untätig in den Himmel zu schauen und auf ihn zu warten mit ner Tasse Tee in der Hand.
Stattdessen sollen die Gläubigen hier drei Dinge tun:
1.
Besonnen und nüchtern sein, damit sie sich dem Gebet widmen und ihren Nutzen in Gottes Reich maximieren können.
2.
Beständige Liebe zu anderen bezeugt, dass ein Mensch im Licht der Zukunft lebt. Wahre Liebe deckt eine Menge der Sünden anderer Menschen zu (Spr 10,12).
Wo Liebe im Überfluss vorhanden ist, werden Verfehlungen oft übersehen und schnell vergessen.
3.
Gastfreundschaft ist das Gegenteil von Fremdenfreindlichkeit - philoxenon bedeutet fremdenliebend
Gerdade in Zeiten, in denen man Verfolgt wird ist es wichtig, Fremde aufzunehmen damit sie sehen können, was das Christentum wirklich ist.
Schluss
Schluss
Wir haben heute von Petrus 3 Punkte mitbekommen die uns helfen sollen als Fremdköper in dieser gefallenen Welt zu leben:
Wir schauen auf Christus und lassen uns inspirieren von seinerm Leid im Gutestun
Wir wappnen uns mit der selben Haltung wie er und erleben dadruch auch Feindschaft - im Gutestun und im sein lassen vom Bösen.
Wir warten in dieser Zeit auf Christus indem wir nüchtern im Gebet bleiben, Liebe leben und ganz praktisch Gastfreundschaft pflegen.
Trotz der Ablehnung und Verfolgung, die wir als Christen erfahren, finden wir in Christus die Freiheit aus dem Schlamm der Sünde und die Hoffnung, die uns durch unser Leid hindurch trägt.
