Der Unscheinbare König

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Advent – Der König Kommt
Predigt 2: Der unscheinbare König

EINLEITUNG – DER KÖNIG, DEN NIEMAND ERWARTETE

Wir haben letzte Woche schon darüber gesprochen, dass Advent die Jahreszeit der Sehnsucht ist.
Eine Zeit, in der wir uns neu erinnern:
Die Welt wartet. Nicht auf ein Fest. Nicht auf eine Tradition. Sondern auf eine Person.
Letzte Woche sahen wir den langersehnten König, dessen Kommen seit Eden verkündet wurde.
Wir haben im Buch Jesaja, welches 700 Jahre VOR der Geburt Jesu geschrieben wurde, wie Jesaja ein Licht kommen sieht von Ferne.
ca. 3300 Jahre nach dem Gott im Garten Eden versprochen hat, dass einer kommen wird, der den Bruch der Sünde, zwischen Gott und Mensch in Ordnung bringen wird.
Innerhalb dieser 3300 Jahren, wird die Welt wird immer kaputter, immer dunkler...Sünde nimmt immer mehr Überhand...und die Sehnsucht nach einem RETTER wird immer größer...
Gleichzeitig steigt die Erwartung... Gott gibt immer mehr Andeutungen, immer mehr Prophetien, Voraussagungen...dass der Messias kommt!
Und vielleicht ist es schien so...dass die Menschheit beginnt die Hoffnung aufzugeben. Wir warten solange...
Und plötzlich sagt Jesaja...ich sehe ein Licht welches über dem Volk steigen, welches in Finsternis wandelt!
Und dann wird Jesus geboren!
Heute gehen wir einen Schritt weiter — wir schauen nicht OB der König kommt, sondern WIE er kommt.
Und Paulus zeigt uns in unserem Haupttext, Philipper 2 eine Wahrheit, die jedes religiöse System der Welt sprengt:
Der König kommt nicht in Majestät — er kommt unscheinbar. Der König erscheint nicht in Pracht — er erscheint in Demut. Der König fordert nicht zuerst Unterwerfung — er beugt sich selbst zuerst.
Niemand hätte SO einen König erwartet. Die Römer nicht. Die Juden nicht. Die Jünger nicht. Und wir oft auch nicht.
Und genau damit konfrontiert uns Philipper 2,5–11. Eine der gewaltigsten Christushymnen der gesamten Bibel.
TEXTLESUNG – Philipper 2,5–11
Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen; und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz.
Darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters. Php 2:5–11.
Ich möchte uns heute diese 6 Verse auspacken und zeigen was für eine Tiefe darin steckt. Uns Jesus den Unscheinbaren König zu zeigen.
1. Die Selbstentäußerung des Königs – Er wird Mensch (V. 5–7) 2. Die Erniedrigung des Königs – Er geht ans Kreuz (V. 8) 3. Die Erhöhung des Königs – Er wird Herr über alles (V. 9–11)

1. DIE SELBSTENTÄUßERUNG DES KÖNIGS – Er wird Mensch

Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen Php 2:5–7.
Paulus beginnt mit einem Ruf an die Gemeinde in Philippi und an uns:
“Habt diese Gesinnung in euch…”
Bevor er beschreibt, was Jesus tat, zeigt er uns warum er es tat: Sein Herz. Seine Demut.
Er sagt: Schaut nicht zuerst auf euch. Schaut nicht auf eure Gefühle. Schaut nicht auf eure Erfolge oder Kämpfe.
Schaut zuerst — auf Christus.
Und was zeigt er uns über Christus?
Seine Bereitschaft, nicht festzuhalten, was ihm zustand.
“…der in göttlicher Gestalt war…”
Das griechische Wort morphē theou bedeutet: Wesen. Natur. Identität. Herrlichkeit.
Nicht ein moralischer Lehrer. Nicht ein inspirierter Prophet. Nicht ein Engel. Jesus war nicht ein kleiner Gott.
Er war Gott in vollem, ungeschmälertem Sein.
Er war Gott. Er ist Gott. Vollständig. Ewig. Unveränderlich.
Wenn Christus nicht wahrer Gott ist, ist die ganze Bibel ein Lügengebäude.
Damit beginnt Advent: Nicht in Bethlehem. Sondern in der Ewigkeit. Bevor es Zeit gab, war Christus.
In unvorstellbarer Herrlichkeit!
Und trotzdem:
“…hielt es nicht wie einen Raub fest…”
Gott sieht unsere Sünde...er hätte JEDES Recht uns auszulöschen.
Er hätte JEDES Recht uns zu ignorieren und zugrunde gehen zu lassen...uns gegenüber gleichgültig zu sein!
Aber NEIN.
Er sagt nicht: “Ich bin Gott — ich bleibe, wo ich bin!”
Er klammert sich nicht. Er verteidigt nicht seine Rechte. Wie wir es manchmal tun.
Nein. Er legt ab. Er lässt los. Er steigt herab.
Die größte Kraft liegt nicht im Festhalten, sondern im freiwilligen Loslassen.
Johannes beschreibt es so:
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen. Jn 1:1–5.
Gott selbst...DAS WORT...könnt ihr euch erinnern...letzte Woche...das Licht das in der Finsternis erscheint über dem Volk dass in der Finsternis Wandelt? Das ist Jesus Christus...Gott der Mensch wurde!
Hier in unserem Haupttext in Philipper...Paulus Worte, die wie Donner über der Theologiegeschichte liegen: “…sondern er entäußerte sich selbst…”
Er legte die sichtbare Herrlichkeit ab.
Das bedeutet NICHT: Er hörte auf, Gott zu sein.
Es bedeutet: Er zog seine Herrlichkeit aus, wie man einen Mantel ablegt (der griechische Ausdruck bedeutet AUSLEEREN). Er verzichtete auf Königswürde.
Er, GOTT, nahm Begrenzung an. Er, GOTT, trat ein in unsere Zerbrechlichkeit.
Er wurde hungrig. Er wurde müde. Er lernte gehen. Er weinte.
Der Allmächtige wird ein Baby. Der Ewige tritt in die Zeit. Der Unendliche begrenzt sich in einem menschlichen Körper. UND ER KOMMT NICHT ALS KAISER ODER EMPERATOR...
Er nahm die Gestalt eines Knechtes an. Nicht eines Königs. Nicht eines Herrschers. Nicht eines VIP.
Nicht eines Philosophen. Nicht eines religiösen Eliten-Lehrers.
Knecht. Doulos. Sklave.
Er kommt zu uns nicht als Herrscher, sondern als Diener. Nicht in Pracht, sondern in Einfachheit. Nicht mit Macht, sondern mit Zärtlichkeit.
Er wurde sogar als Mensch unscheinbar.
Warum? Was beweist er damit? Er tut es...damit niemand sagen kann:
“Ich bin zu unbedeutend für ihn.” “Ich kann nicht zu Gott kommen.” “Ich bin zu klein, zu dreckig, zu kaputt.”
Nein. Der König kommt herunter. Ganz herunter. Zugänglich für JEDEN einzelnen Menschen! Der unscheinbare König entäußert sich selbst, damit du ihn nicht fürchten musst, sondern finden kannst.
Das ist Jesus. Der ewige König des Universums, der ganz unscheinbar wird!

2. DIE ERNIEDRIGUNG DES KÖNIGS – Er geht ans Kreuz

und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz. Php 2:8.
Wenn du denkst, der Abstieg sei zu Ende — Paulus sagt: Nein.
Er geht tiefer. Es endet nicht bei seiner Menschwerdung. Er führt noch tiefer.
“…und den Gestalt nach wie ein Mensch befunden… er erniedrigte sich selbst.”
Er machte sich nicht nur klein – er ging den Weg des völligen Gehorsams.
Nicht ein Gehorsam, der bequem war. Nicht ein Dienst, der gefeiert wurde. Nicht eine Demut, die Applaus bekam.
Kein Mensch hat ihn erniedrigt. Kein System hat ihn gezwungen. Kein Soldat hatte Macht über ihn.
Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir aus. Ich habe Vollmacht, es zu lassen, und habe Vollmacht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen. Jn 10:18.
Er entschied sich. Er wählte diesen Weg. Er gab sich selbst.
Jesus wurde nicht Opfer eines brutalen Staates. Er war Opfer — aber freiwillig. Er war Lamm — aber aus Liebe. Er war Knecht — aber souverän.
Er war:
“…gehorsam bis zum Tod – ja, bis zum Tod am Kreuz.”
Das Kreuz ist der Ort, an dem die heilige Liebe Gottes auf die ganze Last der Sünde trifft.
Wir gehorchen, solange es bequem ist. Solange es wenig kostet. Solange wir Kontrolle behalten.
Jesus gehorcht, wo wir nicht mehr könnten. Bis zum Äußersten. Bis zur letzten Konsequenz.
Sein Leben war keine Inspiration. Es war eine völlige Hingabe.
Das Kreuz war Schande. Folter. Ablehnung. Gottesferne.
Doch Christus wählt diesen Weg – bewusst, willentlich, aus Liebe.
Das Kreuz war der verachtetste Tod der damaligen Welt: – schmerzhaft – öffentlich – entehrend – verflucht
Die Römer nutzten es für Sklaven und Aufständische — nie für Bürger. Die Juden sahen es als Fluch Gottes (5. Mose 21,23).
Das bedeutet:
Christus nimmt die tiefste Schande, die größte Sünde, den härtesten Fluch und macht ihn zu deinem Rettungsweg.
Das Kreuz ist die größte Demonstration von Gottes Liebe und seinem Hass gegen die Sünde zugleich.
Das Kreuz zeigt zugleich, die Größe Gottes Gnade und Barmherzigkeit - aber auch die Ernsthaftigkeit und Schwere unserer Sünde gegen Gott!
Warum musste der König so tief hinabsteigen?
Weil unsere Sünde SO tief ist. Weil unsere Schuld SO schwer ist. Weil unser Abgrund SO tief reicht.
Weil Christus uns retten will, musste er tiefer steigen, als du und ich gefallen send.
Der König wird unscheinbar…damit er sterben kann.
Der König wurde unscheinbar...er stieg nicht nur herab – er ging bis GANZ nach unten, um dich und mich aus der Tiefe zu retten.

3. DIE ERHÖHUNG DES KÖNIGS – Er wird Herr über alles

Darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters. Php 2:9–11.
Jetzt geschieht der Wendepunkt der Ewigkeit.
Die Erniedrigung blieb nicht das letzte Wort. Das Grab war nicht das Ende. Der unscheinbare König bleibt nicht unscheinbar.
Jetzt explodiert der Text in Herrlichkeit:
“Darum hat ihn Gott auch hoch erhoben…”
Gott erhebt, wen die Welt erniedrigt hat. Er krönt, wen Menschen verachtet haben. Er setzt auf den höchsten Platz, wen man aufs Kreuz genagelt hat.
Advent beginnt in Demut. Ostern triumphiert in Herrlichkeit. Himmelfahrt bestätigt seine Königsherrschaft.
Und Gott setzt Christus dort hin, wo kein Mensch hinaufsteigen kann: an die höchste Stelle des Universums.
“…und ihm den Namen gegeben, der über jeden Namen ist…”
Welcher Name?
Der Name, der im Alten Testament nur Gott selbst gehört: JAHWE. HERR.
Der unscheinbare König wird wieder bestätigt als DER universaler Herrscher.
Der Name ist „HERR“ — Kyrios — JHWH. Der Name Gottes selbst.
Der unscheinbare König ist kein Symbol. Er ist kein Mythos. Er ist kein Prophet.
Er ist Gott der Herr.
Und dann: “…damit in dem Namen Jesu sich jedes Knie beuge…”
Jedes Knie. Nicht nur der Gläubigen. Nicht nur der Engel. Nicht nur der Frommen.
Jedes. Im Himmel. Auf Erden. Unter der Erde.
Die Engel werden knien. Die Nationen werden knien. Alle Philosophen werden knien. Alle Diktatoren werden knien. Alle Skeptiker werden knien. Die Feinde Gottes werden knien. Die Dämonen werden knien Satan selbst wird knien.
Nicht als Akt der Religion. Nicht mal als Akt der Anbetung. Sondern der Realität. Als Zeichen das sie sich ergeben, dass sie besiegt sind.
Und: “…jede Zunge bekenne: Jesus Christus ist Herr.”
Heute bekennen es die Gläubigen, dass Jesus Christus HERR ist. An diesem Tag werden es alle bekennen.
Nicht aus Zwang, sondern weil die Wahrheit unausweichlich sein wird.
Die Erniedrigung war real, aber die Erhöhung ist unwiderruflich.
Der unscheinbare König kehrt sichtbar zurück. Als Herr aller Herren. Als König aller Könige.
Der unscheinbare König kommt in Demut – aber er wird wiederkommen in unaufhaltbarer Herrlichkeit.

SCHLUSS – DER UNSCHEINBARE KÖNIG UND DU

Es gibt eine alte Legende über König Alfred den Großen. Als die Wikinger sein Land überfielen, musste er fliehen. Nicht als Herrscher, nicht mit Krone — sondern verborgen, unerkannt, wie ein einfacher Mann.
Für eine Zeit lebte er in einer Bauernhütte. Die Frau dort erkannte ihn nicht. Für sie war er nur ein Fremder. Und als er aus Versehen mal ihr Brot verbrennen ließ, schimpfte sie ihn aus — nicht wissend, dass vor ihr der König stand.
Aber warum verbarg Alfred seine Identität? Um selbst zu überleben. Um sich selbst zu retten. Doch hör den Unterschied:
Unser König — Jesus Christus — verbarg sich nicht, um sich selbst zu retten, sondern um uns zu retten.
Alfred wurde unerkennbar, weil er bedroht war. Christus wurde im Vergleich zu seiner vorherigen Herrlichkeit unerkennbar, weil wir bedroht waren. Ohne IHN, bist du, bin ich in der Gefahr der ewigen Verdammnis!
Alfred versteckte sich, um dem Tod zu entkommen. Christus wurde Mensch, um dem Tod entgegenzugehen.
Das ist Advent:
Der König der Könige wurde unscheinbar, nicht aus Angst, sondern aus Liebe.
Jetzt wird es persönlich. Advent ist keine Geschichte für andere. Advent ist die Einladung Gottes an dich.
Advent ist nicht Sentimentalität. Es ist eine Entscheidung: Willst du diesem König begegnen?
Wenn du voller Dunkelheit bist: Er ist unscheinbar geworden für dich.
Wenn du noch voller Schuld bist: Er ging ans Kreuz für dich.
Wenn du voller Angst bist: Er wurde erhöht und herrscht für dich.
Wenn du lau geworden bist: Advent ruft dich in die Gesinnung Christi zurück – die Demut, die dient, liebt und sich hingibt.
Wenn du suchend bist: Der unscheinbare König flüstert dir heute: “Komm. Ich bin gekommen, um dich zu retten!”
Denn der unscheinbare König ist der erniedrigte Retter und der erhöhte Herr.
Wir haben einen König und Priester in Christus... einen Gott... der nicht von weit weg... nicht von Oben herab uns zuschaut... sondern der wissen kann wie wir uns in JEDER situation uns fühlen:
Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern einen, der in allem versucht worden ist in ähnlicher Weise wie wir, doch ohne Sünde.
So lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe! Heb 4:15–16.
Und er kam. Für dich. Für uns. Für die Welt.
Also, lass uns jetzt ZU IHM kommen. Lasst uns als Gemeinde staunen. Lasst uns beugen. Lasst uns anbeten.
Amen.
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