Hauskreis 2Tim 4, 9-15
Textstruktur
Einleitung
Exegese
Timotheus
Demas
Eine der bittersten Erfahrungen im christlichen Dienst ist es, von denen verlassen zu werden, die einst Mitarbeiter waren. »Demas« war ein Freund des Paulus gewesen, ein Mitgläubiger und ein Mitarbeiter. Doch nun war Paulus im Gefängnis, und die Christen wurden verfolgt. Das politische Klima war für Christen ausgesprochen ungünstig. Statt die Erscheinung des Herrn zu lieben, fand Demas Gefallen am »jetzigen Zeitlauf«, verließ Paulus und reiste »nach Thessalonich«. Das heißt nicht notwendigerweise, dass Demas sein christliches Zeugnis aufgab und ein Abtrünniger wurde. Auch bedeutet das nicht, dass er kein echter Gläubiger gewesen sei. Vielleicht hatte die Sorge um seine persönliche Sicherheit ihn zu dieser Entscheidung gebracht.
Kreszenz
Titus
Lukas
Markus
Tychikus
Karpus
Es gibt verschiedene Meinungen darüber, was denn der Unterschied zwischen den »Büchern« und den »Pergamenten« ist. Gehörten sie zur Heiligen Schrift? Handelte es sich um einige der Paulusbriefe? Waren es Papiere, die er bei seiner Gerichtsverhandlung benötigte? Ging es um leere Stücke aus Papyrus oder Pergament, die er zum Schreiben benutzen wollte? Es ist unmöglich, dies endgültig zu entscheiden. Doch es ist wohl richtig anzunehmen, dass Paulus seine Gefangenschaft sinnvoll nutzen wollte, indem er sich dem Schreiben und Lesen widmete und somit beschäftigt war.
Eine interessante wahre Geschichte wird im Zusammenhang mit diesem scheinbar so unwichtigen Bibelvers erzählt. F. W. Newman, der jüngere Bruder von Kardinal Newman, fragte einmal J. N. Darby, ob wir wohl auf irgendeine Weise ärmer würden, wenn dieser Vers nicht in der Bibel stünde. War er nicht nur von zeitlich begrenzter Bedeutung? Würde irgendetwas fehlen, wenn Paulus ihn nie geschrieben hätte? Darby antwortete prompt darauf: »Ich hätte ganz gewiss etwas verloren, denn dieser Vers hielt mich davon ab, meine Bibliothek zu verkaufen. Jedes Wort, darauf kann man sich verlassen, ist vom Geist eingegeben und von ewigem Wert.«
Alexander der Schmied
ἐνδείκνυμι in Verbindung mit Objekten im Dativ plus Akkusativ bedeutet „jmdm. etw. erweisen, antun“ und ist in dieser Konstruktion etwa in LXX
Wenn wir diesen Vers mit dem Folgenden verbinden, ist es möglich, dass »Alexander« gegen den Apostel ausgesagt und falsche Anklage gegen ihn erhoben hatte. Conybeare und Howson übersetzen: »Alexander der Schmied hat mich böse verklagt.«
Er geht davon aus, dass der Herr ihm nach seinen Taten vergelten wird. Er formuliert dies nicht als Wunsch im Konjunktiv, sondern futurisch im Indikativ: So wird es geschehen.
