Großzügigkeit

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Das Beste, was wir dem Ursprung des Bösen entgegensetzen können, ist eine Großzügigkeit, die Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Glauben wachsen lässt.

Notes
Transcript

Das Nehmen - Was ist das Böse und sein Ursprung?

Wenn wir uns die Welt ansehen, dann kann man sich schon fragen: Wie ist es eigentlich dazu gekommen? Wie konnte das passieren? Wie konnten wir das zulassen? Auf der einen Seite Menschen, die mehr Geld haben, als sie und ihre Familien jemals brauchen werden, und auf der anderen Seite Menschen, die so wenig haben, dass ihre Kinder in ihren Armen an Hunger sterben. Auf der einen Seite Länder, die in Frieden leben, mit einem stabilen System, und auf der anderen Seite Länder, die ausgenutzt wurden und deren System durch Krieg bestimmt ist. Wir könnten diese Liste ewig lang fortführen. Es gibt immer die zwei Seiten. Die einen, die viel haben, und die anderen, die wenig haben. Die einen, für die das Leben alles hat, und die anderen, für die das Leben das Minimum hat.
Und ich frage mich wirklich: Wie kann es sein, dass das Böse so viel Raum hat? Wie kann es sein, dass die Welt nicht gerechter ist? Wie kann es sein, dass ich nicht gerechter bin? Es gibt eine Antwort darauf. Es ist keine Antwort, die mir gefällt, aber es gibt sie. Die Antwort ist Gier. Die Gier ist ein Ursprung des Bösen:
1. Timotheus 6,10 BB
Denn Geldgier ist die Wurzel von allem Bösen. Manche sind ihr so verfallen, dass sie vom Glauben abgekommen sind. Und dadurch haben sie sich selbst großen Schmerz zugefügt.
Die Gier ist eine Wurzel des Bösen. Sie ist die Wurzel davon, dass wir Dinge tun, die anderen Menschen schaden. Wir wissen zum Beispiel, dass bestimmte Dinge, die wir kaufen, unter schrecklichen Bedingungen hergestellt werden, aber wir achten beim Kauf nicht auf Nachhaltigkeit oder faire Arbeitsbedingungen, sondern auf den Preis. Ich will jetzt niemanden in Sippenhaft nehmen, es ist aber Teil unserer Realität. Geiz ist geil. Alles außer teuer. Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an jeden gedacht. Wir tun Dinge, obwohl wir es besser wissen. Wir tun das, weil wir gierig sind. Wir wollen mehr. Das bestimmt unser Handeln.
Wir sind in einer Welt, in der es darum geht, mehr zu haben, und dafür sind wir vielleicht sogar bereit, etwas aufzugeben, was uns davon abhält: den Glauben. Habgier ist hart, unbarmherzig, hinterhältig und rücksichtslos. Der Glaube will unser Leben ordnen. Er will, dass wir unser Leben für das Gute einsetzen. Das möchte die Gier nicht. Die Gefahr der Gier ist es, dass sie anfängt, unser Herz zu formen.
Wenn ich ehrlich bin, habe ich das auch schon erlebt. Ich habe lange Zeit damit zu kämpfen gehabt, dass ich viel Zeit und Kraft in Gemeinde investiere und das Gefühl habe, dass ich dafür nicht genug Wertschätzung bekomme. Weder in Worten noch in Finanzen oder auch von Gott. Ich bin gierig. Ich möchte mehr. Es reicht nicht, was ich habe. Wenn dieses Denken in meinem Leben zu viel Raum einnimmt, dann verdrängt es den Glauben. Es verdrängt meine Berufung, von Gott als Pastor in dieser Gemeinde zu arbeiten. Es verdrängt meinen Glauben daran, dass Gott mich und meine Familie versorgen wird. Es verdrängt den Blick für meine Mitmenschen.

Das Geben - Inwiefern steht Großzügigkeit dem Bösen Gegenüber?

Das Böse ist also eine Folge unserer Gier. Das Böse entsteht dadurch, dass wir nie zufrieden sind, und die Folge ist ein verhärtetes Herz. Was kann unser Herz aber wieder weich machen? Wenn wir es von etwas anderem bestimmen lassen:
Psalm 119,36 BB
Leg mir deine Vorschriften ans Herz und nicht den Wunsch nach Gewinn!
Die Vorschriften Gottes zielen darauf ab, dass wir nicht darauf schauen: Welchen Gewinn oder Nutzen haben meine Handlungen jetzt allein für mich? Sondern darauf, dass wir Erfüllung finden. Eine Erfüllung, die unabhängig ist von unserem Kontostand oder unserem Besitz. Unser Herz soll erfüllt sein von Liebe, und davon soll unser Umgang mit Geld bestimmt sein. Gott gibt uns Gebote und Weisungen im Umgang mit Geld, damit wir nicht immer rechnen müssen, sondern leben können. Und diesen liebevollen Umgang mit Geld nennt Gott Großzügigkeit. Wir sind dazu bestimmt, großzügig zu sein. Denn wo wir großzügig sind, werden wir Erfüllung finden.
Es ist erfüllender, einem Menschen, der keine Schuhe hat, die eigenen Schuhe zu geben, als sich selbst das zehnte Paar Schuhe zu kaufen. Es ist erfüllender, einem Menschen etwas zu essen zu geben, als allein drei Burger bei McDonald’s zu essen. Es ist erfüllender, mit seinem Geld etwas Gutes zu tun, als es allein in sich zu investieren, denn die Früchte dieses Investments sind deutlich größer als das Investment in mich selbst. Ein Beispiel für so eine Vorschrift ist der Zehnte:
Maleachi 3,10 BB
Bringt den zehnten Teil vollständig zum Vorratshaus, damit es im Tempel genug zu essen gibt. Der Herr Zebaot sagt: Stellt mich damit ruhig auf die Probe! Seht, ob ich die Schleusen des Himmels öffne und Segen im Überfluss auf euch schütte.
Gott sagt hier: Gebt den zehnten Teil eures Ertrags in den Tempel. Wir haben heute keinen Tempel mehr und normalerweise auch keinen Ertrag, sondern wir haben eine Gemeinde und ein Gehalt. Zehn Prozent von dem, was du hast, sollst du also in die Gemeinde bringen. Inwiefern ist das erfüllend? Inwiefern kann ich dann noch mit dem zurechtkommen, was ich habe? Das sind berechtigte Fragen. Zehn Prozent des Gehalts ist vielleicht dein Wochenbudget, und vielleicht ist es aus deiner Sicht nicht an der Zeit, jetzt Geld wegzugeben.
Diese Worte werden an ein Volk gerichtet, das gerade wenig hat. Dem Volk geht es wirtschaftlich schlecht. Natürlich wollen sie da Geld einsparen, und sie sparen es ein, indem sie kein Geld abgeben, sondern es für sich behalten. Aber warum geht es ihnen wirtschaftlich schlecht? Ja, sie haben wenig Ertrag. Gott sagt ihnen hier aber: Vertraut mir. Hört auf das, was ich sage, und es wird euch wieder gut gehen. Ich werde mich um euch kümmern. Wenn ihr mir nicht vertraut, wie wollt ihr dann meinen Segen erfahren? Wenn ihr euch um euch selbst sorgt, wie soll ich euch dann versorgen? Vertraut, anstatt festzuhalten.
Zehn Prozent abzugeben ist nicht leicht. Zehn Prozent abzugeben tut weh. Es fordert heraus. Als Narah und ich am Anfang unserer Ehe sehr wenig hatten, weil Narah noch in der Ausbildung war und ich im Studium, haben wir trotzdem immer unseren Zehnten in die Gemeinde gegeben. Was wir in dieser Zeit erleben durften, war Versorgung. Wir sind nicht im Geld geschwommen, weil wir unseren Zehnten abgegeben haben, aber wir wurden immer versorgt. Gott hat uns versorgt. Von Gott versorgt zu werden, ist erfüllend. Zu wissen, dass es einen Gott gibt, dem du wichtig bist, ist erfüllend. Mit deinem Geld an seinem Reich zu bauen, ist erfüllend.

Die Einstellung - Was bedeutet es großzügig zu sein?

Es geht dabei aber nicht darum, irgendwelchen Normen oder Gesetzen gerecht zu werden.
Matthäus 23,23 BB
Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer! Ihr Scheinheiligen! Denn ihr gebt Gott sogar den zehnten Teil von Gewürzen wie Minze, Dill und Kümmel. Gleichzeitig beachtet ihr nicht, was im Gesetz viel wichtiger ist: Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Glaube. Das solltet ihr aber tun, ohne das andere zu lassen.
Den Schriftgelehrten und Pharisäern, die die Gebote Gottes mehr achteten als alles andere, fiel es am Ende auf die Füße. Bis ins Kleinste achteten sie darauf, dass sie jeweils das Zehntel Gott gaben. Nicht nur ihren Ertrag, sondern auch das, was sie mit ihrem Gewinn kauften, gaben sie Gott. Dabei verloren sie aus den Augen, worum es eigentlich geht.
Ja, Gott gibt uns Gebote. Diese Gebote können eine Erfüllung sein, wenn sie am Ende dem dienen, worauf es ankommt. Es geht nicht darum, Gott mit unserem Geld zu bestechen. Er ist kein Kassierer, dem du nur den richtigen Betrag zahlen musst, um das zu bekommen, was du möchtest. Gott ist auch kein Erbsenzähler, der dir etwas entzieht, nur weil es nicht genau zehn Prozent waren. Gott geht es um unser Herz. Es geht ihm um das Ziel, das wir mit unserem Geld verfolgen.
Zehn Prozent können gut angelegtes Geld in der Gemeinde sein. Wir als Gemeinde wollen mehr Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Glauben in Hennigsdorf. In unserer Pfadfinderarbeit kommen Kinder zusammen, die vorher keinen Zugang zur Natur, zu Gottes Schöpfung hatten. Beim Weihnachtsmarkt haben wir Geld gesammelt für die Essensausgabe in unserer Stadt. Wir machen Gottesdienste, in denen wir versuchen, den Menschen den Glauben nahezubringen.
Dein Geld kann in dieser Gemeinde genau diesen Dingen dienen. Dein Geld kann auch an ganz anderer Stelle all dem dienen, egal ob Compassion, EBM, Tearfund oder anderen sozialen Trägern. Du kannst viel Geld an soziale Einrichtungen und die Gemeinde geben und dann vielleicht denken: Damit ist mein Dienst getan. Das haben auch die Schriftgelehrten und Pharisäer gedacht. Wenn es dazu führt, dass du am Leid, das um dich herum ist, vorbeigehst, dann hast du nicht verstanden, worum es beim Zehnten geht.
Es geht darum, dass wir die Hände von unserem Besitz lösen und Gott durch ihn wirken lassen. Wir können mit unserem Geld Menschen helfen, wieder aufzustehen, denn das ist Gerechtigkeit. Wir können mit unserem Geld dem Leid begegnen, das uns bewegt, denn das ist Barmherzigkeit. Wir können die Kontrolle über unser Geld in Gottes Hand legen, denn das ist Glaube.

Die Wirkung - Wie kann Großzügigkeit Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Glaube wachsen lassen?

Wozu das führt, erklärt Jesus in einem Gleichnis:
Matthäus 25,34–40 BB
Dann wird der König zu denen rechts von sich sagen: ›Kommt her! Euch hat mein Vater gesegnet! Nehmt das Reich in Besitz, das Gott seit der Erschaffung der Welt für euch vorbereitet hat. Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich war ein Fremder, und ihr habt mich als Gast aufgenommen. Ich war nackt, und ihr habt mir Kleider gegeben. Ich war krank, und ihr habt euch um mich gekümmert. Ich war im Gefängnis, und ihr habt mich besucht.‹ Dann werden die Gerechten fragen: ›Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben? Oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? Wann warst du ein Fremder und wir haben dich als Gast aufgenommen? Wann warst du nackt und wir haben dir Kleider gegeben? Wann warst du krank oder im Gefängnis und wir haben dich besucht?‹ Und der König wird ihnen antworten: ›Amen, das sage ich euch: Was ihr für einen meiner Brüder oder eine meiner Schwestern getan habt – und wenn sie noch so unbedeutend sind –, das habt ihr für mich getan.‹
Großzügigkeit drückt sich nicht nur dadurch aus, wie wir mit unserem Geld umgehen. Großzügigkeit drückt sich in einer Lebenseinstellung aus, die die Welt verändern kann. Die Menschen, von denen Jesus hier spricht, wussten nicht, dass sie ihm dienten. Sie wussten nicht, dass sie Jesus damit etwas Gutes getan haben. Ihr Herz wurde einfach berührt, und sie gaben das, was sie hatten.
Sie begegneten dem Hungernden und gaben ihm etwas zu essen. Sie begegneten dem Durstigen und gaben ihm etwas zu trinken. Sie begegneten dem Nackten und gaben ihm etwas zum Anziehen. Sie begegneten dem Kranken und unterstützten ihn. Sie begegneten dem Einsamen und besuchten ihn.
Vielleicht fragt ihr euch jetzt: Aber was hat das alles mit dem Zehnten zu tun? Ich habe es bei mir so wahrgenommen, dass das Geben des Zehnten mein Herz dafür geöffnet hat, zu geben, auch wenn ich selbst vielleicht etwas anderes mit dem Geld machen wollte. Den Zehnten zu geben öffnet unsere Hand und hilft uns, unseren Besitz loszulassen.
Gott braucht nicht dein Geld. Er braucht dein Herz. Er braucht eine offene Hand, die bereit ist, loszulassen. Die bereit ist, das eigene Geld zu geben, damit jemand Essen, Trinken und Kleidung bekommt. Die bereit ist, die eigenen Pläne umzuschmeißen, damit einem Kranken geholfen und ein Einsamer besucht wird.
Gott braucht eine offene Hand, die bereit ist, sich in sein Reich zu investieren. Sein Reich findet sich an vielen Orten. Die Frage ist: Wie viel bist du bereit zu geben?
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