Weihnachten aus Jesu Sicht (Hebr. 10,5–10)

Was die ersten Christen über Weihnachten dachten...  •  Sermon  •  Submitted   •  Presented
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Transcript

Einleitung

Guten Morgen liebe Gemeinde,
Spiel vom VfB Stuttgart gegen den FC Bayern. Es war am 6.12. Nikolaus.
Die Bayern spielten ohne ihren Harry Kane. Das Spiel war ziemlich langweilig geworden und die Bayern sie führten sehr wackelig mit 1:0. Es fehlte den Bayern an einer zündenden Idee - die Stuttgarter sie drückten immer mehr.
Ich kann mir vorstellen, wie der Kane auf der Bank saß und sich dachte, “wenn ich jetzt im Spiel wäre, dann sähe es auf jeden Fall anders aus!
Und so kam es auch: 60 Minute wurde die Tormaschine H. Kane eingewechselt.
Nach gut 5 Minuten riss Kane das Spiel an sich und lieferte einen lupenreinen Hattrick: 3 Tore in 20 Minuten. Aus dem sehr wackeligen 1:0 wurde in kürzester Zeit ein 5:0.
Ich werde jetzt auch nicht verraten, ob ich mich gefreut habe oder nicht :)
Ja manchmal braucht es eine gewisse Qualität die von außen in ein Spiel eingreift.
Das Volk Gottes befand sich schon seit vielen Jahren in dem sehr zähen “Kampf” um es nicht Spiel zu nennen - gegen die Sünde.
Sie opferten Sündopfer, hielte die Gesetze Gottes, strengten sich an - aber ihr Gewissen blieb trotzdem belastet. Sie konnten kein Sieg erringen über die Sünde.
Was hat sich Jesus wohl gedacht, als er die Menschen so gesehen hat, wie sie sich abmühen und aus eigener Kraft versuchen die Beziehung zu Gott wiederherzustellen?
Wir haben die letzten 2 Wochen schon gesehen in unserer Adventsreihe, was die ersten Christen über Weinachten dachten - schließlich berichten nicht nur die Evangelien vom Sinn und Zweck von Weinachten. Und um noch tiefer in den Sinn von Weinachten einzutauchen, wollen wir uns heute anschauen, wie denn Jesus Christus selber über Weinachten gedacht hat.
Wir wollen die Perspektive ändern und heute entdecken, warum Weinachten ein Fest der Freude ist, wenn wir es aus Jesu Sicht betrachten.

Textlesung

So lasst uns nun vom Hebräerbriefschreiber hineinnehmen in den Thronsaal Gottes. Deshalb schlagt gerne mit mit Hebr. 10,5-10 auf und wir hören auf Gottes unfehlbares, irrtumsloses Wort: Hebr 10,5-10
Hebrews 10:5–10 ELB 2006
5 Darum spricht er, als er in die Welt kommt: »Schlachtopfer und Opfergabe hast du nicht gewollt, einen Leib aber hast du mir bereitet; 6 an Brandopfern und Sündopfern hast du kein Wohlgefallen gefunden. 7 Da sprach ich: Siehe, ich komme – in der Buchrolle steht von mir geschrieben –, um deinen Willen, Gott, zu tun.« 8 Vorher sagt er: »Schlachtopfer und Opfergaben und Brandopfer und Sündopfer hast du nicht gewollt, auch kein Wohlgefallen daran gefunden« – die doch nach dem Gesetz dargebracht werden –; 9 dann sprach er: »Siehe, ich komme, um deinen Willen zu tun« – er nimmt das Erste weg, um das Zweite aufzurichten. 10 In diesem Willen sind wir geheiligt durch das ein für alle Mal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi.
Ich bete noch: Gebet - Vater:
Laß die Worte meines Mundes und das Sinnen meines Herzens wohlgefällig sein vor dir, HERR, mein Fels und mein Erlöser!
Liebe Gemeinde, wir sind live dabei, als Jesus mit seinem Vater gesprochen hat! Ist das nicht spannend? Mir geht es öfters so, dass ich wissen möchte, was die Spieler oder Trainer von Bayern München auf der Ersatzbank reden. Ich würde auch gerne wissen wollen, was Kane Gedacht hat, bevor er eingewechselt wurde. - Aber all das ist ein Witz gegenüber dem was im Himmel passierte, kurz bevor Jesus geboren wurde.
Wir wissen nicht genau was die Worte gesprochen wurden, vielleicht auch am 4. Advent, kurz vor Weinachten? 21.12. 0 v. Chr.?!
Deshalb lasst uns einsteigen. Ich habe die Predigt ganz simple eingeteilt in 3 Punkte. f

Titel: Weinachten aus Jesu Sicht

1. Ich komme, weil ihr euch nicht selbst retten könnt

Wir haben gerade gelesen, wie Jesus Christus sagte zu Gott: Hebräer 10,5–6 „5 Darum spricht er, als er in die Welt kommt: »Schlachtopfer und Opfergabe hast du nicht gewollt [...] an Brandopfern und Sündopfern hast du kein Wohlgefallen gefunden.“
Lasst uns mal zurückgehen mit Jesus. Wir wollen die Israeliten anschauen. Aber nicht bei der Geburt Und zwar nicht zur Geburt Jesu, sondern wir gehen bis zu David zurück. Der König David war ein König der unsern Gott geliebt hat! Der Gott von Herzen dienen wollte. Und der auch viele Lieder und Gedichte für Gott geschrieben hat. Viele von denen finden wir in unserer Bibel - in den Psalmen! Diese Lieder wurden ca. 1000 Jahre vor Jesus aufgeschrieben und als Gesangsbuch genutzt. Ja die Psalmen waren das Gesangsbuch der Juden und auch von Jesus.
Und Psalm 40 ist so ein Lied von David. Wir haben die ersten 10 Verse gerade von Babsi vorgelesen bekommen.
Ist es euch aufgefallen in Psalm 40 - das sind die gleichen Worte wie im Hebräerbrief!
Ich lese uns nochmal kurz Psalmen 40,7–9 „7 An Schlacht- und Speisopfern hattest du kein Gefallen, Ohren hast du mir gegraben; Brand- und Sündopfer hast du nicht gefordert. 8 Da sprach ich: Siehe, ich komme; in der Rolle des Buches steht über mich geschrieben. 9 Dein Wohlgefallen zu tun, mein Gott, ist meine Lust; und dein Gesetz ist tief in meinem Innern.“
Das was also David in Psalm 40 gesprochen hat, nimmt der Autor vom Hebräerbrief und schreibt es Jesu zu: Er sagt also: das hat Jesus gesagt, als er auf die Welt gekommen ist.
Er sagt, Christus habe diese Worte gesprochen. Das sollte uns nicht überraschen, da der Autor glaubt, dass der dreieinige Gott der Urheber der Schrift ist.

Anwendung: Psalm auf uns heute

Wisst ihr: Die Psalmen sind nicht einfach nur paar Lieder der Juden, von David usw. verfasst - Die Psalmen handeln von Jesus.
Wir lesen Psalmen oft nur so lange, bis ein Vers unsere eigenen Gefühle widerspiegelt und den Rest ignorieren wir. Das macht die Bibel zu einer „Echokammer unserer eigenen Wünsche“.
Stattdessen möchte ich uns einladen, einen besseren Weg zu gehen: Tritt dem Chor Jesu bei: Stattdessen sollten wir die Psalmen wie in einem großen Konzertsaal sehen.
Der Vorsänger: Jesus steht in der Mitte der Bühne. Er ist der Dirigent und der wahre Sänger.
David als Prophet: David schrieb sie, aber er sprach durch den Geist Christi prophetisch über den König, der kommen würde. David konnte Psalm 40 nur unvollkommen singen, Jesus singt ihn perfekt.
Wir im Chor: Wir stehen hinter Jesus im Chor. Wir singen nicht allein. Wir stimmen in sein Lied ein.
Die Anwendung für morgen früh: Wenn du einen Psalm liest, frag dich nicht zuerst: „Wie fühlt sich das für mich an?“ Nimm 3 Fragen mit:
Was bedeutete es für David, das zu singen? (Die ursprüngliche Situation) .
Was bedeutete es für Jesus, diesen Psalm zu beten? (Wie erfüllt er ihn?) .
Was bedeutet es nun für uns, diesen Psalm in Christus mitzusingen?.
Wenn wir Psalm 40 so lesen, hören wir nicht nur einen alten Text. Wir hören, wie Jesus Christus seine Gemeinde im Gebet zum Vater führt
Indem der H.-Autor den Psalm auf Jesus deutet und ihn zu Jesu Worte macht, spricht er aber auch eine sehr traurige Realität an, die schon zur Zeit Davids stimmte, aber 1000 Jahre später umso wahrer wurden.
Hebräer 10,6 „6 an Brandopfern und Sündopfern hast du kein Wohlgefallen gefunden.“
In den vielen Jahren sind unzählig viele Tiere gestorben! Wenn wir nur die vorgeschriebenen öffentlichen Opfer im Tempel zusammenzählen – ohne die privaten Sündopfer der Menschen –, dann starben über die Jahrhunderte hinweg mindestens 1,2 Millionen Tiere. Nur damit der Gottesdienst am Tempel stattfinden konnte! Also damit der Tempel überhaupt “geöffnet” sein konnte!
Wenn man jetzt noch das jährliche Passahfest hinzunimmt und auch weitere persönliche Opfertiere, sind wir bei weit über 50 Millionen Tiere, die für die Menschen geopfert wurden!
Aber was sagt Gott selber zu diesen Millionen von Tieren die sterben mussten?
Lasst uns mal 2 Verse davor schauen: Hebräer 10,3–43 Doch in jenen Opfern ist alljährlich ein Erinnern an die Sünden; 4 denn unmöglich kann Blut von Stieren und Böcken Sünden wegnehmen.“
Die Opfer können die Sünde gar nicht wegnehmen und das führt dazu, dass Gott dann auch sagt in Hebräer 10,8 „8 Vorher sagt er: »Schlachtopfer und Opfergaben und Brandopfer und Sündopfer hast du nicht gewollt, auch kein Wohlgefallen daran gefunden« – die doch nach dem Gesetz dargebracht werden –;“
Ja Gott er wollte, dass die Menschen sich ihm nahen, indem sie Opferten. Deshalb waren die Opfer von Gott auch eingesetzt!
Du fragst dich, warum genau hat man Tiere geschlachtet? Ich möchte euch kurz mit hineinnehmen, warum es die Opfer geben musste.

Ursprung der Sünde:

Gott er hat die Welt perfekt geschaffen! Es gab den Garten Eden und in diesen Garten hat er Adam und Eva gesetzt. Alles war perfekt und der Mensch lebte in einer harmonischen, vollkommen guten Beziehung mit Gott. Aber dann hat der Mensch Gott den Rücken gekehrt. Der Mensch hat gesagt: Du Gott, ist zwar alles gut hier mit dir, aber wir wollen dich nicht als unsere Autorität haben. Wir wollen machen was wir wollen. Und so haben die Menschen Gottes Gebote missachtet. Wir kennen die Geschichte vielleicht: Der Mensch hat sich gegen Gott gestellt und ihm den Rückenzugewandt, indem er von der verbotenen Frucht nahm. Und seither machen das alle Menschen! Wir alle missachten Gottes perfekten Plan für unser Leben und wir leben einfach so drauf los und akzeptieren ihn nicht als unsere Autorität in unserem Leben. Wir haben Gott den Rücken gekehrt! Auch wir lieben Gott und unseren Nächsten nicht immer perfekt, und das wissen wir nur zu gut!
Gott er ist vollkommen perfekt und makellos. Gott ist vollkommen gut!
Und wir missachten Gottes Willen für unser Leben genauso! Wir treten seine Forderungen mit Füßen.
Wir lügen, sind unfreundlich, stehlen, halten Gottes Forderungen für unser Leben nicht ein und genau das ist Schuld die wir auf uns laden und die uns trennt von Gott: wenn wir Gott den Rücken zukehren eine zerbrochene Beziehung zu Gott
Und Gott hat gesagt, dass der Lohn der Sünde Tod ist! Das ist damals so gewesen und das ist heute immer noch so! Wenn wir sündigen - muss jemand sterben!
Aber Gott er hat uns Menschen geschaffen um Gemeinschaft mit ihm zu haben. Er wollte diese Gemeinschaft auf wieder herzustellen und so hat Gott seinem Volk aufgetragen zu Opfern!

Warum Opfer?

Warum überhaupt Opfer? Opfer war in erster Linie ein Anschauungsmaterial von Gott. Es sollte nämlich:
Die Sündhaftigkeit des Menschen aufzeigen!
Für fast jedes Vergehen gab es bestimmtes Opfer! Und das zeigt, wie schwer Sünde war!
Es sollte Gottes Hass auf die Sünde zeigen!
Es ist kein Willkürlicher Hass, sondern verabscheut das Böse abgrundtief! Weil er gut ist, liebt es über alles das Gute und Schöne und deshalb hasst er von Herzen das Böse!
Es sollte zeigen, dass Sünde immer zum Tod führen muss - deshalb mussten abertausende Tiefe sterben
Es sollte zeigen, dass Sühne notwendig ist
Ein Tier kann stellvertretend für deine Sünden sterben
Es sollte zeigen, dass Gott Wohlgefallen hat an Opfer die von Herzen kommen
Menschen, die ebenfalls erkennen, dass sie vor dem heiligen Gott nicht bestehen können, die ihre Sündhaftigkeit anerkennen, aber ihr vertrauen auf Gott setzten!
Ja Gott hat seinem Volk die Opfer gegeben, und sie konnten die Sündenschuld für eine gewissen Zeit wegnehmen. Gott konnte mit seinem Volk in Gemeinschaft leben, aber es gab dabei 2 Probleme:
Der Mensch hat aufgehört sein Vertrauen in Gott selbst zu setzen, sondern dachte sich: ja okey ich Opfer das Tier und dann wird Gott mit mir zu frieden sein
Und 2. haben die Opfer nie die Sünde komplett aus dem Weg schaffen können! Die Sünden wurden eigentlich nur zugedeckt mit dem Blut der Tiere.
Ja Gott er hat kein Wohlgefallen an den Opfern gefunden - sie waren für eine Zeit lang gut - aber es musste was besseres kommen!
Aber ich möchte hier kurz mit uns “anhalten”. Geht es uns nicht oft genauso wie den alten Israeliten?

Anwendung “Opfer”:

Uns geht es doch meistens auch wie die Israeliten oder? Wir bringen Gott so viele Opfer...
Vielleicht denkst du: 'Ich opfere ja keine Tiere.' Aber Hand aufs Herz: Wenn du heute Abend ins Bett gehst, worauf vertraust du, dass Gott mit dir zufrieden ist?
Pause! - Warum ist Gott mit dir zufrieden?
Darauf, dass du heute in der Kirche warst? Dass du 'besser als der Nachbar' bist? Dass du spendest? Vielleicht weil du heute ein Dienst ausübst?
Wenn ein einziger Gedanke in dir sagt: 'Gott muss mich eigentlich mögen, weil ich mich so anstrenge', dann stehst du am selben Altar wie die Israeliten damals – und es reicht nicht!
Die Wahrheit ist: Gott hat kein Wohlgefallen an deinem Opfer! Gott möchte nicht, dass du aus eigener Kraft versuchst die Beziehung zu Gott wieder aufzubauen.
Gott möchte nicht, dass unter dem Deckmantel deines guten Lebens versuchst deine Sünden zu vertuschen! Das bringt nichts! Weil Gott daran kein Wohlgefallen hat.
Also Gott sagt hier: Du kannst nichts tun, um von mir angenommen und geliebt zu werden - Du kannst dich nicht selber retten! Wir sind hoffnungslos mit unserer Schuld verloren! Und deine eigenen Versuche Gott positiv zu Stimmen werden alle misslingen!

Fazit Punkt 1:

Ja, das gehört mit dazu, wenn wir Weihnachten aus der Perspektive Jesu betrachten!
Und deshalb müssen wir die Worte Jesu hören, bevor er auf die Welt kommt: Ich komme, weil ihr euch nicht selbst retten könnt
Traurig aber wahr - wir können uns nicht selber retten! Wir können nichts tun, um mit Gott wieder in die Gemeinschaft zu kommen.
Die Frage die im Raum steht lautet: Wenn die Opfer, die Gott eingesetzt hat, doch nicht ausreichen, um unsere Sündenschuld zu tilgen, wer kann dann unsere Beziehung zum Vater wiederherstellen?
Aber der Dialog von Jesus mit seinem Vater geht ja noch weiter und somit kommen wir zum Punkt 2.

2. Ich komme, indem ich Mensch werde

Der Eintritt in die Welt mit Freude

Wie sehen, die Welt braucht ein Sündenlamm - ein Sündenbock. Das Opfersystem konnte keine Sünden tilgen - es konnte nicht Sündenschuld wegnehmen. Ja die Opfer haben versagt. In dieser dunklen, düsteren und traurigen Zeit leuchtet ein Licht auf: Ein Licht aus der Ewigkeit. Ja das ewige Licht ist erschienen: Der Ich bin ruft laut hinaus: Hebräer 10,7 „7 Da sprach ich: Siehe, ich komme – in der Buchrolle steht von mir geschrieben –, um deinen Willen, Gott, zu tun.«“
Das hätte keiner sagen können! Nicht mal Harry Kane - auch er weiß nicht, welchen Einfluss er üben wird im Spiel der Bayern!
Aber Jesus er spricht zu seinem Vater und zu den sündengeplagten Menschen, die mühevoll versuchen die Beziehung mit Gott wieder in Ordnung zu bringen: Siehe ich komme um deinen Willen zu tun Gott! Und ich werden deinen Willen Perfekt ausführen!
Tiere, sie wurden zum Altar gezerrt. Kein Tier ist bisher morgens aufgewacht und dachte: hm, heute mal in den Tempel gehen und geschlachtet werden: wie schön. Ja Tiere sie sterben, weil sie sterben müssen.
Aber hier spricht wer andres: Der ewige Sohn Gottes - Ja Gott selber - nimmt den für ihn bereiteten Leib an und kommt in seiner eigenen Persönlichkeit in diese Welt.
Jesus ist in einem menschlichen Körper geboren und das nicht widerwillig oder unter Zwang! Nein er selbst sagt später mal, dass er es mit Freude tat!
Und diese Freudige Stimmung sehen wir in den Evangelien überall: Die Engel sie sangen bei der Menschwerdung wie kein anderes mal! Sie spiegelten die Freude Christi wieder!
Sie konnten der Freude Ausdruck verleihen, während der Schöpfer Himmels und der Erde in einer Krippe lag als kleines Kind

“Einen Leib hast du mir bereitet”

Vielleicht ist dies sogar eine neue Perspektive für dich. Gott wird Mensch. Und der Himmel singt! Der Jesus, der so niedlich in der Krippe liegt und voller Freude auch Mensch geworden ist, der ist 100%, wahrer Mensch geworden.
Wir haben es ja gelesen in Hebräer 10,5 „5 Darum spricht er, als er in die Welt kommt: [...] einen Leib aber hast du mir bereitet;“
Lasst uns kurz diesen Moment festhalten was das bedeutet und eben auch nicht bedeutet!
Denkt an das Bild aus der Predigt von Manuel vor 2 Wochen: Der reiche Herrscher der im Palast wohnt, bedient von Dienern, er will zu den Ärmsten der Armen, ins dreckigste Ghetto, um ihnen auf Augenhöhe zu begegnen.
Wie macht er das? Er fährt nicht in der goldenen Kutsche vor. Er geht an einen Altkleidercontainer. Er zieht sich die letzten Lumpen heraus. Er steigt in die völlig verschwitzte, überfüllte Straßenbahn.
Und genau das meint Hebräer 10,5: Der „Leib“, den Gott bereitet hat, das sind diese „Lumpen“ aus dem Container.
Jesus hat seine Gottheit nicht abgelegt (er bleibt der reiche Herrscher!).
Aber er hat sie unter der menschlichen Natur verborgen.
So ist Jesus von nun an, von dem Tag der Menschwerdung, komplett Gott und komplett Mensch.
Dieser Leib, dieser menschliche Körper, das war die ‚Arbeitskleidung‘ Gottes.
Das war die Verhüllung seiner Herrlichkeit, damit er den Willen Gottes tun und für uns sterben konnte. In der Krippe lag nicht weniger als Gott, sondern Gott.

Für den aktiven Gehorsam (Das Leben, das wir nicht lebten):

Warum ist es so wichtig gewesen für Jesus, dass er einen Leib bekommt? Warum musste Jesus 100% Mensch werden?
Ein Geist kann nicht gehorchen, schwitzen oder Versuchungen widerstehen. Aber Jesus er hat das Leben gelebt in seinem Leib, das wir nicht haben leben können!
Wir haben alle versagt, Gottes Gesetz zu halten. Wir versagen jeden Tag aufs neue Gott und unsere Nächsten mehr zu lieben als uns selber!
Jesus, er brauchte diesen Leib, um als echter Mensch ein perfektes, vollkommenes, Gott wohlgefälliges Leben zu leben! 33 Jahre lang lebte Jesus perfekt!
Er hat jeder Versuchung widerstand geleistet, weitaus mehr als wir es jemals könnten! Er hat jede Versuchung bis zum Ende durchgekämpft. Eine Erfahrung die wir nie gemacht haben.
Aber noch mehr: Jesus ist nicht gekommen um einfach nur ein Kind oder ein Mensch zu sein. Nein Jesus ist gekommen um das bessere Sündopfer zu werden! Jesus hatte eine Mission. Wir müssen Jesu Perspektive einnehmen von Weinachten. Jesus ist als Mensch gekommen, weil wir uns nicht selber retten konnten!
Es brauchte ein besseres Opfer. Es brauchte jemand, der BESSER WAR als jedes Opfer bisher. Jesus er sollte ja das Alte Opfersystem abschaffen.
Und sein perfekte Leben war die Qualifikation die Gott wollte! Ein Sündloses, perfekte heiliges Opfer. Jemand der die Strafe der Sünde Tilgen konnte - unverdient!
JESUS HAT DAS LEBEN GELEBT WAS WIR NICHT HÄTTEN LEBEN KÖNNEN

Für den passiven Gehorsam (Den Tod, den wir verdienten):

Aber unser Retter brauchte einen Leib auch noch, weil:
Gott kann nicht sterben - deshalb musste ein Mensch sterben!
Jesus brauchte einen sterblichen Leib, um die Strafe physisch tragen zu können.
Er hätte nicht als “Geist” sterben können! Wie oben schon gesagt, Sünde kann nur bezahlt werden und wirklich ausgeräumt werden, wenn dafür Blut vergossen wird. Wenn dafür ein Leib geopfert wird.
Und genau diesen Leib brauchte Jesus um wie in V9 zu sagen: Hebräer 10,9 „9 dann sprach er: »Siehe, ich komme, um deinen Willen zu tun« – er nimmt das Erste weg, um das Zweite aufzurichten.“
Weinachten aus der Perspektive Jesu: Jesus kommt, indem er Mensch wird.
Jesus hatte eine Mission - er wusste, was er vorhat - er wusste wozu er sein Körper einsetzen will: Er will den Willen Gottes tun! Er will seinem Vater gehorsam sein in jedem kleinen Auftrag!

Anwedung Körper

An diesem Punkt möchte ich uns auch herausfordern:
Schau dir Jesus an. Er nutzt seinen Körper nicht zur Selbstverwirklichung. Er sagt zum Vater: ‚Du hast mir einen Körper gegeben – hier ist er. Ich bin verfügbar.‘
Die Frage an uns ist heute Morgen nicht: ‚Wie viel spendest du?‘ oder ‚Wie oft gehst du in die Kirche?‘.
Die Frage ist viel intimer. Sagst du über deinen Körper, deine Augen, deine Hände, deine Sexualität, deine Zeit, dein Geld: ‚Das gehört mir!‘ – oder sagst du mit Jesus im Chor: “Siehe, ich komme, um deinen Willen zu tun Vater?”
Es ist eine Frage der Liebe. Wenn der ewige Sohn Gottes seinen Körper als Werkzeug für Gottes Willen hingegeben hat – wie können wir unseren Körper dann behalten wollen, um nur unseren Willen zu tun?
Wir haben ja immer so gute Neujahresvorsätze: Lass dich ermutigen dieses Jahr wieder ein Neujahresvorsatz zu machen:
Dein Körper als Werkzeug Gottes für Liebe, für Dienst am Nächsten, Für Reinheit einzusetzen
Gott hat dich mit deinem Körper so reich beschenkt, wir dürfen nun seinen Willen tun!

3. Ich komme, damit ihr ein für alle Mal heilig seid

Wir haben gerade nun gehört, Jesus konnte das alte Opfersystem abschaffen. Jesus er hat ein Leib bekommen. Ja Jesus ist liebend gern Mensch geworden und ist gehorsam auf die Welt gekommen.
Aber es hat nicht ausgereicht, dass Jesus, also Gott Mensch wird und jetzt ein perfektes Leben lebt. Nein Jesus musste Mensch werden und das perfekte, sündlose, heilige und vollkommene Leben leben, damit er wie die Opfertiere geschlachtet wird und für die Sünden bezahlen kann.

Jesus hat uns zu Heiligen gemacht

Und ja, es ist sehr ironisch, aber unser lieber Herr Jesus ist in einer Krippe geboren zu Bethlehem. Einem Futtertrog für Tiere. Aber aus dem gleichen Material wie die Krippe gebaut wurde, so hat Jesus auch sein Leben lassen müssen.
Dafür ist Jesus geboren.
Lasst uns nochmal Hebräer 10,9–10 „9 dann sprach er: »Siehe, ich komme, um deinen Willen zu tun« – er nimmt das Erste weg, um das Zweite aufzurichten. 10 In diesem Willen sind wir geheiligt durch das ein für alle Mal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi.“
Hier wird die Grammatik mal wieder sehr bedeutsam! Wir lesen hier nämlich nicht, dass Jesus geopfert wurde und wir jetzt immer wieder etwas machen müssen, damit wir in Gottes Augen angenehm werden! Nein! Der Hebräerbriefschreiber sagt uns, dass wir in Jesus “ein für alle Mal” geheiligt wurden.
Diese Zeitform ist von großer Wichtigkeit - Abgeschlossen! Zu wissen, dass man zu einem Heiligen (einem Ausgesonderten) gemacht wurde, ist von höchster Wichtigkeit.
Heiligenstatus ist nichts, was jemandem nach seinem Tod von der Kirche verliehen wird.
Du bist von Gott als Heilig gesprochen! Es gibt nichts mehr was dich von ihm trennt! Für immer!
Wenn du dein Vertrauen in das Opfer Jesu Christi setzt, dann darfst du wissen: Deine Sünden sind dir vergeben! Ein für alle Mal!
So wie es letzte Woche in der Predigt eindrücklich von Matthias gesagt wurde: Du bist jetzt zu Gottes Kind adoptiert worden! Die Beziehung zu Gott ist perfekt wieder hergestellt!
Jesus hat dich jetzt tadellos gemacht - das was kein Opfer bisher machen konnte!
Pause:
Wir haben heute Morgen die Perspektive Jesu eingenommen. Jesus ist als Mensch auf die Welt gekommen, um uns zu Heilige zu machen, weil wir es nicht aus uns selber heraus machen können!

Jesus hat auch ein Körper gehabt und weiß wie es dir geht!

In dieser tiefen Wahrheit, liegt auch ein tiefer Trost für unseren Alltag heute!
Jesus ist nicht in der Krippe liegen geblieben. Er ist auch nicht am Kreuz hängen geblieben. Und er ist nicht einfach als ‚Geist‘ wieder verschwunden, um jetzt im Himmel die Füße hochzulegen.
Nein, der Jesus, der den Leib angenommen hat, hat gelebt, ist gestorben, ist auferstanden – und er ist mit genau dieser menschlichen Erfahrung und Körper in den Himmel aufgefahren.
Wir neigen oft dazu zu denken: ‚Jetzt ist Jesus wieder im Himmel, jetzt ist er wieder weit weg. Jetzt sitzt er auf dem Thron im ‚Chef-Modus‘ – majestätisch, unnahbar, heilig.‘
Wir denken, wenn wir jetzt mit unseren schmutzigen Problemen kommen, dann schüttelt er nur enttäuscht den Kopf, weil wir es schon wieder nicht hinbekommen haben.
Aber nein - Lass mich jetzt zum Ende deine Sicht von Jesus korrigieren. Der Hebräerbrief zeigt es uns so gut
Hebrews 4:15 NeÜ
15 Dieser Hohe Priester hat Mitgefühl mit unseren Schwächen, weil ihm die gleichen Versuchungen begegnet sind wie uns – aber er blieb ohne Sünde.
Jesus ist im Himmel kein kalter Richter, der die Augen verdreht.
Er ist ein „Arzt mit Narben“. Jesus er kennt Schmerzen jeglicher Art. Er hat sie erlebt.
Versteht ihr, was das heißt? Er hat seine Menschlichkeit nicht an der Pforte des Himmels abgegeben. Er hat die Erfahrung des ‚Leibes‘, den Gott ihm bereitet hat, mitgenommen. Jesus ist jetzt immer noch Mensch. Er hat immer noch die Nägel Male an seinen Händen.
Das ist ein Grund für Weinachten: Jesus wird Mensch, damit er liebevoll und barmherzig mit uns umgehen kann!
Lieber Christ: Jesus hat Mitleid mit deinen Schwachheiten.
Ob es deine Versuchungen sind in denen du täglich stehst, oder aber auch andere Lebensumstände, die dich in die Verzweiflung treiben wollen...
• wenn ein langjähriger Freund uns im Stich gelassen hat oder wenn ein Familienmitglied dich betrügt
• wenn die Gefallenheit der Welt uns packt und wir das Handtuch werfen möchten
Genau dann hast du ein Freund, der sehr gut weiß, wie sich eine solche Prüfung anfühlt, ja ein Freund, der nahe bei dir sitzt und dich in den Arm nimmt und an sein Herz drückt
Der bei dir ist - er ist ganz eng mit dir verbunden! Weinachten ist so schön, weil wir wissen, dass Jesus Mensch geworden ist wie du und ich.
Gott hat sich jetzt tiefer mit der Menschheit verbunden als je zuvor!
Illustration: Wir Menschen lieben es, von unseren Freunden bemitleidet zu werden, auch wenn wir von ihnen keine Hilfe bekommen können. Jesus kann und wird beides tun. Jesus kann mit dir mitleiden. Er versteht dich. Er will und kann dir aber auch ebenfalls helfen! Deshalb komm zum Thron der Gnade und finde bei Gott Trost!
Lass mich dir eins sagen:
Jesus sitzt nicht im Himmel als Boss und schaut wie du klarkommst mit deinen Schwachheiten
Jesus ist Mensch geworden, um dich vollkommen Heilig zu machen und er liebt es, dir in deiner Schwachzeit zu begegnen.

Schluss: Der Sieg

Welch ein Trost unseres lieben Herrn und Heilandes Jesus Christus!
Weinachten aus der Sicht Jesu:
Jesus kommt, weil wir uns nicht retten können
Jesus kommt, indem er Mensch wird
Jesus kommt, um uns ein für alle Mal zu heiligen
Das ist der Grund für Weihnachten!

Vater unser:

Vater unser im Himmel! Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Matthäusevangelium 6,9-13

Segen

Hebrews 13:20–21 ELB 2006
20 Der Gott des Friedens aber, der den großen Hirten der Schafe aus den Toten heraufgeführt hat durch das Blut eines ewigen Bundes, unseren Herrn Jesus, 21 vollende euch in allem Guten, damit ihr seinen Willen tut, indem er in uns schafft, was vor ihm wohlgefällig ist, durch Jesus Christus, dem die Herrlichkeit sei von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
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