Apg 13,14-41: Ein Muster der Verkündigung
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Überblick
Überblick
Paulus und Barnabas gehen von Perge weiter nach Antiochia und besuchen am Sabbat die Synagoge, wo sie eingeladen werden, ein Wort an die Versammlung zu richten. Daraufhin bringt ihnen Paulus die gute Nachricht. Er gliedert sie in drei Teile, deren Beginn jeweils durch eine direkte Anrede gekennzeichnet sind:
V.16-25. Die Brücke: Gottes Heilswirken in der Geschichte Israels von Abraham bis Jesus
Ihr Männer von Israel und ihr gottesfürchtigen Heiden!
Gott erwählte die Stammväter Israels, erlöste das Volk aus Ägypten, trug sie durch die Wüste, gab ihnen das verheißene Land, wo sie von Richtern regiert wurden, bis sie einen König begehrten. Nach der Verwerfung Sauls erweckte Gott David, einen König nach seinem Herzen. Aus seinem Samen erweckte Gott - wie verheißen und von Johannes dem Täufer vorbereitet - Jesus als Retter.
V.26-37. Das Evangelium: Gottes Heilswirken im Tod und in der Auferstehung Jesu
Ihr Bürder, Söhne des Geschlechts Abrahams und ihr Gottesfürchtigen (Heiden)!
Euch ist dieses Wort der Errettung gesandt. Die Juden in Jerusalem haben ihn nämlich verworfen und ließen ihn durch Pilatus ans Holz hängen, womit sie die Schrift erfüllten. Er wurde begraben, aber Gott erweckte ihn wieder zum Leben - wie in der Schrift vorhergesagt und von seinen Jüngern bezeugt.
V. 38-41. Der Appell: Die Verantwortung der Zuhörer angesichts von Gottes Heilswirken
Ihr Brüder!
So wird euch nun die Vergebung der Sünden und Rechtfertigung vor Gott angeboten. Seht zu, dass ihr sie nicht ablehnt und von Gott gerichtet werdet.
1. Die Brücke
1. Die Brücke
Der Ort der Verkündigung des Evangeliums
Der Ort der Verkündigung des Evangeliums
Sie gehen dorthin, wo gottesfürchtige Menschen sind, die bereit sind, ihnen zuzuhören und bleiben dort so lange, bis sie nicht mehr willkommen sind - so wie Jesus es seinen Aposteln beigebracht hatte:
11 Wo ihr aber in eine Stadt oder in ein Dorf hineingeht, da erkundigt euch, wer es darin wert ist, und bleibt dort, bis ihr weiterzieht. 12 Wenn ihr aber in das Haus eintretet, so grüßt es mit dem Friedensgruß. 13 Und wenn das Haus es wert ist, so komme euer Friede über dasselbe. Ist es aber dessen nicht wert, so soll euer Friede wieder zu euch zurückkehren. 14 Und wenn euch jemand nicht aufnehmen noch auf eure Worte hören wird, so geht fort aus diesem Haus oder dieser Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen!
5 Wo ihr aber in ein Haus hineingeht, da sprecht zuerst: Friede diesem Haus! 6 Und wenn dort ein Sohn des Friedens ist, so wird euer Friede auf ihm ruhen, wenn aber nicht, so wird er zu euch zurückkehren. 7 In demselben Haus aber bleibt und esst und trinkt das, was man euch vorsetzt; denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Geht nicht aus einem Haus ins andere.
8 Und wenn ihr in eine Stadt kommt und sie euch aufnehmen, da esst, was euch vorgesetzt wird; 9 und heilt die Kranken, die dort sind, und sagt zu ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch herbeigekommen! 10 Wenn ihr aber in eine Stadt kommt und sie euch nicht aufnehmen, da geht auf ihre Gassen hinaus und sprecht: 11 Auch den Staub, der sich aus eurer Stadt an uns gehängt hat, streifen wir ab gegen euch; doch sollt ihr wissen, dass das Reich Gottes nahe zu euch herbeigekommen ist!
50 Aber die Juden reizten die gottesfürchtigen Frauen und die Angesehenen und die Vornehmsten der Stadt auf, und sie erregten eine Verfolgung gegen Paulus und Barnabas und vertrieben sie aus ihrem Gebiet. 51 Da schüttelten diese den Staub von ihren Füßen gegen sie und gingen nach Ikonium.
Jerry Trousdale, Miraculous Movements:
Jesus lehrte zwar an einigen öffentlichen Orten, aber als er die Siebzig vor sich aussandte, gab er ihnen ganz konkret die Anweisung: „Geht nicht von Haus zu Haus“ (Lukas 10,7). Stattdessen lehrte er sie, die Person zu finden, die Gott im Voraus vorbereitet hatte – die „Person des Friedens“ (Matthäus 10; Lukas 10) – und diese Person und ihre Familie anzusprechen, um das Evangelium in diese Gemeinschaft zu tragen. Die Evangelien und die Apostelgeschichte enthalten viele Beispiele für solche Menschen, ebenso wie die Geschichten, die Sie in diesem Buch über muslimische Menschen des Friedens gelesen haben.
Beispiele für Menschen des Friedens in der Apostelgeschichte: Kornelius, Lydia, der Kerkermeister, aber auch die Jünger in Antiochia in Pisidien.
Die Brücke zur Verkündigung des Evangeliums
Die Brücke zur Verkündigung des Evangeliums
Paulus holt die Zuhörer dort ab, wo sie stehen. Wir wissen nicht, welche Schriftstellen aus Gesetz und Propheten vorgelesen wurde, aber sehr wahrscheinlich war der Bund mit David in Bezuf auf das ihm versprochene ewige Königtum ein Thema. 2. Samuel 7 oder Psalm 89 würden sich hier anbieten, aber auch die zitierte Stelle aus Jesaja 55,3.
Paulus beginnt mit der Erwählung der Erzväter Abraham, Isaak und Jakob - ohne sie namentlich zu erwählen - und führt über die Erlösung aus Ägypten und die ersten Jahrhunderte im Land Kanaan zu König David und von ihm bildet er die direkte Brücke zu seinem Hauptthema: Jesus, den Sohn Davids, den Gott erweckte als Erfüllung der Verheißung sowohl an die Erzväter als auch an David.
12 Wenn deine Tage erfüllt sind und du bei deinen Vätern liegst, so will ich deinen Samen nach dir erwecken, der aus deinem Leib kommen wird, und ich werde sein Königtum befestigen. 13 Der wird meinem Namen ein Haus bauen, und ich werde den Thron seines Königreichs auf ewig befestigen.
4 Einen Bund habe ich mit meinem Auserwählten geschlossen, habe David, meinem Knecht, geschworen:
5 „Bis in Ewigkeit will ich feststellen deine Nachkommen, und auf alle Geschlechter hin bauen deinen Thron.“ – Sela.
Da das AT mit der Ankündigung des Wegbereiters (Elia) endet, erwähnt Paulus auch Johannes den Täufer, von dem die Zuhörer wahrscheinlich schon gehört hatten, und zeigt, dass er der verheißene Elia war, der gekommen war, um dem Herrn ein zugerüstetes Volk zu bereiten, nämlich vorbereitet für den Gesalbten Gottes, den Messias:
16 Und viele von den Kindern Israels wird er zu dem Herrn, ihrem Gott, zurückführen. 17 Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft Elias, um die Herzen der Väter umzuwenden zu den Kindern und die Ungehorsamen zur Gesinnung der Gerechten, um dem Herrn ein zugerüstetes Volk zu bereiten.
Wahrscheinlich hat Paulus in den Synagogen der verschiedenen Städte ähnlich gepredigt, wobei er wohl immer mehr oder weniger auf die Schriftlesung einging. Da sich aber die ganze Schrift um Jesus dreht, war es ihm ein Leichtes, die Brücke zur Verkündigung des Evangeliums zu bauen. Lukas hat diese eine Predigt ausführlich als Beispiel und Muster überliefert, wie das Evangelium den Juden und Gottesfürchtigen verkündigt wurde.
2. Das Evangelium
2. Das Evangelium
Der persönliche Aspekt der Verkündigung des Evangeliums
Der persönliche Aspekt der Verkündigung des Evangeliums
Nachdem Paulus die Brücke vom AT zu Christus gebaut und ihn als Erfüllung der Verheißungen an die Väter dargestellt hat, wird er beim Beginn des Hauptteils, nämlich der Verkündigung des Evangeliums, persönlich:
26 Ihr Männer und Brüder, Söhne des Geschlechtes Abrahams, und die unter euch, die Gott fürchten, zu euch ist dieses Wort des Heils gesandt.
Es geht hier nicht um interessante Informationen oder Gedankenspiele, sondern um das Angebot der Errettung für die Zuhörer. Ihnen ist das Wort des Heils, das Evangelium gesandt.
Das Kreuz - Holz des Fluches
Das Kreuz - Holz des Fluches
30 Der Gott unserer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr umgebracht habt, indem ihr ihn ans Holz gehängt habt.
39 Und wir sind Zeugen alles dessen, was er im Land der Juden und in Jerusalem getan hat. Ihn haben sie getötet, indem sie ihn ans Holz hängten.
29 Und nachdem sie alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben steht, nahmen sie ihn vom Holz herab und legten ihn in ein Grab.
13 Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch wurde um unsertwillen denn es steht geschrieben: »Verflucht ist jeder, der am Holz hängt«, 14 damit der Segen Abrahams zu den Heiden komme in Christus Jesus, damit wir durch den Glauben den Geist empfingen, der verheißen worden war.
22 Wenn auf einem Mann eine Sünde ist, die ein Todesurteil nach sich zieht, und er wird getötet und du hängst ihn an ein Holz, 23 so soll sein Leichnam nicht über Nacht an dem Holz bleiben, sondern du sollst ihn unbedingt an jenem Tag begraben. Denn von Gott verflucht ist derjenige, der ans Holz gehängt wurde, und du sollst dein Land nicht verunreinigen, das der Herr, dein Gott, dir zum Erbe gibt.
Die Juden verstanden wohl, dass das Hängen am Holz mit Fluch in Verbindung steht.
Der Kern des Evangeliums
Der Kern des Evangeliums
1 Ich erinnere euch aber, ihr Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch fest steht, 2 durch das ihr auch gerettet werdet, wenn ihr an dem Wort festhaltet, das ich euch verkündigt habe – es sei denn, dass ihr vergeblich geglaubt hättet.
3 Denn ich habe euch zuallererst das überliefert, was ich auch empfangen habe, nämlich dass Christus für unsere Sünden gestorben ist, nach den Schriften, 4 und dass er begraben worden ist und dass er auferstanden ist am dritten Tag, nach den Schriften,
Genau diese Elemente finden wir auch in der Rede von Paulus wieder:
Christus (der Messias, der Sohn Davids) wurde von Gott gesandt (nach den Schriften).
Er ist für unser Sünden gestorben nach den Schriften.
Er wurde begraben und ist auferstanden am 3. Tag nach den Schriften.
Seine Auferstehung wurde von vielen bezeugt.
Paulus selbst ist dem Auferstandenen begegnet.
In irgendeiner Form ist jeder Wiedergeborene dem Auferstandenen begegnet und kann bezeugen, dass er lebt und Leben gibt.
3. Der Appell
3. Der Appell
Die Fakten: Jesus Christus lebt und bietet Vergebung der Sünden an. Er kann das tun, weil er die Sündenschuld bezahlt hat.
Was bedeutet das für die Zuhörer? Dass sie eine Verantwortung haben, wie sie auf dieses Wort des Heils reagieren:
Euch, dir wird Vergebung der Sünden verkündigt. Darum geht es. Diese Vergebung wird ohne Werke, ohne Verdienst, nur durch Glauben, durch Vertrauen angenommen.
Gott erfüllte sein Wort, indem er seinen Gesalbten sandte, um Rettung zu bringen.
Gott erfüllte sein Wort, indem er es zuließ, dass Jesus durch die Ablehnung der Juden und durch die Mittäterschaft der Heiden, hingerichtet wurde und damit zum einen, wahren Opfer für Sünden wurde, durch das die Menschen Vergebung erhalten können.
Seht zu, dass ihr nicht auch die Schrift erfüllt, wenn Gottes Gericht über euch kommt, weil ihr seinem Gesalbten mit Unglauben begegnet!
11 Das ist der Stein, der von euch, den Bauleuten, verworfen wurde, der zum Eckstein geworden ist.
12 Und es ist in keinem anderen das Heil; denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden sollen!
36 Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.
Anwendung
Anwendung
Zum Evangelium hinführen: Jesus Christus, der von Gott gesandte Retter sowohl der Juden als auch der übrigen Völker, wurde wie in den Schriften angekündigt getötet, begraben und am 3. Tag auferweckt. Durch seinen Opfertod bietet Gott den Menschen Vergebung und Versöhung durch Umkehr und Vertrauen auf Jesus.
Das sind objektive Tatsachen.
Die persönliche Verantwortung derjenigen, die diese gute Nachricht hören: Lasst euch versöhnen mit Gott. Euch giltDie Ablehnung dieses Angebots führt ins Gericht.
Die Brücke - dort ansetzen, wo Erkenntnis bzw. Verstädnis ist.
Bei den Juden waren es die Geschichte Israels und die Verheißungen Gottes, die sich in Christus erfüllten.
Bei den Athenern war es ihre Verehrung von Gottheiten und der Altar für den unbekannten Gott. Hier setzte Paulus an und machte ihnen den Schöpfer und Erhalter der Welt und des Lebens bekannt, und auch denjenigen, der Gott von den Toten auferweckt und dazu bestimmt hat, den Erdkreis in Gerechtigkeit zu richten. Auch in Athen redete Paulus von der Auferstehung von vom Gericht.
Wir leben in einer sehr diversen Gesellschaft:
Es gibt christlich (katholisch, evangelisch) erzogene Leute, bei denen die Bibel eine gewisse Autorität hat.
Es gibt Muslime, die eine gewisse Gottesfurcht haben, eine Wertschätzung für Isa (Jesus) und mit denen man die Bibel lesen kann.
Es gibt Leute, die Interesse haben, aber keine religiöse Vorbildung. Gerade hier ist es angebracht bei der Schöpfung zu beginnen und über die Hauptstationen des AT (Sündenfall, Sintflut, Abraham, Israels Erlösung aus Ägypten, das Passah, die 10 Gebote und die Opfer, König David, der angekündigte leidende Gottesknecht) zum Leben, Leiden, Sterben und zur Auferstehung und Himmelfahrt Christi zu führen.
Ethnos360 und viele Missionsbewegungen unter muslimischen Volksgruppen legen die Grundlage mit Lektionen “From Creation to Christ” (“Von der Schöpfung bis Christus”).
Lasst uns für Menschen des Friedens beten und sie suchen. Lass uns dorthin gehen, wo wir offene Ohren für das Evangelium erwarten. Ob sie tatsächlich offen sind, wissen wir erst, wenn wir es versuchen.
