Eine Frage des Mutes

Bibelwoche 2025/2026  •  Sermon  •  Submitted   •  Presented
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Eine Frage des Mutes

Begrüßung

Herzlich willkommen zum vierten Abend unserer Bibelwoche auf Raten. Wir sind ein Stück Weg miteinander gegangen.
Wir haben gefragt nach der Ehre – und gemerkt, wie zerbrechlich sie ist, wenn sie nur aus Macht und Anerkennung lebt. Wir haben auf die Schönheit geschaut – und entdeckt, dass sie mehr ist als äußere Wirkung, nämlich Beziehung und Würde. Und wir haben über Haltung gesprochen – darüber, was Menschen innerlich aufrecht hält, auch wenn der äußere Druck wächst.
Heute spitzt sich alles zu. Heute geht es nicht mehr nur um Beobachten, Einordnen oder Abwägen. Heute geht es um eine Entscheidung.
Der heutige Abend steht unter der Überschrift: „Eine Frage des Mutes.“
Mut heißt hier nicht: keine Angst zu haben. Mut heißt: die Angst ernst zu nehmen – und ihr nicht das letzte Wort zu lassen. Mut heißt: zu erkennen, dass es Momente gibt, in denen Schweigen selbst eine Entscheidung ist.
Die Geschichte, die uns heute begleitet, stellt uns nicht vor einfache Antworten. Aber sie stellt uns eine ehrliche Frage: Was ist mir mein Platz, meine Stimme, meine Verantwortung wert – für eine Zeit wie diese?
Lasst uns offen zuhören, miteinander ins Gespräch kommen und darauf vertrauen, dass dieser Text auch heute noch etwas mit uns zu tun hat.

Losung

Psalm

Gebet

Lied GiuG Nr. 4 – Herr, in deinem Namen treffen wir uns hier

Essen

Lied GiuG Nr. 7 – Du bist meine Zuflucht und Stärke

Bibelarbeit

Ziel: Mut nicht als „Heldentum“, sondern als glaubensgetragenes Handeln in realer Angst verstehen – und Schritte für heute finden.
1) Einstieg: Mut – und die Angst, die dazugehört (5–8 Min.)
Wir beginnen nicht romantisch: Mut ist selten „Adrenalin“. Mut ist meistens: Ich zittere – und gehe trotzdem los.
Ester ist kein Actionfilm. Sie lebt in einem System, in dem ein falscher Schritt tödlich sein kann. Und doch kommt ein Moment, da gilt: Verstecken ist auch eine Entscheidung.
Dialogfragen (kurz, zum Warmwerden):
• Wann warst du zuletzt in einer Situation, wo „nichts tun“ auch Konsequenzen hatte?
• Was ist für dich schwieriger: ein mutiger Schritt – oder die Ungewissheit danach?
Ester 4–5 BB
1 Mordechai erfuhr alles, was geschehen war. Da zerriss er seine Kleider und zog stattdessen einen Sack an. Er streute sich Asche auf den Kopf und ging hinaus, mitten in die Stadt. Dort fing er ein lautes und bitteres Klagegeschrei an. 2 Er kam bis an das Königstor. Er durfte das Tor aber nicht betreten, weil er einen Sack angezogen hatte. 3 In jeder einzelnen Provinz herrschte große Trauer bei den Juden. Überall, wo das Gesetz des Königs galt, gab es Weinen, Klagen und Fasten. Viele schliefen auf einem Lager aus Sack und Asche. 4 Dienerinnen und Eunuchen von Ester erzählten ihr davon, und die Königin bekam schreckliche Angst. Sie schickte Mordechai Kleidung, die er anziehen sollte. Den Sack sollte er ausziehen. Aber Mordechai nahm die Kleidung nicht an. 5 Da rief Ester Hatach, einen der Eunuchen. Der König hatte ihn zum Dienst bei ihr abgeordnet. Sie befahl ihm herauszufinden, was los war und warum Mordechai sich so verhielt. 6 Hatach ging in die Stadt hinaus zu Mordechai, auf den Platz vor das Königstor. 7 Mordechai berichtete ihm alles, was sich ereignet hatte. Er nannte die genaue Menge an Silber, die Haman versprochen hatte. Sie sollte in die königlichen Schatzkammern kommen, damit die Juden vernichtet werden sollten. 8 Mordechai gab Hatach auch eine Abschrift des Erlasses, der in Susa veröffentlicht worden war. Es war der Befehl zur Vernichtung der Juden. Hatach sollte Ester den Erlass zeigen und ihr alles berichten. Er sollte sie dringend bitten, zum König zu gehen und für ihr Volk zu bitten. Sie sollte den König um Gnade anflehen. 9 Hatach kam zurück zu Ester und berichtete ihr, was Mordechai gesagt hatte. 10 Da trug sie Hatach auf, Mordechai zu antworten: 11 »Alle Leute kennen das eine Gesetz, die Beamten des Königs sowie alle aus den Provinzen: Wer ungebeten zum König in den inneren Hof geht, der wird getötet, gleich ob Mann oder Frau. Der König hat aber einen goldenen Herrscherstab. Nur wem er den entgegenstreckt, der bleibt am Leben. Und ich, ich bin jetzt schon seit dreißig Tagen nicht mehr zum König hineingebeten worden.« 12 Mordechai wurde ausgerichtet, was Ester gesagt hatte. 13 Mordechai antwortete Ester: »Glaube ja nicht, dass du im Palast in Sicherheit bist. Sollte es dir anders gehen als allen anderen Juden? 14 Willst du in dieser Lage wirklich schweigen? Dann kommen Befreiung und Rettung für die Juden eben von anderswo her. Du aber und deine Familie – ihr kommt dann um. Wer weiß, vielleicht bist deswegen gerade du in dieser Zeit Königin geworden.« 15 Ester ließ Mordechai antworten: 16 »Geh und versammle alle Juden, die du in Susa findest! Bittet für mich, indem ihr fastet: Drei Tage lang sollt ihr nichts essen oder trinken, weder in der Nacht noch am Tag. Auch ich will zusammen mit meinen Dienerinnen fasten. Danach werde ich zum König hineingehen, auch wenn das gegen das Gesetz verstößt. Wenn ich dann umkomme, so komme ich eben um.« 17 Mordechai tat das, was Ester ihm aufgetragen hatte. 1 Drei Tage später legte Ester königliche Gewänder an. So betrat sie den inneren Hof des Palasts, gegenüber des königlichen Saales. Der König saß auf dem Thron seines Königreichs, der im Saal stand, dem Palasteingang gegenüber. 2 Als der König die Königin Ester auf dem Hof stehen sah, fand sie Gnade bei ihm. Da hielt er ihr seinen goldenen Herrscherstab entgegen. Ester kam näher und berührte die Spitze des Stabs. 3 Der König fragte sie: »Was hast du, Königin Ester? Was wünschst du? Du sollst es bekommen, auch wenn es die Hälfte des Königreichs ist!« 4 Ester antwortete: »Wenn es dem König gefällt, dann soll er heute mit Haman zu einem Fest kommen. Ich habe es für ihn vorbereitet.« 5 Da sagte der König: »Schnell, holt Haman her, damit wir der Einladung von Ester folgen!« Der König ging zusammen mit Haman zu dem Fest, das Ester vorbereitet hatte. 6 Beim Wein fragte der König Ester noch einmal: »Was ist deine Bitte? Sie soll dir erfüllt werden. Was wünschst du? Es soll geschehen. Du bekommst es, auch wenn es die Hälfte des Königreichs ist!« 7 Ester antwortete: »Das ist meine Bitte und mein Wunsch: 8 Habe ich beim König Gnade gefunden? Und gefällt es dem König, meine Bitte zu erfüllen und meinem Wunsch zu entsprechen? Dann soll er zu einem neuen Gelage kommen, das ich morgen für ihn und Haman ausrichten werde. Dann werde ich die Frage des Königs beantworten.« 9 Am Tag des Fests war Haman fröhlich und guter Dinge. Am Tor zum Palast traf er Mordechai. Der stand nicht vor ihm auf und erwies ihm keine Ehre, wie es befohlen worden war. Da packte Haman die Wut über Mordechai, 10 aber er riss sich zusammen und ging nach Hause. Haman ließ seine Frau Seresch und seine Freunde holen. 11 Er gab vor ihnen mit seinem gewaltigen Reichtum an. Er wies auf die große Zahl seiner Söhne hin und auf die Auszeichnung durch den König: Der König hatte ihn über die hohen Beamten erhoben und über die Diener des Königs. 12 Haman sagte: »Königin Ester hat nur mich und den König eingeladen, zu ihrem Fest zu kommen. Außerdem bin ich morgen gleich noch einmal eingeladen, nur ich, zusammen mit dem König! 13 Aber das alles reicht mir nicht, wenn ich den Juden Mordechai am Tor zum Palast sitzen sehe!« 14 Da sagten seine Frau Seresch und seine Freunde zu ihm: »Man soll einen Galgen errichten, 25 Meter hoch. Und dann sagst du morgen zum König, dass er Mordechai daran aufhängen soll. Du gehst fröhlich mit dem König zum Gelage.« Das gefiel Haman gut, und er ließ den Galgen bauen.
„Eine Frage des Mutes“ – Sprechmotette (5 Stimmen)
Rollen:
Erzähler:in Stimme 1
Mordechai Stimme 2
Ester Stimme 3
Das Volk / Wir Stimme 4
Ruf / Frage (ruhig, eindringlich) Stimme 5
Stimme 1 (ruhig):
Ein Gesetz ist geschrieben. Kalt. Gültig. Endgültig. Angst hat jetzt ein Datum.
Stimme 4 (leise, gemeinsam):
Wir fürchten uns. Wir klagen. Wir fasten. Wir wissen nicht weiter.
Stimme 2 (klar):
Schweig nicht. Denk nicht, du seist sicher. Wer schweigt, entscheidet auch.
Stimme 3 (zögernd):
Ich habe Angst. Ein Schritt – und es kostet mich alles. Ich bin nicht gerufen. Nicht eingeladen. Nicht geschützt.
Stimme 5 (fragend):
Und wenn gerade das dein Ort ist? Und wenn gerade jetzt deine Zeit ist?
(kurze Pause)
Stimme 2:
Rettung wird kommen. Aber vielleicht nicht ohne dich. Vielleicht… durch dich.
Stimme 3 (fester):
Dann fastet für mich. Betet mit mir. Tragt mich. Ich gehe nicht allein.
Stimme 4 (ruhig, getragen):
Wir stehen hinter dir. Wir tragen dich im Gebet. Wir hoffen mit dir.
Stimme 3 (entschlossen):
Ich gehe. Und wenn ich umkomme – so komme ich um.
(Stille)
Stimme 5 (leise, tröstend):
Der Mut beginnt nicht ohne Angst. Aber er endet nicht ohne Hoffnung.
Stimme 1 (abschließend):
Für eine Zeit wie diese braucht die Welt Menschen, die gehen – nicht sicher, aber getragen.
(Stille)

Situation & Kontext: Vom Feiern zum Fürchten (8–10 Min.)

Kurzkontext:
• In Ester wird viel gefeiert: Hofbankette, Machtinszenierung.
• Gleichzeitig wächst das Fürchten: ein Vernichtungsdekret, politische Willkür.
• Das Buch nennt Gott im hebräischen Text nicht – und zeigt ihn gerade dadurch als den, der im Verborgenen führt: durch Timing, Wendungen, „Zufälle“. (Das ist eine Kernbeobachtung aus deinem Dokument.)
Ein wichtiger Gedanke aus dem Dokument: Gottes Souveränität zeigt sich subtil „hinter den Kulissen“ – und gleichzeitig bleibt menschliche Verantwortung voll da. Mordechai glaubt an Rettung, weiß aber nicht wie; Ester muss dennoch handeln.
Dialogfragen:
• Wo erlebst du eher Gottes Führung: in lauten Zeichen – oder in stillen Fügungen?
• Was hilft dir mehr in Krisen: „Ich weiß genau, was passiert“ – oder „Ich weiß, wer trägt“?
3) Textteil A: Est 4,1–3 – Mordechai macht die Not sichtbar (8 Min.)
Lesung: Est 4,1–3 (Luther 2017 oder BasisBibel)
Beobachtung: Mordechai reagiert nicht „beherrscht“, sondern wahrhaftig: Trauer, Sack und Asche, lauter Klagegeschrei.
Hebräische Schlüsselwörter (BHS, Umschrift):
• śaq = Sack (Trauergewand)
• ’efer = Asche
• za‘aqāh = Klageschrei
• ṣōm = Fasten
Aus dem Dokument: Diese Reaktion bleibt nicht privat: In allen Provinzen wird geklagt, gefastet, geweint. Das zeigt: Das Dekret erschüttert das ganze Volk – und Mordechai hält die Not nicht klein.
Dialogfragen:
• Warum ist es manchmal geistlich wichtig, dass Not sichtbar wird – statt „fromm“ überspielt?
• Wo merkst du bei dir: Ich würde lieber „Kleidung schicken“ (Probleme zudecken), als mich der Wahrheit zu stellen?
4) Textteil B: Est 4,4–11 – Ester: abgeschirmt, erschrocken, blockiert (10 Min.)
Lesung: Est 4,4–11
Ester hört, erschrickt, will Mordechai „normalisieren“ (Kleidung schicken). Aber Mordechai nimmt sie nicht. Dann kommt die Sache auf den Tisch.
Schlüsselstelle Est 4,11: Das persische Gesetz ist brutal: ungebetener Zugang zum König = Tod, außer das goldene Zepter wird ausgestreckt.
Hebräisch (BHS, Umschrift):
• dāt = Gesetz/Verordnung
• sinngemäß: „ein Urteil“ (Todesregel)
• šarvîṭ (Zepter – im Kontext 5,2 konkret „goldenes Zepter“)
Aus dem Dokument: Ester beschreibt realistisch ihr Risiko (seit 30 Tagen nicht gerufen). Das ist nicht „Ausrede“, sondern echte Lebensgefahr.
Dialogfragen:
• Welche „Gesetze“ (geschrieben oder ungeschrieben) machen dir heute Angst, offen zu reden/zu handeln?
• Wo schützt dich dein „Palast“ (Position, Rolle, Ansehen) – und wo macht er dich auch abhängig?
5) Textteil C: Est 4,12–14 – Mordechais Zumutung: „Für eine Zeit wie diese“ (10–12 Min.)
Lesung: Est 4,12–14
Mordechai sagt im Kern zwei Dinge (wichtig aus deinem Dokument):
1. Neutralität ist Illusion: „Denk nicht, du wirst entkommen.“
2. Hoffnung + Verantwortung: Rettung wird kommen – aber du bist vielleicht gerufen, mitzuwirken.
Die berühmte Formulierung: „Wer weiß, ob du nicht für eine Zeit wie diese zum Königtum gelangt bist.“
Hebräischer Schlüssel (BHS, Umschrift):
• ûmî yōdēa‘ = „und wer weiß…“
• lĕ‘ēt kāzō’t = „für eine Zeit wie diese“
• mimmāqōm ’aḥēr = „von einem anderen Ort“ (Rettung von anderswo)
Theologischer Kern: Gottes Souveränität (Rettung kommt) schaltet menschliche Verantwortung nicht aus (Ester muss handeln). Genau diese Verbindung betont dein Dokument stark.
Dialogfragen:
• Was löst der Satz „für eine Zeit wie diese“ bei dir aus: Druck – Sinn – Angst – Berufung?
• Wo könnte Gott dich gerade hinstellen, nicht weil du perfekt bist, sondern weil du da bist?
6) Textteil D: Est 4,15–17 – Fasten, Demut, Entschlossenheit (10 Min.)
Lesung: Est 4,15–17
Ester antwortet nicht mit „Ich schaffe das“, sondern mit: Wir suchen Gott. Gemeinsam.
Drei Tage Fasten. Dann der Satz: „Komme ich um, so komme ich um.“
Hebräisch (BHS, Umschrift):
• ṣûmû ‘ālaj = „fastet für mich“
• šĕlōšet yāmîm = „drei Tage“
• wĕkā’ăšer ’ābadĕtî ’ābadĕtî = „und wenn ich umkomme, komme ich um“
Einbindung 1 Clemens 55,6 (als „Stimme der frühen Kirche“)
1 Clem 55,6:

Nicht minder setzte auch die im Glauben vollkommene Esther sich selbst der Gefahr aus, um das Zwölf-Stämme-Volk Israels, als ihm Vernichtung drohte, zu retten. Denn durch ihr Fasten und durch ihre Selbstdemütigung bat sie den allsehenden Herrn, den Gott der Äonen. Der, als er die Demut ihrer Seele sah, rettete das Volk, um dessentwillen sie die Gefahr auf sich genommen hatte.

Warum ist das stark?
• Im Esterbuch wird Gott nicht genannt – Clemens macht explizit, was im Text implizit ist: Fasten ist Gebet in der Krise, Demut ist Glaubenshaltung, und Rettung ist letztlich Gottes Werk.
• Das deckt sich hier, weil hier die Rolle von Fasten/Gebet und Gottes verborgenem Wirken betont wird.
Dialogfragen:
• Was ist für dich der Unterschied zwischen „Mut machen“ und „Mut finden“?
• Wie verändert sich Mut, wenn ich ihn nicht allein trage, sondern eine Gemeinschaft mitträgt?
• Was bedeutet „Selbstdemütigung“ heute konkret – ohne Selbstverachtung?
7) Textteil E: Est 5,1–2 – Das goldene Zepter: zwischen Tod und Gnade (8–10 Min.)
Lesung: Est 5,1–2
Ester betritt den Innenhof. Der König sieht sie. Sie findet ḥēn (Gunst), er streckt das goldene Zepter aus.
Hebräisch (BHS, Umschrift):
• ḥēn = Gunst/Gnade
• šarvîṭ haz-zāhāb = das goldene Zepter
Gedanke aus deinem Dokument: Das Zepter ist Symbol von Autorität und Gnade – es entscheidet über Leben und Tod und eröffnet überhaupt erst die Audienz.
Und: Ester ist äußerlich königlich gekleidet, innerlich voller Angst – auch das hebt dein Material (über die Gebets-/Fastenperspektive) stark hervor.
Dialogfragen:
• Kennst du Situationen, wo ein „kleines Zeichen von Gunst“ alles verändert hat?
• Was wäre heute ein „goldenes Zepter“ in deinem Leben – ein Türöffner, den du nicht erzwingen kannst?
8) Textteil F: Est 5,3–8 – Mut ist auch Klugheit: zwei Bankette (8–10 Min.)
Lesung: Est 5,3–8
Der König bietet „bis zur Hälfte des Reiches“. Ester bittet zunächst nicht, sondern lädt ein – zweimal.
Aus deinem Dokument: Das ist strategisch: Sie weiß, dass das eigentliche Problem noch kommt (eine Entscheidung mit Siegel rückgängig machen), also bereitet sie den Boden.
Hier ein wichtiger Lernpunkt: Mut ist nicht nur „ich wage den Schritt“, sondern auch „ich wähle den richtigen Moment und die richtigen Worte“.
Dialogfragen:
• Wann war Geduld bei dir schon einmal die mutigere Entscheidung als sofortiges Reden?
• Welche „zwei Schritte“ könnten bei einem Konflikt weiser sein als ein großer Knall?
9) Kontrastfolie: Est 5,9–14 – Haman: Feiern, das vergiftet (5–7 Min.)
Du musst den Abschnitt nicht komplett lesen; ein kurzer Überblick reicht:
• Haman feiert sich – aber ein einziger Mensch, der nicht „mitspielt“ (Mordechai), macht ihn innerlich abhängig.
• Aus verletzter Ehre wächst Gewaltfantasie (Pfahl/Galgen).
Bibelwoche „Vom Feiern und Fürchten“ – Punktlandung:
Es gibt Feiern, die das Leben weiten – und Feiern, die nur Ego aufblasen und am Ende Angst und Gewalt produzieren.
Dialogfragen:
• Woran merkst du bei „Feiern“ den Unterschied zwischen Dankbarkeit und Selbstdarstellung?
• Wo kann Ehre-Sucht uns heute (privat oder kirchlich) in unheilige Dynamiken treiben?
10) Zusammenfassung: Was ist „Mut“ nach Ester 4–5? (3–5 Min.)
Mut nach Ester ist:
Wahrheit aushalten (nicht zudecken)
Verantwortung annehmen („für eine Zeit wie diese“)
Gemeinschaft suchen (Fasten/Beten – nicht allein)
Schrittweise klug handeln (Timing, Strategie)
Ausgang Gott überlassen (ohne Ergebnisgarantie)
Mit 1 Clem 55,6 zugespitzt:
Ester wird Vorbild, weil Mut aus Fasten, Demut und Fürbitte wächst – vor dem „allsehenden Herrn“.
11) Abschluss: Gebetszeit & Wochenimpuls (5 Min.)
Gebetsimpuls (kurz):
• Für Menschen in Bedrohung / Unrecht
• Für Mut, wo wir reden/handeln müssen
• Für Weisheit im Timing
• Für Demut statt Ego
Wochenimpuls: „Der kleine mutige Schritt“
• Nimm dir eine Situation, die du „im Palast“ lieber verschweigst.
• Bete 3 Tage (kurz, ehrlich).
• Dann ein Schritt: ein Gespräch, eine Fürsprache, ein klares Nein, ein unterstützendes Ja.

Lied GiuG Nr. 47 – Ich trau auf dich, o Herr

Gebet

Vaterunser

Segen

Gerne – hier ein Segensgebet zum Schluss, passend zu Ester 4–5, zur Bibelarbeit „Eine Frage des Mutes“ und zur Bibelwoche „Vom Feiern und Fürchten“:
Segensgebet
Gott, du kennst unsere Angst und unsere Hoffnung, unsere Fragen und unsere leisen Entschlüsse.
Segne uns, wenn wir zögern und noch keinen klaren Weg sehen. Schenke uns den Mut, den nächsten Schritt zu gehen, auch wenn der Ausgang offen bleibt.
Segne uns mit wachen Augen für das Leid anderer und mit einem Herzen, das sich nicht wegduckt, wenn Verantwortung ruft.
Gib uns Gemeinschaft, die trägt, Menschen, die für uns beten, und Worte, die zur rechten Zeit gesagt werden.
Bewahre uns vor einem Feiern, das betäubt, und führe uns zu einer Freude, die aus Wahrheit, Gerechtigkeit und Hoffnung wächst.
So segne uns der lebendige Gott, der uns in diese Zeit gestellt hat: mit Vertrauen statt Lähmung, mit Weisheit statt Hast und mit Mut, der dem Leben dient.
Amen.

Lied GiuG Nr. 57 – Von guten Mächten wunderbar geborgen

Weitere Lieder:
GiuG Nr. 21 – Wo ich auch stehe
GiuG Nr. 38 – Stille vor dir, mein Vater
Feiert Jesus! Gold Nr. 14 – Mutig komm ich vor den Thron
Feiert Jesus! Gold Nr. 55 – Ewig treuer Gott
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