Bevor du eingreifst
Notes
Transcript
Einleitung
Einleitung
Image
Image
Stell dir einmal vor du hast du mich Freunden zu einem Spieleabend verabredet. Du bringt ein neues Brettspiel oder Kartenspiel mit. Wie fangt ihr an?
Vor einigen Jahren habe ich mich mit einem guten Freund über alles mögliche unterhalten. Irgendwann sprachen wir dann, was gutes “erklären” ausmacht, zum Beispiel wenn man eine neues Kartenspiel oder Brettspiel erklärt.
—> sag nicht zuerst, wie viele Karten jemand ziehen darf.
—> sag nicht zuerst, wie oft man Würfeln darf.
Stattdessen:
sag zuerst, was das Ziel von dem Spiel ist
sag zuerst, wie man das Spiel gewinnt
sag zuerst, wie die Spieler sich zueinander verhalten (gegeneinander? miteinander?)
Bevor du anfängst zu spielen, müssen zentrale Fragen geklärt sein.
Dasselbe gilt für andere Lebensbereiche:
Du willst einen Urlaub planen:
Erste Frage ist nicht: Will ich morgens Tee oder Kaffee trinken?
Sondern:
Wann kann ich in den Urlaub?
Hotel oder AirBnB?
Need
Need
Bevor du dich in ein Brettspiel wirfst, musst du grundlegende Fragen beantworten
Bevor du den Urlaub planst, musst du erst grundlegende Fragen beantworten
Subject
Subject
“Bevor du dein Volk aus der Sklaverei befreist, musst du erst grundlegende Fragen beantworten”
… das würden wir Mose sagen.
Wir haben letzte Woche die Ausgangslage des Volkes Israels in der Skalverei Ägyptens kennengelernt
Außerdem haben wir das Moses Baby kennengelernt
Im heutigen Text: Mose ist erwachsen geworden und ist dabei einzugreifen
Preview
Preview
Der Predigttitel lautet: “Bevor du eingreifst”
Denn Mose begegnet hier drei Fragen, die auch für dich und mich heute bedeutend sind
Wir sehen drei Konflikte, in denen Mose eingreift und in diesen drei Konflikten finden sich diese drei Fragen
Set up
Set up
Wer bist du? (Identität)
Wer hat dich beauftragt? (Berufung)
Wie lange willst du warten? (Zeit)
Wir schauen uns diese drei Fragen in diesen drei Konflikten an.
1. Wer bist du? (Identität)
1. Wer bist du? (Identität)
Zu der Zeit, als Mose groß geworden war, ging er hinaus zu seinen Brüdern und sah ihre Lasten und nahm wahr, dass ein Ägypter einen seiner hebräischen Brüder schlug.
darüber sollten wir nicht einfach hinweglesen - das ist nicht selbstverständlich
Mose war ja ein Hebräer
er war eins der hebräischen Kinder, die als Babys getötet werden sollte, weil der Pharao Angst vor ihnen hatte
aber er hatte durch Gottes Fürsorge und gottesfürchtige Hebammen überlebt
Mose ist selbst Hebräer
Mose wurde aber als Ägypter erzogen
er lebte nicht bei seinen hebräischen Eltern
er lebte bei seinen Ägyptischen Stiefeltern
deswegen wird er in Midian (V. 19) als ägyptischer Mann beschrieben
Er sah aus wie ein Ägypter, er spricht wie ein Ägypter
aber nicht bloß bei irgendeiner ägyptischen Familie
sondern im Haus des Pharao selbst
er war ägyptische Elite
Harvard, MIT, TU München, Doktortitel
nur gutes Essen
Stell dir vor du wärst dem Teenager Mose, dem Jugendlichen Mose, dem jungen Erwachsenen Mose, dem jetzt 40-jährigen Mose begegnet und fragst ihn:
Mose wer bist du eigentlich?
Bist du Hebräer?
Bist du Ägypter?
Bist du irgendwas dazwischen?
Als was identifizierst du dich?
Der Text betont uns diesen Aspekt sehr deutlich: Er sagt uns, dass Mose hinausgeht (!) und dass er zu seinen Brüdern geht und sieht, dass einer seiner Brüder geschlagen wird
Mose “geht hinaus”
anderes Wort: “zieht aus”
So wie damals Abrahams auszog aus dem Land des Götzendienstes
So wie nachher Israel auszieht aus dem Land der Sklaverei
So steht Mose vor der Frage: “Ägypten oder Israel? (Wer bist du, Mose?)”
(Einerseits) Mose schaut auf die gute Bildung, die gute Stellung im Haus des Pharao - da wo er jetzt ist!
(andererseits) und sieht die Knechtschaft, Sklaverei und das Leid im Volk Gottes - dort draußen
Was macht er? Er zieht aus. Er geht hinaus!
Der Hebräerbrief macht uns deutlich, was hier tieferliegend auf der geistlichen Ebene passiert:
Durch den Glauben wollte Mose, als er groß geworden war, nicht mehr Sohn der Tochter Pharaos heißen, sondern wollte viel lieber mit dem Volk Gottes zusammen misshandelt werden, als einen flüchtigen Genuss der Sünde zu haben, und hielt die Schmach Christi für größeren Reichtum als die Schätze Ägyptens; denn er sah auf die Belohnung.
Drei Aspekte mit denen Ägypten beschrieben wird:
Sohn der Tochter Pharaos
Flüchtiger Genuss der Sünde
Schätze Ägyptens
dem gegenüber steht:
mit dem Volk Gottes misshandelt werden
Schmach Christi
Belohnung, die vor einem liegt
Wer bist du?
(Pause)
Wusstest du, dass du dir diese Frage auch stellen musst?
Du musst nicht politisch zwischen Ägypten und Israel entscheiden
Du musst es geistlich tun (entscheiden)
Wirst du für das Königreich dieser Welt leben?
Für dein eigenes Königreich?
Wirst du dem flüchtigen Genuss der Sünde dein Leben schenken?
Wirst du auf die Schätze Ägyptens schauen?
Oder wirst du hinausgehen?
mit dem Volk Gottes misshandelt werden?
die Schmach Christi für Reichtum ansehen
weil du die Belohnung siehst… Gott selbst
Wessen Bürger bist du? Welches Land ist dein zuhause? —> Ägypten oder Israel?
Welchem König wirst du dienen? Dir selbst oder dem lebendigen Gott?
Wie willst du dein Leben leben? Selbstverwirklichung oder Selbsthingabe?
Wirst du bleiben wo du bist? Oder folgst du dem Ruf Gottes aus deinem alten Leben heraus?
Hebräer 11,26 zeigt uns, dass die scheinbaren Schätze Ägyptens nichts sind im Vergleich zur Schmach Christi, was man aber erst erkennt, wenn man auf die Belohnung sieht.
John Bunyan veranschaulicht genau das in seiner Geschichte “Pilgerreise zur seligen Ewigkeit” sehr gut:
„Ich träumte und siehe, ich sah einen Mann, bekleidet mit Lumpen, an einem gewissen Ort stehen, mit dem Gesicht von seinem eigenen Hause abgewandt, ein Buch in seiner Hand und eine große Bürde auf seinem Rücken. Ich sah, wie er das Buch öffnete und darin las; und während er las, weinte und zitterte er. Er brach in die Worte aus: ‚Was soll ich tun?‘ So schaute er eine Weile sehr betrübt umher, und ich sah, wie er in großer Unruhe nach der einen und nach der anderen Seite blickte, als wollte er fliehen. Da sah ich in meinem Traum einen Mann namens Evangelist, der zu ihm kam und fragte: ‚Was weinst du?‘ Er antwortete: ‚Sir, ich sehe aus diesem Buch, dass ich verdammt bin, und sehe nicht, wie ich dem kommenden Zorn entfliehen kann.‘ Da gab ihm Evangelist ein Pergament, darauf stand geschrieben: ‚Fliehe vor dem zukünftigen Zorn.‘ Als er es gelesen hatte, schaute er den Evangelisten mit großen Augen an und fragte: ‚Wohin soll ich fliehen?‘ Evangelist zeigte mit dem Finger über ein sehr weites Feld und sagte: ‚Siehst du dort jene enge Pforte?‘ Christ sagte: ‚Nein.‘ Da sagte der andere: ‚Siehst du dort jenes glänzende Licht?‘ Er sagte: ‚Ich glaube, ich sehe es.‘ Da sagte der Evangelist: ‚Halte dieses Licht im Auge und gehe gerade darauf zu; so wirst du die Pforte sehen, wenn du nahe genug herangekommen bist; klopfe an die Pforte, und es wird dir gesagt werden, was du tun sollst.‘ Da sah ich in meinem Traum, dass Christ zu laufen begann. Doch nicht lange, da schrie seine Frau ihm nach, er solle zurückkommen; ebenso seine Kinder. Aber der Mann hielt seine Finger in seine Ohren und lief weiter und rief: ‚Leben! Leben! Ewiges Leben!‘ So schaute er nicht zurück, sondern floh mitten auf das Feld hinaus.“
Die Stadt/das Königreich in dem du geboren bist, ist dem Verderben geweiht
Aber da ist eine Stadt, da ist ein Königreich, das dein Zuhause werden kann
Wenn du dich von deiner Sünde abkehrst und dem Ruf Gottes folgst
Vielleicht bist du nicht oft in Gottesdiensten - lass mich es auch dir sagen:
die wichtigste Frage für dich ist, wer du bist, wo du hingehörst#
Die Bibel ist ganz deutlich, dass Menschen Feinde Gottes sind, aber in Jesus Christus Versöhnung mit Gott erleben können
“Wer bist du?”
Mose sieht auf die Belohnung, die in Christus ist, und lässt Ägypten hinter sich
2. Wer hat dich beauftragt? (Berufung)
2. Wer hat dich beauftragt? (Berufung)
Mose sieht das Unrecht, dass ein Ägypter einen Israeliten schlägt (V. 11)
Moses Reaktion? Er schaut sich um. Niemand gut. Er geht hin und erschlägt den Ägypter (V. 12)
Ein paar Tage später: Mose geht wieder hinaus und sieht jetzt einen Streit zwischen zwei Hebräern
Am andern Tage ging er wieder hinaus und sah zwei hebräische Männer miteinander streiten und sprach zu dem, der im Unrecht war: Warum schlägst du deinen Nächsten? Er aber sprach: Wer hat dich zum Aufseher oder Richter über uns gesetzt? Willst du mich auch umbringen, wie du den Ägypter umgebracht hast? Da fürchtete sich Mose und sprach: Es ist also doch bekannt geworden!
Mach mal hier Pause. Was würdest du sagen?
Wer hat Mose zum Aufseher oder Richter über Israel gesetzt?
“Gott!” Oder?
Mose ist doch der, der Israel aus Ägypten führt.
Mose ist doch der, der Israel das Gesetz gegeben hat.
Mose ist doch der, der über Israel Recht gesprochen hat.
Das ist wahr. Aber erst ab Kapitel 3.
An dieser Stelle hat Mose von niemandem den Auftrag bekommen, einzugreifen, Konflikte zu lösen oder sonst etwas
“Wer hat dich beauftragt, Mose?”
“Niemand.”
Äußerlich scheint es so, dass Mose schon hier den Auftrag ausführt, den er später bekommt
Tatsächlich sehen wir hier aber: Mose handelt eigenständig, eigensinnig und eigenmächtig und sündigt dabei
Vielleicht sagst du jetzt: “Warte mal! Mose macht doch genau das, was Gott dann von ihm will.”
Stell dir einmal vor du hast einen Sohn und wünscht dir sehr für ihn, dass er zu einem ordentlichen jungen Mann heranwächst. Du wünscht ihm ein geordnetes Leben zu führen und dass das auch an seinem Zimmer sichtbar wird.
Dein Sohn ist nicht dumm und merkt, dass du das für ihn wünscht. Und er findet es auch gar nicht mal so blöd, wenn man in seinem Zimmer noch den Boden sieht.
Was er jetzt macht ist, er nimmt alles was auf dem Boden liegt, öffnet die Türe zu seinem Kleiderschrank und stopft es rein. Weil die Tür nicht ganz zugeht, schmeißt er sich dagegen, bis sie letztendlich zu bleibt.
Da liegen jetzt aber noch Sachen auf dem Boden, die nirgendswo reingepasst haben. Lernzettel aus der Schule, die er noch braucht. Was macht er? Er nimmt es und wirft es in den Müll.
Lebt dein Sohn die Berufung eines ordentlichen jungen Menschen?
Äußerlich ja. Aber eigentlich überhaupt nicht.
Ist dein Sohn auf dem Weg das geordnete Leben zu führen, das du dir für ihn wünscht?
Äußerlich ja. Aber eigentlich überhaupt nicht.
Dein Sohn sieht das Problem im Zimmer. Aber anstatt dich zu bitten zu zeigen, wie man sein Zimmer gut ordnet, nimmt er es eigensinnig und eigenmächtig in die Hand.
Und macht damit das Gegenteil von dem, was er eigentlich soll —> mehr Chaos.
Mose tut hier äußerlich das, wofür er später berufen wird.
Aber er ist hier nicht dazu berufen. Er tut er eigensinnig und eigenmächtig.
Wozu führt das?
Er lässt sich von seiner Wut packen.
Er verliert die Kontrolle.
Er schlägt einen Ägypter tot.
Mose wartet nicht auf Gott.
Mose vertraut nicht auf Gott.
Mose agiert nicht aus der Kraft Gottes.
Mose agiert nicht auf das Wort Gottes hin.
—> Das was er tut eskaliert!
Kennst du auch solche Situationen? Du nimmst ein Problem wahr, aber anstatt zu seiner Zeit, auf seine Weise in seinem Sinne zu handeln… wirst du “aktiv” und zwar eigensinnig und eigenmächtig
Vielleicht ist da ein Freund/Freundin oder Klassenkamerad, der nicht so auf dich reagiert wie du es gerne hättest
du fängst an, zu manipulieren
Vielleicht bekommst du aus deiner Peer-Group nicht die Anerkennung nach der du dich sehnst
du fängst an, dich besser darzustellen als du bist
du fängst an, andere runterzumachen und zu mobben, nur damit du am Ende gefühlt höher da stehst
Vielleicht geht es bei dir Karriere-mäßig oder finanziell nicht so, wie du es dir eigentlich wünscht
und du hilfst nach
auf deine Weise
Vielleicht verhält sich dein Ehepartner nicht so wie du es willst
du fängst an, ihn zu verachten
du fängst an, ihn zu beleidigen
du fängst an, ihn zu ignorieren und dich zurückzuziehen
du fängst an, deine Überlegenheit gegen sie einzusetzen
Vielleicht benimmt sich dein Kind nicht so wie du es erwartest
Ungehorsam zu kritisieren ist legitim! — aber du tust es eigensinnig und eigenmächtig
du adressiert nur das äußere Verhalten deines Kindes, anstatt auf sein Herz abzuzielen
solange dein Kind vor anderen Gehorsam ist, ist für dich alles okay
Vielleicht bekommst du in der Gemeinde nicht die Wertschätzung, die du dir wünscht.
Vielleicht werden in der Gemeinde Dinge anders gemacht als du es für richtig hältst
du fängst an, dich zurückzuziehen
du wirst bitter
du fängst an, den Dienst der anderen zu erschweren
Vielleicht findest du dich da wieder und fühlst dich im Recht
Vielleicht machst du Sachen, die an sich gut aussehen, aber du machst es eigensinnig und eigenmächtig!
Was haben alle diese Szenarien gemeinsam?
Das Zimmer ist aufgeräumt, aber mach bitte nicht den Kleiderschrank auf!
Mose sieht ein Problem (das Problem ist wirklich da!)
Mose wartet nicht auf Gott
Mose hört nicht auf Gott
Mose fragt nicht bei Gott nach
Mose nimmt die Sache selbst in die Hand
Mose fällt in Sünde.
Und damit eskaliert es.
Wenn du eigenmächtig Dinge in die Hand nimmst und das was du tust nicht von Gott ableitest —> wird es eskalieren!
Wer hat dich beauftragt?
Was für eine Veränderung, die Mose im nächsten Kapitel erlebt, wo er versteht, was seine eigenmächtigen Aktionen anrichtet, sodass er fragt:
Mose sprach zu Gott: Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehe und führe die Israeliten aus Ägypten?
40 Jahre später in der Begegnung hat Mose es verstanden!
“Wer ist eigentlich Mose!?”
Wieso sollte Mose eigensinnig und eigenmächtig sein Leben in die Hand nehmen…
Wieso sollte Mose eigensinnig und eigenmächtig das Schicksal seine Volkes in die Hand nehmen…
…wenn der lebendige Gott es ist, der beauftragt, der befähigt, der sendet, der unterweist.
Wenn du merkst, dass es Lebensbereiche bei dir gibt, in denen du einem Problem auf deine Weise nachhelfen willst, fragst du dich jetzt vielleicht:
Muss ich jetzt auch auf einen nicht verbrennenden Dornbusch warten, damit ich von Gott beauftragt werde und verstehe was er will?
Nur wenn du Mose heißt, 1400 v. Chr. lebst und Israel aus Ägypten führen sollst.
Dir und mir ist die Gottes-Begegnung im Wort Gottes gegeben
hier findest du Gottes Plan, in den auch dein Leben hineingehört
hier findest du Gottes Absichten für dein Leben
hier findest du Gottes Anweisung für dein Verhalten, im Job, in der Ehe, in der Schulklasse, in der Kindererziehung, in der Gemeinde, in Freundschaften
hier findest du die Herzenshaltung, mit der wir unsere Berufung leben sollen
Wenn du ein Problem in deinem Leben vorfindest, auf das du reagieren willst, bei dem du aktiv werden willst —> das Wort Gottes ist deine Berufung.
Hier findest du deine Berufung
Hier findest du deine Bestimmung
Hier ist die Grundlage dafür, dass du nicht eigenmächtig und eigensinnig unterwegs bist.
Sondern dass du zu seiner Zeit, auf seine Weise, in seinem Sinne, in seiner Kraft losgehst und aktiv wirst.
Ich möchte dich heute dazu aufrufen, dein Leben neu unter die Herrschaft Gottes zu legen.
Dass du von Selbstbewusstsein zu Gott-bewusstsein hingehst
Dass du nicht auf deine Weise und aus deiner Kraft durch dein Leben gehst
Sondern dass du ihm alles hinlegst
Und ihn neu fragst:
Herr was willst du…
in meiner Familie?
in meinem Job?
in meiner Klasse?
in meiner Gemeinde?
in meine Ehe?
in meinem Freundeskreis?
Gibt es einen Lebensbereich, in dem du heute umkehren musst, Buße tun musst, und seine Herrschaft anerkennen musst?
Du wirst dich abmühen und daran kaputt gehen, bis du beginnst ihn Herr sein zu lassen.
3. Wie lange willst du warten? (Zeit)
3. Wie lange willst du warten? (Zeit)
Als das hier passiert ist, ist Mose 40 Jahre alt. (Unser Durchschnittsalter?)
Aber weil Moses Mord bekannt wird, muss er fliehen
Und es kam vor den Pharao; der trachtete danach, Mose zu töten. Aber Mose floh vor dem Pharao und hielt sich auf im Lande Midian. Und er setzte sich nieder bei einem Brunnen.
Der Priester in Midian aber hatte sieben Töchter; die kamen, Wasser zu schöpfen, und füllten die Rinnen, um die Schafe ihres Vaters zu tränken. Da kamen Hirten und vertrieben sie. Mose aber stand auf und half ihnen und tränkte ihre Schafe. Und als sie zu ihrem Vater Reguël kamen, sprach er: Warum seid ihr heute so bald gekommen? Sie sprachen: Ein ägyptischer Mann rettete uns aus der Hand der Hirten und schöpfte für uns und tränkte die Schafe.
Er sprach zu seinen Töchtern: Wo ist er? Warum habt ihr den Mann draußen gelassen? Ladet ihn doch ein, mit uns zu essen. Und Mose willigte ein, bei dem Mann zu bleiben. Und der gab Mose seine Tochter Zippora zur Frau. Die gebar einen Sohn, und er nannte ihn Gerschom; denn, sprach er, ich bin ein Fremdling geworden im fremden Lande.
Mose flieht aus Ägypten
Keine Ägypter mehr um ihn
Keine Hebräer mehr um ihn
Keine Möglichkeit sein Volk aus der Sklaverei zu führen
Stattdessen Midian
Schafe hüten (Ex 3,1)
Heiraten
Kinder bekommen
Vom möglichen Erretter Israels zum Hirten von Schafen irgendwo in der Wüste
Stuart (Theologe) schreibt in seinem Kommentar:
„Aus Moses' Sicht war er nun dauerhaft getrennt sowohl von dem, was er als seine Heimat betrachtete, Ägypten, als auch von dem Volk, mit dem er sich nun identifizierte, Israel. Bedenke also die geistliche Herausforderung, vor der er stand. Er war als Befreier seines Volkes gescheitert, als Bürger Ägyptens gescheitert, in beiden Nationen, die er als seine Heimat hätte bezeichnen können, unerwünscht, ein gesuchter Mann, nun dauerhaft ansässig an einem unbekannten Ort, allein und weit entfernt von seinen Wurzeln.”
Er fühlt sich verloren
Er fühlt sich fremd (V. 22 Namensgebung für seinen Sohn)
Apg 7,30 sagt uns, dass Mose 40 Jahre in Midian Schafe hütete —> bis er 80 ist
40 Jahre lang
Er fühlt sich von Gott übergangen
Er wirft alles hin
…könnte man meinen
Und Mose willigte ein, bei dem Mann zu bleiben. Und der gab Mose seine Tochter Zippora zur Frau.
Der Mose, der mit 40 in Ägypten eigenmächtig und eigensinnig agiert…
Der Mose, der nicht abwarten konnte und deshalb Dinge selbst in die Hand nahm…
Der Mose, der nicht auf Gott wartet und deshalb in Sünde fällt…
Er willigt ein, in Midian zu bleiben
Er willigt ein, in Midian abseits des großen Spielfelds zu sein
Er willigt ein, seinen Zeitplan hinzulegen und auf Gott zu warten
Er willigt ein, nicht der Erlöser von Israel zu sein, wenn das nicht Gottes Auftrag für ihn ist
Er willigt ein, nicht mehr wegen seines kurzsichtigen Zeitplans zu sündigen, sondern Gott zu vertrauen
Moses Haltung ändert sich von „ich reiße Sachen an mich“ zu „ich willige ein zu warten“
Wie lange bist du bereit zu warten?
Warten fällt uns schwer oder?
Mir fällt es schwer
Ich bin inzwischen Experte im Supermarkt die schnellste Kasse zu identifizieren
Ich gehe nicht in das Wartezimmer beim Arzt ohne die “Wartezeit” mit dem Handy zu vertreiben
Aber das sind ja kurze Wartezeiten
Wie viel schwerer fallen uns lange Wartezeiten?
Warten auf Beförderung/Gehaltserhöhung
Warten auf einen Ehepartner
Warten auf Besserung meiner Gesundheit
Warten auf die ersehnte Schwangerschaft
Warten bis Jesus wiederkommt
Wie lange bist du bereit zu warten?
Vielleicht wartest du schon Monate, Jahre oder Jahrzehnte
Mose wartet hier 40 Jahre
länger als die meisten von uns leben!
Aber weißt du was?
Hättest du ihn innerhalb dieser 40 Jahre in Midian besucht…
du hättest ihn nicht auf dem Sofa sitzend wiedergefunden
du hättest ihn gefunden wie er Schafe hütet
Warten auf Gott ist kein untätiges Warten
Echtes geistliches Warten sieht nicht aus wie warten
Jemand verglicht das mal sehr hilfreich mit einem Landwirt
“Der Landwirt wartet auf die Ernte. Aber niemand arbeitet härter als der Landwirt.”
Wartezeit ist keine passive Zeit
Deine Zeit des Wartens ist gleichzeitig die Zeit des Wirkens
Deine Zeit des Wartens ist gleichzeitig die Zeit des Vorbereitens
Wenn du auf Beförderung/Gehaltserhöhung wartest
arbeite treu
sei eine Stütze für deinen Chef
verwalte deine Ressourcen in Gottes Sinne
Wenn du auf einen Ehepartner wartest
werde zu einem Gottesfürchtigen Ehepartner
werde so wie jemand, dem du deinen Kindern als Ehepartner wünschen würdest
Wenn du auf Besserung deiner Gesundheit wartest
diene Gott mit dem, was er dir gegeben hat
werfe dich mit deinem Vertrauen darauf, dass alles in Gottes Hand liegt
Wenn du auf die Schwangerschaft wartest
stärke deine Ehe in Jesus
diene jetzt (jungen) Menschen in der Gemeinde
vertraue darauf, dass Gott alles in der Hand hält
Während wir auf Jesus warten
lasst uns treu mit dem umgehen was Gott uns anvertraut hat
Wie lange willst du warten?
Wie lange willst du passiv warten? (—> Wortspiel)
James Boyce:
“Mose war 40 Jahre in Ägypten, um etwas zu lernen.
Mose war 40 Jahre in Midian, um zu lernen, dass er nichts ist.
Mose war 40 Jahre mit Israel in der Wüste, um zu beweisen, dass Gott alles ist.”
“Moses was 40 years in Egypt learning something; 40 years in the desert learning to be nothing; and 40 years in the wilderness proving God to be everything” (in James Boyce, Ordinary Men, 59)
Deine Zeit in Midian, deine Zeit des Wartens ist nicht verschwendet, wenn du in dieser Zeit Gott dienst.
Im Dienst für Gott gibt es keine passive Wartezeit die jemals verschwendet wäre
Wenn du auf etwas wartest…
wirf dich während du wartest in den Dienst für Gott
lerne während du wartest, dass Gott alles ist
erkenne, dass auch Gott in dieser Zeit nicht passiv ist
Das bringt uns zum Schluss und zu den letzten Versen:
Schluss
Schluss
Lange Zeit danach starb der König von Ägypten. Und die Israeliten seufzten über ihre Knechtschaft und schrien, und ihr Schreien aus ihrer Knechtschaft stieg auf zu Gott. Und Gott erhörte ihr Wehklagen und gedachte an seinen Bund mit Abraham, Isaak und Jakob. Und Gott sah auf die Israeliten und nahm sich ihrer an.
Siehst du wie stark hier betont wird…
dass Gott sein Versklavtes Volk hört?
dass er an seinen Bund denkt?
dass er die Israeliten sieht?
dass er sich ihrer annimmt?
Weißt du noch, wie wir in 2,11 gesehen haben, dass Mose das Unrecht in Ägypten sah?
Jetzt lesen wir, dass auch Gott sieht, was in Ägypten passiert
Mose hat damals nicht etwas gesehen, was Gott übersehen hätte
Die letzten 40 Jahre, Gott hat es gesehen
Die letzten 80 Jahre, Gott hat es gesehen
Die letzten 400 Jahre, Gott hat es gesehen
Mose hatte es gesehen, er griff eigenmächtig ein, es führte zu Chaos
Gott sieht es und er greift anders ein. Er greift wirksam ein.
Ihr Lieben das galt nicht nur damals in Ägypten
Das galt und gilt auch für uns ganz persönlich
Es gibt einen, der wie Mose nicht an seinem Reichtum festhielt
Es ist der “größere Mose”, Jesus Christus
Gott sah, deine Versklavung in Sünde.
Gott nahm sich deiner an.
Indem Jesus nicht an dem Reichtum festhielt, den er beim Vater hatte
Sondern hinausgeht zu dir
Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, auf dass er die, die unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Kindschaft empfingen.
Jesus litt nicht nur mit uns (wie Hebräer es über Mose sagt).
Jesus litt für uns.
Jesus überwindet das Böse nicht durch töten. Jesus überwindet das Böse durch Sterben.
Es gibt einen, der für Sünde bezahlt hat.
Es gibt einen, der den Preis bezahlt hat.
Es gibt einen, der dich losgekauft hat.
Damit du zu Gott kommen kannst.
Damit du nicht mehr fremd bist.
Damit du bei Gott zuhause bist.
Amen.
