Das Neue Gottes erleben - Selbstbeherrschung

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Notes
Transcript

Margret Adler

ZUSAMMENFASSUNG PREDIGTREIHE

Was habe ich in den letzten Predigten erklärt:
FOLIE
Die Jahreslosung für 2026 lautet:
Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu - Off 21,5
FOLIE
So haben eine Predigtreihe, wo wir uns Gedanken darüber machen: Wie können wir das Neue Gottes hier und heute erleben.
Es geht um dem Glauben … mit dem großen Ziel
2 Peter 1:4 BB
… dadurch sollt ihr Anteil bekommen an der göttlichen Natur.
FOLIE
Gott will sein Wesen, seine Natur mit uns teilen Es geht darum, dass wir in das innere Leben Gottes selbst eintreten.
Und dann ab Vers 5
FOLIE
5 Bemüht euch deshalb nach Kräften, dass zu eurem GlaubenTugend … Erkenntnis … Selbstbeherrschung … Standhaftigkeit … Ehrfurcht … geschwisterliche Liebe … Liebe …
hinzukommen.
Es sind Dinge, worauf wir achten sollen, dass sie den Glaube ergänzen, sichtbar machen, stärken.

HAUPTPUNKT (Bottom Line):

FOLIE Titel Selbstbeherrschung als Teil des Neuen Gottes in unseren Leben.

GOTT

Zeit, die biblische Wahrheit zu ermitteln und in die Diskussion einzubringen. Jetzt biete ich eine Lösung für den Bedarf, den ich gerade geäußert habe.

1. Was meinen die Biblischen Autoren mit Selbstbeherrschung/Enthaltsamkeit?

Selbstbeherrschung könnten wir so definieren:
FOLIE
Selbstbeherrschung ist die Fähigkeit, die eigenen Gedanken, Wünsche und Taten/Reaktionen entschieden und bewusst zu steuern.
Obwohl dieses Wort – ἐγκράτεια (egkrateia) – nicht so häufig in der Bibel vorkommt, wird es in unterschiedlichen Zusammenhänge gebraucht, und so wird sie von den Bibelübersetzer auch unterschiedlich übersetzt:
FOLIE
Die meisten neuen Übersetzungen gebrauchen Selbstbeherrschung/Selbstkontrolle
Luther übersetzt es hier in 2.Pe mit Mäßigkeit
An einer anderen Stelle das gleiche Wort mit Keuschheit
Anderen Übersetzungen übersetzen es mit Enthaltsamkeit.
Manchmal auch als Verb mit Verzichten.
FOLIE
Weitere Synonyme:
Abstinenz, Bescheidenheit, Einschränkung, Einfachheit, Genügsamkeit, Schlichtheit, Zurückhaltung

ἐγκράτεια bezieht sich in der Regel auf alle Begierden des Menschen, auf Essen und Trinken, Geschlechtlichkeit, Reden, Gefühle, Denken usw …

Auch an Stellen, wo das Wort nicht direkt vorkommt, sehen wir die Idee der Selbstbeherrschung überall:
FOLIE
Wie es im Buch der Sprüche …
Proverbs 25:16 LU17
16 Findest du Honig, so iss davon nur, soviel du bedarfst, dass du nicht zu satt wirst und speist ihn aus.
Selbstbeherrschung ist die Fähigkeit, Herr über das Vergnügen zu bleiben, anstatt dessen Sklave zu sein.
Wir sehen: Es hat mit unseren ganzes Wesen zu tun.
FOLIE
In manche Zusammenhänge geht es um das sexuelle Verlangen eines Menschen. Wie z.Bs als Paulus in 1.Korinther 7 über das Single oder Verheiratet sein schreibt:
1 Corinthians 7:9 BB
9 Wenn sie aber nicht enthaltsam leben können, sollen sie heiraten!
FOLIE
In der Liste der Qualifikationen eines Gemeindeleiters, steht in
Titus 1:8 BB
8 [Der Gemeindeleiter] soll gastfreundlich sein und das Gute lieben. Er soll besonnen und gerecht sein, das Heilige ehren und sich beherrschen können.
FOLIE
An einer anderen Stelle, gebraucht Paulus den Begriff als Beispiel für die Selbstdisziplin eines Sportlers, der auf bestimmte Dinge im Leben verzichtet, damit er fit sei, einen Wettlauf zu gewinnen:
1 Corinthians 9:25 BB
25 Alle Wettkämpfer üben in jeder Hinsicht Verzicht. Sie tun es, um einen vergänglichen Siegeskranz zu gewinnen. Aber wir tun es für einen unvergänglichen Siegeskranz.
Selbstbeherrschung wird als harter Job beschrieben. Man tut es, um einen bestimmten guten Ziel zu erreichen.
Dann beschreibt Paulus, wie er mit sich selbst umgeht, und warum er diese Selbstbeherrschung in sich entwickeln will:
1 Corinthians 9:26–27 BB
26 So führt mein Wettlauf nicht ins Ungewisse und meine Fausthiebe gehen nicht in die Luft. 27 Vielmehr treffen meine Schläge meinen eigenen Körper und unterwerfen ihn mir. Denn ich will nicht anderen etwas verkünden und selbst als Versager dastehen.
Das griechische Wort für „zerschlagen“ ὑπωπιάζω (hypōpiazō) bedeutet: „jemanden ein blaues Auge verpassen / quälen“.
Der Punkt ist klar: Selbstbeherrschung/Selbstdisziplin ist schmerzhaft.
Es bedeutet, dass ich oft ein hartes „Nein!“ zu mir selbst sagen muss.
FOLIE
Lukas gebraucht diesen Begriff, als er darüber berichtet, wie Paulus vor dem Stadthalter Felix von dem Glauben an Christus spricht:
Acts 24:24–25 BB
24 … Dann hörte [Felix] sich an, was Paulus über den Glauben an Christus Jesus sagte. 25 Aber Paulus sprach zuletzt auch über Gerechtigkeit, Enthaltsamkeit und das bevorstehende Gericht. Da erschrak Felix und sagte: »Für heute kannst du gehen. Wenn ich Zeit habe, lasse ich dich wieder holen.«
Und wir sehen, dass neben vielen Dingen, die für Paulus wichtig war, zu erklären, was diesen neuen Glauben auf sich hat, war das Thema Enthaltsamkeit, ein Leben in Selbstbeherrschung.
In den Ohren der mächtigen und reichen im römischen Reich war das eine ziemlich schräge Sache. Denn, sie waren bekannt für ein Leben ohne Grenzen, wo sie Essen, Alkohol, Sex und Reichtum übertrieben genoßen haben.

2. Warum wird Selbstbeherrschung als geistliches bewertet? 

Was hat die Kontrolle von meinen körperlichen Impulse mit meinem geistlichen Leben zu tun?

Der biblische Mensch ist ungeteilt

FOLIE Männchen
Im biblischen Denken (anders als in manchen griechischen Philosophien) ist der Mensch keine geteilte Einheit aus:
gutem Geist
bösem Körper
Der „Leib“ ist Teil der guten Schöpfung und wird auch gerettet. (Auferstehhung)
Deshalb betrifft Selbstbeherrschung den ganzen Menschen:
Körperlich/Biologisch: Schlaf, Essen, Koffein, Zucker, Sex,
Emotionen/Geistig: Gier, Egoismus, Komfort, Ängste, Entmutigungen, rassistische Neigungen,
FOLIE
Geistliches Leben ist verkörpertes Leben.
Oft lesen wir von den “Begierden des Fleisches” – Was die Bibel „Fleisch“ nennt, meint nicht den Körper an sich, sondern unsere Zustand der Sünde … die von Gott gelöste Selbstbezogenheit.
Darum werden wir in unseren geistlichen Wandeln, auch auf Dinge zu achten, die unsere Ganzheitlichkeit :
Körper: Sexualität, Sprache (Zunge/Worte), Konsum, Konsum, Essen
Emotionen: Zorn, Egoismus, Freude, Liebe usw.
Die Errettung eure Seelen meint nicht nur der Geist, sondern die Einheit zwischen Leib und Körper
Die christliche Irrlehre, die die Materie bzw. den Körper als böse ansieht und meint, dass nur der Geist gerettet wird, nennt man Gnostizismus.
FOLIE

Selbstbeherrschung bedeutet: In der Freiheit zu leben

Paulus versteht Sünde oft als eine Form von Sklaverei:
FOLIE
1 Corinthians 6:12 BB
12 Ihr sagt : »Ich darf alles!« – Aber das heißt doch nicht, dass auch alles gut für euch ist. Ihr sagt: »Ich darf alles!« – Aber das bedeutet doch nicht, dass euch irgendetwas beherrschen soll.
Ohne eine gesunde Selbstbeherrschung werden Impulse zu Herren in meinem Leben.
Mit Selbstbeherrschung bleibt der Mensch frei, um das Gute zu wählen.
FOLIE

Problem: Ohne Gottes Kraft, können wir uns nicht immer selbst beherrschen.

Allein können wir uns nicht für das Gute entscheiden und das Böse widerstehen.

Ganz am Anfang der Bibel, gibt es diese Geschichte von den zwei Brüder. Kain und Abel.
Seine Eltern hatten gerade davor sich dafür entschieden, Gut und Böse selbst zu definieren. Sie denken, sie brauchen Gott nicht, um sich für das Gute zu entscheiden.
Kain, der ältere Bruder ist zornig und eifersüchtig darüber, dass Gott seinen jüngeren Bruder Abel, bevorzugt - obwohl er der ältere und stärkere ist.
Dieser Zorn und Einversucht macht was mit ihm.
Und Gott warnte ihn:
FOLIE
Genesis 4:6–7 ELB 2006
6 Und der HERR sprach zu Kain: Warum bist du zornig, und warum hat sich dein Gesicht gesenkt? 7 Ist es nicht so, wenn du recht tust, erhebt es sich? Wenn du aber nicht recht tust, lagert die Sünde vor der Tür. Und nach dir wird ihr Verlangen sein, du aber sollst über sie herrschen.
Kain ist in der Situation, wo er zeigen soll, dass er allein in der Lage ist sich für das Gute zu entscheiden und nicht für das Böse.
Wir lesen diesen letzten Satz oft falsch hier, als würde Gott einen Gebot geben und sagen, dass Kain die Sünde allein beherrschen kann/soll.
Aber eigentlich, diesen letzten Satz ist von Gott ironisch gemeint: Die Sünde steht vor der Tür. Du Mensch denkst, du kannst über ihr herrschen, dann versuch mal.
Und es stellt sich heraus: aus eigener Kraft, können wir das nicht. Ohne die Verbundenheit zu Gott, ohne seine Kraft, wird die Sünde über uns herrschen.
Die Frage ist: Wer regiert?
FOLIE
Impuls → Reaktion → Konsequenzen/Reue
oder
Impuls → Prüfung/Entscheidung → Reaktion → Konsequenzen
Selbstbeherrschung schafft den Raum zwischen Impuls (Reiz/Lust) und Reaktion.
Der Entscheidende Punkt hier ist: wer regiert in der Prüfung/Entscheidung? ich selbst geleitet von das Gute aus Gottes Geist? Oder ich selbst geleitet von irgendwelche anderen Kräften (Gewohnheiten, Rache, Angst usw…)
Und genau hier zeigt sich die geistliche Reife —> in der Ganzheitlichkeit des Wesens.
FOLIE
In diesem Sinne: Selbstbeherrschung ist daher keine Einschränkung von Freiheit, sondern deren Voraussetzung.
Selbstbeherrschung ist wichtig, weil:
Zorn, wenn ungezügelt, bringt zerstört
Sexualität, ohne Treue und ohne Verantwortung, verletzt und raubt die Würde.
Worte, ohne Kontrolle, können Beziehungen brechen.
Konsum ohne Maß versklavt und bewirkt Ungerechtigkeit.
Der Geist arbeitet um uns ganzheitlich zu neuen Menschen zu formen, die lernen, aus der Kraft Gottes, frei von der Sünde zu leben: sich für das Gute/Richtige/Gerechte zu entscheiden.

Christus als Modell

Er wird zornig – aber nicht zerstörerisch.
Er hungert und wird provoziert seine Macht zu nutzen, um sich selbst zu beweisen – aber widersteht die Versuchung, sich selbst groß zu machen.
Er wird verraten, kann aber noch mit dem Verräter das Brot teilen und seine Füße waschen.
Er leidet – aber vergibt diejenigen, die ihm weh tun.
FOLIE
Jesus verkörpert eine Menschlichkeit, 
 die Gedanken, Emotionen und Reaktionen zulässt,
 aber heilig steuert.
Jesus zeigt uns eine andere Menschlichkeit, eine andere Art Mensch zu sein, der Emotionen nicht ausblenden, der aber Herr über sie ist und auf einer gute, heilige, gesunde und sanfte Art und Weise reagiert.

3. Wie kann ich zu meinem Glauben Selbstbeherrschung entwickeln?

Zwei Dimensionen sollen wir betrachten, bei der Fragen, wie wir Selbstbeherrschung entwickeln können:

A) Frucht des Geistes

FOLIE
Selbstbeherrschung ist eine Frucht des Geistes und nicht das Produkt meiner eigenen Leistung.
Galatians 5:22–23 NLB
22 Wenn dagegen der Heilige Geist unser Leben beherrscht, wird er ganz andere Frucht in uns wachsen lassen: Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, 23 Sanftmut und Selbstbeherrschung. Nichts davon steht im Widerspruch zum Gesetz.
Es ist in erster Linie eine „Frucht“, die entsteht aus der Gemeinschaft mit Gott. In das Offen sein für das Wirken des Geistes in mir.
Es ist nicht eine Sache der „eigenen Leistung“.
Der Ursprung liegt im Geist.
Die Quelle ist Gottes Wirken.
Der Mensch kann diese Frucht nicht eigenständig erzeugen.
Also, Selbstbeherrschung um das Böse zu vermeiden, und das Gute Gottes zu tun, werde ich nicht erleben, wenn ich es versuche aus eigener Kraft allein in mir zu entwickeln.
Deshalb: Habe ich Schwierigkeit mit der Selbstbeherrschung in irgendeinen Bereich meines Lebens:
das erste was ich tun soll ist, das im Gebet zu Jesus zu bringen, mich von seiner Liebe und Gnade erfüllen zu lassen, mit ihm darüber reden. Mit der Zeit, wird der Geist die Grundeinstellung meines Herzens verwandeln.
das zweite ist, wenns notwendig, ich suche mir eine Vertrauensperson, ein Seelsorger, ein Therapeut, ein Pastor, oder eine Person, mit dem ich gut befreundet bin, und wir tauschen uns darüber aus. Also, wir suchen die Gemeinschaft mit anderne Menschen, die Gott uns schenkt, um über unsere Schwierigkeiten zu sprechen. Das kann einiges bewirken.
Selbstbeherrschung ist in der Bibel keine autonome Tugend, wie es in der griechischen Philosophe der Fall ist, sondern Ausdruck der Liebe Christi in uns.
Selbstbeherrschung nicht aus eigener Stärke, sondern in der Kraft Gottes und als Dankbarkeitsantwort auf seine Gnade.
Diejenigen, die vom Geist regiert werden, lernen – wenn auch langsam – Gottes Gebote und Verheißungen mehr Gehör zu schenken als ihren eigenen Lüsten/Ängsten.
FOLIE

B) Die eigene Bemühungen

Petrus sagt aber:
Bemüht euch deshalb nach Kräften, dass zu eurem GlaubenTugend … Erkenntnis … Selbstbeherrschung … Standhaftigkeit … Ehrfurcht … geschwisterliche Liebe … Liebe … hinzukommen.
Dann ist Selbstbeherrschung doch das Ergebnis von “eigener Leistung”? oder?
Petrus sagt nicht: „Produziert Selbstbeherrschung aus euch selbst“, sondern: „Bringt sie in euren Glauben hinein.“
Wichtig ist der Kontext: In 1,3 sagt er zuvor:
2 Peter 1:3 BB
3 Seiner göttlichen Macht verdanken wir alles, was wir zum Leben und zur Ausübung des Glaubens benötigen. Wir haben alles dadurch geschenkt bekommen, dass wir ihn erkannt haben: unseren Herrn Jesus Christus, der uns durch seine wunderbare Kraft berufen hat.
FOLIE
Die Grundlage der Selbstbeherrschung ist die Gnade/Gabe Gottes. Das Bemühen ist die Antwort.
FOLIE
Paulus schreibt etwas ähnliches:
Philippians 2:12–13 BB
12 … Setzt alles daran, … 13 Denn Gott selbst bringt euch dazu, dass ihr nicht nur so handeln wollt, wie es ihm gefällt. Er sorgt vielmehr dafür, dass ihr es auch könnt!
Hier sehen wir:
Gott wirkt.
Der Mensch wirkt.
Gottes Wirken/Kraft macht unser Wirken möglich.
Das ist Kooperation.
Deshalbt “Das Bemühen” ist nicht:
moralischer Selbstoptimierungsdruck
oder unterdrückung von Gedanken/Gefühlen
Sondern:
bewusste Ausrichtung
Training der Seele
Einübung in neue Gewohnheiten
Der Geist schenkt neue Fähigkeit – wir üben sie ein. aber alte Muster müssen aktiv verlernt werden.

Der Geist ersetzt nicht meinen Willen – er erneuert ihn

Gottes Geist:
nimmt mir nicht die Entscheidungsfähigkeit,
sondern stellt sie wieder her.
Ohne Geist → Impulse herrschen. Mit Geist → ich kann herrschen.
Selbstbeherrschung ist darum nicht „Selbstunterdrückung“, sondern wiedergewonnene Steuerungsfähigkeit.

C) Der Weg der Selbstbeherrschung: 

1) Verantwortung übernehmen anstatt sich als Opfer der Umstände zu sehen.

Selbstbeherrschung wächst, wenn ich mich entscheide, Verantworung zu übernehmen.
Verantwortung für mich selbst, für meine Gedanken, Emotionen, meine Reaktionen, für die Umstände und für die Menschen um mich herum.
Jedes Problem, das ich begegne.
Jede Versuchung, die mich überrollen will
ich falle nicht in der “Opferrolle” :
“Aber der Algorithmus von Instagram” “Aber meine Kindheit” “Aber mein Arbeitskollegen” “Aber die Politik” “Aber diese Gemeinde” “Aber die Kleidung der Frau”
Wenn wir aufhören, uns als Opfer der Umstände zu benennen, und uns als Menschen sehen, die eine Verantwortung tragen, für uns selbst und für anderen, da entsteht Selbstbeherrschung.
Beispiel Pimpo – Ein Freund von mir erlebte eine Phase in der Jugend, wo er ziemlich verantwortungslos mit sich selbst und mit anderen umging. Er hatte schwierigkeiten mit seinem Vater, der in seinem Augen kein guter Vorbild für ihn war. Und er ist so in einer Opferrolle gefallen: “Mein Vater schätzt mich nicht … ich bin ein nichts. Mir ist es egal, was aus mein Leben wird.”
Obwohl er in die Gemeinde ging, sich als Teenager bekehrt hatte, durchlebte er eine Zeit, wo es ihm alles egal war. Er kam oft betrunken nach Hause nach Wochenende-Partys, jedes Wochenende war er mit einem anderen Mädchen zusammen, hat kaum gearbeitet und das Geld, das er hatte, verschwendete er wie ein Wahnsinniger.
Bis eines Tages er Onkel wurde. Seine Schwester hat ein Kind bekommen. Und plötzlich sah er sich, in der Rolle eines Onkels, der eine Verantwortung für dieses Kind trägt: Er meinte: “Ich will nun ein gutes Vorbild für dieses Kind sein”.
Genau das hat Gott gebraucht, um ihm wieder zum Leben zu erwecken. Von einem Menschen, der sich von jeder Lust treiben lassen hat, ist er zu jemanden geworden, der sich beherrschen konnte.
Verantwortung zu übernehmen, und sich weniger als Opfer der Umstände zu sehen, ist einen Weg, den der Geist Gottes uns gibt, in Selbstbeherrschung zu wachen.
Ich übernehme Verantwortung für meine Zeit, Körper, Samen, Temperament, für meine Vergangenheit - um ab heute Dinge in meinem Leben neu zu gestalten.
Ein anderes beispiel:
Der Prophet Jesaja wird in einer Vision vor dem Thron Gottes gebracht. Als er das alles sah, eine erste Reaktion war: Wer bin ich. Ich bin verloren. Ich bin ein Mensch mit unreinen Lippen. Ich lebe in einem Volk mit unreinen Lippen …
Das war ein Bild davon, wie er Jesaja sich als Opfer der Sünde, Opfer der Umstände sah. Ich kann nicht anders.
Dann berührte ein Engel seine Lippen mit einer glühende Kohle vom Altar und sagte, dass seine Schuld nun vergeben ist, dass er nun rein ist.
Er hat Gnade, er hat eine Gabe von Gott empfangen.
Dann hört eine Frage, direkt von Gott:
“Wen soll ich senden. Wer wird mein Bote beim Volk sein?”
In dem Moment konnte Jesaja sich für zwei Wege entscheiden. Verantwortung übernehmen und weiterhin sich als Opfer der Umstände geben.
Er entscheidet sich für die Verantwortung:
“Hier bin ich, sende mich!”
Ich übernehme die Verantwortung
Wenn ich verstehe, dass ich vor Gott und vor den Menschen eine Verantwortung trage.
Nicht aus Angst oder aus Leitungsgedanken, sondern Verantwortung als Antwort auf die Gnade, das zeichnet sich einen Gesunden weg, dass Selbsbeherrschung zu meinen Glauben wächst.
Gabe kommt vor der Aufgabe. Verantwortung heißt: Ich nehme ernst, was mir geschenkt wurde.
Und dann wie Paulus sagt: Ich strenge mich an, ich knechte meinen Leib … damit ich die Erlösung, die Befreiung der Sünde ganzheitlich, auch durch meinen Körper erleben kann.

2) von den Begierden fliehen

Als Petrus schreibt, dass Gott es will, dass wir Teilhaber seiner göttlichen Natur werden,
ergänzt er so:
FOLIE
2 Peter 1:4 NLB
… , denn ihr seid dem Verderben dieser verführerischen Welt entflohen.
Paulus sagt das gleiche zu Timotheus:
2 Timothy 2:22 LU17
22 Flieh die Begierden der Jugend! …
Es geht darum, dass wir all das was uns entmenschlich, all das was uns zur Sünde führt, all das was uns zum Bösen leitet … das was zum Verderben verflucht ist (Egoismus, Gewalt, Hochmut, Geiz, Sorgen, Liebe zum Geld … ) die Begierden dieser Welt … von dem ich weiß, ich allein kann sie nicht kontrollieren, dass ich mich von Dingen, die das alles in mir wecken kann, fern halte, wegfliehe, hinter mir lasse.
z.Bs.:
Wenn ich weiß, dass ich ein Problem mit Alkohol, dann vermeide ich die Gesellschaft von Menschen, die mit Alkohol strapazieren.
Wenn ich weiß, dass ich ein Problem mit Pornographie habe, dann blockiere ich den Zugang auf dem Handy auf bestimmte Websiten.
Wenn ich zu viel Zeit auf den Sozialen Medien verlieren, und ich verliere mich in meiner Zeit, dann lösche ich die App.
Wenn ich eine Tendenz zu Geldgier habe, dann übe ich bewusst Großzügigkeit.
Wenn ich mich zu viel Sorgen um die Kriege der Welt mache, so dass ich nicht mehr schlafen kann, und mich mit meinen Verwandten streite, weil sie eine andere politische Meinung habe als ich. Dann versuche ich weniger Nachrichten zu hören, und die Themen mit dem Verwandte meide. - Mindestens für eine Zeit, bis ich ohne mich zu ärgern darüber sprechen kann usw.
Herr seiner selbst zu werden ist eine harte Aufgabe.
Deshalb sagt Petrus: Bemüht euch nach Kräften … es passiert nicht von heute auf morgen. Es ist ein Prozess, wo wir uns von bestimmte Dinge fern halten sollen.
Denken wir an Josef, als Potiphars Frau versuchte, ihn zu verführen (1. Mose 39). Sie griff nach ihm, aber er floh. Das ist keine Feigheit. Das ist ein ehrlicher Umgang mit sich selbst. Ich weiß, hier und da bin ich schwach. ich halte mich fern. ich fliehe. Ich meide den Kontakt.
Ein Feigling, wie ein weiser alter Schriftsteller einmal sagte, sichert seine Zukunft auf Kosten seiner Ehre; Josef tat das Gegenteil.
Diese Flucht vor den fleischlichen Begierden ist nichts Negatives - wie viele heutzutage meinen – Begierde ist wie eine Droge. Wie alle Drogen verlangt sie immer mehr und gibt immer weniger. Sie richtet an der moralischen Integrität das an, was Krebs an den physischen Zellen anrichtet.
Selbsbeherrschung erfordert Nachdenken und Anstrengung.
Es geschieht nicht von selbst. Man muss es wollen; man muss sich dafür entscheiden. Man muss Verantwortung übernehmen.
Das dritte worauf wir achten sollen ergibt sich aus dem selben Vers:
2 Timothy 2:22 LU17
22 Flieh die Begierden der Jugend! Jage aber nach der Gerechtigkeit, dem Glauben, der Liebe, dem Frieden mit allen …

3) Aktiv das Gute suchen und tun

Paulus schreibt auch in …
Philippians 4:8 BB
8 … Achtet auf das, was wahr ist, würdig und gerecht, was rein ist, liebenswert und Lob verdient.
In zweiten Jahrhundert, entstand das Buch “Der Hirte des Hermas”. Es war ein Buch, das bis ins 4. Jahrhundert öffentlich in den Gemeinden vorgelesen wurde. Das Buch gibt uns einen Einblick in das Leben und in die Lehre der ersten Generationen von Christen.
In diesem Buch gibt es ein sehr interessanten Teil über Enthaltsamkeit:
“Die Enthaltsamkeit hat zwei Seiten: von einigen Dingen muss man sich nämlich enthalten, von anderen aber nicht."
Das Prinzip lautet: „Dem Bösen bleib fern und tu es nicht; vom Guten aber bleibe nicht weg, sondern tue es.“
Der Hirte nennt die Dinge von welchen ein Christ sich enthalten soll:
- Ehebruch und Hurerei - Maßloser Trunk - Sündhaftes Wohlleben und häufige Tafelgenüsse - Verschwendung des Reichtums - Prahlerei, Einbildung und Stolz - Lüge, Verleumdung und Heuchelei - Üble Nachrede und jegliche Lästerung - Diebstahl, Raub - Falsches Zeugnis - Gewinnsucht, böse Begierlichkeit - Trug, Eitelkeit
Dann ergänzt er: „Wer sich einlässt auf diese Dinge, kann nicht in Gott leben."
Es geht im Text dann weiter, und dann kommt eine Auflistung, von guten Dingen, von welchen ein Christ sich nicht enthalten soll:
Erstmal werden einigen Grundtugenden benannt: „Vor allem ist es der Glaube, die Furcht des Herrn, Liebe, Eintracht, gerechte Rede, Wahrheit, Geduld; etwas Besseres als dies gibt es nicht im Leben des Menschen."
und dann weiter eine Liste von praktischen Werken:
- Den Witwen beistehen - Waisen und Unglückliche besuchen - Die Diener Gottes aus Bedrängnis befreien - Gastfreundschaft üben - Mit niemand Feindschaft halten - In Ruhe leben - Sich kleiner machen als alle anderen - Das Alter ehren - Langmütig sein - Unrecht nicht nachtragen - Die im Glauben Strauchelnden nicht verstoßen, - Die Fehlenden zurechtweisen - Die Niedergeschlagenen trösten
Ich habe es euch aufgelistet, nur damit wir das Gespür bekommen, dass “Selbsbeherrschung/Enthalsamkeit” sehr weit gedacht wurde (Es ging nicht nur um Sex oder Unmoral). Es durchdringt alle Bereiche des Lebens:
Von der Sexualität, die Art und Weise wie ich mich ernähre, wie ich mit Besitz und Geld umgehe, wie gehe ich mit der Schöpfung um, bis hin wie ich mich für das Wohl von anderen Menschen engagiere.
Kernbotschaft: Christliche Selbstbeherrschung ist nicht nur passives Vermeiden des Bösen, sondern aktives Tun des Guten. Beide Aspekte sind notwendig für ein Leben in Gott.

DU

Was kannst du nun dagegen/dafür tun? Eine Herausforderung/Anwendung auf persönlicher Ebene.

MAIN POINT

Wenn du Impulse des Bösen in dir spürst, wer regiert in deinem Leben?
Wenn Faulheit, Hass, Unmoral, Gleichgültigkeit, Ängste oder anderen Begierden an der Tür klopfen … schaffst du es die Tür zuzuhalten?
Mögest du deine Schwächen erkennen und zugeben.
Zu Jesus kommen und dich von seinem Geist stärken lassen,
so dass, aus deinem Leben, das Gute, das Schöne, das Wohltuende wachsen kann, das Heilung und Gerechtigkeit bewirkt …
und nicht das Böse, mit hässliche Dornen, die Verletzungen und Ungerechtigkeit bewirken.
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