Wut & Mord | Genesis 4,1-26
Notes
Transcript
Folie 1
Einleitung
Einleitung
Staatliche Gewalt – Krieg, Pogrome, Revolutionen und „ethnische Säuberungen“ – war für den Tod von 125 Millionen Menschen im 20. Jahrhundert verantwortlich, mehr als der Staat in der gesamten Menschheitsgeschichte bis 1900 zu vernichten vermochte.
Und das 21. Jhd? Heute sterben mehr Kinder denn je durch die Hand ihrer misshandelnden Eltern. Die Tötung ungeborener Kinder nimmt zu, mit etwa 73 Millionen Abtreibungen pro Jahr.
Die Epstein-Files haben viele Abgründe gezeigt, die nur die spitze des Eisbergs von Machenschaften sind, die noch viel viel grausameres erahnen lassen.
Wir als Christen, die die Offenbarung von Gottes Wort besitzen – können diesen düsteren Realitäten nicht den Rücken kehren.
Heute befassen wir uns ein Stück weit mit diesen Abgründen.
Es geht um Genesis 4, in dem der Mord von Kain an Abel im Mittelpunkt steht.
Es handelt sich aber um weit mehr als nur um eine Aufzeichnung eines Tötungsdelikts.
Es geht um die Verdorbenheit und den Abstieg von Menschen die sich von Gott abwenden.
Es geht um den Weg Kains (Jud 11).
Es geht um die Frage, ob es außerhalb von Eden besser wird.
Gliederung
Gliederung
Aus dem Kapitel 4 habe ich heute Drei Punkte mitgebracht:
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Das bessere Opfer
Der bessere Schrei
Der bessere Weg
Wir haben ein ganzes Kapitel vor uns. D.h. nicht alles wird in der Tiefe behandelt.
Der Fokus liegt heute auf dem Mord.
Hauptteil
Hauptteil
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1. Das bessere Opfer (V. 1-8)
1. Das bessere Opfer (V. 1-8)
Obwohl sich Adam & Eva sich bereits außerhalb des Gartens befinden, beginnt dieser Bericht mit Optimismus:
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1 Und Adam erkannte seine Frau Eva; und sie wurde schwanger und gebar den Kain. Und sie sprach: Ich habe einen Mann erworben mit der Hilfe des Herrn! 2 Und weiter gebar sie seinen Bruder Abel. Und Abel wurde ein Schafhirte, Kain aber ein Ackerbauer.
Kain kommt zur Welt und Eva bircht in Jubel aus. Die erste Geburt eines Menschen überhaupt.
Sie nennt den Erstgeborenen Kain - bed. Erwerb - und sie wusste, dass sie das Gott zu verdanken hatte.
Eva glaubte Gott und dem Versprechen, dass einer aus ihr kommen wird, der der Schlange den Kopf zertreten wird (3,15).
Das war für sie bestimmt eine Neuentfachung des Glaubens.
Wir sammeln zur besseren Übersicht die Fakten in einer Tabelle:
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Und dann kam noch ein Junge: Abel - bed. Nichtigkeit. Sein Name wurde unbewusst ein Fingerzeig auf sein frühzeitiges Ableben.
Trotzdem war hier sicher erstmal die doppelte Familienfreude bemerkbar.
Das Leben geht erstmal weiter, auch außerhalb des Gartens...
Und so unterschiedlich wie Geschwister eben sind, tritt Kain in die Fußstapfen des Vaters als Ackerbauer und Abel wird Schafhirte.
Wir lesen weiter:
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3 Und es geschah nach geraumer Zeit, dass Kain dem Herrn ein Opfer darbrachte von den Früchten des Erdbodens. 4 Und auch Abel brachte ein Opfer dar von den Erstlingen seiner Schafe und von ihrem Fett. Und der Herr sah Abel und sein Opfer an; 5 aber Kain und sein Opfer sah er nicht an. Da wurde Kain sehr wütend, und sein Angesicht senkte sich.
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6 Und der Herr sprach zu Kain: Warum bist du so wütend, und warum senkt sich dein Angesicht? 7 Ist es nicht so: Wenn du Gutes tust, so darfst du dein Haupt erheben? Wenn du aber nicht Gutes tust, so lauert die Sünde vor der Tür, und ihr Verlangen ist auf dich gerichtet; du aber sollst über sie herrschen!
Wir finden hier zwei Brüder, mit zwei unterschiedlichen Berufen, die nach einer Zeit zwei unterschiedliche Opfer vor Gott bringen.
Und das führte zu einer Kriese.
Warum? Weil Gott das Opfer von Abel annahm, aber das von Kain nicht. Und das führte zu Wut und Hass bei Kain.
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Das was jetzt kommt ist wichtig: Wir müssen uns die Frage stellen, warum Gott das Opfer von Kain nicht angenommen hat, während er das Opfer Abels annahm!
Es gibt zwei Probleme mit dem Opfer von Kain - und diese Probleme sehen wir heute noch:
Abel gab die ERSTLINGE seiner Herde und das FETT davon. Kain gab nur “eine Gabe...” (V. 3-4)
Erstlinge & Fett abzugeben hat mit Vertrauen zu tun, dass Gott trotzdem versorgen wird, auch wenn man das Beste und Wertvollste abgibt.
Kain war gleichgültig, Abel war sorgfältig.
Kain behielt das Wertvolle für sich, Abel gab das Wertvollste ab.
Kain war geizig, Abel war großzügig.
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Kain gab das Erstbeste, Abel gab das Erste & Beste.
Allein schon in dieser hinsicht ist das Opfer von Abel weit besser.
Aber es gibt noch einen zweiten Punkt:
2. Abel opferte ein Blutopfer. Kain nicht.
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So, wie in der Bedeckung durch die Feigenblätter bei Adam und Eva kein Blut enthalten war, so ist auch im Opfer von Kain kein Blut enthalten. Auch hier kann Gott das nicht akzeptieren.
Gott musste Adam und Eva ein Fell eines toten Tieres anziehen, um sie annehmen zu können.
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Die Bibel sagt:
22b .… ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung.
Auch wenn Kain und Abel noch nicht im Zeitalter des Opferkults lebten, war das Konzept für sie schon längst klar. Es war eine Veranschaulichung.
Das Opfern eines Tieres auf dem Altar nahm die Sünde nicht wirklich weg aber veranschaulichte, was NOTWENDIG war, damit Sünde vergeben werden konnte: Tod und das Vergießen von Blut.
Bis zum Zeitpunkt, als Jesus am Kreuz von Golgatha starb, hat Gott die Sünde des Menschen durch das Sinnbild der Tieropfer quasi übersehen, so als sei sie schon ausgelöscht worden (Röm 3,25-26).
Das Prinzip des Blutopfers wirkt Stellvertretend, d.h. ein Leben für mein Leben, und es wirkt als Sühnung, d.h. das vergossene Blut bedeckt die Sünde des Menschen.
Daran hat Abel geglaubt und sich daran gehalten.
Das ist der zweite Punkt, warum Abels Opfer besser ist.
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Es heißt im NT in
4 Aufgrund des Glaubens brachte Abel ein besseres Opfer dar als Kain. Deshalb nahm Gott seine Gaben an und stellte ihm das Zeugnis aus, vor ihm bestehen zu können. Durch diesen ‹Glauben› redet er heute noch, obwohl er doch gestorben ist.
D.h. als Abel sein Blutopfer brachte war er wirklich gläubig, nicht wie Kain, obwohl er ja auch an Gott glaubte.
Zusammenfassend wird also folgende Grundlage sichtbar:
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Kain folgte seinen eigenen Ideen, wie er Gott gefallen würde. D.h. er vertraute seinen eigenen Werken vor Gott.
Abel aber folgte Gottes Idee, wie er von Ihm angenommen werden würde. D.h er vertraute Gott. Kain war Selbstgerecht, Abel suchte die Gerechtigkeit Gottes.
Kain kam zu Gott zu seinen selbst festgelegten Bedingungen, Abel aber zu Gottes Bedingungen.
Sowohl in der Herzenshaltung als auch in der Tat.
Kains Opfer war kein Opfer des Glaubens. Er nahm sich heraus, selbst zu bestimmen, was sein Opfer sein sollte. Er war der Herr seines eigenen Herzens.
Gott müsste ihn und sein Opfer so annehmen, wie es war - das war seine Erwartung.
Kains Geist war hochmütig, Abels war demütig.
Kain glaubte an Gott, aber Abel glaubte nicht nur an Gott sondern glaubte Gott auch.
Es reicht nicht nur an Gott zu glauben. Man muss Gott auch glauben.
Die grundlegende Frage ist nicht, ob wir an einen Gott glauben, sondern ob wir an Gott glauben, Gott glauben, was er sagt und befiehlt.
So heißt es im Hebräerbrief:
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6 Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen; denn wer zu Gott kommt, muss glauben, dass er ist und dass er die belohnen wird, welche ihn suchen.
Kains Gottesdienst kam aus einer minderwertigen Einstellung und war von einer falschen Art.
Kain suchte nicht Gott sondern nur den Segen Gottes. Daher kam die Sünde der Wut.
Was bedeutet das alles für uns?
2 Dinge werden hier Sichtbar:
Damals blickte man nach vorn auf die Hoffnung des Retters. Wir blicken zurück auf Jesus den Retter.
Aber das Prinzip bleibt gleich, der echte Gottesdienst bleibt gleich.
Es gibt Menschen, die Gott suchen, aber sie blenden den aus, um den es geht - Jesus, der stellvertretende Retter. Wie Kain, der das Blutopfer verweigerte. Das geht aber nicht, das ist falscher Glaube. Gott setzt die Bedingung und die ist: NUR durch den Sohn! Wenn du Gott wirklich suchst und aufrichtig mit dir selbst umgehst, dann kommst du nicht um das Kreuz herum!
Gott gefällig leben geht nur aus dem Glauben an Jesu Blut.
Vielleicht denkst du jetzt: “Nun… das habe ich bereits verstanden und angenommen für mich, also ist alles gut!” - Es gibt aber eine Gefahr. Kain hat ja nicht nur das falsche Opfer gebracht, sondern auch noch eins mit einer minderwertigen Einstellung… er hat das Beste für sich behalten.
Das einzig vernünftige, vor Gott wohlgefällige Opfer für uns im NT, ist die Hingabe unseres ganzen Lebens (Röm 12,1). Solange du dich nicht ganz hingibst auf dem Altar für Gott, kann dein Gottesdienst Gott nicht gefallen.
Gott will dich ganz, nicht nur ein Stück von dir und Gott will dich allein durch Jesus.
Alles andere ist falsche Frömmigkeit bzw. Religion.
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„ [Sonst ist deine] Religion... ein Himmel ohne Sonne, ein Herd ohne Schlussstein, ein Kompass ohne Nadel, eine Uhr ohne Feder oder Gewichte, eine Lampe ohne Öl... Ich warne dich erneut: Hüte dich vor einer Religion ohne das Kreuz“ - J. C. Ryle
Das ist eine reale Gefahr: Das Kreuz zu verpassen oder es als billige Gnade anzunehmen.
Ich steige mit J. C. Ryle ein und warne dich: Hüte dich vor einer Religion ohne das Kreuz!
Das Kreuz Jeus als auch dein eigenes um Ihm nachzufolgen.
Gott akzeptiert dich nur unter seinen Bedingungen.
Die Folge bei Kain war: Er wurde wütend.
Auf wen?
Es war ein lodernder Groll gegen Gott, der sich zugleich gegen seinen rechtgläubigen Bruder Abel richtete.
Kains Hass war so intensiv, dass es sein Gesicht verzerrte. Niemand konnte es übersehen.
Und in diesem Zustand neigt sich Gott hilfereichend zu Ihm und redet mit ihm und will ihn durch Fragen helfen umzukehren - so wie schon bei Adam und Eva.
Kains Gesicht konnte sich noch in ein fröhliches verwandeln!
Er müsste nur auf gleiche Weise wie Abel zu Gott kommen. Seinen Gottesdienst überdenken.
Die Sünde des Unglaubens und der Wut war wie ein Tier in ihm, der ihn irgendwann zugrunde richten würde. Er muss sie beherrschen (Jak 1,14-15).
Aber Kain antwortete Gott nicht einmal - er schmollte weiter nur vor sich hin.
Seine Religion bliebt ohne das Kreuz.
Und weil er in seiner Wut weiter schmollte würde die Sünde irgenwann den Tod gebären.
Denn weiter heißt es:
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8 Und Kain redete mit seinem Bruder Abel; und es geschah, als sie auf dem Feld waren, da erhob sich Kain gegen seinen Bruder Abel und schlug ihn tot.
Hier sehen wir eine schlichte Beschreibung seines Tötungsaktes.
Es handelt sich um einen eiskalten Mord, aber nicht nur Mord, sondern Brudermord.
Kains kleiner Bruder! Er sah ihm sicher sehr ähnlich (Oft verwechseln Leute meinen Bruder mit mir). Das selbe Fleisch. Abels Augen spiegelten seine eignen.
Es gab noch keine Waffen oder Bomben, die den Mord unpersönlich machten.
Er lies seiner Wut freien lauf in einem Rausch von Boshaftigkeit.
Er wusste genau was er tat.
Sein junger Bruder war ein guter Mann, ein „gerechter“ Mann. Jesus würde ihn sogar einen seiner Propheten nennen (vgl. Lukas 11,50f.).
Doch Kain tötete ihn mit seinen eigenen blutigen Händen.
Was kann der Grund für so ein Mord sein?
Es war der selbe Grund, als man Jesus tötete.
Wer könnte Jesus hassen und wütend auf ihn sein?
Es waren und sind immer die, die nur oberflächlich Glauben.
Sie schauen neidisch und missgünstig und hassend auf die, die inmitten ihrer Leiden echten Frieden mit Gott haben.
Es ist Hass gegen denjenigen der von Gott begünstig wurde.
Und warum wurde Abel nochmal von Gott begünstigt?
Nicht weil Abel fehlerlos war, sondern weil er sich hinter ein fehlerloses Opfer stellte.
Und warum wurde Jesus von Gott begünstig? Weil er das fehlerlose Lamm Gottes von Grundlegung der Welt an war.
Und solche Personen werden von äußerlich religiösen Menschen zutiefst gehasst!
Das Muster zeigt sich von Kain über die Propheten des AT, an Jesus, an Stephanus, bis in unsere Zeit: Der Weg Kains:
Das ist äußerliche Religion.
Äußerlich religiöse Menschen hassen die Lehre, die den Menschen klein macht und Gott groß.
Daher hassen äußerlich religiöse Menschen die, die sagen: “Allein durch Glauben und allein durch das stellvertretende Opfer Jesu.”
Desshalb töten die, die auf dem Weg des Kains unterwegs sind die, die nach der Weise Abels leben.
Einige der schlimmsten Verfolgungen kommt aus dem Inneren. Die religiöse Elite waren Jesu Hauptverfolger, und im Mittelalter verfolgte die römisch-katholische Kirche diejenigen, die die reine Wahrheit erkannt hatten.
Verfolgung geht sehr oft von Namenschristen aus, schaut euch mal die Täuferbewegung an.
Und heute?
Neubekehrte erzählen oft, dass sie weit mehr Widerstand von angeblichen Christen erfahren haben als von der Welt. Kennst du das?
Nominelles, formales, gesetzliches Christentum ist oft der größte Feind des biblischen Glaubens.
Hier eine Warnung an uns:
Johannes, der Apostel, sagt an einer Stelle (1.Joh 3,12), dass es für uns Christen möglich ist, wie Kain zu sein.
Es gibt für uns also die reale Möglichkeit wie Kain zu sein… oft nicht in der Heftigkeit eines Mordes, sondern auf subtilere Art und Weise.
Wo und wie kann das geschehen?
Es geschieht immer zuerst im Inneren:
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„Unser menschliches Herz, das in irgendeiner Weise unzulänglich ist, ärgert sich so leicht über Menschen, die dort Fortschritte machen, wo wir versagen.“ – John Piper
Wo wir versagen und sehen, dass andere darin nicht versagen. Wo wir jemanden sehen, der mit Gaben und Ehren begünstig ist, die wir nicht besitzen, oder der uns im Weg steht oder der uns beleidigt hat.
Neid, Wut, Hass frisst sich wie ein Krebsgeschwür in unsere Herzen.
Bist du vllt. jemand der in seinem Herzen schon jemanden ermordet oder verflucht hat?
Wenn du Wut in dir hast, wenn du jemanden hasst, wenn du dir wünschst, dass der oder der einfach tot sein sollte, wenn du neidisch & missbilligend auf deinen Bruder/deine Schwester blickst, weil er/sie etwas besser macht als du … all das kommt, wenn der Blick schon lang nicht mehr auf Jesus gerichtet ist und der Gottesdienst selbstbezogen ist - wie bei Kain.
Das ist eine sehr gefährliche und ernste Lage! Hass zählt für Gott schon als Mord!
Die einzige Hoffnung für dich liegt nur in einer echten Umkehr zu Gott!
Und das will Gott jetzt Kain auch klar machen:
Der zweite Punkt:
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2. Der bessere Schrei (V. 9-16)
2. Der bessere Schrei (V. 9-16)
Gott sieht den Mord und spricht nochmal mit Kain:
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9 Da sprach der Herr zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er antwortete: Ich weiß es nicht! Soll ich meines Bruders Hüter sein? 10 Er aber sprach: Was hast du getan? Horch! Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von dem Erdboden!
Gott ist so gnädig, so wie nach dem Sündenfall bei Adam, so kommt Gott auch hier fragend, damit Kain die Möglichkeit hat seine Schuld einzugestehen…
“Wo ist dein Bruder?”
Kains Gewissen ist aber tot. Er lügt erstmal: “Ich weiß es nicht!”
Und dann antwortet er noch bösartig sarkastisch: “Soll ich meines Bruders Hüter sein?”
Sein Bruder war Hüter der Schafe - soll ich des “Hirten Hirte” sein?
Er macht sich ein Witz daraus. Man sagt oft: “Witz ist die Zuflucht des Mörders.”
Sein Herz ist absolut verhärtet...
Hier machen sich die Abgründe des Herzens der Menschen auf. Deswegen muss Gott ihn direkt konfrontieren: “Kain, höst du nicht wie das Blut deines Bruders zu mir schreit?”
“Kain, den, den du zum Schweigen bringen wolltest, er schreit zu mir! Vergeltung! Gerechtigkeit!”
“Kain hörst du es nicht? Die Erde kann es nicht bedecken! Da wächst kein Gras drüber!”
Das Blut der Gerechten schreit laut zum Himmel und klagt beim Herrn des Lebens. Nach Vergeltung und Gerechtigkeit.
Die Seele des Ermordeten lebt also weiter, ewig.
Was heißt das für uns?
Ich komm hier nicht drumherum, ich muss das hier Thematisieren:
!!Das Blut der abgetriebenen Kinder schreit nach vergeltung!
!!Das Blut der Ermordeten, zu tode Misshandelten, schreit nach Gerechtigkeit!
!!Das Blut schreit nach Rache!
Und ich frag mich, wie viel Geschrei Gott noch aus dieser Erde anhören kann...
Ich will das jetzt wirklich in Wahrheit und Liebe sagen:
Ich kenne dich nicht, ich weiß nicht, ob du jemals abgetrieben hast, oder jemanden genötigt hast, es zu tun, oder ob du ein anderen Mord auf dem Gewissen hast…
Vielleicht hört es jemand im Livestram, der es hören muss oder auch hier bei uns…
Die Stimme des Blutes, das an deinen Händen klebt, schreit zu Gott!
Und wenn dein Gewissen dich verklagt und du verzweifelst, bitte ich dich, dass du mir jetzt weiter zuhörst:
Das Blut schreit zu Gott… aber:
Es gibt Blut, das besser schreit als das von Abel! Es ist das Blut Jesu!
Die Schrift sagt uns, dass wenn wir zu Christus kommen, wir,
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24 zu Jesus [kommen], dem Mittler eines neuen Bundes; und zum Blut der Besprengung, das besser redet als das Blut Abels.
was das bedeutet hat der Kirchenvater Erasmus so gut erklärt:
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“Das Blut Abels schreit nach Vergeltung, das Blut Christi nach Vergebung.” - Erasmus
Es gibt die echte Möglichkeit für dich, das alles zu Jesus zu bringen! Gott will dir vergeben! Es gibt nichts, was du getan hast, was außerhalb der Reichweite von Gottes Vergebung ist!
Ob es wirklich ein Mord ist, eine Abtreibung ist oder auch der innere Mord an einen Menschen… Erkenne die Schuld und komm mit dieser Schuld zu Gott und er wird das nach Vergeltung schreiende Blut austauschen mit dem Blut Jesu, zur Vergebung deiner Schuld!
Mach es nicht wie Kain, der sich selbst verhärtete!
Denn sonnst bleibt die Schuld auf dir!
Es gibt Vergebung für Mörder!
Aber nur für die, die keinen Witz daraus machen, sondern sich unter die Hand Gottes und unter das Kreuz demütigen. Lass Jesus für dich reden.
Kain demütigte sich nicht - er war Reuelos.
Deswegen muss Gott strafen:
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11 Und nun sollst du verflucht sein von dem Erdboden hinweg, der seinen Mund aufgetan hat, um das Blut deines Bruders von deiner Hand zu empfangen! 12 Wenn du den Erdboden bebaust, soll er dir künftig seinen Ertrag nicht mehr geben; ruhelos und flüchtig sollst du sein auf der Erde!
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13 Und Kain sprach zum Herrn: Meine Strafe ist zu groß, als dass ich sie tragen könnte! 14 Siehe, du vertreibst mich heute vom Erdboden, und ich muss mich vor deinem Angesicht verbergen und ruhelos und flüchtig sein auf der Erde. Und es wird geschehen, dass mich totschlägt, wer mich findet!
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15 Da sprach der Herr zu ihm: Fürwahr, wer Kain totschlägt, der zieht sich siebenfache Rache zu! Und der Herr gab dem Kain ein Zeichen, damit ihn niemand erschlage, wenn er ihn fände. 16 Und Kain ging hinweg von dem Angesicht des Herrn und wohnte im Land Nod, östlich von Eden.
Gott spricht als erstes einen Fluch aus.
Das ist der erste Fluch, der einen Mensch trifft.
Er wurde ein Landstreicher. Seine Beziehung zu seiner Familie war zerstört. Er war ein lebenslanger Ausgestoßener. Die Erde wurde zu seinem Feind.
Und dann kommt etwas von Kain, was wir im Buch der Anfänge (Genesis) zum ersten mal sehen:
Bis jetzt hatten wir die erste Geburt, den ersten Bruder, das erste Opfer, den ersten Mord.
In Vers 13 sehen wir die erste Klage!
Der arme Kain zerbricht innerlich! Doch nicht, weil er Mitleid mit Abel und seinen Eltern empfand oder weil er gegen Gott gesündigt hätte.
Sein Schrei war ein Ausdruck von Angst und Selbstmitleid.
“Meine Strafe ist zu Groß” sagt er nur. Er hatte Angst vor einem Rächer:
Er, der Wolf, fürchtete selbst gefressen zu werden.
Adam und Eva würden noch viele Kinder kriegen, und die Lebensspanne war damals erheblich länger.
Kain wusste, dass mit der Ausbreitung der Zivilisation manche in seinem langen Leben Rache für Abels Blut nehmen würden. Er empfand Angst und Selbstmitleid, aber keine echte Reue.
Er ist und bleibt ein selbstmitleidiger, reueloser Brudermörder!
Wie steht es heute um uns?
Eine texanische Mutter wollte unbedingt, dass ihre Tochter in die Cheerleader-Mannschaft aufgenommen wird. Es gab aber eine Konkurrentin für ihre Tochter. Was war die Lösung für das Problem? Sie war bereit, einen Auftragsmörder zu engagieren, um die Mutter der Konkurrentin zu töten, mit der Hoffnung, dass durch den Tod der Mutter die dreizehnjährige Konkurrentin so überwältigt von Trauer sein würde, dass sie den Wettkampf um den Cheerleaderplatz aufgeben würde. Der Auftragsmord kostete 2.500 Dollar.
Das ist nur eine von tausenden Geschichten aus unserer Zeit.
Das sind wir Menschen, das Potential von Kain, das Potential dieser Mutter liegt in uns.
Und es entfaltet sich dann, wenn man der Sünde die Tür öffnet. Es gibt Dinge die einfach zu grausam sind, als das man sich auch nur daran erinnern will, das mal gehört oder gelesen zu haben...
Ich schätze, nicht viele, die mir heute zuhören, sind so drauf wie diese texanische Mutter...
Aber die Frage, die ich jetzt stellen will ist folgende:
Wie begegnest du solchen Menschen? Würdest du mit einem reulosen Mörder reden? Würdest du eine Ärtzin, die bekannt dafür ist, Abtreibungen durchzuführen, in dein Haus einladen um über das Evangelium zu reden?
Wieso frage ich das?
Schau in den Text… Gottes erstaunliche Gnade ist hier zu finden… in einer der dunkelsten Stunden der Genesis.
Er ließ Kain nicht im Stich, als er ein falsches Opfer darbrachte und redete auf ihn ein.
Er ließ ihn nicht im Stich, als er ihn auf den Mord hinweisen will.
Er ließ ihn nicht im Stich, als er selbstmitleidig und reuelos anfängt über seine Strafe zu meckern.
Er geht auf Kains Klage ein und setzt ihm ein Zeichen auf, das keiner Verwechseln konnte und jeden erinnern sollte: Wer ihn rächen wird, den wird Gott rächen.
Gott nahm Kain die Angst vor einem gewaltsamen Tod.
Kains Leben gehörte weiterhin Gott. Er trug Gottes Bild, so entstellt dieses Bild auch war.
Aber wie denken wir über bestialische Mörder?
Ich erinnere mich, wie nach dem 7.Oktober 2023, als palistinensische Terroristen in Israel eingedrungen sind und viele Menschen bestialisch gequält und ermordet haben, Netanjahu gesagt hat: “Das sind keine Menschen, das sind Tiere!”
… Doch, Netanjahu, das sind Menschen wie du und ich… und sie und du brauchen Jesus und eben für diese Menschen ist er gekommen!
Hat Kain Buße getan? Wahrscheinlich nicht.
Das NT spricht durchweg negativ von ihm.
Und doch wissen wir: Kain war niemals außerhalb der Reichweite der Gnade Gottes, auch danach nicht.
Schau mal auf dein Leben… wie oft bist du falsche Wege gegangen? Und wie Oft ist Gott dir nachgegangen?
Und wenn du jetzt auf das Leben anderer schaust? Die, die im Gängnis für Mord sitzten.. für Kindesmisbrauch, für Abscheuliches dass man nicht aussprechen will.. Wirst du sie annehmen können, wenn sie sich Gott zuwenden würden? Die Gemeinde von Korinth hatte zb. ehemalige Knabenschänder unter sich.
Das vergossene Blut Jesu ruft allen, die zu ihm kommen, Vergebung zu.
Es gibt Hoffnung für ALLE. Und wer wird ihnen von der Hoffnung erzählen, wenn nicht wir, wenn nicht du, wenn nicht ich? Das Blut Jesu redet besseres!
Und so entfernte sich Kain aus der erfahrbaren Gegenwart Gottes und zog weg.
Was nun? Adam und Eva litten doppelten Verlust mit dem Tod Abels und dem Wegzug Kains.
Adam und Eva sind doppelt getroffen: Der Tod Abels und der Verlust Kains. Wie soll denn der eine Nachkomme da der Schlange den Kopf zertreten?
Und was würde aus Kain werden?
Damit kommen wir zum dritten Punkt:
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3. Der bessere Weg (V. 17-26)
3. Der bessere Weg (V. 17-26)
Aus Zeitgründen werde ich die Verse 17-24 nicht lesen, sondern kurz erläutern:
Wir sehen da, dass Gott auch mit zerbrochenen Menschen weiter Geschichte schreibt:
Kain nimmt sich irgendwann eine Frau und bekommt Kinder...
Aber woher kam die Frau, fragen viele.
In Kapitel 5 lesen wir, dass Adam und Eva noch viele weitere Söhne und Töchter bekamen.
D.h. Geschwister heirateten damals noch untereinenader. Später zur Zeit Mose wurde das verboten (3. Mose 18).
Mutationen im Erbgut entstanden erst nach dem Sündenfall, schleichend über viele Generationen. D.h. bei den ersten Generationen gab es noch keine gefährlichen Mutationen.
Und so beginnt die Verbreitung der Menschheit… Die kainitische Zivilisation entsteht und das mit dem Mörder Kain als Familienvater…
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Wir beobachten hier im Text einen kulturellen Aufstieg bei gleichzeitigen moralischem Abstieg:
Kulturelle Fertigkeiten entwickeln sich, die an sich ja nicht schlecht sind:
Wir sehen es hier in der Nahrungsmittelproduktion, in der Musik und in der Handwerkstechnik
Alles schön und gut, aber wir wissen:
Jeder Fortschritt bringt auch das Potential für das Böse, wenn es ohne Gott begehrt wird.
Als ein Beispiel unserer Zeit dient die Kerntechnik:
Einerseits werden Heute Tausende von Leben durch diagnostische Verfahren gerettet, die nur durch die Kernmedizin möglich sind. Anderersets jedoch könnte eine Wasserstoffbombe in einem Augenblick mehr Menschen töten, als die Kernmedizin in einer Generation retten kann – und Generationen danach verstümmeln.
Das gilt für auch für alle anderen Kategorien…
Musik, Kunst, Medikamente...
Sie alle haben etwas gutes, aber welch große Macht bedeuten sie für die, die es fürs Böse missbrauchen wollen.
Der moralische Abstieg geht im Text weiter mit dem 6. nach Kain: Lamech:
Er nimt sich zwei Frauen, Polygamie, die nie von Gott erlaubt wurde.
Sein Sohn namens Tubal-Kain - Sein Name deutet auf einen Waffenschmied hin - Waffen für eskalierende Gewalt.
Er verherrlicht Gewalt, Er prahlt mit dem Mord an ein Kind, weil es ihn bloß verwundet hat. Er freut sich an Rache!
Die Ehe und das Leben verloren mit jeder weiteren Generation Kains an Wert.
Und diese alte Geschichte entfaltet sich mit immer größeren Wellen bis ins heutige 21. Jhd.
Das ist der Weg des Kains. Der Weg der Welt. Unserer Welt ohne Gott. Wer kann uns noch retten?
Trotzdem habe ich den 3.Punkt mit: Der “bessere Weg” benannt - wieso?
Wegen der letzten 2 Verse:
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25 Und Adam erkannte seine Frau nochmals; die gebar einen Sohn und nannte ihn Seth: »Denn Gott hat mir für Abel einen anderen Samen gesetzt, weil Kain ihn umgebracht hat«. 26 Und auch dem Seth wurde ein Sohn geboren, den nannte er Enosch. Damals fing man an, den Namen des Herrn anzurufen.
Mit Seth, dem dritten Sohn von Adam und Eva beginnt eine neue Hoffnungslinie, Aber hier hört man nichts mehr von Kains Linie.
Sein Name bedeutet “gegeben anstelle von”, Seth soll der stellvertretende Same für Abel sein. Ein Neuanfang!
Und als Seth seinen ersten Sohn Enosh bekam, fing man was an? “Den Namen des HERRN anzurufen.”
Dieser Beginn ist sehr bedeutend:
Kains Nachkommenschaft machte alles mögliche als erstes… Aber Seth und seine Nachkommen begünden als erstes die Anbetung.
Sie beteten an, und zwar den Erlösergott JHWH, so wie Abel es tat.
Und sie taten mehr, denn in den Schriften Moses bedeutet Anbeten „anrufen“ regelmäßig „ausrufen“ oder „verkünden“.
Die Idee ist, dass die Menschen begannen, von Gott zu reden, Menschen zur Umkehr zu rufen.
Inmitten einer immer schlimmer werdenden Zivilisation gab es also wahre Anbeter.
Das war Gottes Volk. Deshalb ist es folgerichtig, dass sowohl Seth als auch Ensoch im Staummbaum Jesu vorkommen.
So endet dieser Abschnitt der Schrift mit einem Ruf der Hoffnung. Das ist der bessere Weg, der Weg Seths, der Weg zurück zu Gott.
Den Namen des Herrn anzurufen ist die einzige Hoffnung für unsere Kultur. Das ist die einzige Hoffnung für deine Seele. Das ist die einzige Hoffnung für die Gemeinde – den Namen des Herrn anzurufen, der Jesus Christus ist.
Und damit kommen wir zum Schluss:
Schluss
Schluss
Wir haben heute drei Dinge gesehen:
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1. Das bessere Opfer - Eigene Idee vs. Gottes Idee
2. Der bessere Schrei - Vergeltung vs. Vergebung
3. Der bessere Weg - Gottlosigkeit vs. Anbetung
Wir haben heute gesehen, dass Abel das bessere Opfer brachte, weil er nach Gottes Idee lebte, nicht wie Kain nach seinen eigenen Vorstellungen.
Lebst du nach deiner Definition von Glauben oder nach Gottes Definition?
2. Wir haben heute gesehen, dass es für jeden, der Blut an seinen Händen hat, echte volkommene Vergebung bei Gott gibt, denn das Blut Jesu redet besser.
Lebst du in Blutschuld oder lässt du Jesu Blut für dich reden?
3. Und wir haben heute gesehen, dass die einzige Hoffnung für unsere gottlose Zivilisation der bessere Weg der Anbetung Gottes ist.
Lebst du Gottlos in dieser gefallenen Zivilisation oder gehörst du schon zum Volk Gottes, das seinen Namen verkündet, den Namen Jesus Christus?
Möge Gott uns im Nachdenken und Anwenden segnen!
Amen.
