Von Jesus lernen, … genau hinzuschauen
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Von Jesus lernen, … genau hinzuschauen
Von Jesus lernen, … genau hinzuschauen
Liebe Gemeinde,
wir sehen heute unendlich viel.
Wir sehen Nachrichten, Bilder, Termine, Gesichter, Bildschirme, Überschriften, Benachrichtigungen. Unsere Augen sind ständig beschäftigt. Und trotzdem passiert etwas Merkwürdiges: Wir sehen viel – und nehmen wenig wahr.
Leider ist das gerade auch durch Social Media so, dass das noch schlimmer wird.
Wir gehen an Menschen vorbei und merken nicht, wie müde sie sind.
Wir hören ein „Es geht schon“ – und spüren nicht, dass da eigentlich ein stiller Hilferuf dahinterliegt.
Wir schauen in den Spiegel – und sehen manchmal vor allem das, was nicht genügt.
Wir schauen auf unser Leben – und sehen zuerst die Baustellen, die Sorgen, die offenen Fragen.
Man kann offene Augen haben und doch blind sein für das Wesentliche.
Genau da setzt Gottes Wort an. Der Hebräerbrief ruft uns nicht zuerst zu mehr Aktivität auf, sondern zu einer neuen Blickrichtung. In Hebräer 12,1–2 heißt es: Wir sollen hinschauen auf Jesus. Und in Hebräer 3,1 werden wir aufgefordert, auf Jesus zu sehen, den Gesandten Gottes und den Hohenpriester unseres Bekenntnisses.
Das ist mehr als ein frommer Rat. Das ist eine Einladung in eine neue Sehschule.
Es geht nicht nur darum, Jesus anzuschauen.
Es geht darum, von Jesus zu lernen, wie man schaut.
Denn worauf ich blicke, das prägt mich.
Worauf ich mich innerlich fixiere, das bestimmt mein Denken, mein Fühlen und mein Handeln.
Wenn ich nur auf meine Sorgen schaue, werden sie riesig.
Wenn ich nur auf meine Schuld schaue, werde ich eng.
Wenn ich nur auf das starre, was andere von mir denken, werde ich abhängig.
Aber wenn ich auf Jesus schaue, verändert sich mein Blick – und mit ihm mein Herz.
Darum geht es heute:
Von Jesus lernen, genau hinzuschauen.
1. Zuerst auf Jesus sehen: Der Blick braucht eine neue Mitte
1. Zuerst auf Jesus sehen: Der Blick braucht eine neue Mitte
(Hebräer 12,1–2; Hebräer 3,1)
Der Hebräerbrief ist erstaunlich nüchtern und zugleich tröstlich. Er sagt nicht: Reiß dich zusammen.
Er sagt nicht: Sei endlich stärker im Glauben.
Er sagt auch nicht: Blende die Schwierigkeiten aus.
Sondern: Schaut auf Jesus (Hebräer 12,1–2).
1 Wir sind also von einer großen Menge von Zeugen
wie von einer Wolke umgeben.
Darum lasst uns alle Last abwerfen,
besonders die der Sünde,
in die wir uns so leicht verstricken.
Dann können wir mit Ausdauer
in den Kampf ziehen, der vor uns liegt.
2 Dabei wollen wir den Blick auf Jesus richten.
Er ist uns im Glauben vorausgegangen
und wird ihn auch zur Vollendung führen.
Er hat das Kreuz auf sich genommen
und der Schande keine Beachtung geschenkt.
Dies tat er wegen der großen Freude, die vor ihm lag:
Er sitzt auf der rechten Seite von Gottes Thron.
Dort wird Jesus beschrieben als der, der uns im Glauben vorausgegangen ist und ihn zur Vollendung bringt. Er hat das Kreuz ertragen. Er hat die Schande nicht gescheut. Und jetzt sitzt er zur Rechten Gottes (Hebräer 12,2). Das heißt: Wir schauen nicht auf einen, der schlaue Ratschläge vom Rand gibt. Wir schauen auf den, der den Weg selbst gegangen ist – durch Leiden, durch Anfechtung, durch Hingabe hindurch.
Und Hebräer 3,1 vertieft das noch: Jesus ist der Apostel, also der Gesandte Gottes. Und er ist der Hohepriester, der für uns eintritt. In Jesus kommt Gott auf uns zu. Und in Jesus nimmt Gott uns an.
Darum seht auf Jesus, ihr Brüder und Schwestern!
Denn ihr habt ja als Heilige teil
an der Berufung in die himmlische Welt.
Jesus ist der Vermittler und der Hohepriester,
zu dem wir uns bekennen.
Das ist wichtig, weil viele von uns einen zerrissenen Blick haben.
Ein Teil von uns schaut ständig zurück: auf alte Verletzungen, alte Fehler, alte Enttäuschungen.
Ein anderer Teil schaut ängstlich nach vorn: Was wird werden? Wie geht das aus? Halte ich das durch?
Und dann gibt es noch diesen Teil in uns, der immer auf sich selbst schaut: Reiche ich? Genüge ich? Bin ich gut genug? Geistlich genug? Stark genug?
Und in diese innere Unruhe spricht das Evangelium:
Gib deinem Blick eine neue Mitte.
Nicht deine Angst.
Nicht dein Versagen.
Nicht dein Mangel.
Nicht einmal dein frommes Bemühen.
Sondern Jesus Christus.
Christlicher Glaube beginnt nicht mit Selbstoptimierung.
Er beginnt mit einer Neuausrichtung. Mit einer Neuausrichtung auf Jesus hin.
Vielleicht braucht jemand heute genau diesen einfachen Satz:
Du musst nicht zuerst alles ordnen, um auf Jesus sehen zu dürfen.
Du darfst zuerst auf Jesus sehen – und von dort her wird dein Leben neu geordnet.
Vielleicht ist das für manche von uns schon die geistliche Übung dieser Woche:
am Morgen nicht als Erstes ins Handy zu schauen,
nicht als Erstes auf die Sorgen,
nicht als Erstes auf das, was drängt und treibt,
sondern einen Moment still zu werden und zu sagen:
Herr Jesus Christus, heute richte ich meinen Blick auf dich.
Denn genau hinschauen beginnt damit, dass unser Blick eine neue Mitte bekommt.
2. Mit Jesus Menschen sehen: Nicht aneinander vorbeileben
2. Mit Jesus Menschen sehen: Nicht aneinander vorbeileben
(Lukas 19,1–10; Markus 5,25–34; Markus 12,41–44)
Wenn wir auf Jesus sehen, lernen wir nicht nur, wohin unser Blick gehen soll.
Wir lernen auch, wie Jesus sieht.
Und da fällt auf: Jesus sieht anders als wir.
Wir Menschen sehen oft zuerst das Äußere.
Wir sehen Rollen, Verhalten, Auftreten, Sympathie, Leistung.
Wir sehen, wer uns angenehm ist und wer uns anstrengend erscheint.
Wir sehen schnell – und urteilen schnell.
Jesus aber sieht tiefer.
In Lukas 19,1–10 wird von Zachäus erzählt. Ein kleiner Mann, Zöllner, nicht beliebt, eher einer, den man innerlich schon einsortiert hatte. Er klettert auf einen Baum, um Jesus zu sehen. Und dann geschieht das Überraschende: Nicht nur Zachäus sieht Jesus – Jesus sieht Zachäus. In Lukas 19,5 bleibt Jesus stehen, blickt hinauf und spricht ihn an: „Zachäus, komm schnell herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren.“
Alle anderen sehen vielleicht einen fragwürdigen Mann auf einem Ast.
Jesus sieht einen Menschen, der gesucht hat.
Einen Menschen, der gefunden werden will.
Einen Menschen, in dessen Leben heute Heil einkehren soll.
Oder denken wir an die blutflüssige Frau in Markus 5,25–34. Sie ist eine unter vielen. Da ist Gedränge, Bewegung, Unruhe. Eigentlich ein Moment, in dem jede einzelne Person in der Masse untergeht. Aber als sie Jesus berührt, merkt er es. In Markus 5,30 heißt es, dass Jesus sofort spürt, dass Kraft von ihm ausgegangen ist. Und in Markus 5,32 blickt er sich um, um zu sehen, wer das getan hat.
Jesus nimmt wahr, was andere übersehen.
Er bemerkt den Glauben, der sich vorsichtig tastend an ihn hält.
Er sieht die Not inmitten der Menge.
Und dann ist da noch die arme Witwe in Markus 12,41–44. Viele werfen Geld in den Opferkasten. Manche viel. Vielleicht eindrucksvoll. Vielleicht sichtbar. Vielleicht bewundert. Aber Jesus sieht eine Witwe, die zwei kleine Münzen gibt. Und er sagt: Diese Frau hat mehr gegeben als alle anderen (Markus 12,43–44). Warum? Weil Jesus nicht nur die Summe sieht, sondern das Herz.
Das ist typisch für Jesus.
Er sieht nicht nur Menschenmengen – er sieht den Einzelnen.
Er sieht nicht nur Verhalten – er sieht Sehnsucht, Scham, Wunden, Hoffnung.
Er sieht nicht nur das Offensichtliche – er sieht tiefer.
Und genau das können wir von ihm lernen.
Denn wie oft leben wir auch in der Gemeinde aneinander vorbei.
Wir kennen uns vom Sehen, aber wir sehen uns nicht wirklich.
Da sitzt jemand seit Wochen stiller da als sonst.
Da kommt jemand nur noch unregelmäßig.
Da lächelt jemand – aber die Augen erzählen etwas anderes.
Da zieht sich einer zurück, nicht weil ihm alles egal geworden ist, sondern weil ihm gerade die Kraft fehlt.
Von Jesus lernen, genau hinzuschauen, heißt:
Nicht zuerst urteilen, sondern wahrnehmen.
Nicht vorschnell einsortieren, sondern fragen: Was trägt dieser Mensch gerade?
Nicht nur die Lauten hören, sondern auch die Leisen.
Nicht nur die Starken bewundern, sondern die Übersehenen beachten.
Nächstenliebe beginnt oft nicht mit einer großen Tat.
Sie beginnt mit einem anderen Blick.
Und es ist wichtig: Jesus schaut Menschen nie so an, dass sie kleiner werden.
Er schaut sie so an, dass Wahrheit und Gnade zusammenkommen.
Er sieht klar – aber nicht kalt.
Er sieht tief – aber nicht hart.
Er sieht die Not – und gibt Würde zurück.
Darum gehört zur Predigt heute auch diese Frage:
Wie sehen wir einander an?
Mit Neugier? Mit Urteil? Mit Gleichgültigkeit?
Oder mit einem Blick, der von Jesus gelernt hat?
3. Gottes Spuren sehen: Das Reich wächst oft leise
3. Gottes Spuren sehen: Das Reich wächst oft leise
(Psalm 123,1–2; Psalm 34,6; vgl. Lukas 17,20–21)
Von Jesus lernen, genau hinzuschauen, heißt nicht nur: auf ihn schauen und Menschen neu sehen.
Es heißt auch: Gottes Wirken im Alltag wahrnehmen.
Denn viele von uns erwarten Gottes Gegenwart vor allem im Großen und Eindeutigen.
Wenn Gott handelt, dann – so denken wir – müsste es doch spektakulär sein:
ein sichtbares Wunder,
eine sofortige Lösung,
ein eindeutiges Zeichen,
eine schnelle Wende.
Aber Jesus redet vom Reich Gottes oft ganz anders. In Lukas 17,20–21 macht er deutlich, dass das Reich Gottes nicht einfach so kommt, dass man es äußerlich berechnen oder vermessen könnte. Gottes Reich wächst anders: verborgen, leise, von innen nach außen.
Dazu passen die Psalmen wunderbar.
In Psalm 123,1–2 heißt es:
„Ich hebe meine Augen auf zu dir, der du im Himmel thronst.“
Und dann folgt dieses Bild: wie Knechte auf die Hand ihres Herrn sehen, wie die Magd auf die Hand ihrer Herrin – so sehen unsere Augen auf den Herrn.
Das ist ein starkes Bild.
Da schaut einer aufmerksam, erwartungsvoll, abhängig.
Nicht flüchtig. Nicht nebenbei. Nicht ungeduldig.
Sondern so, wie jemand schaut, der weiß: Von dort kommt, was ich brauche.
So ein Blick fehlt uns oft.
Wir schauen oft nur kurz zu Gott – und dann wieder sofort auf alles andere.
Oder wir schauen mit Ungeduld: Herr, warum tust du jetzt nichts?
Warum ist es noch nicht anders?
Warum ist die Antwort nicht längst da?
Psalm 123 lehrt uns eine andere Haltung:
dranbleiben, aufblicken, erwarten, wach bleiben.
Und dann kommt Psalm 34,6 dazu:
„Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude, und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden.“
Merken wir, was da steht?
Da steht nicht: Die auf ihn sehen, haben keine Probleme mehr.
Da steht nicht: Die auf ihn sehen, werden von allem Schweren verschont.
Sondern: Wer auf ihn schaut, wird innerlich verwandelt.
Da kommt Licht in ein Gesicht, obwohl nicht alles leicht ist.
Da kommt Hoffnung in ein Herz, obwohl nicht alle Fragen beantwortet sind.
Da kommt Würde zurück, obwohl ein Mensch angefochten bleibt.
Warum? Weil der Blick auf Gott uns verändert.
Viele übersehen Gottes Wirken nicht deshalb, weil Gott nicht da wäre.
Sondern weil wir so auf das Laute trainiert sind.
Auf das Schnelle.
Auf das Dramatische.
Auf das, was sich sofort messen lässt.
Aber Gottes Reich wächst oft leise.
In einem Gespräch, das nicht perfekt war, aber ehrlich.
In einer Versöhnung, die Kraft gekostet hat.
In einer Träne, die endlich geweint wurde.
In einem Wort der Vergebung.
In einem Lied, das durch eine dunkle Woche trägt.
In einer alten Bibelstelle, die auf einmal neu ins Herz fällt.
Von Jesus lernen, genau hinzuschauen, heißt deshalb auch:
Wo sind heute Spuren Gottes in meinem Alltag?
Wo tröstet er?
Wo korrigiert er?
Wo hält er mich?
Wo wächst etwas, das noch unscheinbar aussieht, aber von ihm her kommt?
Wer so schauen lernt, wird nicht naiv.
Aber dankbarer.
Wacher.
Und innerlich heller.
4. Auf den Erhöhten sehen: Der Blick, der rettet
4. Auf den Erhöhten sehen: Der Blick, der rettet
(Johannes 3,14–15; 4. Mose 21,4–9)
Und jetzt kommen wir zum Zentrum.
Denn christliches Hinschauen endet nicht bei besserer Wahrnehmung.
Es endet bei Christus selbst – beim Gekreuzigten und Auferstandenen.
In Johannes 3,14–15 sagt Jesus zu Nikodemus:
„Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben hat.“
Jesus erinnert damit an die Geschichte aus 4. Mose 21,4–9. Das Volk Israel ist in Not. Schlangen bedrohen die Menschen. Und Gott gibt Mose den Auftrag, eine bronzene Schlange aufzurichten. Wer aufblickt, bleibt am Leben.
Jesus sagt: Genau das weist auf mich hin.
So wie damals der Blick auf das aufgerichtete Zeichen Rettung brachte, so bringt heute der Blick auf den erhöhten Christus Leben.
Hier wird klar: Genau hinschauen heißt nicht nur, religiös aufmerksam zu sein.
Es heißt, die eigene Not nicht länger zu verdrängen.
Es heißt, ehrlich zu werden.
Es heißt zuzugeben: Ich brauche Rettung.
Ich brauche Gnade.
Ich brauche mehr als gute Gedanken, mehr als ein bisschen Orientierung, mehr als moralische Verbesserung.
Ich brauche Jesus.
Das fällt uns schwer.
Wir möchten stark wirken.
Wir möchten unser Leben gern im Griff haben.
Wir möchten nicht bedürftig erscheinen.
Und manchmal tragen wir sogar unseren Glauben so vor uns her, als seien wir im Grunde ganz ordentlich unterwegs und bräuchten nur noch ein wenig geistliche Unterstützung.
Aber der Blick auf den erhöhten Christus nimmt uns diese Illusion.
Vor dem Kreuz kann niemand so tun, als brauche er keine Gnade.
Darum ist der rettende Blick immer ein ehrlicher Blick.
Ein Blick, der sagt:
Herr, ich bringe dir meine Schuld.
Meine Angst.
Meine Scham.
Meine Verhärtung.
Mein Misstrauen.
Meine Unfähigkeit, mich selbst zu retten.
Und genau dort geschieht das Wunder:
Wer auf Christus sieht, wird nicht abgewiesen.
Denn Jesus ist nicht nur der, den wir ansehen.
Er ist der, der für uns gestorben ist.
Er ist der, der das Kreuz getragen hat.
Er ist der, der unsere Schuld auf sich genommen hat.
Er ist der, der erhöht wurde, damit wir leben.
Darum rettet der Blick auf Christus nicht magisch, nicht automatisch, nicht oberflächlich – sondern als Blick des Glaubens.
Als Vertrauen.
Als Übergabe.
Als: Herr, ich halte mich an dich.
Und dann bekommt auch Psalm 34,6 seine ganze Tiefe:
„Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude.“
Warum?
Nicht weil das Leben plötzlich leicht wäre.
Sondern weil der, auf den wir schauen, unser Leben in seinen Händen hält.
Weil in Jesus Vergebung wirklich Vergebung ist.
Weil in Jesus Gottes Ja über unserem Leben steht.
Weil in Jesus Zukunft aufgeht – nicht erst am Ende, sondern schon jetzt.
Darum ist die Mitte des Glaubens nicht:
Schau mehr in dich hinein.
Sondern: Schau auf Christus.
Nicht: Werde dein eigener Retter.
Sondern: Vertraue dem, der für dich erhöht wurde.
Schluss: Herr, lehre uns sehen
Schluss: Herr, lehre uns sehen
(Hebräer 12,1–2; Psalm 34,6)
Liebe Gemeinde,
vielleicht nehmen wir heute vor allem diesen einen Gedanken mit:
Unser Blick ist nicht nebensächlich.
Er entscheidet mit darüber, wie wir leben.
Worauf schaue ich?
Woran hänge ich innerlich?
Wen übersehe ich?
Wo bin ich blind geworden für Gottes leises Wirken?
Und vor allem: Sehe ich auf Jesus?
Der Hebräerbrief sagt in Hebräer 12,1–2:
Wir sollen hinschauen auf Jesus.
Das ist keine einmalige Übung.
Das ist der Weg des Glaubens.
Mitten im Alltag.
Mitten in Sorgen.
Mitten in Anfechtungen.
Mitten in einer Welt voller Bilder und Stimmen.
Von Jesus lernen, genau hinzuschauen, heißt dann:
zuerst auf ihn sehen,
dann mit seinen Augen Menschen wahrnehmen,
Gottes Spuren im Alltag entdecken
und im Vertrauen auf den erhöhten Christus leben.
Vielleicht ist das unser Gebet für die kommende Woche:
Herr Jesus Christus,
heile meinen Blick.
Wo ich nur auf mich selbst starre, richte mich auf dich aus.
Wo ich an Menschen vorbeisehe, gib mir Liebe.
Wo ich dein Wirken übersehe, gib mir Aufmerksamkeit.
Wo ich vor Schuld und Scham fliehen will, zieh meinen Blick auf dein Kreuz.
Lehre mich sehen.
Lehre mich glauben.
Lehre mich leben.
Denn wer von Jesus sehen lernt, wird die Welt nicht romantischer sehen, aber wahrhaftiger.
Er wird Menschen nicht naiver sehen, aber barmherziger.
Er wird sich selbst nicht schöner sehen, aber ehrlicher.
Und er wird Christus nicht nur als Thema sehen, sondern als den Herrn, der trägt, rettet und verwandelt.
Und dann gilt, was Psalm 34,6 verheißt:
Wer auf ihn schaut, wird nicht beschämt dastehen.
Amen.
