Woran erkenne ich eine Sekte / Irrlehre?

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Einleitung

Christliche Apologetik = Begründung und Verteidigung des Glaubens Rahmen aufzeichnen
Es gibt Strömungen und Personen, bei denen sehr offensichtlich ist, warum Apologetik wichtig ist:
Wenn Atheisten die historische Glaubwürdigkeit oder die moralischen Werte der Bibel infrage stellen.
Wenn Muslime argumentieren, dass die Bibel verfälscht wurde und der Koran die letzte Offenbarung Gottes ist.
Kreuze außerhalb des Rahmens machen Uns ist intuitiv bewusst, dass manche Glaubensüberzeugungen nicht kompatibel sind mit dem christlichen Glauben. Und dass Atheisten, Muslime oder Esoteriker keine Christen sind. Und wenn wir da in einen Dialog gehen, in dem wir unseren Glauben gegenüber ihnen begründen, ist uns klar, es prallen hier gerade unsere christlichen und ihre nicht-christlichen Überzeugungen aufeinander. Aber was ist, wenn wir mit Menschen sprechen, die zwar an die Bibel als Autorität glauben, oder zumindest sagen es zu tun – aber zu radikal anderen Schlüssen kommen. So radikal andere Schlüsse, dass die Mehrheit der Kirchen und Christen sagen würden, dass sie sich damit außerhalb des Rahmens des Christentums befinden? Und damit auch keine Christen mehr sind? Es gibt schon seit Stunde 1 der Kirche verschiedene Gruppen und Personen, die aufgetreten sind und Glaubensformen und Überzeugungen vertreten haben, die außerhalb von dem lagen, was die Kirchen als “Orthodox” bezeichnet haben. Orthodox bedeutet “rechtgläubig”. Damit ist keine der orthodoxen Kirchen gemeint, sondern der theologische Rahmen mit dem man sich innerhalb oder außerhalb des christlichen Glaubens bewegt. Ich muss glaube ich keinem heute morgen erzählen, dass es unter Christen verschiedene theologische Überzeugungen gibt. Es gibt z.B. unterschiedliche Sichtweisen darüber, wie genau das Abendmahl einzunehmen ist, welche Rolle der Heilige Geist im Leben eines Christen einnimmt, was genau passiert bevor Jesus wieder kommt oder auch wie die Schöpfungsberichte zu verstehen sind.
Viele dieser Unterschiede sind reine Detailfragen, viele sind schon zentraler – aber bei den allermeisten Ansichten, in denen Christen sich unterscheiden, würde man anerkennen, dass der andere immer noch Christ ist. Aber ab wann verlässt man dann diesen Rahmen? Ab wann kann, darf oder sollte man sagen, dass jemand sich mit seiner Überzeugung außerhalb des Christentums bewegt? Und wer legt den Rahmen eigentlich fest? – Es gibt so viele Personen und Gruppen, die sich auf die Bibel berufen und jede von ihnen ist ja davon überzeugt, dass ihre Glaubenssicht die richtige ist, sonst würden Sie die ja nicht vertreten. Und woran erkennt man, dass eine Gruppe oder Lehre sich außerhalb des christlichen Rahmens bewegt? Was sind Red Flags? Über solche Punkte wollen wir heute morgen mal gemeinsam nachdenken und uns die Frage stellen: Woran erkenne ich eine Sekte / Irrlehre?

Begriff klären

Einige Leute haben ein Problem mit dem Begriff „Sekte“. Denn die Person, die ihn anwendet würde sich damit ja anmaßen, beurteilen zu können, wer ein richtiger Christ ist und wer nicht. Und den eigenen Glauben als den richtigen voraussetzen.
Häufig wird dann lieber der Begriff „neureligiöse Bewegung“ verwendet, um die Wertung heraus zu nehmen. Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass das eine neue Religion ist, ohne sie inhaltlich zu bewerten. —> Aber hier würde ich aus christlicher Sicht widersprechen. Ich kann verstehen, dass jemand der als Religionswissenschaftler an einer Universität arbeitet, zu einer weltanschaulichen Neutralität verpflichtet ist. Und darum, nicht sagen kann eine bestimmte Gruppe vertritt die “richtige” biblische Lehre und eine andere tut es nicht und ist darum eine Sekte. Aber als Christ bin ich nicht neutral. Ich glaube, dass es eine Wahrheit gibt und diese Wahrheit in Jesus sichtbar geworden ist. Er sagt von sich selbst er IST die Wahrheit (Joh 14,6). Deswegen habe ich kein Problem damit, zu sagen, dass eine Lehre und Überzeugung wahr oder unwahr ist. Das heißt nicht, dass wir als Christen als Heresy Hunter auftreten sollten, deren große Leidenschaft es ist, überall Leute zu suchen, denen man zeigen kann, wie falsch sie liegen. Die Wahrheit ist kein Dogma, das wir anderen mit der Bibel drüber hauen. Die Wahrheit ist eine Person, der wir begegnen können. Und unser Auftrag als Christen ist es, Menschen zu dieser Wahrheit in Person - Jesus Christus - einzuladen. Nicht wir haben die Wahrheit – die Wahrheit an uns. Aber wenn Jesus die Wahrheit ist, dann ist er in der Weise die Wahrheit, wie er sich selbst offenbart hat. Und dann sind falsche und verzerrte Vorstellungen von ihm eben nicht mehr wahr. Ich bin kein neutraler Religionswissenschaftler, sondern Nachfolger von Jesus Christus. Darum habe ich kein Problem damit auch eine theologische Bewertung zu machen und zu sagen, dass es Lehren gibt, die aufgrund des Maßstabs, der für mich zählt - Jesus Christus - unwahr sind. Andere vermeiden den Begriff “Sekten” und sprechen staddessen lieber von “konfliktträchtigen Gruppen” oder “religiösen Hochkontrollgruppen”. Die Bezeichnungen finde ich hilfreich, weil Sie einen Augenmerk auf etwas problematisches legen, was in vielen dieser Gruppen passiert: Überwachung / Druck / Kontrolle / Manipulation / Gemeinschaftsentzug etc. Bsp. Shincheonji – Gesicht & Name + Verbot mit ihnen zu sprechen. Zeugen Jehovas – “Getaufte Verkündiger” Kontaktverbot / Gemeinschaftsentzug. Selbst eigene Eltern. Häufig: Viel schlechtes Gewissen was gemacht wird. Viele Aufgaben. Bei SCJ 30h + mehr. Bsp. Michael Essen “Nur 10 Stunden am Tag”
All das steht im krassen Widerspruch zu dem, was uns die Bibel über die Berufung eines Christen sagt:

Galater 5,13

Eine wichtige Red Flag ist, wenn eine Gruppe uns unserer Berufung beraubt – Nämlich ein Leben in der Freiheit Gottes zu führen.
Ein gesunder Glaube setzt Menschen frei. Macht Menschen wieder heil. Lässt Sie seelisch stärker werden. Und mit mehr Freude, Zuversicht und Hoffnung durchs Leben gehen. Ein gesunder Glaube führt Menschen in eine innere Freiheit hinein. Wenn eine Gruppe Menschen aber nicht in Freiheit, sondern in ein System aus Angst, Druck und Kontrolle hineinführt, dann ist das eine offensichtliche und massive Red Flag. Wenn man nicht einander in Liebe begegnet, wie es hier beschrieben wird, sondern eine Gruppe zu einer Art Stasi 2.0 wird, in der man sich gegenseitig überwacht und kontrolliert, dann haben wir es nicht mehr mit einer biblischen Gemeinde zu tun – sondern mit einer Sekte. Wenn sich der ganze Glaube nur noch darüber definiert, was man darf und was nicht. Und wenn ein bestimmter Leiterkreis, einem bis in die tiefsten Winkel des Privatlebens reinredet – dann ist das kein gesunder biblischer Glaube mehr – sondern sektiererisch.
Und dieser Bereich ist ein Stück weit eine Spannung, wo es passieren kann, das man von verschiedenen Seiten vom Pferd fallen kann. Manche würden sagen: Es hat niemanden irgendetwas anzugehen, wie ich als Christ mein Leben lebe. Am Ende sieht Gott mein Herz und jegliche Ermahnung von Christen ist ein Reinreden in meine persönlichen Angelegenheiten. Aber die Bibel macht natürlich an vielen Stellen klare Aussagen darüber, wie wir unser Leben sollten, wenn wir Gott damit die Ehre geben wollen. Und Paulus warnt hier davor, Sünden zu begehen und uns damit rauszureden, dass Gott uns ja ein Leben in Freiheit schenken will. Christsein heißt Also – auch wenn ich Bezeichnungen wie “konfliktträchtige Gruppe” hilfreich finde, greifen sie für mich zu kurz, weil sie den Fokus auf die sozialen Merkmale vieler Sekten beschränken. Aus einer christlichen Sicht, geht es in der Bewertung einer Gruppe, aber natürlich auch um die theologischen Überzeugungen, die sie hat. Selbst wenn eine Gruppe all diese toxischen Merkmale nicht aufweist, kann Sie trotzdem theologische Inhalte vermitteln, mit denen sie sich außerhalb des christlichen Rahmens befindet.
Außerdem: Eine Gruppe kann theoretisch völlig gesund und biblisch unterwegs sein, aber trotzdem all diese toxischen Sektenmerkmale wie Kontrolle der Mitglieder etc. aufweisen. Deswegen ist der Begriff “Sekte” ein vielseitiger und je nachdem wer ihn verwendet, meint er damit etwas anderes. Auch in der Bibel finden wir den Begriff auf unterschiedliche Weise gebraucht -

Paulus Rede in Ephesus

Im Buch der Apostelgeschichte finden wir eine Rede, die Paulus an die Leiter einer Kirche in Ephesus gerichtet hat, bevor er von dort abgereist ist. Und in dieser Rede finden wir einige Guidelines, die uns helfen können Red Flags zu erkennen und einen Fokus auf einen gesunden biblischen Glauben zu bewahren.
Die wollen wir mal gemeinsam lesen:

28 Gebt Acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, die Gemeinde Gottes, zu deren Leitern euch der Heilige Geist eingesetzt hat. Sorgt für sie als gute Hirten; Gott hat sie ja durch das Blut seines eigenen Sohnes erworben. 29 Ich weiß, dass nach meinem Abschied reißende Wölfe bei euch eindringen und erbarmungslos unter der Herde wüten werden. 30 Sogar aus euren eigenen Reihen werden Männer auftreten, die die Wahrheit verdrehen, um die Jünger ´des Herrn` irrezuführen und auf ihre Seite zu ziehen. 31 Seid also wachsam und denkt daran, dass ich drei Jahre lang unermüdlich, Tag und Nacht, jedem Einzelnen von euch den rechten Weg gewiesen habe, und das oft genug unter Tränen.

32 Und nun vertraue ich euch Gott und der Botschaft von seiner Gnade an. Diese Botschaft hat die Macht, euch ´im Glauben` zu festigen, sodass ihr zusammen mit allen anderen, die zu Gottes heiligem Volk gehören, das ´ewige` Erbe erhaltet.

33 Nie war ich auf Silber oder Gold aus; keinen von euch habe ich je um Kleidung gebeten. 34 Seht hier meine Hände: Ihr könnt bestätigen, dass ich durch eigene Arbeit für alles gesorgt habe, was ich und meine Begleiter zum Leben brauchten. 35 Mit meiner ganzen Lebensführung habe ich euch gezeigt, dass wir Arbeit und Mühe nicht scheuen dürfen; denn dann können wir den Bedürftigen helfen, wie es unsere Aufgabe ist. Denkt immer an die Worte, die Jesus, der Herr, selbst gesagt hat: ›Auf dem Geben liegt ein größerer Segen als auf dem Nehmen.‹«

Vers 28-31
Paulus spricht hier in sehr klaren zu den Leitern der Gemeinde in Ephesus über falschen Lehrer. Er spricht von “reißenden Wölfen” die in der Herde wüten und die Leute geistlich zerfleischen. Noch drastischer kann man den Einfluss von Irrlehren eigentlich nicht ausdrücken.
Und das zeigt uns, wie ernst wir dieses Thema nehmen sollten und nicht einfach blind jedes Buch dass uns jemand in die Hand drückt und jede Predigt aus dem Internet in uns aufsaugen. Denn es geht nicht einfach nur darum, dass es manche Glaubensauffassungen gibt, die nicht dem Mainstream Christentum entsprechen. Es gibt Glaubensauffassungen, die uns von der Wahrheit über Gott wegbringen.
Die Gottes Charakter und seinen Heilsplan auf völlig verzerrte Weise darstellen. Und dabei zwar noch die selben Labels und Begriffe verwendet werden – aber damit etwas völlig anderes meinen. Und auch das ist ein wichtiges Merkmal von Sekten. Denn die potentiellen Irrlehrer in Ephesus und anderen Kirchen, über die Paulus hier spricht, sagen ja nicht “Wir predigen euch eine Irrlehre”, sondern wollen vermitteln, dass das was sie lehren tatsächlich biblisch ist.
Charles Swindoll hat hierzu mal einen guten Satz gesagt: “Sekten verwenden unser Vokabular, aber nicht unser Wörterbuch.” Damit meint er, dass christliche Sekten zwar die selben Begriffe verwenden wie Christen es tun, sie aber diese Begriffe völlig anders füllen: “Jesus ist Gott” – Würde ZJ / SCJler / Mormone genauso unterschreiben und man würde auf den ersten Blick denken man wäre auf einer Page. Aber was sie damit meinen ist: ZJ: Jesus ist “ein” Gott, so wie Satan auch als “Gott dieser Welt” in der Bibel bezeichnet wird SCJ: Jesus ist nicht der Schöpfergott. Mormonen: Jesus ist ein Gott neben vielen anderen Göttern (und der Halbbruder von Satan). und fordert sie auf, für die Herde Gottes zu sorgen. Er macht dabei klar, dass Irrlehren nicht nur einfach das Wort Gottes verdrehen, sondern dass sie damit Menschen von der Wahrheit abbringen können.
In dem Abschnitt sehen wir etwas, dass für unsere Frage, woran man Sekten und Irrlehren erkennen kann ganz wichtig ist: Nämlich die Struktur der frühen Kirche.
Manche präsentieren es so, als hätte es nach dem Jesus aufgetreten ist, in den ersten paar Jahrhunderten eine unüberschaubare Zahl christlicher Gruppierungen gegeben. Und dann im 4. Jahrhundert haben es manche von ihnen durch machtpolitische Verbindungen geschafft, ihre Sicht auf Jesus und die Bibel durchzusetzen. Und alle anderen Sichtweisen, die vielleicht ebenso legitim waren, oder die den “wahren Jesus” verkündigt hätten, die wurden dann unterdrückt. Aber wenn wir uns anschauen, was hier beschrieben wird, dann sehen wir, warum das nicht aufgeht. Paulus nennt hier, was der Maßstab ist, an dem Sie ihre Lehre ausrichten sollen. Wenn alle möglichen Leute in der Kirche auftreten werden und verschiedene Dinge über Jesus, über die die Dreieinigkeit, die Speisegesetze, ethische Fragen usw. lehren werden, dann gibt es einen Maßstab, anhand dessen Sie bestimmen können, ob etwas wahr oder falsch ist. Das war noch nicht das Neue Testament, dass wir heute haben. Denn das gab es ja noch gar nicht. Das wurde erst im Laufe des 1. Jahrhunderts geschrieben. Aber was ist dann der Maßstab? —> Das was Paulus ihnen 3 Jahre lang unermüdlich gepredigt hat – Vers 31. Der Maßstab ist, ob eine Glaubenslehre mit dem zusammenpasst, was die Apostel gelehrt haben. Jesus setzte Apostel ein, in seinem Namen und seiner Autorität zu lehren. Und ihre Lehre war der Maßstab für die frühe Kirche. Deswegen heißt es in Apg 2,43, dass die Christen in der Kirche in der Lehre der Apostel unterwiesen wurden. Paulus war zwar zu Lebzeit nicht mit Jesus unterwegs, hatte aber eine übernatürliche Begegnung mit ihm und wurde in den Apostelkreis mit aufgenommen. Und darum konnte er den Leitern der Kirche in Ephesus sagen: Denkt an die Lehre, die ich euch weitergegeben haben.
Wie wir hier sehen, gab es bereits ganz von Anfang an – während die Apostel noch lebten – eingesetzte Leiter, die dafür Sorge tragen sollten, dass die Glaubensüberzeugungen, die ihnen von den Apostel weitergegeben wurden, auch weiter so in der Kirche gepredigt werden. Es gab von Anfang an alle möglichen Lehren, die durch die christliche Landschaft gewabert sind. Aber es gab einen Maßstab, anhand dessen die Leiter einer Kirche entscheiden sollten, ob eine Glaubenslehre Jesus-Gemäß ist oder nicht.
Passt es mit dem zusammen, was die Apostel lehren – oder nicht? Wenn in Ephesus oder irgendeiner anderen Kirche damals jemand aufgetreten ist und behauptet hat als Christ müsste man bestimmte Speisegesetze einhalten – dann konnte ein Gemeindeleiter sagen: “Nein mein Lieber – die Apostel lehren aber was anderes.” Wenn jemand aufgetreten ist und sagte: “Jesus ist gar nicht Gott, er war nur ein Prophet” – konnte ein Gemeindeleiter sagen: “Nein mein Lieber – die Apostel lehren was anderes.”
Im 1. Jahrhundert war das also eine relativ klare Sache – Für die neugegründeten Kirchen und die zum Glauben gekommenen Christen war die Apostolische Lehre der Maßstab. Und jetzt wird es ein bisschen tricky. Denn wenn du heute mit einem Zeugen Jehovas sprichst, der nicht glaubt, dass Jesus Gott ist, dann würde der sagen: “Die Apostel haben gar nicht gelehrt, dass Jesus Gott ist. Das haben erst später dann Leute draus gemacht, die die Lehre von Jesus und den Aposteln verzerrt haben.” Die Mormonen, die glauben dass es viele Götter gibt, würden sagen, dass die Apostel das auch geglaubt haben. Und wenn du mit einem Mitglied einer koreanischen Endzeit-Sekte sprichst, würdest du von ihnen hören, dass das was Sie glauben genau das ist, was die Apostel damals in den Kirchen gelehrt haben. Ein Merkmal, das viele christliche Sekten nämlich verbindet, ist in grober Weise dieses Schema hier: Aufzeichnen: Jesus - Erstes Jahrhundert - Abfall - langer Gap - Gründung der ZJ / LDS / SCJ Aber warum geht das nicht auf? Weil Jesus ein Versprechen gemacht hat:
Elberfelder 2006 Kapitel 16

Aber auch ich sage dir: Du bist Petrus*, und auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen.

Jesus gründet eine Kirche und er macht ein Versprechen. Das Versprechen, dass nicht mal das Totenreich mit all einer Kraft in der Lage sein wird, diese Kirche zu überwältigen.
Jesus verspricht, dass die von ihm gegründete Kirche bis zu dem Zeitpunkt an dem er wiederkommen wird bestehen bleibt. Und es wird dem Teufel nicht gelingen, sie zu überwältigen. Aber das ist letztlich genau das, was die meisten christlichen Sekten glauben. Dass die angeblich wahre Lehre von Jesus und den Aposteln, nach dem Tod der Apostel verloren gegangen und korrumpiert worden ist.
So dass es keine Kirche mehr auf der Erde gab, die in göttlicher Vollmacht und mit der wahren biblischen Lehre unterwegs gewesen ist. Und damit macht man Jesus zum Lügner, der versprochen hat, dass genau das nicht passieren wird. Er sagt auf diesen Felsen werde ich meine Gemeinde bauen. Nicht dass der Felsen verschüttet wird und Gott dann 1800 Jahre später auf einem anderen Felsen seine Kirche baut. Wenn dir also jemand erklären will, dass alle anderen Kirchen falsch sind, bis auf die eine neu gegründete Glaubensgemeinschaft, zu der er dich einlädt – dann Run. Das ist eine Sekte. In Gesprächen mit Menschen aus Sekten, komme ich besonders gerne auf diesen Punkt zu sprechen: ZJ – Verweisen auf einzelne Leute, vor den ZJ – ich mache dann klar, warum Sie nicht mit diesen Leuten argumentieren können. Mormonen – taufen stellvertretend die Toten, die in dieser Zeit gelebt haben. Deswegen riesiges Namensregister bei ihnen. Jüdische Organisationen, haben deswegen die Mormonen schon verklagt, weil die sich auch stellvertretend für Leute taufen lassen haben, die im Holocaust umgekommen sind.
Weitere Punkte die wir hier finden:

“Gebt Acht auf euch selbst”

Paulus erinnert die eingesetzten Leiter dieser Kirche daran, auf ihren eigenen geistlichen Zustand achtzugeben. Nah an Gott dran zu bleiben. In ihrem Charakter Jesus wiederzuspiegeln. Selbst ein Lernender, ein Schüler von Jesus zu bleiben. Das ist ein Merkmal, dass eine gesunde Gemeinde von einer Sekte unterscheidet.
Wird der Leiter als jemand gesehen, der selbst fehlbar ist, Macken und Kanten hat und weiter an sich arbeiten muss – oder als ein perfektes Vorbild, dem nachgeahmt werden muss?
Wird der Leiter als jemand verstanden, der selbst ein Lernender von Jesus ist? – oder als jemand, der alle Antworten hat?

“Botschaft von seiner Gnade”

32 Und nun vertraue ich euch Gott und der Botschaft von seiner Gnade an. Diese Botschaft hat die Macht, euch ´im Glauben` zu festigen, sodass ihr zusammen mit allen anderen, die zu Gottes heiligem Volk gehören, das ´ewige` Erbe erhaltet. Wenn es ein Merkmal gibt, dass Sekten kennzeichnet, dann ist es, dass Sie die Gnade Gottes leugnen.
SCJlerin “Simon, du denkst auch, man wird einfach nur aus Gnade errettet?!?!” Und meine Antwort darauf ist: Ja absolut! Amen! Allein aus Gnade.
Eine Red Flag, die Sekten kennzeichnet ist, dass das unverdiente Gnadengeschenk von Jesus am Kreuz nicht ausreicht für unsere Errettung.
Jesus starb zwar am Kreuz für unsere Schuld. Aber:
Um diese Errettung zu empfangen, muss ich in der richtigen Organisation getauft werden.
Jesu Erlösung gilt nur für die erste Himmelsstufe. Um zur höchsten Himmelsstufe zu kommen, muss ich mich durch religiöse Rituale und gute Taten hocharbeiten.
Muss ich die verschlüsselte Bedeutung der Gleichnisse und der Offenbarung verstehen, die mir nur der jeweilige Sektenführer dieser Gruppe entschlüsseln kann
Musste in der Predigtvorbereitung an meinen Freund Marko Verkic denken, der auch teil dieser Kirche hier war, bevor er mit seiner Familie in die USA ausgewandert ist. Er war 6 Jahre lang Teil von Shincheonji und total gefangen in dieser Lehre. Heute hat er einen Podcast mit dem Titel “Allein aus Gnade”
Es gibt nichts schöneres, als zu sehen, wie Menschen die in toxischen Glaubenssystemen plötzlich die Augen für die Gnade und Schönheit Gottes geöffnet bekommen.

Mit meiner ganzen Lebensführung habe ich euch gezeigt, dass wir Arbeit und Mühe nicht scheuen dürfen; denn dann können wir den Bedürftigen helfen, wie es unsere Aufgabe ist. Denkt immer an die Worte, die Jesus, der Herr, selbst gesagt hat: ›Auf dem Geben liegt ein größerer Segen als auf dem Nehmen.‹«

Paulus verabschiedet sich von der Kirche in Ephesus und was ist ihm wichtig, ihnen nochmal in Erinnerung zu rufen? Was soll ihnen dauerhaft präsent vor Augen sein? —> Dass Christ-Sein mehr beinhaltet, als nur die richtigen Dogmen im Kopf zu haben.
Er erinnert sie daran, wie er selbst gelebt hat. Daran, dass Jesus davon sprach, was für ein Segen darin liegt, wenn wir anderen Helfen. Und daran, dass es als Christen nicht nur empfohlen, nicht nur nice-to have sondern unsere Aufgabe ist, den Bedürftigen zu helfen. Christsein ist im Grunde ganz einfach runterzubrechen auf zwei Punkte: Gott lieben - Menschen lieben.
Die Hauptsache ist, dass die Hauptsache immer die Hauptsache bleibt.
Und während das natürlich beinhaltet, tief in das Wort Gottes einzutauchen und all die Schätze auszugraben, die darin zu finden sind, ist Christ-Sein mehr als nur eine Erkenntnisreligion. Es ist auch mehr als einfach nur ein sozialer Mensch sein - manche rutschen nämlich auch in dieses Extrem rein: “Predige das Evangelium jederzeit und wenn es sein muss auch mit Worten” Nett gemeint, aber falsch gedacht – Jesus und die Apostel haben sehr viele Worte verwendet, wenn Sie Menschen im Glauben unterwiesen haben. Aber eben nicht nur Worte. Und genau hier will ich noch eine letzte Red-Flag nennen, die Sekten kennzeichnet.
Denn häufig geht es hier eben nur noch um Worte. Nur noch um die richtige Lehre. Nur noch um höhere Erkenntnis- und Wissensstufen die man erreichen muss. Nur noch um das Rekrutieren neuer Leute. Nur noch um das Sitzen in Meetings und Besprechungen. Und eben nicht darum, Menschen zu lieben durch Akte der Nächstenliebe. ZJ: Unser Auftrag ist es Verkündiger zu sein - nicht NGOs zu gründen.
SCJ: Hält Menschen so beschäftigt, dass Sie überhaupt nicht mehr dazu kommen, urgendwas anbdere s Richtig verstandene Jesus-Nachfolge führt immer dazu, dass wir Menschen lieben und sich das an unseren Taten zeigt. Evangelisation beschränkt sich daher nicht darauf anderen die richtigen Glaubenssätze weiterzugeben, sondern zeigt sich in Wort und Tat. Unser Leben soll ein lebendiges Evangelium für andere sein.
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