Gottes Idee für Familien

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WORKSHOP
Gottes Idee für Familien
Wertschätzung · Aufgaben · Berufung
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Zeitrahmen: ca. 1,5 Stunden · Teilnehmer: ca. 10 Personen
Basierend auf der Heiligen Schrift und den Schriften von Ellen G. White

Einstieg und Begrüßungsgebet (5 Minuten)

Liebe Geschwister, liebe Freunde,
bevor wir beginnen, laden wir Gott ein in unsere Mitte. Denn was wir heute gemeinsam besprechen, geht nicht nur den Verstand an - es berührt das Tiefste in uns: unsere Beziehungen, unsere Herzen, unsere Familien. Lass uns gemeinsam beten.
Eröffnungsgebet
"Vater im Himmel, wir danken Dir, dass Du uns in Familien gestellt hast. Du hast die Familie erdacht, bevor die Welt bestand. Du kennst jede Freude und jeden Schmerz, der in unseren Häusern wohnt. Heute bitten wir Dich: Öffne unsere Herzen für Dein Wort und Deine Weisheit. Lass uns nicht nur mit dem Kopf hören, sondern mit dem Herzen fühlen. Im Namen Jesu. Amen."

Einführung: Gottes Herz für die Familie (10 Minuten)

Stellen Sie sich vor - Sie halten ein neu geborenes Kind im Arm. Dieses Kind weiss noch nichts von der Welt. Es kennt noch keine Enttäuschung, keinen Streit, keinen Schmerz. Was es kennt, ist: Wärme. Geborgenheit. Das Schlagen eines Herzens in der Nähe.
Gott hat uns so in die Welt gestellt. Nicht allein. Nicht in der Menge. In eine Familie.
Das ist kein Zufall. Das ist Absicht. Das ist Gottes Idee.
1. Mose 2,18 (Lutherbibel 2017)
"Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht."
Schon am Anfang der Schöpfung - noch bevor Krankheit, Tod und Sünde in die Welt kamen - sprach Gott diesen Satz. Gemeinschaft ist nicht ein Zugeständnis an menschliche Schwäche. Gemeinschaft ist Gottes Design.
Ellen G. White, die uns durch ihre Schriften so viel Klarheit über das Familienleben geschenkt hat, schreibt dazu:
Ellen G. White, Das adventistische Heim, S. 15
"Die Familie ist der Mittelpunkt der Gemeinde, der Gesellschaft und der Nation. Das Wohlergehen der Gesellschaft hängt unmittelbar vom Wohlergehen ihrer kleinsten Einheit ab - der Familie."
Was Gott erschaffen hat, hat Gewicht. Die Familie ist kein Privatprojekt. Sie ist Gottes Antwort auf die Einsamkeit der Welt. Sie ist der Ort, wo Liebe gelernt wird - und wo Liebe geübt wird. Hier wird der Mensch geformt.
Josua 24,15b (Lutherbibel 2017)
"Ich aber und mein Haus, wir wollen dem HERRN dienen."
Dieser Satz des Josua ist kein frommer Wunsch. Er ist eine Entscheidung. Eine Ausrichtung. Eine Familienkultur, die bewusst gewählt wird.

Teil I: Die Familie - Gottes ursprünglicher Gedanke (15 Minuten)

1.1 Das erste Zuhause: Der Garten Eden

Bevor wir über Vater, Mutter und Kinder sprechen, müssen wir verstehen, wo die Familie ihren Ursprung hat. Nicht in der Kultur. Nicht in gesellschaftlichen Normen. Sondern im Herzen Gottes selbst.
Ellen G. White, Das adventistische Heim, S. 25-26
"Unser Gott Schöpfer gab Adam eine Gefährtin. Er schuf für ihn eine passende Hilfe - jemanden, der seinem Wesen entsprach, der ihm Gesellschaft leisten und mit ihm eins sein konnte in Liebe und Sympathie. Eva wurde aus einer Rippe geformt, die von der Seite Adams entnommen wurde. Das bedeutet: Sie sollte ihn nicht beherrschen wie das Haupt, noch sollte sie unter seinen Füßen getrampelt werden wie ein Minderwertiger. Sie sollte an seiner Seite stehen als Gleichgestellte, von ihm geliebt und beschützt zu werden. Ein Teil von ihm, Bein von seinem Bein, Fleisch von seinem Fleisch."
Welch ein Bild! Die erste Ehe war kein Vertrag zwischen Gleichen, die Kompromisse schließen. Sie war eine Verbindung, in der zwei Menschen so zusammenwachsen sollten, dass sie das Abbild Gottes gemeinsam darstellen.
1. Mose 1,27 (Lutherbibel 2017)
"Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und er schuf sie als Mann und Frau."
"Zu seinem Bilde" - das ist plural. Mann und Frau zusammen zeigen etwas von Gott, was keiner von beiden allein zeigen kann. Die Fürsorge des Vaters und die Wärme der Mutter, die Stärke und die Zärtlichkeit - das ist kein Zufall, das ist Theologie.

1.2 Die Familie als kleines Königreich

Ellen White beschreibt das Familienhaus als eine Art kleines Reich - eine Gemeinschaft, in der Gott regieren soll:
Ellen G. White, Das adventistische Heim, S. 36
"Ein wohlgeordneter christlicher Haushalt ist ein gewichtiges Argument für die Wirklichkeit der christlichen Religion - ein Argument, das der Ungläubige nicht widerlegen kann."
Das ist eine erstaunliche Aussage. Nicht die Theologie-Bücher, nicht die Kirchengebäude - der wohlgeordnete christliche Haushalt ist das stärkste Argument für den Glauben. Die Welt schaut in unsere Familien. Und was sie dort sieht, formt ihre Meinung über Gott.
Deshalb hat der Umgang miteinander in der Familie so immense Bedeutung. Nicht als Leistung für Außenstehende - sondern als Ausdruck dessen, was wirklich in uns wohnt.

Teil II: Die Berufung des Vaters (15 Minuten)

2.1 Der Vater als Haupt - aber wie?

Wenn wir über die Rolle des Vaters sprechen, müssen wir ehrlich sein: Dieses Thema ist oft missverstanden worden. Manche haben "Haupt sein" mit "Herrschen" gleichgesetzt. Manche haben Autorität mit Unterwerfung verwechselt. Und das hat Wunden hinterlassen.
Die Bibel und Ellen White haben etwas anderes im Sinn:
Ellen G. White, Das adventistische Heim, S. 211
"Der Ehemann und Vater ist das Haupt des Hauses. Die Frau schaut zu ihm auf um Liebe und Mitgefühl und um Hilfe bei der Erziehung der Kinder - und das ist richtig. Die Kinder gehören ihm ebenso wie ihr, und er hat gleiches Interesse an ihrem Wohlergehen."
Der Vater als "Haupt" ist nicht der Chef, der Befehle erteilt. Er ist derjenige, der bindet, zusammenhält, trägt. Das englische Wort für Ehemann - "husband" - kommt von "house-band": das Band, das das Haus zusammenhält.
Ellen G. White, Das adventistische Heim, S. 211
"Er ist das Band des Hauses, das durch seine starke, ernste, hingebungsvolle Zuneigung die Mitglieder des Haushalts - Mutter und Kinder - in den stärksten Banden der Gemeinschaft zusammenhält."

2.2 Der Vater als Priester

Es gibt eine Rolle, die Ellen White dem Vater gibt, die uns vielleicht überrascht: die Rolle des Priesters. Nicht im religiösen Amt. Sondern im alltäglichen geistlichen Leben der Familie.
Ellen G. White, Das adventistische Heim, S. 212
"Der Vater ist in einem gewissen Sinne der Priester des Haushalts, der auf dem Altar Gottes das morgen- und abendliche Opfer darbringt. Frau und Kinder sollen ermutigt werden, sich an diesem Opfer zu beteiligen und auch am Lobgesang teilzunehmen."
Was bedeutet das praktisch? Der Vater betet mit seiner Familie. Er liest aus der Bibel vor. Er spricht offen über den Glauben. Er schafft eine Atmosphäre, in der Gott zu Hause ist.
Das ist keine Last, die schwer auf dem Vater liegt. Das ist ein Privileg. Und es ist gleichzeitig der wichtigste Schutz, den er seiner Familie geben kann.

2.3 Der Vater als liebevoller Begleiter

Einer der bewegendsten Abschnitte, die Ellen White über Väter geschrieben hat, handelt nicht von Disziplin oder Autorität. Er handelt von Zeit:
Ellen G. White, Das adventistische Heim, S. 220
"Väter sollten sich von ihrer falschen Würde lösen, sich in Zeit und Muße kleine Selbstbefriedigungen versagen, um sich mit den Kindern zu mischen, Mitgefühl für ihre kleinen Sorgen zu zeigen, sie durch starke Bande der Liebe an ihr Herz zu binden und einen solchen Einfluss auf ihre sich entfaltenden Gemüter auszuüben, dass ihr Rat als heilig angesehen wird."
"Sich von falscher Würde lösen" - was für ein Satz. Wie oft sind Väter zu beschäftigt, zu erschöpft, zu ernst, um einfach da zu sein? Die Botschaft Ellen Whites ist klar: Deine Kinder brauchen nicht perfekte Erziehungsstrategien. Sie brauchen dich.
Epheser 6,4 (Lutherbibel 2017)
"Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern erzieht sie in der Zucht und Ermahnung des Herrn."
"Zum Zorn reizen" - das geschieht durch Strenge ohne Liebe, durch Forderungen ohne Zuneigung, durch Abwesenheit trotz körperlicher Anwesenheit. Wahre Erziehung beginnt mit einer warmen Beziehung.

Teil III: Die Berufung der Mutter (15 Minuten)

3.1 Die Königin ihres Haushalts

Wenn Ellen White über die Mutter schreibt, tut sie das mit einer Wärme und Hochachtung, die einen tief bewegt. Sie redet nicht von der Mutter als Dienstleisterin. Sie redet von ihr als Königin:
Ellen G. White, Das adventistische Heim, S. 231
"Der König auf seinem Thron hat keine höhere Aufgabe als die Mutter. Die Mutter ist die Königin ihres Haushalts. In ihrer Hand liegt die Formung der Charaktere ihrer Kinder, damit sie für das höhere, unsterbliche Leben geeignet werden. Ein Engel könnte sich keine höhere Sendung wünschen; denn indem sie diese Arbeit tut, dient sie Gott."
Welche Würde liegt in diesen Worten! Die Gesellschaft mag die Arbeit einer Mutter klein reden. Gott tut es nicht.
Was eine Mutter täglich tut - das Trösten, Unterrichten, Ermutigen, Korrigieren, Vorleben - das ist Dienst am Reich Gottes. Hier werden die Menschen geformt, die morgen die Welt verändern.

3.2 Die Mutter als Spiegel der Liebe Gottes

Es gibt kaum eine Aussage über die Mutter, die mich mehr bewegt als diese:
Ellen G. White, Der Wunsch aller Völker, S. 515
"Die Mutterliebe stellt dem Kind die Liebe Christi dar, und die kleinen, die ihrer Mutter vertrauen und gehorchen, lernen, dem Heiland zu vertrauen und zu gehorchen."
Eine Mutter, die liebevoll ist, zeigt ihrem Kind nicht nur menschliche Wärme. Sie zeigt ihm etwas von Gott. Das Kind, das an der Mutter lernt, dass es geliebt wird, ohne etwas leisten zu müssen - dieses Kind lernt die Gnade Gottes.
Wie viel Verantwortung. Und wie viel Ermutigung zugleich.

3.3 Die Mutter braucht auch Unterstützung

Hier müssen wir ehrlich sein: Die Arbeit einer Mutter ist nicht dazu gedacht, allein getragen zu werden. Ellen White ist klar:
Ellen G. White, Das adventistische Heim, S. 211
"Die Arbeit, das Heim glücklich zu machen, ruht nicht allein auf der Mutter. Väter haben einen wichtigen Teil daran."
Ein gesundes Familienklima entsteht durch Teamwork. Durch gegenseitige Achtsamkeit. Durch ein "Danke", das ausgesprochen wird. Durch ein "Wie geht es dir wirklich?", das auch auf die Antwort wartet.
Sprüche 31,28 (Lutherbibel 2017)
"Ihre Kinder stehen auf und preisen sie glücklich, ihr Mann lobt sie."
Wann haben Sie zuletzt die Mutter Ihrer Kinder - oder Ihre eigene Mutter - ausdrücklich gelobt? Wertschätzung auszusprechen kostet nichts. Und sie bedeutet alles.

Teil IV: Die Berufung der Kinder (10 Minuten)

4.1 Kinder als Gottes Geschenk

Kinder kommen in die Welt mit einem Wunder. Sie bringen Staunen mit. Sie bringen Lachen. Sie bringen uns zur Geduld - und manchmal an unsere Grenzen. Aber zuerst und vor allem sind sie ein Geschenk.
Psalm 127,3 (Lutherbibel 2017)
"Siehe, Kinder sind eine Gabe des HERRN, und Leibesfrucht ist ein Geschenk."
Dieses Wort Gabe - das hebraeische nachalah - bedeutet Erbe, Besitz, etwas Kostbares, das anvertraut wird. Kinder werden uns nicht gegeben, damit wir sie besitzen. Sie werden uns anvertraut.

4.2 Was Kinder lernen dürfen

Ellen White spricht mit tiefer Zuneigung von Kindern. Sie schreibt nicht, dass Kinder zuerst gehorchen müssen. Sie schreibt, dass Kinder zuerst geliebt werden müssen:
Ellen G. White, Das adventistische Heim, S. 322
"Väter und Mütter, die Gott an erste Stelle in ihrem Haushalt setzen und ihre Kinder lehren, dass die Furcht des Herrn der Beginn der Weisheit ist, verherrlichen Gott vor Engeln und Menschen, indem sie der Welt eine wohlgeordnete, wohlerzogene Familie zeigen - eine Familie, die Gott liebt und gehorcht statt gegen ihn zu rebellieren."
Kinder lernen, was sie erleben. Sie lernen Geduld an Eltern, die geduldig mit ihnen sind. Sie lernen Vergebung an Eltern, die sich entschuldigen können. Sie lernen Gebet an Eltern, die beten.

4.3 Die Berufung der Kinder: Ehren

Das fünfte Gebot ist das einzige der zehn Gebote, das mit einer Verheißung verbunden ist:
2. Mose 20,12 (Lutherbibel 2017)
"Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Land, das der HERR, dein Gott, dir geben wird."
Ehren bedeutet nicht blinde Unterwerfung. Es bedeutet Wertschaetzung. Respekt. Das Bewusstsein: Dieser Mensch hat mich ins Leben gebracht und begleitet. Das verdient meine Dankbarkeit.
Ellen G. White, Das adventistische Heim, S. 35
"Die höchste Pflicht der Jugend liegt in ihrem eigenen Zuhause, indem sie Vater und Mutter, Brüder und Schwestern durch Zuneigung und echtes Interesse segnen."
Kinder sind nicht passive Empfänger in der Familie. Sie sind aktive Gestalter. Auch ein kleines Kind kann eine Atmosphäre der Wärme und Freude in das Haus bringen - durch sein Lachen, seine Neugier, seine Unbefangenheit.

Teil V: Wertschätzung als Herzstück der Familie (15 Minuten)

5.1 Was Wertschätzung wirklich bedeutet

Wir kommen nun zum Herzstück dieses Workshops. Denn man kann alles über Rollen und Aufgaben wissen - und die Familie trotzdem kaputtmachen, wenn das Wichtigste fehlt: die Wertschätzung.
Wertschätzung ist mehr als ein Lob hier und da. Es ist eine Grundhaltung. Eine innere Überzeugung: Dieser Mensch an meiner Seite - dieser Ehemann, diese Ehefrau, dieses Kind - ist wertvoll. Nicht wegen seiner Leistungen. Sondern weil Gott ihn gemacht hat.
Epheser 4,2 (Lutherbibel 2017)
"Mit aller Demut und Sanftmut, mit Geduld. Ertragt einer den anderen in Liebe."

5.2 Die "seidenen Bande" der Liebe

Ellen White hat eine Aussage über Kindererziehung gemacht, die tief in mir nachhallt:
Ellen G. White, Das adventistische Heim, S. 177
"Kinder sollen durch Liebe gewonnen werden, nicht durch harte Strenge. Führe die Kleinen durch sanfte, seidige Bande der Zuneigung und Liebe."
"Seidene Bande" - was für ein Bild! Kein Stacheldraht. Kein Stahlseil. Seide. Das bindet - aber es verletzt nicht. Es hält - aber es drückt nicht ab. Es verbindet Herz mit Herz.
Und das gilt nicht nur für die Erziehung von Kindern. Das gilt für jede Beziehung in der Familie. Zwischen Ehepartnern. Zwischen Geschwistern. Zwischen Großeltern und Enkeln.

5.3 Praktische Wertschätzung: Was wir tun können

Wertschätzung muss konkret werden. Hier sind fünf Formen wertschätzenden Umgangs, die im Alltag einen Unterschied machen:
1. Worte
"Ich bin froh, dass du mein Mann/meine Frau bist." / "Du bist wertvoll für mich." / "Danke, dass du das getan hast."
2. Zeit
Wirklich anwesend sein. Das Handy weglegen. In die Augen schauen. Zuhören ohne zu unterbrechen.
3. Berührung
Eine Umarmung. Eine Hand auf der Schulter. Ein Streicheln über den Kopf des Kindes. Berührung sagt: "Du bist mir nah."
4. Dienst
Für den anderen etwas tun, ohne gebeten zu werden. Das Abendessen kochen. Die Wäsche falten. Den Kindern beim Hausaufgaben helfen.
5. Gebet
Füreinander beten. Und auch: gemeinsam beten. Das sagt: "Du bist mir wichtig genug, dass ich mit Gott über dich rede."

5.4 Vergebung: Das Fundament wertschätzenden Umgangs

Kein Mensch lebt dauerhaft auf dem Höchstniveau der Güte. Wir alle machen Fehler. Wir verletzen einander - manchmal absichtlich, oft aus Erschöpfung oder Hilflosigkeit. Deshalb ist das Wichtigste in einer Familie: die Fähigkeit zur Vergebung.
Kolosser 3,13 (Lutherbibel 2017)
"Ertragt euch untereinander und vergebt euch gegenseitig, wenn einer Klage gegen den andern hat; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr."
Vergebung ist kein Zeichen von Schwäche. Sie ist das Kraftwerk der Familie. Ohne sie versteinert jeder Konflikt, türmen sich Verletzungen auf, bis die Wände undurchdringlich werden.
Mit ihr kann eine Familie neu anfangen. Immer wieder.

Gruppenreflexion und Gesprächsrunde (10 Minuten)

Nehmen Sie sich jetzt einen Moment Zeit. Diese Fragen sind als Impuls gedacht - für das Gespräch in der Gruppe oder für Ihre persönliche Reflexion:
Fragen zur Reflexion
1.  Welche Aufgabe in meiner Familie fühlt sich für mich am bedeutsamsten an - und warum?
2.  Wann habe ich zuletzt einem Familienmitglied konkret gesagt, was es mir bedeutet?
3.  Wo wünsche ich mir, dass Gott in unserer Familie mehr Raum bekommt?
4.  Gibt es eine Verletzung in meiner Familie, die ich Gott heute übergeben möchte?

Abschluss und Segen (5 Minuten)

Liebe Geschwister, wir haben heute über Gottes Idee für die Familie gesprochen. Über den Vater, der bindet und trägt. Über die Mutter, die das Herz des Hauses ist. Über die Kinder, die Gabe und Spiegel zugleich sind. Über Wertschätzung als die Sprache, in der Gott gerne ist.
Keine Familie ist perfekt. Das ist keine Ausrede - das ist eine Tatsache, die uns entlastet. Gott arbeitet nicht mit perfekten Familien. Er arbeitet mit willigen Herzen.
Ellen White schreibt zum Abschluss ihres Gedankens über das adventistische Heim:
Ellen G. White, Das adventistische Heim, S. 535
"Unser Zuhause muss ein Bethel werden, unsere Herzen ein Heiligtum. Überall, wo die Liebe Gottes in der Seele gepflegt wird, wird Friede sein."
Bethel - das ist der Ort, an dem Jakob Gott begegnete. Ein einsamer, erschöpfter Mann, der schlief und träumte und aufwachte und sagte: "Fürwahr, der HERR ist an diesem Ort." (1. Mose 28,16)
Das ist der Wunsch für unsere Familien. Nicht Perfektion. Nicht Harmonie um jeden Preis. Sondern: Dass Gott an diesem Ort ist. In unserem Zuhause. In unseren Beziehungen. In unseren Herzen.
Abschlussgebet
"Vater, wir legen unsere Familien in Deine Hände. Was zerbrochen ist - heile es. Was kalt geworden ist - entzünde es neu. Was müde ist - stärke es. Wir glauben, dass Du ein Gott bist, der im Kleinen und im Alltag wirkt. Lass unsere Häuser Bethel sein - Orte, an denen Deine Gegenwart spürbar ist. Im Namen Jesu. Amen."

Quellenverzeichnis

Bibelzitate

Alle Bibelzitate entstammen: Lutherbibel, revidierte Fassung von 2017, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.
1. Mose 1,27 · 1. Mose 2,18 · 2. Mose 20,12 · Josua 24,15b · Psalm 127,3 · Sprüche 31,28 · Epheser 4,2 · Epheser 6,4 · Kolosser 3,13

Schriften von Ellen G. White

White, Ellen G.: Das adventistische Heim (Originaltitel: The Adventist Home). Review and Herald Publishing Association, Hagerstown, MD, 1952. Deutsche Ausgabe: Advent-Verlag, Lüneburg.
Verwendete Abschnitte: S. 15 (Familie als Herzstück der Gesellschaft) · S. 25-26 (Schöpfung und erste Ehe) · S. 36 (wohlgeordneter Haushalt) · S. 177 (seidene Bande der Liebe) · S. 211-212 (Aufgaben des Vaters) · S. 220 (Väter und ihre Kinder) · S. 231 (Würde der Mutter) · S. 322 (gottesfürchtige Familien) · S. 35 (höchste Pflicht der Jugend) · S. 535 (Heim als Bethel)
White, Ellen G.: Der Wunsch aller Völker (Originaltitel: The Desire of Ages). S. 515. Pacific Press Publishing Association, Mountain View, CA, 1898. Deutsche Ausgabe: Advent-Verlag.

Hinweise für den Workshopleiter

Dieser Workshop ist als Predigt in Predigtform aufgebaut, die jedoch interaktive Elemente enthält. Bei einer Gruppe von ca. 10 Personen empfiehlt sich Folgendes:
• Sitzen in einem Halbkreis oder an einem Tisch, um Augenkontakt zu ermöglichen.
• Die Reflexionsfragen (Teil V) können auch in Zweier-Gruppen besprochen werden, bevor ein kurzes Plenum stattfindet.
• Falls jemand aus einer verletzten Familiensituation kommt: Raum geben, aber nicht drängen. Das Gebet am Schluss kann besondere Tiefe bekommen, wenn Teilnehmer ihre Familiensituation kurz benennen dürfen (auf freiwilliger Basis).
• Empfohlene Lektüre zur Vertiefung: Ellen G. White, Das adventistische Heim (vollständige Ausgabe) sowie Gary Chapman, Die fünf Sprachen der Liebe.
Gottes reichen Segen für Ihren Workshop.
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