Die Herrlichkeit in Jesu Sterben

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Einleitung

Wenn wir heute in unsere Gesellschaft schauen, so sehren wir dort viele Unruhen und Unsicherheiten. Wir sehen Kriege und Ölkrisen. Wir sehen in unserm Land Unsicherheit in der Wirtschaft und Streit in der Regierung. Und irgendwie scheint alles Durcheinander und ohne Halt zu sein.
Menschen sehnen sich nach Hoffnung und Sicherheit. Viele Menschen suchen nach dem Sinn des Lebens und wie es weiter gehen kann. Und manche meinen die Lösung wäre eine andere Regierung oder einfach das Auswandern.
Doch was ist wirklich die Lösung? Wo kann ich Halt und Zuversicht finden?
In unserem heutigen Bibeltext gibt es ein paar Menschen mit der schlichten Bitte: “Wir wollen Jesus sehen.”
Doch das was Jesus dann sagt geht viel tiefer, als sie vielleicht erwartet haben. Jesus spricht vom Sterben und die Herrlichkeit. Er spricht von dem Gericht und den Sieg. Er spricht von ein Leben, dass Fruchtbar ist. Ein Leben, dass nicht geprägt ist von Finsternis und Orientierungslosigkeit, sondern von einem Leben im Licht.
John 12:20–36 ELB 2006
Es waren aber einige Griechen unter denen, die hinaufkamen, um auf dem Fest anzubeten. Diese nun kamen zu Philippus von Betsaida in Galiläa und baten ihn und sagten: Herr, wir möchten Jesus sehen. Philippus kommt und sagt es Andreas, es kommt Andreas und Philippus, und sie sagen es Jesus. Jesus aber antwortet ihnen und spricht: Die Stunde ist gekommen, dass der Sohn des Menschen verherrlicht wird. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht. Wer sein Leben liebt, verliert es; und wer sein Leben in dieser Welt hasst, wird es zum ewigen Leben bewahren. Wenn mir jemand dient, so folge er mir nach! Und wo ich bin, da wird auch mein Diener sein. Wenn mir jemand dient, so wird der Vater ihn ehren. Jetzt ist meine Seele bestürzt. Und was soll ich sagen? Vater, rette mich aus dieser Stunde? Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen. Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme aus dem Himmel: Ich habe ihn verherrlicht und werde ihn auch wieder verherrlichen. Die Volksmenge nun, die dastand und zuhörte, sagte, es habe gedonnert; andere sagten: Ein Engel hat mit ihm geredet. Jesus antwortete und sprach: Nicht um meinetwillen ist diese Stimme geschehen, sondern um euretwillen. Jetzt ist das Gericht dieser Welt; jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden. Und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen. Dies aber sagte er, um anzudeuten, welches Todes er sterben sollte. Die Volksmenge antwortete ihm nun: Wir haben aus dem Gesetz gehört, dass der Christus in Ewigkeit bleibt, und wie sagst du, dass der Sohn des Menschen erhöht werden müsse? Wer ist dieser, der Sohn des Menschen? Da sprach Jesus zu ihnen: Noch eine kleine Zeit ist das Licht unter euch. Wandelt, während ihr das Licht habt, damit nicht Finsternis euch ergreift! Und wer in der Finsternis wandelt, weiß nicht, wohin er geht. Während ihr das Licht habt, glaubt an das Licht, damit ihr Söhne des Lichtes werdet! Dies redete Jesus und ging weg und verbarg sich vor ihnen.
Hier in diesem Text sehen wir, wie Jesus über sein Sterben spricht. Wir er davon spricht, dass er verherrlicht wird. Also dass er sterben und Auferstehen wird. Deshalb habe ich die Predigt überschrieben mit den Worten: Die Herrlichkeit im Sterben Jesu.
Wir sehen hier vier Punkte:
sterben um Frucht zu bringen
sterben um zu verherrlichen
sterben um zu siegen
sterben um Licht zu sein
Diese Situation beginnt damit, dass ein paar Heiden, oder wie hier gesagt wird Griechen, Jesus sehen wollen. Es waren Menschen die keine Juden waren, aber sich zum Judentum hielten und so nach Jerusalem reisten um Anzubeten. Zum bevorstehenden Passahfest kamen viele Menschen nach Jerusalem um dem Fest beizuwohnen und ein Opfer zu bringen. Auch Menschen die keine Juden waren und nach der Wahrheit suchten kam zum Fest.
Diese Heiden nun wollen Jesus sehen und kommen mit dieser Bitte zu Philippus. Dieser wiederum weiß nicht so recht, wie es es machen soll uns geht zu Andreas. Über Andreas erfahren wir in der Bibel nicht viel. Aber meistens finden wir ihn in Situationen, wo er Menschen zu Jesus bringt. Das hat Phlippus gewusst und wendet sich an ihn.
Und so kommen sie zu Jesus. Warum diese Griechen Jesus sehen wollen erfahren wir nicht. Wenn wir den Kontext anschauen, so sehen wir, dass Jesus zuvor in Jerusalem eingeritten ist und er von den Leuten bejubelt wurde. Und hier spricht Jesus dann von der Verherrlichung. Und zeigt , dass seine Herrlichkeit in dem Kreuz liegt.
Hier kommen also Menschen zu Jesus, weil sie diesen neuen König sehen wollen. Sie wollen den sehen, den die Volksmenge zugejubelt hat. Sie wollen diesen bedeutsamen Menschen kennen lernen. Und so zeig Jesus hier, worin seine Herrlichkeit liegt - dass seine Herrlichkeit in seinem Sterben liegt.

Sterben um Frucht zu bringen (23-26)

Das erste was Jesus dann zeigt ist, dass Sterben bringt Frucht. Der Ausdruck hier: “Die Stunde ist gekommen” zeigt auf sein Sterben hin. Diesen Ausdruck haben wir bereits 4 mal im Johannesevangelium gesehen (Joh 2,4; 4,21; 7,30; 8,20). Und jedes mal wird von dieser Stunde als einem Ereignis in der Zukunft gesprochen. Es wird immer wieder gesagt, dass niemand ihm etwas antat, weil seine Stunde noch nicht da war. Doch nun sagt Jesus, dass die Stunde da ist. Die Zeit seines Sterbens ist kommen.
Jesus drückt es so aus, dass die Stunde gekommen ist, wo der Sohn des Menschen verherrlicht wird. Dieses verherrlicht bezieht sich zum einen auf seine Erhöhung am Kreuz und zum anderen auf seine Auferstehung. Jesus erklärt dies dann tiefer indem er ein Beispiel verwendet:
John 12:24 ELB 2006
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.
Das ist für jeden Menschen klar und verständlich. Ein Samenkorn muss in die Erde gelegt werden, damit darauf etwas wachsen und Frucht kommen kann. Jesus sagt hier, dass ein Samen allein bleibt, wenn es nicht in die Erde gelegt wird. Das bedeutet, dass es für sich bleibt und nicht mehr daraus werden kann. Wenn es jedoch stirbt, so bringt es viel Frucht. Das bedeutet, dass es nicht mehr alleine ist, sondern mehr dazu kommt.
Jesus zeigt damit auf sein Sterben hin. Jesus musst nicht sterben, denn wenn er nicht sterben würde, so wäre er in sich allein. Da Jesus in sich vollkommen ist, benötigt er niemand anderen. Gott in seiner Trinität ist vollkommen und hat eine vollkommene Liebe und Gemeinschaft in sich selbst. Gott ist Souverän und benötigt niemanden und ist von nichts abhängig.
Doch Gott wollte den Menschen, ja Gott gefiel es den Menschen zu retten. Und deshalb gab er seinen Sohn frei aus Liebe und erfüllte damit alle Gerechtigkeit. Er gab sich FÜR uns hin. Er tat es FÜR uns. Der Glaube an Jesus ist ein Glaube, der auf den anderen gerichtet ist, wie der Meister sich FÜR uns hingegeben hat.
Und durch diese Hingabe bringt er viel Frucht. Dadurch werden viele Menschen zum Vater geführt. Dadurch werden viele Menschen mit dem Vater versöhnt.
Hebrews 2:10 ELB 2006
Denn es entsprach ihm, um dessentwillen alle Dinge und durch den alle Dinge sind, indem er viele Söhne zur Herrlichkeit führte, den Urheber ihrer Rettung durch Leiden vollkommen zu machen.
So wirkt Jesus viel Frucht indem er Menschen rettet. Der Tod am Kreuz war nötig, damit es eine Ernte geben kann.
Und das überträgt Jesus dann weiter auf seine Jünger, also dass zu Frucht bringen ein Sterben gehört. Ohne vorher zu sterben ist es nicht möglich Frucht zu bringen.
Edwin Blum schreibt hierzu: (Das Neue Testament: Erklärt und Ausgelegt; Band4; S.403)
Das Beispiel vom Weizenkorn veranschaulicht ein allgemeingültiges, paradoxes Prinzip: Der Tod ist der Weg ins Leben.
Und so sagt Jesus hier, dass wenn jemand sein Leben liebt, wird es verlieren. Wenn also ein Mensch sein irdisches Leben liebt, so wird er sich nicht zu Jesus wenden. Dann wird er nicht bereit sein für sein altes Leben zu sterben und ein neues Leben mit Jesus zu bekommen. Dann wird er nicht bereit sein, sich als Sünder anzuerkennen und Jesus als Retter.
Ein Mensch muss bereit sein an Jesus zu glauben. Dadurch wird er sterben. Paulus spricht in Römer 6 davon, dass ein Mensch mit Christus mitgekreuzigt wird und mit Jesus auferstehen wird zum neuen Leben, also zum ewigen Leben. Das bedeutet zu sterben - mit Christus begraben zu werden für sein altes Leben und in Christus das neues Leben zu bekommen. Nur dadurch ist ein Mensch imstande Frucht zu bringen. Wenn ein Mensch nicht mit Christus stirbt, so kann er keine Frucht bringen für Gott. Ein Mensch ist vielleicht imstande gute Dinge zu tun, aber nicht etwas für den Herrn zu tun und so Frucht zu bringen.
Ein Mensch der das erlebt hat, der lebt mit Christus und kann Frucht für ihn bringen. Und nun muss dieser Mensch das Leben in dieser Welt hassen, um Frucht zu bringen. Das Leben in dieser Welt beschreibt das Leben im Eigenwillen. Und weil wir Sünder sind, so lieben wir dieses Leben. Unser alte Natur möchte dieses Leben leben.
Das bedeutet also, dass die Voraussetzung für die Frucht des ewigen Lebens ist das sterben mit Christus. Das ist das was Christus in uns wirkt, wenn wir an ihm Glauben. Und dann heißt es für uns täglich zu sterben. Sterben für das Leben dieser Welt. Sterben für unseren Eigenwillen und uns ganz Christus hinzugeben. Dadurch bringen wir dann Frucht für die Ewigkeit, dadurch sammeln wir Schätze im Himmel. Paulus schreibt genau das an die Korinther:
1 Corinthians 15:31 ELB 2006
Täglich sterbe ich, so wahr ihr mein Ruhm seid, Brüder, den ich in Christus Jesus, unserem Herrn, habe.
Dadurch werden wir zu Diener Christi. Dadurch werden wir zu Jünger Christi, also zu Nachfolger. Das möchte der Herr von uns. Und dadurch werden wir, ja unser Leben, zu einem Wohlgefallen Gottes. Das ist die Verheißung, die Jesus hier gibt. Der Vater wird ihn ehren. Das bedeutet, dass der Jünger Jesu mit ihm in die Herrlichkeit eingehen wird. Er wird beim Preisgericht einen Lohn bekommen. Das ist ein wunderbares Ehren durch den Vater, das ein Mensch bekommen kann. Jesus sagt hier, der Jünger wird dort sein, wo er ist. Das heißt also in der ewigen Herrlichkeit.
Wir sehen hier also ein wichtiges Prinzip - Sterben um Frucht zu bringen. Und genau das will Jesus uns heute hier sagen. Die erste Frage, die jeder sich stellen muss ist: Bin ich mit Christus gestorben? Habe ich das neue ewige Leben in Christus? Hat Christus in mir die Frucht des ewigen Lebens gewirkt?
Die zweite Frage richtet sich an Menschen die an Jesus bereits Glauben: Wie sieht es in deinem Leben aus? Bist du bereit täglich zu sterben und dich ganz Jesus Christus hinzugeben? Bist du bereit dich selbst zurück zu stellen? Bist du bereit deinen Willen ganz in den Willen Jesu zu legen und ihm nachzufolgen?
Ich muss immer wieder an meinem Leben erkennen wie viel Eigenwille da ist. Wie oft ich eher nach meinem Willen Frage, anstatt nach dem Willen Jesu. Ja, wie ich durch den Alltag gehe ohne Jesus mitzunehmen. Ich muss erkennen wie ich mich an Dinge binde, anstatt anzuerkennen, dass alles dem Herrn gehört.
Und genau das meint sein Leben zu “hassen”. Also zurückzustellen und dem Herrn zu übergeben. Die Dinge loszulassen, die wir so leicht umklammern und festhalten. Ja, loslassen, damit wir durch Christus gehalten werden.
So müssen wir täglich sterben um dadurch Frucht zu bringen und Christus ehre zu bringen.

Streben um zu verherrlichen (27-30)

Das ist genau das, was Jesus dann weiter anspricht - sterben um zu verherrlichen.
In Vers 27 zeigt Jesus dann wie es ihm geht. Er sagt, dass seine Seele bestürzt ist. das gleiche Wort finden wir auch in Joh 11,33. Dort sieht Jesus die Auswirkungen der Sünde. Er sieht das Leid und den Tod, was die Sünde mitbringt. Er sieht auch den Unglauben der Menschen und ist erschüttert darüber. Auch finden wir in Joh 13, 21 das Wort, wo Jesus darüber erschüttert ist, dass einer von den Jüngern ihn verraten wird. Und hier wird er erschüttert darüber, weil er sein Leiden und Sterben vor sich sieht.
Bei uns Menschen ist es so, dass wir vorher nicht genau wissen wir schwer das Leid sein wird. Uns trifft das Leid oft plötzlich ohne dass wir uns darauf vorbereiten können.
Hier bei Jesus ist es vollkommen anders. Er ist Gott und weiß ganz genau was bevor steht. Er weiß ganz genau was sein Leiden und sterben bedeutet. Er weiß ganz genau, was es bedeutet alle Schuld der Welt aufgeladen zu bekommen und den Zorn Gottes zu ertragen. Er wusste genau was ihm bevor stand. Und deshalb erschütterte es ihn so sehr.
Und so sagt Jesus hier:
John 12:27–28 ELB 2006
Und was soll ich sagen? Vater, rette mich aus dieser Stunde? Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen. Vater, verherrliche deinen Namen!
Jesus stand vor der Wahl - Nicht durch dieses Leid zu gehen und sich zu retten vor diesem unglaublichen Leid oder den Vater zu verherrlichen.
Und Jesus entschied sich vollkommen den Willen des Vaters zu tun und ihm zu verherrlichen durch sein Opfer am Kreuz. So dass der Hebräerbriefschreiber dann später sagen wird:
Hebrews 5:8–9 ELB 2006
und lernte, obwohl er Sohn war, an dem, was er litt, den Gehorsam; und vollendet ist er allen, die ihm gehorchen, der Urheber ewigen Heils geworden,
So war Jesus in allem Gehorsam und entschied sich vollkommen den Willen des Vaters zu tun.
Und so kam dann eine Stimme aus dem Himmel die Jesus als den Sohn Gottes bestätigt. Denn Gott hat seinen Sohn verherrlicht indem er ihn auf diese Erde sandte. Ja, durch das ganze Werk Christi wurde er vom Vater verherrlicht, denn all die Wunder zeigen, dass der Sohn der allmächtige Gott ist. Jesus tat den Willen des Vaters und der Wille des Vater zeigte die Herrlichkeit Jesu. So wurde Jesus vom Vater verherrlicht.
Und so wird der Vater ihn auch weiter verherrlichen durch das Erlösungswerk am Kreuz. Denn dadurch wird die Liebe des Sohnes gezeigt. Es wird gezeigt, dass dieser das einzige Opfer ist, dass würdig ist für die Sünde der Menschheit zu sterben . Es wird gezeigt, dass dieser Jesus das makellose, also sündlose Opfer ist. Dass er allein würdig ist. Darin zeigt der Vater die Herrlichkeit des Sohnes und verherrlicht diesen.
Die Menschen die bei Jesus und den Jüngern waren hörten diese Stimme aus dem Himmel. Einige sagen es habe gedonnert. Einige Ausleger merken hier an, dass dies auch ein Ausdruck für Gottes Stimme sein kann unter den Juden. In Psalm 29 steht zum Beispiel:
Psalm 29:3 ELB 2006
Die Stimme des HERRN ist über den Wassern, der Gott der Herrlichkeit donnert; der HERR über großen Wassern.
Es kann aber auch einfach bedeuten, dass einige diese Stimme nicht verstehen konnten oder wollten. Andere aus der Volksmenge zeigen auch auf einen Engel hin, dass dieser geredet hat. Was schon darauf schließen lässt, dass es eine zu verstehende Stimme war.
Jesus sagt dann dieser Menge, dass diese Stimme nicht für ihn war, sondern für sie. Denn Jesus stand in voller Verbindung mit dem Vater und benötigte keine Bestätigung vom Vater. Das Volk jedoch benötigte es. Und doch wollten sie nicht glauben.
John MacArthur merkt deshalb hier an:
Kommentar zum Johannes-Evangelium 3. Christus muss als Weizenkorn versinken und ans Kreuz erhöht werden (12,20–36)

»Dass die Volksmenge die Stimme Gottes nicht verstehen konnte, zeigt, wie verhärtet die waren, welche die Stimme des Wortes Gottes (

Was wir hier aus diesen Versen sehen können ist der volle Gehorsam des Sohnes gegenüber dem Vater. Und dadurch wurde der Vater verherrlicht. Durch das Sterben wurde der Vater verherrlicht.
Auch wir als seine Nachfolger stehen vor dieser Wahl wie Jesus. Entweder uns selbst zu retten oder den Vater zu verherrlichen. Wenn wir wie schon eben gesehen lieber unser eigenes Leben leben wollen, so werden wir zwar unsere Wünsche und Begierden retten, aber nicht den Vater verherrlichen. Wir sollen jedoch lernen vollkommen nach dem Willes Gottes zu leben. Dadurch werden wir zwar nicht unser irdisches Leben retten, aber wir werden den Vater verherrlichen.
Das heißt also dass wir nur entweder das eine können oder das andere. Wir können nicht nach unseren eigenen selbstsüchtigen Wünschen leben und gleichzeitig Gott die Ehre dabei geben. das ist nicht möglich. Ein Leben für Gott zu leben bedeutet nicht aus Selbstsucht zu leben. Paulus drückt dies in Galater 2 so aus:
Galatians 2:20 ELB 2006
und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir; was ich aber jetzt im Fleisch lebe, lebe ich im Glauben, und zwar im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.
Unser Leben im Fleische ist nicht mehr dem Fleische nach, sondern Christus gemäß. Also kann ich nur das eine tun oder das andere. Bist du bereit dies zu tun? Bist du bereit dich selbst hinzugeben und dadurch Gott alle Ehre zu geben? Es ist ganz klar, dass ihm alle Ehre zusteht, aber bist du auch bereit das zu tun? Du stehst vor der Wahl, für was entscheidest du dich?

Sterben um zu siegen (31-33)

In den nächsten Vers ab 31 bis 33 geht es dann darum, dass Jesus starb um zu siegen. Jesus betont hier zweimal das “Jetzt”.
John 12:31 ELB 2006
Jetzt ist das Gericht dieser Welt; jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden.
Jetzt, weil Jesus bald ans Kreuz gehen wird. Jetzt, weil die Stunde jetzt fast da ist, wo Jesus für die Sünden der Menschheit sterben wird. Jetzt, bezieht sich auf die Stunde des Leides, des Sterbens und der Auferstehung.
Und in diesem Jetzt wird die Welt gerichtet werden. Denn dadurch, dass die Menschen Jesus kreuzigen verurteilen sie sich selbst. Dort am Kreuz wird dies Welt gerichtet, weil dort alle Schuld der Menschheit aufgedeckt wird. Dort wird diese ganze Schuld auf Jesus geladen und er stirbt Stellvertretend den Sühnetod. Eigentlich müssten wir - du und ich - dort am Kreuz hängen. Doch Jesus tat für uns. Er stirbt dort und nimmt das Gericht dieser Welt auf sich. Somit geschah dort am Kreuz das Gericht der Welt.
Und ein weiterer Sieg dort am Kreuz ist das Gericht über den Fürsten dieser Welt, das ist der Teufel. Das Gericht über diesen Fürsten ist deshalb am Kreuz vollzogen, weil hier ihm die Macht genommen wurde. Denn am Kreuz wurde der Satan entwaffnet. Die einzige Waffe des Teufels ist die Sünde. Wenn jedoch ein Mensch durch Christus gerettet wird, so wird ihm alles vergeben. Dadurch kann der Teufel nicht mehr anklagen. Christus tritt sofort für den Menschen ein und sagt, dass bereits alles bezahlt ist. Der Teufel ist jetzt noch nicht vollendet gerichtet, das wird aber am Ende der Zeit noch kommen. Dann wird der Teufel in dem für ihm vorgesehener Hölle geworfen. Dann wird er vollkommen gerichtet sein.
Und so ist Jesus durch sein Sterben und Auferstehen der Sieger. Und deshalb sagt Jesus hier, dass wenn er erhöht sein wird, er alle zu sich ziehen wird. Über das erhöht sein sprach Jesus einmal mit Nikodemus in Kapitel 3:
John 3:14 ELB 2006
Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden,
Das erhöht werden spricht von seinem Sterben am Kreuz. Aber nicht nur von seinem Sterben, sondern auch von seiner Auferstehung.
Aber was meint Jesus hier damit, dass er “alle” zu sich ziehen wird? Meint es wirklich, dass am Ende alle Menschen gerettet werden? Manche Ausleger beziehen das Alle auf alle Nationen. Das bedeutet also, dass Jesus hier sagen möchte, dass auch die Heiden gerettet werden. Hier im Kontext passt es auch hinein, denn es waren auch Griechen hier, die zu Jesus kamen.
Aber dieses Alle kann sich hier auch auf alle beziehen, die sein sind. Alle die er zu sich nehmen wird. So wie Jesus es bereits in Vers 26 gesagt hat und wir auch in Johannesevangelium an anderen Stellen lesen. Somit bedeutet das hier, dass Jesus alle die sein sind zu sich nehmen wird in seine Herrlichkeit. Damit wo er ist auch die sind, die zu ihm gehören. Und genau das beschreibt den großen Sieg des Herrn Jesus Christus. Dass er Menschen retten wird von ihrer Sünde, den Teufel besiegen und so die Menschen in das ewige Leben bringen wird. Das ist der größte Sieg den es je gegeben hat und geben wird. Denn dieser Sieg löst das größte Problem der Menschheit - die Sünde.
In diesen Versen sehen wir ein weiteren Aspekt für uns als Nachfolger Jesu - Ohne Sterben gibt es keinen Sieg! Jesus musste sterben um siegen zu können. Und genau das gilt auch für seine Nachfolger. Wir müssen Sterben um siegen zu können. Sterben für unser Ich, um siegreich im Glauben durch Jesus Christus zu sein. Paulus drückt das so aus:
Galatians 6:14 ELB 2006
Mir aber sei es fern, mich zu rühmen als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.
Also - Ohne sterben keinen sieg. Ist dir das bewusst? Wenn du nicht bereit bist zu sterben, so kannst du auch kein siegreiches Leben führen. Denn ein Leben nach den eigenen Wünschen ist immer ein Leben in der Sünde. Und Sünde ist immer ein Verlieren. Denn die Sünde versklavt immer. Das sagt Jesus in Johannes 8:
John 8:34 ELB 2006
Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Sklave.
Somit ist jeder Eigenwille, jedes “Selbstbestimmtes” Leben, ein Leben in der Sklaverrei. Denn unser Fleisch führt uns immer in die Sünde und somit in Sklaverrei und Unterdrückung.
Um also ein Leben im Sieg zu führen müssen wir unserem Fleisch sterben. Wir müssen unser Leben hingeben und ganz dem Herrn übergeben. Und Jesus wird uns in den Sieg führen. Somit ist jede Niederlage in unserem Leben eine Situation, wo wir nicht nach dem Herrn Leben, sondern unserem Fleische nach.
Ja, dass ist etwas was mich stark herausfordert. Denn dadurch erkenne ich wie oft ich Fleischlich bin. Wie oft ich nach dem Fleische lebe und nicht nach dem Geist.
Und wenn du heute hier bist und auf dein Leben schaust udn feststellen musst, dass du oft Niederlagen erlebst in deinem Leben. So richte dich auf dem Herrn. Schau auf ihn, denn er kann dir helfen. Sterbe täglich deinem Eigenwillen und gib dich dem Herrn hin und er wird dich zum SIeg führen. Er wird dir kraft geben bei allem was dir Schwierigkeiten macht und belastet. Schau auf ihn, und er wird alles zum Besten leiten.

Sterben um Licht zu sein (34-36)

Kommen wir zum letzten Punkt der Predigt. Hier geht es darum, dass Jesus als das Licht dieser Welt kam. Er war der Messias, der helle Morgenstern.
Im Vers 34 zeigt das Volk ihr Unverständnis. Sie wissen aus den Schriften dass der Messias kommen wird und dann hier auf Erden sein Reich aufbauen wird. Er wir sich auf den Thron Davids setzen und ewig regieren. Er wird das Volk Israel wieder in Freiheit und Frieden führen. Zum Beispiel finden wir dies in Daniel 7:
Daniel 7:13–14 ELB 2006
Ich schaute in Visionen der Nacht: Und siehe, mit den Wolken des Himmels kam einer wie der Sohn eines Menschen. Und er kam zu dem Alten an Tagen, und man brachte ihn vor ihn. Und ihm wurde Herrschaft und Ehre und Königtum gegeben, und alle Völker, Nationen und Sprachen dienten ihm. Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Königtum so, dass es nicht zerstört wird.
Das wusste das Volk. Jesus hatte das ganze Gespräch damit eröffnet, dass er vom Sohn des Menschen gesprochen hat. Und dies tut er hier immer wieder. Es ist zu erkennen, dass er sich als diesesn Sohn des Menschen bezeichnet. Und genau das erkennt auch das Volk hier. Sie verstehen, dass dies eine Bezeichnung für den Messias ist. Doch passt ihr Verständnis von dem Messias nicht mit dem zusammen, was Jesus hier sagt.
Wenn Jesus wirklich davon sprach, dass er der Messias ist. Wie konnte er dann sagen, dass er erhöht werden muss? Wie konnte er sagten, dass er sterben muss? Und genau deshalb fragen sie hier: Wer ist dieser Sohn des Menschen?
Jesus gibt hier keine direkte Antwort auf diese Frage. Sondern er stellt die Menschen vor die Wahl. Entweder diesem Sohn des Menschen, der das Licht ist zu folgen und so ein Sohn des Lichts zu werden oder nicht zu folgen und in der Finsternis zu leben. Jesus sagt hier, dass ein Leben in dieser Finsternis ein Leben ohne Ziel und Orientierung ist. Das Volk sollte diese Wohl treffen solange Jesus noch hier auf Erden war. Solange das Licht noch da war.
Jesus sagt hier somit, dass dem Messias zu folgen bedeutet einem Messias zu folgen der gestorben und auferstanden ist. Einem erhöhten Messias zu folgen. Nur durch diesen kann man zu einem Sohn des Licht werden. Also zu einem Kind des ewigen Gottes werden. Ja, ohne Sterben gibt es keine Versöhnung, keine Rettung. Ohne sterben gibt es kein Heil.
Das ist das hier, was der Punkt dieses letzen Abschnitts ist - Ohne Sterben keine Rettung und ohne Sterben kein Licht für deinen Menschen. Jesus kam um zu sterben und dadurch zu retten und zu erlösen. Und dadurch wird der Mensch vor die Wahl gestellt - bin ich bereit mit diesem Christus zu sterben und dadurch zu einem Kind des Lichts zu werden? Oder bleibe ich in der Sünde und in der Finsternis.
Nur durch den Weg des Sterbens gibt es Versöhnung mit dem Vater des Lichts. Jesus war bereit diesen Weg des Sterbens zu gehen. Bist du es auch? Bist du bereit Jesus Christus anzunehmen im Glauben und mit ihm zu sterben für dein altes Leben?
Das Kreuz Christi stellt uns alle vor die Wahl - Dem Licht zu folgen oder in der Finsternis zu leben. Und nur in diesem Licht können wir zu brauchbare Werkzeuge werden in der Hand Gottes.
Ja, auch Menschen die Kinder des Lichts sind müssen täglich sich entscheiden im Licht zu leben. Immer wieder der Finsternis zu fliehen und im Licht zu leben. Nur durch das Leiden können wir zu wirklich brauchbaren Menschen werden. Leiden tut weh. Es kostet uns viel, aber gerade dadurch werden wir umgestaltet zu brauchbaren Werkzeugen in Christi hat. Dadurch werden wir immer mehr zu Lichtern in dieser Welt.
CMV-Materialsammlung Durch Leid zur Brauchbarkeit

Luther in einer Trostpredigt: “Das Korn muss viel leiden. Zuerst wird es in die Erde geworfen und muss da verwesen. Dann, wenn es nun gewachsen und reif geworden ist, wird es mit der Sichel geschnitten und fest in Garben gebunden, wird mit dem Flegel gedroschen, in der Mühle von den harten Steinen gemahlen, auf dem Feuer zu Brot gebacken. Erst dann bringt es seinen Nutzen und schmeckt dem Hungrigen und nährt ihn…

Nicht anders gehet es dem Wein. Was muss so ein Rebstock leiden, wenn er geschnitten wird! Die reifen Trauben werden gekeltert, gepreßt, der Wein muss gären, damit er ein Trank wird und des Menschen Herz erfreuet.

Siehe auch da in der Schmiede ein Stück rohes Eisen, so, wie es ist, ist es zu nichts nütze. Soll es zu einem Werkzeuge werden, so nimmt’s der Schmied und legt’s auf die Effe ins Feuer, bis es glühet. Dann kommt’s auf den Amboss und unter den Hammer, unter dessen Streichen es sich biegt und krümmet, dass die Funken stieben. So wird’s zu einem nützlichen Gerät. Darum, o Mensch, denke an das Korn, den Wein, das Eisen! Gott will dich zu was Rechtem bilden, dazu du dich selber nicht machen kannst er nimmt dich in seine Zucht, drischet dich, presset dich, schmiedet dich mit dem Hammer seiner Gerichte, läutert dich im Feuer der Trübsal. Es schmerzt, es tut weh. Aber halte stand und erkenne die Liebe Gottes, der dich unter dem Kreuz zu einem Gefäß seiner Ehre machen will!”

Genau das ist der Weg des Kreuzes. Das ist der Weg der Nachfolge des Lichts. Wir müssen täglich sterben um Frucht zu bringen. Wir müssen sterben um Gott die Ehre zu bringen. Wir müssen sterben um siegreich zu sein. Ja und wir müssen sterben um ein Licht zu sein. Um Brauchbar für den Herrn zu sein.

Schluss

Der ganze Bibeltext hat uns immer wieder aufgerufen Jesus nachzufolgen. Und nachfolgen bedeutet den Weg mit dem Herrn zu gehen. Jesus hat hier gezeigt das dies ein Weg ist, der durch das Sterben führt. Aber hieraus kommt der Sieg. Hieraus werden wir zu brauchbaren Werkzeugen in der Hand des Herrn.
Wir haben hier die Vollkommenheit im Sterben Jesu gesehen. Wir haben gesehen, dass Jesus durch sein Sterben viel Frucht gebracht hat.
Dass er durch sein Sterben den Vater geehrt und verherrlicht hat.
Dass er durch sein Sterben die Welt gerichtet und den Teufel besiegt hat.
Dass er durch sein Sterben Menschen ins Licht führt.
Und für uns bedeutet es, dass wir durch das Sterben mit Christus gerettet werden. Und es bedeutet für uns, dass wir täglich sterben müssen um Frucht zu bringen, Gott zu ehren, Siegreich zu sein und Brauchbar zu sein.
Bist du bereit diesen Weg zu gehen? Bist du bereit dich Umgestalten zu lassen in das Bild Christi? Bist du bereit diuch selbst zu verleugnen und dein Kreuz auf dich zu nehmen, indem du dein Eigenwille kreuzigt und täglich unter den Willen Gottes stellst?
Bist du bereit diesen Weg zu gehen?
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