Ein Gott, der verändert - Ein neuer Wille
Ein Gott, der verändert • Sermon • Submitted • Presented
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· 5 viewsDer Wille eines Mensch wird gut oder schlecht geprägt und verändert durch die Einflüsse, denen er sich bewusst oder unbewusst aussetzt.
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Der Wille - Was ist der Wille des Menschen?
Der Wille - Was ist der Wille des Menschen?
Ich möchte heute mit einem kleinen Experiment starten. Ich stelle euch gleich zwei Fragen. Antwortet nicht laut, sondern nur blitzschnell im Kopf. Frage eins: Was ist 15 plus 6? [Kurze Pause] Und JETZT: Denkt sofort an die allererste Zahl zwischen 1 und 10, die euch in den Kopf schießt! Haltet diese Zahl im Kopf fest.
Hebt kurz einmal eure Hand, falls ihr die 7 gewählt habt? Es ist faszienierend. Dieser Trick ist Teil einer Testreihe, in der es um die Frage geht: Wie frei ist unser Wille wirklich? Wovon wird unser Wille bestimmt? In der Regel entscheiden 60-70% der Menschen für die Zahl 7. Zum einen weil 3x7 21 ist und das Hirn automatisch diese Verbindung nutzt und zum anderen weil die Zahl 7 fest in uns verankert ist. Sie hat eine zentrale Rolle in unserer Kultur. Was dieses Experiment zeigt ist: Unsere Gedanken, unsere Entscheidungen werden geprägt. Was uns zugänglich und nahe ist, bestimmt unsere Entscheidungen. Als Menschen funktionieren wir so. Unser Gehirn entscheidet sich für den einfachsten Weg. Dieser Weg erscheint uns einfach, weil unsere Einflüsse ihn für uns einfach gemacht haben. So frei wie wir denken, sind wir meistens gar nicht. Wie oft geht es mir so, dass ich Dinge tue, weil ich sie schon immer so tue, aber nicht weil ich mich frei dafür entschieden habe. Egal ob in der Erziehung meiner Kinder, meiner Ehe, Beziehungen jeglicher Art: Meine Prägungen bestimmen meinen Umgang mit den Situationen, die mir begegnen, auch wenn es nicht immer der richtige Umgang ist. Kennt ihr das auch? Kennt ihr diese Momente, in denen ihr das eine wollt und das andere macht? Das Gute ist, Teil dieser Studie war es auch zu gucken: Was hilft uns dabei frei zu werden? Wie kommen wir von einer Impulsentscheidung zu einer freien Entscheidung?
Die Antwort ist: Bewusstsein. Wir brauchen ein Bewusstsein für unsere Entscheidungsmöglichkeiten, erst dann können wir wirklich eine Entscheidung aus unserem freien Willen treffen. Und darum soll es heute gehen. Es soll darum gehen, das unser Wille gut oder schlecht geprägt werden kann durch Einflüsse, denen wir uns aussetzen. Eine entscheidende Rolle dabei haben die Menschen um uns herum. Und es gibt Momente, in denen sich Menschen bewusst entscheiden in unser Leben hineinzutreten, um uns in Freiheit zu führen. Menschen, die sagen: Ich sehe etwas in dir, was du selbst nicht siehst und ich werde dir helfen, dass du das erkennen kannst. Eine Person, die das gelebt hat, war Barnabas. Wir haben in der letzten Predigt schon von ihm gehört. Er hat die Gemeinde in Jerusalem überzeugt, dass Paulus es jetzt gut mit ihnen meint. Paulus zog danach nach Tarsus. Paulus war in Tarsus isoliert. Er war allein. Die Gemeinde wollte nichts mit ihm zu tun haben. Barnabas sah etwas in Paulus. Barnabas wollte nicht, dass Paulus sich durch seine Umstände einschüchtern lässt, sondern in eine Freiheit kommt, die ihn erst zu dem Paulus macht, an den wir uns heute erinnern: Missionar, Gemeindegründer und Apostel.
Denn Barnabas war ein tüchtiger Mann
mit unerschütterlichem Glauben,
der ganz vom Heiligen Geist erfüllt war.
So gewann die Gemeinde
eine große Zahl von Glaubenden hinzu.
Dann zog Barnabas weiter nach Tarsus,
um Saulus aufzusuchen.
Als er ihn getroffen hatte,
nahm er ihn mit nach Antiochia.
Ein ganzes Jahr lang waren sie gemeinsam
in der Gemeinde tätig.
Sie lehrten viele Menschen.
Hier in Antiochia wurden die Jünger
zum ersten Mal Christen genannt.
Barnabas war erfüllt vom Heiligen Geist. Er hatte einen unerschütterlichen Glauben. Er konnte sehen, was andere nicht sehen. Er war geprägt durch den Willen Gottes und er wusste deshalb, was zu tun war: Paulus musste auf den richtigen Weg gebracht werden. Ich hatte es nicht leicht in meiner Schulzeit. Es gab viele Momente, in denen ich mit meinen Mitschülern und am Ende auch mit mir selbst zu kämpfen hatte. Was mir geholfen hat, damit umzugehen, war eine Person, die sich außerhalb meiner Familie in mich investiert hat. Wolle war der beste Freund meines Vaters und nach den Jugendstunden der Gemeinde dürfte ich bei ihm übernachten. Wir haben Filme geguckt, erzählt, Dinge unternommen. Er als cooler Erwachsener hat sich Zeit für mich genommen und mir das Gefühl gegeben Teil zu sein. Wenn so ein cooler Erwachsener Zeit mit mir verbringt und mich schätzt, dann kann ich ja gar nicht so verkehrt sein. Meine Schulkameraden haben etwas anderes zu mir gesagt, aber das wurde immer unwichtiger. Ich wurde mir immer mehr meiner Selbst bewusst. Was Wolle für mich war, war Barnabas für Paulus. Paulus wurde sich durch die Zeit mit Barnabas immer mehr seiner selbst bewusst. Nach dem einen Jahr in Antiochia zog Paulus los und begann Gemeinden zu gründen. Der Unterschied war, dass sein Wille neu beeinflusst wurde. Wer spricht in dich hinein? Wer bestimmt, wie du dich siehst?
Geist vs. Fleisch - Was ist ein guter und ein schlechter Wille?
Geist vs. Fleisch - Was ist ein guter und ein schlechter Wille?
Paulus hat sich nicht mehr davon bestimmen lassen, was sein Umfeld über ihn sagt, sondern was Gott über ihn sagt. Paulus beschreibt das selbst im Galaterbrief:
Damit will ich sagen:
Lasst euer Leben vom Geist Gottes bestimmt sein
und richtet es danach aus.
Dann werdet ihr nicht
euren selbstsüchtigen Wünschen nachgeben.
Denn eure menschliche Natur
kämpft gegen den Geist Gottes
und der Geist Gottes gegen eure menschliche Natur.
Diese beiden ringen ständig miteinander,
sodass ihr nie tun könnt, was ihr eigentlich wollt.
Aber wenn ihr euch vom Geist Gottes leiten lasst,
untersteht ihr nicht dem Gesetz.
Der Mensch ist selbstsüchtig. Wir beziehen viele Dinge auf uns. Was andere um uns herum sagen, wie sie mit uns umgehen, bestimmt unser Selbstbild und den Umgang mit uns selbst. Selbstsucht hat nicht nur etwas damit zu tun, dass wir egoistisch sind. Es ist ein Teil davon. Es hat etwas damit zu tun, dass wir nicht entsprechend unserer Berufung leben. Wir leben nicht die Potentiale, die in uns sind. Unsere Geschichte, unsere Mitmenschen und wir selbst hindern uns daran. Wir tun Dinge, die wir nicht tun wollen oder denen wir vielleicht sogar widersprechen. Wir haben bei uns seit kurzem Familienregeln eingeführt, um unseren Kindern mehr Klarheit zu geben, wie wir miteinander umgehen möchten. Es kam dann dazu, dass in unserem Haus mit einem Ball gespielt wurde. Immer wieder und wieder wurde der Ball durch das Haus geworfen. Irgendwann kam der Moment, wo ich zu Levi gesagt habe: Höre bitte auf damit, sonst muss ich dir den Ball wegnehmen. Er hat nicht gehört und ich habe ihm den Ball weggenommen. Danach kam er zu mir und hat gesagt: Papa, du musst dich bei mir entschuldigen. Du hast mir meinen Ball weggenommen, aber in den Regeln steht: Wir dürfen einander Nichts wegnehmen. Da war ich nun. Ich wollte, dass mein Kind eine Sache nicht tut, habe es aber selber getan. Ja, es war richtig ihm den Ball wegzunehmen, damit er Nichts damit kaputt macht, aber es hat mir diese Spannung bewusst gemacht: Ich tue Dinge, die ich nicht will oder die ich auch von anderen anders erwarte. Wenn es mir passt, dann ist es möglich. Levi soll seiner Schwester aber nicht die Spielzeuge wegnehmen. Ich darf sie ihm aber wegnehmen. Lebe ich nach dem, was ich für richtig halte? Lebe ich meine Berufung? Lebe ich in Selbstsucht? Bevor Paulus beschreibt, was aus dieser Selbstsucht herausführen kann, stellt er genau das selbst fest: Ich schaffe es nicht aus mir selbst heraus, meinen Willen zu ändern. Meine Prägungen sind so stark, dass ich es nicht allein schaffe frei zu sein. Es gibt aber einen Weg, der uns frei machen kann: Der Geist Gottes. Sich nicht allein von der Welt prägen zu lassen, sondern sich etwas anderem, jemand anderem auszusetzen, hat etwas in ihm verändert. Und es ist nicht irgendjemand, sondern es ist ganz konkret einer: Gott. Ich setze mich nicht mehr allein dem aus, was die Welt zu mir sagt oder was sie zu mir brüllt. Ich setze mich dem aus, was Gottes Blick auf mich ist. Ich möchte nicht einfach die 7 wählen, weil mein faules Hirn mich dazu führt, sondern ich möchte bewusst einen Weg gehen, der mich so leben lässt, wie es mir entspricht.
Meine Einflüsse - Was sind die Einflüsse, die meinen Willen prägen und verändern?
Meine Einflüsse - Was sind die Einflüsse, die meinen Willen prägen und verändern?
Ich brauche ein Bewusstsein für das, was meinen Willen prägt und das, was ihn prägen kann. Paulus spricht dabei von dieser Zeit und von Gott.
Und passt euch nicht dieser Zeit an.
Gebraucht vielmehr euren Verstand in einer neuen Weise
und lasst euch dadurch verwandeln.
Dann könnt ihr beurteilen,
was dem Willen Gottes entspricht:
Was gut ist, was Gott gefällt und was vollkommen ist.
Paulus sagt: Du kannst einfach leben. Du kannst dich von der Zeit, in der du lebst, bestimmen lassen. Was im Trend ist, das machst du mit. Was die anderen sagen, das sagst du auch. Deine Zeit, deine Bubble bestimmen dich. Du bist heute der eine und morgen ein anderer. Heute ist es cool weite Jeans zu tragen. Gestern war es cool enge Jeans zu tragen. Morgen ist es cool nur noch Chinos zu tragen. Gehe mit. Mache mit. Pass dich an. Oder du gebrauchst deinen Verstand auf eine neue Weise. Du gebrauchst ihn auf eine bewusste Weise. Du kannst bewusste Entscheidungen treffen. Du kannst in einem Bewusstsein durch die Welt gehen, das den anderen verborgen ist. Der Glaube gibt dir eine Ebene, die man sonst nicht hat. Du kannst beurteilen, was dem Willen Gottes entspricht. Nicht weil du besser bist, sondern weil du etwas hast, das niemand hat, der nicht an Jesus glaubt: Den Heiligen Geist. Barnabas wurde vom Heiligen Geist geleitet, um Paulus auf den richtigen Weg zu bringen. Paulus wurde vom Heiligen Geist geprägt, damit er neu und anders denken kann. Der Heilige Geist ist die Prägung Gottes in uns. Der Heilige Geist ist eine innere Richtschnur, die uns aufzeigt, wo wir und die Welt gleich denken und wo die Unterschiede sind. Der Heilige Geist hilft uns zu verstehen, wo wir anders sein sollen. So wie unsere Familie, Freunde und Geschichte uns geprägt haben, so soll uns auch der Heilige Geist prägen. Der Heilige Geist ist Gottes Weg um in uns aktiv zu sein, und seinen Willen in uns hineinzupflanzen. Nicht um uns zu manipulieren, sondern um uns unser Potential und unsere Möglichkeiten bewusst zu machen. Mir hat der Heilige Geist in diesem Jahr Sicherheit gegeben. In vielen Fragen, die ich für mich hatte, egal ob in Krankheit oder jetzt beim Thema Haus und Finanzen, habe ich eine innere Ruhe, weil ich weiß, dass ich nicht allein damit stehe. Ich weiß, dass egal was auf mich oder unsere Familie zukommt, Gott da ist. Er hält uns in seinem Arm. Mit dem Heiligen Geist können wir es schaffen nicht aus dem Impuls heraus zu handeln, sondern in einem Bewusstsein, das versteht, was gut ist. Wir können aus einer Sicherheit heraushandeln, die diese Welt nicht zu ernst nimmt, denn was um uns herum passiert im persönlichen Leben und auch in der Weltlage ist krass, aber das wird nicht alles bestimmen. Das hat alles nicht das letzte Wort. Der Heilige Geist schenkt uns ein klares, ruhiges Bewusstsein für Gott. Gott möchte, dass du mit einem klaren und ruhigen Bewusstsein in dieser Welt unterwegs bist, unabhängig von deiner Lebenslage. Unabhängig von dieser Welt. Abhängig von ihm. Wie das konkret im Leben aussieht, sehen wir am Leben von Paulus.
Mein Bewusstsein - Wie kann ich mich bewusster prägen lassen?
Mein Bewusstsein - Wie kann ich mich bewusster prägen lassen?
In der Gemeinde von Antiochia
gab es eine Reihe von Propheten und Lehrern:
Barnabas sowie Simeon, genannt »der Schwarze«,
Lukius von Kyrene,
Manaen, der gemeinsam mit dem Landesfürsten Herodes
erzogen worden war,
und Saulus.
Einmal fasteten sie für einige Zeit
und widmeten sich ganz dem Gebet.
Da sprach der Heilige Geist zu ihnen:
»Stellt mir Barnabas und Saulus für die Aufgabe frei,
zu der ich sie berufen habe.«
Daraufhin fasteten sie noch einmal,
beteten und legten ihnen die Hände auf.
Dann ließen sie Barnabas und Saulus ziehen.
Paulus und Barnabas fasten und beten. Diese beiden großen Männer des Glaubens verbringen Zeit mit Gott. Der Weg den Heiligen Geist zu hören, von ihm geprägt zu werden, besteht darin, sich ihm auszusetzen. Wir müssen uns Zeit nehmen. Wir müssen Gemeinschaft leben. Wir müssen bei Gott sein. Es gibt keinen anderen Weg, um vom Heiligen Geist geprägt zu werden. Es führt kein Weg daran vorbei zu beten, zu fasten und zu lesen. Jesus selbst sagt: Wovon das Herz voll ist, wird der Mund übersprudeln. Womit wir uns füllen, hat Einfluss darauf, was aus uns herauskommt. Ich gucke sehr gerne Videos von Comedians und da gibt es den ein oder anderen, den ich mir öfter angucke. Ihre Arbeit ist meiner hier vorne beim Predigen ja auch gar nicht unähnlich. Wenn ich jetzt viele Videos von ein und dem selben Comedian gucke, dann führt es dazu, dass ich mir manchmal einen bestimmten Habitus dieser Person aneigne. Bestimmte Formulierungen oder Betonungen übernehme ich automatisch. Ich kann nur von jemandem oder etwas geprägt werden, wenn ich mich damit auseinandersetze. Wie viel Zeit ich mit Gott verbringe, hat Einfluss darauf, wie ich von Gott geprägt werde. Ob ich Bibel lese oder nicht, hat Einfluss darauf, ob ich verstehen kann, was der Wille Gottes ist. Ob ich bete oder nicht, hat Einfluss darauf, ob ich Gott in meinem Alltag wahrnehme, oder nicht. Ob ich faste oder nicht, hat Einfluss darauf, ob mir Gott wichtig ist, oder nicht. Wenn du dich fragst, warum du nicht weißt, was der Wille Gottes ist, du ihn nicht wahrnimmst oder vielleicht immer wieder dieselben Fehler machst, dann möchte ich dich zurück fragen: Wie viel Zeit verbringst du mit ihm? Wie oft liest du in der Bibel? Wann hast du zuletzt gebetet und gefastet? Das alles ist keine Pflicht. Das alles kann sogar ins Leere laufen, wenn es nur als Pflicht verstanden wird. Ich habe vor einiger Zeit die Entscheidung getroffen gemeinsam mit Markus jeden Tag in der Bibel zu lesen und miteinander darüber im Gespräch zu sein. So eine Verpflichtung kann hilfreich sein, aber was ich erlebt habe ist, dass eine Verpflichtung allein noch nicht dazu führt, dass ich es tue und es etwas mit mir macht. Ich habe gelernt: Umso mehr es dabei um mich geht, umso weniger schaffe ich es. Zeit mit Gott kann alles verändern, wenn es aus einer Sehnsucht nach ihm geschieht und die Beziehung zu Gott eine Bereicherung für uns ist.
Denn Gott bringt euch dazu,
dass ihr nicht nur so handeln wollt, wie es ihm gefällt.
Er sorgt vielmehr dafür, dass ihr es auch könnt!
Nicht nur das Wollen, sondern auch das Können liegt in seiner Hand. Ergreife seine Hand. Bete, faste, lese in der Bibel! Sein Wille kann deiner werden. Amen.
